Verstärken Pheromone die sexuelle Anziehung?

Parfum Flacon / Quelle: Pixabay, lizenezfreie Bilder, open library: https://pixabay.com/de/photos/parf%C3%BCm-parfum-flacon-glasflasche-2142824/, pixel 2013 Parfum Flacon / Quelle: Pixabay, lizenezfreie Bilder, open library: https://pixabay.com/de/photos/parf%C3%BCm-parfum-flacon-glasflasche-2142824/, pixel 2013
 

Viele Parfums versprechen dem Träger oder der Trägerin eine ausgeprägte sexuelle Anziehung auf das andere Geschlecht. Was ist dran an diesem Versprechen?

Pheromone sind allgemein als Sexualhormone oder das Hormone der Liebe bekannt; und das nicht ohne Grund. Der chemische Botenstoff hat nämlich tatsächlich eine gewisse Rolle bei der sexuellen Orientierung und auch bei der Partnerwahl. Seine Hauptaufgabe liegt darin, Informationen, welche das Sexualverhalten, soziale Kontakte, Gegenseitige Anziehung oder Abneigung, Sympathie und Antipathie beeinflussen, unter Menschen oder Tieren einer Art zu übertragen. Sie sind allerdings, anders als häufig angenommen, keine Duftstoffe und werden von daher nicht über die Riechrezeptoren der Nase, sondern dem sogenannten Jacobson-Organ in der Nasenscheidewand aufgenommen. Sie werden sowohl unbewusst versendet als auch unbeabsichtigt empfangen und gewertet. Es gibt viele verschiedene Versionen von Pheromonen und sie unterscheiden sich von Säugetier zu Säugetier.

Arten von Pheromonen

Im Allgemeinen werden zwei Arten unterschieden, die sogenannten Releasing-Pheromone, welche zu einer schnellen Verhaltensänderung führen und die und die Primer-Pheromone, die den Hormonhaushalt und das Nervensystem ihrer Artgenossen auf Dauer zu beeinflussen. Tiere haben wesentlich mehr Pheromone als Menschen, da sie mehr darüber kommunizieren als der Mensch. So signalisieren sie durch sie beispielsweise auch Angst und Hunger. In der Insektenwelt benutzt die Bienenkönigin Releasing-Pheromone z. B., um ihre Alleinherrschaft zu sichern, da sie mit ihrer Phermonenausschüttung die Eierstockbildung der Arbeiterbienen stoppt. Und verletzte Fische senden Primer-Pheromone, um andere Fische vor Feinden und Gefahr zu warnen. Des Weiteren werden mit ihnen Reviere markiert und Paarungsbereitschaft kommuniziert.

Beim Menschen ist noch nicht ganz geklärt, inwieweit sie von Pheromonen beeinflusst werden. Es wird aber davon ausgegangen, dass sie beim Menschen keine allzu große Rolle spielen, weshalb sie wesentlich weniger dieser Botenstoffe aussenden und empfangen. Die beiden ausgeprägtesten Pheromone des Menschen sind das in der Achselhöhle des Mannes gebildete Androsteron und das sich im Vaginalsekret der Frau befindende Kopuline. Die Orte ihrer Entstehung haben sicher auch dazu beigetragen, dass viele Menschen glauben, dass diese Hormone eine Person unwiderstehlich machen, was, wie bereits erwähnt, aber nicht der Fall sein muss, da sie auch das Gegenteil in einem anderen Menschen auslösen können. Außerdem spielen beim Menschen noch viele andere Dinge eine große Rolle in der Partnerwahl, wie beispielsweise das äußere Erscheinungsbild, die Stimme und der Geruch.

Pheromon-Parfums liegen im Trend

Dennoch gibt es eine große Anzahl an Pheromon-Parfums die versprechen, dass der Träger oder die Trägerin eine ausgeprägte sexuell Anziehung auf das andere Geschlecht durch das Parfum bekommt. Sie werden als Lockstoff und als Werkzeug der strategischen Verführung angepriesen. Sie versprechen, dass, wenn jemand ein Pheromon-Parfum aufgetragen hat, diese Person unwiderstehlich wird und zahlreiche Avancen und romantische Angebote bekommen wird. Aber ist das wirklich wahr und realistisch? Sind diese Parfums wirklich magische Beziehungsvermittler? Sicher ist es für viele Menschen eine aufregende Vorstellung, dass es so einfach sein könnte. Ganz im Sinne von Jean Baptiste der in dem Buch „das Parfum“ die verzaubernden Düfte aus schönen Frauen filterte und so trotz einem abstoßendem Aussehen von jedem geliebt und bewundert wurde, wenn er seine Düfte trug.

Nach allem, was wir bis jetzt über Pheromone wissen, muss hier allerdings abschließend gesagt werden, dass es so einfach nicht ist und es den perfekten Geruch bzw. das Hormon das Menschen unwiderstehlich und von allen begehrt macht nicht gibt. Eine Wirkung kann die große Anzahl an der Pheromon-Parfums allerdings haben, nämlich die eines psychologischen Effekts. Wenn Menschen sich durch das aufgetragene Parfum wohler und begehrter fühlen, beeinflusst dies ihr Selbstbewusstsein sicherlich stark, und das kann sehr hilfreich sein in der Partnersuche.

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