Donald Trump macht die USA zu seiner Marke

Donald Trump / Quelle: Pixabay, lizenzfreie Bilder, open library: tiburi; https://pixabay.com/de/illustrations/donald-trump-politiker-amerika-1547274/
Donald Trump / Quelle: Pixabay, lizenzfreie Bilder, open library: tiburi; https://pixabay.com/de/illustrations/donald-trump-politiker-amerika-1547274/

Kastrierte Republikaner, „traumhafte“ Haushaltsgesetze und eine Geburtstagsfeier mit Tschingderassabum: Donald Trump steht auf dem Zenit seiner Macht.

Mit seinem Steuer- und Haushaltsgesetz, im typisch trumpschen Kitsch „big beautiful bill“ getauft, steht der US-Präsident innenpolitisch auf dem Höhepunkt seiner Präsidentschaft. Die Auswirkungen seines Umbaus der USA sind noch nicht absehbar. Eines ist klar: Es geht um Trumps Prinzip des Markendesigns – sein Leitbild seit frühen New Yorker Tagen.

Mit der Truppenparade am 14. Juni zum 250. Geburtstag der Gründung US-amerikanischer Streitkräfte feierte Donald Trump sich als Oberbefehlshaber an seinem Geburtstag. Damit erreicht der Trumpismus einen neuen Höhepunkt. Seit er wieder im Oval Office sitzt, ist dieses Phänomen wieder Regierungslinie. Soll so ein neues System, eine neue Form zu regieren dauerhaft etabliert werden?

Von einem Clintonismus oder einem Obamanismus war nie die Rede. Es schwingt beim Trumpismus Sorge und Faszination gleichermaßen mit. Sorge wegen der bekannten Vorwürfe: Trump sei unberechenbar, impulsiv, eine Black Box. Faszination durch seine erfolgreiche Kommunikation mit den Wählern, seine Direktheit, welche dem Wokismus als Steigerung der Political Correctness den Kampf ansagt. Trumps Regierungsstil ist ungewöhnlich, aber bei genauem Hinsehen wiederum nicht. Trump ist eine Marke, ein Brand wie es auf Englisch heißt – genauer ein Mega-Brand. Und er hat über Jahrzehnte zielstrebig darauf hingearbeitet.

New York als Probebühne

Seine frühen Lehrstunden in puncto Markenaufbau erlebte er im New York der 70er Jahre. Dort zeigte er sich gern mit Prominenten im angesagten Nachtclub Studio 54. Trump nutzte den glamourösen Partydschungel für seine ersten Auftritte als aufstrebender Unternehmer. In Begleitung schöner Frauen war er so etwas wie ein früher It-Boy.

Für sein Markendesign gab es eine ideale Basis mit seiner wohlhabenden Familie und New York als Weltstadt, in der er seine Vision verwirklichen wollte: zum größten Immobilien-Tycoon der USA aufzusteigen. Keine Marke ist erfolgreich ohne durchschlagende Werbung. Sie schlägt erfolgreich ein, wenn mindestens einer von drei Anlässen gegeben sind: eine Produkteinführung, eine Produkterneuerung oder eine Erlebniswelt. Trump bedient alle virtuos.

Meister der Erlebniswelt

Eingeführt hat Trump seine Marke in den 1970ern als erfolgshungriger Jungunternehmer. Erneuert hat er sie ab den neunziger Jahren als Medienfigur mit Gastrollen in Filmen und Serien und als Veranstalter von Schönheitswettbewerben. Höhepunkt: Moderator der Reality-Formate Apprentice und Celebrity Apprentice.

Hier schließt sich der Kreis, denn Trump ist inzwischen selbst Teil der Glitzerwelt: The Donald ist geboren. Was von seinen Gegnern als etwas boshafter Spitzname gemeint war, hat sich zu einem so genannten Household Name in den USA entwickelt. So ziemlich jedes Kind kennt ihn. Was braucht es zur perfekten Marken-Politur?

Die Erlebniswelt! Sie zauberte er durch seine Hotels, Casinos, Wellness-Resorts herbei. Und überall prangt und glänzt das Logo der Marke Trump.  Eine attraktive Marke ist immer auch omnipräsent. Und das ist Trump auf all seinen Produkten – vom eigenen Jet, dem Trump Force One-Helikopter bis hin zur Mineralwasserflasche in seinen Hotels. Selbst seine föhnige Frisur mit dem dottergelben Haar ist ikonografisch und damit markentauglich.

Zum sinnlichen Erlebnis gehören für ihn immer auch Frauen. Ivana, Ehefrau Nr.1, hat mit ihm das Markenimperium aufgebaut. Sie war als Model europäischer Herkunft, was Amerikaner immer noch lieben, weltgewandt und medientauglich bis in die Haarspitzen. Melania, Ehefrau Nr.3, besitzt ähnliche Qualitäten und hat in der ersten Amtszeit Trumps im Weißen Haus an der Vervollkommnung der Marke Trump mitgearbeitet.

Der Geschäftsmann Trump hat sein Marken-Prinzip auf seine Präsidentschaft übertragen. In den 1990ern hat der Klatschreporter A.J. Benza über The Donald gesagt: „Morgens checkt er nicht seinen Puls, er checkt die Zeitungen, um zu sehen, ob er am Leben ist.“ Der Satz gilt sicherlich für den Boulevard-Zampano Trump noch heute, erweitert um sein früheres Twitter-Profil und nun auf seiner eigenen Plattform Truth Social. Morgens checkt der Präsident Trump Fox News, um zu wissen, was die Welt bewegt. Zu einer großen Marke gehört eben auch immer ein großes Ego – und das hat Trump im Übermaß.

In der Marke Trump liegt das Glück

Für Amerikaner sind große Egos und das Streben danach Teil ihrer nationalen DNA: Persuit of happiness. So heißt das, und es ist gleichzeitig ein wichtiger Zusatzartikel in der US-Verfassung. Das Recht, nach Glück zu streben – was in den USA bedeutet, mehr zu bekommen, mehr zu erreichen, mehr zu erleben. Für viele seiner Wähler ist Trump genau diese „Marke des Glücks und Erfolgs“ und damit ein Vorbild. Im Gegensatz zu Deutschland, wo vor allem bei Politikern Zurückhaltung und Bescheidenheit gefragt sind. In den USA erwarten die Wähler Unterhaltung à la Hollywood und einen Präsidenten, der eine klare Markenbotschaft hat: „Make America great again“.

Interessant ist, dass ein europäischer Herrscher ganz ähnlich wie Trump gehandelt hat: Napoleon Bonaparte. Für seinen Regierungsstil gibt es den Begriff Bonapartismus. Immer nah dran am Volk, Plebiszite, Bilderproduktion auf Hochtouren, immer wieder Reisen durchs Land. Und wie bei Trump das T überall prangt, zierte das N so gut wie jeden öffentlichen Bau.

Der Markenmacher Trump will sich nur in einem Punkt vom Markenkünstler Bonaparte unterscheiden: in dem des Kriegsherrn. Trump will wie in seiner ersten Amtszeit in einer möglichen zweiten als Friedensfürst in die Geschichte eingehen. Doch das rasche Ende des Kriegs in der Ukraine lässt auf sich warten. Auch in anderen Konfliktregionen wie im Nahen Osten verkokeln die Friedenstauben.

Donald Trump will mit seinen innenpolitischen Reformen, angefangen vom Kampf gegen den Wokismus bis zur Steuerreform und Migration, die Pflöcke für seine zweite Präsidentschaft einschlagen. Er baut die USA zu seiner Marke um und drückt dem Persuit of Happyness seinen Stempel auf. Am 4. Juli 2026 feiern die USA ihren 250. Jahrestag der Unabhängigkeit. Bis dahin will Trump seinen Markenumbau abgeschlossen haben.

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fufu
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5 Monate her

Der Aas-Geruch laesst sich auch durch Trump’s Parfuem nicht ueberdecken. Und sie wissen um ihre Faeulnis, ihre Luegen, ihren Schein. Warum sonst wuerde Bezos seine Hochzeit in Venedig und nicht in Disneyland feiern ? Weil die ganze Welt zu Aas werden muss, nur dann ist die Faeulnis nicht mehr zu riechen.

dragaoNordestino
5 Monate her

Der Artikel ist zu einfach und manipulativ. Um Trump zu verstehen, muss man sich mit Andrew Jackson beschäftigen, denn Trump ist offensichtlich ein Anhänger der Ideologie des „Jacksonismus“. Es ist diese Doktrin, die Trump umzusetzen versucht.

https://de.wikipedia.org/wiki/Andrew_Jackson

fufu
fufu
Reply to  dragaoNordestino
5 Monate her

„Jacksonismus“

Voellig daneben. Nur noch die eingefleischstesten der MAGAs fallen auf diesen marketingspot herein und selbst diese werden weniger. Es ist der erste AI-gesteuerte Praesident sowohl von der Wahl her als auch von seinem scheinbar wirren Geschwaetz. Ideologie ist fuer ihn sowieso ein lateinisches Fremdword. Was zaehlt… wenn nur 1 Promill der Weltbevoelkerung auf sein Geschwaetz hereinfallen macht er nur fuer sein Parfuem 2 Milliarden, von sonstigen Aktivitaeten und Sponsorengeldern ganz zu schweigen.

dragaoNordestino
Reply to  fufu
5 Monate her

„Jacksonismus“
Voellig daneben. Nur noch die eingefleischstesten der MAGAs fallen auf diesen marketingspot herein und selbst diese werden weniger.

Möglich, jedoch alles was Trump tut, ist Jacksonismus

fufu
fufu
Reply to  dragaoNordestino
4 Monate her

Glaube kaum, dass man bei Trump mit seiner Unterstuetzung des Genozids, des Landraubs und der Vertreibung der Palestinenser in Gaza Analogien zu Jackson’s Genozid an den Eingeborenen heranziehen muss. Rassismus und Populismus gab es auch jederzeit. Die Schublade klemmt.

dragaoNordestino
Reply to  fufu
4 Monate her

mal ein bisschen GPT zur Frage, ist Trump ein Jacksonier:

Populismus: Ja

Kampf gegen Eliten:Ja („Deep State“, Medien)

Nationalismus: Ja(„America First“)

Autoritärer Stil: Ja

Polarisierung: StarkSehr stark

Fazit:Ja, man kann Trump in vielen Punkten als „Jacksonier“ bezeichnen. Er steht in einer politischen Tradition, die auf eine harte, nationalistische, populistische Linie setzt – auch wenn er natürlich in einer ganz anderen Zeit lebt.

fufu
fufu
Reply to  dragaoNordestino
4 Monate her

Punkt 1 bis 3 koennen Sie unter 1 subsumieren. Und warum gerade Jacksonianer ? Warum nicht Maoist, Stalinist, Nazifaschist oder sonstwas.

fufu
fufu
Reply to  dragaoNordestino
4 Monate her

Hab mal „die Chinesen“ befragt : Donald Trump has frequently been compared to Andrew Jackson, the seventh U.S. president, due to their shared populist rhetoric, confrontational leadership styles, and appeals to the „common man.“ However, while there are notable parallels, there are also significant differences in their governance, historical contexts, and long-term impacts. Below is a detailed analysis of the similarities and differences between Trump and Jackson: — ### **Key Similarities Between Trump and Jackson** 1. **Populist Appeal** – Both positioned themselves as outsiders fighting against a corrupt political establishment. Jackson rallied against the „eastern elite,“ while Trump targeted the… Read more »

dragaoNordestino
Reply to  fufu
4 Monate her

Ja ist auch ok …. scheint weitgehend übereinstimmend. Da die beiden ja nicht in der gleichen Zeit leben und wirken gibts halt auch einige Abweichungen / Verschiedenheiten. Wussten Sie, dass trump während seiner ersten Amtszeit ein Jackson Porträt im Oval Office ausgestellt hatte dazu von deepSeek / chinesen: Während seiner ersten Amtszeit als US-Präsident (2017–2021) hatte Donald Trump tatsächlich ein Porträt von Andrew Jackson im Oval Office aufgehängt. Die Wahl dieses Gemäldes war symbolisch, da Trump Jackson als eine Art politischen Vorgänger betrachtete und sich mit dessen Image als „volksnaher“ und disruptiver Präsident identifizierte. Hintergründe: Andrew Jackson (7. US-Präsident, 1829–1837)War als populistischer und polarisierender… Read more »

Last edited 4 Monate her by dragaoNordestino
dragaoNordestino
4 Monate her

aber ja die Zeiten scheinen sich wieder einmal zu ändern… übrigens direkt in die Richtung von @fufu’s Ansichten…. parabéns

Zumindest sieht es der Politphilosoph Alexander Dugin so, in einem Artikel bei RT

https://rtde.xyz/international/250248-dugin-deep-state-hat-kontrolle/

wir werden sehen

Last edited 4 Monate her by dragaoNordestino
fufu
fufu
Reply to  dragaoNordestino
4 Monate her

Dugin ist der Philosoph der Populisten einer bestimmten Richtung, vielleicht ist er naiv und hat geglaubt, dass Trump „echt“ ist, vielleicht tut er nur. Jedenfalls hat er scheint’s keine Ahnung vom Funktionieren der westlichen Demokratien… vielleicht ist er naiv, vielleicht tut er nur so.

dragaoNordestino
Reply to  dragaoNordestino
4 Monate her

obwohl, noch ist nicht alles verloren… zum Beispiel die Klimadoktrin.

Trump hat nicht nur endgültig den Pariser Klima-Vertrag gekündigt – das Symbol grüner Unterwerfung unter globale Technokraten –, sondern auch eine Abwicklung der »Green Scam«-Politik seines Vorgängers eingeleitet.
»Clean Coal«, Öl, Gas, Atomkraft – alles wieder erlaubt. Fördergenehmigungen sollen binnen 14 Tagen erteilt werden, Subventionen für »grüne« Luftnummern wie Wasserstoff oder CO₂-Speicherung werden gestrichen. Statt Ideologie: Realismus. Statt Wohlfühlpolitik: Wohlstandspolitik.

Ja so siehts aus

https://dieunbestechlichen.com/2025/07/trumps-energiepolitische-wende-trump-zerschlaegt-das-gruene-dogma-eu-klimaideologen-taumeln/

Last edited 4 Monate her by dragaoNordestino
fufu
fufu
Reply to  dragaoNordestino
4 Monate her

Was hier Hoffnung geben soll verstehe ich nicht. Besser ein Friedensnobelpreis fuer Greta Thunberg und Francesca Albanese.

dragaoNordestino
Reply to  fufu
4 Monate her

sind Sie Anhänger der Klima-Apokalypse.?

fufu
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Reply to  dragaoNordestino
4 Monate her

Es gibt ja nicht nur korrumpierte Gruene. Die Weiterentwicklung sehen sie doch bei Greta, hoffentlich auch bei einem Teil der MAGAs.

fufu
fufu
4 Monate her

Natuerlich waere es eine Kleinigkeit Trump auf seine natuerliche Groesse zu reduzieren… 500% Zoelle und Steuern auf US-amerikanische Waren und Dienstleistungen die Keiner braucht… Microsoft, Facebook, Whatsapp, Google,Apple usw usw… der Schaden fuer Europa waere gleich null, im Gegenteil. Europa, der groesste Markt der Welt waere den Parasiten los. Nur der Wille der politischen Klasse fehlt.

dragaoNordestino
Reply to  fufu
4 Monate her

500% Zoelle und Steuern auf US-amerikanische Waren und Dienstleistungen die Keiner braucht… Microsoft, Facebook, Whatsapp, Google,Apple usw usw… 

Ob da die heutigen Bürgerdarsteller mitmachen.? Kaum…Die Politdarsteller sowieso nicht..

Immerhin stürmen die Grünen seit den 80er, des letzten Jahrhunderts durch die Istitutionen und nehmen dabei auch Grossteile der SPD und CDU/CSU mit, um genau das zu verhindern was Sie vorschlagen… Ein unabhängiges Europa ist nicht erwünscht.

fufu
fufu
Reply to  dragaoNordestino
4 Monate her

Der Buergerdarsteller wird ja in vielem nicht gefragt, waere insofern kein Problem. Es kann sich nur um geplante Obsoleszenz handeln, sicher zunaechst Europas, vor allem wieder mal Deutschlands. Allerdings stirbt mit dem Host auch der Parasit.