Betriebsräte als Top-Verdiener

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Der Fall des VW-Betriebsratschefs Bernd Osterloh wirft die Frage nach den Betriebsratsgehältern auf. Ab wann ist der Arbeitnehmervertreter korrumpiert? Ein Kommentar.

Die abstruse Höhe der Gehälter einiger Top-Manager waren immer mal wieder ein Thema, über die Bezüge von Betriebsräten wird hingegen nur selten gesprochen. Jetzt gibt es wieder mal so einen Anlass. Das Gehalt des VW-Betriebsratsvorsitzenden Bernd Osterloh soll unverhältnismäßig hoch gewesen sein.

In diesem Zusammenhang ermittelt die Staatsanwaltschaft Braunschweig gegen vier Top-Manager der Volkswagen AG wegen des Verdachts auf Untreue. Unter ihnen sind auch VW-Personalvorstand Karlheinz Blessing und sein Vorgänger Horst Neumann.

750.000 Euro im Jahr

Die wenigsten wissen, wie hoch die Gehälter von Betriebsräten in Deutschland sind. Gerade in großen Konzernen liegen sie oft ganz erheblich über dem Durchschnittseinkommen der Mitarbeiter. Wer an die Spitze des Betriebsrates eines Konzerns gewählt wird, darf auf fürstliche Entlohnung hoffen. Meist orientiert sich das Gehalt an den Bezügen der oberen Managementebene.

Nachdem nun eh zu erwarten ist, dass seine Bezüge öffentlich werden, spricht Osterloh selbst ganz offen darüber. In einem Interview der „WAZ“ sagt er:

„Mein Grundgehalt liegt bei rund 200.000 Euro. Hinzu kommen Bonuszahlungen, die vom Geschäftsverlauf von Volkswagen abhängig sind. Da werde ich genauso behandelt, wie alle anderen Manager im entsprechenden Status. In der Spitze lag damit mein Jahresgehalt einmal bei rund 750.000 Euro.“

Osterloh sieht sich als Top-Manager und erhebt aus diesem Selbstverständnis heraus Anspruch auf eine entsprechende Bezahlung. Allerdings scheint er selbst zu ahnen, dass dieses Selbstbild irgendwie schief ist, denn er fügt hinzu:

„Aktuell ist es (Anm. d. Red.: sein Gehalt) erheblich niedriger. Was übrigens kaum jemand weiß: Ich habe bereits im Oktober 2015 schriftlich gegenüber dem Unternehmen erklärt, dass ich im prozentual gleichen Anteil wie die Belegschaft auf meinen Bonus verzichten werde. Damit war klar: Bekommt die Belegschaft nichts, dann will ich auch nichts haben.“

Mit dem letzten Satz möchte er Solidarität mit den „Kollegen“ im Schichtbetrieb und vor allem Bescheidenheit demonstrieren. Allerdings hat er mit seinem Einkommen längst eine Schallmauer durchbrochen, Osterloh verdiente in nur einem Jahr mehr als viele gut ausgebildete Akademiker in zehn Jahren. Seine zur Schau gestellte Bescheidenheit wirkt da also eher peinlich. VW hat ihm viel Geld gezahlt, und allem Anschein nach hat er es auch verdient. Der Frage ist nur, womit hat er sich verdient? Mit seinen Einsatz für die Mitarbeiter, oder indem er der Konzernspitze half, ihre Interessen durchzusetzen?

Ehre statt Karriere

Ganz sicher wird Osterloh – wie all seine Kollegen in anderen Konzernen auch – versucht haben, nach bestem Wissen und Gewissen sowohl den Interessen des Vorstandes als auch denen der Mitarbeiter gerecht zu werden. Denn die einen bezahlen den Betriebsratschef, die anderen wählen ihn in diese herausgehobene Position.

Aber kann, oder darf sich ein Arbeitnehmervertreter wirklich der Kapitalseite andienen? Wie weit darf er ihr entgegenkommen. Sprich: Ab wann ist er korrumpiert?

Nicht wenige Betriebsräte beziehen als Arbeitnehmervertreter ein höheres Gehalt als in ihrer vorherigen Tätigkeit. Und irgendwann gewöhnen sie sich an das höhere Einkommen. Spätestens dann fällt es dem Arbeitgeber immer leichter, den Betriebsrat mit seinen Argumenten zu überzeugen. Steigt ein Betriebsrat erst einmal in die Gehaltsklasse der Top-Manager auf, dürfte es um seine Unabhängigkeit geschehen sein.

Es kann und darf aber nicht die Aufgabe eines Betriebsrates sein, die Interessen der Kapitalseite eines Unternehmens im Auge zu behalten. Er hat einzig und allein für die Arbeitnehmer einzutreten. Dazu ist es zwingend notwendig, dass sich die Lebenswelt des Betriebsrates nicht allzu weit von derjenigen des Bandarbeiters entfernt. Die Wahl zum Betriebsrat ist kein Karrieresprung, sondern eine Ehre. Sie ist Ausdruck des Vertrauens und damit einer Währung, die mehr zählt als jeder Euro auf dem Konto. Was derzeit in vielen deutschen Konzernen geschieht, war mit dem Betriebsverfassungsgesetz ganz sicher nicht intendiert.

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Über Günther Lachmann

Der Publizist Günther Lachmann befasst sich in seinen Beiträgen unter anderem mit dem Wandel des demokratischen Kapitalismus. Er veröffentlichte mehrere Bücher, darunter gemeinsam mit Ralf Georg Reuth die Biografie über Angela Merkels Zeit in der DDR: "Das erste Leben der Angela M." Kontakt: Webseite | Twitter | Weitere Artikel

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Nemesis
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Nemesis

“Und irgendwann gewöhnen sie sich an das höhere Einkommen. ”

Verkrüppeln moralisch und leben glücklich und zufrieden in ihrer Scheinwelt.

Deutschland, parfümierter Kadaver ! Bald hilft das beste Duftmittel nicht mehr aus…

Conrath
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Conrath

@Lachmann & Nemesis Das Thema wird doch von der falschen Seite her angepackt. Würde einer seinen Job gut ausführen und wirklich via Gewerkschaften zu neuen Beteiligungsformen helfen (Neutralisierung von Kernkapital), sollte er auch das Doppelte verdienen können. So aber sind auch 70.000 Euronen noch viel zu viel Geld, ich meine 7.000 reichen dann völlig, per anno, aber auch für die große Gruppe der Subventionsspezis, auf der anderen Tischseite, die sollten Sie, Herr Lachmann, keinesfalls in Ihrer Kritik vergessen. Und Nemesis, nutzen Sie doch einfach das, was hinter der Nase aufwärts arbeitsbereit allen gegeben ist. Nicht die Luxusentnahmen sind unser Hauptproblem,… Read more »

Daniel Düsentrieb
Gast
Daniel Düsentrieb

Jetzt wird mir auch schlagartig klar, warum die VW Fahrzeugkäufer recht stramme Preise zahlen müssen: Sie finanzieren nicht nur fette Vorstandsgehälter, sondern auch gleichzeitig auch die BR Vorsitzenden mit! Kein Wunder, das ein satt über bezahlter BR die Füße still hält, wenn es um die Interessen der Belegschaft geht. Grundgehalt 200 000 EURO + Bonus, ja wo sind Wir denn eigendlich? Im Schlaraffenland?

hubi stendahl
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hubi stendahl

@Daniel Düsentrieb Mit Verlaub. Es hätte Ihnen vor 20 Jahren vor zehn Jahren oder vor 2 Jahren auch schon auffallen können. Nehmen wir beispielhaft den ex IG Metall Chef Oliver Burkhard. Ein richtig schlauer Junge, der aus seiner 200.000 € Position bei der IG heraus gerne für die Kapitalseite den Arbeitnehmer Clown spielte und sich 2012 dafür die Belohnung abholte und für ein Jahresgehalt von ZWEI MILLIONEN ZWEIHUNDERTZWEIUNDNEUNZIGTAUSEND EURONEN in den Personalvorstand von Thyssen Krupp wechselte. Dort wird er seit den Zeiten der Montanunion Arbeitsdirektor genannt, damit die Schafe glauben, auch der Direktor sei auf ihrer Seite. Ernannt werden kann… Read more »

Conrath
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Conrath

@Hubi “Würde der Zins ernsthaft angetastet werden, dann antwortet unweigerlich ein Investitionsstreik des Geldes, der weit wirkungsvoller ist als der Streik der Arbeitenden! Das Problem ist, dass die es wissen, die Arbeiter aber nicht!” Zitatende H. Na, dann sind das also Stillhalteprämien für zu schlaugewordene Arbeiterführer oder was wollen Sie damit sagen? Wenn die Gewerkschafter damit den Investitionsstreik ihrer Tischgesellen abwenden, dann stände ihnen ja noch mehr Geld zu, in Ihrer Begründungsannahme? Und ich bin jetzt Ihre Projektionsfläche für ‘Neusprech’ (Flexibilisierung)? Dann lassen Sie uns die liegengebliebenen Themen vertiefen, nicht billige Ersatzvorwürfe machen. Und das ganze Theater ist selbstverständlich seit… Read more »

hubi stendahl
Gast
hubi stendahl

@conrath Zitat: “Und ich bin jetzt Ihre Projektionsfläche für ‚Neusprech‘ (Flexibilisierung)?” Nein. Ich frotzele nur gerne mal über Menschen die viel wissen, es aber beim Transport derart verschlüsseln, dass es für heterogene Gemeinschaften nutzlos wird. Sie sind damit in Kommentarfunktionen nicht allein. Ja man könnte es zwar als Stillhalteprämie bezeichnen, würde dann aber akzeptieren, dass Gewerkschaften tatsächlich einen Gegenpart zum Kapital darstellen. Dies ist nicht so und war auch nie so. Dazu nochmal die Gewerkschaftsbewegungen der US Amerikaner der dreißiger und vierziger Jahre in Erinnerung rufen und in jüngerer Zeit den Tatendrang der Gewerkschaftsführer der 60er und 70iger bei uns… Read more »

Conrath
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Conrath

@Hubi & Rosi @Hubi Vermutlich haben Sie mit Ihrer, doch profunden, Einschätzung recht. Wo Gewerkschaft nicht unterhöhlt ist, entfaltet sie keine Wirkung und wo sie wirkt, ist sie unterhöhlt oder unterhöhlt selber, ähnlich wie bei den Wahlen und ihren Auswirkungen. Und leider ist das keine %-Frage, weil selbst eine Mehrheit in der Gewerkschaft nicht vor Unterhöhlung der zentralistischen Machtspitzen, gefeit ist. Sie liefern damit leider ein sehr starkes Argument für den Dezentralismus, das ist Ihnen vielleicht auch schon aufgefallen und darin finden wir dann wieder eine mögliche, gemeinsame Basis (vielleicht?). Und leider ist es in der SPD genauso, in der… Read more »

treu
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treu

Geld verdirbt nun mal den Charakter, das ist ja nun nichts neues. Sehr viel Geld ist dann oftmals nur noch mehr oder weniger offene Korruption. Da braucht man nun wirklich nicht drüber philosophieren, ob jemandem mit so einem Gehalt diese Position oder die eines normalen Arbeitnehmers näher ist. Diese absurden Tatsachen öffentlich machen ist das eine, gut und richtig, eben auch Aufgabe der Presse, aber hier einen moralischen Zeigefinger mit evtl. leicht neidgelber Farbe zu schwingen ist lächerlich. Wer bei solchen lukrativen Avancen tatsächlich ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein…

Conrath
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Conrath

@Treu Zuwenig Geld kann einen schlechten oder unfertigen Charakter aber auch offenbaren, da wäre ich jetzt vorsichtig. Aber das ganze Gewerkschaftsbashing lenkt doch nur von der wichtigen Strukturfrage ab und biegt unser politisches Interesse zu personalisierender Daueranklage, oder einseitiger Stellungnahme, um. Und da wäre es gut, sich etwa an Götz W. Werner zu orientieren, der als Unternehmer eben vormacht, wie man auch über den Tellerrand der eigenen Kerninteressen, etwa ein Unternehmen zu führen, die größeren Strukturprobleme erkennt und mutig angeht. Es fehlt uns doch in DE an 100.000-enden solcher Unternehmer, Funktionsträger, Spezialisten, die den Blick auf das Ganze eben nicht… Read more »

Zitrone
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Zitrone

“Und da wäre es gut, sich etwa an Götz W. Werner zu orientieren, der als Unternehmer eben vormacht, wie man auch über den Tellerrand der eigenen Kerninteressen, etwa ein Unternehmen zu führen, die größeren Strukturprobleme erkennt und mutig angeht…” War das nicht der selbe Götz Werner, der zusammen mit anderen Drogerie- marktketten tausende Arbeitsplätze vernichtet hat? Man denke nur an die vielen, kleinen Drogerien die in den Untergang getrieben wurden! Alles Familien- betriebe mit ausgezeichneten Mitarbeitern, deren Fachkenntnisse und Menschlich- keit jeden Kunden überzeugten. Na klar, an solchen Leuten sollte man sich orientieren! Außerdem ist Götz Werner sozusagen einer der… Read more »

Zitrone
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Zitrone

13.April 2010

Frd. Götz Werner (RC Karlsruhe Fächerstadt) – Wirtschaft heißt, miteinander
füreinander leisten – Siehe hier:

http://www.rotary-karlsruhe.de/cms/iwebs/default.aspx?mmid=219&smid=2301

Diese Verflechtungen sind übrigens immer wieder sehr aufschlußreich:

http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/deutschland/gerhard-wisnewski/filz-mit-nadelstreifen-das-bundesverfassungsgericht-und-die-rotarier.html

Die Rotarier sind Freimaurer-“Brüder”. Kein Mensch wird Milliardär, wenn er
nicht in der Logen-“Bruderschaft” ist. Karlsruhe ist übrigens der Firmensitz
vom Drogerie-Markt DM.


Conrath
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Conrath

Liebe Frau Zitrone, ich werde mal *Bruder* Götz W. Werner bitten, dass er Sie einlädt, damit Sie Ihre Vorurteile etwas ablegen können. Wie bei der Kritik an den Gewerkschaften ist auch hier streng zu unterscheiden, sprechen wir über die Mehrheiten von idealistischen Menschen, die sich im Umweltschutz (Vogelstationen,…) oder bei Rotary, dem Lionsclub, usw… betätigen oder über deren korrupte Spitzen? Es ist gleich. Warum? Der extreme Geldmachtzentralismus beherrscht die Spitzen vieler Organisationen, im Westen, nicht die breite, hier informell organisierte Masse, dieser Einrichtungen. In den meisten Organisationen sind Mehrheiten, die anderes anstreben, oft gutwillig und manchmal in der Spitze dann… Read more »

Zitrone
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Zitrone

@Conrath Bemerkenswert, wie Sie gleichzeitig über den “extremen Geldmacht- zentralismus” schwadronieren, um dann sehr elegant mit der Kamera wieder zu “Werners Idee” zu schwenken. Kein Wort über “Werners” zer- störerisches Wirken, gegenüber all den ehemaligen, kleinen Drogisten und deren Familien. Man richtet die Fahne eben nach dem Wind, der dieses Mal aus Karlsruhe weht! Lassen wir uns also weiter über die Wirklichkeit von im Verborgenen wirkenden Kreisen täuschen, denn diese Leute arbeiten selbstredend unter dem Deckmantel der Humanität. Ironie off – Wozu braucht denn ein “idealistischer” Mensch eine Mitgliedschaft in einschlägigen Clubs wie Rotary oder Lions? Vielleicht weil man auf… Read more »

waltomax
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waltomax

Die Welt ist schlecht und darauf ist Verlass! Wir sind alle nur deswegen ehrlich und tugendhaft, weil wir bisher nicht anständig und ausreichend bestochen worden sind. Nachdem alles und jeder auf dieser Welt seine Preis hat, warten die meisten lediglich auf die Gelegenheit zum Erhalt der richtigen Bestechungssumme, um endlich auch mal rentierlich und ehrlich böse sein zu können. Der Mensch ist von Natur aus schlecht und liefert dadurch eine recht verlässliche Konstante. Bei der durch Gier bewegten Weltwirtschaft ging es letztlich immer schon rein ums Gold und nicht etwa um Geld, wie wir bald alle wieder einmal merken werden.… Read more »

Conrath
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Conrath

WaltMax

ist das Bier zu warm geworden in der Sonne, kein Schatten auf der Terrasse?

Es stimmt zwar alles, was Sie schreiben, aber auf welcher Seite sind wir dann bloß, wissen Sie es? Oder sind wir alle innendrin nur wieder ambivalente Viecher, wobei die wiederum nix richtig falsches unternehmen?

So ich fahre eben noch einkaufen, im REWE und beim DM. Bis dann und nutzt die Zeit gut.

waltomax
Gast
waltomax

Conrath:

Was uns in dieser Realsatire bleibt, das ist der Versuch, Haltung zu bewahren. Und Marc Aurels “Selbstbetrachtungen” zu lesen. Fazit:

Falls bei einem selber “Tugenden” vorhanden sein sollten, so habe man das in sich selber zu begründen und nicht der Belohnung wegen für gott- oder allgemeingefälliges Wohlverhalten.

Dann mag die Welt schlecht oder gut sein, wie sie will. Sie hat es selber zu verantworten. Und niemand richte dabei, was sich selber richtet.

waltomax
Gast
waltomax

Was ich hasse, das ist der implizite und kollektive Anspruch der Artikel- und Kommentarschreiber, doch besser zu sein, als die Kritisierten oder gar Verurteilten. Das ist “moralische Korruption”.

Und wie man sieht, macht auch mich dieser Hass schon wieder selber korrupt…

waltomax
Gast
waltomax

Moralische Korruption! Ist ein Richter besser als ein Angeklagter? Oder ein Pfaffe besser als der Sünder? Im Repertoire menschlichen Verhaltens liegt das Böse und das Gute. Es ist abbhängig von der Lebens – Situation, was davon zutage tritt. Dabei ist es besser, mit dem Schlechten in einem selber zu rechnen, als das innere Gute zu betonen und dann vom Üblen überrascht zu werden. Oder eingeholt. Wieviele gute Ehemänner und Väter wurden im Krieg zur wilden Sau! Moralität leitet sich nicht vom Grade ab, gut oder böse zu sein, sondern vom Willen und der Achtsamkeit, diese Polaritäten zu kontrollieren. Die Verlogenheit,… Read more »

waltomax
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waltomax

Vielleicht war die Aufforderung Jesu, “nicht zu richten, auf dass man nicht gerichtet werde”, gegen “moralische Korruption” gerichtet?

waltomax
Gast
waltomax

Definitionsversuch:

Moralisch korrupt ist jemand, der seine Moralität nicht in sich selber (axiomatisch) begründet, sondern im Anspruch und der Hoffnung auf gesellschaftliche oder himmlische Anerkennung.

Conrath
Gast
Conrath

@WaltMax & Henry Paul 5 x ja, WaltMax, bis auf: “Die Welt ist schlecht”. Ich denke, zu allen anderen, Ihrer Äußerungen, passt besser: “Die Welt ist”. Und das nicht als Relativismus aufgefasst und auch nicht als Naturalismus, wie diese Weltanschauungstruppe um den Michael Salomons: https://www.giordano-bruno-stiftung.de/sites/default/files/download/2014gbs-broschuere-web.pdf Salomons vertritt sozusagen den Mendelssohn 3.0 oder sogar 4.0. Ich glaube es ist das Kernstück unserer neuen BRD-Staatsreligion, was sich da zusammenfindet und 4.0 meint, einen naturalistischen Naturalismus, etwa wie beim späten Fichte, mehrfache Negationen. Wenn ich mal Lust auf eine weitere Dantesche Etappe verspüre kann ich ja dorthin umziehen, um mein Purgatorium durch Forenarbeit… Read more »

Conrath
Gast
Conrath

@WaltMax “Definitionsversuch: Moralisch korrupt ist jemand, der seine Moralität nicht in sich selber (axiomatisch) begründet, sondern im Anspruch und der Hoffnung auf gesellschaftliche oder himmlische Anerkennung.” Zitatende W. Ja, jede normative Bestimmung ist diesen beiden Missverständnissen ausgeliefert, es geht also um Glaubensgewissheit, eine im Leben selbstständig errungene. Nur die zählt, Ethik erscheint nach außen nur in praktischer Moral, nie als normative Bedingung/ Bestimmung der Gesellschaft oder einer, aus dem Himmel naturalistisch rückprojizierten Gesellschaftlichkeit (die nur eine Umkehrung der Feuerbachschen Variante wäre, die Himmelsregierungen als implizite Form der menschlichen Regierungen zu nehmen). Wer glaubt himmlische Anerkennung irgendwie verrechnen zu können, unterschätz… Read more »

Ranma
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Ranma

Arbeit‚geber‘ bezahlen Betriebsräte aus einem einzigem Grund so hoch wie Manager: DAMIT sich die Betriebsräte, so wie es die Manager bereits zuvor taten, der Kapitalseite andienen. Warum sollte das Gesetz nicht ganz genau das im Sinn gehabt haben? Der Gesetzgeber hat sich schließlich auch schon sehr lange der Kapitalseite angedient. Schon seit der Erfindung des Betriebsrates war immer klar, daß es genauso laufen würde! Es konnte nichtmal anders laufen. Schließlich ist es die Aufgabe eines jeden Arbeit‚nehmers‘ dem Kapital zu dienen und nicht etwa, eigene Interessen gegen die Kapitalseite durchzusetzen. Möglicherweise hat hubi stendahl einige Leser mit seiner Frage nach… Read more »

hubi stendahl
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hubi stendahl

@Ranma Zitat: “Möglicherweise hat hubi stendahl einige Leser mit seiner Frage nach den Wirtschaftskrisen aufs Glatteis geführt:”……… Nö. Ich habe keine Frage gestellt, sondern eine Antwort in Form der sich darstellenden Mechanik geliefert. Danach sind (gemachte) Krisen und Streiks makroökonomisch betrachtet nur Marionettentheater. Beispiel: Was dem Arbeitnehmer beim streikenden Bundesbahn Angestellten nutzt, zahlt der Passagier mit erhöhten Fahrkartenpreisen. Zitat: “….laut der herrschenden Volkswirtschaftslehre gibt es gar keine Wirtschaftskrisen. Auch keine Streiks.” Das ist Unsinn. Dass man hierfür vorwiegend Begriffe wie Zyklen verwendet, ändert daran nichts. Im übrigen vielleicht mal Keynes und seine Empfehlungen lesen (z.B. zur Liquiditätsfalle). Zitat: “Schließlich ist… Read more »

Conrath
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Conrath

Danke Hubi “Abhilfe kann nur eine Änderung der Machtverhältnisse schaffen. Die aber geht nicht etwa über Politik, sondern nur über das wichtigste Übelebensaggregat des Menschen, dem Wirtschaften in der arbeitsteiligen Wirtschaft, sodass das derzeitige Schuldgeld-System erneuert werden muss. In einer freien Wirtschaft, statt in einem Konzern-Sozialismus heutiger Prägung, würde die Arbeitskraft zwangsläufig zum umworbendsten Gut;[..]” Zitatende H. Genau, exakt und ja, das ist der Treibriemen für eine echte ‚Wirtschafsarbeitsbewegung 2.0‘, bin voll dabei, lassen Sie sich doch mal einen freien Termin für einen Samstagsbrunch in den Kalender your-fixen. Schönes Wetter hier an der Ruhr, wenn nicht diese nervige Wahl wäre,… Read more »

Conrath
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Conrath

@Ranam & Hubi Nein, das hat Hubi nicht, mAn und zwar, weil Sie hier zu viel tief schießend argumentieren, eben noch nicht das Maß an Durchblick haben, um sich solche Polemik leisten zu können. Und merken Sie sich. Besser keine, als lose Polemik nutzen. Die fällt auf den Autor zurück, über kurz oder lang, ist ein gutgemeinter Tipp. 😉 Was Ihnen hier passiert/ unterläuft, ist die sogenannte ‚ex post – Schlussfalle‘. Jedes Kind wird sich in 100 Jahren fragen, warum die Geldordnung nicht schon früher von falscher Knappheit/ Fülle umgestellt wurde, aber eben ‚ex post besehen‘, da ist die Geschichte… Read more »

Ranma
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Ranma

„Was Ihnen hier passiert/ unterläuft, ist die sogenannte ‚ex post – Schlussfalle‘. Jedes Kind wird sich in 100 Jahren fragen, warum die Geldordnung nicht schon früher von falscher Knappheit/ Fülle umgestellt wurde, aber eben ‚ex post besehen‘, da ist die Geschichte immer eine einfache Sache.“

Wieso erst in hundert Jahren? Das kann man schon jetzt fragen. Manches Schulkind fragt auch schon jetzt. Dann sollte man die ehrliche Antwort geben: Solange die Reichen reicher werden und in Saus und Braus leben, interessiert es sie nicht, daß der Mittelstand verarmt und die Armen sterben. Aber niemand außer den Reichen kann das System ändern.
Ranma

de bilderberg
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de bilderberg

@ con_rad

ihre k)r(ampfschreiberei dient doch nur dem zwecke der abfederung ihrer gummipseudalen emphatiewerte

falls die paar subventionskröten die sie dafür einstreichen, auch noch ein grund für ihren hiesigen geisteskompost sein sollten, wird sie sicherlich niemand ihrer lage
und ihrer aufgesetzten konsestenz beneiden.

Conrath
Gast
Conrath

@Berg- und Talbilder

hmmm, der Name ist/ bleibt Programm, wenn Sie die Natoveranstaltungen meinen, um das Kalergi-EU-Vorhaben in die Köpfe einiger Multiplikatoren zu setzen, bis heute. Der Gruppe fehlt allerdings jede echte Konsistenz, lieber Denkschreiber. Und an der Prüfung dieser können Sie verlässlich ablesen, was letztlich Ziel und Kompetenzgrenze dieser Gruppe ist, abgesehen davon, dass es sich um üble Kriegstreiber handelt. –

Überdenken Sie noch mal, was Sie als Merkmal für eine bessere (intelligible) Politik akzeptieren oder nicht akzeptieren. Wenn Sie das hier auch noch posten würden, würde ich Ihnen sogar etwas von meinen Ehrentantiemen abgeben.

In Erwartung verbleibend

Zitrone
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Zitrone

Ergänzend zum Kommentar vom 18. Mai 2017 – 13:26 Uhr, ein Interview mit Christoph Butterwegge: Christoph Butterwegge: Das bezweifle ich. Götz Werner, Gründer der dm-Drogeriemarktkette, möchte sämtliche Steuerarten abschaffen, die Großunternehmer wie er zahlen müssen: die Reichensteuer, die Gewerbesteuer und die Körperschaftsteuer, die Einkommensteuer der Kapitalgesellschaften. Refinanzieren möchte Werner das Grundeinkommen durch eine drastische Erhöhung der Mehrwertsteuer, obwohl diese besonders kinderreiche Familien von Geringverdienern und Transferleistungsbeziehern hart trifft, weil sie praktisch ihr gesamtes Einkommen in den Alltagskonsum stecken müssen. Während ein Milliardär wie Götz Werner seiner Gattin den nächsten Brillantring auf den Bermudas oder den Bahamas ohne hohe Steuerlast kaufen… Read more »

Conrath
Gast
Conrath

@Frau Zitrone Butterwege ignoriert aber die Tatsache, dass die Endverbraucher, arm und reich, eh die Gesamtkosten, einschließlich Gewinnbesteuerung schließlich, via Endpreis, immer komplett bezahlen. Dieser Teil von Benediktus (toller Name, er war vermutlich Kind anthroposophischer Eltern) Hardorp ist wissenschaftlich valide. Butterwege gehört zu den Skeptikern von schnellen Lösungen und in vielen Fällen ist seiner Kritik auch zuzustimmen. In diesem VWL-Thema schwächelt er aber mAn etwas. Nur sehe ich, durchaus mit Butterwege, die Notwendigkeit, neben dieser extrem vereinfachenden Umstellung auf eine Hauptsteuer (wenige Lenkungssteuern könnten noch nebenherlaufen) und die bei Nulleinkommen beginnende Negativbesteuerung, die Zuverdienst ab dem ersten Euro ermöglicht(!), heute… Read more »

hubi stendahl
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hubi stendahl

@conrath Zitat: “Ich halte das BGE für sinnvoll, wenn zugleich eine Vollgeldreform und eine Begrenzung von Eigentumsobergrenzen erfolgt.” Das BGE könnte volkswirtschaftlich sicher wenig Schaden anrichten. Trotzdem bin ich kein Freund dieser “Krücke”. Das BGE hat eben auch und vor allem soziologische Effekte, die man als unerwünscht bezeichnen muss. Wenn wir uns auf eine Geldreform, statt Vollgeldreform, das man falsch verstehen könnte und auf eine Erneuerung nicht Restaureierung des alten römischen Bodenrechts, statt auf einen Teilaspekt einigen könnten, bin ich bei Ihnen. Die Hauptsorge, zum nur auf den ersten Blick mit einem neuen Geldsystem kongruenten BGE, verbinde ich mit der… Read more »

hubi stendahl
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hubi stendahl

@Zitrone @conrath

Hab noch vergessen ein 1.38 Minuten Video zum Bürgereinkommen hinzuzufügen:

Conrath
Gast
Conrath

@Hubi „Die Hauptsorge, zum nur auf den ersten Blick mit einem neuen Geldsystem kongruenten BGE, verbinde ich mit der Abhängigkeit großer Bevölkerungsteile von einem anonymen Staat den es sich zu unterwerfen gilt.“ Zitatende H. Und genau das ist auch meine Hauptbefürchtung! Ich hatte sie schon vor über 20 Jahren, aber zunehmend wird mir die Problematik von anonymisierter Macht bewusst. Es gibt nämlich ein echtes Erkenntnisproblem mit dem Staatsgedanken. Es seien folgende Bestimmung angenommen: – Staat als idealer Philosophen und Gerechtigkeitsverein, dann – Staat als ein Neutrum, wie etwa Fische, die das Wasser zwar erleben, aber nicht erkennen, nämlich erst, wenn… Read more »

Ranma
Gast
Ranma

„Ich halte das BGE für sinnvoll, wenn zugleich eine Vollgeldreform und eine Begrenzung von Eigentumsobergrenzen erfolgt. Eigentum von Konzernen müsste dann auf entsprechende Maximalanteile/ Absolutanteile begrenzt werden. Eigenverfügbares Kapital, was ja immer auch politische Macht ausüben kann/ wird, auch bei Werners BGE, ist daher unbedingt zu begrenzen.“ Also alles wie immer. Alle reden über das Bedingungslose, aber niemandem fällt etwas Besseres ein als immer nur zusätzliche Bedingungen und noch mehr Bedingungen zu formulieren. Das Wesentliche am Bedingungslosen, nämlich daß es keine Bedingungen haben darf und erst daraus sämtliche möglichen positiven Effekte schöpft, das wird weiterhin ignoriert. Es wurden noch für… Read more »

Conrath
Gast
Conrath

@Ranma “Das Wesentliche am Bedingungslosen, nämlich daß es keine Bedingungen haben darf und erst daraus sämtliche möglichen positiven Effekte schöpft, das wird weiterhin ignoriert.” Zitatende R. Sie verwechseln den politischen Programmkernpunkt, bedingungslos i.S. von angeborenem Naturrecht/ Existenzsicherung ohne wenn und aber, mit den gesellschaftlichen Randbedingungen, die nie bedingungslos sein können, weil jede gesellschaftliche Kraft immer auch Bedingung für alle anderen Kräfte ist und jede Gesellschaftsformation nichts anderes als die Bündelung/ Gemeinsamkeit vieler Einzelformationen und Einzel-/ Gruppenakteure, ist/ sein kann. Robinson Crusoe wäre der einzige, der BGE ‚erhalten‘ könnte, ohne gesellschaftliche Randbedingungen. Aber seine Randbedingung ist der Zustand seiner Insel, im… Read more »

Egon Bahr
Gast
Egon Bahr

ALS ERSTES muss man sagen EINE UNSINNIGE DISKUSSION, DENN
solche ‘Gehälter’ gibt es nur bei gewerkschaftsgetriebenen Betriebsräten in Großkonzernen.
Ich finde es unmöglich die Arbeit von tausenden Betriebsräten , die neben ihrer Arbeit und ihrem normalen Gehalt versuchen die Interessen der Belegschaft zu vertreten in einen Topf zu werfen und regelrecht zu verunglimpfen.
Schaut man genau hin kann man feststellen das diese Auswüchse fast nur in großen Unternehmen in denen die Gewerkschaften das Sagen haben oder gar der Staat beteiligt ist vorkommen. Also die üblichen Verdächtigen.

Der Artikel ist reiserisch und schlecht recherchiert!

Conrath
Gast
Conrath

@Egon Schade, dass Egon schon wieder wech ist von hier. Aber Sie haben Recht, insofern der Eindruck im Artikel (implizit) erweckt wird, dass ‘alle/ sehr viele’ Gewerkschaftsvertreter in ihrem Status und Handeln, den Konzerngewerkschaftlern entsprechen, was eben auch nicht stimmt. Allerdings hat man sich zu lange mit kleinen Trostpreisen begnügt. Strukturelle Forderungen gibt es immer weniger und politische Streiks sind in DE komplett verboten, eine offene rechtsstaatliche Flanke. – Gewerkschaftskritik ist mehr als nötig, sie sollte jedoch nicht zur pauschalen Verunglimpfung, meistens gerade der kleineren und mittleren Betriebsgewerkschaftsgruppen, führen so wie es in den USA seit längerem überall geschieht. Dort… Read more »