Wider die zunehmende Totalisierung

Wilhelm von Humboldt / Lithographie von Franz Krüger (http://www.sammlungen.hu-berlin.de/dokumente/6012/) (http://www.sammlungen.hu-berlin.de/dokumente/171/) [Public domain], via Wikimedia Commons; https://commons.wikimedia.org/wiki/File%3AW.v.Humboldt.jpg Wilhelm von Humboldt / Lithographie von Franz Krüger (http://www.sammlungen.hu-berlin.de/dokumente/6012/) (http://www.sammlungen.hu-berlin.de/dokumente/171/) [Public domain], via Wikimedia Commons; https://commons.wikimedia.org/wiki/File%3AW.v.Humboldt.jpg

Wenn wir uns aus der zunehmenden Totalisierung des Staates befreien wollen, sollten wir uns an Wilhelm von Humboldt erinnern, der vor 250 Jahren geboren wurde.

Der am 22. Juni 1767 geborene Wilhelm von Humboldt wird allgemein als der große Reformator des preußischen Bildungswesens im Geiste des Neuhumanismus gewürdigt. Seine bedeutende Tätigkeit 1809 bis 1810 als „Geheimer Staatsrat und Direktor der Sektion für Kultus und Unterricht im Ministerium des Inneren“, also gleichsam als Kultusminister, als der er den Grundsatz der allgemeinen Menschenbildung von der Elementarschule bis zur Universität verankerte, ist breit erforscht und beschrieben worden.

Doch wenig bekannt wurde bisher der Inhalt seiner genialen Jugendschrift von 1792,  die eine in ihrer Konsequenz revolutionäre Staatstheorie enthält: „Ideen zu einem Versuch, die Grenzen der Wirksamkeit des Staates zu bestimmen“. Es sind Ideen, tief in den humanistischen Gedanken des sich zur Freiheit entwickelnden Menschen gegründet, die dem heute noch selbstverständlichen oligarchischen Einheitsstaat als Instrument einer herrschenden Minderheit gefährlich werden würden. Vermutlich liegt darin auch der Grund, dass diese Schrift kaum konsequent zum Gegenstand der staatsabhängigen Wissenschaft gemacht worden ist. Sicher hat auch Humboldts Sprache, sein mitunter etwas umständlicher Stil ihre Verbreitung nicht gerade begünstigt. An die schwungvollen, künstlerisch geformten Satzgefüge seines Freundes Friedrich Schiller kam er bei weitem nicht heran.

Aber die in dieser Schrift verborgenen Keime zukünftiger Gesellschaftsgestaltung sind es wert, genauer nachdenkend betrachtet zu werden.

Der Mensch ist sein eigener Zweck

Humboldt stellte die herrschende Staatstheorie und -praxis infrage, dass der Staat außer für die äußere und innere Sicherheit der Bürger auch für ihr physisches, wirtschaftliches, und ihr moralisches, d.h. ihr seelisch-geistiges Wohl, also für das ganze Bildungs- und sonstige Geistesleben zu sorgen habe. Den Maßstab für seine Beurteilung entnahm er dem Wesen des Menschen, der sein eigener Zweck sei und der sich von innen nach außen entwickeln wolle, was nur durch die Anspannung seiner eigenen Kräfte, ohne äußere Bevormundung erfolgen könne.

„Der wahre Zweck des Menschen – nicht der, welchen die wechselnde Neigung, sondern welche die ewig unveränderliche Vernunft ihm vorschreibt – ist die höchste und proportionierlichste Bildung seiner Kräfte zu einem Ganzen. Zu dieser Bildung ist Freiheit die erste, und unerlässliche Bedingung.“[1]

In einem Brief an Friedrich von Gentz vom August 1791 hatte er bereits drastisch geschrieben, dass „das Prinzip, dass die Regierung für das Glück und das Wohl, das physische und moralische, der Nation sorgen muss“, gerade „der ärgste und drückendste Despotismus“ sei[2]  Gesetze des Staates, die das Handeln des Menschen im Wirtschafts- und im Geistesleben inhaltlich diktieren, und wären es die bestmöglichen, erniedrigen den Menschen zum folgsamen Sklaven und bedeuten nichts anderes als eben Diktatur. Der Mensch wird seines eigenen Zweckes, seiner wahren Bestimmung, sich selbst zu bestimmen und sich dadurch weiter zu entwickeln, beraubt.

„Ein Staat, in welchem die Bürger … genötigt oder bewogen würden, auch den besten Ge­setzen zu folgen, könnte ein ruhiger, friedliebender, wohlhabender Staat sein; allein er würde mir immer ein Haufen ernährter Sklaven, nicht eine Vereinigung freier, nur, wo sie die Grenze des Rechts übertreten, gebundener Menschen scheinen.“[3]

Die Entfaltung der individuellen Kräfte der Menschen erzeugt eine große Vielfalt des wirtschaftlichenund kulturellen Lebens. Denn jeder Mensch steht an einem anderen Entwicklungspunkt, an dem er ganz bestimmte Anforderungen vorfindet und dafür spezifische Fähigkeiten entwickelt. Aber die Spezialisierung jedes Einzelnen wird durch die Spezialisierungen der Anderen ergänzt und befruchtet. So entsteht in der Summe eine Mannigfaltigkeit unter den Menschen, die der Einzelne nicht hervorbringen könnte. Geht alle Bestimmung vom Staate aus, entsteht nur eine breite Einförmigkeit.

„Gerade die aus der Vereinigung Mehrerer entstehende Mannigfaltigkeit ist das höchste Gut, welches die Gesellschaft gibt, und diese Mannigfaltigkeit geht gewiss immer in dem Grade der Einmischung des Staats verloren. Es sind nicht mehr eigentlich die Mitglieder einer Nation, die mit sich in Gemeinschaft leben, sondern einzelne Untertanen, welche mit dem Staat, d. h. dem Geiste, welcher in seiner Regierung herrscht, in Verhältnis kommen, und zwar in ein Verhältnis, in welchem schon die überlegene Macht des Staats das freie Spiel der Kräfte hemmt. Gleichförmige Ursachen haben gleichförmige Wirkungen. Je mehr also der Staat mitwirkt, desto ähnlicher ist nicht bloß alles Wirkende, sondern auch alles Gewirkte. […] Wer aber für andre so räsoniert, den hat man, und nicht mit Unrecht, in Verdacht, dass er die Menschheit mißkennt, und aus Menschen Maschinen machen will.“[4]

Gegen staatliche Fremdbestimmung

In seiner Kritik gegen das Sorgen des Staates für das physische Wohl der Bürger beschrieb Humboldt die damaligen Verhältnisse so:

„Ich rede (…) hier von dem ganzen Bemühen des Staates, den positiven Wohlstand der Nation zu erhöhen, von aller Sorgfalt für die Bevölkerung des Landes, den Unterhalt der Einwohner, teils geradezu durch Armenanstalten, teils mittelbar durch Beförderung des Ackerbaues, der Industrie und des Handels, von allen Finanz- und Münzoperationen, Ein- und Ausfuhr-Verboten u. s. f. (insofern sie diesen Zweck haben), endlich allen Veranstaltungen zur Verhütung und Herstellung von Beschädigungen durch die Natur, kurz von jeder Einrichtung des Staates, welche das physische Wohl der Nation zu erhalten oder zu befördern die Absicht hat. (…)
Alle diese Einrichtungen nun, behaupte ich, haben nachteilige Folgen und sind einer wahren, von den höchsten, aber immer menschlichen Gesichtspunkten ausgehenden Politik unangemessen.“[5]

Diese Regelungen des Staates sind heute trotz freier Marktwirtschaft nur noch umfangreicher geworden. Das Währungssystem ist fest in der Hand staatlicher Notenbanken, Landwirtschaft und Industrie werden in großem Maße durch Subventionen gestützt und gefördert, und ein breites staatliches Sozialversicherungssystem fängt die aus dem gnadenlosen Profit-Kampffeld der Wirtschaft Herausgefallenen notdürftig auf, weil der Staat seine eigentliche Aufgabe versäumt, durch den Einzelnen sichernde Rahmengesetze dafür zu sorgen, dass das Bruttoinlandsprodukt nicht wenigen zugutekommt, sondern gerecht verteilt wird, so dass jeder genügend Einkommen hat, um sich für Notfälle selber abzusichern.

Humboldt geht detailliert auf die psychologischen Wirkungen ein, die die Fremdbestimmung durch den Staat zur Folge haben:

„Überhaupt wird der Verstand des Menschen doch, wie jede andre seiner Kräfte, nur durch eigne Tätigkeit, eigne Erfindsamkeit oder eigne Benutzung fremder Erfindungen gebildet. Anordnungen des Staates aber führen immer, mehr oder minder, Zwang mit sich, und selbst wenn dies der Fall nicht ist, so gewöhnen sie den Menschen zu sehr, mehr fremde Belehrung, fremde Leitung, fremde Hilfe zu erwarten, als selbst auf Auswege zu denken. …
Noch mehr aber leidet durch eine ausgedehnte Sorgfalt des Staates die Energie des Handelns überhaupt und der moralische Charakter. (…) Wer oft und viel geleitet wird, kommt leicht dahin, den Überrest seiner Selbsttätigkeit gleichsam freiwillig zu opfern. Er glaubt sich der Sorge überhoben, die er in fremden Händen sieht, und genug zu tun, wenn er ihre Leitung erwartet und ihr folgt. Damit verrücken sich seine Vorstellungen von Verdienst und Schuld. Die Idee des erstern feuert ihn nicht an, das quälende Gefühl der letztern ergreift ihn seltener und minder wirksam, da er dieselbe bei weitem leichter auf seine Lage und auf den schiebt, der dieser die Form gab. …
Nicht minder sichtbar ist jener nachteilige Einfluss in dem Betragen der Bürger gegeneinander. Wie jeder sich selbst auf die sorgende Hilfe des Staates verlässt, so und noch weit mehr übergibt er ihr das Schicksal seines Mitbürgers. Dies aber schwächt die Teilnahme und macht zu gegenseitiger Hilfeleistung träger. Wenigstens muss die gemeinschaftliche Hilfe da am tätigsten sein, wo das Gefühl am lebendigsten ist, dass auf ihm allein alles beruhe. …
Was nicht von dem Menschen selbst gewählt, worin er auch nur eingeschränkt und geleitet wird, das geht nicht in sein Wesen über, das bleibt ihm ewig fremd, das verrichtet er nicht eigentlich mit menschlicher Kraft, sondern mit mechanischer Fertigkeit.“[6]

 Freie Menschen bilden

Dass es außerhalb der Zuständigkeit des Staates liegt, für das moralische, also das seelisch-geistige Wohl des Menschen zu sorgen, gewinnt für Humboldt eine zentrale Bedeutung im Bildungswesen. Das Menschengeschlecht sei jetzt auf einer Entwicklungsstufe angekommen, von der es sich nur durch Ausbildung der Individuen zu höchster Mannigfaltigkeit und freier Entfaltung ihrer Fähigkeiten höher entwickeln könne. Öffentliche Erziehung aber müsse immer eine bestimmte Form der Bildung begünstigen, die staatsbürgerliche Zwecke im Auge habe; sie erziehe insofern zur Einförmigkeit. Wenn der Mensch schon von seiner Kindheit an zum Bürger gebildet wird, werde der Mensch dem Bürger geopfert.

„Daher müsste, meiner Meinung zufolge, die freieste, so wenig als möglich schon auf die bürgerlichen Verhältnisse gerichtete Bildung des Menschen überall vorangehen. Der so gebildete Mensch müsste dann in den Staat treten und die Verfassung des Staates sich gleichsam an ihm prüfen.“[7]

 Nur so könne die Verfassung von Staat und Gesellschaft immer wieder für den Menschen verbessert werden. Der junge Mensch entwickle Energie und Widerstand gegen schädliche, einengende Fesseln bürgerlicher Einrichtungen, was er aber nur könne, wenn er sie vorher in Freiheit habe entwickeln können. Es gehöre schon ein ungewöhnlicher Grad an Energie dazu, „sich auch da, wo jene Fesseln von der ersten Jugend an drücken, noch zu erheben und zu erhalten. Jede öffentliche Erziehung aber, da immer der Geist der Regierung in ihr herrscht, gibt dem Menschen eine bürgerliche Form.“

 Humboldt hält es auch für eine Illusion zu meinen, in der öffentlichen, staatlichen Schule sei es doch möglich, ihr ausschließlich die individuelle Entwicklung des Kindes, also allgemeine Menschenbildung zur Pflicht zu machen. Was Einheit der Anordnung hat, bringe auch allemal eine gewisse Einförmigkeit der Wirkung hervor.

„Überhaupt, soll die Erziehung nur, ohne Rücksicht auf bestimmte, den Menschen zu erteilende bürgerliche Formen, Menschen bilden; so bedarf es des Staates nicht. Unter freien Menschen gewinnen alle Gewerbe bessern Fortgang, blühen alle Künste schöner auf, erweitern sich alle Wissenschaften. (…) Bei freien Menschen entsteht Nacheiferung, und es bilden sich bessere Erzieher, wo ihr Schicksal von dem Erfolg ihrer Arbeiten, als wo es von der Beförderung abhängt, die sie vom Staate zu erwarten haben. (…) Öffentliche Erziehung scheint mir daher ganz außerhalb der Schranken zu liegen, in welchen der Staat seine Wirksamkeit halten muss.[8]

Humboldt ist auch in der Leitung der preußischen Kultus- und Unterrichtsangelegenheiten, die er 1809 nur nach langen Zögern und Widerstreben angenommen hatte, diesen Ideen treu geblieben. Natürlich konnte er in dieser Stellung nicht anders, als ihnen weitgehend entgegen zu handeln, doch versuchte er in ihrem Sinne zu wirken, soweit es die Umstände zuließen. An seinen Mitarbeiter Uhden schrieb er am 9. Mai 1809: „Man muss so viel Freiheit lassen, als möglich. In Schulsachen muss das Regieren mit der Zeit so viel als möglich eingehen.“ So versuchte er, das Erziehungs- und Bildungswesen mit der Zeit vom Staat wirtschaftlich dadurch unabhängig zu machen, dass es sich durch eigenes Vermögen und durch Beiträge der Nation unterhielt. „Besonders bedeutsam in dieser Hinsicht ist sein Versuch zu erreichen, dass der neugegründeten Universität in Berlin, den Akademien der Wissenschaften und Künste sowie den damit verbundenen wissenschaftlichen Instituten und Sammlungen vom Staate ausreichenden Grundbesitz zu Eigentum übertragen werden. Die wirtschaftliche Unabhängigkeit sollte die Grundlage für die geistige Freiheit und Selbständigkeit des Bildungswesens werden.“[9]

Aussichten

Diese tief in der Lebenswirklichkeit gegründeten Ideen Humboldts haben ihr Aktualität nicht verloren; im Gegenteil, ihre Realisierung ist heute noch viel drängender geworden. Wenn wir uns aus der immer mehr zunehmenden Totalisierung des Staates befreien wollen, kann dies nur so geschehen, dass wir von unten drängen, die Gesellschaft in diese Richtung verändern. Von oben ist eine Veränderung nicht zu erwarten.

Das Prinzip, dass die Bürger für ihr physisches und seelisch-geistiges Wohl selber sorgen, bedeutet, dass das Wirtschaftsleben und das geistig-kulturelle Leben eine je vom Staat unabhängige Selbstverwaltung erhalten müssen, so dass sich der heutige allzuständige Einheitsstaat in die drei Glieder des staatlich-rechtlichen Lebens, der Wirtschaft und des Geisteslebens einschließlich des Bildungswesens aufgliedern würde. Damit würden letztere nicht sich selbst überlassen, sondern von Rahmengesetzen des Staates eingefasst, welche für Gerechtigkeit und Sicherheit des Einzelnen sorgen, so dass er z. B. vor Ausbeutung und Unterdrückung im Wirtschaftsleben geschützt ist.

Rudolf Steiner, der auf eigenen Wegen zu diesen Ideen eines dreigegliederten sozialen Organismus gekommen war, hat schon früh auf die Bedeutung der keimhaften Ideen Wilhelm von Humboldts in seiner Jugendschrift hingewiesen. Doch auch Steiners Sozialideen, mit denen er vor 100 Jahren, im Juli 1917, mit zwei Memoranden zum ersten Mal an die Öffentlichkeit trat[10], werden bis heute von den Herrschenden und ihrem Wissenschaftsgefolge ignoriert.

 

Anmerkungen

[1] Wilhelm von Humboldt: Ideen zu einem Versuch, die Grenzen der Wirksamkeit

[2] Dietrich Spitta im Nachwort zu Anm. 1, S. 172

[3] Wilhelm von Humboldt a.a.O., S. 93 

[4] a.a.O., S. 27, 28

[5] a.a.O., S. 62, 63

[6] Anm.1, S. 29, 30, 33 

[7] a.a.O., S. 60

[8] a.a.O., S. 62, 63

[9] Dietrich Spitta im Nachwort, a.a.O., S. 176, der ein excellenter Kenner des Humboldtschen Werkes ist. Siehe seine Schriften:

  • Die Staatsidee Wilhelm von Humboldts, Berlin 2004
  • Menschenbildung und Staat: Das Bildungsideal Wilhelm von Humboldts

Angesichts der Kritik des Humanismus, 2006.

[10] In: Aufsätze über die Dreigliederung des sozialen Organismus, GA 24

Ihr Beitrag zur politischen Kultur!

Abonnieren Sie jetzt unseren Newsletter

Invalid email address

Selbstverständlich können Sie den Newsletter jederzeit wieder abbestellen.


Print Friendly, PDF & Email
Über Herbert Ludwig

Herbert Ludwig war viele Jahre Lehrer an einer Freien Waldorfschule. Er befasst sich schwerpunktmäßig mit den inneren und äußeren Bedingungen der Entwicklung des Menschen zur Freiheit und mit den Hintergründen der „europäischen Integrationsbewegung“, woraus seine Schrift „EU oder Europa?“ und Artikel auf seiner Webseite hervorgegangen sind Kontakt: Webseite | Weitere Artikel

Benachrichtige mich zu:
waltomax
Gast
waltomax

Bekannt ist mir Alexander von Humboldt. Der war ein Verfechter universeller Bildung. Das bedeutet geistigen Generalismus und nicht Fachidiotentum. Nun wird in obigem Artikel der Spezialisierung das Wort geredet. Ist man als Spezialist immer im Vorteil und wann ggf. nicht? Spezialistentum ist eine Methode, sich eine Nische zum Überleben zu suchen, in welcher die Gefahr, durch Konkurrenten verdrängt zu werden, geringer ist. Der Preis, der dafür gezahlt wird, ist die Anpassung an ein System, das sich nicht sehr stark ändern darf und möglichst stabil sein muss. Bricht das System zusammen, dann sind eher die Generalisten im Vorteil, die über ein… Read more »

Ranma
Gast
Ranma

Wilhelms Bruder Alexander von Humboldt ist vor allem für seine Expeditionen nach Südamerika bekannt. Ansonsten meine volle Zustimmung.
Ranma

waltomax
Gast
waltomax

Man braucht also nicht weitere spezielle Verzweigungen alter Konzepte, sondern völlig neue. Die Manipulation der Abgaswerte beim DIESEL zeigt, dass das Grundkonzept sich erschöpft hat und in weit verzweigte Anwendungen gegangen ist: Schiffsdiesel, Diesellok, Dieselgenerator, etc. Mehr “Verzweigungen (spezielle Anwendungen) gibt es nicht mehr. In einem gesättigten Markt war und ist es den Herstellern nicht mehr möglich, sich bei den optimierten Motoren vor den Kunden voneinander abzuheben. Nun bedarf es eines Quantensprunges, der mit der Erfindung der Dampfmaschine gleichzusetzen wäre. Solche Sprünge werden hochspezialisierte Ingenieure, die schlussendlich nur noch Abgaswerte manipulieren können, nicht mehr leisten. Wer Wissenschafts- und Projektmanagement im… Read more »

waltomax
Gast
waltomax

Ist es nicht gerecht, dass ein hierarchisch-geschlossenes System von Kontrollfreaks genau die Kreativität untergräbt, welche es zu seinem Fortbestand und zu seiner Erneuerung braucht?

Allgemeinbildung ist also nicht nur ein Menschenrecht, sondern in den gegenwärtigen Zeiten des Zusammen- und des -Umbruches die elementare Voraussetzung, neue Ideen zu konzipieren und umzusetzen.

Und nur das schafft Arbeit, Steueraufkommen und Allgemeinwohl. Spekulation, Korruption und Schranzentum sind dagegen parasitär und gerade dabei, den Wirt zu töten. Und die Parasiten.

Das System verscheidet deshalb gerade an sich selber…

Wayne Podolski
Gast

Ich habe heute morgen mal das ZDF angeschaltet, um mir meine öffentlich-rechtliche Lieblingsfrau, Nadine Krüger, anzuschauen. Ihre Sendung fiel leider aus und wurde ersetzt durch … Dang !!!… eine Bundestagsrede der GröKaZ.

Was soll man dazu noch sagen. Der Plenarsaal eine in Beton gegossene Depression, überbordene grau-violette Hässlichkeit gefüllt mit teigig gesichtigen Systemiten, denen der Nacken schmerzt vom vielen Abnicken (außer Sahra ). Der Bundestag ein Hort der Drittklassigkeit und das passende Ambiente für verlogene, parasitäre Trantüten vielleicht ?

Conrath
Gast
Conrath

Wayne

“Der Plenarsaal eine in Beton gegossene Depression, überbordene grau-violette Hässlichkeit gefüllt mit teigig gesichtigen Systemiten” Wayne

So geht Denkschreiben, daher von mir *****!!!!!Danke

Heinss
Gast

Vorweg: ich bin weder mit Humboldt noch mit den Gedankengebäuden der Kommentatoren vertraut und greife indes das hier Dargebotene auf. Auf die Themenbereiche bezogen kann man dem zustimmen, im Verbund sind dies wenig zielführende Ansätze: ob die Verhältnisse zu Humboldts Zeit auf heute übertragen werden könnten möchte ich bezweifeln, die Struktur der Gesellschaft ist eine völlig andere. Hinzu kommt (Pilot und Gewitter) daß Humboldt ein (durchaus zutreffendes) Gedankengebäude entwickelt – das aber durch Großteile der Gesellschaft (besser Masse) nicht (in der beabsichtigten Form) angenommen würde (Chicken Run – Wenn Hennen Rennen). Anders: er postuliert einen wissenschaftlich abstrahierten, insoweit idealisierten Menschen… Read more »

waltomax
Gast
waltomax

@Heinss: Es geht um die Kernfrage, ob eine Gesellschaft offen ist oder eine Veranstaltung zur Wahrung von Besitzständen und den Privilegien weniger. Eine hierarchische Gesellschaft versucht Neuerungen in einer Weise zu absorbieren, dass diese die etablierte Struktur nicht stören. Das nennt man dann “Innovation”. Revolutionäre Erfindungen sind dagegen nicht erwünscht. Man denke dabei an den Widerstand adliger Fuhrunternehmer gegen die Einführung der Eisenbahn in GB. Hätten die sich durchgesetzt, würden wir heute noch auf den Hottehüh durch die feudal beherrschte Gegend hoppeln. Analoges erleben wir momentan mit der Diskussion um den DIESEL. Aus dem DIESEL ist eben konzeptionell nichts mehr… Read more »

waltomax
Gast
waltomax

Technologie als gesellschaftlich prägende Kraft! Wer wollte deren Existen und Wirkung bestreiten. Der momentan beklagte “Anlagenotstand” des Kapitals ist nur vordergründig mit mangelndem Konsum zu begründen. In Wahrheit stecken die Kondratieff – Zyklen dahinter und damit der Mangel an Basiserfindungen. Was die Frage aufwirft, warum es einen solchen Mangel gibt und wie dem ggf. abzuhelfen sei. Da sind wir bei Humboldt.

Oder wir haben das Ende gesellschaftlicher Entwicklung tatsächlich erreicht und müssen lernen, das zu bewahren, was wir haben und mit dem auzukommen, was in gestättigten Märkten noch erwirtschaftet werden kann.

waltomax
Gast
waltomax

Es ist für mich schon ernüchternd, wie wenig Interesse solch ein zentrales Thema auch hier im Form findet.

Heinss
Gast

Die Antwort auf all dies sprengt jeden Rahmen, für mich auch zeitlich. Was Sie sehen ist für mich ein Teilaspekt, in sich zwar richtig, aber nicht global bestimmend. Um Besitzstände und dergleichen geht es nur zweitrangig – auch in GB hätte es die Eisenbahn spätestens dann gegeben, wenn sie zu einer Wettbewerbsbenachteiligung geführt hätte – andernfalls hätte man alle Engländer einsperren müssen (die die Errungenschaften anderswo erlebt hätten) – und wie lange wohl hätte man eine solche Abschottung durchhalten können? Auch die “Zyklen” halte ich für hinterfragenswürdig, nicht, daß sie existieren, sondern wie man damit umzugehen gedenkt. Die S als… Read more »

Nemesis
Gast
Nemesis

@waltomax:

Mich interessiert es sehr wohl, darum die Auswanderung !

“Das Prinzip, dass die Bürger für ihr physisches und seelisch-geistiges Wohl selber sorgen, ”

Hier kaum noch möglich, weil nicht erwünscht und “Schlafmichel” mir einfach nur noch zuwider ist.

waltomax
Gast
waltomax

Es geht um die Frage, was Kreativität ist und unter welchen Bedingungen sie enstehen und sich entfalten kann. Durchaus im Sinne Humboldts! Das ist eine Frage des individuellen und des kollektiven Bewusstseins. Beispiel: Columbus sei ein Verfechter des damals in Spanien herrschenden Weltbildes, die Erde sie flach. Er wäre nie nach Amerika aufgebrochen aus Angst, über den Erdrand zu fallen. Er hatte aber gegenüber den meisten seiner Zeitgenossen ein höher entwickeltes Bewusstsein und konnte sich wenigstens auf einige Sponsoren stützen, welche ebenfalls nicht ganz so blöde waren, wie die meisten. Frage: Welches Wissen und welches Bewusstsein muss heute einer haben,… Read more »

henry Paul
Gast
henry Paul

Die Aufklärung sagt alles. Viel Geschwätz um Arabesken und Voluten sind nicht hilfreich- auch Nacherzählungen eigener Nachmach-Prosa helfen nicht wirklich. Wittgenstein bringt es auf den Punkt. Wahr ist was beweisbar ist. Denken ist Arbeit, kein Spaziergang. Schlüsse ziehen kommt nach der Beweiswürdigung und Falsifizierung. Verstand ist die Leistung des Denkapparates unter Bedingungen der Frage. Wenn man dies berücksichtigt wird man ob der derzeitigen Situation in Politik und Regierungs-Fähigkeit sehr traurig und depressiv. Denn es herrscht nichts von alledem vor. Die Re-Education hat auch oben stattgefunden: Gorilla-Verlautbarungen in Kurzform sind die Grunzwerte ( Adaption aus Grundwerte) der Landschaft- denn von nation… Read more »

Ranma
Gast
Ranma

@Heinss & @waltomax: Neue Erfindungen und Ideen stellen sich selbstverständlich nicht dadurch ein, daß man unser System auf Hochtouren fährt. Ganz im Gegenteil. Es gibt auch heute, wie schon immer, viele Leute mit neuen Weltanschauungen, Erkenntnissen und Erfindungen. Ideen bekommt man an jeder Ecke nachgeworfen. Die wirklich innovativen Ideen kamen schon immer von den Glücksrittern, die schon immer (also im Glücksfall, denn einen erfolgreichen Glücksritter nennt man Unternehmer) viele Abstauber im Gefolge hatten. Die oberen Gesellschaftsschichten konsumieren so viel sie nehmen können, die unteren Gesellschaften so viel wie sie dafür geben können. Aber die Oberschicht kann nur begrenzt viel essen,… Read more »

waltomax
Gast
waltomax

@Ranma: Ich wundere mich schon etwas über die Gleichsetzung einer virtuellen Investition mit einer in die Realwirtschaft. Sie können gerne Kryptowährungen, die letztlich auch keine reale Deckung haben, in die Wolken pushen. Aber es steht nichts dahinter. Mag sein, dass es inzwischen Idioten gibt, die harte Waren und echte Dienste gegen Kryptogeld tauschen in dem Glauben, da würden sie weniger beschissen, als durch das Papiergeld. Wenn es einen echten und werthaltigen Tausch gibt, dann ist das Arbeitsertrag gegen Arbeitsertrag. Kryptogeld wird letztlich genauso abkacken wie Fiat-Money. Es ist alles ungedecktes Falschgeld! Wer das in der Geschichte begriffen hat, wurde schon… Read more »

Ranma
Gast
Ranma

Oha. Ich setze die virtuellen Investitionen NICHT mit der Realwirtschaft gleich. Natürlich werden sämtliche Kryptowährungen abkacken, spätestens wenn es mal einen größeren Stromausfall gibt. Bis dahin kann man jedoch Gewinne mit Kryptowährungen machen. Solange man damit noch Gewinne machen kann, gibt es keinen Anlagenotstand, der nicht von mir behauptet wurde, sondern nur eine Anlagefaulheit. Das ist mein ganzer Punkt dabei. Die Diskussion, welches Bewußtsein man für Innovationen haben muß, geht sehr wohl leicht von der Hand, schließlich beantwortest du die Frage bereits selbst mit der Feststellung, daß Erfindungen und Kreativität der geistigen Sphäre entstammen und der Geist weht wo er… Read more »

Heinss
Gast

So ähnlich sehe ich dies auch, wobei wahrscheinlich die Umwälzungen nach einem Krieg zur Neuformierung des Systems führt die – entsprechende Mentalität vorausgesetzt – “die Karten neu mischt” (Japan, China, D z.B.). Beispiel ist die jüngere Geschichte von D selbst: zu hinterfragen wäre die wirtschaftliche Entwicklung ab 33-35. @Nemesis Nett, wenn Sie sich aus dem Staub machen wenn es schwierig wird. Und solch eine Einstellung hier auch noch unter die Leute bringen. Wofür eigentlich? Daß andere für Sie die Kartoffeln aus dem Feuer holen? Dann tun Sie es einfach und bleiben dann dort, wo Sie Ihre Ansprüche besser anbringen können.… Read more »

Heinss
Gast

Wir bewegen uns hier in der Thematik Bildung hülfe. Alles soweit richtig aber so relevant wie die Quantenphysik für einen Eskimo in Nuun. Zeigen ja schon die Kommentare (obwohl wir die Statistik nicht kennen): das greift nicht so richtig. Humboldt hat das tun können was er tat weil die Umstände dies hergaben. Würde heute so jemand zum Minister berufen? Die Menge/Masse will das alles gar nicht. Bildung stört die eigenen Kreise und das Wohlbefinden. Und die wählen, sind Machtbasis. Tatsächlich auch müßte man dann eben genau das tun, was derzeit in der anderen Hinsicht verpönt wird, einen Menschen zusammenbasteln: freiwillig… Read more »

Conrath
Gast
Conrath

@Heinss “ich habe mir mal die Kurzdarstellung Wittgensteins angeschaut” Zitatende H. Und? Haben Sie was gemerkt? Wie ist es zu glauben man könne Bildung in ‘Instant-Bröckchen’ eben Mal ‘anschauen’? Das geht ‘e b e n’ nicht, so einfach ist es. Und solange Ihnen das nicht bewusst ist, bleiben Sie Teil des Bildungsproblems. Einziger Hoffnungsschimmer, den meisten geht es so und es hat halt viele Gründe, sollte zwar klar erkannt werden, aber nicht mit einem Gefühl von Schuld oder Minderwertigkeit, da es auch mit Gelegenheit und Anleitung zu tun hat. Und genau umgekehrt wird ein Schuh draus. Es gibt hervorragendes Einführungsmaterial… Read more »

Heinss
Gast

Quod erat demonstrandum.

Ranma
Gast
Ranma

@Heinss: „freiwillig lernt kaum einer Mathe oder Chemie (geschweige den Latein und Griechisch) – da sollte an dann doch mal ehrlich in der Diskussion bleiben.“ Mathe und Chemie habe ich immer besonders gerne und freiwillig gelernt. Es fällt mir sehr schwer mir vorzustellen, daß es Menschen geben könne, denen es nicht so ergeht. Vielmehr halte ich es für wahrscheinlich, daß man Kindern die Lust am lernen erst gründlich austreiben muß, bevor sie sich nicht mehr dafür interessieren. Etwas leichter fiele es mir schon, wenn ich mir nur vorstellen müßte, daß manche Menschen lieber Latein und Griechisch lernen als Mathe oder… Read more »

Conrath
Gast
Conrath

@Ranma Sie liefern hier eine dicke Portion von viertelverstandenen Fragmenten ab. Wenn Sie Bildung wirklich auf ihren reinen(wirtschaftlich verwertbaren) Nutzwert herunterbrechen wollen, bzw. Bildung insgesamt als solche definieren, dann tun Sie dies vermutlich ohne jede Kenntnis und Abwägung der Folgen, die eine solche Bildungsmechanik für den immer halbfreien, individuell-sozialen, Menschen hat/ hätte. Was Sie da zum Besten geben ist ein sehr einfacher ‘Bildungs-Utilitarismus’, eine Nützlichkeitsverehrung und Überhöhung. Sie blendet immer alles aus, was zu einer echten Teilhabe an Kultur führt/ befähigt, ist sozusagen das ‘Kopfprogramm für einfache und mittlere Diensterfüller’, mit technischem oder administrativem, Branchenverstand. Das es diese Anforderungen millionenfach… Read more »

Ranma
Gast
Ranma

Genau das habe ich NICHT gemacht. Was ich da zum besten gab, ist die in allen Kulturwissenschaften anerkannte und verwendete Definition der Bildung.
Ranma

Heinss
Gast

@Ranma Ein interessanter Beitrag. Hier und da wäre zu meinem zu präzisieren: Mathe und Chemie habe ich immer besonders gerne und freiwillig gelernt. Es fällt mir sehr schwer mir vorzustellen, daß es Menschen geben könne, denen es nicht so ergeht. Beispiele einer generellen Lernfaulheit hatte ich zuhauf in der Klasse. Natürlich gibt es den aktiven Wissensdrang, der ist aber in der Minderzahl (nach meinen ehemaligen und derzeitigen Beobachtungen, speziell auch in der Schule), und auch die Voraussetzungen dafür (mental, Disziplin etc.). Ich beziehe mich in Hinsicht auf den Artikel auf die Masse Gesellschaft (auf die Bildung ausgerichtet wäre) – nicht… Read more »

Ranma
Gast
Ranma

„Beispiele einer generellen Lernfaulheit hatte ich zuhauf in der Klasse.“ Sobald der natürliche Wissensdrang einmal gründlich ausgetrieben wurde, kommt er normalerweise nie wieder zurück. Manchmal irrt man sich bei der Einschätzung Lernfauler auch. Zum Beispiel wenn Mädchen Mathe nicht verstehen. Sie wollen immer erst wissen, wozu etwas gut ist. Wenn man ihnen das verschweigt und das Unterrichten der Methode vor den Zweck setzen will, dann hat man sie schon verloren. Als ich aufs Gymnasium ging, aber meine Freunde sich für die Hauptschule entschieden, da dachte ich auch, daß meine Freunde dann wohl nicht so gerne lernen würden wie ich. Aber… Read more »

waltomax
Gast
waltomax

Die Buschmänner in Südafrika blicken zu den Sternen und halten diese für die Feuer anderer Sippen. Der Mensch versucht sich in verschiedenen Weltbildern, um mit seiner Umgebung zurecht zu kommen und sich diese, wenn möglich, zur Heimstatt zu machen. So auch wir. Momentan bricht sich das von der Physik geprägte Weltbild gerade an der dunklen Materie und -Energie. Was eben noch konsistent erschien, zefällt und fagmentiert plötzlich in tausend Scherben. Wer sich jemals in der Nähe eines runden Weltbildes zu befinden glaubte, das Mikrokosmos und Makrokosmos vereint, der weiß, wie schmerzhaft es sich anfühlt, plötzlich wieder vor vorne anfangen zu… Read more »

Conrath
Gast
Conrath

@Walter Ja, “Weltbilder suchen immer spezielle Wissensgebiete zusammenzufassen und zu einem Ganzen zu vereinen. Es liegt auf der Hand, dass es da eines gewaltigen Überblickes bedarf, den man unter Anlegen eines universellen Blickwinkels zu gewinnen sucht.” Zitatende W. Und wir wissen um die Leistung der Frühmoderne/ Renaissance, etwa eines Athanasius Kircher. Etwas Ähnliches steht heute wieder an und ich denke nicht, dass es unmöglich ist, ein neues, konvergentes Weltbild zu erreichen. In allen Detailproblemen wiederholen sich heute die großen Struktur- und Methodenfragen, allerdings in einer ‘übersystemischer’ Präsenz! Das ist die wirklich neue Herausforderung. Statische Modellsysteme grenzen dann nur noch aus,… Read more »

Conrath
Gast
Conrath

Fehlerkorrektur

“In allen Detailproblemen wiederholen sich heute die großen Struktur- und Methodenfragen, allerdings in einer ‚übersystemischen‘ Präsenz!” Selbstzitatende C.

Ranma
Gast
Ranma

Sicherlich nur weil Albert Einstein dort gearbeitet hatte, ist ein Ausspruch des Leiters des Münchner Patentamtes erhalten geblieben: ‚Eigentlich könnten wir unseren Laden zumachen. Alles, was erfunden werden kann, ist bereits erfunden und patentiert.‘ Das war ungefähr 1912. Bevor zwei Weltkriege eine Unmenge weiterer Erfindungen freisetzten. Trotzdem scheinen sich manche Leute für ein geschlossenes Weltbild noch immer nicht zu schade zu sein. Ein geschlossenes Weltbild ist immer ein lächerliches. Ein unwissenschaftliches sowieso. Wissenschaft ist schließlich das, was ständig neues Wissen schafft. Daher der Name. Wer sein Weltbild nicht beständig offen für neue Erkenntnisse hält, der hat ein vorwissenschaftliches Weltbild von… Read more »

waltomax
Gast
waltomax

Wenn den Buschleuten Hobby-Astronomen begegnen, welche gerade eine totale Sonnenfinsternis beobachten wollen, wird der eine oder andere villeicht erfahren, dass Sterne Sonnen sind und keine wärmenden Feuer anderer Sippen. In diesem Moment fällt der Mensch aus seinem Weltbild heraus und die Welt wird wieder fremd. Die sich dann einstellende innere Leere bezeichnet einen notwendigen Paradigmen- und Kontextwechsel, wenn man mit dem alten Weltbild nicht mehr weiterkommt und an seine Grenzen stößt. Grenzen der Bewusstseins und der Entwicklung! Behauptet sei, dass wir an einer solchen Grenze oder Wand stehen, obwohl das nur von wenigen wahrgenommen werden dürfte. Nämlich von solchen mit… Read more »

waltomax
Gast
waltomax

Die Grenzen unseres Bewusstseins sind die Grenzen unserer Entwicklung.
Und die haben wir erreicht.

Conrath
Gast
Conrath

@Walter Über Grenzen des Bewusstseinslässt sich trefflich streiten. Und immer wieder musste alles neu durchdacht werden. Der letzte große Versuch, absolute Grenzen zu statuieren, kam von du Bois-Reymond: “Ignoramus et ignorabimus (lat. „Wir wissen es nicht und wir werden es niemals wissen“) ist ein Ausspruch des Physiologen Emil Heinrich Du Bois-Reymond, der als Ausdruck der Skepsis gegenüber den Erklärungsansprüchen der Naturwissenschaften bekannt geworden ist. Das vollständige Zitat lautet: „Gegenüber den Rätseln der Körperwelt ist der Naturforscher längst gewöhnt, mit männlicher Entsagung sein ‚Ignoramus‘ auszusprechen. Im Rückblick auf die durchlaufene siegreiche Bahn trägt ihn dabei das stille Bewußtsein, daß, wo er… Read more »

waltomax
Gast
waltomax

Sehen Sie es “provokativ”. Es geht nicht um eine absolute Verneinung zukünftiger Entwicklung, sondern um die Frage der -momentanen- Grenzen unseres Bewusstseins. Eine Erweiterung besteht natürlich in der “Setzung” eines weiteren Entwicklungshorizontes. Die Frage nach dem Aufbruch zu neuen Ufern setzt die Erkenntnis voraus, zu einem solchen aufbrechen zu müssen, wenn es weitergehen soll. Dabei sollte man das neue Ufer zumindest vage erkennen. Doch wie verhält es sich, wenn die Erkenntnisse, die mit dem Aufbruch zu den neuen Ufern gewinnen kann, eben genau von diesen Setzungen abhängen? Wie schon als Beispiel bemüht, will ein Buschmann die Sterne als die Feuer… Read more »

Conrath
Gast
Conrath

Lieber Walter, (R. war aber streng, na ja, ist er manchmal, notgedrungen.) “Doch wie verhält es sich, wenn die Erkenntnisse, die mit dem Aufbruch zu den neuen Ufern gewinnen kann, eben genau von diesen Setzungen abhängen?” Zitatende W. Darum geht es ja. Wenn eine gründliche Untersuchung ergibt, dass wir mit unzureichenden Prämissen unterwegs sind, dann liegen die Grenzen eben genau in unseren falschen Annahmen. Und die Redlichkeit muss jeder ‘Erkenntnisinteressierte’ schon selbst aufbringen, ob er seinen Prämissen trauen kann. Meistens bauen wir da auf Sand der früheren Generationen. Und als erkenntnistheoretischer Geheimtipp, man kann sogar die methodischen Prämissen ex post… Read more »

Ranma
Gast
Ranma

Da kannst du selbstverständlich nur für dich selbst sprechen. Ich bin jedenfalls offen für Neues und habe nicht vor, das wegen der Vorurteile anderer Leute zu ändern. Darüber hinaus bin ich mir sicher, daß es noch viel mehr Leuten in diesem Punkt so geht wie mir.
Ranma