Das Verhältnis der Deutschen zu Sportwetten

DFB-Pokal / Sportwetten / Fußball /Fußballstadion / Quelle: Pixabay, lizenezfrei Bilder, open library: https://pixabay.com/de/photos/publikum-trib%C3%BCne-menge-spiel-1866738/ DFB-Pokal / Sportwetten / Fußball /Fußballstadion / Quelle: Pixabay, lizenezfrei Bilder, open library: https://pixabay.com/de/photos/publikum-trib%C3%BCne-menge-spiel-1866738/

Sportwetten sind im Kommen: Oliver Kahn, Thomas Häßler oder Lukas Podolski werben für große Anbieter. Wie ist das Verhältnis der Deutschen zu Sportwetten?

Man stößt auf sie, egal ob im Internet oder auf der Straße. Sportwetten! In den letzten Jahren nahm die Anzahl der Anbieter stetig zu. Insbesondere unter jungen Männern findet die Freizeitbeschäftigung großen Anklang.

Neben den Ergebnissen aus großen Sportligen wie der Bundesliga, NBA oder NHL kann teilweise auch auf tiefere Ligen gewettet werden. Und wem das Tippen auf das bloße Ergebnis nicht interessant genug erscheint, der erhält bei einigen Anbietern sogar die Möglichkeit auf Eckbälle, persönliche Strafen der Spieler oder die Anzahl der Tore zu tippen.

Die Buchmacher lassen sich unterschiedlichste Möglichkeiten einfallen, um attraktiv zu bleiben. Aufgrund der Fülle der Angebote stellt sich daher unweigerlich die Frage, ob Sportwetten inzwischen zu einem Teil unserer Kultur geworden sind.

Bereits im antiken Griechenland und im alten Rom fanden Wetten bei Sportveranstaltungen statt. Diese Tradition hielt sich durch das Mittelalter und der Frühen Neuzeit bis heute. Ab dem 18. Jahrhundert etablierten sich vor allem in England Wettanbieter, die ein Geschäftsmodell darin sahen, Sportwetten im großen Stil zu organisieren.

Doch erst nach dem Zweiten Weltkrieg erreichte das professionalisierte Wettsystem die junge Bundesrepublik, war jedoch zunächst staatlich organisiert und bot in der Regel nur sogenannte “Toto-Wetten” an, bei der lediglich auf den Ausgang getippt werden konnte. Erst gegen Ende des letzten Jahrtausends wurden private Unternehmen zugelassen und etablierten sich. Inzwischen existiert eine Vielzahl von Anbietern in Deutschland und insbesondere Online-Wettanbieter erfreuen sich großer Beliebtheit. 

Nachfrage nach Sportwetten steigt 

Rund 290.000 der über 14-Jährigen in Deutschland geben laut eine Umfrage von Statista mindestens einmal im halben Jahr eine Online-Wette ab, wobei eine stetige Zunahme erkennbar ist. Die Nachfrage der lokalen Wettbüros, welche sich über sämtliche Bundesländer erstrecken, sind darin noch gar nicht eingerechnet.

Von 2014 bis 2019 verdoppelte sich der Umsatz des deutschen Sportwettenmarktes auf etwa 9,3 Milliarden Euro. Lediglich die Corona-Pandemie und der damit einhergehende Wegfall einiger Sportereignisse haben die Entwicklung ein wenig gebremst. Vermutlich hätte das Jahr 2020 mit einer Fußball-EM, Olympischen Spielen, einer regulären UEFA-Champions-League und UEFA-Europa-League mit Hin- und Rückspielen sowie andere kleine Veranstaltungen, welche ausfallen mussten, neue Maßstäbe gesetzt. Ein neuer Rekordumsatz ist daher nun für das Jahr 2021 zu erwarten. 

Etablierung der Sportwetten 

Ob Sportwetten in den letzten Jahren zu einem Teil der deutschen Kultur geworden sind, dass kann dennoch bezweifelt werden. Wie die Zahlen veranschaulichen, betreibt lediglich eine Minderheit der Bevölkerung Sportwetten. Allerdings könnte der Anteil der Spielenden in den kommenden Jahren und Jahrzehnten zunehmen, sofern die aktuell noch junge Generation der Teilnehmerinnen und Teilnehmer älter wird und die nächsten Generationen ebenso diese Leidenschaft packt. Dazu kommt, dass die Investition in prominente Werbegesichter wie Oliver Kahn, Thomas Häßler oder Lukas Podolski die Erreichung einer größeren Zielgruppe zur Folge hat. Es ist daher damit zu rechnen, dass sich Sportwetten weiter in der Gesellschaft verbreiten werden.

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