Ein 16-Jähriger schmiedet Messer für Fleischsommeliers

Messer Fleisch / Quelle: Pixabay, lizenezfreie Bilder, open library: https://pixabay.com/de/photos/holz-lebensmittel-fleisch-3048066/ Messer Fleisch / Quelle: Pixabay, lizenezfreie Bilder, open library: https://pixabay.com/de/photos/holz-lebensmittel-fleisch-3048066/
 

Der erst 16 Jahre alte Tim Erik Ehmke, besser bekannt als Tim Klinge, weiß, was ein gutes Fleischmesser ausmacht. Seine Messer sind in ganz Europa begehrt.

Er ist zurückhaltend, doch er weiß, wovon er spricht: Für Tim Erik Ehmke ist das Schmieden eines Messers nicht nur Handwerk, es ist vor allem auch ein Stück weit Kunst. Die Leidenschaft, die Ehmke, der seine Firma selbst auf den Namen Tim Klinge getauft hat, dem Schmieden entgegenbringt, ist jedem Messer anzusehen. Vor allem die Fleischsommeliers in Europa haben sein Geschick, die aufwendige Fertigung von Hand und seinen hohen Anspruch, den er in jede Klinge steckt, schätzen gelernt. Für sie ist er eine der ersten Anlaufstellen, wenn neue Messer gebraucht werden.

Tim Klinge weiß, was seinen Kunden wichtig ist. Für ihn geht es beim Schmieden der Messer aber keineswegs um den Profit, den der einzelne Auftrag mitbringt. Vielmehr ist die Herstellung der handgeschmiedeten Messer sein Hobby. Welche Bedeutung die Freude an einer Tätigkeit für das Ergebnis hat, weiß auch Christina Schneider von Hobbylux: „Wenn es mir gelingt, das Hobby zum Beruf zu machen, nimmt man die damit verbundenen Aufgaben viel motivierter wahr. So ist der Job nicht nur leidiges Übel, sondern avanciert zu einem hohen Freizeitwert.” Dem gerade einmal 16 Jahre alten Tim Erik Ehmke scheint genau das gelungen zu sein.

Jede Klinge trägt seinen Namen

Der Schüler aus Telz beliefert landesweit bekannte Metzgermeister wie zum Beispiel den Karlsruher Heiko Brath, einer der besten Metzger Deutschland, mit exzellenten Messern. Jede Klinge, die von ihm geschmiedet wird, trägt seinen Firmennamen und ist obendrein ein Unikat. Die Fertigung von Hand sorgt dafür, dass keine Klinge ist wie die andere.

Trotz des großen Erfolges will Ehmke das Schmieden seiner Messer weiter Hobby sein lassen. Nach dem Abitur strebt er eine Karriere als Profi-Handballer an. Den Grundstein für seine Schmiedekunst legte er aber schon in Kindertagen. Als kleiner Junge entdeckte er seine Leidenschaft für Schwerter und Ritter. Als er irgendwann in einem Internetvideo sah, wie aus einem Spachtel und einem Besenstiel ein Speer entstand, war seine Leidenschaft geweckt.

Die ersten Klingen stammten vom Schrottplatz

Recht früh entdeckte Tim Klinge die Vorzüge, die alte Sägeblätter vom Schrottplatz mitbringen und schmiedete daraus in der heimischen Werkstatt die ersten Klingen. Der Stahl der Sägeblätter ist härter als der, den er bis dato aus dem Baumarkt kannte. Sein erster Auftrag für ein handgeschmiedetes Messer kam von einem Bekannten. Er wünschte sich ein Barbecue-Messer, für den TIm Klinge ein Stück Werkzeugstahl von einem befreundeten Werkzeugmacher bekam.

Zu seinen Meisterwerken gehören seine Damaszener-Messer. „Damaszener-Messer sind aufgrund ihrer Klinge auf den ersten Blick zu erkennen, weil sie sich aus Dutzenden Stahlschichten zusammensetzen.”, unterstreicht Ben Wolf von Messerbook. Bei dem Jungunternehmer bestehen die Damaszener-Klingen schon mal aus 192 verschiedenen Schichten. Um besondere Kundenwünsche zu realisieren, scheut der 16-Jährige keinen Aufwand. So arbeitete er zuletzt 60 Stunden an einem Messer für einen Tiroler Kunden – sein individuelles Kunstwerk aus Stahl.

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