Wie der Brexit Rohstoffpreise beeinflusst

Tanker Handel / Quelle: Pixabay, lizenezfreie Bilder, open library: Free Photos, https://pixabay.com/de/photos/fracht-tankschiff-schiff-boot-%C3%B6l-863449/ Tanker Handel / Quelle: Pixabay, lizenezfreie Bilder, open library: Free Photos, https://pixabay.com/de/photos/fracht-tankschiff-schiff-boot-%C3%B6l-863449/
 

Niemand kann konkret vorhersagen, wie sich der Brexit auf den Handel zwischen Europa und Großbritannien auswirken wird. Aber einige Risiken sind klar erkennbar.

Der drohende Brexit wirft einen weiten Schatten auf die Industrien in Großbritannien und Europa. Nach aktuellen Statistiken ist das Stimmungsbarometer im Vereinigten Königreich auf sein seit drei Jahren tiefstes Niveau gesunken.

Ein ähnlicher Trend ist auch in Europa zu beobachten, denn trotz einer marginalen Steigerung im August ist das Vertrauen der Wirtschaft im Juli auf -7,90 Index-Punkte gestürzt.

Zudem haben Investoren mit der durch den Brexit verursachten Instabilität und Negativität zu kämpfen, während Rohstoffe auch direkt beeinflusst werden. Doch wie genau werden Rohstoffpreise durch den Brexit und die wachsende Gefahr eines No-Deal-Szenarios beeinflusst?

Wie werden Preise beeinflusst?

Nicht alle Rohstoffe sind gleichermaßen vom Brexit betroffen. Rohöl scheint auf den ersten Blick nicht unbedingt einen direkten Bezug zum Brexit zu haben, denn das Vereinigte Königreich fragt lediglich 1,6% des weltweiten Ölbedarfes nach. Da sich der Ölmarkt weitgehend durch Angebot und Nachfrage reguliert, scheint ein möglicher Brexit hier keine signifikanten Folgen zu haben. Trotzdem kann der Wert dieses Rohstoffes etwa durch große Veränderungen von Währungswerten beeinflusst werden.

Da seit dem Referendum im Juni 2016 sowohl der britische Pfund (GBP) als auch der Euro (EUR) wesentlich an Wert gegenüber dem US Dollar (USD) verloren haben, ist Öl für Käufer auf dem Kontinent teurer geworden. Den Markttrend kann man über etwa über Introducing Broker oder direkt über standardmäßige Handelsplattformen erfahren. Dort ist zu sehen, wie sich die Preise im Laufe der letzten drei Jahre fortschreitend destabilisiert haben. Gleichzeitig werden die wichtigsten Währungen des Vereinigten Königreiches und Europas mit geringer werdenden Margen gehandelt.

Rohstoffe im Falle eines No-Deals bewerten

Nach Ansicht von Finanzdienstleistern wird ein No-Deal-Brexit die größten Auswirkungen auf Rohstoffpreise haben. Das derzeit geplante Austrittsdatum zum 31. Oktober rückt immer näher, und weil ein neues Gesetz dem Premierminister einen No-Deal-Brexit verbietet, muss eine Verlängerung der Austrittsfrist beantragt werden, welcher die weiteren 27 Mitgliedsstaaten der EU zustimmen müssen. Sollte dies nicht geschehen, kann ein No-Deal jedoch sehr bald zur Realität werden.

Sollte dies wirklich geschehen, wird dies den Handel mit Rohstoffen schwer treffen. Denn der Handel zwischen dem Vereinigten Königreich und der EU würde nicht länger von der European Market Infrastructure Regulation (EMIR) und die EU Markets in Financial Instruments Directive (MiFID II) reguliert werden. Kurzfristig dürfte dies zu starken Schwankungen der Rohstoffnachfrage führen, weil einige Investoren abspringen und ihr Geld lieber in sicherere Anlagen inverstieren.

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