Wie Trump die US-Finanzen schönrechnet

Typewriter / nano-banana-2026-03-04T08-21-24
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Donald Trump täuschte seine um die steigende Staatsverschuldung durchaus besorgte Wählerschaft und fuhr dort fort, wo sein Vorgänger Joe Biden aufgehört hatte.

In seinem großspurigen Wahlkampf des Jahres 2024 schrieb sich der amtierende US-Präsident Donald Trump noch eine Kehrtwende bezüglich der in den vergangenen Jahrzehnten stetig angewachsenen Staatsverschuldung der Vereinigten Staaten auf die Fahne. Kurz nach seinem Amtsantritt betraute er sogar niemand Geringerem als Elon Musk sehr medienwirksam mit der Aufgabe, die Staatsausgaben und das strukturelle Haushaltsdefizit zu senken, also Staatschulden abzubauen.

Von diesem Wahlversprechen ist inzwischen nichts mehr übriggeblieben. Ähnlich wie der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz täuschte Trump seine um die steigende Staatsverschuldung durchaus besorgte Wählerschaft und fuhr dort fort, wo sein Vorgänger Joe Biden aufgehört hatte.

Seit Trumps zweiter Amtsübernahme ist die US-Staatsschuldenquote um über zwei Prozentpunkte angestiegen. Dass diese politische Fehlentwicklung in Zukunft durch andere politische Akteure korrigiert wird, halte ich aufgrund meiner makroökonomisch-politischen Analyseergebnisse für nahezu ausgeschlossen.

Staatsverschuldung in der Theorie

Eine sehr nützliche „Daumenregel“ der ökonomischen Theorie rund um das Thema Staatsverschuldung liefert einen guten Ansatz, zum Verständnis der Staatsverschuldung zur Analyse der tatsächlich bestehenden fiskalischen Situation einzelner Staaten. Die stark vereinfachte Kernaussage dieser Regel lautet, dass das Verhältnis zwischen dem jährlichen Haushaltsüberschuss bzw. -defizit und dem Bruttoinlandsprodukt (BIP) dem Verhältnis zwischen der gesamten Staatsschuldenlast und dem BIP entsprechen sollte. Nur wenn diese Bedingung erfüllt ist, die beiden Verhältniszahlen also identisch sind, kann der Staat seine bereits bestehende Schuldenlast im Verhältnis zum BIP konstant halten.

Wirtschaftswachstum, das heißt ein steigendes BIP, kann die fiskalische Situation entspannen, niedrigere Zinsen ebenfalls. Außerdem kann Inflation die reale Schuldenlast senken.

Schönrednerei in der Praxis

Es ist davon auszugehen, dass Trump durch seine Berater über diese Zusammenhänge informiert ist. Um die US-Staatsfinanzen zumindest auf ihrem jetzt schon verheerend hohen Niveau von 124% des BIP zu halten oder sie gar abzusenken, wäre eine Erhöhung der Steuereinnahmen oder eine Senkung der Staatsausgaben eine Option.

Eine andere Möglichkeit für das Team Trump besteht darin, sich durch unrealistisch optimistische Wachstumsprognosen die zukünftige Staatsverschuldung „schönzurechnen.“ Die von Seiten des Weißen Hauses vorgestellten Prognosen von 3% realem Wirtschaftswachstum für das Jahr 2026 sprechen dafür, dass Trump sich nicht mit konservativeren Wachstumsprognosen aufhält. Hier besteht also das Risiko, dass mit einem höheren fiskalischen Spielraum geplant wird, als tatsächlich vorhanden ist.

Teufelskreis Zins und Inflation

Die Zinsen und die Inflationsrate spielen bei Überlegungen zur Staatsverschuldung ebenfalls eine wichtige Rolle. So wäre ein Zinsanstieg eine Katastrophe für Trump und den durch die anfallenden Zinszahlungen von über einer Billion Dollar pro Jahr stark belasteten US-Haushalt. Das Szenario signifikant steigender Zinsen würde die Vereinigten Staaten in eine Bredouille bringen, aus welcher es nur einen Ausweg gibt: Inflation.

Aufsteigende Anleihenzinsen wird die US-Zentralbank Fed mit Käufen von US-Staatsanleihen reagieren – auch unter dem neuen Fed-Präsidenten Kevin Warsh. Damit kann sie die Zinsen zwar auf das von ihr gewünschte Niveaus manipulieren, erhöht dadurch aber die Geldmenge und bestiehlt die Bürger indirekt durch höhere Inflationsraten. Politiker haben keine Anreize, sich dieser Vorgehensweise entgegenzustellen, da Geldentwertung den Spielraum für zusätzliche Staatsschulden erweitert.

Die hier skizzierte Analyse lässt sich natürlich auf Europa übertragen. Der große Verlierer dieses teuflischen Politikkreislaufs sind letztendlich alle Privatanleger, da ihr Erspartes auf Kosten von Staatskonsum-Exzessen regelrecht verbrannt wird.

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10 Kommentare
dragaoNordestino
dragaoNordestino
23 Tage her

Dwight D. Eisenhower, in seiner Farewell Address, am 17. Januar 1961 vor dem MIK gewarnt, der in naher Zukunft den Staat übernehmen könnte… Und genau dies ist am geschehen. Der MIK und Brzezinskis Geografie der Bogen vom Persischen Golf bis zum Kaspischen Meer (The Grand Chessboard) bestimmen seit Jahrzehnten den Haushalt der USA und benutzen jeden Konflikt als KI Labor. Trump ist in der Sache nur ein weiteres Teil, in dem Rennen das schon viele Jahrzehnte dauert und steht / wirkt, mit seiner Madman Politik, äusserst erfolgreich im Dienste des militärisch-industriellen Komplexes…. Das ist der Verschuldungstreiber…. offensichtlich auch so erwünscht,… Read more »

fufu
fufu
Reply to  dragaoNordestino
22 Tage her

Knapp vorbei ist auch daneben, der MIK als die zweite Schale der Zwiebel.

dragaoNordestino
dragaoNordestino
Reply to  fufu
22 Tage her

Knapp vorbei ist auch daneben, der MIK als die zweite Schale der Zwiebel.

Was wollen Sie damit sagen.?

fufu
fufu
22 Tage her

Die Zeiten zu denen unterdrueckte europaeische Massen Amerika als Leuchtfeuer der Freiheit sahen sind laengst vorbei. Die Maske ist mit Trump gefallen. Die Schande ist, dass Deutschland und der Rest Europas mit diesem mafioesem Terrorregim in einem Boot sitzt.

fufu
fufu
20 Tage her

Es gab hier mal eine Bezeichnung fuer den Michel fuer die man gesperrt wurde… es waeren ja Waehler und nicht bloed… kein Problem. Dann moegen die deutschen Waehler halt zeigen, dass sie nicht bloed sind…

Jede Stimme fuer die „transatlantische Freundschaft“, NATO, Aufruestung, Wehrdienst, Unterstuetzung der Ukraine ist eine Stimme fuer den oekonomischen Niedergang und … gar die physische Vernichtung.

dragaoNordestino
dragaoNordestino
Reply to  fufu
20 Tage her

Jede Stimme fuer die „transatlantische Freundschaft“, NATO, Aufruestung, Wehrdienst, Unterstuetzung der Ukraine ist eine Stimme fuer den oekonomischen Niedergang und … gar die physische Vernichtung.

so ist es….

fufu
fufu
Reply to  dragaoNordestino
19 Tage her

Man sieht das dream-team Trump, Nethanjahu und Zelenski eintraechtig vereint… welches Interesse motiviert europaeische Politiker diese 3 zu unterstuetzen… Zelenski ( Nuland „fuck the EU“), Nethanjau, Genozid und greater Israel, Trump’s imperiale Bestrebungen ? Nicht im Interesse Europa und seiner Staaten und seiner Bevoelkerung, nicht in meinem Interesse und nicht in meinem Namen.

fufu
fufu
Reply to  fufu
16 Tage her

Man koennte das dream-team erweitern… Merz, Macron, vdL… bussi, bussi…

Die Genannten leben wohl in einer realitaetsfremden, elitaeren Illusionswolke… oder es ist nur Rufen im Walde ?

fufu
fufu
Reply to  fufu
18 Tage her

Aber hat der Waehler tatsaechlich „die Wahl“ ? Mit dem Parteiprogramm der AfD wohl kaum… und das BSW laeuft eher unter ferner liefen… schlechte Aussichten.

Voltaire
Voltaire
13 Tage her

Wie hoch die Staatsverschuldung in den Vereinigten Staaten von Amerika ist, geht mir am Allerwertesten vorbei. Unsere expliziten, also ausgewiesenen Staatsschulden, betragen rund 3 Billionen EUR. Hinzu sind die impliziten Staatsschulden zu addieren, welche ein vielfaches der expliziten Staatsschulden betragen. Nach aktuellen (zuverlässigen) Schätzungen beträgt die Gesamtverschuldung nahezu 17 Billionen EUR (17.000.000.000.000 EUR). Quelle: https://insolvenzkarte.de/blog/staatsverschuldung-implizite-schulden/ Allein bei den expliziten Staatsschulden ist jeder der ca. 86 Mio. Bundesbürger mit ca. 30.000 EUR „verschuldet“. Bricht man die Verschuldung auf die ca. 44 Mio. Beschäftigten herunter, so verdoppelt sich nahezu die Verschuldung je Bundesbürger. Berücksichtigt man nur die sozialversicherungpflichtig Beschäftigten (ca. 34 Mio.),… Read more »