Illegales Glücksspiel in Deutschland: Verantwortung der Banken?

Spielcasino / Quelle: Pexels, lizenezfreie Bilder, open library: Javon Swaby, Spielen am Laptop / Quelle: Pexels, lizenezfreie Bilder, open libnrary: https://www.pexels.com/photo/person-touching-open-macbook-on-table-839465/
 

Deutschland will die Regeln fürs Onlineglücksspiel lockern. Gleichzeitig wird die Fragen nach der Verantwortung der Banken bei illegalem Glücksspiel gestellt.

Das Jahr 2020 wird in die Geschichtsbücher der deutschen Glücksspielindustrie als das Jahr eingehen, in dem die strengen Online-Glücksspielgesetze gelockert werden und den Weg für mehr Online-Casinos freimachen sollen, die legal in allen Bundesländern Deutschlands betrieben werden können. Die vollständigen landesweiten Änderungen werden in frühestens einem Jahr erwartet, was bedeutet, dass das Online-Glücksspiel in Deutschland weiterhin überwiegend illegal bleibt. Aus diesem Grund fordern einige mächtige Stimmen, bestimmte Gruppen einschließlich deutsche Banken sollten die Fortsetzung des illegalen Glücksspiels verhindern.

Es wäre nicht das erste Mal, dass Banken gebeten werden, illegales Glücksspiel zu unterbinden. Erst kürzlich hat Norwegen seine Banken aufgefordert, Transaktionen das Glücksspiel betreffend zu verhindern.

Wie lauten die Einzelheiten?

Ein deutscher Minister soll  einen Brief an fünf verschiedene Bankengruppen verfasst haben, in dem er sie angeblich aufforderte, Zahlungen zu blockieren oder zu melden, um letztlich dafür zu sorgen, dass jedem das illegale Online-Glücksspiel untersagt wird, der sein Bankkonto dazu nutzt, um Online Casinospiele zu spielen. Sollte eine Bank keine Zahlungen verhindern oder unterbinden, so dass Geld auf die Konten gelangt, könne besagte Bank strafrechtlich verfolgt werden.

Es wird allerdings davon ausgegangen, dass diese Verfahren bei der begrenzten Anzahl der derzeitigen legalen Online-Casinos in Deutschland nicht angewendet werden. Zu ihnen zählen William Hill und das beliebte deutsche EuroGrand Casino.

Die Gründe, warum Banken mit ihrer Verpflichtung, eine deutsche Glücksspielbranche zu überwachen, möglicherweise nicht zufrieden sind, sind weitreichender als die neuen Prozesse und Maßnahmen, die für diesen Zweck eingeführt werden müssen. Banken können für Kreditkarteneinzahlungen bei Casinos Gebühren verlangen, auf die sie nicht verzichten möchten.

Deutschlands komplizierte Online-Glücksspielindustrie

Schleswig-Holstein war bisher das einzige deutsche Bundesland, dem es erlaubt war, den Bewohnern legale Online-Glücksspieldienste anzubieten. Alle anderen Bundesländer in Deutschland haben das Online-Glücksspiel verboten, doch diese Gesetze werden sich bald ändern. Deutschland hat sich seine kleine legale Online-Glücksspielbranche erschlossen und plant eine landesweite Ausbreitung, in der Hoffnung, viele Arbeitsplätze zu schaffen und die Wirtschaft voranzutreiben. Doch bis diese Änderungen vollständig umgesetzt sind, könnte es bis 2021 dauern.

Das alles hat die Deutschen bislang allerdings nicht davon abgehalten, in Online-Casinos zu spielen, die nicht legal sind. Die Kunden haben internationale Seiten ausfindig gemacht, auf denen sie spielen können und wickeln ihre Zahlungen eher über ihre elektronischen Geldbörsen als ihre Bankkonten ab, um nicht erwischt zu werden. Aber wenn die Spieler dachten, sie könnten sich auf Unternehmen wie PayPal verlassen, um Einzahlungen auf illegalen Seiten zu tätigen, während die neuen Gesetze abgesegnet werden, liegen sie falsch. PayPal hat in Deutschland ein Gerichtsverfahren verloren und musste einem Spieler sein Geld zurückerstatten, der mithilfe von PayPals elektronischer Geldbörse auf illegalen Seiten gespielt hatte. Seit diesem Rechtsstreit hat PayPal es eingestellt, die Deutschen beim Online-Glücksspiel zu unterstützen.

Der neue deutsche Glücksspielstaatsvertrag

Der Vertrag, der deutschen Spielern ein legales Spiel erlaubt, hat lange auf sich warten lassen und ist sicherlich zu begrüßen. Es bedeutet aber nicht, dass die Behörden den Spielern erlauben werden, alles zu tun, wonach ihnen der Sinn steht. Im Kleingedruckten finden sich zahlreiche Vorbehalte, die weiterhin bestehen werden. Einige der erwähnenswertesten Einschränkungen sind:

  • Spieler können nur bei einem Unternehmen ein Casinokonto besitzen
  • Willkommensboni werden eingehend überprüft
  • Die Höchsteinsätze für Spielautomaten werden auf 1 Euro festgesetzt
  • Die monatliche Höchsteinzahlung wird auf 1.000 Euro beschränkt, dieser Punkt betrifft jedoch nur High Roller
Print Friendly, PDF & Email
0
0
vote
Article Rating

Unser Newsletter – Ihr Beitrag zur politischen Kultur!

Abonnieren
Benachrichtige mich zu:
guest
1 Kommentar
Inline Feedbacks
View all comments
1
0
Wie denken Sie darüber? Beteiligen Sie sich an der Diskussion!x
()
x