Die Angst vor Putin wächst

Wladimir Putin / Quelle: Pixabay, lizenzfreie Bilder, open library:DimitroSevastopol; https://pixabay.com/de/photos/putin-der-pr%C3%A4sident-russland-5277284/
Wladimir Putin / Quelle: Pixabay, lizenzfreie Bilder, open library:DimitroSevastopol; https://pixabay.com/de/photos/putin-der-pr%C3%A4sident-russland-5277284/

Mit Verunsicherung und Furcht vor einer weiteren Eskalation reagieren die Medien in der EU auf das Eindringen von Putins Drohnen in den polnischen Luftraum.

Das Eindringen etwa zwei Dutzend russischer Drohnen in den polnischen Luftraum in der Nacht zu Mittwoch hat die EU-Mitgliedsstaaten massiv verunsichert. Fast alle großen Medien der EU-Länder kommentieren den Vorfall und stellten die Frage nach der Wehrhaftigkeit von Nato und EU.

„Drohnen sind Putins Botschaft“

Putin akzeptiere keine Grenzen, schreibt etwa die slowakische Tageszeitung „Sme“ und spielt damit auf eine Aussage des slowakischen Regierungschefs Robert Fico an, der jüngst sagte, sein Land sei durch eine Staatsgrenze von Ukraine-Krieg geschützt. „Fico wollte von Putin jüngst eine Botschaft hören“, schreibt „Sme“.  „Jetzt hat er sie. Russische Drohnen, die die Souveränität eines anderen Staates verletzen, sind Putins Botschaft.“

Vor einer ernsten russischen Gefahr für Europa warnt in Tschechien die liberale Zeitung „Hospodarske noviny“. Spätestens jetzt müssen allen klar sein, „dass es das Endziel des Regimes des russischen Präsidenten Wladimir Putin ist, alle Gebiete zurückzuholen, die für Moskau nach dem Ende des Kalten Kriegs verlorengegangen sind.“ Putin gehe es nicht nur um das frühere Territorium der Sowjetunion, „sondern auch um Gebiete in Mitteleuropa, einschließlich des heutigen Tschechiens“. In seinem Machtstreben müsse Putin nicht einmal alle Staaten militärisch besetzen, sein Vorgehen könne auch „die Form einer Unterwerfung annehmen, wie es Michel Houellebecq in einem anderen Zusammenhang in seinem berühmten gleichnamigen Roman beschrieben hat.“

„Trumps Versagen ermutigt Putin“

In England und Irland hinterfragen etwa die Londoner „Times“ und die „Irish Times“ kritisch die Rolle des Westens. Angesichts des Eindringens der russischen Drohnen in den polnischen Luftraum, müsse sich die EU die Frage nach ihrer Verteidigungsfähigkeit stellen. „Zugleich wird dadurch klar, wie wichtig die Solidarität angesichts eines aggressiven und unberechenbaren Nachbarn ist“, schreibt die „Irish Times“. Die Londoner „Times“ stellt klar, „Donald Trumps Versagen“ habe Putin zu dieser Provokation ermutigt. „Die Russen werfen den Polen vor, über den Vorfall zu lügen. Natürlich sind sie es, die lügen.“

In Amsterdam lobt „De Telegraaf“ den Einsatz der niederländischen F-35-Kampfflugzeuge, die die Drohnen abgeschossen haben und stellt fest: „Die jüngste Eskalation bestätigt, dass die Luftverteidigung an den Außengrenzen der Nato verstärkt werden muss.“

„Viele fünfte Kolonnen Moskaus“

Im Zusammenhang mit den Angriffen verweist der „Corriere della Sera“ auf die politische Fragilität der EU-Staaten, in denen es „nicht wenige prorussische fünfte Kolonnen gebe, die heute aktiver seien denn je“. Es gebe vor allem Parteien, die aktuell in den Umfragen zulegen und die, „sobald sie an die Regierung kommen, die Forderungen des Kremls weitgehend akzeptieren würden“. Notwendig seien klare Antworten an Putin, also „Entscheidungen, die der Schwere der Lage angemessen sind“. „Sind die europäischen Länder dazu in der Lage?“, fragt das Blatt. „Das ist die große Frage.“ Ebenso gut könnten die prorussischen Kräfte den Zerfall Europas herbeiführen. Zu verhindern sei das nur, wenn es gelinge, die Öffentlichkeit „von der Gefahr zu überzeugen, der Europa ausgesetzt ist“.

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Über Günther Lachmann 784 Artikel
Der Publizist Günther Lachmann befasst sich in seinen Beiträgen unter anderem mit dem Wandel des demokratischen Kapitalismus. Er veröffentlichte mehrere Bücher, darunter gemeinsam mit Ralf Georg Reuth die Biografie über Angela Merkels Zeit in der DDR: "Das erste Leben der Angela M."
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fufu
fufu
4 Monate her

Sehr geehrter Herr Lachmann, was wollen Sie mit der Zusammenfassung von Artikeln der europaeischen Systemmedien sagen ? Haben Sie eine Meinung zu diesen ? Oder langweilen Sie sich nur ?

Geolitico
Webmaster
Reply to  fufu
4 Monate her

Lieber Leser, nicht jeder hat die Zeit, ausländische Medien zu durchforsten und die dortigen Kommentierungen zur Kenntnis zu nehmen. Aus diesem Grund haben wir aus aktuellem Anlass die wichtigsten Kommentare für Sie zusammengefasst.
Beste Grüße, die Redaktion

fufu
fufu
Reply to  Geolitico
4 Monate her

Man kann’s auch kuerzer sagen… „der Russe wars“. Bei diesem Meinungsspektrum reicht auch die Tagesschau.

Nathan
Nathan
4 Monate her

Der Herr Lachmann als Chef hat die Fahnen gewechselt und ist nun ein Systemschreiberling. Das erklärt auch, warum er den ebenfalls Systemschreiberling Herrn West als Compagnon auserkoren hat. Geolitico, was ist aus dir geworden!!!?? Systemsülze!

fufu
fufu
Reply to  Nathan
4 Monate her

Ach wo. Systemsülze bleibt Systemsülze. Frueher oder spaeter wird die sogenannte Alternative

fufu
fufu
Reply to  fufu
4 Monate her

…mit der CDU koalieren.

Nathan
Nathan
Reply to  fufu
4 Monate her

Die AfD wird vom System (= den Systemparteien und der Systempresse mit deren Desinformation) gehaßt, weil sie das System bloßstellen. Solche Systemkritik findet man bei Geolitico, das sich leider dem System angepaßt hat, NICHT mehr.

fufu
fufu
Reply to  Nathan
3 Monate her

Sobald die AfD den wahren Feind Deutschlands und Europas benennt … die Vereinigten Staaten von Amerika,die NATO, die Besatzungstruppen… kommen wir der Sache naeher. Solange sie sich auf billige Migrantenhetze beschraenkt gehoert sie zum System.

Nathan
Nathan
4 Monate her

Nur 46 von 193 Nationen der UN-Vollversammlung teilen Lachmanns Einstellung zum Drohnenvorfall. Alles EU-, US- und NATO-Büttel. Die große Mehrheit von 147(!) Nationen teilt Ihre Einstellung NICHT! (Quelle Anti-Spiegel) Als Redakteur sollten Sie sich besser und vielseitiger informieren!

Steffan Reitz
Steffan Reitz
3 Monate her

Propaganda?

Seit wann schießen die Russen mit Styropur-Drohen über hunderte Kilometer hinweg und vergessen den Sprengstoff in den Dingern?

War wohl eher Baba Jaga!