Wenn politische Ordnung zerbricht

Das Kolosseum um 1858 mit der Meta sudans im Vordergrund, die dort bis 1936 stand. / Wikipedia Public Domain; https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Tommaso_Cuccioni_Colosseo_1858.jpg#file Das Kolosseum um 1858 mit der Meta sudans im Vordergrund, die dort bis 1936 stand. / Wikipedia Public Domain; https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Tommaso_Cuccioni_Colosseo_1858.jpg#file
Wir erleben große Umwälzungen. Die Wahl Donald Trumps oder der Brexit sind Zeichen dieses Wandels. Roms Geschichte zeigt den Ablauf ähnlicher Zerfallsprozesse.

Eskalierende Gewalt ist der Einstieg in jeden Bürgerkrieg, das lässt sich auch in der Römischen Republik des letzten Jahrhunderts v. Chr. beobachten. Außerdem kann in diesem Zusammenhang, nachdem im letzten Beitrag (Wenn die Maske der Macht fällt) der römische Kaiser Caligula das Thema war, nun ein weiteres „Ungeheuer“ der Antike beschrieben werden: Lucius Cornelius Sulla Felix (geb. 138 v. Chr. – gest. 78 v. Chr.).

Um die zerfallende Römische Republik zu retten, wurde Sulla zum ersten Alleinherrscher Roms nach dem (geschichtlich allerdings kaum nachweisbaren) letzten König Lucius Tarquinius Superbus. Sulla verursachte mit seinem Terror der Proskriptionen eine weitere Vertiefung der innenpolitischen Gegensätze in Rom, die die Republik unaufhaltsam weiter in den Bürgerkrieg trieben, so das überwiegend negative Urteil in der Geschichtsschreibung. Doch hatte nicht auch der „Erfinder“ des Prinzipats Augustus als Mitglied des Zweiten Triumvirats ab 43 vor Christus, das nichts anderes als eine Dreipersonen-Diktatur darstellte, Proskriptionen veranlasst, die zu Mord, Enteignungen und Vertreibungen führten? Eine Beurteilung von Sullas Wirken ist schwieriger, als gedacht: Soll man ihn nun als einen gewissenlosen Gewaltherrscher, blutbefleckten Mörder und starrsinnigen Reaktionär sehen? Oder ist er als einer der letzten Bewahrer der Republik anzusehen, einer der sie mit durchdachten Reformen wieder aufs rechte Gleis setzen wollte, der in der Wahl seiner Mittel allerdings völlig entgleiste?

Frechheit siegt

Die politische Ordnung der Römischen Republik, in der die Senatsaristokratie die Richtlinien der Politik bestimmte, ging in einem etwa hundertfünfzigjährigen Prozess zugrunde. Bis die neue Ordnung der Monarchie installiert war, sind im unerbittlichen Verfallsprozess der Republik verschiedene Akteure aufgetreten, die aus unterschiedlichen Interessen heraus in die Geschehnisse eingegriffen haben. Stand Caligula quasi am Endpunkt einer Umgestaltung der Machtverhältnisse, indem er dem senatorischen Adel offen vor Augen führte, dass unumkehrbar eine römische Monarchie entstanden war, so gehörte Sulla zu dem Teil der Adelsschicht, der beharrlich versuchte, die alte Ordnung der Aristokratenrepublik zu bewahren. Hier muss auch die Beurteilung des Sulla ansetzen.

Lucius Cornelis Sulla, der sich in seiner Jugend eher wie ein Bohemien und nicht unbedingt wie ein würdiger Nachkomme eines alten römischen Adelsgeschlechts aufführte, war offenbar ein Mensch, der keine halben Sachen machte, sondern konsequent einen einmal eingeschlagenen Weg zu Ende ging. Der antike Biograph Plutarch, der in der frühen Prinzipatszeit lebte, überliefert seine Grabinschrift, die darauf hinweist:

„Sein Grabdenkmal steht auf dem Marsfelde; die Grabinschrift soll er selbst noch verfaßt und hinterlassen haben. Ihr Hauptinhalt ist, daß weder einer seiner Freunde im Gutestun noch einer seiner Feinde im Bösestun ihn übertroffen habe.“ (Plutarch, Große Griechen und Römer, Lysandros und Sulla)

Sulla entschloss sich, in der römischen Politik Karriere zu machen und die Ämterlaufbahn anzutreten, nachdem er durch Erbschaft zu den nötigen Geldmitteln gekommen war. Er tat das, wie gesagt, in einer Zeit in der die Krise der Römischen Republik immer offener zu Tage trat, da die politischen Gruppierungen innerhalb der römischen Adelsschicht, Popularen und Optimaten, immer unerbittlicher aufeinanderstießen. Grob gesagt, standen die Optimaten für die Beibehaltung der überkommenen Staatsform und deren Werte, das hieß vor allem, dass der Vorrang des Senats bei der Formulierung der Richtlinien der römischen Politik gewahrt werden musste. Sulla stand immer klar auf Seiten der Optimaten.

Die Popularen standen für aristokratische Politiker, die durchaus auch mit den Mitteln der Demagogie über das Volkstribunat und die Volksversammlung Beschlüsse in der römischen Politik durchsetzen wollten, die der Senat in seiner Mehrheit ablehnte. Dabei ging es in den Anfangszeiten um Ackergesetze, die Landlosen zu Ungunsten adliger Großgrundbesitzer wieder einen Hof verschaffen sollten (das Anliegen vor allem der Gracchen), aber auch um die kostenlose Versorgung der römischen Stadtbevölkerung mit Getreide und später vor allem um Versorgungsgesetze für die Soldaten nach einem abgeschlossenen Feldzug. Letzterer Punkt zeigt dann auch deutlich die Bruchlinie auf, die zum immer weiteren Zerfall der Römischen Republik führte. Denn da die römische Armee nicht mehr aus wehrfähigen Bauern, sondern aus landlosen Freiwilligen bestand, die vom jeweiligen Feldherrn nach dem Ende des militärischen Auftrags, sehr oft auf Kosten schon bestehenden Grundbesitzes, versorgt werden mussten, verbanden sich hier innenpolitisch die popularen Kräfte, die gegen die optimatische Senatsaristokratie agierten, mit dem immer mächtiger und unabhängiger werdenden militärischen Apparat der Republik. Am Ende konnten die Amtsträger und Institutionen der Republik das Militär überhaupt nicht mehr einbinden und populare Politik, so sie diesen Namen dann noch verdiente, bestand nur noch in der Durchsetzung der Anforderungen der Militärmachthaber gegen die Senatsmehrheit.

In der Zeit, in der Lucius Cornelis Sulla wirkte, war diese Entwicklung in dieser Form noch nicht absehbar, doch zeigte sich gerade im Verlauf seiner Karriere, in welch abgründige Richtung die Römische Republik treiben sollte.

107 v. Chr, erklomm Sulla mit der Quästur die erste Station der römischen Ämterlaufbahn. Er wurde dem Heer des Marius in Nordafrika zugeteilt, der in diesem Jahr seinen ersten Konsulat angetreten hatte (ein Amt, in das er gegen die Regeln der Republik bis 100 v. Chr. ununterbrochen wiedergewählt wird). Im von Rom erfolgreich beendeten Krieg gegen den Numiderkönig  Jugurtha konnte Sulla sich bewähren, so dass einer weiteren Karriere nichts im Weg stand. Ja er ging sogar so weit, die Beendigung des Krieges als vor allem seine Leistung zu beanspruchen. Auch damals galt schon: Frechheit siegt. Danach war Marius, der eigentliche Oberbefehlshaber dieses Feldzugs, der auch offiziell einen Triumph feiern durfte, nicht mehr so gut auf Sulla zu sprechen. Da Sulla aber ohne Zweifel eine große militärische Begabung hatte, diente er auch in den Feldzügen gegen Kimbern und Teutonen 104 bis 101 v. Chr. als Legat und Militärtribun unter den Konsuln Marius und Catulus.

Im Jahre 98 n Chr. wurde Sulla Prätor und als Statthalter (Promagistrat wohl mit prätorischer Amtsgewalt) agierte er in der Folge in der römischen Provinz Kilikien in Kleinasien, wo er auch mit den Wirren um die Thronfolge in Kappadokien befasst war und mit der Expansionsbereitschaft des pontischen Königs Mithridates VI. konfrontiert wurde. In seiner Zeit als Statthalter war Sulla – für die damalige Zeit durchaus üblich – nicht abgeneigt gegenüber Freundschaftsbekundungen der kleinasiatischen Könige und Machthaber, mit denen er zu tun hatte, in manchen Fällen wird er auch nachdrücklich darauf hingewiesen haben:

„Als er zurückkehrte, erhob Censorinus gegen ihn die Anklage der Erpressung, weil er gegen das Gesetz große Summen aus einem verbündeten und befreundeten Reich zusammengerafft habe. Aber er erschien nicht zur Verhandlung, sondern trat von der Klage zurück.“ (Plutarch, Große Griechen und Römer, Lysandros und Sulla)

Die Klage, von der Plutarch berichtet, wurde wohl schon im Vorfeld der Verhandlung anderweitig erledigt, seine Geldbeschaffungsmaßnahmen haben Sulla somit nicht geschadet, sondern waren sehr wahrscheinlich die finanzielle Basis seiner weiteren Karriere.

Sturm auf Rom

Im Bundesgenossenkrieg ab 91. v. Chr. bekleidete Sulla wieder militärische Positionen mit großen Erfolgen z. B. gegen die Samniten, die härtesten Gegner im Bundesgenossenkrieg. Der Krieg selbst endete im Kompromiss, die Bundesgenossen erhielten das römische Bürgerrecht, die auch in den Volksabstimmungen ihre Stimme abgeben durften. Das allerdings hätte die Macht der bislang herrschenden Senatsaristokratie weiter erodieren lassen. Um das zu verhindern, wurden die Neubürger nur in 8 der 35 Wahlkörper zugeteilt; da bei der Auszählung die Ergebnisse der Wahlkörper als Ganzes ausgezählt wurden, war ihr Stimmrecht somit verdünnt worden. Ein Umstand, den die Popularen auf jeden Fall ändern wollten, denn mit einer anderen Aufteilung stiegen ihre Chancen auf Zustimmung zu ihren Gesetzesanträgen gegen die herrschende Aristokratie.

Sulla konnte indessen das höchste Amt in Rom anstreben. Aufgrund seiner militärischen Verdienste war seine Wahl zu einem der beiden Konsuln für das Jahr 88 v. Chr. nicht mehr aufzuhalten. Durch das übliche Verfahren des Losens erhielt er die Provinz Asia und damit den Oberbefehl im Krieg gegen Mithridates VI. von Pontos, der weiterhin versuchte, durch Gebietseroberungen den Einfluss Roms in Kleinasien und Griechenland einzudämmen.

Was nun aber geschah, hob die alte Ordnung der Republik, die schon mit den ununterbrochenen sechs Konsulaten des Marius übermäßig gedehnt wurde, aus den Angeln. Die politischen Gegensätze in Rom eskalierten. Der den Popularen zugehörige P. Sulpicius Rufus, ein mitreißender Redner, veranlasste in seiner Eigenschaft als Volkstribun Gesetzesbeschlüsse der Volksversammlung, die die Aufteilung der Bundesgenossen in alle 35 Wahlkörper, die Aberkennung des Oberbefehls des Sulla im Krieg gegen Mithridates und die Einsetzung des Marius, der inzwischen ein Intimfeind des Sulla geworden war, zum Oberbefehlshaber in Asien beinhaltete. Sulla war ein nach den bisherigen Regeln der Republik legal eingesetzter Armeebefehlshaber, die Art und Weise dieses Vorgehens, die auch keinesfalls gewaltlos ablief, war somit ein beispielloser Bruch der herkömmlichen Gepflogenheiten und eine Provokation der Senatsaristokratie, auch wenn darauf verwiesen werden konnte, dass man sich der legal zur Verfügung stehenden Mittel bedient hatte.

Da die amtierenden Konsuln die popularen Intentionen mit formalen Bedenken zu verhindern suchten, wurden sie von fanatisierten Anhängern der Popularen bedroht, es kam zu Straßenschlachten zwischen den politischen Richtungen. Sulla floh zu dem zum Abmarsch nach Asien bereiten Heer bei Nola – und fügte sich nicht dem Beschluss der von den Popularen instrumentalisierten Volksversammlung. Er entschloss sich zu seinem ersten Marsch auf Rom und damit zum Putsch.

Sulla konnte die Soldaten überzeugen, dass Marius mit anderen Truppenteilen nach Asien ziehen würde, so dass die Aussicht auf reiche Beute für sie dahin war. Als zwei Militärtribunen aus Rom das Heer bei Nola für den neuen Oberbefehlshaber Marius übernehmen wollten, wurden sie von den aufgebrachten Legionären gesteinigt. Einer der besten Kenner der römischen Geschichte, Karl Christ, resümiert:

„Indem Sulla so zum erstenmal in der römischen Geschichte (…) [als Träger eines Amtes der Römischen Republik] ein Heer gegen Rom führte, zog er die letzte Konsequenz aus Marius‘ Heeresreform. Zugleich hatte er damit alle Brücken zu den legalen Organen der römischen Verfassung hinter sich abgebrochen.“ (Karl Christ, Sulla, München 2011, S. 80)

Sullas Armee – und es war jetzt „seine“ Armee – stürmte Rom, es kam zu Straßenkämpfen zwischen Soldaten und Anhängern der Popularen. So sehr die Popularen die bisherige politische Ordnung mit in Fetzen gerissen hatten, offenbar hatte keiner mit dieser Entwicklung gerechnet, nun flohen sie aus der Stadt. Der geflohene Marius wurde zum Staatsfeind erklärt. Die Gegner, deren Sulla habhaft werden konnte, wurden hingerichtet, darunter auch P. Sulpicius Rufus. Alle seine Gesetze wurden aufgehoben, die Rechte der Volkstribune, Gesetze zu initiieren wurden beschnitten.

Nachdem die Lage in Rom zugunsten der Optimaten bereinigt war, marschierte Sulla mit den Truppen ab nach Griechenland und Asien, um zwischen 87 und 84 v. Chr. den ursprünglichen Auftrag, die Rückeroberung der an Mithridates verlorenen Gebiete, auszuführen. Doch in der Folge bekamen wieder die Popularen die Oberhand in Rom. Lucius Cornelius Cinna (schon Konsul 87, dann von den Optimaten vertrieben) und der zurückgekehrte Marius errichteten ab 86 v. Chr. nach der (Wieder-)Eroberung Roms durch die Popularen, die vor allem mit Hilfe der Veteranen des Marius gelang, eine populare Gewaltherrschaft, die einen bisher nicht gesehenen Terror in Gang setzte:

„Anarchie und Chaos prägten in immer größerem Ausmaß und in immer grausameren Gewaltakten bereits den Beginn jener Jahre. Magistrate wurden abgesetzt und erschlagen, Gesetze kassiert und wieder erneuert, Mord, Totschlag und Raub unter politischen Vorwänden zu alltäglichen Erscheinungen. Sullas Ächtung von einem Dutzend politischer Gegner nahm sich im Verhältnis zu den Exzessen der folgenden Monate wie ein ‚homöopathischer Eingriff‘ aus. (…).
Am Ende jener Eskalationen, in denen die Verbrechen der jeweiligen Sieger durch immer neue, größere Verbrechen der zunächst Unterlegenen übertroffen wurden, wenn diese wieder die Macht erlangten, bildet Sullas Diktatur lediglich den Schlußakt der Gesamtentwicklung. Dieser sollte deshalb nicht isoliert gesehen werden.“ (Karl Christ, Sulla, München 2011, S. 100/101)

Der optimatisch gesinnte Mitkonsul Cinnas von 87 Octavius wurde ermordet, aber das reichte nicht aus, um ihn zu demütigen. Der antike Historiker Appian (90 – 160 n. Chr.) beschrebt die Exzesse der Popularen:

Man schlug Ovtavius „das Haupt ab und überbrachte es Cinna, worauf es auf dem Forum vor den Rostra aufgehängt wurde, dies war das erste Haupt eines Konsuls. Nach ihm hängte man dort auch die Häupter der anderen Ermordeten auf, und diese scheußliche Sitte, die mit Octavius ihren Anfang nahm, fand kein Ende mehr, sondern pflanzte sich auf die späteren Bluttaten durch Gegner fort. Nun schwärmten sogleich die Häscher aus, ihre Feinde aus dem Senat und dem sogenannten Ritterstand aufzuspüren“. (Appian, Emphylia I, zitiert nach Christ, Sulla, S. 101)

Der erste „Warlord“

Marius starb bald, aber Cinna setzte seine Herrschaft fort, insgesamt bekleidete er 4 Konsulate bis 84 v. Chr., von 86 bis 84 ununterbrochen. Auch das schon ein deutliches Anzeichen für die Auflösung der Republik, denn Cinna ließ im weiteren Verlauf seiner Amtszeiten die Konsuln nicht mehr durch die Volksversammlung wählen, sondern setzte sich und seine Kollegen im Konsulat selbst ein.

Sulla hatte in den Jahren 85 – 84 v. Chr. seinen militärischen Auftrag in Asien durch einen Friedenschluss mit Mithridates VI. und mit Neuordnung Kleinasiens beendet und wandte sich wieder der Politik in Rom zu. Da eine militärische Auseinandersetzung mit Sulla unausweichlich war, bereiteten die Popularen in Rom sich entsprechend vor. Im Verlauf dieser Vorbereitungen wurde Cinna 84 v. Chr. von meuternden Heeresverbänden, die er gegen den aus Griechenland und Asien zurückkehrenden Sulla führen wollte, erschlagen.

Wie sehr sich der Bürgerkrieg in der Römischen Republik jetzt verschärfte, kann man daraus ersehen, dass nun von Anfang an die Waffen sprachen und römische Heere gegeneinander kämpften, um Sullas zweiten Marsch auf Rom zu stoppen. Die jeweils amtierenden popularen Konsuln dieser Jahre führten gegen die Optimaten Streitkräfte mit insgesamt wohl 100 000 Mann ins Feld. Sullas Truppen umfassten ca. 40 000 Mann, die aufgrund ihrer Stellung als Berufssoldaten nun eine Versorgung durch ihren Feldherrn mit Land erwarteten. Zusätzlich erhielt Sulla weiteren Zustrom aus Italien, die Bürgerkriegsparteien formierten sich.

Unter den Parteigängern Sullas aus Italien selbst war auch der junge Cn. Pompeius, der aus der großen Anhängerschaft und Klientel seines Vaters eine Privatarmee aufgestellt hatte und Sulla zuführte. Hier kann man erkennen, wie innerhalb der späten Römischen Republik nun etwas entsteht, was man in Bezug auf andere Zeiten „Warlord“ genannt hat. Marius aktivierte schon ohne jede gesetzliche Grundlage seine Veteranen aus seiner Zeit als Befehlshaber, Pompeius stellte ebenfalls ohne jegliche gesetzliche Grundlage eine neue Armee auf die Beine, für deren Versorgung er erst noch ein entsprechendes Gesetz der Volksversammlung erwirken musste.

Es kam nun zu wechselhaften Kämpfen im ganzen Reichsgebiet, in denen sich letztlich die militärischen Befehlshaber auf Sullas Seite, Metellus, Crassus und Pompeius (die beiden letzteren werden dann später zum Ersten Triumvirat gehören), gegen die popularen Konsuln und Militärtribunen durchsetzen konnten. In der eigentlichen Entscheidungsschlacht 82 bei der Porta Collina, einem der Stadttore Roms, hatten auch die Optimaten die Oberhand. Zwar wurde der von Sulla selbst geführte linke Flügel zurückgeschlagen, aber der rechte Flügel unter Crassus konnte den Gegner, vor allem Truppenteile aus den Volksstämmen der Samniten und Lukanier, die auf Seiten der Popularen in den Bürgerkrieg eingegriffen hatten, entscheidend in das vier Kilometer von Rom entfernte Antemnae zurückdrängen. Der Widerstand der Popularen brach nun zusammen, Sulla war wieder der Herr in Rom.

Was nun folgte, war die blutige Rache der Sieger an den Besiegten, und Sulla ließ dem Ganzen nicht nur freien Lauf, sondern gab ihm auch eine persönliche Note, die sein Bild in der Geschichtsschreibung von nun an prägte. Es begann damit, dass unmittelbar nach den Kämpfen Tausende gefangenen Soldaten der Gegenseite getötet wurden. In Antemnae wurde auf brutale Weise und unter Bruch des Versprechens, sie zu schonen, ein Exempel an gefangenen Römern sowie Samniten und Lukaniern statuiert:

„Dreitausend Gegnern, die ihm durch Abgesandte ihre Ergebung antrugen, versprach er Gnade, wenn sie den anderen erst noch Schaden zugefügt hätten und dann zu ihnen kämen. Sie glaubten ihm, griffen die übrigen an, und so kamen viele durcheinander ums Leben. Diese Leute und die Überlebeden der anderen Gruppen, etwa sechstausend, ließ er beim Zirkus zusammentreiben und berief den Senat in den Tempel der Bellona, und während er zu reden begann, schlachteten die kommandierten Leute die Sechstausend ab. Als sich, da so viele Menschen auf engem Raum hingemordet wurden, natürlich ein großes Geschrei erhob und die Senatoren in Aufregung gerieten, sagte Sulla mit der ruhigen, unbewegten Miene, mit der er eben redete, sie sollten doch auf seine Worte achten und sich nicht um das bekümmern, was draußen vor sich gehe; es würden nur eben auf seine Befehle einige Verbrecher bestraft.“ (Plutarch, Große Griechen und Römer, Lysandros und Sulla)

Auch auf dem Marsfeld in Rom wurden mehrere Tausend eingeschlossene Samniten, die auf der Seite der Popularen gekämpft hatten, durch Speerwürfe getötet.

Die Geburtsstunde der Proskriptionen

Aber auch unter den Senatoren wurde nun abgerechnet, viele ermordet oder, wenn sie Glück hatten, nur vertrieben. Sulla selbst war blind vor Hass, den toten Marius verfolgte er noch, indem er sein Grab schänden und die Leiche in den Fluss Anio werfen ließ. Innenpolitisch schwenkte er auf den Kurs der Restauration. In einer Volksversammlung ließ er verlauten, „er wolle das Volk, wenn es auf ihn höre, zu einer heilsamen Wandlung führen, von seinen Feinden aber keinen einzigen schonen, vielmehr sie aufs härteste bestrafen“ (Appian, Emphylia I, zitiert nach Christ, Sulla, S. 114).

Als die Bestrafungsaktionen aber völlig außer Kontrolle gerieten, wurde Sulla selbst von optimatisch gesinnten Senatoren gebeten, er solle doch sagen, wen genau er bestrafen wolle, um weitere sinnlose Gemetzel zu verhindern. Das war die Geburtsstunde der Proskriptionen zum Zweck der Ächtung von Personen, die durch ihre Nennung in einer Proskriptionsliste zu Staatsfeinden und für vogelfrei erklärt wurden. Einhergehend damit war die Konfiskation ihrer Vermögen durch den Staat. Ihre Ländereien wurden meistbietend versteigert. Die Ächtung betraf auch Frauen, Kinder und Enkel der Proskribierten, was der römischen Rechtstradition zutiefst widersprach.

Die Proskriptionen endeten Mitte 81, wie viele Menschen ihnen zum Opfer fielen, ist nicht genau zu sagen, aus der Antike überliefert wurde die Zahl von 4700. Sullas grausame und überharte Maßnahmen müssen sicherlich auch vor dem Hintergrund einer beständigen Eskalation der Gewalt zwischen den Bürgerkriegsparteien gesehen werden. Es bleibt an Sulla aber der Makel haften, dass er mit seiner Instrumentalisierung des Heeres für seine Zwecke, um damit die aus seiner Sicht unehrenhafte Behandlung durch die Popularen wieder rückgängig zu machen, die Tür zur Hölle des Bürgerkriegs weit aufgestoßen hat. Und seine ausufernde Brutalität bei der Behandlung der besiegten Kämpfer wie auch der unterlegenen innenpolitischen Gegner nach seinem zweiten Marsch auf Rom entsetzte selbst seine Parteigänger auf der Seite der Optimaten.

Dass sein Terror die Grundlagen des Zusammenlebens in der Republik eher weiter ruiniert als gefestigt hatte, lag Sullas Denken wohl fern. Schon im Urteil der Geschichtsschreibung in der Antike, in der man ganz gewiss nicht unsere Vorstellungen von Menschenwürde und rechtsstaatlichen Normen hatte, überschatteten diese Taten seine Bemühungen zur Restauration und Stabilisierung des römischen Gemeinwesens. Allerdings übersah man oft großzügig, was Kriegsherren wie Pompeius, Caesar, Antonius oder Oktavianus im weiteren Verlauf des Bürgerkriegs dann noch anrichteten.

Nach den Vorstellungen Sullas und aller Senatoren auf Seiten der Optimaten musste nach dem Sieg im Bürgerkrieg die politische Ordnung in einer zerrütteten Republik wiederhergestellt werden. Für Sulla war selbstverständlich, dass die politische Neuordnung sich an den bisherigen Traditionen der Republik zu orientieren hatte, also die alte Macht des Senats und damit der Senatsaristokratie restaurieren musste. Um diese Aufgabe bewältigen zu können, wurde für Sulla eine völlig neue Form der Diktatur geschaffen. Während bisher in Rom nur in militärischen Notlagen von der Kollegialität im höchsten Amt abgewichen wurde und ein Diktator auch nur eine eng begrenzte Zeit agierte, wurde Sulla nun per Gesetz zum Diktator zur Wiederaufrichtung des Staates auf gesetzlicher Grundlage ernannt (dictator legibus scribundis et rei publicae constituenda). Er erhielt freie Hand, Gesetze zu erlassen und den Staat zu ordnen. Eine zeitliche Begrenzung für diese Diktatur gab es nicht. Zu seinen vielen Maßnahmen zur Neugestaltung der politischen Ordnung gehörten unter anderen:

  • Ergänzung und Vergrößerung des Senats, um die großen Verluste im Bürgerkrieg auszugleichen, aber auch damit die Senatoren neue Aufgaben im Gerichtswesen übernehmen konnten. Einschränkung der Macht der Censoren, die nicht mehr über die Aufnahme neuer Mitglieder in den Senat entscheiden sollten.
  • Neuordnung der Ämterlaufbahn, vor allem durften Konsulat und Volkstribunat erst nach 10 Jahren wiederholt bekleidet werden (eine klare Reaktion auf die Exzesse unter Marius und Cinna).
  • Demilitarisierung Italiens: Konsuln und Prätoren sollten nur noch zivile Aufgaben übernehmen, während die militärische Kommandogewalt von den dafür beauftragten Befehlshabern (Promagistrate) in den Provinzen ausgeübt werden sollte.
  • Einschränkung der Macht der Volkstribune: Wer dieses Amt bekleidet hat, durfte keine anderen Ämter mehr bekleiden, jeder Gesetzesantrag der Volkstribune zur Vorlage an die Volkversammlung, musste die Zustimmung des Senats haben, das Vetorecht der Volkstribune gegen staatliche Maßnahmen wurde beschnitten. Damit sollte ein Missbrauch des Amtes, wie es (aus der Sicht der Optimaten) seit den Gracchen üblich wurde, unterbunden werden.

Nachdem er seine Neuordnung des Staates abgeschlossen hatte, legte Sulla, wohl für alle überraschend, seine Diktatur im Jahre 79 nieder, und verlebte die restliche Zeit, die ihm noch blieb, auf seinem Landgut, wo er vor allem an seinen (heute nicht mehr erhaltenen) Memoiren schrieb. Dort starb er schon 78 v. Chr. an einem Blutsturz, ein großes Staatsbegräbnis folgte.

Der Anti-Augustus

Im Grunde war Sulla damit ein Anti-Augustus: Während dieser lauthals die Wiederherstellung der Republik verkündete, aber in Wirklichkeit eine Alleinherrschaft zementierte, wollte Sulla wirklich die Republik als Herrschaft des Senatsadels restaurieren, und während Augustus sorgsam darauf achtete, dass seine Machtstellung vom Senat nicht angetastet werden konnte, zog sich Sulla, nachdem sein Auftrag beendet war, freiwillig auf das Altenteil zurück. Auch in der Antike ist über diesen Vorgang des Machtverzichts nach einer diktatorischen Herrschaftszeit gerätselt worden, so schrieb Appian:

„Dieser Akt scheint mir ans Wunderbare zu grenzen – daß Sulla als der erste und bis dahin einzige Mann ein so riesiges Amt ohne jeden Zwang in andere Hände legte, nicht in die von Söhnen (…), sondern in die Hände eben jener, die er tyrannisiert hatte. Man kann es kaum glauben, daß jemand sich unter vielen Gefahren den Weg zur Herrschaft bahnte und sie, nachdem er sie erlangt hatte, freiwillig aufgab.“ (Appian, Emphylia I, zitiert nach Christ, Sulla, S. 133)

Ohne Zweifel war es für Sulla undenkbar, die Strukturen und Institutionen der Römischen Republik aufzugeben. Er war angetreten, um die alte Ordnung wiederherzustellen. Eine dauerhafte Alleinherrschaft hatte in diesem Denken keinen Platz. Die politische Ordnung der Republik, die Jahrhunderte gut funktioniert hatte, sollte stabilisiert und weitergeführt werden. Unter diesem Gesichtspunkt, ist Sullas Restaurationswerk zu beurteilen, wenn man von den Begleitumständen, unter denen es durchgeführt wurde, einmal absieht.

Seine Gesetzgebung setzte durchaus in den Problembereichen der republikanischen Verfassung an, so war z. B. die Möglichkeit zur Blockade des staatlichen Handelns über das Vetorecht sowie das Recht zur Einbringung eigener Gesetzesvorlagen der Volkstribune immer eine Versuchung für die bei einer Abstimmung unterlegene Partei, ihre Anliegen doch noch durchzusetzen. Für die popularen Politiker war es eines der wichtigsten Mittel im politischen Kampf gegen die Optimaten. Doch wie viele seiner Maßnahmen, die er mit seinen diktatorischen Gesetzen angestoßen hatte, wurde auch diese Regelung sehr schnell nach seinem Tod wieder aufgehoben. Und sein Restaurationswerk insgesamt hat den weiteren Niedergang der Römischen Republik nicht mehr aufhalten können. Im Gegenteil: Sein Aufstieg zum zeitweiligen Alleinherrscher in Rom zeigte auf, wohin die Entwicklung unerbittlich weitertrieb:

„In seiner eigenen Person wie in seinem Verhalten und Handeln bewies Sulla ungewollt die historische Notwendigkeit einer monarchischen Leitung des republikanischen Imperiums, der Verbindung zwischen leitendem Staatsmann und Armee, der Effektivierung von Verwaltung und Rechtsprechung, der dauerhaften Einbindung von Senatoren und Rittern in die Führungsfunktionen des erneuerten Systems, die Notwendigkeit auch der religiösen Sanktionierung des obersten Machthabers.
Mit seiner letzten, umfassenden Systematisierung der Herrschaft der römischen Aristokratie steht Sulla am Scheitelpunkt der Geschichte der späten Römischen Republik. Sein Schatten liegt über der ganzen folgenden Epoche, mochten sich seine überragenden Nachfolger, Caesar und Augustus, auch noch so sehr von ihm distanzieren.“ (Karl Christ, Sulla, München 2011, S. 211)

In Sullas Restaurationswerk ging es um Veränderungen zugunsten der Senatsaristokratie innerhalb der stadtstaatlichen Macht- und Regierungsstrukturen, die er aber in ihrer Grundsubstanz nicht antastete. Die Reformen blieben damit an der Oberfläche, während die Probleme der Republik weitaus tiefer lagen, denn für das expandierte und noch weiter expandierende Römische Reich reichten die Militär-, Amts- und Verwaltungsstrukturen eines antiken Stadtstaates längst nicht mehr aus. Man muss Sulla aber zugutehalten, dass es zu seiner Zeit keinen römischen Politiker gegeben hat, der ein besseres Konzept bzw. überhaupt ein Konzept gehabt hätte, um dieses Problem zu lösen.

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39 Kommentare zu Wenn politische Ordnung zerbricht

  1. pedrobergerac // 6. Juli 2017 um 09:38 // Antworten

    „Wir erleben große Umwälzungen. Die Wahl Donald Trumps oder der Brexit sind Zeichen dieses Wandels.“
    https://derhonigmannsagt.wordpress.com/2017/07/06/hintergrund-der-weltweiten-rolle-und-benehmen-der-usa-als-hammer-der-nwo-der-london-city/

    Wenn die politische Ordnung zerbricht, wird sie von den Freimaurern wieder aufgebaut.
    http://new.euro-med.dk/20150529-luzifer-auf-freiem-fuss-seine-neue-weltordnung-ist-eine-uralte-idee-der-pharisaer.php

    Wir werden sehen was auf diesem G 20 Gipfel noch Alles passiert. Wird es 9/11 der BRD als Begründung für die Diktatur?
    Oder ist es nur ein groß angelegt Übung des Sicherheitsapparates und ein Test, was man mit den „doofen Deutschen“ noch Schlimmes machen kann.

    Und damit die Marionetten auch wirklich das tun Was man von ihnen verlangt, hat man schnell noch eine Meldung lanciert.
    http://www.focus.de/panorama/welt/frankfurter-ermittler-kinderpornoplattform-mit-fast-90-000-mitgliedern-abgeschaltet_id_7322079.html

    Der Zerfall der Ordnung wird nicht kommen, er ist schon längst geschehen. Nur halt in Zeitlupe.

    • @Pedro

      Sie sind selber engagiert in kleinen, freien Bildungsinitativen. Warum wählen Sie dann so einseitige Quellen aus? Ich habe den Eindruck, dass Sie die ganze Tiefe an Informationsfülle auf diese Weise verpassen. Lesen Sie mehr gute Sach- und Fachbücher, gehen Sie möglichst bis ins Detail, sonst verschwimmt alles zu Schemen.

      Der Honigmann ist genau dann wertvoll undhilfreich, wenn man ihn ‚zusammen‘ mit vielen anderen Quellen liest und zwar gelegentlich, nicht ausschließlich. Seine Aufgabe/ Mission, ist die Ergänzung mit Aspekten, die sonst von den MM unterdrückt werden, er bringt sozusagen die herausgeschnittenen Schnipsel, die am Boden liegen.

      Lese ich aber im Extrem ‚nur‘ diese Schnitzel (bei sehr ähnlichen Seiten!), dann reicht das nicht hin, zu einem umfassenden, eigenerarbeiteten Kontext. Honigmann plus umfassender Bildung ergibt eine Steigerung. Nur Honigmannquellen lesen, führt ‚letztlich und langfristig‘ (nicht gleich bei Lektüre einiger Artikeln) zu problematischer Flachheit und das ist nicht den mutigen Autoren wie Honigmann anzulasten, sondern den, sich nicht genügend allseitig und tiefgehend bildenden, Lesern.

      Was würden Sie mit 15-Jährigen als Quellenmaterial verwenden, in einer Geschichtsübersichtsepoche? Es muss auch Wissensgrundlage dabei sein, nicht nur wichtige Spezialkritikergänzung und hier und da auch freie Spekulation (davon ist der Honigmann nicht frei, aber die anderen Quellen ja auch nicht). Das Internet verleitet uns alle, wenn wir nicht aufpassen, zu einer vorurteilsbestärkenden Auswahl, Sie kennen doch das Problem sicherlich.

      Differenzieren Sie doch bitte Ihre Quellenauswahl, wenn Sie eh schon Bildungsbegeisterter sind, was ich Ihnen vollständig abnehme. Ich möchte Sie mit dieser Kritik kritikstärker machen und nicht, Ihnen eins reinwürgen.

      Grüßend

      • hubi Stendahl // 6. Juli 2017 um 13:57 //

        @conrath

        Mal ehrlich. Schon ein bisschen hart zu unterstellen, der Forist würde sich nur „flach“ aus alternativen Quellen bedienen. Woher wissen Sie das? Dem Text ist dies jedenfalls nicht zu entnehmen. Dort sind nur zwei Verlinkungen zum Thema, die nicht automatisch damit verknüpft werden können, der Forist informiere sich nur dort und eine Verlinkung zum Focus, der die „Meldung des Tages“ zum Hochnehmen eines virtuellen Pornorings mit 78.000 Mitgliedern zum Thema hat. Die folgende Spekulation kommt nicht von ungefähr, schließlich wurde der Betreiber der Kinder-Pornoseite mit Vermittlungsangebot schon vor längerer Zeit festgenommen, aber erst heute die Medien drauf gehetzt. Zufall?
        Gute Frage @pedrobergerac!

      • Conrath // 6. Juli 2017 um 14:23 //

        @Hubi

        Ihre Hilfestellung in allen Ehren, aber Pedro, oft auch weitere Foristen (ich hatte Zitrones Schauervideos so angemahnt), bevorzugen schon diese Art von Portalen, nicht nur in zwei Beispielen repäsentiert, lesen Sie nach. Und es ist nicht persönlich abwertend, gerade bei einem an Bildung ernsthaft Interessierten. Da darf ein Hinweis schon mal drin sein oder?

        Es geht um die Quellen-Mischung, für die ist jeder selber verantwortlich. Wenn es aber keinen Austausch und keine Anregung geben soll, wofür dann Denkschreiben? Es darf doch auch etwas pragmatisch sein/ ausfallen, meine ich jedenfalls.

      • pedrobergerac // 7. Juli 2017 um 13:46 //

        @hubi
        Seien Sie unbesorgt. Ich betrachte die Bock Saga ebenfalls als Mythos. Aber als Mythos mit sehr interessanten Aspekten.
        Die Theorie von, dass die Erdachse durch ein astrophysikalisches Ereignis vor ca. 50 Mio. Jahren gekippt sein könnte, gibt es auch unter den Astrophysikern. Der Polsprung selbst ist ja mittlerweile eine nachgewiesen Tatsache.
        Bei einer senkrecht stehenden Rotationsachse der Erde zur Umlaufbahn, gäbe es dann keine Jahreszeiten.
        Aber am interessantesten daran finde ich die Aussage, dass dann das damalige Sonnenjahr 360 Tage hätte und daraus ließe sich natürlich mathematisch sehr viel ableiten. Der goldene Schnitt z.B.

        Ich habe in den letzten 11 Jahren so Vieles gelesen um nun letztendlich festzustellen. Alles ist möglich und ich will (fast) Nichts ausschließen. In 50 Mio. Jahren kann ja sehr viel passieren.
        Auch ein von Ihnen verfasstes Mythos würde ich gerne lesen.
        Irgendwie spürt man ja mit der Zeit, ob denn die Dinge die man da so erfährt schlüssig sind oder nicht. Denn wie soll man den Wissenschaften vertrauen wenn es so viele archäologische Artefakte
        gibt, die von ihr ignoriert werden, sofern sie nicht in das aktuelle Weltbild passen.
        Der Klimaschwindel ist da auch so eine Sache. Oder wie die Geschichte vom erfundenen Mittelalter. Oder die ägyptische Pharaonenchronologie, und, und, und.
        Die „Erfindung“ eines Schöpfungs-Mthos(ses) halte ich für das natürliche Bestreben einer Volksgruppe, um ihren Zusammenhalt zu stärken (so wie die Burschenschaften auch).
        Und die Arkanpflicht hat natürlich nicht dazu beigetragen, das Dunkelgrau unserer Zivilisationsgeschichte zu erhellen.
        Wem soll man also nun Glauben schenken? Soll man überhaupt Glauben schenken? Glauben heißt, Nichts wissen.
        Wir, die wir Alle mehr oder weniger auf der Suche nach Wahrheit sind, können wir denn diese jemals finden? Da draußen?
        Ich denke, diese Suche ist eigentlich nur die Vorbereitung auf das, was hier schon mal als das Erkennen einer vergeistigeten Welt erwähnt wurde. Materie als Trugbild, wie es auch die Quantenphysik beschreibt.

        Abschliessend will ich noch 3 Dinge loswerden.
        1. Das vor mehr als 1200 v. Chr. stattgefunden Impactereignis soll den Seevölkersturm ausgelöste haben, welcher dann zum Untergang von Hattussa geführt haben soll.
        2. Wenn ich in den Bergen Nachts in den Himmel schaue lasse ich mir manchmal die verschiedenen Religionen dieser Welt durch den Kopf gehen, um sie anschließend Alle zu verwerfen. Meiner Meinung nach ist „Gott“ so Etwas, was wir einfach nicht begreifen sondern ehenfallst erahnen können. So gigantisch ist für mich diese Schöpfung dass ich das Gefasel der Priester einfach nicht mehr ertrage.
        3. Zum Thema „Verschwörungstheorien“ braucht man sich nur die Gesetze anzusehen, welche letzte Woche noch erlassen wurden und vor allem WIE. Ein Blick über die aktuellen Gesellschaftsereignisse zusammenhängend mit der Islamisierung Deutschlands genügt um zu erkennen, dass diese Theorien durch die Praxis bestätigt werden.
        Wir, das Weidevieh, werden Alle nur verarscht. Und zwar genau von Denjenigen, welche die Thora und den Talmud „erfunden“ haben.

  2. hm, die Kriminalitätsraten sinken seit Jahrzehnten weltweit (wenn auch unter Schwankungen), die Alphabetisierung auf Rekordhoch, Hunger seit Jahrzehnten rückläufig, Kindersterblichkeit seit Jahrzehnten Rückläufig, Geburtenziffern sinken weltweit, Zahl der Kriegstoten lag 2012 auf historischen Tiefstwert,… ja, was für eine schreckliche Zeit.

    • …Von welchem Planeten sprechen Sie…?

    • @TM

      Die Statistiken weisen das so aus und es ist vermutlich auch so. Vor 64 Jahren hat die Welt z.B. kaum mitbekommen, was die Westwertemächte damals in Korea, dann in Vietnam, alles gemacht haben. Es war von den Mordzahlen her gesehen noch heftiger als heute. Auch die Straßenverkehrstoten waren in DE deutlich höher, 4 bis 5 mal häufiger, usw… Dafür gab es weniger Herzinfarkte und resistente Krankenhauskeime, aber kurz nach dem WK I starben an einer weltweiten Monsterepidemie fast nochmal so viele Menschen, wie zuvor im Krieg. Heute ist alles viel genauer belegt und schneller bekannt, das ergibt den Eindruck, dass insgesamt auch mehr Unglücke, Kriege, usw. geschehen. Da stimmt dann der subjektive Eindruck, per Internet gewonnen und tatsächliche Zahlen nicht überein, daher ist aber dieser Trend der Grewaltabnahme noch nicht als Beleg unserer kollektiven Friedfertigkeit zu verstehen, da ist ein weiterer Haken. Was also genau wollen Sie mit diesem Hinweis untermauern, begründen?

      Übrigens, wenn es rumst, mit MEP, kontinentalem Stromausfall, kein Trinkwasser in den Großstädten, usw… würde sich die Statistik auch wieder rasant ändern und gegen den Trend ziehen. Und noch etwas. Zusätzlich muss die Gewalt in Relation zur ansteigenden Bevölkerungsentwicklung gerechnet werden usw… Erst dann können Zeiträume verglichen werden, die ja meist in absoluten Zahlen ankommen. Und ähnlich wie die Staatsquoten müssen die Relativwerte erst errechnet werden. Wer die einfach als Absolutzahlen gegeneinander hält, ohne die unterschiedlichen Landesstrukturen zu berücksichtigen, bekommt völlig unzureichende Statistikauswertungen, interpretiert sie dann halt falsch.

  3. Der Büttelstaat

    Man sieht an den Hamburger Bullen derzeit die Wirksamkeit des Belohnungsund Büttelprinzipes. Da glauben einige kleine Beamte doch tatsächlich an ihre staatstragende Rolle und betrachten sich als Teil der Herrschaft, von welcher Sie ihre bescheidenen Privilegien erhalten. Ein eindrucksvoller Nachweis für Intelligenz ist es ja nun wahrlich nicht, die Bürger, denen der Staat zu dienen vorgibt, schon präventiv zu kriminalisieren und auf das Maul zu hauen.

    Damit ist man bei der Kern-Lüge angelangt, das Staatswesen habe eigentlich die Aufgabe, den Bürger in einem stabilen Umfeld die Entfaltung seiner Lebenspläne zum Wohle aller zu ermöglichen. Die Verknüpfung von Gemeinwohl mit dem des einzelnen ist ein Unterfangen, das nur theoretisch existiert. In Wirklichkeit geht es in einem Staate immer um die Wahrung der Interessen und um das Wohl weniger, das gegen die Mehrheit behauptet und verteidigt werden soll.

    Im aktuellen Falle der G-20 Posse in Hamburg dreht sich eben alles um die Interessen der wenigen im Pyramidion, das seine Marionetten ausgesandt hat, um dem Bürger in aller Welt zu demonstrieren, wo der Hammer der Macht hängt. Obig genannte Bullen lassen sich dazu willig als Kettenhunde halten und einsetzen. Sollte der Beamte in den Reihen der Andersdenkenden und der Protestierenden seine eigene Oma erblicken, wird er sie ohne zu zögern zu Brei schlagen. Die Geschichte ist voll solcher Dummköpfe, weil man sie immer schon gebraucht hat.

    In der Tat scheint es nichts Neues unter der Sonne zu geben. Die Bühne sowie die Darsteller wechseln und die Sitten, Gebräuche und Gewänder mögen heute andere sein, aber der Mensch ist und bleibt des Menschen Wolf (homo homini lupus). Die Massen kreischen in diesem Staats – Theater um die Epigonen der Eitelkeiten, der Selbstdarstellung, der Perversionen und des Grauens. Und die Gaffer johlen bei all den Arten öffentlicher Hinrichtungen, die vom Rufmord bis zur physischen Venichtung reichen.

    Daran wird sich nichts ändern, bis sich die Mega – Woge des Übels bricht und über allem zusammenschlägt. Und dann mag die Welt Ruhe haben.

    • MutigeAngstfrau // 6. Juli 2017 um 13:40 // Antworten

      Von dem der Trolle. Dieser hier trollt auch in anderen Foren zur Belustigung.

      • MutigeAngstfrau // 6. Juli 2017 um 13:43 //

        Ist unerklärlich verrutscht.
        Gehört zu: waltomax // 6. Juli 2017 um 10:59 /
        …Von welchem Planeten sprechen Sie…?

  4. hubi Stendahl // 6. Juli 2017 um 14:32 // Antworten

    @Grinario

    Zitat:

    „Die Reformen blieben damit an der Oberfläche, während die Probleme der Republik weitaus tiefer lagen, denn für das expandierte und noch weiter expandierende Römische Reich reichten die Militär-, Amts- und Verwaltungsstrukturen eines antiken Stadtstaates längst nicht mehr aus.“

    Unter Trajan erreichte das römische Reich später um 113 n.Chr. seine größte Ausdehnung. Ist Ihnen auch aufgefallen, dass mit der Expansion und trotz der Geldreformen die Wirtschaft immer stärker vom Militär und deren Eroberungen abhing (Return on Investment)? Die Investitionen bereits unter Sulla höher waren, als die Eroberungen und damit der Grundstein für die spätere extreme Geldentwertung gelegt wurde, die selbstverständlich auch Auswirkungen auf das Spiel der Macht gehabt haben muss.

    Leider habe ich bisher kein brauchbares Buch gefunden, in dem jemand die Korrelation zwischen den Wirtschaftszyklen und dem Niedergang bis um 420 n.Chr stringent aufzeichnet.

    Es ist gerade so, wie wir es aus der Neuzeit mit den beiden bisherigen Weltkriegen auch kennen. In den Geschichtsbüchern steht jeder Furz eines Chauffeurs, aber wer wie das Ganze warum finanzierte und damit erst möglich machte, bleibt auch bei den Historikern und antiken Geschichtsschreibern weitestgehend unerwähnt, obwohl eine Korrelation klar erkennbar ist. Fehlt hier historisches Wissen?

    • pedrobergerac // 6. Juli 2017 um 22:38 // Antworten

      @hubi
      Ich denke, so ein Buch gibt es auch nicht. Die damalige Völkerwanderung hat, meines Erachtens nach, dazu geführt, dass es sehr wenige „wirtschaftliche kaufmännische“ Aufzeichnungen diesbezüglich gibt, die einer wissenschaftlichen Auswerttung zur Verfügung stehen würden.
      Damals ging ja dann „Alles drunter und drüber“.
      Und ob der Vatikan, als legitimer Nachfolger des Römischen Reiches“ seine freigegeben Archive speziell zu diesem Thema offenlegt, sei einmal dahingestellt.
      Wohin hatten sich damals die Satanischen Blutlinien geflüchtet, bevor sie Venedig für ihre Banken gegründet haben?

    • @hubi Stendal
      „Die Investitionen bereits unter Sulla höher waren, als die Eroberungen und damit der Grundstein für die spätere extreme Geldentwertung gelegt wurde, die selbstverständlich auch Auswirkungen auf das Spiel der Macht gehabt haben muss. “

      M. E. hatten die Römer immer einen Return of Investment, solange sie erfolgreich expandieren konnten. Die Eroberung einer neuen Provinz verursachte erst Kosten, die aber über neue Sklaven und Tribute der Unterworfenen (solange sie keine römischen Bürger waren) wieder „eingespielt“ wurden. In Germanien hat das zum ersten Mal nicht mehr so richtig geklappt.
      Trajan war der letzte römische Herrscher, der mit der vor allem Provinz Dakien die Reichsgrenzen wesentlich erweiterte. Militärisch gab es wohl kaum Gründe für diese Expansion, es waren eher wirtschaftliche Gründe.
      Ab dem 3. Jahrhundert geriet das Reich in die Defensive, auf einmal flossen die Tribute in die umgekehrte Richtung, ins Barbaricum, Sklaven konnte man nur noch im Inneren „produzieren“. In diesem Jahrhundert begannen dann auch die militärischen und ökonomischen Probleme.

      • hubi Stendahl // 7. Juli 2017 um 09:58 //

        @Grinario

        Danke für die Antwort.

        Zitat:
        „M. E. hatten die Römer immer einen Return of Investment, solange sie erfolgreich expandieren konnten. Die Eroberung einer neuen Provinz verursachte erst Kosten, die aber über neue Sklaven und Tribute der Unterworfenen (solange sie keine römischen Bürger waren) wieder „eingespielt“ wurden.“

        Das ist es ja, was ich meine. Es gibt zu dieser Korrelation nirgendwo Literatur und auch die antiken Historiker sagen nicht viel. Es geht mir dabei explizit um den Zusammenhang, dass an einer Schnittstelle der Aufwand der Eroberungen und Eingliederungen ins Reich (Geld-Münzwesen, Aufstände, Verwaltung etc.) dem Ertrag (Rohstoffdiebstahl und Sklavenhandel) übersteigt.

        Da man dies damals aber erst nach der Eroberung wissen konnte, dürfte z.B. die Geldreform Augustus dieser Tatsache bereits geschuldet gewesen sein und auch unter Sulla Geldprobleme eine große Rolle gespielt haben, wenngleich durch die Expansion, Inflation erst später Thema wurde. In diese Zeit gehören auch Figuren wie Cnaeus Cornelius Lentulus oder Narcissus, die umgerechnet größere Vermögen besaßen als heute Bill Gates und Soros zusammen, eigene Armeen besaßen, politisch aber angeblich keine Rolle spielten. Aber der Logik folgend, erheblichen Einfluss auf die Regierungsgeschäfte haben MUSSTEN.

        Die Historiker legen hier aber keine Schwerpunkte (wegen fehlender Ausbildung?), weil die Datenlage dünn ist. Zumindest habe ich bisher hierzu nichts gefunden.

        Das gilt ja auch sinngemäß für die erste gescheiterte Globalisierung des Hethiterreichs (um 1.200 v.Chr), dass sogar Ägypten mit in den Abgrund riss (dann kam Moses), aber nicht auf einen leicht erkennbaren volkswirtschaftlichen Zusammenhang zurückführt, sondern kulturelle Aspekte (gebastelt) in den Vordergrund stellt.

        Nun frage ich mich, was die Geschichtsbücher in 200 Jahren zur Überflutung Europas mit negroiden Menschen schreiben werden. Wird man eine Analyse zu den auslösenden im Hintergrund agierenden Kräften finden oder wird man die Marionette „Kaiserin Merkel“, als Retterin der Enterbten beschreiben?

        Das ist die Last, die auch die Historiker zum Verlauf des ersten Weltreichs der Geschichte tragen müssen. Vielleicht fällt Ihnen ja doch ein Autor ein, der sich diesen Zusammenhängen dezidierter angenommen hat.

      • Conrath // 7. Juli 2017 um 09:58 //

        @Grinario

        „Ab dem 3. Jahrhundert geriet das Reich in die Defensive, auf einmal flossen die Tribute in die umgekehrte Richtung, ins Barbaricum, Sklaven konnte man nur noch im Inneren „produzieren“. In diesem Jahrhundert begannen dann auch die militärischen und ökonomischen Probleme.“ Zitatende G.

        Ein Schelm, wer dabei an die Tribute des US-Welthegemons denkt. Ab Korea begannen bereits auch dort die Tribute in die umgekehrte Richtung zu fließen, unterm Strich. Die vielen US-Kriege rechneten sich seit dem allesamt ’nicht‘, mussten ganz erheblich gegenfinanziert werden, mit den mittlerweile gut bekannten Mitteln und Methoden!

  5. Eigentlich ist unser parasitäres Pyramidensystem ganz simpel aufgebaut und lässt sich bis in den Finanzbereich verfolgen. Pyramiden- oder Schneeballsysteme wurden von zahlreichen Kriminellen angewandt. Das Spektrum reicht vom Schenkerspiel bis zu Bernie Madoff. Und diese Parasitenpyramide kennzeichnet den Kapitalismus auch insgesamt recht präzise. Jede Pyramidenschicht saugt alle jeweils unter ihr befindlichen aus. Die Basis bildet die Natur, die schlussendlich zugrunde geht. Die Römer und Venetianer z. B. holzten die reichen und dichten Pinienwälder in Kroation und Slowenien ab. Mit dem Ergebnis einer Verkarstung, die bis in die Gegenwart anhält und fortschreitet. Die Natur wird als unerschöpflicher Selbstbedienungsladen betrachtet, den man sich „christlich legitimiert“ zum Untertan machen soll. Siehe dazu: Carl Amery: „Die gnadenlosen Folgen des Christentumes.“

    Die einfache Wahrheit ist, dass wir aus der Eigendynamik der Parasitenpyramide offensichtlich nicht aussteigen können, uns unsere Lebensgrundlagen zerstören und am Ende verrecken werden.

    Die Pyramidenstruktur ist es, die uns in dem Teufelkreis von Blüte, Aufstieg, Niedergang und Krieg hält. Und auch der Hamburger Senat ist so dumm, diese einfachen Zusammenhänge nicht zu durchschauen und der Parasiten – Pyramide Ort und Gelegenheit zur Konsolidierung zu verschaffen.

    Doch bedeutet diese Konsolidierung eine Verschärfung aller Mittel und Methoden zur Ausbeutung. Diese „Effizienzsteigerung“ wird den Weg zum Ende entscheidend verkürzen.

    Und das ist tröstlich.

    • hubi Stendahl // 6. Juli 2017 um 18:28 // Antworten

      @waltomax

      Zitat:“Pyramiden- oder Schneeballsysteme wurden von zahlreichen Kriminellen angewandt.“

      Aber auch von Völkern, die die Probleme anfangs nicht durchblickten und deshalb zunächst als Wissenschaft, später wegen fehlender Lösung als Religion mündlich und dann viel später schriftlich weitergaben. Das funktionierte in etwa so wie unser Kinderspiel „stille Post“:

      Der erste, sagen wir er hieß Moses, hatte das Problem, dass in regelmäßigen Abständen die Wirtschaft zusammenbrach und dachte sich, dass er einige zentrale Botschaften von einer „übernatürlichen Person“ weitergibt, um die unbekannte Ursache, durch Korrektur des „Fehlverhaltens“ der Volksmitglieder dämpfen wollte. Am einfachsten mit eingängigen Formeln und dem Schwur auf einen erfundenen übernatürlichen und strafenden Gott bei Fehlverhalten.

      Dass er die volkswirtschaftlichen Ursachen nicht durchblickte, kann man ihm kaum anlasten. Vorgänger wie Nachfolger schafften es ja bis heute auch nicht (Ausnahme Jesus von Nazareth, in Teilen Moahmmed, Buddha und Gesell).

      Also erfand er die 10 Gebote, im neu erfundenen Privatkapitalismus, um der Nachwelt die Aufgabe zu überlassen, dieses zentrale unbekannte Problem zwischenmenschlicher Beziehung zu lösen. Selbstverständlich waren seine engsten Gefährten mündlich eingeweiht. Was er nicht ahnte, dass die mündliche Weitergabe einer für damalige Verhältnisse notwendigen guten Idee, beim Durchreichen der Informationen zu steter Verunstaltung führt und am Ende derart simplifiziert zu völlig falschen Interpretationen führen muss. So auch im Hinduismus, Islam, Christentum und auch in den frühen Veden.

      So wurde z.B. „Du wirst“ (Original) in „Du sollst“ geändert. Ein wichtiger Aspekt, denn aus einer Feststellung wurde bis heute eine ultimative Forderung (Unterwerfung).

      Die beiden ersten Zeilen dienen dem göttlichen Schwur, einer Jurisdiktion nicht von dieser Welt mit Bestrafungsandrohung. Die acht weiteren ordnen Verhaltensweisen an, die es unter Strafandrohung galt einzuhalten, denn sie waren von volkswirtschaftlich überragender Bedeutung, um Szenen wie die allegorisch überlieferte Geschichte um Kain und Abel zu verhindern.

      Auch Moses wollte die Menschen mangels Einsicht umerziehen; es gelang ihm nicht und es gelingt bis heute nicht. Der Ansatz in der arbeitsteiligen Wirtschaft war exakt falsch herum. Nicht der Mensch muss an die Wirtschaft, sondern die Wirtschaft an den Menschen angepasst werden. Dieser banale Denkfehler kostet heute Millionen Menschen das Leben.

      Zwischenzeitlich wurden seit 1.200 v.Chr. bis etwa 622 v.Chr. mündlich die Anordnungen des „Gottes JHWE/ELOHIM“ weitergegeben. Hinsichtlich der mündlichen Weitergabe erinnern wir uns an unser Spiel „stille Post“ die sogar ohne Zeitversatz mit einem relativ banalen Satz vom ersten bis zum letzten, sagen wir zwölften Mitspieler, von einem sinnvollen Satz zu einem völlig wirren Inhalt geworden ist. Alleine das Weitersagen über so wenige Ebenen führt nachweislich am Ende der Kette (IMMER) zu sinnfreiem Unfug. Versuchen sie mal den Satz: Ich will morgen auf keinen Fall schwimmen, denn das kalte Wasser schreckt mich ab. Ab 6 Personen weitergegeben, wird der Satz stetig bis zur Unkenntlichkeit simplifiziert und Sinn-entstellt. Es kommt etwa heraus: Im kalten Wasser schwimme ich nicht gerne.

      GENAUSO IST ES DIE LETZTEN 3.200 Jahre gelaufen. Was Moses also nicht wissen konnte, dass erst nach 1.200 Jahren jemand geboren wird, der den Sachzusammenhang verstand und dessen Thesen umgehend eingefangen werden mussten. Denn die Nachfolger Moses hatten längst vergessen, warum er die 10 Gebote aufstellte.

      Deshalb können wir heute davon ausgehen, dass nur noch die Spitze der Pyramide über diesen Zusammenhang Bescheid weiß und dieses einzig wichtige Geheimnis über die unter der Spitze arbeitenden Mitglieder medial per Gehirnwäsche verteidigen lässt. Denn alle Beteiligten auf den Ebenen unter der Spitze, streiten stets darum wie sich ein Mensch gegen seine Natur zu verhalten hat, damit das System nicht untergeht. Das hat uns jemand vor 2000 Jahren in Metaphern hinterlassen; es interessiert aber niemanden mehr, man möchte lieber mit irgendeinem klugscheißerischen *ismus einen neuen Versuch der Umerziehung wagen.

      • waltomax // 6. Juli 2017 um 18:50 //

        Hallo @Hubi,

        vielen Dank für Ihre Einlassungen. Die Kontinuität einer Elite, die tiefer blickt und wider besseres Wissen handelt, ist sehr wahrscheinlich. Vor diesem Hintergrund ist Schillers „die Entsendung des Mose“ ein echter Hammer, weil in dieser Schrift behandelt wird, wie man einen Kontextwechsel managt. Moses hatte seine liebe Not, die Seinen von Ägyptens Fleischtöpfen wegzuführen und von korrumpierten Sklaven zu freien Menschen zu machen. Um die Ägyptische Gehirnwäsche zu löschen, wanderte man 40 Jahre in der Wüste herum, um sich von all dem geistigen Unrat zu lösen. Erst dann, nach Löschung alter Muster, war man frei für einen Neuanfang.

        So auch in der Gegenwart. Der nötige Kontextwechsel bestünde im Wandel einer klassischen Industriegesellschaft in eine post-industrielle oder „transklassische“ Form. Darüber haben wir hier schon viel diskutiert und es sei darauf verzichtet, alles zu wiederholen. Ich bin zudem nicht Moses und leide auch nicht am Helfersyndrom.

        Wir sitzen momentan jedenfalls alle noch um Ägyptens Fleischtöpfe, sind also „Systemlinge“ und einige versuchen, sich am eigenen Schopfe aus dem Sumpf zu ziehen.

        Sehr zu empfehlen: Schillers „Die Entsendung des Mose“.

        Kernbotschaft: Es wird ohne radikalen Schnitt in der gewohnten Lebensweise und Aufbruch in die Wüste nicht gehen. Letzteres meint einen nicht minder radikalen Paradigenwechsel.

        Schönen Abend…

        …Wünscht Waltomax

      • hubi Stendahl // 6. Juli 2017 um 20:31 //

        Lieber @waltomax

        herzlichen Dank für den Hinweis auf die „Sendung Moses“ von Schiller. Ich hatte fast schon vergessen, dass Schillers Freundschaft mit Reinhold (Br. Decius,Synonym – über die ältesten Mysterien der Hebräer) Teil meiner Erkenntnisse geworden sind. Es ist halt sehr lange her.

        „Er (Anm. Moses) wurde als Magier verstanden, der über ein
        altes, d.h. auch praktisch anwendbares Geheimwissen verfügte. Von den unterschiedlichen Akzentuierungen, welche die Moses-Figur erfahren hat, werden in der hier behandelten Diskussion also vornehmlich zwei Aspekte zusammengeführt: zum einen der Aspekt der
        mosaischen Staatsgründung, zum anderen die Frage nach der Tradierung eines als ägyptisch ausgewiesenen Arkanwissens“….

        Vielleicht kann ich mich mit dieser Analyse revanchieren. Im Internet gefunden, aber gut:

        http://www.netzwerk-freimaurerforschung.de/blog/wordpress/wp-content/uploads/2014/03/schillerarkanweltenwuebben.pdf

        Danke nohmal!

      • pedrobergerac // 6. Juli 2017 um 22:05 //

        @hubi
        Laut Bock Saga war Moses eine Frau und den Exodus hat es nie gegeben. In der Bibel werden auch nicht die Pyramiden erwähnt.
        Die offizielle Geschichtsschreibung sollte man also immer wieder in Frage stellen.

      • hubi Stendahl // 6. Juli 2017 um 23:56 //

        @pedrobergerac

        Bock Saga? Ich halte das für ausgemachten Blödsinn und Geldschneiderei. Sie widerspricht auch allen vorliegenden Dokumenten, die beweisbar in Epochen verortet werden können. Sorry, aber davon können Sie sich getrost verabschieden.

        Alle suchen nach Lösungen offener Fragen. Was hat das Johannes Evangelium wirklich zu bedeuten? Z.B. die Pferde, die galoppierende Gedanken sind. Wer war Jesus; gab es ihn überhaupt? Warum wird heute noch das Zeichen des Fischs verwendet, während in Griechenland vorher das Zeichen des Wassermanns (z.B. Poseidon) verwendet wurde. Gab es einen Auszug der Israeliten aus Ägypten? usw. Natürlich nicht, es ist eine Metapher. Die Archäologen können aufhören zu graben. Moses lebte zum Zeitpunkt der benachbarten Hethiter, deren Kultur, die erste Globalisierung überhaupt einschl. Ägypten um 1.200 v.Chr unterging. Ein paar hundert Jahre gabs dort nur Lehmhütten. Aber Moses hatte eine bessere Idee mit seinem kleinen Volk von vielleicht ein paar tausend Menschen.

        Um solche Antworten auf solche Fragen anzugehen halte ich es für unerlässlich, über die Tatsache informiert zu sein, dass bis ins frühe Mittelalter die Analphabetenquote derart hoch war, dass sich die Elite einer Arkanpflicht bediente (Verschlüsselung zur Verhinderung der Verwässerung durch Unverständnis). Erst mit diesem Basiswissen wird jedem Interessierten eine Möglichkeit eröffnet, die tatsächlichen Vorkommnisse einigermaßen einzuordnen.

        Dieser Arkanpflicht unterwarfen sich bereits Ägypter der alten Dynastie und der Logik folgend auch Moses und Jesus. Selbst im 16. Jahrhundert finden sich noch viele Schriften, die auf Auflösung warten. So zum Beispiel Francis Bacon, der Schriften hinterlassen hat, die heute noch verschlüsselt sind oder Goethe, der das Hexen Einmaleins entweder als Spaß oder mit tiefer Deutbarkeit hinterlassen hat.

        Das aber Moses weder Frau war, noch mit einem kleinen Tross Gleichgesinnter einen Auszug aus Ägypten gestartet hat, scheint mir heute beweisbar. Die Thora, ebenfalls beweisbar nicht aus Nordeuropa, sondern Grundlage einer neuen Wirtschaftsform, stammt aus jener Zeit und aus dieser Region.

        Dass Friedrich Schiller und sein Freund Reinhold das in dieser Tiefe nicht gewusst haben, ist den damals bekannten Einzelheiten geschuldet. Seine Leistung besteht im Erkennen der Zweiheit der Äußerungen Moses, die erst den Raum für Spekulationen frei machte (Arkanpflicht).

        Anzunehmen, dass wir im Rahmen des Aufwachens noch viele Details erfahren werden, was der Vatikan aus selbstsüchtigen Macht-Gründen versucht zu verhindern. Denn dort sind die Dokumente, die Aufklärung bringen könnten sicher aufbewahrt.

        Der Logik folgend und wenn Sie tief in sich hineinhören wissen Sie, dass jeder Mensch seinem Nutzen folgt. Ein genetisches Gesetz. Dies war Moses auch bekannt und er begründete deshalb eine Mischung aus ungelösten volkswirtschaftlichen Problemen in einem Privatkapitalismus (siehe auch vergessene-buecher.de, Gustav Ruhland), mit einem System aus religiösem Zwang und bediente sich bei Nachbarvölkern mit den Begriffen Ja und El(Jahwe/Elohim). Das ist eigentlich alles gesichert, würde es heute nicht zufällig die Unaussprechbaren betreffen und deshalb nicht diskutierfähig sein.

        Wenn Sie an der Arkanpflicht Interesse haben, so besorgen Sie sich die Nag Hammadi Codizes in der Übersetzung von Dietzfelbinger, Kosten nur ein paar Euro / 3 Bücher. Dort können Sie wunderbare Prosa und interessante Begriffe der Urchristen (Gnostiker) lernen bzw. übersetzen. Bitte nicht die Interpretationen des verblendeten Autoren lesen, sondern so wie ein ergebnisoffener Wissenschaftler. Wenn Sie Fragen haben um voranzukommen, ich studiere es seit 20 Jahren und helfe Ihnen gerne im Rahmen meiner noch nicht endgültig abgeschlossenen Studien. Man ist ja nie fertig.

      • pedrobergerac // 7. Juli 2017 um 01:14 //

        @hubi
        Genau, man ist ja nie fertig.
        Als ich mir die Geschichte der Bock Saga angehört habe, sind bei mir einigen Kaskaden gefallen.

        Aber am interessantesten finde ich, dass dieser Schöpfungsmythos keinerlei Angaben machen kann, woher und warum es Menschen gibt.

        Er erhebt damit keinerlei Anspruch darauf, eine „Religion“ zu sein. Dass alleine finde ich schon sehr sympathisch.

        Aber sehen Sie sich selbst die Videos von Jim Chessnar an.

        Die Nagh Hamadi Schriften kenne ich eigentlich sehr wenig, nur in ihrer Hauptaussage wie von Broer zitiert.

        Aber vor Allem die Warnung finde ich gut, sein Leben einem imagiären Gott unterzuordnen.

        Darunter leiden nämlich sämtliche Religionen dieser Welt.

        Aber das Allercoolste an der Boch Saga finde ich, ist das Thema der Sexualität als Urkraft des Universums und der Umgang damit.

        Sehen Sie sich alle Filme davon an. Es ist keine vergeudete Zeit.

        Nichts Genaues weiß man nicht.

        PS. Der Untergang des Hethiterreichs scheint auf ein Impactereignis in der Nordsee zurückzugehen.

      • Zitrone // 7. Juli 2017 um 10:15 //

        @pedrobergerac

        Der Mensch kann nur zu einer wahrhaftigen, wirklichen Gottesauf-
        fassung gelangen, wenn er sein Bewußtsein dahingehend weiter ent-
        wickelt und endlich begreift, daß alle Materie durchgeistigt ist.

        Erst dann, wird er, der Mensch, Achtung vor der Schöpfung haben
        können und damit aufhören, deren Zerstörung voranzutreiben.

        Somit wird es zukünftig völlig überflüssig sein, von einem “imaginären Gott”
        zu fantasieren, wie es gerade auch im Internet, suggestiv gefördert durch all
        jene, die sich selbst gerne als „Götter“ hoch stilisieren, große Mode geworden
        ist.

      • Conrath // 7. Juli 2017 um 12:00 //

        @Hubi und Forum

        Zum Themenkomplex:

        Fiktionalität von Moses, Hethiter-Reich, späte Arkanpflichten und Entstehung der phönizischen 22-Konsonanten Buchstabenschrift

        Der eigentliche Mosesmythos, auch als privatwirtschaftlich realisiertes, erstes sozialistisches Dominium in der Levanthe interpretiert, führt tatsächlich auf einen sehr wesentlichen Begriffs- und Handlungsvollzugskomplex. Aus der ‚protosemitischen Schriftsammlung‘, siehe dazu: https://de.wikipedia.org/wiki/Protosemitisches_Alphabet

        entstand die erste ‚kombinatorische Buchstabenschrift‘. Sie gehört zu den ‚Urerfindungen‘ der Menschen und wurde von dem kleinen, aktiv seehandelnden, Völkchen (irgendwie) kompiliert, vielleicht gegen Handelsprodukte eingetauscht und damit zunächst am Rande einer Wirtschaftstätigkeit ausgebaut. Handelsrechnen und die neue Schriftkombinatorik ergaben zusammen eine komplett neue Kulturbasis, nämlich die ‚SCHRIFT‘.

        Alle bisherigen Symbol- und Bilderschriften wurden durch sie, nach und nach, ersetzt und bereichert, es gab lange Parallelentwicklungen, bis in die heutigen Erweiterungen, nach Boltzmann und Boole oder die chinesische Reformschrift und moderne Websymbole.

        Der nachträgliche Mythos, als Erinnerung an Moses Freiwirtschaft einer kleinen Gemeinschaft von Sesshaften, darauf läuft ja die Erklärung und Geschichte, hinaus, wenn auch viele Bearbeitungsschichten und Rückprojektionen erst differentialanalytisch voneinander unterschieden werden müssen und das ganze erst sortiert Sinn macht.

        Schließlich aber war das ‚PRODUKT‘, die kanaanitische Selbstprophezeiung und Selbstrealisation geboren, eine intellektuelle Männergeburt, mit allen dabei, üblicherweise verbunden, schwierigen Randbedingungen (Konkurrenz, vorsätzliche Knappheit, Machtansprüche)!

        Gleich an der Wiege stand bereits das Problem des ersten ‚Bilderstreits‘. Das junge, sich nun selbst entdeckende, ‚Denkschreiben‘ hatte eine es tragende Hülle, sein Medium gefunden und zwar in dem ‚Lebensatom eines Satzes‘, der Zelle des Grammatik-Logos. Der Satz und seine Glieder war geboren, die Wortbegriffe konnten ab da, als verschriftbare, also auch kontrollierbare und vorallem verbesserbare Kulturmatrix genutzt und seitdem fortgeschrieben werden. Auch hier blieb die Mündlichkeit parallel erhalten. Es sei nur an Platons ‚ungeschriebene‘ Lehre erinnert, also seine arkane Mündlichkeit.

        Moses (das Patriarchat) musste gleich sein Allerliebstes, seinen eigenen (Erb-)Sohn, auf dem Altar der notwendigen Ernüchterung (Schriftverallgemeinerung als objektivierender Logos) opfern. Er bekam ihn aber durch die Reichweitenvergrößerung zurückgeschenkt, vom monotheistischen Schriftgott, der zugleich das immanente Schriftprinzip war/ ist, von einem Teil der Bilderstreiter nicht selber aufgeschrieben werden, was ‚naturalistisch‘ als magischer Frevel galt! –

        Die Instrumentalisierung der Vernunft frisst ihre Kinder, könnte der zweite Akt überschrieben werden, könnte, muss aber nicht, wir sind nämlich mitten im Wechselspiel des sich selber kennenlernenden Menschen.

        Mitleid, ‚bathisches Wertempfinden‘* sowie Faustkeil und Feuermachen und das Gruppenverhalten, erweitert durch die Haltung gezähmter Tiere und Anwendung von Kalenderkenntnissen im Anbau von Früchten, bestimmen unsere vorschriftliche Kultur.

        Die große Wende wurde durch den Mosesmythos geprägt und zugleich wieder arkan versiegelt, das durch Schrift erweiterte und instrumentalisierbare Wissen, wendet sich an und wendet sich auch seitdem gegen alle Wissenden. Jeder trägt den Konflikt aus, der mit der Möglichkeit der Selbstaufklärung des eigenen Denkens und dann(!) ‚denkintensiviert‘, mit dem Aufkommen des ‚Denkschreibens und Lesens‘ kollektiv gegeben ist. Denkschreiben ist das Merkmal der Aufklärungsepoche und damit eine Form von erweiterter Kalenderfelszeichnung-2.0, für alle hinreichend Alphabetisierten!

        Das ganze Kulturverfahren war dabei, ab seinem Beginn, zwei Hauptgefahren ausgesetzt:

        – Inneres Missverständnis als Naturalismus (historisch im Streit zwischen Idealismus und Realismus und Nominalismus) die Schrift als Bildabstraktion wurde als Realität genommen (mittelalterlicher Universalienstreit) und
        – Äußere Anwendung ermöglicht unterschiedliche Teilhabebedingungen (durch eine kompromittierbare bis verbindliche, Fern- und Dauerkommunikation und Festschreibung von Ansprüchen) aus der Entwicklung abstrakter Rechtssysteme und Verträge.

        Somit hatte der Mensch, zusätzlich zu den natürlichen Fertigkeitserweiterungen, neben einer durchritualisierten Gemeinschaftslebensweise, ein neues Allzweck-Kulturmittel, die Schrift. Erst sie schuf die Möglichkeit einer Vielzahl von theologisch-philosophischen Ummantelungen von wiederum variantenreichen Gemeinschaftspraktiken des Zusammenlebens (Erscheinungsweisen des Sozialen)

        Wer das jetzt atheistisch ausdeutet vergisst, dass schon das Feuer und das Felsbild, nur Widererinnerungen der, immer unmittelbar erlebten, ‚Urgemeinschaft mit der intelligiblen Welt‘ war. Das noch ohne Kultur lebende Menschentier war eingebettet in einen ihn existentiell komplett tragenden Naturgruppenverbund.

        Der Kulturmensch erlebte eine innere, Traum-Glaubens-Überlieferungswelt, aus der die Menschenseelen kamen und wohin sie zurückgingen und die Möglichkeit technische Eigenwelten zu schaffen, in Gemeinschaften. Diese konnten mit- oder gegeneinander, auch im Wechsel, betrieben werden. Sie blieben aber immer nur Miniaturweltabbildungen der großen Ursprungssphäre.

        Lesen wir diese Verhältnisse heute mit einer nur diesseitig verkürzten Interpretation, dann sind alle Kulturaufschreibungen nur Variationen von Wirtschaftsberichten und Bilanzstreitereien. Nix Neues unter der Sonne?

        Je nachdem, wie man es sieht, das unmittelbare Gefühl für die Geistwelt (des Intelligiblen) schwand jedenfalls genau in dem Maße, wie sich die Schrift als Kulturkoordinatorin an die Spitze der Kulturentwicklung setzte und zwar durch ihre zwei Hauptministrantinnen, die Theologie und die Philosophie. Sie bekamen aber noch zwei Schwestern, besser gesagt, es waren die Schatten der Ministrantinnen, die diese zunächst nicht sahen, wer sieht und erkennt schon den eigenen Schatten (Zeitbewusstsein, Erinnyen, Gewissen, Gedächtnis).

        Die Schatten waren Justitia das ‚Rechtswesen‘ und die Wirtschaft/ der Handel.

        Es gab sie zwar schon lange vor der Buchstaben-Begriffsschriftentwicklung (Sumerer,…), aber nur sehr rudimentär implizit, intuitiv-pragmatisch vollzogen, jedenfalls magisch verschränkt.

        Erst mit der Schrift entfalteten sie sich, zusammen mit den beiden Bewusstseinshüterinnen, zu den vier Keimpunkten oder Quellfassungen der viergliedrigen Gesellschaftsform (erweiterte AGIL-Quadranten). Diese erscheint, wie die Schrift, in unzähligen Variationen, aber immer nur in einem einzigen, sich selbst gleicherhaltenden Prinzip.

        Auch hier ahmte der Kulturmensch nur das eine Prinzip, dem er selber entstammt, nach, entdeckt und erfand es nicht. Nicht die Gesellschaft ist Ursprung (Sichtweise der materialistischen Dialektik), sondern die, henologisch, neuerfasste Geistwelt.

        Vor der Schriftwende wurde sie intuitiv im und aus dem Leben erspürt, mit vielen Symbolen und einer bunten Göttervielzahl assoziiert. Mit der Schrift veränderte sich der intuitive Zugang und es bildete sich eine ganz neue Klasse von Archetypen. Das Wissen beginnt, seit seiner Aufschreibung, an diesem Doppelursprung zu laborieren. Es macht keinen Sinn nur die eine Bewegung, der technä-begabte Mensch als Nachahmer der Geistwelt, als Basis zu denken (Kain, Prometheus, demokritischer Atomismus, materialistische Selbstgerechtigkeit). Der vergessen Ursprung aus dem ‚Geistganzen‘ wurde dann von Epimetheus und seinem Gefolge, immer wieder angemahnt, bis heute.

        Nichts Neues unter der Sonne?

        Jein,

        Es gibt eine Vielzahl auch divergierender Variationen und die, alles verändernde Menschenwelt, die universalistische** Selbstentfaltung der Beteiligten, über lange, selbstgewollte Lebensketten.

        *nach Heinrich Kerler und Kurt Port
        ** universalistisch, konträr zu globalistisch

      • hubi Stendahl // 7. Juli 2017 um 12:42 //

        @pedrobergerac

        Zitat:
        „Aber sehen Sie sich selbst die Videos von Jim Chessnar an.“

        Ich kenne die Videos. Ich hätte mich sonst nicht dazu geäußert. Die Videos bestehen aus Behauptungen, bedienen sich tatsächlich stattgefundener geologischer und biologischer Ereignisse und basteln ein Szenario, dem ich ein gleiches von mir erdachtes genauso schlüssig entgegenstellen könnte. Hauptsache es ist „WUNDER“-bar.

        2 Beispiele:

        Behauptet wird und Sie haben diese Behauptung ungeprüft übernommen, dass nicht Moses mit der THO-RA in Verbindung zu bringen ist, sondern eine Tochter des Stamms Israel, DIE DIE TEXTE „SCHWARZ/WEISS“ ZU PAPIER GEBRACHT HABE UND SIE DEM PHARAO ÜBERGAB.

        WAHR ist, dass es zu diesem Zeitpunkt noch gar kein Papier gab. Papier ist nachweislich ab ca. 100 n.Chr. in China zuerst schwarz/weiß beschreibbar gewesen. Allenfalls ein paar Verkürzungen auf Palmblättern waren also möglich. Es wurde fast tausend Jahre mündlich weitergegeben, bis es vielfach gefälscht zu Papier kam. Das ist bewiesen nicht behauptet.

        Im zweiten Beispiel geht es um die Idee, die Erdachse könnte sich in der Vorzeit um X-Grad gedreht haben und es hätten vor weiß Gott wie vielen Jahrzehntausenden „weiße“ Menschen am Nordpol gewohnt und bereits arbeitsteilig aus dem Zwang heraus gewirtschaftet, weil vorher die Sonne aufgrund der Achsgeometrie der Erde 24 Std. bestrahlte, nun aber Jahreszeiten sie dazu zwangen.

        Diese Behauptung wird gestützt durch eine weitere, nämlich dass die einzige Süßwasser-Robbe des Planeten sich an die geologischen Veränderungen aus dem Salzwasser heraus anpasste.

        1) Kernbohrungen beweisen, dass es schon immer Schwankungen in der Geometrie des Planeten gab. Nichts, gar nichts wurde bisher gefunden, dass die Theorie einer Zivilisation am Nordpol stützt. Es ist die blanke Phantasie des Autors.

        2) Eine Süßwasser-Robbe muss sich nicht zwingend aus dem Salzwasser gebildet haben. Es gibt viele Tiere, deren evolutorischer Entwicklungsverlauf bisher ungeklärt ist, was die Darwinsche Theorie ja auch strittig macht. Es ist also eine Behauptung und kein Beweis. Ein Beweis wären Funde, die einen logischen Schluss zusammen mit den heutigen Zeitbestimmungs-methoden zulassen. Nichts, außer Behauptungen ohne Grundlage.Der behauptete rote Faden ist nichts als die sich selbst erfüllende Prophezeiung.

        Selbstverständlich ändert das nichts an der Tatsache, dass wir heute als Neugierige wissen, dass die gesamte anerkannte Evolutionstheorie falsch sein muss. Ob weiße Menschen in Mittelamerika oder die EVA Theorie, wonach der Mensch (Sapiens) aus Afrika stammt; alles steht auf tönernen Füßen, vor allem die Out of Africa Theorie. Keine Frage.
        Es hilft aber nicht nun in eine andere Theorie zu flüchten, die noch viel unwahrscheinlicher ist, da es keinerlei Belege gibt und mit einer Mischung aus wenig Wahrheit und viel Behauptung ein Szenario bastelt. Sinnvoller scheint es mir, sich die Informationen anzueignen, die einen hohen Wahrscheinlichkeitsgrad haben (z.B. die tatsächlichen Polsprünge die ja auch nicht geleugnet werden, das verschieben der Achsgeometrie des Planeten) und auf dieser Grundlage nach Lösungen zu suchen, die nicht bei der ersten Überprüfung in sich zusammenfallen, wie die Behauptung 1.200 v.Chr habe die Thora eine Frau zu PAPIER gebracht. Oder ganz verrückt: Nach 50 Millionen Jahre Paradies war die Sonne böse und hat die Jahreszeiten eingeführt, was durch Kernbohrungen ebenfalls entkräftet wird.

        Frage: Wenn diese „Überrasse“ 50 Millionen Jahre isoliert gelebt hat, muss die Entwicklung stillgestanden haben oder? Denn nirgendwo auf der Welt finden sich Spuren dieser „Über“-Rasse, die es nicht einmal fertigbrachte, ein paar hundert Kilometer Mobilität zu realisieren.

        Einfach mit dem nötigen Abstand und dem Verstand, den wir alle mitbekommen haben, an solche Mythen herangehen, sonst verirren Sie sich im Wald der Behauptungen und Lügen, die Sie dann gänzlich in die falsche Richtung bringen.

        Meine Idee: Zuerst einmal der seit 3500 Jahren beweisbar und logisch nachvollziehbaren Arkanpflicht (gewissermaßen Verschlüsselungstechnik als Schutz vor Verwässerung von Informationen durch Analphabeten und nicht Eingeweihte) folgen. Danach die historisch nicht umstrittenen Funde von Archäologen, Sprachwissenschaftlern und sonstigen Fachleuten auf den Prüfstand stellen. Haben Sie das gemacht, sind Sie nicht darauf angewiesen dummen Behauptungen zufolgen, weil sie Ihrem Weltbild entsprechen, sondern der Wahrheit etwas näher zu kommen.

        So ist Ihre Behauptung, dass Hethiter Reich sei durch einen Impact untergegangen durch nichts zu belegen und im Gegenteil durch die Ausgrabungen BEWIESEN, dass Schicht für Schicht (von unten nach oben) erst einfache Häuser, dann hochwertige Villen und am Ende mit hohen MAUERN ALS SCHUTZ VOR EINDRINGLINGEN, immer mehr Paläste entstanden. Diese wurden angegriffen und zerstört. Nix Impact.

        Nichts für ungut und alles Gute!

  6. Die stille Kovention: Natur als Ressource. Oder: Das Ende der Aufklärung

    Die klassische Industriegesellschaft hat sich bisher in dualen Extremen dargestellt. Zum einen im Monopolkapitalismus und zum anderen im kommunistischen Staatsmonopolismus. Der Natur gegenüber verhielten sich beide extrem zerstörerisch und damit wenig nachhaltig. Der Natur wurde vom Standpunkt beider Extreme lediglich eine Rolle als Ressource zugebilligt, frei auszubeuten nach Bedarf.

    Mag sein, dass das scheinbare Obsiegen des sich gegenwärtig immer faschistischer gebärdenden Monopolkapitalismus eine Euphorie und einen Größenwahn erzeugt hat, die warnenden Stimmen des Natur- und Umweltschutzes immer mehr aus der öffentlichen Diskussion zu verdrängen und seine Anliegen mehr und mehr zu diskreditieren. Man denke dabei an den Klimaschutz.

    Auf jeden Fall scheinen sich alle gesellschaftlichen Lager darin einig, den Wohlstand und den Profit mit allen Mitteln zu steigern und nicht nur erhalten zu wollen. Auch um den Preis einer beschleunigten Naturzerstörung.

    Die sich in der Akzeptanz dessen entlarvende allgemeine Maßlosigkeit und Gier überbrüllt mit steigener Lautstärke die leiser werdenden Stimmen der Vernunft, die zur Nachhaltigkeit mahnen.

    Jede diesbezügliche Studie ist geschrieben, jede Denkschrift verfasst, jeder Vortrag gehalten und jede Demonstration veranstaltet.

    Die Aufklärung ist faktisch beendet, ist erschöpft und hat ihr Ziel verfehlt, ungeachtet jeden Nachhalles, der die öffentliche Bühne da und dort noch erreichen mag.

    Nun nehmen die Dinge ihren zwingenden Lauf.

    • Diogenes Lampe // 6. Juli 2017 um 20:46 // Antworten

      @waltomax // 6. Juli 2017 um 16:56

      Sie missverstehen offenbar, was Aufklärung ist. Ihnen zum Trost, dass es nur an Ihnen selbst liegt, ob die Aufklärung beendet ist oder nicht:

      „Kant: Was ist Aufklärung?

      Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Anleitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Sapere aude! Habe den Mut, dich deines e i g e n e n Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung.

      Faulheit und Feigheit sind die Ursachen, warum ein so großer Teil der Menschen, nach dem sie die Natur längst von fremder Leitung frei gesprochen, dennoch gerne zeitlebens unmündig bleiben; und warum es Anderen so leicht wird, sich zu deren Vormündern aufzuwerfen.

      Es ist so bequem, undmündig zu sein. Habe ich ein Buch, das für mich Verstand hat, einen Seelsorger, der für mich Gewissen hat, einen Arzt, der für mich die Diät beurteilt, u.s.w., so brauche ich mich ja nicht selbst zu bemühen. Ich habe nicht nötig zu denken, wenn ich nur bezahlen kann; andere werden das verdrießliche Geschäft schon für mich übernehmen. Dass der bei weitem größte Teil der Menschen (darunter das ganze schöne Geschlecht) den Schritt zur Mündigkeit, außer dem, dass er beschwerlich ist, auch für sehr gefährlich halte, dafür sorgen schon ihre Vormünder, die die Oberaufsicht über sie gütigst auf sich genommen haben. Nachdem sie ihr Hausvieh zuerst dumm gemacht haben und sorgfältig verhüteten, dass diese ruhigen Geschöpfe ja keinen Schritt außer dem Gängelwagen, darin sie sie einsperrten, wagen durften, so zeigen sie ihnen nachher die Gefahr, die ihnen droht, wenn sie es versuchen, allein zu gehen. Nun ist diese Gefahr zwar eben so groß nicht, denn sie würden durch einigemal Fallen wohl doch endlich gehen lernen, allein ein Beispiel von der Art macht doch schüchtern und schreckt gemeiniglich von allen lernenden Versuchen ab.

      Es ist also für jeden einzelnen Menschen schwer, aus der ihm beinahe zur Natur gewordenen Unmündigkeit herauszuarbeiten. Er hat sie sogar lieb gewonnen und ist von der Hand wirklich unfähig, sich seines eigenen Verstandes zu bedienen, weil man ihn niemals den Versuch davon machen ließ. Satzungen und Formeln, diese mechanischen Werkzeuge eines vernünftigen Gebrauchs oder vielmehr Mißbrauchs seiner Naturgaben, sind die Fußschellen einer immerwährenden Unmündigkeit. Wer sie auch abwürfe, würde dennoch auch über den schmalen Graben einen nur unsicheren Sprung tun, weil er zu dergleichen freier Bewegung nicht gewöhnt ist. Daher giebt es nur Wenige, denen es gelungen ist, durch eigene Bearbeitung ihres Geistes sich aus der Unmündigkeit heraus zu wickeln und dennoch einen sicheren Gang zu tun.“

      • pedrobergerac // 6. Juli 2017 um 21:59 //

        Der Umgang mit dem vertrauten Unglück ist für die Menschen leichter wie der Umgang mit dem unvertrauten Glück.

      • @Diogenes Lampe

        Sehr treffender und verständiger Kommentar.

        Auch die noch „Schlafenden“ werden irgendwann anfangen, sich die Frage der Fragen zu stellen: Wer bin ich? Und eben nicht, wer soll ich sein.

        Das wird dazu führen, dass man sich zwangsläufig im Innern wieder mit der Natur verbindet und verbunden fühlt, sein Bauchgefühl bewusst wahrnimmt und dies wiederum wird zu weiteren Fragen führen, die sukzessive das „Aufwachen“ einleiten werden. Mit Aufwachen meine ich, dass von außen gesteuerte Manipulationen plötzlich sichtbar werden, Stück für Stück, eine nach der anderen.

        Leider gibt es eben noch viele, die sich des Aufwachens verweigern; bewusst und unbewusst, weil ihnen auch hier wieder einfiltriert wurde, Angst davor haben zu müssen. Der Berg der Selbstverantwortung seines eigenen Lebens scheint zu hoch. Dabei ist es doch genau das Gegenteil!

        Löst man sich schrittweise von den Manipulationen (man könnte auch von Gehirnwäsche, Suggestionen oder ähnlichem sprechen), spürt man auch schrittweise wieder wirkliche und echte Freiheit; sowohl die Innere als auch die Äußere. Man ist selbstbestimmt und eben nicht mehr fremdbestimmt. Und die Selbstverantwortung, die damit automatisch einhergeht, wird so selbstverständlich und positiv wie das Atmen.

        Wenn man aufwacht, haben sich natürlich nicht die Rahmenbedingungen über Nacht geändert (unsere Regierung bricht immer noch Gesetze, die Ehe zwischen Mann und Frau soll immer noch diskriminiert und Familien zerstört werden, die beiden Geschlechter männlich und weiblich sollen immer noch neutralisiert werden, die Frankfurter Schule wirkt noch immer etc.etc.), aber man sieht offenen Geistes, wie man uns mit welchen Mitteln in eine entsprechende Richtung lenken will. Und je wacher man wird, umso schneller durchblickt man diese Manipulationen und verwehrt somit das Opferdasein.

        Dieses Sehen und Begreifen schafft ein tiefes, beruhigendes Gefühl.
        Nicht identifizierbare Ängste verflüchtigen sich.
        Das gehört zur Freiheit. Selbstverantwortung und Selbstbestimmung in Verbundenheit mit Mutter Natur.

      • waltomax // 7. Juli 2017 um 08:40 //

        @Diogenes:
        Aufklärung als fortlaufender Prozess soll das Bewusststein verändern. Diese Wirkung kann vorhanden sein, muss es aber nicht. Gerne verweise ich auf den Auszug der Israeliten aus Ägypten, den Schiller in seiner Schrift „die Entsendung des Mose“ behandelt (s. o.)Um eine Änderung im äußeren zu erreichen, muss man erst eine im Inneren bewirken. Und die Festplatte löschen, wie es die Israeliten in ihrem 40 Jahre andauernden Wüstenaufenthalt versuchten. Man kam dabei von Haben zum Sein (Erich Fromm), das goldene Kalb überwindend.

        Dieser Mythos zeigt, wie schwer ein Kontextwechsel zu schaffen ist.
        Mein Pessimismus betrifft nicht die Notwendigkeit laufender Aufklärung, sondern bezweifelt deren Wirkung.

        Wir bleiben an Ägyptens Fleischtöpfen und damit unfrei. Sklaven des Habens sozusagen und eingebunden in die Parasiten-Pyramide.

      • Karl Bernhard Möllmann // 12. Juli 2017 um 13:56 //

        . . .
        ZITAT @ Diogenes Lampe:
        .
        „Faulheit und Feigheit sind die Ursachen, warum ein so großer Teil der Menschen, nach dem sie die Natur längst von fremder Leitung frei gesprochen, dennoch gerne zeitlebens unmündig bleiben; und warum es Anderen so leicht wird, sich zu deren Vormündern aufzuwerfen.“
        .
        Ich würde „NICHT-WISSEN“ neben Faulheit & Feigheit als weiteren Grund nennen wollen.
        .
        Der mündigste Bürger Deutschland’s den ich kenne – Dr. med. Ryke Geerd Hamer ist am 2. Juli 2017 von uns gegangen – und wird am 14. Juli 2017 in Erlangen zu Grabe getragen werden.
        .
        Dieser Mann war weder faul noch feige – dennoch hat die Deutsche Obrigkeit allein 75 Mal versucht – den vielleicht größten Arzt aller Zeiten zu entmündigen, und sich zu seinem Vormund aufzuwerfen . . .
        .
        Erinnert sei auch an Gustl Mollath . . .
        .
        Aber „NICHT-WISSEN“ wie man die GRÖSSTE Entdeckung in der Medizin-Geschichte aller Zeiten an den Mann & an die Frau bringt – hat diesen genialen Forscher & Menschen-Freund immer wieder gegen die gleiche Beton-Wand laufen lassen – denn er kämpfte um die Anerkennung durch die kriminelle Medizin-MAFIA!
        .
        Echte Mündigkeit in einer Umwelt, wo Kriminelle & Psychopathen ganze Regierungen unterwandert & gekapert haben, wo Wahnsinnige wie der Ex US-Präsident George W. Bush ungestraft Millionen von Menschen einfach so ermorden dürfen, wo echte Aufklärer wie Julian Assange & Edward Snowden quasi eingesperrt in winzigen Löchern ihr Leben fristen müssen – echte Mündigkeit ist also in DIESER Situation wie der Ritt auf einer fabrikneuen Rasierklinge . . .
        .
        Es braucht Courage, es braucht Disziplin, es braucht Fleiß – doch vor allem braucht es das richtige PROFESSIONELLE WISSEN, um als Aufklärer zu ÜBERLEBEN – denn GEHEIM-Dienste HASSEN Aufklärer und haben KEINE Hemmungen Aufklärer reihenweise zu ermorden . . .
        .
        ÜBERLEBEN als mündiger Bürger oder als Aufklärer beginnt mit dem unter allen Umständen sicheren Umgang mit BEWEISEN, geht über die jederzeit öffentliche Verbreitung der Realität, und erfordert last but not least JEDERZEIT (auch beim Schlafen) EIN Auge offen zu halten – denn DEIN Staat wird Dich in aller Regel HASSEN – weil Du ja die BEWEISE lieferst (5 biologische Natur-Gesetze der Medizin) wie zum Beispiel Dr. med. Ryke Geerd Hamer das gemacht hat, der damit automatisch die gesamte Schul-Medizin der VORSÄTZLICHEN Scharlatanerie überführte . . .
        .
        So etwas muß man zu aller erst ÜBERLEBEN!
        .
        Denn BIG PHARMA & die entmündigten Schul-Medi-Zyniker finden derartige, bahnbrechende Entdeckungen gar nicht lustig . . .

  7. Da war der Autor aber sehr politisch korrekt:

    Nicht abgeneigt gegenüber Freundschaftsbekundungen –> bestechlich;

    Landlose Freiwillige –> Söldner; an denen war nichts freiwillig, sondern die wollten schlicht nicht verhungern.

    Aufklärung kann nur damit beginnen, daß man sagt, was Sache ist! Die Notwendigkeit dazu erkannte bereits Konfuzius.

    @waltomax & @pedrobergerac & @hubi stendahl:

    Hat mal jemand einen Link zu Schillers Moses?
    Ranma

    • hubi Stendahl // 7. Juli 2017 um 10:24 // Antworten

      @Ranma

      Zitat:
      „Hat mal jemand einen Link zu Schillers Moses?“

      http://gutenberg.spiegel.de/buch/die-sendung-moses-3319/1

      Gruß

  8. „Und je wacher man wird, umso schneller durchblickt man diese Manipulationen und verwehrt somit das Opferdasein.
    Dieses Sehen und Begreifen schafft ein tiefes, beruhigendes Gefühl.
    Nicht identifizierbare Ängste verflüchtigen sich.
    Das gehört zur Freiheit. Selbstverantwortung und Selbstbestimmung in Verbundenheit mit Mutter Natur.“

    Da hat die @Rosi vollkommen recht. Vor allem mit dem letzten Satz!

  9. Diogenes Lampe // 7. Juli 2017 um 18:58 // Antworten

    @waltomax // 7. Juli 2017 um 08:40 //

    Schillers Mosesfragment hat einen völlig anderen Kontext. Auch wikipedia kolportiert hier nur Unsinn.

    Die Juden stehen hier als Metapher für die Freimaurer. Diese selbst leiten ihren Mythos ja aus dem Alten Testament (der Tempel Salomons) ab und sehen sich symbolisch als „jüdische“ Maurer, die am 3. Salomonischen Tempel arbeiten. Der ist aber auch nur eine Metapher für den freimaurerischen „Menschheitstempel“, für den sich jeder Freimaurer als „Baustein“ zur Verfügung stellt.

    Als Schiller den Text verfasste (1790), wurde im öffentlichen Diskurs die Freimaurerei beschuldigt, die Französische Revolution herbeigeführt zu haben. Diese Beschuldigungen gipfelten dann 1792 in dem Buch des Jesuiten Augustin Barruell „Denkwürdigkeiten zur Geschichte des Jakobinismus“. Schiller, der anfänglich die Französische Revolution im Gegensatz zu Goethe begrüßt hatte, wurde nach den Septembermorden 1793 dann auch ihr Kritiker, wendete sich von ihr ab und schloss sich Goethe an.

    Lesen Sie dieses Gedicht doch mal im Kontext mit Lessings Dialog „Ernst und Falk“. Der bezweckte eine Humanisierung der Freimaurerei, die zu Lessings Zeiten vollkommen von der jesuitischen Freimaurerknute der Strikten Observanz geführt wurde. Gegen die ging zu Lessings und Schillers Zeiten auch in Berlin der Verleger und Buchhändler Nicolai und sein Mitarbeiter Biester vor. Es war deren unermüdlicher Aufklärungsarbeit zu danken, dass der Jesuitenschwindel der Strikten Observanz aufflog. Sie wurde dann 1782 auf dem Wilhelmsbader Konvent aufgelöst, wo dann allerdings die ebenfalls von den Jesuiten ins Leben gerufenen Illuminaten die Freimaurerei übernahmen. (Das Spiel vom Hasen und Igel)

    Wenn Sie Lessings Argumente für und wider die Freimaurerei mit denen vergleichen, die Schiller im „Moses“ den Juden „andichtet“, dann werden die Parallelen deutlich erkennbar.

    Man muss in der Aufklärungs-Literatur des 18. Jh. immer beachten, dass hier stets viel mit historischen Metaphern, Symbolen und Allegorien gearbeitet wird.

  10. @hubi stendahl:

    Die Out-of-Africa-Theorie ist nicht DIE Evolutionstheorie. Das ist auch nicht Darwins Evolutionstheorie. Die Out-of-Africa-Theorie ist nichts weiter als eine, möglicherweise zu kurz greifende, Schlußfolgerung daraus, daß man in Afrika die ältesten menschlichen Fossilien gefunden hat.

    Die Entwicklung des Lebens im Meerwasser ist gleichfalls nicht DIE Evolutionstheorie und auch nicht Darwins Evolutionstheorie. Stattdessen handelt es sich einfach um eine Spekulation auf der Grundlage, daß es viel mehr Meerwasser als Süßwasser gibt. Das wird einfach von Wissenschaftlergeneration zu Wissenschaftlergeneration so weitergegeben und sehr selten reflektiert. Einige Wissenschaftler gibt es, die doch darüber nachdachten und darum doch eher von einer Entwicklung des Lebens im Süßwasser ausgehen. Wäre der Landgang vom Salzwasser aus erfolgt, wieso sollten dann alle Landlebewesen immer wieder Süßwasser nachtanken müssen? Außerdem hätte man simpelste Erkenntnisse der Geologie berücksichtigen können: Alles Salz des Meeres stammt ursprünglich aus Gebirgen und wurde erst im Verlauf der Jahrmillionen mit dem Regen in die Meere gespült. Ursprünglich gab es also überall Süßwasser. Das entzieht bereits der üblichen Spekulation die Grundlage. Aber das ist nur eine winzige Kleinigkeit, die sonst nichts an der Evolution ändert.

    Von Darwin üblich ist noch der ‚Single Origin‘ allen Lebens. Ein deutlicher Einfluß der christlichen Theologie. Aus naturwissenschaftlicher Sicht wäre es viel einleuchtender anzunehmen, daß etwas, das an einem Ort passiert ist, auch an anderen Orten passiert ist. In dem Fall gingen die Stammbäume aller Lebewesen auf mehrere Ursprünge zurück und könnten garnicht lückenlos zusammenpassen. Akzeptiert man also Lücken, dann entwickelt das lediglich die Evolutionstheorie weg von der christlichen Theologie weiter.

    „Frage: Wenn diese „Überrasse“ 50 Millionen Jahre isoliert gelebt hat, muss die Entwicklung stillgestanden haben oder? Denn nirgendwo auf der Welt finden sich Spuren dieser „Über“-Rasse, die es nicht einmal fertigbrachte, ein paar hundert Kilometer Mobilität zu realisieren.“

    Nachdem wir endlich geklärt haben, daß an der Evolutions‚theorie‘ insgesamt nichts strittig ist, können wir sie zu Hilfe nehmen: Menschen entstanden vor ungefähr einemilliion Jahren, der ‚Homo sapiens sapiens‘ vor ungefähr hunderttausend Jahren, erste menschenähnliche, je nachdem wo man die Grenze ziehen will, vor fünfmillionen bis zweimillionen Jahren. Logischerweise kann es also keine fünfzigmillionen Jahre alte Menschenrasse geben. Es könnte also höchstens (ich schließe nichts einfach durch Vorurteil aus) eine extraterrestrische Kolonie oder Zeitreisende gegeben haben. Bei letzteren wäre nicht verwunderlich, wenn sie keine Spuren hinterlassen wollten. Woher wollte dann jedoch irgendjemand heute davon wissen?

    „So ist Ihre Behauptung, dass Hethiter Reich sei durch einen Impact untergegangen durch nichts zu belegen und im Gegenteil durch die Ausgrabungen BEWIESEN, dass Schicht für Schicht (von unten nach oben) erst einfache Häuser, dann hochwertige Villen und am Ende mit hohen MAUERN ALS SCHUTZ VOR EINDRINGLINGEN, immer mehr Paläste entstanden. Diese wurden angegriffen und zerstört. Nix Impact.“

    Impakte sind eher typisch für Hollywood. Wer nicht zu viele schlechte Filme gesehen hat, wird Impakte immer als die am wenigsten wahrscheinliche Ursache für egal was ansehen. Besonders seltsam finde ich allerdings die Idee, daß Siedlungen mit hohen Schutzmauern leichter anzugreifen und zu zerstören sind als ungeschützte Villen oder Ansammlungen von Hütten. Das Ende des Hethiterreiches kam also, genau wie das aller anderen Reiche, nicht durch Eindringlinge! Ganz genau wie alle anderen Reiche der Weltgeschichte dürfte sich das Reich der Hethiter durch SEIN EIGENES WIRTSCHAFTSSYSTEM selbst zerstört haben! Wie immer übernahmen dann Fremde die noch verwertbaren Reste. Deshalb konnten die Fremden aber nichts dafür, daß die Bewohner der großen und mächtigen Reiche ihre Infrastruktur zerfallen ließen. Auch bei uns sind heute die Straßen und Brücken marode, aber kein einziger Fremdling kam je auf die Idee, absichtlich unsere Straßen und Brücken zu beschädigen. Das ist ganz einfach NICHT der Grund für unsere marode Infrastruktur. Such besser bei der Ideologie der Schwarzen Null, denn dort wirst du fündig!
    Ranma

  11. pedrobergerac // 12. Juli 2017 um 13:14 // Antworten

    @hubi
    Ich bin gerade zufällig darüber gestolpert. Kennen Sie das auch?
    https://verbotenesarchiv.wordpress.com/2014/01/04/agyptologie-gab-es-moses-zur-erinnerung/

    • Sehr schöner Text mit leider nicht so guter Einleitung. Erst wenn man ihn bis zum Ende liest wird man erleuchtet. Die Bibel sagt ja, Moses sei der Sohn der Tochter des Pharaos gewesen. Der kritische Text sagt, es gab einen Feind des Pharaos der der Sohn der Tachat war, die wiederum die Tochter des Pharaos Ramses II. war. Außerdem hatte er den gleichen Namen wie Moses [Masesa; dazu sollte man unbedingt noch wissen, daß die Vokale des Altägyptischen unbekannt sind und von Ägyptologen stattdessen gerne die Vokale griechischer Wörter in die ägyptischen Wörter eingesetzt werden; eine nicht gerade wissenschaftliche Vorgehensweise; Amun-Masesa bedeutet ‚der von Amun Gesalbte‘, Moses bedeutet ‚der Gesalbte‘, was ein typischer Regierungsname von Pharaonen ist (vgl. Ramses == Ra-mosis == Ra-Masesa == ‚der von Ra Gesalbte‘, wobei sämtliche Vokale des Altägyptischen pures Herumgerate sind) und es nur einen ägyptischen Gott gibt, dessen Name gerne mal weggelassen wird: Amun] und eine auffallend ähnliche Lebensgeschichte. Die Bibel sagt zu der Geschichte, daß Moses auf dem Nil ausgesetzt worden wäre, zusätzlich aus, daß es dafür nicht einen einzigen Zeugen gegeben habe. Aus fehlenden Zeugnis dafür einen Widerspruch zur Bibel zu machen wäre also sehr konstruiert. Aus den ägyptischen Quellen gibt es also ganz offensichtlich eine Lebensgeschichte des Moses. Daraus die Schlußfolgerung zu ziehen, daß es Moses nicht gegeben habe, und diese auch noch an den Anfang des ansonsten guten und sehr lesenswerten Textes zu setzen ist schon sehr schräg! Im Recht ist er dafür jedoch mit der Behauptung, daß die Lebensgeschichte eines ägyptischen Gegen-Pharaos keineswegs eine geeignete Erklärung für den von antiken griechischen und römischen Autoren bemerktem Haß der Juden gegen alles nichtjüdische liefert. Es kann sein und ist sogar wahrscheinlich, daß Anhänger des Gegen-Pharaos nach dessen Niederlage aus Ägypten geflohen sind. Das macht sie noch lange nicht zu einem auserwähltem Volk und erst recht nicht andere Völker geringerwertig. Für den Gott der Christen wäre es sowieso völlig unangemessen, sich nur ein Volk als seines auszusuchen während er für die Erschaffung sämtlicher anderer Völker gleichermaßen verantwortlich ist. Der Gott des Alten Testaments dagegen behauptet niemals, daß die Götter der anderen Völker nicht existieren würden, sondern nur, daß jene viel weniger mächtig wären als er selbst. Was wohl auch stimmt, denn ähnlich alte Götter finden heute keine Verehrer mehr.
      Ranma

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