Es wird bei zaghaften Zinserhöhungen bleiben

EZB / Zinserhoehungen / Quelle: Pixabay, lizenzfreie Bilder, open library: ProfessionalPhoto;https://www.faz.net/aktuell/finanzen/fonds-mehr/spekulationsblasen-was-wir-aus-der-geschichte-lernen-koennen-13047447.html EZB / Zinserhoehungen / Quelle: Pixabay, lizenzfreie Bilder, open library: ProfessionalPhoto;https://www.faz.net/aktuell/finanzen/fonds-mehr/spekulationsblasen-was-wir-aus-der-geschichte-lernen-koennen-13047447.html

Aufgrund der extrem hohen Verschuldung von Staaten, privaten Haushalten und Unternehmen wird es trotz hoher Geldentwertung bei zaghaften Zinserhöhungen bleiben.

Als die US-Zentralbank Fed am Mittwoch, den 4. Mai 2022, die Leitzinsen um einen halben Prozentpunkt erhöhte auf eine Zinsspanne von 0,75 Prozent bis 1,0 Prozent, reagierten die Aktienmärkte mit einem Kursanstieg. Der Weltleitindex S&P 500 legte um 3 Prozent zu.

Einen Kursanstieg in dieser Größenordnung gab es am Tag einer Fed-Zinserhöhung in den vergangenen 40 Jahren zuvor nur ein einziges Mal, und zwar am 21. März 2000. Damals stieg der Index in den nächsten vier Börsentagen um weitere 3,9 Prozent. Damit erreichte er den Höchstkurs der damaligen Spekulationsblase, und es begann eine schwere Aktienbaisse.

Der Aktiencrash beginnt

Der Kurs des S&P 500 halbierte sich in den folgenden zweieinhalb Jahren, während es mit dem NASDAQ 100 um 83 Prozent nach unten ging und mit dem DAX um 73 Prozent.

Es besteht auch dieses Mal kein Grund, sich von der nur scheinbar optimistischen Reaktion der Börse auf die Zinserhöhung der Fed beeindrucken zu lassen. Im Gegenteil. Denn eine wahre Flut markttechnischer Warnzeichen deutet darauf hin, dass sich die Aktienmärkte in der Frühphase einer Baisse befinden.

Darüber hinaus zeigen Baissen ein typisches Muster. Und diesem Muster ist auch das Finanzmarktgeschehen der vergangenen Monate gefolgt. Auch das deutet auf die Frühphase einer schweren Aktienbaisse hin.

Alle Sektoren überbewertet

Die fundamentale Bewertung der US-Börse ist derzeit sogar noch höher als am Top der Technologieblase des Jahres 2000. Im Unterschied zu damals sind jetzt fast alle Sektoren von der Überbewertung betroffen. Vor diesem Hintergrund sollten wir uns auf ähnlich heftige Kursrückgänge wie damals vorbereiten.

Noch ist der S&P 500 erst 15 Prozent gefallen. Der Weg nach unten dürfte also noch lang und weit sein – es ist also noch nicht zu spät.

Nur minimale Zinserhöhungen

Vor 14 Tagen habe ich Sie an dieser Stelle schon auf die rundum positiven Rahmenbedingungen für Gold und Minenaktien hingewiesen. Jetzt hat auch mein bewährter Gold-Preisbänder-Indikator ein neues mittelfristig orientiertes Kaufsignal gegeben. Damit wird ein Anstieg des Goldpreises auf neue Hochs signalisiert.

Aufgrund der extrem hohen Verschuldung von Staaten, Privaten Haushalten und Unternehmen wird es trotz der hohen Geldentwertung bei zaghaften Zinserhöhungen der Zentralbanken bleiben. Das wurde in der Pressekonferenz von Fed-Präsident Powell erneut deutlich. Für den Edelmetallsektor ist das ebenso bullish wie es in den 1970er Jahren der Fall war. Damals hat sich der Goldpreis sage und schreibe vervierundzwanzigfacht mit noch größeren Kursgewinnen der Minenaktien.

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Über Claus Vogt

Claus Vogt ist Chefredakteur des Börsenbriefs „Krisensicher Investieren“. Zusammen mit Roland Leuschel schrieb er die Bücher „Das Greenspan-Dossier“, „Die Inflationsfalle“, „Bitcoin & Co. - Finte“ oder „Neugestaltung des Geldsystems?“. Kontakt: Webseite | Weitere Artikel

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