Die Gaming-Branche als wichtiger Wirtschaftsfaktor

Gaming-Branche / Quelle: Unsplash, lizenzfreie Bilder, open library: Kirill Sharkovski; https://images.unsplash.com/photo-1562229125-6d6075419a22?ixid=MnwxMjA3fDB8MHxwaG90by1wYWdlfHx8fGVufDB8fHx8&ixlib=rb-1.2.1&auto=format&fit=crop&w=774&q=80 Gaming-Branche / Quelle: Unsplash, lizenzfreie Bilder, open library: Kirill Sharkovski; https://images.unsplash.com/photo-1562229125-6d6075419a22?ixid=MnwxMjA3fDB8MHxwaG90by1wYWdlfHx8fGVufDB8fHx8&ixlib=rb-1.2.1&auto=format&fit=crop&w=774&q=80

Wachstumsmarkt Videospiele: Deutschland will seine Gaming-Branche im internationalen Vergleich wettbewerbsfähiger aufstellen.

Videospiele erleben in Deutschland aktuell einen maßgeblichen Aufschwung. Immer mehr Deutsche spielen selbst Games, professionelle Videospielturniere ziehen zunehmend Aufmerksamkeit auf sich und die Branche als Ganzes boomt. Mit massiven Umsatzzuwächsen, steigenden Spielerzahlen und stetig mehr Unternehmen in der Branche zeichnet sich eindeutig ab, dass Videospiele heutzutage viel mehr sind als ein Kulturgut und Unterhaltungsmedium: Sie sind ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, der Umsätze im Milliardenbereich generiert.

Trotz beachtlicher Umsatz- und Nutzerzahlen hinkt Deutschland im internationalen Vergleich als Games-Standort maßgeblich hinterher. Unter anderem durch die neue bundesweite Games-Förderung soll die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands gesteigert werden. Der neuen Regierung nach dem Abschied von Angela Merkel steht damit eine große Aufgabe bevor.

Die Gaming-Branche als wichtiger Wirtschaftsfaktor

Die Videospielbranche boomt und bricht am laufenden Band beachtliche Rekorde. Bereits im vergangenen Jahr schrieb der Wirtschaftszweig mit einem Wachstum von 32 Prozent im Vergleich zum Vorjahr Umsätze in Höhe von über 8,5 Milliarden Euro. 2021 kann das Plus stetig weitergeführt und sogar gesteigert werden. Im Vergleich zur ersten Jahreshälfte 2020 wuchs der Markt im ersten Halbjahr 2021 um 22 Prozent auf 4,6 Milliarden Euro. Die Zahlen wurden vom Branchenverband basierend auf Erhebungen von GfK und App Annie bekannt gegeben.

Die wirtschaftliche Bedeutung von Spielen zeigt sich auch im Bereich der E-Sports, den professionell organisierten Turnieren in Videospielen, an denen sich Profi-E-Sportler auf dem virtuellen Spielfeld messen. Ähnlich wie traditionelle Sportturniere ziehen sie inzwischen Millionen von Zuschauern an und gewinnen die Gunst großer Sponsoren. Bei den Wettbewerben geht es inzwischen um immer mehr Geld, wie die höchsten Preise der Geschichte des digitalen Sports zeigen: Bei der Weltmeisterschaft im Multiplayer-Online-Battle-Arena-Spiel DotA 2 ging es 2018 beispielsweise um einen Preispool in Höhe von 25,5 Millionen Dollar, wovon allein 11,2 Millionen Dollar das Gewinnerteam erhielt. In diesem Jahr wurde der Preispool auf einen neuen Rekordwert in Höhe von mehr als 40 Millionen Dollar gesteigert. Die wirtschaftliche Relevanz von Games ist damit unverkennbar.

EA Sports ist eine Marke des US-amerikanischen Videospielentwicklers und -publishers Electronic Arts.

Deutschland kann im internationalen Vergleich nicht mithalten

Diese Bedeutung wurde in Deutschland jedoch lange nicht entsprechend anerkannt. Während in Ländern wie Kanada, Großbritannien und Frankreich längst Förderungen für Videospiele erfolgreich umgesetzt werden, mangelt es in Deutschland an derartigen Systemen. Erst im letzten Jahr wurde die bundesweite Games-Förderung in Höhe von 50 Millionen Euro pro Jahr eingeführt, durch die die Entwicklung von Videospielen im Inland vorangetrieben werden soll. Damit sollen auch Games „Made in Germany“ hierzulande mehr an Bedeutung gewinnen.

Aktuell hinken die inländischen Produktionen nämlich im boomenden Markt maßgeblich hinterher. Nur unter fünf Prozent des Geldes, das in Deutschland in der Videospielbranche umgesetzt wird, fließt in die Kassen deutscher Unternehmen. Der Wert stagniert bereits seit Jahren unter der zu vernachlässigenden fünf-Prozent-Marke. Der Großteil der über 8,5 Milliarden Euro, die 2020 umgesetzt wurden, wandert dagegen zu ausländischen Unternehmen. Von 100 Euro, die in der Branche ausgegeben wurden, gingen damit 2020 gerade einmal 4,17 Euro an deutsche Firmen.

Games-Standort Deutschland stärken

Dies soll sich nun mithilfe der Fördermittel ändern. Neben den finanziellen Mitteln sollen außerdem weitere Rahmenbedingungen in Deutschland verbessert werden, um die Videospielbranche weiterhin zu stärken und den Standort im internationalen Vergleich wettbewerbsfähiger zu machen. So sollen neben der Finanzierung auch etwa die digitale Infrastruktur, Forschung, Regulierungen, und Gründung in der Branche unterstützt und begünstigt werden. Damit blickt die Branche zunehmend optimistisch in die Zukunft, während die Rahmenbedingungen langsam konkurrenzfähiger werden und den Unternehmen bessere Chancen bieten, im internationalen Wettbewerb mitzuhalten.

Die Bemühungen der Regierung tragen bereits erste Früchte, so ließ sich im vergangenen Jahr eine wahrliche Gründungswelle im Games-Bereich verzeichnen. So stieg die Anzahl von Unternehmen der Branche um 20 Prozent. Damit gibt es hierzulande nun 749 Unternehmen, die Videospiele entwickeln und/oder publishen. Die Zahl der Mitarbeitenden in diesen Unternehmen konnte dabei um acht Prozent auf knapp 11.000 Menschen gesteigert werden. Die wichtigsten Standorte in Deutschland sind dabei unter anderem Bayern, Berlin, das Rhein-Main-Gebiet und Nordrhein-Westfalen.

Die Videospielbranche wächst und gedeiht, doch die inländische Industrie hinkt hinterher. Die ersten Schritte sind eingeleitet, um Deutschland im internationalen Vergleich wettbewerbsfähiger zu machen. Damit geht es langsam voran, doch die volle Wirkung der Bemühungen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit wird sich wohl erst in den kommenden Jahren voll entfalten können. Noch besteht reichlich Aufholbedarf, um zur internationalen Konkurrenz aufzuschließen, doch es geht in die richtige Richtung.

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