Hamburg feilt am Container-Umschlag

Hamburger Hafen – Containerterminal Altenwerder 2006, Blick von der abgedeichten Alten Süderelbe über den Köhlbrand; By GeorgHH (Own work (Own photo)) [Public domain], via Wikimedia Commons; https://commons.wikimedia.org/wiki/File%3AAltenwerder_013.jpg Hamburger Hafen – Containerterminal Altenwerder 2006, Blick von der abgedeichten Alten Süderelbe über den Köhlbrand; By GeorgHH (Own work (Own photo)) [Public domain], via Wikimedia Commons; https://commons.wikimedia.org/wiki/File%3AAltenwerder_013.jpg
Fast neun Millionen Container schlägt der Hamburger Hafen pro Jahr um. Dabei gibt es immer noch logistische Defizite. Die soll eine neue Technik nun beseitigen.

Hamburg bietet als größter Seehafen Deutschlands einen sehr respektablen Anblick. Immerhin ist dieser Hafen auch gleichzeitig der drittgrößte Europas. Hier werden fast neun Millionen Containern im Jahr umgeschlagen, im gleichen Zeitruam kommen über 700.000 Passagiere. Damit bildet der Hamburger Hafen das Herz der europäischen Wirtschaft.

Die Schifffahrtsrouten verbinden ihn mit über 900 anderen Häfen auf der Welt. Der Tidehafen dient sowohl als Mittelpunkt des Warenumschlags, aber auch zur Lagerung und Weiterverarbeitung von Gütern. Dies erklärt auch die riesige benötigte Fläche von 7.200 Hektar. Diese Zahlen sind Ergebnisse einer Entwicklung, die der Hafen über mehr als 800 Jahre durchgemacht hat.

Trotz beeindruckender Zahlen

Obwohl alle bereits genannten Zahlen wirklich beeindruckend klingen, wird im aktuellen Jahr bereits von Stagnation gesprochen. Denn seit dem Jahr 2014 macht sich ein schleichender Abwärtstrend bemerkbar. Gegenüber den anderen beiden gewaltigen Handelshäfen Rotterdam und Antwerpen, ist ein Rückgang von 0,7 Prozent festzustellen.

Auch wenn diese Zahlen aus Prognosen stammen, wird der Hamburger Hafen wohl dieses Jahr kein nennenswertes Wachstum erfahren. Verantwortlich für diesen Rückgang ist der Handelspartner China, da der Verkehr mit diesem Land um zwei Prozent zurückging. Die Schiffsladungen aus Russland stiegen hingegen zwar deutlich an, konnten aber den Rückgang dennoch nicht kompensieren.

Hafeneinfahrt und die Übersicht behalten

Die Dimensionen der Schiffe, die den Hafen ansteuern, sind absolut beeindruckend. Tag für Tag laufen riesige Kreuzfahrtschiffe und noch größere Containerschiffe ein und aus. Ein durchschnittliches Containerschiff misst 400 Meter Länge und kann über 50 Meter breit sein. Über 14.000 Container kann so ein Schiff transportieren. Da der Hamburger Hafen etwa 115 Kilometer vom Meer entfernt an der Elbe liegt, müssen die riesigen Schiffe den Fluss aufwärts steuern. Speziell ausgebildete Lotsen begleiten die Containerschiffe entlang der Elbe, bis schließlich ein Hafenlotse die Hafeneinfahrt übernimmt. Vier wendige Schlepperboote übernehmen hierbei das Manövrieren des Containerschiffs.

Die gigantischen Container-Umschlagszahlen erfordern eine ausgefeilte Logistik. Alleine das Eurogate-Terminal im Hamburger Hafen kann etwa 30.000 Container aufnehmen. Wer soll da wie die Übersicht behalten? Alle Logistik-Systeme werden von Computern überwacht und durch Datenfunk weltweit vernetzt. Jeder Container erhält eine Nummer, welche weltweit einzigartig ist. Natürlich sind auch alle Stellplätze im Hafen und auch auf den Schiffen mit Nummern versehen. So kann zu jederzeit ein beliebiger Container ganz einfach aufgefunden werden.

Neue High-Tech Systeme in Planung

Doch auch dieses ausgefeilte System verhindert noch keine „Leerläufe“. Gemeint sind leere Container. Diese sollen nun durch eine weitere logistische Prozessoptimierung mit dem Einsatz einer ganz neuen Informationstechnik verringert werden. So werden zukünftig unnötige LKW-Fahrten mit Leercontainern vermieden. Das ist sowohl ökonomisch als auch ökologisch sinnvoll. Beteiligt an diesem Unternehmen sind elf Reedereien im Hafen sowie die wichtigsten und größten Hamburger Unternehmen für Container Transport und Miete.

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2 Kommentare zu Hamburg feilt am Container-Umschlag

  1. Kein sehr sinnvoller Artikel, weil nichtmal erwähnt wurde, daß noch größere Schiffe in den Hamburger Hafen nicht mehr hineinfahren können! Schon zur Zeit können die großen Schiffe nicht mehr überall anlegen. Dazu führt der Gänsemarsch über die 115km Elbe, zu dem jedes große Schiff die nachfolgenden Schiffe zwingt, zu mehreren Stunden Zeitverlust. Es braucht nur mal ein Manöver nicht perfekt gelingen und die Zufahrt ist mehrere Stunden blockiert. Aus diesen Gründen hat der Hamburger Hafen keine sichere Zukunft.

    Das Problem der Leerfahrten kann mit einem noch so tollem Computer nicht gelöst werden, weil es sich bei den Leerfahrten um die Rückwege handelt! Das betrifft nicht nur LKW, sondern vor allem die Schiffe. Für die ist es sogar schlimmer, denn die sind Tage unterwegs ohne etwas zu transportieren, verursachen also nur Kosten, um schließlich wieder von Asien aus losfahren zu können. Das kann man deshalb nicht mit Computerprogrammen lösen, weil die Ursache dafür ein Handelsungleichgewicht ist. Nur gesunden Menschenverstand in der Wirtschaft zu erlauben könnte das Problem vielleicht lösen.
    Ranma

  2. Man hätte die paar Informationen aus dem Artikel auch als Aufhänger für eine Beschäftigung mit Schiffsdieseln und Schweröl nutzen können. Das wäre jetzt während der Diesel-Krise doch wirklich aktuell gewesen!
    Ranma

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