Ein peinliches Merkel-Schulz Duett

Screenshot von der ARD-Website / http://www.daserste.de/information/politik-weltgeschehen/bundestagswahl-2017/sendung/tv-duell-110.html Screenshot von der ARD-Website / http://www.daserste.de/information/politik-weltgeschehen/bundestagswahl-2017/sendung/tv-duell-110.html
Das vermeintliche „Duell“ von Schulz und Merkel auf vier Fernsehsendern zeitgleich zu übertragen, war eine Zumutung für jeden Fernsehzuschauer.

Es ist schon erstaunlich, was sich Fernsehzuschauer an einem Sonntagabend bieten lassen. Auf gleich vier Kanälen (sic!) zeitgleich übertrugen die quotenstärksten Sender das „Duell“ Martin Schulz gegen Angela Merkel zur besten Sendezeit! Dafür durfte jeder dieser Sender einen Moderator bzw. eine Moderatorin beisteuern. Wer aber nach einem zumindest etwas Niveau versprechenden Angebot suchte, der sah in die Röhre bzw. schlüpfrige Peinlichkeiten bei „Grill den Henssler“.

Wie der Weihnachtsmann und der Osterhase

In Ländern wie Frankreich oder den USA „grillen“ Top-Journalisten in Fernsehduellen vor Präsidentschaftswahlen die Kandidaten mit Faktenwissen und hartnäckigen Nachfragen, in Deutschland sind sie bestenfalls Stichwortgeber. Zum Glück hatten sich Peter Kloeppel (RTL), Klaus Strunz Pro7/Sat1, Sandra Maischberger (ARD) und Maybritt Illner (ZDF) diese Stichworte bei der AfD und nicht etwa bei Grünen oder Linken besorgt. Über eine Stunde hielten sie Merkel und Schulz all die Fakten zur Immigration vor, die AfD-Politiker derzeit landauf, landab auf Wahlkampfbühnen verkünden. Leider reichte es bei den Journalisten dann aber nicht mehr für kenntnisreiche Nachfragen auf die meist nahezu gleichlautenden Antworten der Befragten.

Tatsächlich waren sich Schulz und Merkel in fast allen Punkten weitgehend einig. Die heute von einigen Journalisten bei Schulz diagnostizierte Angriffslust ist zumindest mir verborgen geblieben. Die SPD und ihr Kanzlerkandidat, die in den vergangenen Jahren die Politik der Kanzlerin in allen Punkten zu 100 Prozent mitgetragen haben, sind als Merkel-Gegner in etwa so glaubwürdig wie der Weihnachtsmann und der Osterhase.

Schlecht inszeniertes Theater

Aber das war ja schon vor diesem vermeintlichen „Duell“ klar. In Wahrheit ging es gestern Abend um nichts anderes als Selbstdarstellung. Ein paar ausgewählte Journalisten durften sich wichtig fühlen und dem vermeintlichen Herausforderer vor der Öffentlichkeit das Gefühl vermitteln, er werde ernst genommen. Dabei hatte Sigmar Gabriel seinen Parteifreund Schulz schon in der vergangenen Woche abgekanzelt. Und Angela Merkel hatte den Sendern ihre Bedingungen diktiert. Sie hat noch nie etwas dem Zufall überlassen.

Was da gestern Abend über die Bildschirme lief, war bestenfalls schlecht inszeniertes Theater. Und es war eine Frechheit, das zeitgleich auf den vier quotenstärksten Sendern zu bringen.

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Über Günther Lachmann

Günther Lachmann ist Journalist, Autor und strategischer Berater der Thüringer AfD-Fraktion. In seinen Beiträgen befasst er sich unter anderem mit dem Wandel des demokratischen Kapitalismus. Er veröffentlichte mehrere Bücher, zuletzt gemeinsam mit Ralf Georg Reuth die Biografie über Angela Merkels Zeit in der DDR: "Das erste Leben der Angela M." Kontakt: Webseite | Twitter | Weitere Artikel

11 Kommentare zu Ein peinliches Merkel-Schulz Duett

  1. Man kann mich zwar zwingen, GEZ-Gebühren zu zahlen, aber (noch) nicht, mir so ein widerwärtiges Schauspiel anzuschauen.

  2. Karl Bernhard Möllmann // 4. September 2017 um 12:54 // Antworten

    . . .
    WIE könnte denn auch ein abgekartetes Trauer-Spiel aus der Abteilung FAKE-news – ein echtes „Duell“ sein – wo es sich um eine abgestandene Seifen-Oper zwischen zwei alten Kampf-Kumpanen handelt, die seit Jahren in GEHEIMEN Hinterzimmern gemeinsam Deutschland an die Globalisten-Sekte verscherbelt haben . . . ?

  3. Lieber Herr Lachmann,
    erst Scheiße ansehen , und sich dann über Scheiße aufregen…..
    Das hat Art.
    Kein Wunder,dass die AfD den Bach runter geht,bei solchen „Strategen“

    • @Bernhard
      Zitat: „erst Scheiße ansehen , und sich dann über Scheiße aufregen…..“

      Zunächst einmal ist es die Pflicht eines Journalisten sich wichtige Sendungen im TV anzusehen. Schließlich muss er up to date sein. Hinzu kommt, dass manchmal in einer solchen Wundertüte auch Sehenswertes steckt, wie beispielsweise die Aussage im TV von Bill Clinton 1998:“I did not have sexual relations with that woman, Miss Lewinsky.“ An das Gesicht erinnere ich mich noch heute. Die Choreographie und die entgleisten Gesichtszüge kann man später nur beschreiben, wenn man es live gesehen hat.

      Gestern war es zwar nicht lustig, eher abstoßend, als die dritte Besetzung der Bilderberger, Schulz, die Zahl von einer Million „Flüchtlingen“, die seit 2015 bei uns sind, als erster in den Raum warf und die Studioenten hastig nach der um 50% von er Realität reduzierten Zahl schnappten. Denn nun konnte Schulz die Relationen in Komma und Prozent „richtig stellen“.

      Mag sein dass sein schmerzverzerrtes Gesicht nach Masochismus schrie. Eine gewisse tragikomische Rolle kann man ihm aber keinesfalls absprechen. Gut, mit ´nem Osacar wird das nix, dafür hat er vielleicht Chancen auf den nächsten Kalergi Preis so die elitäre Jury will, denn der Oscar ist für seine qualifizierte Spielpartnerin reserviert.

      Schließlich befindet Sie sich nur dort seit neustem in erwünschter Gesellschaft, nachdem die White Helmets, eine „sanitäre Einrichtung“ der Al Kaida Friedenstruppe in Kooperation mit den moderaten Rebellen, der Demokratiebringer aus Saudi Arabien/ Katar sowie der Wertegemeinschaft des Westens, den russischen und staatlichen Terroraktionen mit tausenden von Toten ihre Fotoapparate entgegensetzen, damit die BLÖD ein paar blutige Kinder in Hochglanz dem verblödeten Publikum präsentieren kann. Und Merkel sich nach dem verpassten UN Spitzenjob mit dem Halali Ruf für weitere hohe Aufgaben qualifiziert hat. Denn ihre Umfragewerte steigen, weil sie dem verdutzten Wähler erzählte, dass wir noch mehr „Gold“, viel mehr „Gold“ erwarten dürfen. Selbst ihre Chefs im CFR fragen sich: Sind die Deutschen tatsächlich so blöd?

      • @Hubi Stendal
        Frei nach dem Motto:
        Kann ja jeder behaupten,dass die beiden nur Scheiße absondern,
        oder haben Sie gedacht, die beiden sondern mal Schockolade ab ?
        „Man kann sich nicht darauf verlassen, was vor der Wahl gesagt wurde. auch…………………….

  4. Herrlich Merkel nach 5:44 „Wir Deutschen …hüstel “

    Danach war dann auch Schluss für mich.

  5. „NWO WELTPOLITIK ★ Wie können wir die Hintergründe HINTER den Hintergründen erkennen?“

  6. Ich habe nur nach dem Duett einen Christian Lindner (FDP) bei einer Rede im Fernsehen gesehen. Der kann inzwischen irgendwie besser reden als zu der Zeit als die FDP noch im Bundestag war. Beispiele:
    »Der Wähler hat endlich jemanden, der mit Leidenschaft einen Haufen Stuß erzählt.«
    »Endlich wird uns wieder das Blaue vom Himmel versprochen.«
    »In letzter Zeit kommen mehr und mehr Leute zu mir mit der Bitte: Herr Lindner, bitte helfen sie mir, denn die Frau Nahles will mir helfen!«
    Hintergrund zu der letzten Aussage: Die Leute mit dieser Bitte sind gutbezahlte IT-Fachkräfte, die gegen ihren Willen zu Scheinselbstständigen erklärt werden sollen. Nun gut, eher ein Randproblem, von dem man sich in seiner Entscheidung zur Wahl nicht beeinflussen lassen sollte.

    Wichtig für die Wahlentscheidung:

    * Alle Parteien werden aus dem selben staatlichen Topf finanziert, bekommt eine Partei mehr, dann bekommen die anderen Parteien weniger. Aber eine Partei muß inzwischen wenigstens ein Prozent bei der Wahl bekommen, um berücksichtigt zu werden. Die Hürde wurde im Laufe dieser Amtszeit von einem halbem auf ein ganzes Prozent erhöht. Das ist eine Hürde, die man zu knacken helfen kann.

    * Die berühmte Fünf-Prozent-Hürde gilt nicht für Direktkandidaten.

    * Abweichungen in den Prozentzahlen zwischen Erst- und Zweitstimmen führen zu einem negativem Stimmgewicht, das laut Bundesverfassungsgericht (Urteil von 1958) der Grund dafür ist, warum das Wahlgesetz verfassungswidrig ist. Als Folge davon werden Überhangs- und Ausgleichsmandate vergeben, was laut Bundesverfassungsgericht (Urteil von 2012) keine ausreichende Abhilfe ist, weswegen das Wahlgesetz immernoch verfassungswidrig ist. Je mehr negatives Stimmgewicht in der Wahl erzeugt wird, desto wahrscheinlicher wird es, daß das Bundesverfassungsgericht das nicht mehr ignoriert.

    * Für das Europaparlament mußte die Fünf-Prozent-Hürde bereits auf eine Drei-Prozent-Hürde gesenkt werden und der Europäische Gerichtshof betrachtet die als immernoch zu hoch. Die Chance besteht, daß solche Hürden in allen EU-Mitgliedsstaaten beseitigt werden müssen. Je mehr eigentlich gültig abgegebene Stimmen durch die Fünf-Prozent-Hürde ersatzlos verlorengehen, desto mehr steigt die Chance auf die Abschaffung der Hürde.

    * Auch ungültige Stimmen reduzieren die Prozente für die großen Parteien zumindest mehr als von der Wahl fernzubleiben.

    * Die Wahl ist geheim und deshalb kann man anschließend jedem Abgeordnetem sagen: »Vertritt meine Interessen oder ich wähle dich nicht mehr!« Für diese Taktik sollte man jedoch immer auf dem Weg zur und auf dem Weg von der Wahl gesehen werden und seine Wahlbenachrichtigung dort abgeben.

    * Bei der Wahl gesehen zu werden ist auf jeden Fall gut, weil in den meisten Orten die immer gleichen Leute bei der Wahl helfen und das oft politisch Engangierte sind, denen man zeigen sollte, daß man ein Auge darauf hat, was die tun.

    * Mit kreativen Einfällen, wie sich selbst auf den Wahlzettel zu schreiben, macht man nur den Wahlhelfern mehr Arbeit. Nur falls man unter denen überpenible Leute kennt, die das Geheimnisgebot bei der Wahl gefährdet sehen könnten, dann könnte sich das lohnen. Ansonsten doch besser das Kreuzchen (oder den Änderhaken) bei irgendeiner kleinen Partei machen.

    * Der Wahl-o-mat kann helfen, falls man sich nicht alleine entscheiden kann. Der Wahl-o-mat behandelt, zumindest bisher, kleine Parteien fair.

    Ranma

    • @Ranma

      Zitat:
      „Der Wahl-o-mat kann helfen, falls man sich nicht alleine entscheiden kann. Der Wahl-o-mat behandelt, zumindest bisher, kleine Parteien fair.“

      Die kommende Wahl ist eine historische. Hier wird entschieden, ob die BRD in den nächsten vier Jahren -endgültig- abgerissen wird, oder ob eine Partei, die es im Programm hat, verhindern kann, damit eine 2/3 Mehrheit im Bundestag, die für eine GG Änderung erforderlich ist, verhindert wird. Hier geht es in erster Linie um den Artikel 79-3, 146 als Einsteiger und 23. Alles andere, mit Ausnahme des Werkzeugs Migration, ist ablenkendes Beiwerk.

      Die Wahl einer chancenlosen Partei verhindert dabei, dass die kleine Chance auf die Verhinderung der undemokratischen 2/3 Mehrheit Realität wird. Wer dazu aufruft Kleinstparteien zu wählen, hat entweder den politischen Sachzusammenhang nicht verstanden oder er betreibt eine mysteriöse Agenda der Zersplitterung.

      Der Wahl-O-Mat ist kein faires Instrument. ich vermute, dass Sie ihn noch nicht unter die Lupe genommen haben, aber viel zu sagen haben. Deshalb soviel:

      Er wird als Internetplatform und App von der bpb (Bundeszentrale für politische Bildung) einer Regierungsorganisation betrieben. Am Wahl-O-Mat sind 26 staatlich abhängige Mitarbeiter unter 26 Jahren beteiligt, die von 6 universitären „Beratern“, bestehend aus Soziologen, Politikwissenschaftlern und Migrationsforschern, die universitär selbstverständlich ebenfalls staatsabhängig sind,. „unterstützt“ werden.

      Der Treppenwitz ist, dass die 38 Fragen mit zwei Testläufen entschieden werden, die ebenfalls mit Gruppen von Jungwählern bis 26 Jahren (Erst- u. Zweitwählern) erarbeitet werden. Ein Querschnitt der Gesellschaft sieht anders aus. Die Stimmabgabe erfolgt mit 1) stimme zu, 2) neutral 3) stimme nicht zu.

      Beispiel einer Frage:

      Frage 29) „Der Bund soll weiterhin Projekte gegen Rechtsextremismus fördern.“

      Gegenfrage von mir: und nicht gegen den Linksextremismus, der viel größér ist?

      Frage 3: „Für die Aufnahme von neuen Asylsuchenden soll eine jährliche Obergrenze gelten.“

      Stimme zu? o.k., dann schauen wir mal, wie die CDU positioniert ist:

      Sie gibt dem Wahl-O-Mat Team folgende wörtliche Antwort: „Für die CDU ist eine jährliche Obergrenze nicht das richtige Instrument“. Deutlicher kann man sich nicht positionieren. Die Antwort lautet also: STIMME NICHT ZU!

      Der Wahl-O-Mat positioniert die CDU jedoch auf NEUTRAL. Ist das korrekt?

      So können Sie feststellen:

      Die drängenden Fragen werden dort gefeilt, angepasst oder gar nicht erwähnt. Statt dessen werden lächerliche Fragen nach dem Dieselskandal oder einer höheren Besteuerung von Vermögen abgefragt, wobei sich die Frage stellt, was höhere Vermögen eigentlich sein sollen.

      Nein. Der Wahl-O-Mat ist als „Orientierungshilfe“, wie ihn der Kopf Prof. Marschall bezeichnet, dazu da, auf der Basis hauptsächlich sinnfreier Fragen, eine Zersplitterung der unsicheren Wählerschaft herbeizuführen, damit die einzig chancenreiche Partei, die AFD kein hohes Gewicht iom Parlament erhält. Gerade so wie Sie dies hier auch mit ihrer Clownerie veranstalten.

      Der Gegner des Guten ist nicht etwa das Böse. Das kann man durch ständiges Wiederholen der Wahrheit früher oder später in die Schranken weisen. Es ist die Dummheit.

      • Jetzt werd mal nicht albern! Die AfD hat keineswegs mehr Chancen als beispielsweise die Piraten! Wenn man sich niemals außerhalb der eigenen Echokammer bewegt, dann bekommt man das natürlich nicht mit.

        Tatsächlich hatte ich Zweifel daran, ob ich den Wahl-o-maten überhaupt erwähnen sollte. Den hatte ich früher mal benutzt. Damals war er noch neu, wahrscheinlich besser, aber auch schon nicht perfekt. Wie du selbst hier an Beispielen vorführtest, kann der Wahl-o-mat sehr gut als Einstieg dienen, um einen Überblick über die Positionen der einzelnen Parteien zu erhalten. Dazu muß man halt noch ein paar Links zusätzlich anklicken, anstatt nur die ersten, oberflächlichen Fragen zu beantworten. Das geht seit es den Wahl-o-maten gibt mit viel weniger Arbeit als zuvor, denn damals hätte man sich durch sämtliche Parteiprogramme kämpfen müssen, die man sich erstmal von jeder Partei, die man größtenteils wohl nichtmal gekannt hätte, einzeln hätte besorgen müssen. Sehr schön am Wahl-o-maten ist jedoch, daß der durchaus die Empfehlung geben kann, kleine und kleinste Parteien zu wählen, falls man mit deren Linie übereinstimmt. Eine so neutrale Haltung findet man sonst nicht so schnell im Bereich der Politik.

        Allerdings wird meine Intention mißverstanden, falls man meint, ich wolle lediglich zur Wahl kleiner Parteien aufrufen. Vielmehr will ich klarstellen, daß die Wahl kleiner Parteien die bessere Alternative dazu ist, sich von der Wahl fernzuhalten. Das ist keine Alternative zu einer Wahl, die man sowieso vorhatte. Wer die AfD für eine gute Idee hält, der soll die AfD wählen. Wer die Linken für eine gute Idee hält, der soll die Linken wählen. Aber wer nicht zu wählen für eine gute Idee hält, der sollte lieber nochmal nachdenken, denn das spielt den großen Parteien in die Hände. Deswegen wollte ich erklären, wie man die großen Parteien schwächt, falls man keine bestimmte Partei unterstützen will. Wieso sonst wohl befassen sich meine Punkte auch mit der Möglichkeit der Ungültigmachung des Wahlzettels?
        Ranma

  7. Holger Burkhard // 17. September 2017 um 16:28 // Antworten

    Wirklich köstlich, wie der einst erfolglos therapierte Größenwahnsinnige Merkel den Vizekanzlerposten in seinem Kabinett anbietet. Trotz seiner Bösartigkeit ist Chultz eine grandiose Lachnummer.

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