Wie kommt die Weisheit ins Denken?

Denken / Quelle: Pixabay, lizenezfreie Bilder, open library: https://pixabay.com/de/fragen-nachfrage-zweifel-1922476/ Denken / Quelle: Pixabay, lizenezfreie Bilder, open library: https://pixabay.com/de/fragen-nachfrage-zweifel-1922476/
 

Kann man Glück denken? Was sind überhaupt Gedanken? Viele Menschen irren gedankenverloren durch eine trieb- und giergelenkte Gesellschaft. Was kann sie retten?

„Das Glück deines Lebens hängt von der Beschaffenheit deiner Gedanken ab.“
Marc Aurel (121-180)

Den ganzen Tag gebrauchen wir unser Denken, denn es konstituiert wesentlich unser Bewusstsein. Doch kennen wir es eigentlich? Im gewöhnlichen Bewusstsein erleben wir unser Denken selbst gar nicht, sondern immer nur durch das Denken dessen, was gedacht wird. Wir sind den Inhalten des Denkens hingegeben, der Prozess des Denkens selbst bleibt dagegen unbemerkt im Hintergrund. Wie kommen die Inhalte der Welt in unser Denken herein, und wie können sie allen Menschen gemeinsam sein? Die Fragen sind nicht müßig. Ihnen nachzugehen, eröffnet ungeahnte Perspektiven der Welt- und Selbsterkenntnis. (Langsam zu lesen:)

Geheimnisvoller Quell unseres Bewusstseins

Wahrnehmen und Denken sind die beiden Elemente unserer Erkenntnis. Was eine Wahrnehmung ihrem Wesen nach ist, kann uns nur im Denken als Begriff oder Idee aufgehen, die wir mit der Wahrnehmung verbinden. Das innere Wesen der Dinge erscheint uns als Inhalt des Gedankens, die äußere Erscheinung als Wahrnehmung.

Auf welche Rätselfrage wir auch immer Antwort suchen, wir suchen sie in unserem Denken; und wir geben uns mit einer Antwort nur zufrieden, wenn sie unserem Denken einleuchtet. Alle Sicherheit der Erkenntnis ist im Lichte unseres Denkens begründet.

Selbst wenn man in kurzschlüssiger Resignation dem Denken letztlich die Möglichkeit absprechen wollte, zu gültigen, wahren Aussagen zu kommen, kann dieses Urteil auch wieder nur durch das Denken geschehen – wobei unbemerkt doch die Kraft des Denkens, zu gültigen Aussagen zu kommen, vorausgesetzt wird.

Wir können aus dem Denken nicht heraus. Es ist das Lebenselement unseres Ich, der geheimnisvolle Quell unseres Bewusstseins, in dem sowohl das Ich zu sich selbst erwacht, als auch alle Erscheinungen der Welt sich ihrem innersten Wesen nach aussprechen können.

Dabei kommen natürlich mehr oder weniger viele Irrtümer vor. Aber der Irrtum lebt davon, dass es die Wahrheit gibt; er setzt sie begrifflich voraus. Ja er hüllt sich gerade in ihren Mantel, gibt sich als die Wahrheit aus, um unentdeckt zu bleiben. Über beide kann keine andere Instanz als das Denken entscheiden. Sowie auch nur einmal das Ergebnis eines Erkenntnisvorganges als Irrtum durchschaut wird, hat damit das Denken seine Macht als Wahrheitsinstanz bewiesen. Und wir empfinden die Aufgabe, es zu immer größerer Objektivität und Klarheit auszubilden.

In unserem Denken sind wir mit der die Dinge und Wesen der Welt bildenden Weisheit verbunden, auch wenn wir sie nicht als solche verstehen. Wir müssen unser Denken selbst in Bewegung setzen, aber die Inhalte unserer Gedanken, unserer Begriffe und Ideen, haben ihren Ursprung nicht in uns, sondern in der die Welt durchflutenden und sie konstituierenden Weisheit; und von der Aktivität unseres Denkens hängt es ab, wie tief wir in sie eindringen und wieviel wir von ihr erfassen können.

Wir beobachten in der uns umgebenden mineralischen, pflanzlichen, tierischen und menschlichen Welt ein unaufhörliches Entstehen und Vergehen. Nichts hat dauerhafte irdische Existenz. Wie aus einem unsichtbaren Hintergrund treten – in stark unterschiedlichem Zeitverlauf – ständig Gestaltbildungen in die Erscheinung, entfalten sich, erreichen einen Höhepunkt und lösen sich mehr oder weniger langsam wieder auf, wenn sich die Kräfte, die in ihnen gestaltend wirken, in die Verborgenheit zurückziehen. Alles Irdische unterliegt dem Gesetz von Entstehen und Vergehen, Geburt und Tod.

Wenn man nicht in dem unwissenschaftlichen, gedankenlosen Aberglauben gefangen ist, dass die Materie eben „irgendwie“ aus sich heraus so unterschiedliche Dinge aufbaue, muss man sich fragen: Wo haben die Kräfte ihren Ursprung, die verschiedene indifferente Stoffe aus der physischen Umgebung zusammenziehen und zur Schönheit einer mineralischen Kristallbildung, zum Organismus einer duftenden Rose, eines geschmeidigen Leoparden und der menschlichen Gestalt mit ihrem intelligenten, komplizierten Zusammenspiel aller Teile und Funktionen aufrufen?

Von einem im Walde gefundenen Motor nehmen wir vernünftigerweise nicht an, dass sich seine Teile „irgendwie“ zufällig so zusammengefügt haben, sondern wir können nur denken – wenn wir denken – dass die Konstruktionsidee des Motors von einem intelligenten Geist erdacht und in die materielle Realität hineingestaltet worden sein muss. So kann unser Denken auch bei den Naturerscheinungen sinnvollerweise nicht von zufälligen Zusammenballungen ausgehen, sondern muss sie auf einen oder verschiedene intelligente Geister zurückführen, aus deren Weisheit der ideelle Bauplan gebildet und materiell ausgestaltet worden ist. Dass sie mir, wie auch der Motor-Erbauer, nicht sichtbar sind, ist kein Beweis dafür, dass sie nicht existieren.

Das Leben in Gott

Die Frage nach dem Ursprung der in der Welt wirkenden schöpferischen Weisheit und ihrem Zusammenhang mit den im Denken des Menschen auftretenden Ideen hat bereits intensiv die frühen griechischen Philosophen beschäftigt. Der Grieche Heraklit, der etwa von 550 – 480 vor Christus an der kleinasiatischen Küste in Ephesus lebte, prägte als erster für das zentrale Göttliche, das als erschaffende Geistes- und Weisheitskraft allem Gewordenen und allem menschlichen Denken zugrunde liegt, den Ausdruck „Logos“.

Der Logos ist das „Weltenwort“, auf dessen Flügeln die schöpferischen Weltgedanken gleichsam aus göttlichem Munde hinausströmen und sich gestaltend in alle irdischen Erscheinungen verdichten. Der Logos ist ewig, vor aller Schöpfung vorhanden, er ist die Weltenvernunft, die alles Sein durchtönt und in die Vielfalt der irdischen Erscheinungen hineinverstummt, sich die unterschiedlichsten Leiber bildend, durch die es in der Welt wirken kann. Je höher das Geschaffene organisiert ist, desto mehr beginnt der Logos aus seiner Hülle wieder hervorzutreten: in den Pflanzen offenbart sich zum mineralisch Toten das Leben, in den Tieren tritt zu beidem das Beseelte hinzu.

Im menschlichen Geiste erscheint der Geist des Logos selbst, kommt in seinem Bewusstsein erkennend zu sich selbst und tönt wieder als Wort hervor. Der Mensch als das höchste Logos-Geschöpf auf Erden ist der reinste Ausdruck, der Sohn des Logos. Ist der Logos durch das materielle Kleid aller Dinge und Wesen mehr oder weniger verhüllt, so tritt er im Schrein der Seele des Menschen, in seiner Vernunft, seiner „Logik“ rein und leuchtend in Erscheinung. In unserem Geiste lebt der Logos als in seinem ureigenen Medium auf. Zwischen den Weltgedanken des Logos und den reinen Gedanken des Menschen ist in ihren Tiefen gar keine Trennung. Das Leben in den reinen Gedanken ist zugleich das Leben in Gott.

Doch die Menschen begreifen das nicht, sagte Heraklit, sie bemerken nicht den Zusammenhang ihres eigenen Denkens, ihrer eigenen Logik, mit dem Logos:

„Zu diesem Logos, der ewig ist, finden die Menschen keine Beziehung, weder bevor, noch nachdem sie von ihm hörten. Da doch alles gemäß dieses Logos entstanden ist, gleichen sie Unerfahrenen, auch wenn sie von diesen seinen Worten und Werken erfahren haben.“ [1]

Die Unkenntnis des Menschen über diesen Zusammenhang ist Ursache aller Verwirrung und Chaotisierung auf Erden.

„Von dem Logos, dem Lenker des Alls, mit dem die Menschen am engsten und ständig vereint sind, sondern sie sich ab, und fremd erscheinen ihnen die Dinge, auf die sie jeden Tag stoßen.“[2]

Der Logos, die Weltenvernunft, ragt in ihre Seelen herein, kann aber dort nur voll wirksam werden, wenn er als Quelle der eigenen Vernunft erkannt und ergriffen wird. Ob die Menschen die Wahrheit erkennen können, hängt davon ab, ob sie ihr Bewusstsein mit dem Logos der Welt verbinden. Er ragt in alle als die gemeinsame Vernunft herein, kann aber nicht ohne menschliches Zutun wirksam werden. Nur im Schein der inneren Vernunftstrahlen, die von seinem Licht in ihr Denken hereinströmen, sind sie nicht von ihm getrennt. Folglich sind sie dann auch nicht von den Dingen in ihrer Umgebung getrennt, denn dann leuchtet deren inneres Wesen in der menschlichen Seele auf. Die Welt ist Logos-geordnet, und ohne die bewusste innere Verbindung mit dem Logos in ihrem Denken haben die Menschen nicht den Schlüssel zur Welt. Sie  fallen in die Isolierung und Willkür eigen-süchtigen Denkens, und jeder meint, er habe eine eigene Vernunft:

Obwohl der Logos das Gemeinsame ist, leben die meisten, als ob sie eine private Vernunft hätten.“[3]

Dabei wäre unter den Menschen überhaupt keine Verständigung möglich, wenn sie sich nicht in einer gemeinsamen Vernunft (dem Logos) treffen könnten, was im diá-logos, im Dialog, sprachlich zum Ausdruck kommt. Geschieht die Verbindung mit der gemeinsamen Vernunft teilweise oder vollständig nicht, emanzipiert sich die eigene Verstandestätigkeit insoweit vom gemeinsamen Vernunftgrunde, und jeder behauptet seinen persönlichen „Standpunkt“. Es findet eine Atomisierung des geistigen Lebens statt, die notwendig mit Skepsis und Unglauben gegenüber einer objektiven Wahrheit verbunden ist.

Heraklit war ein Priester der Mysterienstätte von Ephesus, einer der bedeutendsten in ganz Griechenland, deren Tempel einer Gottheit geweiht war, in der die Summe aller göttlichen Schöpfer- und Weisheitskräfte verehrt wurde, die lebensspendend den Kosmos durchweben und die zugleich die Erzeuger und Ernährer der menschlichen Gedanken- und Sprachkräfte sind. Ihr als Artemis, lat. Diana, (u.a. Göttin der Jagd) überlieferter Name scheint gegenüber der ursprünglichen Bedeutung profaniert worden zu sein.

Im innersten Heiligtum des Tempels stand eine Statue der Göttin, die mit einer Vielzahl von Brüsten ausgestattet war. Wie für das kleine Kind aus der Brust der Mutter die ernährende Milch des Lebens quillt, so entspringen aus den viel zahlreicheren Brüsten der kosmischen Mutter, der nährenden Mutter, der „Alma Mater“, die schöpferischen Ströme allen Lebens, die sich nach außen in der Gestaltung der Dinge und Wesen, im Menschen selbst als Denken und Sprechen offenbaren.
Der Name „Alma Mater“ hat sich noch bis heute als Bild für die Universität erhalten, um damit auf den Ursprung der ernährenden kosmischen Ströme für das Wachsen des Geistes im Menschen hinzudeuten.

„Genosse der Götter“

Doch wenn Vernunft und Sprache des Menschen ihren Ursprung in der Weltenvernunft und im Weltenwort des Logos haben, bleibt die Frage offen, wie es sich mit dem geistigen Wesen des Menschen selbst, seinem „Ich“ verhält, das im Denken lebt und sich seiner bedient. Dem wendete sich zentral die stoische Philosophie zu, die in der Zeit von 330 vor Chr. bis ca. 200 nach Chr. auch in Rom stark verbreitet war und die Logoslehre weiter ausgebaut hat. Der Stoiker Marc Aurel (121 – 180 n. Chr.) wurde gar römischer Kaiser.

Die Stoiker unterschieden grundsätzlich die Beziehung des Logos zu den Naturwesen einerseits und zur Seele des Menschen andererseits. In den Naturwesen, wozu auch der Leib des Menschen gehört, wirken die samenhaften Logoi, die „Logoi spermatikoi“. Sie werden durch das göttliche Wort in die Welt hinausgesandt, verbleiben aber gewissermaßen in seinem kosmischen Kraftfeld; Stein, Pflanze und Tier werden also in ihrem Werden von außen gelenkt und bestimmt. Der Geistkeim des Menschen dagegen, sein Ich, wird vom kosmischen Logos abgespalten, aus seinem Kraftfeld herausgelöst und in die Selbständigkeit entlassen. Es lebt als abgetrennte Logos-Monade im Menschen-Innern, und seine Entfaltung zum Welt- und Selbstbewusstsein erfolgt nicht zwangsläufig. Das Menschen-Ich ist ein Sohn des Logos, es wird nicht von außen bestimmt, seine Entfaltung muss aus dem eigenen Inneren kommen, insofern ja in ihm die volle Logos-Instanz potenziell anwesend ist.

Der Logos im Menschen ist gleichsam sein höherer Genius; er soll die vielfältigen Regungen der Seele, die Triebe, Begierden und Leidenschaften beherrschen und sich als innere Ordnungs- und Führungsinstanz durchsetzen. So schrieb Marc Aurel: „Trachte einzig danach, den Genius rein zu erhalten, den der Logos dir als Spross seines eigenen Wesens zum Führer gegeben hat! Der Geist, der in dir wohnt – der Gott in dir – sei dein Führer.“

Das schließt in sich, dass der Mensch schließlich keiner äußeren Gesetze und Gebote mehr bedarf, die vom Logos außer ihm genommen sind, sondern nur noch der Stimme des Logos in seinem eigenen Innern folgt. Der Mensch ist also ein zur Freiheit veranlagtes Wesen. Der Logos vermittelt dem Menschen ein Bild dessen, was er einmal aus sich selbst heraus werden soll.

Durch den Logos in ihm ist der Mensch mit den über ihm stehenden göttlichen Wesen verwandt. Der Stoiker Seneca schrieb daher: „Der Logos ist den Göttern und Menschen gemeinsam. Bei den Göttern ist er vollkommen, bei den Menschen vervollkommnungsfähig.“ Und in einem Fragment des Areios Didymos heißt es: „Zwischen den Göttern und den Menschen herrscht Gemeinsamkeit durch den Anteil, den sie am Logos haben, der auch das Gesetz des Werdens ist.“ Das macht die eigentliche Würde des Menschen aus, so dass Epiktet schrieb: „Der Mensch erlangt die Würde eines Tischgenossen der Götter und nicht nur eines Tischgenossen, sondern sogar eines Mitregenten.“ Und Seneca brachte es in die Formulierung: „Der Logos-Durchdrungene ist Genosse der Götter, nicht ein untertänig Flehender.“[4]

In der heutigen allgemeinen Logos-Ferne klingt das alles irreal und phantastisch, und man kann mit Recht auf die Verfassung der meisten Trieb- und Gier-gesteuerten Menschen hinweisen, die alles andere als Logos-erfüllte „Genossen der Götter“, also gleichsam höhere edle Wesen seien. Aber das zeigt nur, wie weit die Menschheit von der inneren Verbindung mit der Weltenvernunft entfernt ist. Dies war schon in hohem Maße vor zweitausend Jahren der Fall, weshalb der Logos offensichtlich Mensch wurde, um der Menschheit neue Kräfte zu bringen.

Das Zeugnis des Johannes

Bereits Philo von Alexandria, der etwa von 25 v. Chr. bis 50 n. Chr. lebte, bezeichnete den Logos als eine Mittlergestalt zwischen der höchsten Vater-Gottheit und den Menschen und sprach oft geradezu formelhaft wiederholend davon, dass der Logos allmählich vom Himmel auf die Erde herabsteige. Doch meinte er dies im geistigen Sinne. Eine irdische Inkarnation des Logos in einen menschlichen Leib konnte er sich nicht vorstellen.

Philo stammte aus einem jüdischen Priestergeschlecht und war zeitlebens ein strenggläubiger Israelit. Aber seine Bildung war umfassend. Neben den Büchern des Alten Testamentes kannte er die griechische Dichtung und Philosophie wie ein gebildeter Grieche. Und mit den Anschauungen der Logos-Philosophen fühlte er sich tief verbunden. Heraklit und Zenon, der Begründer der Stoa, waren ihm „göttliche Männer“, und Platon, dessen Ideenlehre er in seine Anschauungen einbaute, war ihm „ein Heiligster“. Mit dem Christentum ist Philo jedoch nicht in Berührung gekommen.

Es hat etwas Tragisches, dass er mit einem anderen, etwa zwanzig Jahre jüngeren Juden in Jerusalem nicht in Zusammenhang gekommen ist, der ebenfalls hochgebildet und mit der Logoslehre tief verbunden war: Johannes, der spätere Evangelist. Denn dieser konnte in dem in Palästina herumwandelnden und lehrenden Jesus von Nazareth den tatsächlich inkarnierten Logos erkennen und wurde sein bedeutendster Jünger. Im hohen Alter von fast hundert Jahren zog er sich bewusst nach Ephesus, den Ursprungsort der Logoslehre zurück, um hier auf sein langes Leben Rückschau zu halten und aus dem, was er erlebt und erkannt hatte, die weltgeschichtliche Summe zu ziehen.

Im Prolog zu seinem Evangelium blickte er zurück auf den Zeitpunkt der Schöpfung der Welt, da bei dem höchsten Gott nur erst der einzig geborene göttliche Sohn, der Logos, das Weltenwort, vorhanden war; wie alles durch ihn entstanden, alles Leben aus ihm erflossen ist und alles Erkenntnislicht im Innern des Menschen von ihm herstrahlt, die Dunkelheit ihres Erdendaseins erleuchtend. Doch wie schon Heraklit so konstatierte auch Johannes, dass die Menschen abgetrennt von ihm in Finsternis leben und das Licht nicht begreifen. Und Johannes versichert als Augenzeuge und Jünger Jesu Christi:

Der Logos wurde Erdenmensch und hat unter uns gewohnt, und wir haben seine Lehre gehört.“

Es ist tief ergreifend, wie an vielen Stellen die Lehre Christi mit den Worten der Logos-Philosophen übereinstimmt. Wenn Areios Didymos z. B. schrieb: „Zwischen den Göttern und den Menschen herrscht Gemeinsamkeit durch den Anteil, den sie am Logos haben, der auch das Gesetz des Werdens ist“, so brachte Christus dies in das gewaltige Bild vom Weinstock, wie es Johannes in Kap. 15, 1 f. berichtet:

„Ich bin der wahre Weinstock, und mein Vater ist der Weingärtner. Jede Rebe an mir, die keine Frucht trägt, nimmt er weg, und jede die Frucht trägt, reinigt er, damit sie mehr Frucht trage. Ihr seid bereits gereinigt durch die Kraft des Wortes (des Logos), das ich zu euch sprach. Wohnet in mir (in meinem Logos), so will ich in euch wohnen. Wie die Rebe aus sich selbst heraus keine Frucht tragen kann, sie sei denn durchströmt vom Leben des Weinstocks, so könnt auch ihr es nicht, ihr habet denn die Dauer gefunden in mir. Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht. Ohne mich aber könnt ihr nichts vollbringen. Wer nicht wohnt in mir, wird herausgerissen wie die Rebe und muss verdorren.“  

Wenn Seneca feststellte: „Der Logos-Durchdrungene ist Genosse der Götter, nicht ein untertänig Flehender“, so sagt Christus in Joh. Kap. 15, 13 f.:

„Eine größere Liebe kann niemand haben als die, sein Leben hinzugeben für seine Freunde. Ihr seid meine Freunde, wenn ihr dem Auftrag folgt, den ich euch gebe. Ich kann euch nicht mehr Knechte nennen, denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut. Ich nenne euch Freunde, weil ich euch alles habe erkennen lassen, was mir durch meinen Vater kundgeworden ist.“  

Und wenn Marc Aurel sagte: „Der Geist eines jeden (also die Logos-Monade in ihm) ist ein Gott und ein Ausfluss der Gottheit“, so erinnert Christus in Joh. 10, 34 seine Feinde an Psalm 82, 6: „Steht nicht geschrieben in eurem Gesetz: Ich habe gesagt, ihr seid Götter?“ Und bei dem Satz des Epiktet: „Der Mensch erlangt die Würde eines Tischgenossen der Götter und nicht nur eines Tischgenossen, sondern sogar eines Mitregenten“, steigt unwillkürlich das große Bild auf, da Christus mit seinen Freunden als den Repräsentanten der Menschheit beim Abendmahl zu Tische saß.

Das göttliche Dasein im reinen Denken

Die objektive Realität der Begriffe und Ideen und ihren Zusammenhang mit der Gottheit, aus der sie letztlich in das eigene Denken fließen, haben noch die Philosophen des deutschen Idealismus stark empfunden. Insbesondere Johann Gottlieb Fichte brachte dies deutlich zum Ausdruck in seinen Vorlesungen „Die Anweisung zum seligen Leben“, in denen zugleich eine Interpretation des Johannes-Evangeliums enthalten ist. Er ging davon aus, dass im Grunde in jedem die Sehnsucht nach dem Ewigen lebe. „Unaufhörlich umgibt uns das Ewige und bietet sich uns dar, und wir haben nichts weiter zu tun, als dasselbe zu ergreifen.“[5]

Alle Glückseligkeit ist damit verbunden. Aber in dem, was den Sinnen als Endliches unmittelbar entgegenkommt, ist es letztlich nicht zu finden, da bleibt der Mensch ebenso leer wie zuvor.

Das Element, der Äther, – die substanzielle Form … des wahrhaftigen Lebens ist der Gedanke. … Das Ewige … kann lediglich und allein durch den Gedanken ergriffen werden und ist, als solches, auf keine andere Weise uns zugänglich. … Und so besteht das wahrhaftige Leben und seine Seligkeit im Gedanken, d.h. in einer gewissen bestimmten Ansicht unserer selber und der Welt, als hervorgegangen aus dem inneren und in sich verborgenen göttlichen Wesen. … Im Geiste, in der in sich selber gegründeten Lebendigkeit des Gedankens, ruhet das Leben; denn es ist außer dem Geiste gar nichts wahrhaftig da. Wahrhaftig leben, heißt wahrhaftig denken und die Wahrheit erkennen.“[6]

Damit wird das Denken zugleich zum inneren Wahrnehmungsorgan für die Gottheit. (Ich weiß und erkenne), „dass man nur durch das eigentliche, reine und wahre Denken und schlechthin durch kein anderes Organ die Gottheit erkennen und das aus ihr fließende selige Leben ergreifen und an sich bringen könne. (…) Darin besteht die Religion, dass man in seiner eigenen Person, und nicht in einer fremden, mit seinem eigenen geistigen Auge, und nicht durch ein fremdes, Gott unmittelbar anschaue, habe und besitze. Dies aber ist nur durch das reine und selbständige Denken möglich. …  Das reine Denken ist selbst das göttliche Dasein, und umgekehrt: das göttliche Dasein in seiner Unmittelbarkeit ist nichts anderes als das reine Denken.“[7]

Der Prozess des reinen Denkens

Nun werden sich Leser mit Recht sagen: Aber ich erlebe kein göttliches Dasein in meinem Denken. – Im gewöhnlichen Alltagsbewusstsein bleibt uns das Denken als Prozess auch völlig unbewusst, nur das jeweilige Ergebnis des Denkprozesses, das Gedachte, also Begriffe und Ideen fallen ins Bewusstsein. Was wir im gewöhnlichen Sprachgebrauch das Denken nennen, ist eigentlich das Erscheinen des Gedachten. Wir sind zunächst nicht fähig, die Gegenwart des denkenden Bildeprozesses der Begriffe zu erleben, der uns vorbewusst bleibt. Wir haben es nur mit den sofort in die Vergangenheit fallenden fertigen Begriffen zu tun. Und diese sind nicht mehr lebendig, sondern schattenhaft, erstarrt, gewissermaßen abgestorben. Daher können sie auch nur Totes begreifen.

Platos Höhlengleichnis ist dafür ein treffendes Bild („Staat“, 7. Buch): Wir sitzen gefesselt in einer Höhle und können nur vor uns auf die hintere Wand blicken. Hinter uns brennt ein Feuer, das die Wand vor uns erleuchtet. Und zwischen unserem Rücken und dem Feuer tragen Wesen allerlei Dinge vorüber, deren Schatten vor uns auf die Wand geworfen werden. Nur diese Schatten fallen in unser Bewusstsein.

Dies ist die Situation unseres gewöhnlichen schattenhaften Denkens. Um das lebendige, wesenhafte Denken zu erfassen und zu erleben, müssen wir uns von den Fesseln befreien, um uns sozusagen umwenden zu können. Dazu ist eine höhere Willensanstrengung notwendig, als sie im gewöhnlichen Denken geschieht.

Wenn man sich über längere Zeit auf einen höheren Gedanken, der nicht durch äußere Eindrücke hervorgerufen ist, konzentriert und auf ihm immer wieder in meditativer Hingabe willentlich ruht, durchdringt man allmählich die Fläche des Gedankens und beginnt die dahinter verlaufende Tätigkeit des Denkens selbst zu erleben. „Und die Gedanken erfüllen sich mit einem ihnen eigentümlichen Leben, das der Denkende verbunden fühlt mit seinem eigenen Seelenwesen.“ Man erlebt also, wie die Begriffe und Ideen nicht mehr fest, schattenhaft sind, sondern inneres Leben haben, wie ein Gedanke selbst den nächsten Gedanken sucht und sich ein zusammenhängender Ideenorganismus bildet, von dem man den Eindruck hat: Nicht ich denke dies, sondern es denkt; das Weltendenken, der Logos, denkt in mir.[8]

Wer so erlebend in den Prozess des Denkens als in ein von ihm unabhängiges, objektives geistiges Geschehen eintaucht, „lebt während der Beobachtung unmittelbar in einem geistigen, sich selbst tragenden Wesensweben darinnen.“[9] Es ist eine Fülle des Erlebens, die auch mit dem gewöhnlichen Fühlen und Wollen nicht verglichen werden kann. Diesen gegenüber ist das gewöhnliche Denken kalt

und scheint das Seelenleben auszutrocknen. „Doch dies ist eben nur der stark sich geltend machende Schatten einer lichtdurchwobenen, warm in die Welterscheinungen untertauchenden Wirklichkeit. Dieses Untertauchen geschieht in einer in der Denkbetätigung selbst dahinfließenden Kraft, welche Kraft der Liebe in geistiger Art ist.“[10]  Es ist die willensdurchdrungene, weisheitsvolle Liebe des Christus-Logos.

 

 Anmerkungen

[1] Zitiert nach Wilhelm Kelber: Die Logoslehre, Frankfurt/M 1986, S. 22

[2] a.a.O., S. 27

[3] a.a.O., S. 26

[4] Zitiert nach Wilhelm Kelber a.a.O. S. 64,65, 66

[5] J. G. Fichte: Anweisung zum seligen Leben, Stuttgart 1962, S. 19

[6] a.a.O. S. 22, 23

[7] a.a.O. S.  31-32

[8] Vgl. dazu Rudolf Steiner: Vom Menschenrätsel, Dornach 1957, S. 159 f.

[9] Rudolf Steiner: Die Philosophie der Freiheit, Stuttgart 1955, S. 149

[10] a.a.O., S. 147

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Über Herbert Ludwig

Herbert Ludwig war viele Jahre Lehrer an einer Freien Waldorfschule. Er befasst sich schwerpunktmäßig mit den inneren und äußeren Bedingungen der Entwicklung des Menschen zur Freiheit und mit den Hintergründen der „europäischen Integrationsbewegung“, woraus seine Schrift „EU oder Europa?“ und Artikel auf seiner Webseite hervorgegangen sind Kontakt: Webseite | Weitere Artikel

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firenzass
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firenzass

Jesus als der Fleisch gewordene Logos?
Da waren die hier vom Autor bemuehten Stoiker wohl eindeutig anderer Meinung!
Waehrend der Regentschaft des Stoikers und Philosophenkaisers
Marc Aurel z.B. nahmen die Christenverfolgungen naemlich noch einnmal so richtig Fahrt auf. Warum?
Wenn Jesus der fleischgewordene Logos waere, dann waere aus Sicht des Stoikers mit Jesus der Logos ans Kreuz genagelt worden….sicherheitshalber,
damit dieser keinen Schaden mehr anrichten moege.

H. Ludwig
Gast
H. Ludwig

@firenzass
Erkennen Sie alles, was Sie nach Ihren Voraussetzungen eigentlich erkennen müssten?

hubi Stendahl
Gast
hubi Stendahl

Ihr Schluss ist sinnlos. Historisch gilt als gesichert, das Marc Aurel, der von Kindesbeinen an von griechischen Philosophen belehrt wurde, die Christenverfolgung nicht persönlich forcierte; im Gegenteil, er erlaubte ihnen privat das Praktizieren, obwohl offiziell verboten. Die Ausweitung der Verfolgung kam zustande, weil ein Volk stets Schuldige braucht, wenn eine missliche Lage entsteht und Ablenkung mit Brot und Spielen nicht mehr funktioniert. Im vorliegenden Fall waren es Inflation ( Reduzierung der Goldmenge in den Münzen), eine Pest, die verheerende Tiber-Überschwemmung und der umfassende Krieg gegen die Germanen. Und wer hatte die Schuld an den Verwerfungen? Die Christen. Im übrigen war… Read more »

dragaoNordestino
Gast

@stendahl …. “Ich habe Feuer auf die Welt geworfen und siehe, ich hüte es, bis sie brennt”. Er wollte natürlich nicht dass die “Welt brennt”. Er wollte, dass Dir EIN LICHT AUFGEHT, das Feuer in Dir entfacht wird! Davon sind wir allerdings weiter denn je entfernt. Nette Interpretation … Jedoch wäre ich mir nicht so sicher. Nach Lukas soll Jesus auch folgendes geäussert haben: “Meinet ihr, dass ich gekommen bin um Frieden zu bringen auf Erden? Ich sage: Nein, sondern Zwietracht….. Es wird sein der Vater wider den Sohn, und der Sohn wider den Vater; die Mutter wider die Tochter,… Read more »

hubi Stendahl
Gast
hubi Stendahl

Hallo @dragao, Sie dürfen solche Logien nicht einfach verkürzen, weil sie den Sinn sonst verfehlen müssen. Lukas, oder wie immer die aufschreibende Person tatsächlich hieß, hat mindestens 80 – 100 Jahre nach dem Tod Jesus von irgendeinem Dritten oder Vierten? diese Sätze übernommen. Wenn Sie aufmerksam den kompletten Text lesen werden Sie sehen, dass hier irgendetwas nicht stimmen kann. Denn “Lukas” hat vergessen die Akteure zu zählen: “…sondern Zwietracht, denn von nun an werden fünf in einem Hause uneins sein, drei wider zwei, und zwei wider drei. Es wird sein der Vater wider den Sohn, und der Sohn wider den… Read more »

dragaoNordestino
Gast

Ja nun @stendahl, man kann natürlich alles irgendwie schön reden.. Nur solche Aussagen waren und sind ja nicht isoliert im Raum… Jesus sagte offenbar so manches …..

So weis ein weiterer Lukas zu berichten: “So jemand zu mir kommt, und hasst nicht seinen Vater, Mutter, Weib, Kinder, Brüder, Schwestern und dazu sein Leben, der kann nicht Jünger sein”

Und ein Matthäus berichtet zu Jesus: “Wer Vater und Mutter mehr liebt denn mich, der ist meiner nicht wert”

Und zu seiner Mutter sagte Jesus laut Johannes: “Weib, was habe ich mit dir zu schaffen?”

Also alles gar nicht so nette Sachen…. Wie auch immer

fofo
Gast
fofo

“alles irgendwie schön reden..” Das alte Problem @Stendahls. Er vertritt seine Agenda, den Nationalstaat christlicher Praegung, unter komplettem Ausschluss der realen Umstaende, der Tatsache dass Nationalismus und Christentum oder Religionen allgemein in der Geschichte nur Unglueck ueber die Menschheit gebracht haben und als Mittel zur Manipulation der Massen eingesetzt wurden. Ich sehe keinen Grund warum man diese beiden Zombieleichen wiederbeleben sollte, moegen sie auf ewig in Frieden ruhen. Zum Artikel allgemein waere zu erwaehnen, dass es sich wohl um das letzte Aufbaeumen eines im Abstieg begriffenen Bildungsbuergertums handelt, dessen humanistische Bildungsideale wertlos geworden sind und das den Zug der Zeit… Read more »

hubi Stendahl
Gast
hubi Stendahl

@fofo Sie springen stets zu kurz: “der Tatsache dass Nationalismus und Christentum oder Religionen allgemein in der Geschichte nur Unglück über die Menschheit gebracht haben.” Ein Glaube derer, die sich nie die Mühe machten die Dinge zu hinterfragen und sich deshalb zu Handlangern jener machen, die es seit ewigen Zeiten in Wahrheit inszenieren. Was hat das Christentum mit Jesus von Nazareth zu tun? Nur weil sich einige Verbrecher über Jahrtausende seiner uminterpretierten Philosophie als Papst-Religion bemächtigten, trägt er die Schuld am ohne Zweifel verbreiteten Leid? Sie müssen wirklich ganz von vorn anfangen. Das gilt auch für Ihre Interpretation, dass nicht… Read more »

fofo
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fofo

@Stendahl

Die Antwort ist einfach. Im Gegensatz zu Ihnen habe ich keine Halluzinationen und gebe ich mich auch nicht mit solchen ab. Der Eindruck, dass Ihre Kenntnisse, auch die angeblichen volkswirtschaftlichen, ominoesen Bibelinterpretationen entstammen besteht schon lange.

Installieren will ich gar nichts, das ist der Unterschied zu dem dem was man einen Gesellschaftsklempner nennt.

hubi Stendahl
Gast
hubi Stendahl

@dragao, Alle von Ihnen zitierten Gleichnisse oder Aussagen müssen Sie zunächst unter dem Aspekt der Authentizität betrachten. Keine der Gleichnisse oder Aussagen sind zeitgenössisch belegbar, sondern nach etlichen Jahrzehnten oder sogar Jahrhunderten vom Hörensagen zu Papier gebracht worden. Gewissermaßen in einer primären oralen Kultur, wie man Völker beschreibt, in denen Schrift zu einem hohen Prozentsatz unbekannt ist. So war das bis auf eine kleine Elite auch vor 2015 Jahren in Mesopotamien. Die neuzeitlichen Test hinsichtlich der Weitergabe einer Information vom Sender über drei Vermittler an einen Empfänger sind ihnen wahrscheinlich bekannt; oder wie aus einem Waschbär eine Fledermaus wird. Will… Read more »

Kostag
Gast
Kostag

Also, ich beteilige mich gern als nunmehr mehr Wissender an der laut Anweisung Di?kussion. Wenn ich den Autor richtig verstehe, hat das Denken also eine Grundlage, ich zitiere: “das zentrale Göttliche, das als erschaffende Geistes- und Weisheitskraft allem Gewordenen und allem menschlichen Denken zugrunde liegt” Diese Grundlage, das “zentrale Göttliche”beruht sicherlich seinerseits auch auf einem Ursprung, vermutlich auf der Schildkröte auf der die Erde, eine Scheibe bekanntlich, ruht. Und die Schildkröte steht bekanntlich auf einer weiteren, die wiederum auf der nächsten und so fort. Eine sehr einleuchtend selbsterklärende Erklärung, danke. Jetzt aber schafft der Mensch sich und der zentralen Göttlichkeit… Read more »

Freemann
Gast
Freemann

Ich korrigiere: Die Welt wird laut früheren Gelehrten Asiatischen Ursprungs von einem Elephanten getragen der auf einer Schildkröte steht. Ein einfacher Mann fragte die Gelehrten: Worauf steht die Schildkröte? Die überlegten lange und sagten: Sie sitzt auf Schlamm. Von da an war alles klar und der Ursprung des Lebens war Schlamm. Obwohl diese Erklärung schon sehr alt ist ( Indien mindestens 5000Jahre) kommt sie mir sehr modern vor.

Gust
Gast
Gust

Herbert Ludwig: “Viele Menschen irren gedankenverloren durch eine trieb- und giergelenkte Gesellschaft. Was kann sie retten?” SELBSTERKENNTNIS “Selbsterkenntnis-ist das Kind von Taten der Liebe…… Habe Ausdauer wie einer, der für alle Zeiten Bestand hat. Deine Schatten leben und vergehen, das in dir, was für immer leben wird, das in dir, was erkennt, weil es Erkenntnis ist, gehört nicht dem flüchtigen Leben an: Es ist der Mensch, der war, der ist und sein wird, für den die Stunde niemals schlagen wird.” KARMA “Wenn du süßen Frieden und Ruhe ernten willst….säe den Samen des Verdienstes auf den Feldern künftiger Ernten….. ” Zit.… Read more »

Karl Bernhard Möllmann
Gast
Karl Bernhard Möllmann

. . . Herbert Ludwig fragt: . “Wie kommt die Weisheit ins Denken?” . “WEISHEIT” definiert mein WAHRIG, Deutsches Wörterbuch als: “einsichtige Klugkeit, Lebenserfahrung, geistige, innere Reife, Abgeklärtheit; überlegenes Wissen, Gelehrsamkeit;” . Die größte VERWIRRUNG angeblich “moderner” Wissenschaft zu diesem Thema stammt aus der vorsätzlichen VERMISCHUNG der “hardware” wie dem GEHIRN – mit der “software” wie den GEDANKEN & ERINNERUNGEN. . Während das GEHIRN, wie alle MATERIE – beim Tod abstirbt – bleiben ERINNERUNGEN & GEDANKEN unzerstörbar auch über den Tod hinaus erhalten. . DIESE REALITÄT ERKLÄRT ABER DIE WESTLICHE MACHT-POLITIK ZU KOMPLETTEM WAHNSINN – UND WIRD DAHER MIT KRIMINELLER… Read more »

Hans
Gast
Hans

Aber hallo! Das Denken – und vor allem die Weisheit sind doch längst abgeschafft! Man schau doch nur auf die Politster, die sich selbsgefällig die “Eliten” nennen.

Rosi
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Rosi

Herr Ludwig geht in seinem Artikel davon aus, dass das Wort “Logos” in erster Linie mit Weltvernunft übersetzt wird. Diese Weltvernunft setzt er dem Göttlichen gleich. Also: Logos = Göttlich. Wie kommt man darauf, dass der Logos göttlich ist? Logos hat sehr viele Bedeutungen bzw. lässt einiges an Interpretationen zu. Nicht umsonst haben sich die griechischen Philosophen so viele Jahre damit beschäftigt, insbesondere auch Sokrates und sein Schüler Platon. Platons Höhlengleichnis ist übrigens leider im Artikel viel zu kurz gekommen und viel tiefsinniger zu betrachten, als uns der Autor hier aufzeigt. Die Überschrift des Artikels macht uns glauben, dass wir… Read more »

Libelle
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Libelle

, gepaart mit Regeln und Gesetzen, die von Geisteskranken (Politiker) aufgestellt wurden.
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So wie hier?
Das ist der Hammer!

waltomax
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waltomax

Es geht momentan darum, das Denken vollkomen auf seine materiellen Grundlagen zu reduzieren. Erst dann, wenn man es als neuronalen Prozess begriffen und darstellen und deuten kann, steht der Weg in die künstliche Intelligenz wirklich offen. Und das ist gewollt! Begriffe wie “Logos” und “Weisheit” werden dabei als metaphsische Spekulation gesehen, für die es keine Verifizierung oder Falsifikation geben kann, weil sie einer naturwissenschaftlichen Überprüfung ein keiner Weise zugänglich sind. Der Zeitgeist im Sinne eines neoliberalen Materialisms möchte den Menschen als Maschine sehen. Reduziert auf seine Funktion. Dafür werden Billionen ausgegeben. Was soll da der Deutsche Idealimus, der gerade dabei… Read more »

fofo
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fofo

“Es geht momentan darum, das Denken vollkomen auf seine materiellen Grundlagen zu reduzieren.”

Das ist falsch. Allein schon aus dem Grund, dass die Theorien selbst der Physik natuerlich im Reich der Ideen beheimatet sind und ernsthafte Naturwissenschaftler sich stets der Grenzen ihrer Forschung bewusst waren. Noch deutlicher in den interdisziplinaeren kognitiven Wissenschaften, besser bekannt unter starker KI. Begriffe wie Logos und Weisheit werden hier natuerlich wertlos.

fofo
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fofo

“dass die Theorien selbst der Physik natuerlich im Reich der Ideen beheimatet”

Hab natuerlich vergessen zu sagen, da als selbstverstaendlich vorausgesetzt, dass gedankliche Konstrukte Bezug zur Natur haben koennen, das waere der Bereich der Physik, oder reine Abstraktion, das waere die Mathematik, oder Esthetik, das waere die Kunst, oder reine Spekulation oder Halluzination, das waere Religion/Esoterik, oder Moral, das waeren unvollendete Ideen Ideale ..

fofo
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fofo

“Begriffe wie Logos und Weisheit werden hier natuerlich wertlos”

Es geht nicht um falsifizierbar. Sie werden bedeutungslos da die Realitaet sich in zahllose Perspektiven aufspaltet.

hubi Stendahl
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hubi Stendahl

@waltomax “Sobald die erste Maschine mit Bewusstsein wirklich und autonom in Aktion tritt, wird Gott als eine verzichtbare Hypothese beerdigt.” Ich halte Ihr Resumeé für zu pessimistisch, es klingt nach Resignation. Ich denke, sobald die Wissenschaft in der Lage ist zu erkennen, dass hinter dem kleinsten Teilchen intelligente nicht manipulierbare Information steckt, werden sie und die Menschen beginnen umzudenken. Falls wir uns nicht selbst auflösen. Der heutige Stand der Technik erlaubt uns die Annahme, dass wir uns an der Schwelle zur Entdeckung der Entstehung von Materie befinden, Dr. Christina Rüdel: “Also wir haben definitiv Elektronen-Positronen-Paare gesehen. Wir müssen jetzt schauen,… Read more »

fofo
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fofo

Ganz nett Stendahl. Stellt sich nur die Frage wie Sie von der Physik zu Ihren Bibel-Stories kommen.

hubi Stendahl
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hubi Stendahl

@fofo

Kennen Sie den Dunning-Kruger-Effekt?

https://karrierebibel.de/dunning-kruger-effekt/

fofo
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fofo

@Stendahl

Kenn ich nicht, ich merke nur immer wieder, dass die Masse viel duemmer ist als ich glauben moechte.

Greenhoop
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Greenhoop

Auch wenn es nur indirekt mit dem Artikel zu tun hat, empfinde ich die folgenden Gedanken wohltuend inspirierend und vor allem logisch. Es gibt glücklicherweise noch genügend helle Geister. Zur oftmals simplifizierenden Gleichsetzung von Intelligenz und künstlicher Intelligenz Intelligenz ist ist die Fähigkeit, abstrakt und vernünftig zu denken und daraus zweckvolles Handeln abzuleiten. Abstrakt und vernünftig zu denken setzt der Definition eines Gedanken nach eine Psyche, für psychische Handlungen, damit das Bewusstsein voraus. Künstliche Intelligenz bleibt aufgrund der fehlenden Fähigkeit, abstrakt und vernünftig zu denken, durch die Simulation von Denkoperationen eines in Wahrheit nicht vorhandenden Bewusstseins, dessen Operationen zwar abstrakt… Read more »

fofo
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fofo

@greenhoop

Die Frage ob Maschinen Bewusstsein haben werden ist irrelevant. Maschinen werden Menschen zunaechst fuer spezielle Aufgaben weit uebertreffen und ersetzen, viel schneller als Sie es glauben, und in weiterer Zukunft allgemein intelligentes Verhalten zeigen. Man wird es einfach nicht unterscheiden koennen.

Greenhoop
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Greenhoop

@fofo

Die nächste große Verwerfung wird die Menschheit derart in die Versenkung schicken und damit die feuchten Träume der Transhumanismus Gläubigen, sowie die Industrie 4.0 Schwafler zum Schweigen bringen.

Narrative gibt es viele, ich bin nicht (mehr) naiv genug, den Märchenerzählern zu glauben.

fofo
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fofo

@greenhoop, ich schliesse ja nicht aus, dass ihr Pessimismus wahr wird. Aendert aber nichts an der Tatsache und ein paar werden es ueberleben, darunter ich und meine Familie.

Greenhoop
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Greenhoop

@fofo

Aber was fangen Sie mit sich an, wenn niemand mehr auf GEOLITICO schreibt und Ihr Weinkeller leer ist.

fofo
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fofo

Ach greenhoop, natuerlich werde ich geolitico vermissen. Aber mein Weinkeller wird mich nicht in Stich lassen 200ml/die x 365 x 30. 2050 ist die Krise vorbei. Keine Verkehrsstaus mehr, keine Grenzen, kein Muell, keine Steuern ..

Greenhoop
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Greenhoop

2050, schöne Vorstellung wenn sich Ihr(e) Magensonde und Bardolino zwecks finalem Austausch, ein letztes mal treffen.

fofo
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fofo

2050 bin ich biologisch gerade 75, hab ich mal checken lassen, 2-taegige Prozedur. Und dann .. Chromosomenverlaengerung?, schaun mer mal ..

waltomax
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waltomax

waltomax
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waltomax

waltomax
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waltomax

Ich weiß ja nicht, ob ich der einzige bin, dessen Seelenlage eher mit dieser Musik zum Ausdruck kommt, als durch den Transhumanismus. Je mehr ich die Möglichkeit eines rein materialistischen Denkens zulasse, desto mehr bin ich geneigt, um meine Seele zu kämpfen. Aus Verzweiflung, getrieben von der Furcht, da sei eben doch nicht mehr als Materie. Verkennen wir nicht, wie der Zeitgeist sich entwickelt. Was als wissenschaftlicher Materialismus seinerzeit im Kommunismus gelehrt wurde, kommt im Neoliberalismus nur in einem anderen Gewande daher. Wenn ich diese Musik höre, so hoffe ich dadurch ein Gebet aufsteigen zu lassen, so intensiv, wie ich… Read more »

waltomax
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waltomax

Zitrone
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Zitrone

Blicke ich in die Natur, sehe ich nichts anderes als verdichteten Geist, der zuvor eine Idee des Logos, des göttlichen Schöpfergeistes war. Solange die Menschheit diese Tatsache nicht begreift, wird der Niedergang weitergehen. Heute morgen las ich in einem anderen Forum: “Der Kosmos sei ein einziges großes Gehirn”. Diese zweifelhafte “Erkenntnis” kommt von zwei Physikern, die gar nicht mehr anders können, als rein materialistisch zu denken. Bevor das “Gehirn” existiert, braucht es zuerst die Idee des Gehirns, die wiederum eines Schöpfergeistes bedarf. Ein Tischler hat zuerst die Idee eines Gegenstandes, bevor der Gegenstand Gestalt/Form annimmt. In dieser Videoreihe wird sehr… Read more »

Zitrone
Gast
Zitrone

Warum das Schriftbild derart auseinander gerissen ist,
bleibt mir unerklärlich.

Zitrone
Gast
Zitrone

Jeder unbefangen Suchende, der Fragen zu den vier Evangelien hat, kann bei
Interesse diese Videoreihe ansehen. Vielleicht gibt es ja einige stille Leser, die
über ihren gedanklichen Tellerrand hinausblicken wollen.

fofo
Gast
fofo

“Ich bin verrueckt, also bin ich” Eric Lippmann.

Zitrone
Gast
Zitrone

Ergänzend:

“Geheimsprache der Bibel entschlüsselt: Das Johannes-
evangelium im Röntgenblick” Teil 1/7

fofo
Gast
fofo

Zur Erbauung geschundener Seelen eine Lektuere alternativ zum Esoterik-Geschwurbel

http://max-stirner-archiv-leipzig.de/dokumente/1844-Der-Einzige-und-sein-Eigentum-(1845-1893-1991).pdf

hubi Stendahl
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hubi Stendahl

@fofo Stirner ist kein schlechter Einstieg in die Welt der Denker. Ich wusste bisher nicht, dass Sie noch so jung sind. Denn………… Stirner ist genau der Richtige, um mit zwanzig Jahren neben Nietzsche und Proudhon einzusteigen und mit vierzig vieles seiner philosophischen Ideen mit ergebnisoffenem Studium konträrer Literatur zu entlarven, zu verwerfen, manchmal auch fortzuentwickeln. Dieses von Ihnen empfohlene Buch habe ich als wirr, als unchronologisch zusammengeschriebene Gedankenfetzen in Erinnerung, die schwer lesbar sind. Haupt-These: Der Mensch handelt ausschließlich und radikal seinem Nutzen folgend. These 2: Der Mensch und nicht irgendein imaginärer Gott, der von Mächtigen missbraucht (erfunden?) wurde, ist… Read more »

fofo
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fofo

@Stendahl

“Ist das soweit richtig?”

Nein, ueberhaupt nicht. Lesen Sie’s halt nochmal. Bin uebrigens 66, biologisch 48, wahrscheinlich weil ich nicht so gestresst bin wie Sie , unter anderem.

Karl Bernhard Möllmann
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Karl Bernhard Möllmann

. . . Wenn man die Kommentare der NICHT-WISSER der Reihe nach Revue passieren lässt – dann wird eines glasklar – MK-ULTRA, die GEHIRN-Wäsche der NAZI’s & später der CIA, war ein durchschlagender Erfolg! . Die vollkommen natürliche Fähigkeit aller Menschen – sich seiner Existenz als GEISTIGES Wesen bewußt zu sein – ist scheinbar restlos abgeschafft. . Ebensowenig ist geblieben vom ewigen Bewußtsein des WISSENS – welches über alle körperlichen Leben hinweg – den mentalen Teil des Menschen ausmacht. . Geblieben ist einzig & allein die schnöde Materie! . Billigster CHINA-Ramsch als die neueste Krone der Schöpfung! . Wir sind… Read more »

Zitrone
Gast
Zitrone

@KBM

“Ebensowenig ist geblieben vom ewigen Bewußtsein des WISSENS – welches über alle körperlichen Leben hinweg – den mentalen Teil des Menschen ausmacht.”

Glückwunsch! Wenn Sie so denken, wird Sie vielleicht diese
Vortragsreihe interessieren:

“Wer ist tot und wer lebendig? Der spirituelle Blick sieht
Dinge anders – Unser Leben im Jenseits” 1/9

Freeman
Gast
Freeman

Ein schöner Titel der nicht ganz hält was er verspricht. Du bist was du denkst. Wir wissen wirklich nicht viel über unser Denken. Obwohl ziemlich verschmäht scheint mir das Buch Dianetik (Def: Dia = durch Nous= Seele-Verstand) von L.R. Hubbard der ernsthafteste Versuch zu sein den Verstand mit seinen Irrationalitäten auf den Grund zu gehen. Alles was wir erlebt haben scheint aufgezeichnet zu sein und wird uns immer wieder durch den Verstand mittels Bilder oder Überzeugungen gezeigt und ist abrufbar. Die Frage ist, wer schaut die Bilder an? Es wurde noch nie ein Körperteil isoliert wo das Bewußtsein lokalisiert wurde… Read more »