Warum Poker immer noch so beliebt ist

Poker / Quelle: Pixabay, linzenzfreie Bilder, open library: https://pixabay.com/de/photos/poker-pokerchips-karten-spiel-3956037/ Poker / Quelle: Pixabay, linzenzfreie Bilder, open library: https://pixabay.com/de/photos/poker-pokerchips-karten-spiel-3956037/
 

Poker ist eines der ältesten Kartenspiele und nach wie vor weltweit beliebt. Doch wo liegt eigentlich der besondere Reiz, den Poker auf Menschen ausübt?

Der Gang ins Casino oder der Blick in das Internet zeigt, dass Poker auch nach vielen Jahrzehnten noch viele Freunde besitzt. Das Spiel ist in den verschiedensten Varianten verfügbar und lockt Spieler aus aller Welt an. Doch wo liegt eigentlich der besondere Reiz, den Poker auf so viele Menschen ausübt? Ist es die Einfachheit des Spiels, die vielen strategischen Möglichkeiten, die während einer Runde auftreten, oder vor allem die Atmosphäre, die neben schicken Outfits auch durch viele Filme und Serien gefördert wird? Wir gehen auf Spurensuche zur Popularität des Spiels.

Strategisches Denken als Kernelement beim Poker

Poker ist ein Spiel, das vor allem aufgrund seiner Regeln und strategischen Elemente höchst beliebt ist. Um Poker zu spielen, ist grundsätzlich erst einmal nur ein Kartenspiel nötig, das ohnehin in den meisten Wohnzimmerschränken liegt und im Verlauf der Jahre gewöhnlich ein wenig einstaubt. Für den Spieler steht vor allem ein Ziel im Vordergrund: am Ende zum Showdown die besten Karten vorzeigen zu können. Der Showdown bezeichnet den Zeitpunkt, wenn alle Karten auf dem Tisch und das Kartenpaar in den Händen der Spieler vorgezeigt werden. In der bekanntesten Pokervariante Texas Hold’em zum Beispiel werden nach der ersten Runde von Einsätzen drei Karten aufgedeckt, ehe Spieler erneut mitgehen oder ihren Einsatz erhöhen können. Zwei weitere Runden mit je einer aufgedeckten Karte in der Mitte des Tisches folgen, ehe der erwähnte Showdown ansteht. Sollte ein Spieler seiner Einschätzung nach keine gute Karten auf der Hand haben, kann er jederzeit aus der laufenden Runde aussteigen, ehe er in der folgenden wieder involviert ist. Von der höchsten Karte, über ein einzelnes Paar können bis hin zum Royal Flush (fünf Karten in einer Reihe in gleicher Farbe vom Ass abwärts) insgesamt zehn Kombinationen erreicht werden.

Eine der wichtigsten Eigenschaften, die ein Spieler beim Poker mitbringen muss, ist damit strategisches Denken. Das beginnt mit der richtigen Einschätzung der eigenen Hand, sobald die Karten vom Dealer verteilt wurden. Jede Runde wird das Kartenpaar anhand der aufgedeckten Karten in der Mitte neu analysiert und überlegt, ob sich weitere Einsätze lohnen. Dazu kommen zwei Faktoren, die ebenfalls bedacht werden müssen, auf die ein Spieler allerdings keinen Einfluss besitzt: Glück und Gegenspieler. Ersteres ist einfach erklärt: Selbst mit einem Paar Damen muss die Runde nicht erfolgreich beendet werden, solange ein Gegner eine Hand mit 2 und 3 hält und der Dealer drei weitere 3-en aufdeckt. Jeder einzelne Gegenspieler stellt derweil die gleichen Überlegungen an. Dementsprechend müssen deren Züge ebenfalls in die eigene Strategie einbezogen werden. Kein Wunder also, dass so im Poker immer wieder strategische Meisterleistungen das Resultat sind.

Die lange Historie eines besonderen Spiels

Schon seit über 500 Jahren sind die ersten Vorläufer des Spiels bekannt, das wir heute als Poker bezeichnen. Tatsächlich gilt Deutschland als Ursprungsland des modernen Pokerspiels, das erstmals 1441 literarisch erwähnt wurde, aber vermutlich schon lange vorher existierte. Das Spiel Poch bedeutet soviel wie Prahlen und ist dem Poker namentlich sehr ähnlich. Vorerst wurde Poch nach Frankreich getragen, wo schließlich Poque entstand. Doch warum in aller Welt ist dann heute bekannt, dass es sich beim Poker um ein US-amerikanisches Spiel handelt? Es gilt als gesichert, dass die Franzosen das Spiel über den Atlantischen Ozean mit in neue Regionen nahmen und es sich anschließend vor allem aus New Orleans heraus ausbreitete.

Erst nach und nach wurden die Regeln so zusammengestellt, wie wir sie heute kennen. So wurde zu Beginn noch mit anderen Kartenzahlen gespielt, ehe das längst standardmäßige 52-er Blatt eingeführt wurde. Auch die möglichen Kartenkombinationen hatten zu Beginn für Straight (fünf Karten in beliebiger Reihe) und Flush (fünfmal die gleiche Farbe) keine Gewinne vorgesehen. Erst um 1850 fanden sie ihren Weg ins Regelbuch. Im 19. Jahrhundert waren noch vor allem Berufsspieler im Poker aktiv, ehe sich auch andere Spieler an den Strategieklassiker wagten.

Den letzten großen Schwung erfuhr Poker durch den Beginn der World Series of Poker in den 1970-er Jahren und breitete sich schließlich Anfang des neuen Jahrtausends auf das Internet aus, wo Poker mittlerweile von unzähligen Anbietern im Portfolio geführt wird. Entsprechend gilt Poker mittlerweile als höchst salonfähig und wird neben dem Casino auch gerne beim entspannten Abend in den eigenen vier Wänden gespielt.

Warum ist Poker so populär in aller Welt?

Gluecksspiel im Internet ist eine Wachstumsbranche

Gluecksspiel im Internet ist eine Wachstumsbranche

 

Die einfachen Regeln und der hohe Strategiefaktor sind nur zwei Charakteristiken, die Poker zu einem solch beliebten Spiel machen. Dazu kommt, dass jedes Spiel anders ist, was nicht nur an den Karten, sondern vor allem auch am Gegner liegt. Insbesondere Spiel gegen neue, bisher unbekannte Widersacher sind deshalb selbst für Profis eine große Herausforderung, weil sie noch nicht wissen, wie sie das Spiel der betroffenen Person lesen können. Die Körpersprache ist im Poker mit den sogenannten Tells ein entscheidender Faktor beim erfolgreichen Spielen. Dabei achten Profis vor allem auf sieben unterschiedliche Regionen des Körpers. Neben den Augen und dem Mund gilt das Augenmerk insbesondere dem Herzschlag, der Stimme, den Händen, dem Halten der Karten sowie dem Körper als Gesamtbild. Verändert sich das Bild etwa deutlich, nachdem der Dealer die Karten verteilt hat, ist klar, dass der Spieler entweder positive oder negative Emotionen im Hinblick auf seine Hand verspürt. Diese kleinen, aber feinen Nuancen zu erkennen, ist eine große Herausforderung, deren Meistern oftmals viele Jahre in Anspruch nehmen kann. Somit ist es wichtig, seinen Körper beherrschen zu lernen, ähnlich wie beim Sport.

Zuletzt besteht der spannende Umstand, dass sich im Verlauf der Jahre so viele Varianten des Spiels entwickelt haben, dass viele Spieler sie nicht einmal alle kennen. Ausgerechnet die heute bekannteste Variante Texas Hold’em ist eigentlich die jüngste, die sich auf dem Markt wirklich festsetzen konnte. Erst in den 1990-er Jahren wurde sie von den meisten Casinos angeboten und letztlich gegenüber anderen Varianten bevorzugt. Bekannte Varianten sind vor allem Stud und Draw Poker, die bereits Mitte des 19. Jahrhunderts gespielt wurden. Die Besonderheit im Stud Poker ist, dass es sowohl offene als auch verdeckte Karten auf der Hand eines Spielers gibt. Draw Poker setzt dank vollständig verdeckter Karten auf den psychologischen Aspekt und eignet sich damit nicht wirklich für Neulinge. Dadurch zeigt sich jedoch ebenfalls, warum Poker eben so populär ist. Die Vielseitigkeit des Spiels ist ungeschlagen.

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