Oldtimer online zulassen?

Cadillac / Oldtimer / Quelle: Pixabay, lizenezfreie Bilder, open library: https://pixabay.com/de/photos/auto-car-cadillac-oldtimer-788747/ Cadillac / Oldtimer / Quelle: Pixabay, lizenezfreie Bilder, open library: https://pixabay.com/de/photos/auto-car-cadillac-oldtimer-788747/
 

Autobesitzer sind dank der Onlinezulassung i-Kfz inzwischen unabhängig von den Öffnungszeiten der Zulassungsstellen. Aber funktioniert i-Kfz auch mit Oldtimern?

Wer einen Oldtimer fährt, kann in Erwägung ziehen, ein H-Kennzeichen oder ein 07-Kennzeichen zu nutzen. Die Vorteile liegen klar auf der Hand: Ein pauschaler Steuersatz macht die Oldtimer-Passion bezahlbar. Doch nicht jeder Wagen darf mit einem H-Kennzeichen fahren. Ebenso wenig kann jedes Fahrzeug im Rahmen von i-Kfz online zugelassen werden. Alle Infos zu Oldtimer-Kennzeichen und i-Kfz fasst dieser Artikel zusammen.

Die wichtigsten Infos in Kürze:

  • Seit 1. Januar 2015 lassen sich Fahrzeuge online außer Betrieb setzen
  • Seit 1. Oktober 2017 ist es möglich, eine Umschreibung im Internet durchzuführen
  • Neu: Seit 1. Oktober 2019 kann man fabrikneue Fahrzeuge im Internet anmelden und Halterwechsel mit Kennzeichenmitnahme durchführen
  • H-Kennzeichen: Noch nicht online beantragbar

H-Kennzeichen und 07-Kennzeichen speziell für Oldtimer

Wer einen Oldtimer besitzt, hat verschiedene Möglichkeiten, um den Wagen bzw. das Kraftrad zuzulassen. Neben einem herkömmlichen Autokennzeichen, das sich über wunschkennzeichen-reservierung.de bestellen lässt, können Oldtimer-Fahrer auch ein 07-Kennzeichen oder ein H-Kennzeichen wählen. Während ein H-Kennzeichen für sämtliche Fahrten genutzt werden darf, ist ein 07-Nummernschild auf die Fahrten zu Ausstellungen und auf Prüffahrten limitiert.

Soll das historische Fahrzeug also für Spazier- und Ausflugsfahrten oder sogar im Alltag genutzt werden, ergibt es Sinn, sich für ein H-Kennzeichen zu entscheiden. Interessant ist, dass die Oldtimer-Zulassung mit H-Nummernschild auch auf wenige Monate begrenzt werden kann und somit einen saisonalen Charakter erhält.

Doch wieso ist eine spezifische Zulassung für historische Fahrzeuge überhaupt sinnvoll? Mit dem H-Kennzeichen gehen zahlreiche Vorteile einher. So ist der Steuersatz pauschal auf 46 Euro im Jahr für Krafträder und knapp 192 Euro jährlich für Autos festgelegt – unabhängig von Motorgröße, Abgasnorm und Hubraum. Auch genießen Oldtimer mit H-Schild bestimmte Bevorrechtigungen. Für sie gelten in der Regel keine Fahrteinschränkungen beispielsweise in Umweltzonen.

Das sind die Voraussetzungen für ein H-Kennzeichen

Die Vorteile von H-Kennzeichen liegen also auf der Hand. Doch nicht jedes Fahrzeug bekommt die begehrte Oldtimer-Zulassung. Damit ein Kraftfahrzeug ein H-Kennzeichen erteilt bekommt, muss es einige Voraussetzungen erfüllen. Zunächst ist es wichtig, dass das Baujahr – hier ist der Tag der Erstzulassung von Relevanz – mindestens 30 Jahre zurückliegt. Auch müssen rund 90 % der Bauteile original sein. Nur wenn das der Fall ist, kann der Fahrzeughalter ein Oldtimer-Gutachten erstellen lassen.

Ein solches Gutachten muss von einer anerkannten Stelle oder einem zertifizierten Gutachter erstellt werden. Damit sind Kosten von rund 100 bis 200 Euro verbunden, die sich aber im Hinblick auf den vergünstigten Steuersatz schnell amortisieren. Liegt das Oldtimer-Gutachten vor, kann der Fahrzeughalter die H-Zulassung vor Ort in der Zulassungsbehörde beantragen. Und daran ändert sich vermutlich auch mit dem deutschlandweiten Rollout von i-Kfz erst einmal nichts.

Bislang sind die Informationen vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) rund um die internetbasierte Fahrzeugzulassung wenig umfassend gehalten. Fahrzeughalter bekommen auf der Website vom BMVI Informationen zur Außerbetriebsetzung, Wiederzulassung bei Halterwechsel und Umschreibung sowie der Erstzulassung von fabrikneuen Fahrzeugen. Details zu speziellen Fällen, wie beispielsweise der Zulassung von Oldtimern oder Fahrzeugen mit kurzen Kennzeichen, sind bis dato noch nicht verfügbar.

Fazit: Bei Oldtimern stößt i-Kfz (noch) an seine Grenzen

Standardvorgänge rund um die Zulassung lassen sich über die internetbasierte Fahrzeugzulassung ohne Weiteres abwickeln. Damit gehen zahlreiche Vorteile einher: Fahrzeughalter sind dank i-Kfz unabhängig von den Öffnungszeiten der Zulassungsstellen. Auch entfallen zusätzliche Wege, was die Zulassungsprozesse allesamt deutlich flexibler und auch günstiger gestaltet.

Spezifischere Formen der Zulassung, beispielsweise der Antrag auf ein H-Kennzeichen, bedürfen nach wie vor einem Besuch in der Behörde. Nur vor Ort können die Sachbearbeiter eingehend prüfen, ob das Fahrzeug und das Oldtimer-Gutachten alle erforderlichen Kriterien erfüllt.

Vermuten lässt sich aber, dass im Rahmen von i-Kfz – nachdem sich die Standardvorgänge eingespielt haben – auch sukzessive weitere Zulassungsprozesse angegangen werden. Möglich wäre beispielsweise, dass die Prüfstellen entsprechende Oldtimer-Gutachten zentral hinterlegen. Das geschieht mit anderen Fahrzeugdaten bereits, die in der Datenbank beim Kraftfahrt-Bundesamt abgespeichert werden und somit von der Zulassungsstelle per Mausklick abgerufen werden können.

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