Glücksgöttin verzweifelt an Europa

Poker / Quelle: Pixabay, lizenzfreie Bilder, open library: https://pixabay.com/de/karten-black-jack-kasino-1030852/ Poker / Quelle: Pixabay, lizenzfreie Bilder, open library: https://pixabay.com/de/karten-black-jack-kasino-1030852/

 

 
Verzweifeln muss in Europa nicht nur Fortuna. Auch die Spieler verzweifeln, denn sie wollen endlich raus aus der Grauzone der deutschen Glücksspielindustrie.

Seit Jahren ist man sich in Europa darüber uneinig, wie man mit dem Online Glücksspiel umgehen soll. Es scheint einen Konsens zu geben, und zwar den, dass man sich die Umsätze, die aus dem Online Glücksspiel entstehen, nicht entgehen lassen möchte. Nur sagt man dies nicht laut und deutlich.

Der Fiskus reibt sich die Hände in den Ländern, wo das Online-Glücksspiel vollständig legal ist. In der Schweiz, Österreich, in Italien und einigen anderen Ländern hat man keine Probleme damit, zuzugeben, dass es am Ende wirklich alleine nur um Geld geht.

Hierzulande bewegt sich das Online-Glücksspiel in einer Grauzone, wenngleich das Glücksspiel in Deutschland deshalb nicht weniger beliebt ist. Der Glücksspielstaatsvertrag sagt, dass das Glücksspiel im Internet bei uns nicht erlaubt ist. Die Regierung Schleswig-Holstein sagt, diese Regelung gefällt uns nicht, wir machen Ausnahmen. Ab 2011 erteilt die Schleswig-Holstein Landesregierung jedes Jahr eine begrenzte Anzahl an Glücksspiellizenzen. Die Kandidaten müssen aber bestimmte Kriterien erfüllen, um eine Lizenz zu erhalten. In erster Linie geht es hier um Spielerschutz, also die Zuverlässigkeit und Sicherheit des Online-Casinos, sowie um Transparenz des Unternehmens. Die hohen Anforderungen des Landes Schleswig-Holstein bedeuten für die Spieler vor allem Rechtssicherheit. Das Glücksspiel in Deutschland ist also, zumindest bei einem Casino mit der Lizenz aus Schleswig-Holstein, ziemlich gut reguliert.

Entweder hat man Glück und findet eine Webseite, bei der man getrost spielen und seine Gewinne mit nach Hause nehmen kann, oder hat man Pech, und das Finanzamt wird böse – vielleicht haut einem auch der Arm der Justiz auf die Finger. So genau weiß man es zunächst also nie, wenn man eine Webseite öffnet, ob man sich noch auf legalem Boden befindet. Man kann also sagen, dass die Sache mit dem Glücksspiel hierzulande das reinste Glücksspiel ist.

Die starke Lobby der traditionellen Casinos

Staatliche Anbieter, wie z.b. in Deutschland die Lotto Anbieter oder Quasi-Monopolisten wie die Casino Austria AG tun sich selbstverständlich schwer, Online Casinos als Konkurrenz zu akzeptieren. Man kann es ihnen nicht verdenken. Die Umsätze der Industrie sind gigantisch. Dass sie diese Umsätze zu schützen versucht und nicht so ganz kampflos der Online Branche überlassen will, ist verständlich. Doch soll man denn noch nicht einmal ein Spielchen Poker online spielen dürfen? Gerade bei uns, wo Poker so beliebt ist?

Ist Poker legal oder illegal?

Aber ist es denn wirklich illegal? Oder macht der Glücksspielvertrag da Ausnahmen? Poker ist ein altes Spiel. Es erfreut sich in deutschen Landen immer schon großer Beliebtheit. Die meisten von uns lernen es, wenn wir noch in den Kinderschuhen stecken.

Auch das Online-Poker erfreut sich großer Aufmerksamkeit deutscher Pokerspieler. Spätestens seit ein gewisser Chris Moneymaker bewiesen hat, dass man mit Online Poker richtig Geld gewinnen kann, findet das Online Poker verstärkt Zulauf.

Doch Online Poker gehört zum Online Casino, oder nicht?  Ist man auch da in Europa geteilter Meinung? Die Franzosen können sich z.B. freuen, denn es gibt diverse legale Online-Poker Anbieter in Frankreich.

Nicht überall ist das jedoch so. In Italien und der Schweiz z.B. hat man eher Probleme beim Online Poker. In Deutschland pokert man fleißig weiter, dann eben bei Online Casinos, die keine Lizenz aus Deutschland haben.

Unterliegen Sportwetten und Casino ähnlichen Regulierungen?

Zwischen Sportwetten und Online Casino tut sich nicht viel, es gibt keinen großen Unterschied, wenn es nach dem Gesetzgeber gibt. Doch auch da gibt es Unterschiede in den einzelnen europäischen Ländern.

Bei Sportwetten in Norwegen z.B. gibt es eine sehr strenge Regulierung. Norwegen hat wahrscheinlich die striktesten Glücksspielregulierungen Europas. In Norwegen gibt es keine Grauzone so wie in Deutschland. In Norwegen ist es für die Glücksgöttin einfach nur mächtig kalt.

In 2008 wurde der Status des Glücksspiels von ausländischen Webseiten in Norwegen für illegal erklärt.  Doch die Norweger halten es wie die Deutschen, die Schweizer, die Griechen und viele andere Nationalitäten, die es beim Online Glücksspiel und bei Online Sportwetten schwer haben. Sie spielen teilweise bei Webseiten, die schlecht oder gar nicht reguliert sind.

Die bekanntesten internationalen Regulierungsbehörden

Zu den am häufigsten bemühten Regulierungsbehörden Europas gehören wahrscheinlich die Malta Gaming Authority und die Gibraltar Gambling Commission. Doch auch die UK Gambling Commission, UKGC, erteilt viele der Lizenzen in Europa. Nicht zuletzt wohl, weil viele der Sportwettenanbieter aus Großbritannien stammen.

Bei Online Casinos und Online Buchmachern, die mit einer Lizenz aus bei einem europäischen Land wie Gibraltar, Großbritannien, Italien oder Spanien operieren, kann man als europäischer Spieler eigentlich noch getrost spielen.

Schwieriger wird es bei den Lizenzen, die aus bestimmten Karibikstaaten oder Indianerreservaten in Nordamerika stammen. Auch diese vergeben Lizenzen. Ob man dort als Kunde aber wirklich noch geschützt ist, wenn sich mal ein Problem ergibt? Die Schuld liegt aber beim Staat, nicht beim Spieler.

Wann ist eine endgültige Einigung zu erwarten?

Fortuna befindet sich bei uns im Limbo. Zuletzt setzten sich die Experten in diesem Jahr zusammen, beim dritten Bundeskongress zum Glücksspielwesen. Leider konnte man sich da auch wieder nicht so ganz einig werden. Es gibt Druck von außen, in Brüssel sagt man, Deutschland soll er sich langsam anpassen. Deutschland hält den Rest Europas auf.

Doch dem ist eigentlich gar nicht so, denn die Glücksgöttin ist, wie wir an verschiedenen Beispielen gesehen haben,  nirgendwo sehr beliebt. Doch die Hoffnung stirbt zuletzt. Vielleicht schaffen sie es ja beim nächsten Kongress.

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