Eine die Gesellschaft zerstörende Wirtschaft

Profit / Quelle: Pixabay, lizenzfreie Bilder, open library: andreame; https://pixabay.com/de/photos/liebe-demonstration-profit-protest-2768688/ Profit / Quelle: Pixabay, lizenzfreie Bilder, open library: andreame; https://pixabay.com/de/photos/liebe-demonstration-profit-protest-2768688/
 

Studenten wird bereits im ersten Semester eingebläut, Sinn und Zweck allen Wirtschaftens sei der Profit. Die Auswirkungen für die Gesellschaft sind verheerend.

Eine Grundannahme der heutigen Ökonomie ist das rücksichts- und grenzenlose Streben der Wirtschaftsunternehmen nach ständiger Steigerung des Gewinns, also des Profits für die Eigentümer. Dieses Wirtschaftsverständnis wird den Ökonomie-Studenten bereits im ersten Semester wie ein Axiom, ein festes Postulat eingebläut und lebt in ihnen unhinterfragt als vollkommen selbstverständlich weiter. Dabei sind die Auswirkungen für die Gesellschaft verheerend.

In seinem Buch „Das Mephisto-Prinzip in unserer Wirtschaft“ schreibt der Volkswirtschaftler Prof. Christian Kreiß :

Im meistverbreiteten … deutschen BWL-Lehrbuch, dem ´Wöhe´, steht: ´Für die traditionelle Betriebswirtschaftslehre ist das Prinzip der langfristigen Gewinnmaximierung das oberste Formalziel, an dem betriebswirtschaftliche Entscheidungen ausgerichtet werden. (…) Das Gewinnstreben ist die Triebfeder unternehmerischen Handelns´.“[1]

Dabei gelte die Devise, dass die Gewinnhöhe unbegrenzt sei. Das Prinzip der Gewinnmaximierung ziehe sich nicht als wissenschaftliches Ergebnis, sondern gleichsam als zentrales ethisches Postulat wie selbstverständlich durch praktisch sämtliche Lehrbücher der Betriebs- und Volkswirtschaftslehre. „Die Zunft der Ökonomen hat sich voll und ganz dem Glaubenssatz von Milton Friedman angeschlossen: ´Die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen ist es, die Gewinne zu erhöhen.“
Der nackte Egoismus des Einzelnen wird zur „gesellschaftlichen Verantwortung“ hochgelogen.

 Martin Luther brachte bereits 1524 den Glaubenssatz der Gewinnmaximierung und ihre Auswirkungen gut auf den Punkt: ´Erstlich haben die Kaufleute unter sich eine gemeine Regel, das ist ihr Hauptspruch und Grund aller Finanzen, dass sie sagen: Ich mag meine Waar so theur geben, als ich kann. Das halten sie für ein Recht. Das ist dem Geiz Raum gemacht, und der Hölle Thur und Fenster alle aufgethan. Was ist das anders gesagt, denn so viel: Ich frage nichts nach meinem Nähisten (Nächsten), hätte ich nur meinen Gewinn und Geiz voll; was gehet michs an, dass es zehen Schaden meinem Nähisten thät auf einmal?´“ (S. 22)

Selbstverständlich kann es nicht darum gehen, dass die Unternehmen keine Gewinne machen sollen. Sie brauchen natürlich Gewinne, um investieren und das Unternehmen ausbauen zu können, sowie als Rücklagen für schlechte Zeiten. Gewinne sind das Ergebnis guten Wirtschaftens. Es ist aber ein großer Unterschied, ob sie das Ergebnis verantwortungsvollen Handelns zur Bedürfnisbefriedigung der Menschen sind oder das Motiv zu immer größerer Bereicherung, ohne Rücksicht auf die Nachteile und Schäden für andere.

„Hermann Josef Abs (1901-1994), der frühere Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank, wies auf diesen Unterschied hin: ´Gewinne zu machen, ist so wichtig wie die Luft zum Atmen. Es wäre traurig, wenn wir nur auf der Welt wären, um Luft zu atmen, genauso wie es schlimm wäre, würden wir nur Unternehmen führen, um Gewinne zu machen.´“ (S. 74)

Der Siegeszug der Gewinnmaximierung

Das Dogma, dass Sinn, Zweck und oberstes Ziel von Unternehmen die ständige Maximierung des Gewinnes sei, ist noch nicht besonders alt. „Bis weit in die 1980er Jahre hinein wurde ganz anders unterrichtet: dass die zentrale Aufgabe von Managern sei, sich mit Blick auf das öffentliche Wohl um die Kunden zu kümmern und gerade ´nicht selbstzerstörerische Gewinnmaximierung´ zu betreiben. Führende Ökonomen vertraten noch bis in die 1970er Jahre die Meinung, dass Management auf einem moralischen Fundament ruhen und dessen Entscheidungen im Hinblick auf das öffentliche Wohl getroffen werden müssen. Es hieß ausdrücklich, dass Gewinn nicht das Ziel von Unternehmen, sondern das Ergebnis der Erfüllung von Kundenbedürfnissen sei.“

 Erst ab den 1980er Jahren habe sich in der intellektuellen Auseinandersetzung besonders durch Milton Friedman und Alfred Rappaport die Theorie der Gewinnmaximierung durchgesetzt. Der geistige Siegeszug sei bereits ab den 1950er Jahren langfristig und systematisch durch die 1947 von Friedrich August von Hayek und anderen in der Schweiz gegründete neoliberale Mont Pèlerin Gesellschaft vorbereitet worden, die jahrzehntelang im Hintergrund bis in höchsten Gesellschaftskreise hinein arbeitete (s. dazu die ZDF-Sendung „Die Anstalt“).
Der Sieg des Postulats der Gewinnmaximierung war schließlich so fundamental, dass die gegenteilige Ansicht heute praktisch vollkommen diskreditiert und in den Lehrbüchern gezielt eliminiert ist.

Die systematisch betriebene Verdrehung der Begriffe ist inzwischen so weit gediehen, dass sie für die meisten Menschen selbstverständlich ist. In der einflussreichen Wirtschaftszeitschrift Forbes kann man als Antwort auf die Frage nach dem Zweck einer Firma lesen: „Der gesunde Menschenverstand sagt uns, dass der Zweck von Unternehmen ist, Geld zu machen.“ Also die völlige Pervertierung des Unternehmensziels wird hier sogar als ´gesunder Menschenverstand´ ausgegeben. Der Lügengeist Mephisto hat in den Gedanken der Menschen bereits ganze Arbeit geleistet.
Heute handeln praktisch alle Großkonzerne nach diesem menschenverachtenden Prinzip. Spitzenmanager, die sich nicht danach richten, werden schnell gefeuert. Andere Namen dafür sind ´Shareholder Value´, ´Economic Value Added´, ´wertorientierte Unternehmensführung´ oder einfach Renditeorientierung.“

Der Zweck heiligt die Mittel

Wenn ein Unternehmen seine Profite steigern will, müssen alle Aufwandsposten so stark wie möglich gedrückt werden: Material billig einkaufen, aus den Arbeitnehmern so viel rausholen und sie so gering bezahlen wie möglich, die Kosten des Umweltschutzes minimieren oder vermeiden, sowie auch die Steuern weitgehend umgehen. Und auf der Einnahmenseite gilt, für die Produkte und Dienstleistungen maximal hohe Preise rauszuholen.
Konsequent gedacht führt die Aufforderung, die Gewinne zu maximieren dazu, dass Unternehmen versuchen sollen, so stark wie möglich zu Lasten aller übrigen Menschen zu leben und zu handeln, also den rücksichtslosesten Egoismus in höchstem Maße zu verfolgen.

Für die Kunden bedeutet das Postulat der Gewinnmaximierung, dass es dem Unternehmen nicht um ihre Bedürfnissen geht, sondern darum, aus ihnen so viel Geld wie möglich herauszuholen, „nach dem Motto: Wir wollen nur dein Bestes, dein Geld. Die Folgen liegen auf der Hand: Man versucht mit aller Energie, Intelligenz, Tricks und Kniffen, die Ware so teuer wie möglich zu verkaufen oder bei gleichbleibenden Preisen die Qualität zu verschlechtern – oder beides gleichzeitig.“

Besonders deutlich wird dies an der Privatisierung der kommunalen Wasserwerke. Dann ist das Ziel nicht mehr, die Menschen mit günstigem und sauberem Trinkwasser zu versorgen, sondern maximale Gewinne und Rendite zu erzielen. „Das erreicht man, indem die Investitionen in die Leitungen verringert und die Preise erhöht werden. Und genau das ist in fast allen Fällen von Privatisierung der Wasserversorgung auch eingetreten. ´Fast überall, wo eine solche Privatisierung schon versucht wurde, haben Verbraucher und Kommunen ihr Waterloo erlebt´, d.h. steigende Preise bei sinkender Wasserqualität, schreibt die Süddeutsche Zeitung im Juli 2018.“ (S. 80)

Christian Kreiß war selbst sieben Jahre lang Investmentbanker und schildert seine Erfahrungen: „Wenn wir einen Unternehmenskauf finanziert hatten, gab es danach drei Unternehmensziele: Profit, Profit und Profit. Für einen Controller sind Konzernprodukte Gewinnträger. Diejenigen Produkte oder Dienstleistungen mit den höchsten Deckungs- bzw. Gewinnbeiträgen müssen über das Marketing gepusht werden. Es geht, wie das Prinzip schon sagt, nicht um Kundennutzen oder Bedürfnisbefriedigung, das sind nur Randbedingungen. Der eigentliche Unternehmenszweck ist maximale Gewinnerzielung. Das Mittel sind die Produkte. Der Zweck heiligt die Mittel.“
Man solle sich mit aller Deutlichkeit klarmachen, dass es Unternehmen, die der Gewinnmaximierung folgen, nicht um das Wohl der Kunden, sondern um das Wohl der Kaitalgeber gehe. Die Ökonomie-Lehrbücher versuchten das zwar in dieser Konsequenz zu verschleiern, doch seien das nur Ablenkungsmanöver. Der Verbraucher sei Profitbeschaffer, sonst nichts.

Das egoistische Prinzip der Profitmaximierung ist ein unerschöpfliches Füllhorn, um Sand in das Getriebe der Ökonomie zu streuen, die Verbraucher in großem Umfang zu schädigen und so ein Gegeneinander statt Für- und Miteinander zu bewirken. Kundenbetrug und Verbraucherübervorteilung bewirken permanentes Misstrauen, zerstören das fundamentale Prinzip von Treu und Glauben und jegliche Moral und Anständigkeit zwischen den Menschen im Wirtschaftsleben. – Profitmaximierung ist ein wahrhaft diabolisches Mittel.

Ausbeutung der Mitarbeiter

Ein sehr großer Kostenfaktor für profitorientierte Unternehmen sind die Löhne und Gehälter der Mitarbeiter, gönnerhaft als Arbeitnehmer bezeichnet, ohne die indessen kein Profit zustande kommen könnte. Hier lassen sich durch „Kosten“-Reduktionen die Profite besonders gut maximieren. Dazu kann man bei ihnen von zwei Seiten her ansetzen: Die Löhne drücken und von den Mitarbeitern mehr Leistungen verlangen. Beides wird von den Konzernen vielfach auch umfangreich praktiziert. Besondere Ausprägungen dieser Praktiken sind Zeitarbeit, Werkverträge und Scheinselbständigkeit, durch die in den letzten Jahrzehnten in Deutschland ein Niedriglohnsektor mit besonders prekären Arbeitsverhältnissen entstanden ist, wie es etwa in den 1960er Jahren noch undenkbar gewesen wäre. Das ist eine Steigerung der skrupellosen Ausbeutung der Menschen.

„Symptomatisch für diese Entwicklungen ist der Begriff ´Human Resources´, der sich mittlerweile in der BWL (Betriebswirtschaftslehre) eingebürgert hat, und der von vielen Personalabteilungen verwendet wird. Unter Human Resources kann man menschliche Rohstoffe, Menschenmaterial, Menschennachschub, menschliche Reserve oder Humankapital – das Unwort des Jahres 2004 – verstehen. … Die Begriffe stammen aus dem Bergbau, wo man Ressourcen ausbeutet, oder aus dem Militärbereich, wo man aufgerieben Bataillone durch frisches Menschenmaterial ersetzen muss.“

Die eigentliche Ursache der Abhängigkeit und Ausbeutbarkeit der Beschäftigten, die auch die Verschärfung im Zuge der Gewinnmaximierung erst möglich macht, liegt allerdings noch tiefer. Sie liegt im privatrechtlichen Eigentum am Unternehmen und seinem Gewinn, das die Mitarbeiter von vorneherein in ein existenzielles Abhängigkeitsverhältnis bringt. Die unbeschränkte Verfügungsbefugnis über das Eigentum muss dringend in ein soziales Verantwortungseigentum umgewandelt werden (vgl. dazu „Die ungezügelte Macht des Kapitals“).
Der Zynismus des „Arbeiters als Produktionsfaktor“, als Ware, kommt auch darin zum Ausdruck, dass es neben dem Warenmarkt einen „Arbeitsmarkt“ gibt, auf dem die Arbeitskraft der Mitarbeiter nach Angebot und Nachfrage wie auf einem modernen Sklavenmarkt gehandelt wird (siehe dazu „Zeit für echten Unternehmer-Ethos“).

Diese Zustände sind kein Zufall, sondern werden gezielt herbeigeführt. Sie sind ganz im Sinne Mephistos, dem es darauf ankommt, Arbeitsverhältnisse zu schaffen, in denen steigende Arbeitslast, Misstrauen, hierarchische statt kooperative Strukturen und die Entwürdigung von Menschenmassen zu Produktionsfaktoren, die man wie Maschinen oder Material ausnützen kann, das Leben buchstäblich zur Hölle machen.

Herrschaft der Rücksichtslosen

„Das System der Menschenausbeutung funktioniert nur mit Führungskräften, die diese Denkweise verinnerlichen und umsetzen. Die langjährige Investmentbankerin und Coach von Führungspersonen, Ulrike von Aufschnaiter, hat in ihren umfangreichen eigenen Erfahrungen festgestellt, dass viele hohe Führungskräfte ´gravierende Persönlichkeitsstörungen´ aufweisen. Sie beschreibt die Spitzenkräfte in Wirtschaft (und Politik) folgendermaßen: ´Bei vielen von diesen Charakteren beobachtet man auch narzisstische oder autistische, teilweise sogar psychopatische Züge. Diesen Menschen fehlt es oft an Empathie und jeglichem Gefühl von Verhältnismäßigkeit. Sie haben einen Drang, sich selbst zu verwirklichen und zu gewinnen. Egal wie.´ Sie beruft sich dabei nicht nur auf ihre eigenen umfangreichen persönlichen Erfahrungen, sondern auch auf etliche internationale Studien.“ (S. 85-86)

Chr. Kreiß schließt daran an, das rücksichtslose Konkurrenzsystem innerhalb der Großunternehmen erzwinge ja auch geradezu den Aufstieg von möglichst herrschsüchtigen, skrupellosen, gefühllosen und narzisstischen Menschen mit Hang zu Überheblichkeit und Selbstüberschätzung. Das Hau- und Stechsystem um Karriere und Aufstieg in vielen Konzernen sorge für eine solche Selektion der Asozialen und Rücksichtslosen. Belohnt werde, wer so rücksichtslos wie möglich die Maximierung der Gewinne durchsetze. Das gehe nicht mit Empathie und menschlichem, sozialem Denken. Und die Belohnung sei hoch: Millionen-Saläre, Ansehen und Macht über Tausende von Menschen. Mephisto hält seine Versprechen.

Von den Großinvestoren an den internationalen Kapitalmärkten werde zudem auf die börsennotierten Unternehmen ständig ein gewaltiger Renditedruck ausgeübt. Von ihnen werde erwartet, dass Quartal für Quartal die Gewinne steigen. Der dadurch entstehende Wettbewerbsdruck führe dazu, dass die Unternehmen, die bei diesem Konkurrenzkampf nicht mithalten, in ihren Aktienkursen zurückbleiben und ständig unter der Drohung stehen, von Konkurrenten oder Großinvestoren aufgekauft, vereinnahmt oder zerschlagen zu werden. So könne permanenter Druck auf die Führungskräfte der Unternehmen ausgeübt werden, die ihn nach unten weitergeben.

Auszehrung des Gemeinwesens

Die Konsequenzen der egoistischen Profitmaximierung, die immer auf Kosten anderer verläuft, sind vielfältig. Selbstverständlich führt sie in dem Bestreben, zugunsten der Gewinnmaximierung alle Kosten zu minimieren, auch dazu, so wenig wie möglich Steuern zu zahlen. Das bedeutet, der Allgemeinheit von den Millionen-, ja Milliardengewinnen so wenig wie möglich abzugeben und sie stattdessen ungeschmälert einer kleinen Minderheit von Superreichen zuzuschieben. Denn der Großteil des Unternehmenseigentums ist in den Händen von sehr wenigen, sehr reichen Familien. In Deutschland z.B. kontrollieren 7.700 Haushalte, das sind 0,02 % aller Haushalte, über die Hälfte des deutschen Betriebsvermögens. (S. 89. Anm. 104)

Zu diesem Zweck beschäftigen die Großunternehmen ein ganzes Heer von hochbezahlten Steuerberatern, Wirtschaftsprüfern und Firmenanwälten – die Kosten dafür lohnen sich allemal -, die sich raffinierte, extrem intelligente Steuersparmodelle ausdenken. Einige international bekannte Unternehmen haben es inzwischen erreicht, dass sie durch Steuerflucht und Steueroasen fast überhaupt keine Steuern mehr zu zahlen brauchen.
Das Vermögen vermehrt sich dadurch bei den Vermögenden immer weiter, und so soll es auch bleiben – das lehren die Ökonomen tagtäglich Millionen von jungen Menschen.“
Es ist klar, dass so langfristig die öffentlichen Finanzen geschwächt, das Gemeinwesen ausgehöhlt und der langsame Zerfall der Gesellschaft durch immer stärkere Umverteilung gefördert wird.

Kranke als Gewinnquelle

Besonders zynisch und menschenverachtend wirkt sich die skrupellose Gewinnmaximierung in der Pharmaindustrie aus. So habe, wie Chr. Kreiß schildert, der britische Pharmakonzern GlaxoSmithKline aus internen Studien gewusst, dass sein Antidepressivum Paroxetin bei der Behandlung von Kindern keinen Nutzen hat, im Gegenteil die Neigung zu Selbstmord auslöste oder verstärkte. In einem internen Dokument hieß es: „Es wäre wirtschaftlich inakzeptabel, einen Vermerk über die Unwirksamkeit aufzunehmen, denn das würde das Profil von Paroxetin unterminieren.“ Mit „Profil“ hat man sicher „Profit“ gemeint. Allein in Großbritannien wurde ein Jahr nach diesem internen Memo Paroxetin 32.000 mal an Kinder verschrieben. Auch in insgesamt neun weiteren Studien in den Folgejahren konnte keine Wirksamkeit des Medikaments festgestellt werden. Doch die Gewinninteressen des Konzerns waren wichtiger als die Gesundheit der Patienten (S. 81-82).

Das gilt für alle gewinnmaximierenden Pharmakonzerne. Sie versuchen systematisch diejenigen Medikamente durch massive Marketingmaßnahmen in den Markt zu drücken, die für die Konzerngewinne die besten sind, ohne Rücksicht darauf, ob sie auch für die Patienten die besten sind.
Der unabhängige britische Arzt Ben Goldacre fasst die Ergebnisse seiner jahrelangen Untersuchungen folgendermaßen zusammen: ´Ein Viertel der Pharmaausgaben fließt ins Marketing, zweimal so viel wie in Forschung und Entwicklung, und das Geld dafür liefern wir über unsere Medikamente. Wir bezahlen für Arzneimittel den enormen Aufschlag von 25 %, damit viele Milliarden Euro jährlich für die Herstellung von Materialien ausgegeben werden können, die Ärzte gezielt verwirren und die evidenzbasierte Medizin untergraben.´ (…)
´Gewinn geht vor Gesundheit´ ist das Grundprinzip gewinnmaximierender Pharmakonzerne. Dafür gibt es zahllose Beispiele´.“
(S. 91-92)

Für einen profitorientierten Pharmakonzern gibt es keine größere Schreckensvorstellung als lauter gesunde Menschen. Daher wird immer wieder versucht, neue Krankheiten zu erfinden (erhöhte Cholesterinwerte als Volkskrankheit, ADHS etc.), denn desto mehr Medikamente dagegen kann man verkaufen. Am besten für die Gewinne sind chronische Krankheiten, für die dauerhaft Medikamente verkauft werden können. Daher hat man kein Interesse an Medikamenten, die eine chronische Krankheit etwa heilen, das wäre katastrophal für den Gewinn. Daher werden Preise für extrem effiziente Medikamente in astronomische Höhen getrieben, „Beispielsweise kostet eine Spritze gegen Netzhautablösung 850.000 Dollar.“
Ein dänischer intimer Kenner der Pharmaindustrie-Praktiken sagte: „Der einzige Standard der Branche ist das Geld, und der Wert eines Menschen hängt davon ab, wie viel Geld er einbringt.“
Das bedeutet die völlige Zerstörung aller Moral. Und das genau ist das tiefere Ziel von Mephisto.

Ein besonders lukrativer Teil der Pharmaindustrie ist der Impfstoff. „In Deutschland haben sich die Impfungen im ersten Lebensjahr von 1970 bis heute versechsunddreißigfacht. 1970 gab es für Säuglinge und Kleinkinder in der Regel eine Impfung, heute werden sie innerhalb des ersten Lebensjahres 36 mal geimpft. (…) Wieviel und wann in Deutschland geimpft wird, entscheidet die Ständige Impfkommission am RKI in Berlin, die Stiko. Die ´Stiko´ ist mehrheitlich mit Vertretern besetzt, die finanzielle und geistige Verflechtungen mit den Impfstoffherstellern haben.“ (S. 96)

Es ist deutlich, dass in den derzeitigen skandalösen Corona-Vorgängen wieder Interessen der Impfstoffhersteller eine große Rolle spielen, mit denen offensichtlich auch die Politik verflochten ist, wenn man sich allein vor Augen führt, was Bundeskanzlerin Merkel am 9.4.2020 offen äußerte: „Auch wenn die Zahlen mal einen Tag besser werden, sie (die Pandemie) wird nicht verschwinden, bis wir wirklich einen Impfstoff haben, mit dem wir die Bevölkerung immunisieren können.“ – Die Pandemie ist also nicht vorbei, wenn sie tatsächlich vorbei ist, sondern die Regierung bestimmt, wann sie vorbei ist: wenn die ganze Bevölkerung geimpft ist (und die Pharmaindustrie ihre entsprechenden Gewinne gemacht hat).

Die Lügen der Werbung

Für die alles Denken und Handeln beherrschende Sucht der ständigen Steigerung des Profits ist letztlich jedes Mittel recht, auch Lüge, Täuschung und Betrug. Die Tabakindustrie z.B. beschönigte über Jahrzehnte systematisch das Rauchen und bestach scheinbar unabhängige Wissenschaftler an Hochschulen, um „wissenschaftliche“ Studien vorzulegen, die den Menschen suggerierten, dass Rauchen bzw. Passivrauchen nur wenig schädlich sei. „Dadurch konnten Schutz-Gesetze wie Tabakwerbeverbote, Rauchverbote in Gaststätten, Tabaksteuern usw. jahrzehntelang erfolgreich verhindert werden. Das systematische Lügen hat der Zigarettenindustrie auf diese Weise bis 2006 Zusatzgewinne von über 700 Milliarden US-Dollar verschafft. Die Tabakindustrie wurde daher von einer US-Richterin 2006 offiziell als ´kriminelle Vereinigung´ bezeichnet.“ (S. 102 f.)

Die Konzerne versuchen seit Jahren zunehmend, die Autorität der Wissenschaftler in den Hochschulen für ihre Interessen zu nutzen, indem sie deren Forschungen finanziell unterstützen, um Einfluss auf für sie günstige Ergebnisse zu nehmen. Dies ist umso wirksamer, je knapper der Haushalt der Hochschulen vom Staat bemessen ist. „Prominente Beispiele sind außer der Tabakindustrie die Automobilkonzerne, Facebook, Glyphosat, Stromkonzerne, Arbeitgeberverbände, Gen-Food, Lebensmittelkonzerne, Pharmakonzerne, die Finanzindustrie usw. Sie alle fördern industriefreundliche Lehrstühle. Durch subtile Anreizsysteme und Auswahl industriefreundlicher Professoren wird versucht, auf unehrliche Weise mit Milliardenbeträgen die Universitäten vor den Karren der Gewinnmaximierung zu spannen. Einseitige Studienergebnisse werden als unabhängige Wissenschaft präsentiert, um höhere Gewinne machen zu können.“ (S. 104)
Das hat natürlich nichts mit Wissenschaft, sondern mit geistiger Prostitution zu tun.

Schließlich ist die Werbung das beste Beispiel dafür, wie das Prinzip der Profitmaximierung Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit bis ins Mark korrumpiert. 1984 schrieb der damals führende Werbeprofi David Ogilvy: „All diejenigen von uns, die regelmäßig die Meinungsumfragen lesen, sind sich bewusst, dass die breite Öffentlichkeit uns Werbeleute für Gauner hält.“ In kaum einer anderen Branche herrscht so viel systematische Irreführung, Manipulation, suggestive Verführung zum Kauf, Einseitigkeit und Lüge. Der sehr erfolgreiche und seinerzeit führende Werbeprofi Samm Baker brachte die Methoden bereits 1969 auf den Punkt: „Um die Umsätze hochzufahren, ist so ziemlich alles erlaubt – Falschdarstellung, Täuschung, Lügen -, außer es ist strafbar. Normalerweise geht man so vor, die Kampagne, die die besten Verkäufe bringt, zu fahren, ohne nachweisbaren Betrug zu verüben. Diese Einstellung führt unweigerlich zur erlaubten Lüge.“ (S. 106 f.)

Wir leben durch die uns permanent umgebende und auf uns eindringende Werbung von Kindesbeinen an ständig in einer Atmosphäre der Unaufrichtigkeit, Unehrlichkeit und Unwahrhaftigkeit. Das selbstverständliche Gefühl für Ehrlichkeit und Anstand wird so systematisch untergraben.

Fazit

 Aus der Sicht Mephistos ist das Prinzip der Gewinnmaximierung kaum zu überbieten. Wenn er sich fragt: Wie kann ich erreichen, dass
– systematisch schlechte, unnötige oder kurzlebige Produkte zu überhöhten Preisen angeboten werden;
– die arbeitenden Menschen im Unternehmen in Abhängigkeit gebracht und wie   Produktionsfaktoren ausgebeutet werden;
– maximale Leistungen bei minimalen Löhnen gefordert, Ängste vor Kündigung erzeugt werden;
– die herrschsüchtigsten und rücksichtslosesten Menschen in die Führungsetage gelangen;
– Unternehmen gegeneinander in einen zerstörerischen Konkurrenzkampf gehetzt werden;
– Unternehmen die Natur möglichst rücksichtslos ausbeuten und zerstören;
– Unternehmen systematisch Produkte in die Welt setzen, die schlecht für die Gesundheit sind;
– Unternehmen ihre PR so unaufrichtig wie möglich ist und es auf die Wahrheit nicht ankommt?

dann ist die Antwort: Alles dies erreiche ich, wenn ich dafür sorge, dass in den Gesinnungen der Menschen das Prinzip der Gewinnmaximierung fest verankert wird, das aus dem sozial zerstörerischen Element des Egoismus aufsteigt.

Rudolf Steiner bezeichnete es geradezu eine Gesetzmäßigkeit, dass der Egoismus negative Folgen im gesellschaftlichen Zusammenleben haben muss:

„Not, Elend und Leid sind nichts anderes als eine Folge des Egoismus. Dies ist wie ein Naturgesetz aufzufassen. Aber dieser Satz ist nicht so aufzufassen, dass es etwa bei einem einzelnen Menschen eintreten müsse. Es kann an ganz anderen Orten zur Erscheinung kommen. Auch hier kommt es darauf an, nicht kurz zu denken, sondern weit im Umkreis um einen solchen Satz herumzugehen.“[2]

 

 

Anmerkungen

[1] Christian Kreiß: „Das Mephisto-Prinzip in unserer Wirtschaft“, Hamburg 2019, S. 22

[2] Rudolf Steiner Gesamtausgabe Nr. 266/I, S. 128

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Über Herbert Ludwig

Herbert Ludwig war viele Jahre Lehrer an einer Freien Waldorfschule. Er befasst sich schwerpunktmäßig mit den inneren und äußeren Bedingungen der Entwicklung des Menschen zur Freiheit und mit den Hintergründen der „europäischen Integrationsbewegung“, woraus seine Schrift „EU oder Europa?“ und Artikel auf seiner Webseite hervorgegangen sind Kontakt: Webseite | Weitere Artikel

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Wolfgang Wirth
Wolfgang Wirth
16 Tage her

Herr Ludwig, ich schätze Ihre Beiträge im Allgemeinen sehr, aber hier bin ich doch etwas irritiert. War denn Gewinnmaximierung nicht seit jeher das erste Ziel des marktbezogenen Wirtschaftens – also auch schon bei den Kaufleuten der Hanse, dem Handwerksmeister der früher Neuzeit oder erst recht den Unternehmen der Zeit vor 1980?! Ich denke, sie war es. Was Sie eigentlich kritisieren – und wobei ich Ihnen zustimmen kann – das scheint mir weniger das grundsätzliche Profitinteresse des wirtschaftlich Tätigen zu sein als vielmehr die Schleifung wichtiger Maximen der sozialen Marktwirtschaft bzw. der Aufstieg des sog. Neoliberalismus. Man sollte aber das Kind… Read more »

H. Ludwig
Reply to  Wolfgang Wirth
16 Tage her

Sie haben den folgenden Passus des Artikels überlesen: “Selbstverständlich kann es nicht darum gehen, dass die Unternehmen keine Gewinne machen sollen. Sie brauchen natürlich Gewinne, um investieren und das Unternehmen ausbauen zu können, sowie als Rücklagen für schlechte Zeiten. Gewinne sind das Ergebnis guten Wirtschaftens. Es ist aber ein großer Unterschied, ob sie das Ergebnis verantwortungsvollen Handelns zur Bedürfnisbefriedigung der Menschen sind oder das Motiv zu immer größerer Bereicherung, ohne Rücksicht auf die Nachteile und Schäden für andere. „Hermann Josef Abs (1901-1994), der frühere Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank, wies auf diesen Unterschied hin: ´Gewinne zu machen, ist so wichtig wie… Read more »

fufu
fufu
Reply to  Wolfgang Wirth
16 Tage her

Sie muessen Ihre Ausfuehrungen nur konsequent zu Ende denken. Eine Marktwirtschaft kann gar nicht sozial und demokratisch sein, maximal eine historische Sondererscheinung der Nachkriegszeit Westeuropas wenn ueberhaupt. Dass diese Illusion einer Alternative zu Kapitalismus und Sozialismus hier permanent hervorgekramt wir wundert nicht, ein honeypot fuer die Abgehaengten. Genauso wenig wundern die Ausfuehrungen Herrn Ludwigs, es sind die Illusionen die in noch gut alimentierten Splittergruppen gedeihen, hier den Steiner-Juengern, die aber nichts mit der Wirklichkeit zu tun haben.

Wolfgang Wirth
Wolfgang Wirth
Reply to  fufu
15 Tage her

Sie haben gewiss teilweise recht, denn die Marktwirtschaft trägt ja wegen der ihr innewohnenden Tendenz zur Monopolbildung und Besitzakkumulation stets den Keim ihres Untergangs in sich. Und je weiter dieser schier unvermeidliche Prozess voranschreitet, desto weniger hat man noch jene Verhältnise, die man als bürgerliche Demokratie bezeichnet. Dies schon allein deswegen, weil der bürgerlichen Demokratie die Bürger (i.S. von wirtschaftlich selbständigen Subjekten) abhanden kommen. Andererseits erzielt auch eine ungerechte und weniger demokratische Gesellschaft und Wirtschaft trotzdem weitaus mehr ökonomische Wertschöpfung, technische Innovation und individuelle Freiheitsgrade als eine andersartige, also sozialistische Ordnung. Und ja: die soziale Marktwirtschaft der Zeit zwischen 1950… Read more »

fufu
fufu
Reply to  Wolfgang Wirth
15 Tage her

“Sie haben sich sich aber etwas herumgemogelt..”

Wenn Sie meinen, dass ich kollektivistische Neigungen habe haben Sie mich missverstanden.

Wolfgang Wirth
Wolfgang Wirth
Reply to  fufu
15 Tage her

Mag sein.
Mich irritierte, dass Sie sich zwar gegenüber der Marktwirtschaft auf Distanz gngen, andererseits aber das dann an deren Stelle Tretende aussparten …

Friedrich - Wilhelm
Friedrich - Wilhelm
Reply to  Wolfgang Wirth
15 Tage her

…..ich denke, es ist der raubtierkapitalismus, den der autor meint!
natürlich muß gewinn gemacht werden! selbst meine frau, die in ihrem
urlaub in entwicklungsländern operiert hat, ist in ihrer klinik auf gewinne angewiesen! wir können ohne gewinn auch nicht unsere mitarbeiter gut bezahlen!

Friedolin
Friedolin
16 Tage her

Aus einem Vortrag erinnere ich sinngemäß diesen ersten Satz: In dieser Welt braucht es die Lüge um zu bestehen. Um Gott zu realisieren musst du die Wahrheit lieben. Du hast die Wahl. Es braucht im Leben einen gesunden Egoismus. Der nächste den ich lieben sollte, ist man selber. Nur wer sich selber liebt, sein eigenes Leben wertschätzt, kann anderen etwas geben. Profit zu machen ist völlig o.k., solange dass nicht auf Kosten von anderen geht. Und mit Kosten meine ich, dass man dem anderen nicht Schaden an Leib und Leben zufügt. Gewinn und Reichtum sind per se nicht schlecht. Aber… Read more »

Argonautiker
Argonautiker
16 Tage her

    Sehr guter Artikel, allerdings geht es dem Ego nicht wirklich um Geld, Geld ist lediglich das Mittel um den irdischen Besitz so lange zu vergrößern, bis Mephisto alles irdische gehört, weil er weiß, die Aufgabe des Lebens besteht darin, das aus Gott, dem Licht, gefallene, und sich zu Materie verdichtete, in Leben zu verwandeln, bis es sich Gott durch Gedanke und Gebet zuwenden kann, wodurch die, durch das Leben verwandelte Materie, wieder zu Gott gelangt und sich der Kreis schließt. Der Bund Abrahams wird vollzogen, Gott mehrt das Leben, und der Mensch mehrt Gott.   Besäße Mephisto erst… Read more »

Wolfgang Wirth
Wolfgang Wirth
Reply to  Argonautiker
15 Tage her

Ist “Lucifer” für Sie eine personenhafte Größe oder lediglich die Benennung einer unpersönlichen, abstrakten Kraft oder einer Art naturgesetzlicher Tendenz?

Friedolin
Friedolin
Reply to  Wolfgang Wirth
15 Tage her

Verwirrung ist die Abwesenheit von Klarheit, Dunkelheit ist die Abwesenheit von Licht, im Himmel zu sein, ist den Tag in Freude (trotz aller Problem die jeden Menschen immer begleiten) zu leben, und wenn man nicht im Himmel ist, ist man in der Hölle.

Argonautiker
Argonautiker
Reply to  Wolfgang Wirth
15 Tage her

@Wolfgang Wirth Ich denke, daß die Luzifer Geschichte eine Weise war die Welt in ihren Anfängen verstehen zu wollen. Ich versuche lediglich zu verstehen was man mit der Luzifer Geschichte zu verstehen suchte. Solange Luzifer in Gott, im Licht weilte, war er eine Lichtgestalt, daher wurde er auch oft als der Lichtbringer bezeichnet, als er über Gott hinaus trat wurde er zum Irrlicht, kann aber wieder zu Licht werden, so er sich Gott dem Ganzen unterstellt. Es dürfte sich also eher um eine Gleichnis Geschichte handeln, denn um eine Person. Eine abstrakte Kraft trifft es da schon eher, indem ich… Read more »

Wolfgang Wirth
Wolfgang Wirth
Reply to  Argonautiker
14 Tage her

Vielen Dank für diese interessante Darstellung.
Neuartige Gedanken.

Wenn Sie schreiben …
“Das Nehmen und Geben der Herrscher, versus dem Geben und Nehmen der Menschen.”
… dann bin ich allerdings geneigt fatalistisch zu antworten: So ist nun mal der Lauf der irdischen Welt.

Wenn Sie zum Fazit kommen …
“Bald hat es sich ausgeherrscht, und der Mensch gewinnt wieder Oberhand in der Welt, auch wenn es für die Herrscher gerade ganz wunderbar läuft.”
… dann kann ich ehrlich gesagt gedanklich nicht mehr folgen.

Argonautiker
Argonautiker
Reply to  Wolfgang Wirth
14 Tage her

@ Wolfgang Wirth Vielleicht vermuten Sie etwas zu hochtrabendes hinter dem Fazit. Mit einfachen Worten, ich denke, daß die Herrscher gerade so trunken von sich selbst sind, daß sie, um ihren Willen zur Herrschaft durchzusetzen, auch nicht davor zurück schrecken werden, die Welt in Schutt und Asche zu legen, nur um an der Spitze des Herrschaftssystem zu stehen.   Denn man ist sich unter den Herrschern zwar einig, daß es ein System der Weltherrschaft geben soll, aber wer welchen Platz in dieser pyramidalen Hierarchie einnehmen wird, darüber herrscht alles andere als Einigkeit. Und weil dieser Vorgang des Machtkampfes in Form… Read more »

Wolfgang Wirth
Wolfgang Wirth
Reply to  Argonautiker
13 Tage her

Zu Ihren theologischen Überlegungen kann und mag ich nicht viel schreiben. Man glaubt oder man glaubt nicht man glaubt anders. Ich denke, wir entfernen uns mit derartigen Überlegungen auch etwas zu sehr von dem eher nüchternen Wirtschaftsthema des Artikels. Ihrer negative Sicht der herrschenden Eliten mag ich nicht widersprechen. Ihrer Annahme, dass in absehbarer Zeit massive Machtkämpfe innerhalb eines gegenwärtig nach außen hin noch relativ homogen erscheinenden Machtkartells zu erwarten sind, stimme ich zu. Dass das in einen Dritten Weltkrieg ausartet, glaube ich hingegen nicht. Bei diesen Machtkämpfen dürfte es sich in erster Linie um interne Konflikte innerhalb der westlichen… Read more »

fufu
fufu
16 Tage her

Gibt es ueberhaupt eine Alternative? Ueber der Klimasekte die Steinersekte.

H. Ludwig
Reply to  fufu
15 Tage her

Wenn man keine inhaltlichen Argumente und an sachlicher Diskussion kein Interesse hat und boshaft genug ist, diffamiert man halt.

dragaoNordestino
15 Tage her

….. Ja dieser Artikel trifft die heute anzutreffende Raubtierkapitalistische Realität voll…. Interessanterweise wird dieses Thema auch von Nebenströmungen des Mainstreams aufgenommen. So zeigte Arte TV am 15. 09.2020 eine Dokumentation über die Pharmamafia ….. wirklich erhellend BIG PHARMA – Die Allmacht der Konzerne https://www.youtube.com/watch?v=WwHr4mYkhF4&feature=emb_logo In dem verlinkten Doku, wird auch noch dargestellt, dass Pharmaunternehmen kaum noch inovativ arbeiten und dass neue Erkenntnisse / Forschungen fast ausschliesslich aus öffentliche Einrichtungen stammen. Die Pharma kauft sich da über einen korrumpierten Beamtenapparat einfach ein….. und sichert sich Patente, die dann extrem teuer vermarktet werden. (Video 1.03 Std) Also wie man sieht, sind die… Read more »

Last edited 15 Tage her by dragaoNordestino
Christian Schmiedlechnr
Christian Schmiedlechnr
15 Tage her

Sehr geehrter Herr Ludwig, Ich erlaube mir Ihrem Artikel, fuer den Sie zweifellos viel Zeit aufgewendet haben, vollkommen zu widersprechen.  Ich selbst unterrichte Economics, und habe schon ein Problem mit Ihrer grundsaetzlichen Behauptung, dass das Ziel allen Wirtschaftens der Profit ist. Das Ziel ist nicht der Profit sondern die effektive Verwendung knapper Resourcen mit alternativer Verwendung. Auch das Bild das dem Artikel vorrausgeht ist irrefuehrend. Die Optionen sind nicht to make love or profit, sondern profit or loss.  Grundsaetzlich, eine Firma die keine Gewinne macht, ist entweder ineffizient und der Wettbewerb ist es nicht, oder die Firma produziert ein Produkt, das vom… Read more »

Gustav
Gustav
Reply to  Christian Schmiedlechnr
12 Tage her

“Das Ziel ist nicht der Profit sondern die effektive Verwendung knapper Resourencen….”
Was Sie hier beschreiben ist der Weg (!) zum Profit, nicht das Ziel. Mahlzeit, Herr Lehrer!

Konrad Kugler
Konrad Kugler
15 Tage her

Wer Besitz ererbt oder sich erworben hat, ist verpflichtet, diesen zu pflegen und zu erhalten, denn da hängt mehr daran.Wer Besitz hat, muß zuerst selbst dafür gerade stehen und nicht seine Arbeiter dafür heran ziehen. Ein Augsburger Immobilien??? hat genau diesen Gedanken verfolgt, als er Geschäftsinhabern in seinen Objekten Mieten verringert oder ganz erlassen hat. Er verhungert während dieser Zeit nicht, hat aber sichere Einnahmen in der Zukunft. So Söder will??? Es ist doch keine Katastrophe, wenn ein Eigentümer einmal einen Teil seines Vermögens selber verzehrt. Dagegen so ein armer Hund,wie S. , der nichts macht, wo nicht Geld heraus… Read more »

Andreas
Andreas
15 Tage her

Dem Artikel kann ich voll zustimmen. Anfang der 90er Jahre hat es mein berufliches Umfeld, wie beschrieben, erreicht. “Holen was vom Markt zu holen ist”, war das tägliche Trommelfeuer. Wie gut ich doch Mr. President verstehe, “Amerika first”. Er ist ein Kind dieser Zeit. Und wie falsch diejenigen, die daher kommen und meinen sich moralisch über ihn stellen zu können. Sie sind nicht besser. Das Ergebnis solch o.g. Manager sind oft psychisch gekrümmte Persönlichkeiten, die in den Strukturen dazwischen sitzen und andere drangsalieren und hochpeitschen, oft bis an den Rand der Koruption und des Betrugs, manchmal auch drüber hinaus. Meine… Read more »

Wolfgang Rösner
Wolfgang Rösner
15 Tage her

Herr Ludwig, Sie haben völlig Recht. Und die Idee der Gewinnmaximierung ist zusätzlich auch noch eine ungeeignete Idee für die Maximierung des Gewinnes. Die geeeignete Idee ist die Maximierung des Nutzens für die Zielgruppe. Personen kaufen ja nicht, um einem Unternehmer zu helfen, seinen Gewinn zu steigern. Der Gewinn interessiert die Zielgruppe nicht – sie interessiert sich ausschließlich für den Nutzen des Produkts oder der Dienstleistung. Dafür bezahlt sie dann u.U. auch so viel, dass ein guter Gewinn abfällt. Falls sie das nicht tut, dann ist es die Aufgabe des Unternehmers, seinen Nutzen zu steigern. Dann zahlt die Zielgruppe gern.… Read more »

Gustav
Gustav
12 Tage her

Am Beginn dieser letzten wirtschaftlichen Hochfieberphase der »Emanzipationsmoderne« stand die Heilsbotschaft, daß von nun an der Brunnen zum Kruge kommen und, festgemauert, auch nimmermehr zerbrechen werde. Der ökonomische Hausverstand nahm das zwar mit Skepsis, ließ sich aber mit schwindendem Widerstreben einschenken. Er wird in Kürze, unter allerdings eher ungemütlichen Umständen, die Genugtuung erfahren, daß seine Skepsis hoch berechtigt war.Es war die Fiktion eines ewigen Plus Ultra, der eigentlich seltsame, weil völlig erfahrungsfremde Gedanke, daß es Expansion ohne Kompression, ein Auf ohne ein Ab geben könnte. Die wirkliche Welt verläuft oszillativ, und diese Erfahrung ist tief geerdet, weil sie von den… Read more »

Gustav
Gustav
12 Tage her

Seit Beginn des 19. Jahrhunderts begegnet das deutsche Denken der englischen Nationalökonomie mit großer Neugier, aber steigender Skepsis und wachsender Sorge, hält sie für »ordinär«, geistvergessen (Adam Müller) und für eine banale »Naturlehre der menschlichen Selbstsucht« (Bruno Hildebrandt, 1848).Dies waren über fast 150 Jahre die Konstanten der Kritik:1. Die deutsche Nationalökonomie dachte von ihren Ressourcen her, von dem, was da war, an Landschaft, an Gewerben, an Institutionen und politischen Formen, an Gewohnheiten und Mentalitäten.2.Und sie dachte auf ihre Ressourcen hin, denn wirtschaftlicher Zuwachs füllte in diesem Denken nicht Speicher oder Konten, sondern vergrößerte das »produktive Vermögen« (Hegel): »… überhaupt gar… Read more »

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