Kauf-Prämie für E-Autos floppt

Elektroauto / Quelle: Pixabay, lizenezfreie Bilder, open library: https://pixabay.com/de/elektroauto-auto-elektro-fahrzeug-1458836/ Elektroauto / Quelle: Pixabay, lizenezfreie Bilder, open library: https://pixabay.com/de/elektroauto-auto-elektro-fahrzeug-1458836/

 

Die Deutschen kaufen keine E-Autos. Zwar schuf die Regierung auf Wunsch der Auto-Industrie eine Kauf-Prämie. Doch die Autofahrer haben das Spiel durchschaut, schreibt Gotthilf Steuerzahler.

Die Politik arbeitet gerne mit Anreizen, wenn die Bürger zu einem bestimmten Verhalten veranlasst werden sollen. Dafür kommen Steuervergünstigungen oder Zuschüsse in Frage. Oftmals verpuffen solche Anreize jedoch, wenn die Bevölkerung erkennt, dass sie keine Vorteile von der staatlich geförderten Maßnahme zu erwarten hat. Genau das spielt sich derzeit bei der Absatzförderung von Elektroautos ab, welche von der Bevölkerung kaum in Anspruch genommen wird.

Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, mit Hilfe von Zuschüssen den Absatz von Elektrofahrzeugen zu fördern. Die Nachfrage nach umweltschonenden Elektroautos soll um mindestens 300.000 Fahrzeuge erhöht und dadurch ein nennenswerter Beitrag zur Reduzierung der Schadstoffbelastung der Luft geleistet werden. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hat hierzu im Juli 2016 eine Förderrichtlinie erlassen.

Danach erhält der Käufer eines batteriebetriebenen Neufahrzeugs einen Umweltbonus von 4.000 Euro bzw. bei einem Hybrid-Neufahrzeug einen Bonus von 3.000 Euro. Bund und Unternehmen der Automobilwirtschaft sollen jeweils die Hälfte der Förderung tragen. Die Aktion ist zeitlich begrenzt, Ende Juni 2019 soll die Förderrichtlinie außer Kraft treten.

Kaufprämie eine Idee der Autoindustrie

Die deutsche Automobilindustrie hat die Entscheidung der Bundesregierung zur Einführung des Umweltbonus und zu dessen Ausgestaltung wesentlich beeinflusst. Die Bundesregierung hatte zunächst ein CO-basiertes Bonus-Malus-System oder eine verbindliche Elektrofahrzeug-Quote für Automobilhersteller bevorzugt. Schließlich hat sie aber den Vorschlag der Automobilwirtschaft übernommen, eine „Kaufprämie“ einzuführen.

Kenner der Materie haben kritisiert, dass hier die Automobilindustrie, die von der Absatzförderung profitiert, in erheblichem Umfang Einfluss auf die Ausgestaltung der Förderung genommen hat. Schließlich sei der Staat zu einer neutralen Aufgabenwahrnehmung verpflichtet und dürfe sich nicht für die wirtschaftlichen Interessen bestimmter Gruppen einspannen lassen.

Maßgeblich für die Bemessung des Beitrags der Automobilhersteller zum Umweltbonus ist der sogenannte Nettolistenpreis des Basismodells. Ausgehend von diesem Preis muss der Verkäufer dem Käufer mindestens einen Nachlass bei reinen Elektroautos von 2.000 Euro und bei Hybrid-Fahrzeugen von 1.500 Euro gewähren. Allerdings erhalten Käufer üblicherweise ohnehin Abschläge auf den Listenpreis von Neufahrzeugen. Diese Rabatte liegen deutlich über dem von der Automobilindustrie zu tragenden Anteil am Umweltbonus. Untersuchungen haben ergeben, dass der Anteil der Hersteller am Umweltbonus häufig mit den bei Neuwagen üblichen Rabatten verrechnet wird. Insofern leistet die Automobilindustrie in diesen Fällen keinen wirklichen Beitrag zum Umweltbonus.

Es geht nicht um die Autofahrer, sondern um die Gewinne der Konzerne

Der Staat hat solchen Tricksereien bei den Verhandlungen über den Umweltbonus keinen Riegel vorgeschoben. Kritiker fordern nun, dass die Automobilindustrie ihren Beitrag zur Umweltprämie nicht länger durch eine Verrechnung mit den auch ansonsten gewährten Nachlässen erbringen kann. Das Bundeswirtschaftsministerium will auf die geübte Kritik nicht reagieren. Es hat darauf hingewiesen, dass die Automobilindustrie bei Elektrofahrzeugen wegen der hohen Entwicklungskosten keine oder nur geringe Gewinne erzielen könne. Ja wenn dem so ist, kann der Staat selbstverständlich keinen echten finanziellen Beitrag der Automobilwirtschaft zur Umweltprämie verlangen. Die Gewinne der Automobilindustrie dürfen schließlich nicht geschmälert werden!

Seit Inkrafttreten der Förderrichtlinie blieben die Anträge auf Zahlung der Umweltprämie erheblich hinter den Prognosen zurück. Fachleute führen die geringe Nachfrage auf die hohen Anschaffungskosten für Elektroautos sowie die noch immer fehlende Ladeinfrastruktur zurück. Vor diesem Hintergrund erscheint es überaus fraglich, ob das Ziel von rund 300.000 Anträgen bis zum Ablauf der Förderrichtlinie im Jahr 2019 erreicht werden wird.

Die Bundesregierung lässt sich von der schleppenden Inanspruchnahme der Absatzförderung hingegen nicht beeindrucken. Eine breitere Modellpalette der Automobilhersteller, eine verbesserte Ladeinfrastruktur sowie eine verstärkte Diskussion um Luftreinhaltungsmaßnahmen in Städten würden für eine höhere Inanspruchnahme der Förderung über die bisher vorliegenden Zahlen hinaus sorgen.

Wie so oft vertraut der Staat auf das Prinzip Hoffnung, welches die Dinge schon richten wird. Eher sieht es aber danach aus, dass die potentiellen Käufer einfach zu klug sind, um sich von einer kleinen Prämie zum Kauf eines überteuerten und wenig alltagstauglichen Elektrofahrzeugs motivieren zu lassen

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Barbara
Gast
Barbara

Wie sieht es denn bei der Bundesregierung aus!? Wasser predigen und Wein trinken, kennen wir doch inzwischen!

Wayne Podolski
Gast

Vielleicht sollte sich der Verfasser dieses Artikels mal damit beschäftigen, wie hoch der Mehrwertsteueranteil beim Benzin im Vergleich zum Strom ist. Dann wird er nämlich ziehmlich schnell erkennen, das eine Umstellung zum E-Mobil politisch überhaupt nicht gewollt sein kann. Da wird ein Kaufanreiz gewährt, den man über die Mwst. sofort wieder rein kriegt und man wahrscheinlich genau weiß, das der erhöhte Strombedarf der Elektroautos durch alternative Energien überhaupt nicht gedeckt werden kann. Der potentiell kluge Käufer weiß nur, das wenn er sein Fahrzeug Sonnabends um 14.00 wäscht, er beim Nachbarn weniger Eindruck mit seinem mickrig aussehenden E-Fahrzeug schindet, als mit… Read more »

dragaoNordestino
Gast

dass die Automobilindustrie bei Elektrofahrzeugen wegen der hohen Entwicklungskosten keine oder nur geringe Gewinne erzielen könne. Ja so siehts aus, wenn man kollektiv den Fortschritt verschläft und glaubt, sich noch ein paar Jährchen, mit Betrugssoftware über Wasser zu halten…. diese haben ander genutzt und gehen Millionenfach in Produktion (Asien). dass die potentiellen Käufer einfach zu klug sind, um sich von einer kleinen Prämie zum Kauf eines überteuerten und wenig alltagstauglichen Elektrofahrzeugs motivieren zu lassen Der Satz ist falsch. Potentiellen Käufer in der BRD sind zu gehirngewaschen durch Seiten wie diese (Realitätsverweigerer), um sehen zu können, dass der Zug anderswo schon… Read more »

Hajo Blaschke
Gast
Hajo Blaschke

Elektroautos sind kein Fortschritt sondern eine Sackgasse.

dragaoNordestino
Gast

@Hajo Blaschke

Elektroautos sind kein Fortschritt sondern eine Sackgasse

Ohne irgend Argumente ist dies einfach eine Behauptung… Also wie wäre es… Wieso Sackgasse.? … und wieso produzieren Südkoreaner und Chinesen zig Millionen von diesen Sackgassen …? und wieso will VW nach Asien um zig Millionen Sackgassen zu produzieren und Mercedes und BMW will mitziehen so liest man….

Alles blöde Hampel.?

https://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/autobauer-bmw-und-mercedes-starten-e-offensive-in-suedostasien-vw-zoegert-noch/21080514.html?ticket=ST-3723421-kFHmnR6gJbrqSQR5DLlx-ap3

El Bolo
Gast
El Bolo

dragaoNordestino, die hier gegen Sie stänkern, haben noch nicht verstanden, daß der Strom aus der Steckdose kommt, und daß man in Zukunft gewiß an jeder Straßenecke eine solche E-Tankstelle bauen wird. Deutschland wird mit blühenden Rapsfeldern FDP-gelb leuchten. Ikke freu ma schonn!

Hans Kolpak
Gast

Ein Gabelstabler in einer Lagerhalle oder ein Gepäckwagen auf dem Bahnsteig – das macht Sinn!

Die Energiedichte von Akkus ist viel zu gering! Weitere Argumente sind Zeitverschwendung.

dragaoNordestino
Gast

@Hans Kolpak … Die Energiedichte von Akkus ist viel zu gering! Weitere Argumente sind Zeitverschwendung.

Ja dies sind eben ideologisierte Bremsen, die schluss und endlich dafür sorgen werden, das der deutsche Industriestandort nicht mehr gefragt ist…

Schon ein wenig veraltet… trotzdem:

https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Elektroautos_in_Serienproduktion

Mal abgesehen von Wasserstoff oder Hybrid…..

https://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/stadt/mit-fuenf-kilo-wasserstoff-ueber-fuenf-paesse/story/12964184

Aber schlafen Sie ruhig weiter. Irgendwann wird der Rest der Menschheit eine Mauer um die BRD bauen… Typ: Historisches Museum

hingucker
Gast
hingucker

Die Aussage von Hans Kolpak über Energiedichte ist nicht eine ideologisierte Bremse, sondern er kennt sich in Chemie und Naturgesetzen einfach besser aus.

hingucker
Gast
hingucker

Ich frage mich warum die Regierung E Autos puscht. Wir haben eine äußerst erfolgreiche Automobilindustrie, an der extrem viele Arbeitsplätze hängen. Die Luft ist so gut wie noch nie in den Städten. Die Grenzwerte sind schwachsinnig. In einer Werkshalle ist das zigfache erlaubt, bei 8 Std Arbeit und nicht 5 min an der Staßenecke. Die Herstellung der Batterien verbraucht, bei 100kwh im Auto nach offiziellen Rechnungen ca. 7000 Liter Rohöl als Primärenergie. Damit kann man 6000 Liter Benzin destilieren. Damit fährt ein moderner Verbrenner ca. 70.000km. Ein Batteriesatz reicht aber nicht für ein Autoleben, 2-3 sind nötig. Dazu kommt natürlich… Read more »

Greenhoop
Gast
Greenhoop

Ich frage mich warum die Regierung E Autos puscht Weil es niemals um die Beantwortung der Frage E-Mobil vs. Verbrennungsmotor ging, sondern um die Agenda 2030. Das E-Mobil ist für die Dummen, so wie es für die Links/Rechts Erfindung oder ähnlichen Gegensätze gedacht ist. Die chinesische Lösung für den Westen, Abschaffung des Individualverkehrs, Sustainable Growth, Smart Meter etc. und DAS müsste doch endlich auf GEOLITICO verstanden worden sein. Wird über entsprechende Verwerfungen realisiert werden und nur um die Frage wie dies zu überstehen sei, sollte eine gewisse Relevanz bekommen. E-Mobile nur erfolgreich sein, wenn die Masse diese nicht wird nutzen… Read more »

NoFiatMoney
Gast
NoFiatMoney

Kann man ausdrücken, wie Sie @Greenhoop, es taten. Aber könnte man nicht auch denken, daß es um die Verwirklichung einer globalistischen Transformations-Agenda von Internationalsozialisten und denen geht, deren Interessen sich damit zum Teil überlappen? Ähnlich wie es THE MILNER-FABIAN CONSPIRACY – HOW AN INTERNATIONAL ELITE IS TAKING OVER AND DESTROYING EUROPE, AMERICA AND THE WORLD VON IOAN RATIU beschrieben wurde? Ich jedenfalls ahne schon, was aus dem, was gerade in Chemnitz geschieht oder vorgeführt wird, an Narrativen und Maßnahmen folgen wird. Wer ruft dort oder läßt dort rufen, “Wir sind das Volk?” Ob es Frauke Petry weiß? Verstehen Sie, was… Read more »

Greenhoop
Gast
Greenhoop

@NoFiatMoney Es gibt viele Umschreibungen für das, was wir gerade erleben. Ob man es Agenda 2030 (UN), Weltkommunismus (Rothkranz) oder lediglich Verschwörung nennt bleibt m.E. der persönlichen Präferenz überlassen, inhaltlich ist natürlich immer dasselbe gemeint. Mir ist auch nicht daran gelegen, mich über diese nebensächlichen Begrifflichkeiten zu streiten, da dies keine (positive) Auswirkungen auf das Gesamtgeschehen besitzen. Einzig die Reihenfolge der Zerstörung unterscheidet das aktuelle Weltgeschehen voneinander. Wir sehen Venezuela´s Zerstörung, während die Schweizer die unsrige bestaunen dürfen. Leider ist keine Lernkurve der nachgelagerten Zerstörungspunkte zu entdecken. Niemand in Deutschland scheint sich für den Niedergang des sehr rohstoffreichen Venezuela zu… Read more »

El Bolo
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El Bolo

“Ich frage mich warum die Regierung E Autos puscht.
Wir haben eine äußerst erfolgreiche Automobilindustrie, an der extrem viele Arbeitsplätze hängen.”

Es wäre die einzige Branche, die die Bundesregierung im Gleichschritt mit den Grünen nicht zerstört.

Karl Bernhard Möllmann
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Karl Bernhard Möllmann

. . . PLAN-Wirtschaft hat noch nie funktioniert! . Deutsche AUTO-Fahrer sind die BESTEN der Welt – und die deutschen AUTO’s ebenfalls – weil wir das einzige Land der Welt sind, wo noch immer Reste von echter FREIHEIT und echter VERANTWORTUNG auf AUTO-Bahnen herrschen, die von der GLOBALISTEN-SEKTEN-Politik VORSÄTZLICH und kriminell weder dem steigenden Verkehrs-Aufkommen angepasst werden, und genauso UNGEPFLEGT, verlottert & verfallen sind wie deutsche Schulen! . Wir haben DEUTLICH weniger Tote als die dahin schleichenden Amerikaner im Tiefschlaf & komplett ABGELENKT von Spielzeug . . . ! . Und wir haben deutlich weniger TOTE als die Franzosen –… Read more »

werner kkbrg
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werner kkbrg

Sie haben meine volle Zustimmung, besonders die letzte Zeile. Beim Lesen ihres Textes ist mir das Schicksal von Horst Kirsten und seiner Entwicklung einer Öl-Wasser Emulsion für Notstromaggregate uÄ., wieder eingefallen. Diesel-Wasser Gemische sind für Diesel Aggregate bestens geeignet, haben aber ihre günstigsten Werte, bezüglich Kraftstoffverbrauch, Schadstoffausstoß und Wirkungsgrad, nur bei einer motorspezifischen Drehzahl.Diese günstige Werte, schreien praktisch nach der Wandlung der Energie im Flüssigtreibstoff zu Elektoenergie, zu einem mobilen Ladegerät mit Tank. Die Fahreigenschaften eines Elektroautos sind mE. unbestritten gut und wird daher sicherlich auch für den Invidualverkehr an Bedeutung gewinnen, spätestens, wenn geeignete Brennelemente zur Verfügung stehen. Nun,… Read more »

El Bolo
Gast
El Bolo

E-Autos sind so schlimm wie Windräder, wie Solarzellen auf Dächern und total verdämmte Hauswände, wo es unter der Dämmung schimmelt, und wo es ans Leben der Feuerwehrleute geht, wenn’s dort brennt.

I.W.
Gast
I.W.

Der Normal-Bürger hockt in seiner Mietswohnung und hat keine Lust sich da stundenlang irgendwo für sein E-Auto eine Steckdose zu suchen und die “Tanke” aufzuladen…..und das für relativ geringe Reichweiten.

Und auch der Normal-Bürger ist mitnichten so doof, dass er sich den ökologischen Fußabdruck eines E-Autos nicht vorstellen könnte. Auch er kann sich das “ausrechnen” von der Herstellung bis Laufzeitende, incl. Entsorgung und da sieht die Umwelt-Bilanz zappenduster aus.

Und was ist mit alle den Rentner-Monster-Autos ala Rangerovers fürs Städtele neben denen keiner mehr Parken kann da überbreit….werden fast wie warme Semmeln gekauft, was für eine Ressourcenverschwendung

Maria Richter
Gast
Maria Richter

Wenn,dann kaufe ich mir nur ein Elektroauto mit Diamantbatterie(googeln). Die Wissenschaft und Forschung ist schon viel weiter, als man uns weißmachen will. Mit Diamantbatterien ließe sich allerdings kein Profit mit Energie mehr machen.