Vier Jahre Haft für den unehelichen Sohn, die Mutter Mette-Marit auf der Intensivstation. Norwegens Königshaus zwischen Skandalen und Staatskrise
In einer Pause in der Osloer Oper kam ich mit einem älteren norwegischen Ehepaar ins Gespräch. Deutschland genieße einen sehr guten Ruf im Land meinten die beiden. Wichtigster Partner in der EU. Norwegen hat eine Deutschland-Strategie! Irgendwann kamen wir auch auf die Königsfamilie zu sprechen. Ob man in Deutschland von den Skandalen wisse: über das Enfant terrible, den die Kronprinzessin Mette-Marit mit in die Ehe mit Kronprinz Haakon brachte, Marius Høiby, und die dubiosen Verwicklungen der Norwegerin mit Jeffrey Epstein. Das Fazit des Ehepaares war überraschend. Dazu später mehr. Doch was ist in den vergangenen Jahren am Osloer Hof passiert, dass es im Land so hohe Wellen schlägt?
Esoterische Strömungen
Inhaltsverzeichnis
Als Norwegens Prinzessin Märtha Louise im Sommer 2022 ihre Verlobung mit dem amerikanischen Schamanen Durek Verrett bekanntgab, reagierte das Land mit einer Mischung aus Verwunderung, Belustigung und Skepsis. Die Tochter von König Harald V. hatte sich bereits zuvor von den traditionellen Erwartungen an ein Mitglied des Königshauses entfernt. Verrett wiederum sorgte mit esoterischen Heilsversprechen, spirituellen Wunderbehauptungen und umstrittenen öffentlichen Äußerungen regelmäßig für Schlagzeilen.
Damals erschien die Angelegenheit vielen Norwegern noch als exzentrische Randnotiz der Monarchie. Vier Jahre später wirkt diese Einschätzung überholt. Während die Hochzeit von Märtha Louise und Verrett längst stattgefunden hat, sieht sich das norwegische Königshaus inzwischen mit einer Reihe von Krisen konfrontiert, die weit über die Frage eines ungewöhnlichen Schwiegersohns hinausgehen. Rückblickend war dies das Vorspiel für weitaus dramatischerer Entwicklungen.
Die schleichende Erosion einer Vorzeigemonarchie
Lange Zeit galt die norwegische Monarchie als eine der beliebtesten Europas. König Harald V. verkörperte Würde, Bodenständigkeit und nationale Einheit. Kronprinz Haakon und seine Frau Mette-Marit wurden als modernes, volksnahes Königspaar der Zukunft wahrgenommen.
Doch bereits die Ehe Mette-Marits mit Haakon war zu Beginn der 2000er Jahre nicht unumstritten. Die ehemalige alleinerziehende Mutter brachte ihren Sohn Marius Borg Høiby mit in die Beziehung. Die Norweger akzeptierten diese Familienkonstellation letztlich bemerkenswert gelassen. Marius wuchs teilweise im Umfeld der königlichen Familie auf, erhielt jedoch keinen Titel und gehörte offiziell nie zum Königshaus. Gerade diese Konstruktion sollte sich später als problematisch erweisen. Denn Marius genoss über Jahre die gesellschaftlichen Vorteile seiner Nähe zur Krone, ohne den institutionellen Zwängen und Verpflichtungen eines Royals zu unterliegen.
Der Fall Marius Høiby
Im Jahr 2024 begannen die ersten Ermittlungen gegen Marius Høiby wegen Gewalt- und Drogendelikten. Was zunächst wie ein persönlicher Absturz eines privilegierten jungen Mannes wirkte, entwickelte sich rasch zu einem der größten Skandale der norwegischen Nachkriegsgeschichte.
Nach monatelangen Ermittlungen erhob die Staatsanwaltschaft zahlreiche Anklagepunkte, darunter schwere Gewalt-, Missbrauchs- und Sexualdelikte. Im Juni 2026 wurde Høiby vom Osloer Bezirksgericht wegen mehrerer schwerer Straftaten, darunter zwei Vergewaltigungen, zu vier Jahren Haft verurteilt. Zudem wurde er in zahlreichen weiteren Anklagepunkten schuldig gesprochen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, da Rechtsmittel angekündigt wurden. Für die Monarchie war dabei nicht nur die Schwere der Vorwürfe belastend. Viele Norweger fragten sich, ob Høiby durch seine Nähe zum Königshaus über Jahre hinweg geschützt oder begünstigt worden sein könnte. Der Kronprinz und das Königshaus betonten wiederholt, dass Marius kein Mitglied des Königshauses sei und vor dem Gesetz wie jeder andere Bürger behandelt werde. Dennoch ebbte die Debatte kaum ab.
Siechtum der Krone
Die Affäre beschädigte vor allem das Image von Kronprinzessin Mette-Marit, die ihren Sohn stets öffentlich verteidigt und unterstützt hatte. In der öffentlichen Wahrnehmung verschwammen die Grenzen zwischen privater Mutterrolle und öffentlicher Verantwortung.
Die gesundheitliche Tragödie der Kronprinzessin
steuerte die Familie in schweres Fahrwasser. Bereits 2018 war bei Mette-Marit eine chronische Lungenfibrose diagnostiziert worden. In den vergangenen Monaten verschlechterte sich ihr Zustand jedoch dramatisch. Anfang Juni 2026 wurde bekannt, dass die Kronprinzessin auf die Warteliste für eine Lungentransplantation gesetzt worden war. Ärzte bezeichneten die Entwicklung als lebensbedrohlich.
Dann ging alles überraschend schnell: Vor wenigen Tagen wurde ihr eine neue Lunge transplantiert – der Hof verhält sich schmallippig, es sei den Umständen entsprechend erfolgreich abgelaufen. Dennoch wird ihre langfristige gesundheitliche Zukunft weiterhin als unsicher eingeschätzt. Das öffentliche Bild der künftigen Königsfamilie wandelte sich dadurch deutlich: Statt eines modernen, dynamischen Kronprinzenpaares sahen die Norweger eine Familie, die zugleich mit Krankheit und öffentlichen Skandalen ringt.
Die Königstochter und die Frage nach der Seriosität
Vor diesem Hintergrund erscheint die Geschichte um Prinzessin Märtha Louise und Durek Verrett heute in einem anderen Licht. Was früher als schrullige Randnotiz galt, wird inzwischen als Teil eines größeren Problems betrachtet. Kritiker werfen der Königsfamilie vor, die Grenzen zwischen öffentlichem Amt, Privatleben und kommerziellen Interessen verwischt zu haben. Märtha Louise vermarktete spirituelle Angebote, während Verrett mit umstrittenen Aussagen über Krankheiten, Heilmethoden und übernatürliche Kräfte Aufmerksamkeit erzeugte. Die Folge war ein schleichender Verlust an institutioneller Autorität. Während König Harald noch immer hohes persönliches Ansehen genießt, fällt es dem Königshaus zunehmend schwer, jene überparteiliche Integrationsfunktion zu erfüllen, die konstitutionelle Monarchien in Skandinavien traditionell beanspruchen.
Die eigentliche Gefahr
Noch steht die Monarchie in Norwegen nicht zur Disposition. Die Unterstützung in der Bevölkerung bleibt grundsätzlich hoch und liegt nach letzten Umfragen bei rund 60-70 Prozent. Doch erstmals seit Jahrzehnten wird ernsthaft über die Zukunft der Institution diskutiert. Die bisher kleine republikanische Bewegung erhält Zulauf. Eine kleine linke Fraktion im
Nationalparlament brachte den Antrag ein, die Monarchie abzuschaffen: abgeschmettert. Die größte Gefahr liegt weniger in einzelnen Skandalen als in ihrer Häufung. Ein Schamanen-Schwiegersohn, ein wegen schwerer Straftaten verurteilter Stiefsohn der künftigen Königin, eine schwerkranke Kronprinzessin und deren ungeklärtes Verhältnis zu Jeffrey Epstein. Und nicht zuletzt ein alternder König erzeugen zusammen das Bild eines Hauses unter dauerhaftem Druck. Die Kernfamilie, die repräsentative Aufgaben ausübt, besteht nur noch aus dem Königspaar, das um die 90 ist und der vierköpfigen Kronprinzenfamilie mit vielen Problemen. Als Basis für eine erfolgreiche Monarchie, die das Vertrauen des Volkes genießen soll, etwas, ja zu schmal.
Norwegens Monarchie lebt traditionell von Vertrauen, Bescheidenheit und moralischer Glaubwürdigkeit. Genau diese Ressourcen sind inzwischen knapper geworden. Anders als bei der Unabhängigkeit des Landes 1905 von Dänemark und der Volksabstimmung pro Monarchie mit der großen Zustimmung zur Wahl des dänischen Prinzen Carl als Haakon VII. von Norwegen. Die kommenden Jahre werden deshalb nicht nur über die Zukunft von Mette-Marit oder Marius Høiby, der ohnehin Geschichte sein dürfte, entscheiden. Sie werden auch zeigen, ob die norwegische Monarchie ihre Rolle als nationales Symbol der Stabilität behaupten kann oder ob die aktuellen Krisen den Beginn einer langfristigen Erosion markieren.
Für meine Gesprächspartner aus der Osloer Oper ist die Sache klar. Trotz der derzeitigen Schwierigkeiten, soll die Monarchie bleiben. Sie meinten, als Republik drohten dann abgehalfterte Politiker „so wie bei euch in Deutschland“. Auf die Frage, wer bei uns Staatsoberhaupt sei, antwortete ich: „Egal, für ihn interessiert sich auch in Deutschland kaum einer, und er ist eh bald Geschichte.“

Wow…. immer mal zwischendurch etwas völlig normales aber als etwas aussergewöhnliches dargestellt. …. Denn:
Kritiker werfen der Königsfamilie vor, die Grenzen zwischen öffentlichem Amt, Privatleben und kommerziellen Interessen verwischt zu haben.
Dies ist doch heute völlig normal, dass alle die an den Spitzen der Gesellschaften stehen, dies dazu benutzen um sich zu bereichern….
Neben all den netten Eigenschaften dieser Königs-Darsteller-Familie, fällt auf, dass der Artikel die absolute Nähe von Prinzessin´Darstellerin Märtha Louise zum Effrey Epsteins KI-Manhattan-Projekt / Brooklyn-Projekt, welches sich jahrelang mit Bewusstseinkontrolle / Forschung, KI und Transhumanismus beschäftigte und eine direkter Nachfolge MK Ultra ist, nicht einmal erwähnt.
Wieso bloss….
„Wieso bloss….“
Das ist ziemlich einfach… Das Bewusstsein ist vielfaeltig manipulierbar, das Sein nicht. AI, spaceX, Hollywood, Propaganda, Wert und Bewertung, Meta, virtuelle Realitaet, Drogen…
Uns Sie als ehemaliger Psychopathenexperte sollten es wissen… „Psychopathen“ sind manipulativ… d.h. „Eliten“ sind ueberfuellt mit „Psycho/Soziopathen“… die Dummschafe glauben alles.
Natuerlich ist „Psychopathie“ keine Krankheit, nur in Grenzen ein evololutionaerer Vorteil. In Grenzen … wie bei den Fuechsen und Hasen… wenn von einer Sorte es zu viele werden…