Glücksspielgesetz wird entschärft

Roulette / Quelle: Pixabay, lizenzfreie Bilder, open library: https://pixabay.com/de/roulette-jetons-casino-gl%C3%BCcksspiel-298029/ Roulette / Quelle: Pixabay, lizenzfreie Bilder, open library: https://pixabay.com/de/roulette-jetons-casino-gl%C3%BCcksspiel-298029/
Um weiterhin negative Auswirkungen auf die Wirtschaft zu verhindern, sollen 2019 nachteilige Paragraphen des Glücksspielstaatsvertrages entschärft werden.

In Deutschland ist die Gesetzeslage für das Glücksspiel traditionell nicht einfach – dasselbe gilt für die Online-Casinos. In Deutschland sind Spielbanken und auch Online-Casinos reguliert wie in kaum einem anderen Land der EU. Das ist vielen Glücksspiel-Betreibern ein Dorn im Auge – denn im internationalen Vergleich kann man dadurch nur kaum mithalten, und den Wettbewerbsnachteil bekommen diese Betreiber dadurch zu spüren. Denn für viele Spieler werden internationale Angebote attraktiver, wodurch diese ausweichen. Der deutschen Glücksspielindustrie entgehen so hohe Gewinne, denn der Markt für Online-Casinos wie Casumo wächst – auch durch den Smartphone Boom – deutlich. Der Politik werden deshalb gute Gründe vorgebracht, eine Lösung zu finden, die für alle positiv ist.

Glücksspiel-Fragmentierung in Deutschland

Das deutsche Glücksspiel ist immer schon stark reguliert gewesen. Die Regulierung der traditionellen Spielbanken wurde von den Ländern individuell geregelt – ein Ende setzte hierfür erst der Glücksspielstaatsvertrag im Jahr 2012, welcher alle Länder dazu brachte, ein gemeinsames Gesetz zu akzeptieren – Nur Schleswig-Holstein verweigerte. Online-Gaming blieb jedoch in Deutschland weiter verboten – und dies rächte sich vor allem in den vergangenen Jahren, in welchen durch das Internet Online Casinos immer beliebter wurden. Online-Gaming boomt – vor allem durch das Smartphone. Dem Staat entgehen dadurch hohe Steuereinnahmen.

Online zu spielen war noch nie so einfach, auch nicht in der Bundesrepublik. Es genügt meist eine einfache Registrierung, um starten zu können. Das ist im Vergleich zu klassischen Spielbanken ein deutlich höherer Komfort. Spielbanken gibt es zudem nur wenige, und die Distanzen sind nicht selten sehr groß, um zu einer solchen zu gelangen. Das Internet ist für viele Spieler die bessere Wahl.

Online-Gaming ist durch das Smartphone wesentlich einfacher, und kann jederzeit und überall gespielt werden. Zugleich sind die Mindestbeträge wesentlich geringer als bei Spielbanken. Internationale Anbieter vom Online Casinos, erlauben Mindesteinsätze von weniger als einem Euro.

Deutsche vom Online spielen ausgeschlossen, jedoch keine Verfolgung

Rechtlich gesehen ist es deutschen Staatsbürgern untersagt, Online zu spielen. Allerdings werden Spieler vom deutschen Staat nicht verfolgt. Auch EU-rechtlichen Gründen, haben Deutsche die Möglichkeit, bei jedem internationalen europäischen Anbieter bei Glücksspielen mit zu machen, oder alternativ auch bei einem Online-Casino aus Schleswig-Holstein teilzunehmen. Das nördlichste Bundesland hat den Glücksspielstaatsvertrag zunächst nicht unterzeichnet, und ist daher an keine Verbote gebunden. Daher sind bereits vergebene Lizenzen, und das sind deren 12, von  diesem Verbot ausgenommen.

Eine EU-Richtlinie sorgt noch dazu dafür, dass sich Anbieter aus anderen Ländern auf den lukrativen deutschen Glücksspielmarkt fokussieren können. Denn deutsche Staatsbürger und auch Anbieter aus der Europäischen Union würden diskriminiert werden, wenn sie sich gegenseitig nicht bedienen könnten.

Dieser Umstand ist für deutsche Spieler nicht weiter relevant – für deutsche Glücksspiel-Betreiber und auch für den Fiskus allerdings. Dem Bund entgehen wegen dieser Gesetzeslage Jahr für Jahr hohe Steuereinnahmen. Diese versickern indes meist in europäischen Sonderwirtschaftszonen, wie etwa auf Malta, einer Hochburg des Glücksspiels.

Lockerung für das Jahr 2019 geplant

Um weiter negative Auswirkungen auf die Wirtschaft zu verhindern, ist eine Neuerung des Gesetzes geplant. Die nachteiligen Paragraphen des Glücksspielstaatsvertrages sollen entschärft werden, und deutschen Anbietern von Online Casinos soll dadurch der Eintritt in den internationalen Wettbewerb ermöglicht werden. Eine Lösung wird noch im Jahr 2018 erwartet. Vor allem die Bundesländer Schleswig-Holstein, Hessen und Nordrhein-Westfalen sowie Bayern sind in dieser Hinsicht sehr engagiert, eine baldige Lösung zu finden.

Es wird spannend sein zu beobachten, wie die angestrebte Einigung genau aussehen wird. Klar ist, dass diese so bald wie möglich benötigt wird. Sich dem riesigen Markt des Online-Glücksspiels zu verschließen, will sich der deutsche Fiskus wohl nicht mehr leisten.

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