Ivana war die Architektin von Donald Trumps Erfolg

Ivana Trump begrüßt 1985 den saudischen König Fahd. In der Mitte: der damalige US-Präsident Ronald Reragan, rechts Donald Trump / Quelle: Wikipedia, public domain; https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Ivana_Trump_shakes_hands_with_Fahd_of_Saudi_Arabia.jpg; https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/3/30/Ivana_Trump_shakes_hands_with_Fahd_of_Saudi_Arabia.jpg Ivana Trump begrüßt 1985 den saudischen König Fahd. In der Mitte: der damalige US-Präsident Ronald Reragan, rechts Donald Trump / Quelle: Wikipedia, public domain; https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Ivana_Trump_shakes_hands_with_Fahd_of_Saudi_Arabia.jpg; https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/3/30/Ivana_Trump_shakes_hands_with_Fahd_of_Saudi_Arabia.jpg

Donald Trump nimmt bewegt Abschied von seiner ersten Frau Ivana. Selbst Melania Trump trägt schwarz. Und New York verliert eine seiner letzten Society Ladys.

Mancher Tod kommt erstens überraschend und zweitens überraschend banal daher. Ivana Trump stürzte eine Wendeltreppe herunter und verstarb 73-jährig am 14. Juli 2022 in ihrer Wohnung in Manhattan. Banal war bis zu ihrem Ende so gut wie nichts im Leben der gebürtigen Tschechin, die von ihrem Vater und der österreichischen Mutter früh zu sportlichen Leistungen im Skifahren angeregt wurde und sich zu einer begeisterten Alpinfahrerin entwickelte. Erfolgsstreben und Leistungsbereitschaft waren für sie Antrieb durch das ganze Leben.

Zielsichere Strategin

Erfolg und Macht müssen für Ivana Trump Aphrodisiaka gewesen sein: Nach dem Studium der Sportwissenschaften in Prag und einer Beziehung mit einem Ski-Kollegen folgte ihre erste Hochzeit mit dem österreichischen Ski-Rennläufer Alfred Winklmayr. Vermittelt hatte die Ehe übrigens ihr damaliger Freund, der wiederum mit Winklmayr befreundet war, damit Ivana einen westlichen Pass erheiraten konnte. Die Strategin in ihr ist damals bereits zu erkennen, was ihr noch viel nützen wird.

Ihr Weg in den gelobten Westen führte sie zuerst 1972 ins kanadische Montreal, wo sie ihre bereits in Prag begonnene Modelkarriere erfolgreich fortsetzte. Durch ihre Auftraggeber arbeitete sie immer wieder in New York, wo es 1976 in einer Schickimicki-Bar zu einer folgenschweren Begegnung kam. Der junge und aufstrebende Immobilien-Unternehmer Donald Trump flirtete intensiv mit der attraktiven Tschechin. Es folgten eine fünfzehnjährige Ehe mit drei Kindern und am Ende ein skandalträchtiger Rosenkrieg mit einer Scheidung im Jahr 1990, die die New Yorker Society in Atem hielt.

Die Trumps waren in den 1980er eines der bekanntesten Paare des Big Apple und eine Marke im Show Business. Denn noch mehr als die Aktivitäten der beiden auf dem Immobiliensektor rückten ihre Auftritte in den Medien, in der so genannten feinen Gesellschaft und in der Politik ins Zentrum ihrer Aktivitäten.

Trump entwickelt sich zur Marke

Ivana Trump legte mit ihrer Energie und dem unbedingten Willen zum Erfolg den Grundstein für die spätere Marke Donald Trump. Mit Trump hatte sie einen Verwandten im Geiste gefunden, der ihr Machtstreben teilte. Hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine kluge Frau, verspricht ein geflügeltes Wort. Bei Ivana und Donald Trump ist das Sprichwort Realität geworden.

In den USA funktioniert Politik nicht ohne Show Business, und Donald Trump hat das während seines Wahlkampfs 2016 und in seiner Präsidentschaft meisterhaft in Szene gesetzt. Kritiker in Deutschland, die wahlweise mit Hohn, Spott oder Verachtung auf den 45. Präsidenten der USA reagierten, haben dieses eherne Prinzip in der US-Politik nicht verstanden. Trump hat es lediglich auf eine neue Spitze getrieben und rücksichtslos gegenüber seinen Gegnern ausgespielt.

Durch seine quotenstarke TV-Show „The Apprentice“ war er bald nicht mehr allein in New York eine bekannte Figur, sondern fast alle Amerikaner kannten seinen Namen. Eine perfekte Grundlage für den politischen Aufstieg, den er zu einer Neuauflage seines „Celebrity Apprentice“ machte. Im Hintergrund soll Ivan Trump ihn beraten haben, wie Trump generell viel Wert auf die Meinung seiner ersten Frau gelegt haben soll.

Matriarchin über die Scheidung hinaus

Ivana Trump verband nach der Scheidung ein freundschaftliches Verhältnis mit ihrem Ex-Mann, der stets viel Wert auf seine große Familie legt, deren Grundstein er mit ihr legte. Sie war selbst zu einer eigenständigen PR-Marke aufgestiegen und mehrte ihr Vermögen und die Bekanntheit mit Büchern, TV-Auftritten und verschiedensten Geschäften.

Zu Beginn seiner Präsidentschaft sagte Ivana Trump in einem TV-Interview, dass ja eigentlich sie die wahre First Lady der USA sei. Das stieß bei der tatsächlichen Titelträgerin, Melania Trump, auf verständliches Missfallen, was von ihrer Pressestelle klargestellt wurde: Es gibt nur eine amtierende First Lady, und die heißt Melania. Doch so ganz falsch war der kecke Kommentar Ivanas nicht, und Melanias rasche Richtigstellung zeigte, dass sie ins Schwarze traf.

Ivana war der Ausgangspunkt von vielem in Donald Trumps langem Aufstieg zur Macht: heiß begehrte erste Frau, Mutter seiner Lieblingstochter Ivanka und nicht zuletzt die Architektin seines Erfolgs.

Ivana Trump wurde im Beisein der Familie, angeführt von Donald Trump samt Melania, der großen Schar an Kindern und Enkeln auf dem Gelände von Trumps Golfclub in Bedminster nahe New York beigesetzt. Die Matriarchin des Trump-Clans ist tot. Was mag Donald Trump gedacht haben, als er ihr das letzte Geleit gab? Vielleicht sein geflügeltes Wort: Oh, so sad!

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