Gibt es noch Aktien mit Potenzial?

Aktien Charts / Quelle: Pixabay, lizenezfreie Bilder, open library: https://pixabay.com/de/chart-aktien-dax-dow-jones-594212/ Aktien Charts / Quelle: Pixabay, lizenezfreie Bilder, open library: https://pixabay.com/de/chart-aktien-dax-dow-jones-594212/
 

Handelskonflikte belasten die Weltwirtschaft. Die Zentralbanken halten an der Niedrigzinspolitik fest. Zur Börse gibt es für Anleger nicht viele Alternativen.

Der Aktienmarkt, von dem Marktteilnehmer davon ausgehen, dass sich der seit dem Jahr 2008 anhaltende Bullenmarkt langsam dem Ende zuneigt, zeichnete sich in den vergangenen Monaten vor allem durch Rezessionsängste aus. Nach mehreren Leitzinsanhebungen der amerikanischen Notenbank Fed im letzten Jahr kam es zu einem starken Kurseinbruch an den Aktienmärkten um den Jahreswechsel herum.

Die Befürchtung der Börsianer war die, dass die Fed die Leitzinsen möglicherweise zu stark angehoben haben könnte und sich daher ein Bremseffekt auf die amerikanische Wirtschaft ergibt. Aufgrund der enormen Bedeutung der amerikanischen Zinspolitik für den Rest der Welt, kriselt es folglich auch in der Weltwirtschaft mehr und mehr. Schwelende Handelskonflikte zwischen den USA auf der einen Seite und China und der Europäischen Union auf der anderen Seite tun hier ein Übriges.

Die aktuelle Situation am Aktienmarkt

Aktuell zeigt sich die Börse seit Jahresbeginn wieder in deutlich besserer Verfassung. Zumindest bis jetzt. So stieg der deutsche Leitindex Dax seit Jahresbeginn wieder um fast zweitausend Indexpunkte an. Getragen wird dieses Hoch von der Hoffnung auf ein Ende der Leitzinserhöhungen in den USA, die durch den Notenbankchef Jerome Powell inzwischen auch verbal untermauert wurden. Auch Mario Draghi, Chef der EZB, schloss sich vor einigen Wochen diesem Statement an und signalisierte, dass auch er an der faktischen Nullzinspolitik in den nächsten Jahren nichts verändern will.

Damit bleiben die wichtigen beiden unterstützenden Faktoren Geld und Liquidität der Börse vorerst erhalten. Sollte sich die wirtschaftliche Entwicklung entgegen allen aktuellen Prognosen weltweit stabilisieren und es nicht zu einer Rezession kommen, könnte ein neuerlicher Aufschwung an den weltweiten Aktienbörsen einsetzen. Getrieben würde er von der nach wie vor massiven Liquidität der Anleger. Außerdem haben Investoren vor dem Hintergrund historisch niedriger Zinsen, abgesehen von Immobilieninvestitionen, kaum einer Alternative zur Aktie.

Blickt man auf die viel beachtete Kennziffer des sogenannten KGV, also des Kurs-/Gewinn-Verhältnis, so stellt der Anleger fest, dass viele Titel nach wie vor im günstigen einstelligen Bereich notieren. Vor allem auch zyklische Unternehmen, Unternehmen der Pharmazeutik, der Biotechnologie und Unternehmen der Chipindustrie weisen derzeit sehr günstige Bewertungen auf.

Anders als Kryptowährungen, die allgemein sehr volatil sind, unterliegen Aktien in der Regel vor allem bei positiven oder negativen Neuigkeiten größeren Schwankungen. Es ist also ratsam, sich mindestens einmal täglich zu informieren, um ggf. große Verluste rechtzeitig abwenden zu können. Auf Aktien.net erhalten Anleger Einblick in aktuelle Marktgeschehnisse und können außerdem viel Nützliches über verschiedene Aktien und Depots erfahren.

Welche Aktien werden möglicherweise im Jahr 2019 interessant?

Die Grundsteine einer kräftigen Börsenrally, Liquidität, Geld und Psychologie scheinen gelegt. Wenn sich nun die konjunkturelle Entwicklung wieder festigt und es nicht zu einer Rezession kommt, könnte der Anleger in 2019 und darüber hinaus noch viel Freude an Aktienanlagen haben, vorausgesetzt, er ist mehrheitlich in den richtigen Titeln investiert. Doch wo könnten diese Titel, die eventuell im Jahr 2019 und darüber hinaus gute Gewinne versprechen, gefunden werden?

Pharmatitel und Biotechtitel

Die Menschen werden immer krank – unabhängig von Konjunkturzyklen. Und dann benötigen diese Menschen medizinische Hilfe. Derzeit ist zu beobachten, dass große Unternehmen aus den Bereichen Pharmazeutik und Biotechnologie auf historisch günstigen Kurs-Gewinn-Verhältnissen notieren. Beispielsweise Gilead Sciences bei unter zehn, Bristol-Myers Squibb bei um die elf, gemessen an den zu erwartenden Gewinnen des laufenden Geschäftsjahrs. Oder eine Biogen-Aktie bei acht, wieder gemessen an den zu erwartenden Gewinnen des laufenden Geschäftsjahres. Dies ist umso bemerkenswerter, weil alle diese Unternehmen ihre Kapitalkosten erwirtschaften und deutliche Überrenditen mit ihrem operativen Geschäft einfahren. Damit steigert sich also der Unternehmenswert für den Aktionär jeden Tag, unabhängig vom Börsenwert.

Halbleitertitel

Halbleitertitel sind beziehungsweise waren bislang ganz klar einem zyklischen Geschäftsverlauf unterworfen. In Erwartung einer Rezession ist es daher nicht so ungewöhnlich, dass viele Halbleitertitel optisch billig erscheinen. Doch mittlerweile muss festgestellt werden, dass viele dieser Aktien der Halbleiterbranche vielleicht deutlich zu niedrig notieren. Denn auch diese Unternehmen weisen zwei besondere und wichtige Merkmale auf. Erstens arbeiten die meisten Unternehmen der Branche nach wie vor deutlich profitabel. Auch diese Unternehmen erwirtschaften damit Mehrwert für den Aktionär. Jeden Tag. Unabhängig vom aktuellen Börsenkurs. Außerdem weisen viele Unternehmen der Halbleiterbranche zudem noch eine höchst gesunde Eigenkapitalquote auf. So liegt bei vielen Titeln die sogenannte Eigenkapitalquote, also das prozentuale Verhältnis von Eigenkapital zu Fremdkapital in der Bilanz, bei weit über fünfzig Prozent.

Mit anderen Worten: Unternehmen der Halbleiterbranche haben keine oder nur wenig Schulden bei der Bank. Eine ganz klare Position der Stärke. Zudem sollte der Anleger berücksichtigen, dass der Einsatz von Elektronik und Halbleitern in nahezu jedem erdenklichen Produktbereich tendenziell ansteigt und zudem ganz neue Produktbereiche geschaffen werden. Hier denke man nur an Schlagworte wie das autonome Fahren oder die künstliche Intelligenz oder die sogenannte Cloud. Zuletzt macht auch immer mehr der Begriff 5G die Runde. Möglicherweise stehen also die bereits fundamental sehr billig erscheinenden Halbleiterwerte mit ihren überwiegend höchst gesunden Bilanzen am Anfang eines jahrelangen profitablen Wachstumskurs. Der Anleger, der hier viel Zeit mitbringt, könnte mit selektiven Titeln vor märchenhaften Gewinnen stehen.

Nennen könnte man hier Titel wie zum Beispiel Micron Technology oder Western Digital aus den USA, die mit ihren elektronischen Speicherlösungen langfristig immer gefragter werden. Ohnehin besteht in diesem speziellen Markt ein Oligopol, das heißt, der gesamte Markt für elektronische Speicherlösungen wird unter einer Handvoll Unternehmen aufgeteilt. Wer zudem noch Zukunftsmärkte ins Visier nehmen möchte, schaut sich eine Skyworks Solutions aus den USA an, die beim Thema 5G ganz vorne mitspielt und mit einer noch weitaus besseren Eigenkapitalquote von sage und schreibe fünfundachtzig Prozent glänzt.

Aber auch deutsche Titel sind durchaus hochinteressant. So liegt das Kurs-/Gewinn-Verhältnis bei Siltronic ebenfalls noch bei unter zehn. Zudem weist Siltronic gegenüber manchem Mitbewerber, wie zum Beispiel der japanischen Sumco Corporation, eine weitaus bessere Gewinnmarge auf. Dies bedeutet letztlich, dass die Produkte von Siltronic entweder stärker am Markt nachgefragt werden oder dass die Kostenstruktur im direkten Vergleich wesentlich günstiger ist. Vielleicht auch beides gleichzeitig?

Fluglinien

Zwar stieg der Ölpreis zuletzt wieder an und macht damit das wichtige Kerosin für Fluglinien teurer. Doch auf der anderen Seite machen große und etablierte Fluglinien auf Jahressicht gesehen weiterhin gute Gewinne. Der harte Wettbewerb im Luftfahrtsektor hat einige Marktteilnehmer bereits in die Insolvenz getrieben. Air Berlin lässt grüßen. Speziell die deutsche Lufthansa fliegt zwar im Hinblick auf die erzielten Gewinnmargen hinter einigen britischen Fluglinien hinterher. Doch sprechen die starke Marktposition der Lufthansa, die in den letzten Jahren signifikant verbesserte Eigenkapitalquote und das Gewinn-Verhältnis von um die fünf ganz klar für diesen Titel.

Beim Blick über den großen Teich fällt im Hinblick auf Profitabilität und Preiswürdigkeit der Aktie besonders die Hawaiian Holdings ins Auge. Diese bietet vorwiegend Flugrouten zwischen den USA und den hawaiianischen Inseln an und hat hier eine besonders starke Marktposition. Auf ansteigende Konkurrenz antwortet die Airline gerade mit neuen Flugrouten und besserem Komfort beim Fliegen. Auf Basis der im laufenden Geschäftsjahr erwarteten Gewinne liegt das aktuelle Kurs Gewinn Verhältnis lediglich bei unter sieben. Deutlich zu wenig für diesen Titel.

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