Rückzug vom deutschen Casino-Markt

Roulette / Quelle: Pixabay, lizenzfreie Bilder, open library: https://pixabay.com/de/roulette-jetons-casino-gl%C3%BCcksspiel-298029/ Roulette / Quelle: Pixabay, lizenzfreie Bilder, open library: https://pixabay.com/de/roulette-jetons-casino-gl%C3%BCcksspiel-298029/
Der deutscher Glücksspielmarkt ist ein schweres Umfeld für Anbieter. Unternehmen wie Gauselmann und Novomatic gehen. Die Hoffnung auf Regulierung schwindet.

Nachdem die Gauselmann AG entschied, die Merkur Slots vom deutschsprachigen Online Casino-Markt zu nehmen, dauerte es nicht lange, bis auch die österreichische Novomatic AG mitteilte, nun endgültig Abschied vom deutschen Markt nehmen zu wollen. Das beste Merkur Casino und auch die von Greentube programmierten Games sind somit also Geschichte.

Die Gründe, warum sich die Novomatic AG und die Gauselmann AG vom deutschen Markt verabschiedeten, wurden von Seiten der jeweiligen Unternehmen aber noch nicht dargelegt; Insider glauben zu wissen, dass die Nichtregulierung des deutschen Glücksspielmarktes dafür verantwortlich ist. Schlussendlich agiert jedes in Deutschland aktive Casino, auch sogenannte PayPal-Casinos, im rechtlichen Graubereich.

Von Seiten der EU-Kommission gab es schon mehrere Versuche, endlich Klarheit in die Sache zu bringen – nach den gescheiterten Verhandlungen und dem Rückzug der Kommission überwiegt jedoch aber wieder die Unsicherheit, wie es mit dem Glücksspiel in Deutschland weitergehen wird. Fakt ist, dass sich zahlreiche Spieler von den beliebtesten Slots verabschieden müssen – zudem ist die Wahrscheinlichkeit, dass es in naher Zukunft doch noch zur Reform des Glücksspielstaatsvertrages kommt, ausgesprochen gering.

Als die Superhelden-Slots von der Bildfläche verschwanden

Der Rückzug der Spielehersteller begann schon mit dem 1. April 2017 – damals wurden die Playtech Marvel-Slots vom Netz genommen. Der Grund war aber nicht der deutsche Glücksspielstaatsvertrag, sondern Marvels Weigerung, den Lizenzvertrag mit Playtech zu verlängern. Ein, vor allem für die Superhelden-Slot-Fans, sehr einschneidendes Erlebnis, was jedoch absehbar war. Schlussendlich wurde das Marvel-Universum schon im Jahr 2009 von Walt Disney übernommen – einem Konzern, der sich selbst als Familienunternehmen sieht, sodass auch den Branchenbeobachtern schnell klar war, dass die Geldspielautomaten wohl demnächst bald keine Rolle mehr spielen werden.

Schon im Jahr 2013 erklärte einer der Disney-Sprecher, es bestehe von Seiten des Konzerns kein Interesse, den Lizenzvertrag zu verlängern. Schon 2014, gerade einmal ein Jahr nach der Ankündigung von Seiten des Disney-Konzerns, gingen die ersten Superhelden-Slots von Cryptologic, der Amaya-Tochter, vom Netz. Mit dem Ende der Superhelden-Slots wurde jedoch scheinbar aber nur der Anfang eingeläutet, wobei der Höhepunkt nun bevorzustehen scheint.

Fehlt der österreichischen Novomatic AG die Hoffnung?

Vermutlich fehlt der Novomatic AG die Hoffnung, dass der deutsche Glücksspielmarkt in naher Zukunft nun doch reguliert wird. Auch wenn es von Seiten der österreichischen AG keine Begründung gibt, weshalb man sich vom Markt zurückzog, so gibt es doch einige Spekulationen. Die ersten branchenspezifischen Erfolge, die vor Monaten von Seiten des Gerichts beschlossen wurden, sodass nun feststehe, dass das Lottomonopol gegen das Gesetz verstoße, seien – so Insider – nicht Grund genug für die Novomatic AG, nun doch am deutschen Markt aktiv bleiben wollen. All jene, die gerne Merkur- oder Novoline-Spiele spielten, wissen jetzt also, wie es den Marvel-Fans vor einem Jahr ergangen ist. Aber auch das Stake 7, das sich auf die Slots von Merkur konzentrierte, geriet in Schwierigkeiten. Nun wird eine Rückkehr des Stake 7 geplant – inklusive einem neuen Konzept.

Reform des Glücksspielstaatsvertrages in weite Ferne gerückt

Bestätigt sich der endgültige Rückzug der Novomatic AG, so werden auch die „Book of Ra“-Fans stark bleiben müssen – schlussendlich könnte es doch ein Abschied für die Ewigkeit sein. Viel Hoffnung macht sich in Wahrheit niemand mehr – wohl auch deshalb, weil bereits bekannt ist, dass schon vier der 16 Bundesländer gegen den neuen Glücksspielstaatsvertrag sind. Schlussendlich findet sich nämlich auch im neuen Glücksspielstaatsvertrag kein Hinweis, wie die offizielle Regulierung der Online Casinos aussehen wird. Schon alleine die Tatsache, dass einige Bundesländer gegen die Reform sind, zeigt eindrucksvoll, wie schwer die Situation in Deutschland geworden ist. Vor allem beriefen sich die Bundesländer auf die sehr geringen Abänderungen zur aktuellen Fassung. Die Reform würde, sollte sie in der aktuellen Form in Kraft treten, noch immer keine tatsächlichen Lösungen in Sachen Sportanbieter, e-Sport-Betreiber, Online Casinos und Pokerseiten mit sich bringen.

Plenarsaal des Bundestages / Roulette / Quelle: Pixabay, lizenzfreie Bilder, open library: https://pixabay.com/de/bundestag-regierung-politik-369049/

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Die Folgen? Fatal

Die Hoffnung, die die Betreiber und auch die Spieler haben, liegt in einer Reform und in weiterer Folge in der Regulierung des deutschen Marktes. Vor allem würden die Gauselmann AG und die Novomatic AG davon profitieren, da die Rückzüge als strategische und zudem auch logische Schachzüge verstanden werden könnten. Das würde zumindest die Gauselmann AG aus den negativen Schlagzeilen (Stichwort: Panama Papers) bringen. Kommt es zu keiner Einigung und in weiterer Folge zu keiner Regulierung des deutschen Glücksspielmarktes, so sei das Ende der Merkur- und auch Novomatic-Games wohl auch eine gleichzeitige Belastungsprobe für zahlreiche Online Casinos, die sodann ein neues Konzept bräuchten, um weiterhin am deutschen Markt bestehen zu können.

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