Trumps neuer Feind ist der Ölpreis

Donald Trump / Quelle: Pixabay, lizenezfreie Bilder, open library: https://pixabay.com/de/trump-pr%C3%A4sident-usa-amerika-flagge-2546104/ Donald Trump / Quelle: Pixabay, lizenezfreie Bilder, open library: https://pixabay.com/de/trump-pr%C3%A4sident-usa-amerika-flagge-2546104/

 

Der Ölpreis-Boom belastet die Weltwirtschaft. US-Präsident Trump macht die OPEC verantwortlich. Dabei dürften seine Iran-Sanktionen eine wichtige Rolle spielen.

Der Rohölmarkt befindet sich bereits seit über zweieinhalb Jahren in einer Hausse. Seit Anfang 2016 ist der Ölpreis der Sorte WTI (West Texas Intermediate) um 177 Prozent gestiegen.             

Wie der folgende Chart zeigt, hat der Ölpreis gerade ein neues Jahreshoch erreicht. Damit wurde die Hausse ein weiteres Mal bestätigt. Der Markt befindet sich in einem geordneten Aufwärtstrend, von spekulativen Übertreibungen ist weit und breit noch nichts zu sehen. Mit anderen Worten: Es gibt keinerlei Anzeichen für ein mögliches Ende der Ölhausse.

Einfluss der Iran-Sanktionen?

Quelle: StockCharts.com / Claus Vogt

Quelle: StockCharts.com / Claus Vogt

Kurzfristig hat der Ölpreis Mitte August 2018 eine ganz normale Korrektur mit dem Test der steigenden 200-Tage-Durchschnittslinie beendet. Seither geht es wieder aufwärts, und der nächste charttechnische Widerstand befindet sich erst bei 85 Dollar pro Barrel.          

In den Medien wird die Sorge vor den Folgen der US-Sanktionen gegen das OPEC-Land Iran als wichtigster Preistreiber am Ölmarkt genannt. Wie der Chart zeigt, passt diese Erklärung zwar nicht mit dem Kursverlauf zusammen, da der Ölpreis schon sehr viel länger steigt. Aber es mag durchaus sein, dass diese Sanktionen jetzt zusätzlichen Aufwärtsdruck erzeugen.             

Trump macht die OPEC verantwortlich

US-Präsident Donald Trump selbst sieht die Sache offenbar anders. Er macht die OPEC verantwortlich und hat kürzlich vor der Uno-Vollversammlung entsprechend vom Leder gezogen: „Die OPEC-Staaten zocken wieder mal den Rest der Welt ab“, so Trump. „Wir werden uns diese furchtbaren Preise nicht länger gefallen lassen.“

Was genau er gegen einen steigenden Weltmarktpreis zu unternehmen gedenkt, hat er allerdings noch nicht verraten. Was immer er im Sinn haben mag, der Ölpreis ist ein Gegner, der auch für einen noch so wütenden Präsidenten Trump ein paar Nummern zu groß ist.

Das weiß offenbar auch Russlands Präsident Wladimir Putin, der in der Presse mit den schönen Worten zitiert wird: „Donald, wenn du den Schuldigen für die hohen Ölpreise finden willst, musst du in den Spiegel schauen.“          

„Kampf“ mit der Ausbruchslinie

Ich halte das politische Spektakel rund um den Ölpreisanstieg für eine unbedeutende Farce. Ich nehme die Ölhausse als die Tatsache hin, die sie nun einmal ist. Der folgende Chart zeigt einen Wert, der jetzt gerade dabei ist, aus einer mehrjährigen Bodenformation nach oben auszubrechen. Wie zu sehen ist, läuft der „Kampf“ mit der Ausbruchslinie schon seit Anfang des Jahres. Ich gehe jetzt davon aus, dass der aktuelle Versuch dauerhaft gelingen wird.         

Quelle: StockCharts.com / Claus Vogt

Quelle: StockCharts.com / Claus Vogt

 

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Über Claus Vogt

Claus Vogt ist Gründer der Vermögensverwaltung Aequitas Capital Partners GmbH, einer auf vermögende Privatanleger und institutionelle Investoren spezialisierten Vermögensverwaltung. 2004 schrieb er zusammen mit Roland Leuschel das Buch "Das Greenspan Dossier". Gemeinsam schreiben sie nun den Börsenbrief „Krisensicher Investieren“. Kontakt: Webseite | Weitere Artikel

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Martin1
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Martin1

Nun, der USA, als der größten Öl-Exportnation (ja, sie haben Saudi-Arabien längst überholt!) kann das doch egal sein.
Steigende Umsätze durch steigende Preise. Deren Ressourcen sind jetzt mehr wert.

dragaoNordestino
Gast

@martin1 … Nun, der USA, als der größten Öl-Exportnation (ja, sie haben Saudi-Arabien längst überholt!) kann das doch egal sein.

wenn die Benzin- und Dieselpreise steigen, sinkt eben der Spritverbrauch… Fazit weniger Mineralölsteuern.. und ja, auch weniger Moneten in den Taschen der Verbraucherdarsteller….

Weniger Kaufkraft bei den Verbrauchern, ist aber nicht besonders gut für Trump & CO.

Wayne Podolski
Gast

Nach meinem Kenntnistand sind die USA die größte Fördernation von Erdöl weltweit, sie aber aufgrund des gewaltigen Verbrauchs dieses Rohstoffs im Inland nicht einen Liter davon exportieren.

Waltomax
Gast
Waltomax

+++Fossiles System mit fossiler Leitwährung beruht auf fossilen Energieträgern. Gleichfalls fossiler Präservativident labert Müll.+++ Es ist H. Kissingers Werk, den Dollar auch als Rohstoffwährung etabliert zu haben. Jeder der Öl kaufen will, kann dies nur mit Dollaronen abwickeln. Der Petrodollar stützt die US-Scheisshauswährung (in den USA selber inzwischen auch Shit-Dollar genannt) insgesamt und sorgt dafür, dass die USA billigst an Öl kommen. Die Dollars drucken sie einfach selber, während wir z. B. arbeiten und exportieren müssen, um uns genug Kackedollars für unsere Rohstoffimporte einkaufen zu können. Vorteil: Immerhin ist der Dollar am Klo auf beiden Seiten zu verwenden, der Erfolg… Read more »

Waltomax
Gast
Waltomax

+++Trump verarscht die Welt+++ Die in Dollar verschuldeten “emerging markets” können ihre finanziellen Lasten nicht mehr erfüllen. Ein höherer ölpreis ergänzt nur die jünste Anhebung der Leitzinsen durch die Fed. Es geht Trump darum, den von ihm weltweit vom Zaune gebrochenen Wirtschaftskrieg zu gewinnen. Da die USA die Energie- und Rohstoffwährung selber in beliebiger Menge drucken, kann ihnen ein hoher Ölpreis nur am hinteren Ende vorbeigehen. Außerdem macht teures Öl auf dem Weldmarkt das eigene Fracking – Mist – Öl konkurrenzfähiger. Die Kredit – Not geratenen Schwellenländer, die fast alle vom Dollar lösen wollen, sind durch den Ölpreis ferner über… Read more »

waltomax
Gast
waltomax

Schon zwei Beitrge gepostet und bisher keine Freigabe
Darf ich nicht mehr mitspielen?

…Och…!

hubi stendahl
Gast
hubi stendahl

“US-Präsident Donald Trump selbst sieht die Sache offenbar anders. Er macht die OPEC verantwortlich…..” Trump will die iranischen Mullahs, die er als Verhinderer eines Friedenskonzepts der Großmächte im Nahen Osten identifiziert, austrocknen und von innen zersetzen. Dafür setzt er die Ölwaffe ein. Als abgemacht galt, dass Saudi Arabien als wichtigster OPEC Staat neben VAE die Förderquoten analog zur Reduzierung der iranischen Ölmengen aufgrund der Sanktionen erhöht, damit eine etwaige Sperrung der Straße von Hormus keine großen Auswirkungen auf die Ölversorgung hat. Die Saudis zierten sich, sodass der Ölpreis aus der Seitwärtsbewegung wieder Fahrt aufnahm. Unsicherheit ist ein gefundenes Fressen für… Read more »

dragaoNordestino
Gast

@stendahl … Wenn der Ölpreis steigt, reduziert sich NICHT automatisch der Verbrauch.

Ja @stendahl, ziemlich sicher reduziert sich bei Ihnen der Verbrauch nicht. Denn Ihnen geht es wohl am Hinter vorbei, ob Sie für 100 km 150 oder 200 Geldeinheiten bezahlen…

Nun für andere ist dies nicht so. Und ja, Mineralölsteuer ist in den USA für die Infrastrucktur, Strassen / Brücken etz. Beim Wegfall von einigen Prozenten Steuern, leidet diese…..

waltomax
Gast
waltomax

Habe wohl wieder mal punktgenau getroffen und werde zensiert…

Schade.