Die Geldmaschine FC Bayern München

FC Bayern München / Quelle: Pixabay, lizenezfreie Bilder, open library: https://pixabay.com/de/photos/bayern-m%C3%BCnchen-fu%C3%9Fballverein-bayern-1338976/ FC Bayern München / Quelle: Pixabay, lizenezfreie Bilder, open library: https://pixabay.com/de/photos/bayern-m%C3%BCnchen-fu%C3%9Fballverein-bayern-1338976/
 

Der Präsident des FC Bayern, Uli Hoeneß, hat in den vergangenen Jahrzehnten einen Verein aufgebaut, dessen Finanz- und Ertragskraft seinesgleichen sucht.

Der FC Bayern München ist eine Weltmacht. Nicht nur in sportlicher, sondern vor allem auch in finanzieller Hinsicht. Präsident Uli Hoeneß hat in den vergangenen Jahrzehnten einen Fußballverein aufgebaut, dessen finanzielle Potenz und Ertragskraft seinesgleichen sucht.

Während andere große Fußballvereine in Europa in die Schuldenfalle getappt und damit auf ewig zum Erfolg verdammt sind, bestimmt der FC Bayern München sein Schicksal selbst. Fußballvereine haben eben nicht so wie Staaten fast unbegrenzt Geld zur Verfügung, eine gesunde finanzielle Vereinsführung ist Basis für den langfristigen sportlichen Erfolg.

Bei allen Errungenschaften der Vergangenheit zeigen sich Vereinsführung und Fans aber noch lange nicht zufrieden. Ganz im Gegenteil, die Vormachtstellung im deutschen Fußball ist ihnen zu wenig. Diese soll nun auch auf Fußball-Europa ausgedehnt werden. Der Start in die neue Saison der Deutschen Fußball-Bundesliga verlief allerdings holprig.

Der sportliche Motor stottert

Die Geschichte scheint sich zu wiederholen. Bereits im Vorjahr legte der große Konkurrent aus Dortmund einen Blitzstart in die neue Saison hin und zwang die Münchner nach fünf gespielten Runden dem BVB hinterherzulaufen. Dabei lauteten vor Saisonbeginn auch dieses Jahr zahlreiche Prognosen wieder deckungsgleich auf einen Deutschen Meister aus München. Doch zum Glück hält sich die Realität nicht immer an die Vorhersagen. So galt im ersten Spiel der Titelverteidiger gegen Hertha BSC auf Sky Bet als haushoher Favorit. Schließlich hatten die Berliner in der Vergangenheit wenig Glück in der Allianz Arena.

Doch diesmal sollte alles anders kommen. Bayern München hatte keine andere Wahl und musste die Hauptstädter mit zwei erzielten Toren und einem gewonnen Punkt wieder ziehen lassen. Ganz anders trat da schon der BVB auf. Die Dortmunder erfüllten prompt die Erwartungen und schossen den FC Augsburg mit 5:1 vom Platz. Damit heißt der Tabellenführer nach dem ersten Spieltag der Deutschen Fußball-Bundesliga auch in diesem Jahr wieder Borussia Dortmund. Doch auch wenn der sportliche Motor hin und wieder stottert, die Münchner bleiben weiterhin der FC Steinreich.

600 Millionen Umsatz-Grenze geknackt

Im Herbst 2018 präsentierte der Vorstandvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge in der Jahreshauptversammlung eindrucksvolle Zahlen. Das Geschäftsjahr 2017/2018 erbrachte neuerlich einen Rekordumsatz. Dieser belief sich auf rund 658 Millionen Euro, das waren knapp 17 Millionen mehr, als noch im Vorjahr. Davon verblieb ein Gewinn von rund 30 Millionen Euro, immerhin der dritthöchste in der Geschichte des Unternehmens. Die Zahlen sind umso eindrucksvoller, wenn man bedenkt, wie sich die Umsätze seit der Ausgliederung der Lizenzspielerabteilung in die Aktiengesellschaft, im Jahr 2002, entwickelt haben. Er stieg um unglaublich 355 %.

In Deutschland spielen die Bayern auch finanziell in einer eigenen Liga. Borussia Dortmund liegt mit 317 Millionen Euro pro Jahr schon weit abgeschlagen auf Platz zwei der Umsatzliste, der FC Schalke 04 erwirtschaftet rund 244 Millionen Euro pro Jahr. International betrachtet schaffen es damit alle drei Teams in die Top 20 der Deloitte Football Money League. Diese Rangliste der weltweit umsatzstärksten Fußball-Klubs wird von Real Madrid angeführt. Die Spanier haben mit einer dreiviertel Milliarde Euro Umsatz Platz eins erobert, noch vor dem FC Barcelona, Manchester United und eben dem FC Bayern München. Karl-Heinz Rummenigge und sein Verein halten damit weiter konstant Platz vier in dieser Hitliste.

Die begleitende Studie des Beratungsunternehmens Deloitte zeigt, dass sportlicher und wirtschaftlicher Erfolg einhergehen. Während die Bayern bei gleichbleibendem internationalem Erfolg höhere Einnahmen zu verzeichnen haben, fiel Borussia Dortmund nicht nur sportlich, sondern auch wirtschaftlich etwas zurück. Das zeigt sich international auch am Ranking von Manchester United. Der Branchenprimus musste seinen Spitzenplatz abgeben. Mitverantwortlich dafür war sicherlich auch die anhaltenden sportliche Krise des Vereins.

Wirtschaftlich gesehen trotzte der FC Bayern München bisher jeder Krise, verantwortlich dafür ist jener Mann, der die Geschicke des Vereins seit Jahrzehnten maßgeblich bestimmt.

Der Vater des Erfolges

Wer an den FC Bayern München denkt, denkt automatisch auch an den Vater des Erfolgs. Dieser heißt ohne Zweifel Uli Hoeneß. Er hat seine Management-Qualitäten hinreichend bewiesen und einen kerngesunden Verein aufgebaut, der während seiner Ära, immer auf Wirtschaftlichkeit gesetzt hat. Ein Meisterstück lieferte der ehemaliger Manager und scheidende Präsident mit der Finanzierung der Allianz Arena ab.

Das 346 Millionen Euro teure Stadion wurde sage und schreibe 16 Jahre früher als geplant abbezahlt. Der Verkauf von Anteilen in Höhe von 8,33 % an den Allianz-Konzern und die dabei erzielte Summe von 110 Millionen Euro floss direkt in die Rückzahlung der Verbindlichkeiten ein. Seither hat der Verein jährlich weitere 25 Millionen Euro zur Verfügung. Damit steht der FC Bayern München weiterhin so gut da, wie kaum ein Top-Verein weltweit.

Allianz Arena / Quelle: Pixabay, lizenzfreie Bilder, open library: https://pixabay.com/de/photos/m%C3%BCnchen-allianzarena-fc-bayern-675015/

Allianz Arena / Quelle: Pixabay, lizenzfreie Bilder, open library: https://pixabay.com/de/photos/m%C3%BCnchen-allianzarena-fc-bayern-675015/

 

Die Weichen sind gestellt

Die Gerüchte über einen baldigen Rückzug von Präsident Uli Hoeneß sind nicht neu. Nun scheint sein Abgang aber tatsächlich Realität zu werden. Er selbst hat dies am Rande eines Golfturniers angeblich bereits bestätigt. Noch ist Uli Hoeneß aber Präsident des FC Bayern München. Wie gewohnt, plant er weit in die Zukunft und sieht bei der Vergabe zukünftiger TV-Rechte ein enormes finanzielles Wachstumspotential. Wenn es in naher Zukunft zum Einstieg der Streaming-Giganten Amazon-Video bzw. Netflix kommen sollte, winkt seiner Meinung nach neuerlich ein Geldregen. Die Rechte kommen im Jahr 2020 für vier Spielzeiten auf den Markt. Dann soll, wenn es nach ihm geht, die Grundlage für einen weiteren finanziellen Aufstieg des FC Bayern München gelegt werden.

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