Wider die zunehmende Totalisierung

Wilhelm von Humboldt / Lithographie von Franz Krüger (http://www.sammlungen.hu-berlin.de/dokumente/6012/) (http://www.sammlungen.hu-berlin.de/dokumente/171/) [Public domain], via Wikimedia Commons; https://commons.wikimedia.org/wiki/File%3AW.v.Humboldt.jpg Wilhelm von Humboldt / Lithographie von Franz Krüger (http://www.sammlungen.hu-berlin.de/dokumente/6012/) (http://www.sammlungen.hu-berlin.de/dokumente/171/) [Public domain], via Wikimedia Commons; https://commons.wikimedia.org/wiki/File%3AW.v.Humboldt.jpg
Wenn wir uns aus der zunehmenden Totalisierung des Staates befreien wollen, sollten wir uns an Wilhelm von Humboldt erinnern, der vor 250 Jahren geboren wurde.

Der am 22. Juni 1767 geborene Wilhelm von Humboldt wird allgemein als der große Reformator des preußischen Bildungswesens im Geiste des Neuhumanismus gewürdigt. Seine bedeutende Tätigkeit 1809 bis 1810 als „Geheimer Staatsrat und Direktor der Sektion für Kultus und Unterricht im Ministerium des Inneren“, also gleichsam als Kultusminister, als der er den Grundsatz der allgemeinen Menschenbildung von der Elementarschule bis zur Universität verankerte, ist breit erforscht und beschrieben worden.

Doch wenig bekannt wurde bisher der Inhalt seiner genialen Jugendschrift von 1792,  die eine in ihrer Konsequenz revolutionäre Staatstheorie enthält: „Ideen zu einem Versuch, die Grenzen der Wirksamkeit des Staates zu bestimmen“. Es sind Ideen, tief in den humanistischen Gedanken des sich zur Freiheit entwickelnden Menschen gegründet, die dem heute noch selbstverständlichen oligarchischen Einheitsstaat als Instrument einer herrschenden Minderheit gefährlich werden würden. Vermutlich liegt darin auch der Grund, dass diese Schrift kaum konsequent zum Gegenstand der staatsabhängigen Wissenschaft gemacht worden ist. Sicher hat auch Humboldts Sprache, sein mitunter etwas umständlicher Stil ihre Verbreitung nicht gerade begünstigt. An die schwungvollen, künstlerisch geformten Satzgefüge seines Freundes Friedrich Schiller kam er bei weitem nicht heran.

Aber die in dieser Schrift verborgenen Keime zukünftiger Gesellschaftsgestaltung sind es wert, genauer nachdenkend betrachtet zu werden.

Der Mensch ist sein eigener Zweck

Humboldt stellte die herrschende Staatstheorie und -praxis infrage, dass der Staat außer für die äußere und innere Sicherheit der Bürger auch für ihr physisches, wirtschaftliches, und ihr moralisches, d.h. ihr seelisch-geistiges Wohl, also für das ganze Bildungs- und sonstige Geistesleben zu sorgen habe. Den Maßstab für seine Beurteilung entnahm er dem Wesen des Menschen, der sein eigener Zweck sei und der sich von innen nach außen entwickeln wolle, was nur durch die Anspannung seiner eigenen Kräfte, ohne äußere Bevormundung erfolgen könne.

„Der wahre Zweck des Menschen – nicht der, welchen die wechselnde Neigung, sondern welche die ewig unveränderliche Vernunft ihm vorschreibt – ist die höchste und proportionierlichste Bildung seiner Kräfte zu einem Ganzen. Zu dieser Bildung ist Freiheit die erste, und unerlässliche Bedingung.“[1]

In einem Brief an Friedrich von Gentz vom August 1791 hatte er bereits drastisch geschrieben, dass „das Prinzip, dass die Regierung für das Glück und das Wohl, das physische und moralische, der Nation sorgen muss“, gerade „der ärgste und drückendste Despotismus“ sei[2]  Gesetze des Staates, die das Handeln des Menschen im Wirtschafts- und im Geistesleben inhaltlich diktieren, und wären es die bestmöglichen, erniedrigen den Menschen zum folgsamen Sklaven und bedeuten nichts anderes als eben Diktatur. Der Mensch wird seines eigenen Zweckes, seiner wahren Bestimmung, sich selbst zu bestimmen und sich dadurch weiter zu entwickeln, beraubt.

„Ein Staat, in welchem die Bürger … genötigt oder bewogen würden, auch den besten Ge­setzen zu folgen, könnte ein ruhiger, friedliebender, wohlhabender Staat sein; allein er würde mir immer ein Haufen ernährter Sklaven, nicht eine Vereinigung freier, nur, wo sie die Grenze des Rechts übertreten, gebundener Menschen scheinen.“[3]

Die Entfaltung der individuellen Kräfte der Menschen erzeugt eine große Vielfalt des wirtschaftlichenund kulturellen Lebens. Denn jeder Mensch steht an einem anderen Entwicklungspunkt, an dem er ganz bestimmte Anforderungen vorfindet und dafür spezifische Fähigkeiten entwickelt. Aber die Spezialisierung jedes Einzelnen wird durch die Spezialisierungen der Anderen ergänzt und befruchtet. So entsteht in der Summe eine Mannigfaltigkeit unter den Menschen, die der Einzelne nicht hervorbringen könnte. Geht alle Bestimmung vom Staate aus, entsteht nur eine breite Einförmigkeit.

„Gerade die aus der Vereinigung Mehrerer entstehende Mannigfaltigkeit ist das höchste Gut, welches die Gesellschaft gibt, und diese Mannigfaltigkeit geht gewiss immer in dem Grade der Einmischung des Staats verloren. Es sind nicht mehr eigentlich die Mitglieder einer Nation, die mit sich in Gemeinschaft leben, sondern einzelne Untertanen, welche mit dem Staat, d. h. dem Geiste, welcher in seiner Regierung herrscht, in Verhältnis kommen, und zwar in ein Verhältnis, in welchem schon die überlegene Macht des Staats das freie Spiel der Kräfte hemmt. Gleichförmige Ursachen haben gleichförmige Wirkungen. Je mehr also der Staat mitwirkt, desto ähnlicher ist nicht bloß alles Wirkende, sondern auch alles Gewirkte. […] Wer aber für andre so räsoniert, den hat man, und nicht mit Unrecht, in Verdacht, dass er die Menschheit mißkennt, und aus Menschen Maschinen machen will.“[4]

Gegen staatliche Fremdbestimmung

In seiner Kritik gegen das Sorgen des Staates für das physische Wohl der Bürger beschrieb Humboldt die damaligen Verhältnisse so:

„Ich rede (…) hier von dem ganzen Bemühen des Staates, den positiven Wohlstand der Nation zu erhöhen, von aller Sorgfalt für die Bevölkerung des Landes, den Unterhalt der Einwohner, teils geradezu durch Armenanstalten, teils mittelbar durch Beförderung des Ackerbaues, der Industrie und des Handels, von allen Finanz- und Münzoperationen, Ein- und Ausfuhr-Verboten u. s. f. (insofern sie diesen Zweck haben), endlich allen Veranstaltungen zur Verhütung und Herstellung von Beschädigungen durch die Natur, kurz von jeder Einrichtung des Staates, welche das physische Wohl der Nation zu erhalten oder zu befördern die Absicht hat. (…)
Alle diese Einrichtungen nun, behaupte ich, haben nachteilige Folgen und sind einer wahren, von den höchsten, aber immer menschlichen Gesichtspunkten ausgehenden Politik unangemessen.“[5]

Diese Regelungen des Staates sind heute trotz freier Marktwirtschaft nur noch umfangreicher geworden. Das Währungssystem ist fest in der Hand staatlicher Notenbanken, Landwirtschaft und Industrie werden in großem Maße durch Subventionen gestützt und gefördert, und ein breites staatliches Sozialversicherungssystem fängt die aus dem gnadenlosen Profit-Kampffeld der Wirtschaft Herausgefallenen notdürftig auf, weil der Staat seine eigentliche Aufgabe versäumt, durch den Einzelnen sichernde Rahmengesetze dafür zu sorgen, dass das Bruttoinlandsprodukt nicht wenigen zugutekommt, sondern gerecht verteilt wird, so dass jeder genügend Einkommen hat, um sich für Notfälle selber abzusichern.

Humboldt geht detailliert auf die psychologischen Wirkungen ein, die die Fremdbestimmung durch den Staat zur Folge haben:

„Überhaupt wird der Verstand des Menschen doch, wie jede andre seiner Kräfte, nur durch eigne Tätigkeit, eigne Erfindsamkeit oder eigne Benutzung fremder Erfindungen gebildet. Anordnungen des Staates aber führen immer, mehr oder minder, Zwang mit sich, und selbst wenn dies der Fall nicht ist, so gewöhnen sie den Menschen zu sehr, mehr fremde Belehrung, fremde Leitung, fremde Hilfe zu erwarten, als selbst auf Auswege zu denken. …
Noch mehr aber leidet durch eine ausgedehnte Sorgfalt des Staates die Energie des Handelns überhaupt und der moralische Charakter. (…) Wer oft und viel geleitet wird, kommt leicht dahin, den Überrest seiner Selbsttätigkeit gleichsam freiwillig zu opfern. Er glaubt sich der Sorge überhoben, die er in fremden Händen sieht, und genug zu tun, wenn er ihre Leitung erwartet und ihr folgt. Damit verrücken sich seine Vorstellungen von Verdienst und Schuld. Die Idee des erstern feuert ihn nicht an, das quälende Gefühl der letztern ergreift ihn seltener und minder wirksam, da er dieselbe bei weitem leichter auf seine Lage und auf den schiebt, der dieser die Form gab. …
Nicht minder sichtbar ist jener nachteilige Einfluss in dem Betragen der Bürger gegeneinander. Wie jeder sich selbst auf die sorgende Hilfe des Staates verlässt, so und noch weit mehr übergibt er ihr das Schicksal seines Mitbürgers. Dies aber schwächt die Teilnahme und macht zu gegenseitiger Hilfeleistung träger. Wenigstens muss die gemeinschaftliche Hilfe da am tätigsten sein, wo das Gefühl am lebendigsten ist, dass auf ihm allein alles beruhe. …
Was nicht von dem Menschen selbst gewählt, worin er auch nur eingeschränkt und geleitet wird, das geht nicht in sein Wesen über, das bleibt ihm ewig fremd, das verrichtet er nicht eigentlich mit menschlicher Kraft, sondern mit mechanischer Fertigkeit.“[6]

 Freie Menschen bilden

Dass es außerhalb der Zuständigkeit des Staates liegt, für das moralische, also das seelisch-geistige Wohl des Menschen zu sorgen, gewinnt für Humboldt eine zentrale Bedeutung im Bildungswesen. Das Menschengeschlecht sei jetzt auf einer Entwicklungsstufe angekommen, von der es sich nur durch Ausbildung der Individuen zu höchster Mannigfaltigkeit und freier Entfaltung ihrer Fähigkeiten höher entwickeln könne. Öffentliche Erziehung aber müsse immer eine bestimmte Form der Bildung begünstigen, die staatsbürgerliche Zwecke im Auge habe; sie erziehe insofern zur Einförmigkeit. Wenn der Mensch schon von seiner Kindheit an zum Bürger gebildet wird, werde der Mensch dem Bürger geopfert.

„Daher müsste, meiner Meinung zufolge, die freieste, so wenig als möglich schon auf die bürgerlichen Verhältnisse gerichtete Bildung des Menschen überall vorangehen. Der so gebildete Mensch müsste dann in den Staat treten und die Verfassung des Staates sich gleichsam an ihm prüfen.“[7]

 Nur so könne die Verfassung von Staat und Gesellschaft immer wieder für den Menschen verbessert werden. Der junge Mensch entwickle Energie und Widerstand gegen schädliche, einengende Fesseln bürgerlicher Einrichtungen, was er aber nur könne, wenn er sie vorher in Freiheit habe entwickeln können. Es gehöre schon ein ungewöhnlicher Grad an Energie dazu, „sich auch da, wo jene Fesseln von der ersten Jugend an drücken, noch zu erheben und zu erhalten. Jede öffentliche Erziehung aber, da immer der Geist der Regierung in ihr herrscht, gibt dem Menschen eine bürgerliche Form.“

 Humboldt hält es auch für eine Illusion zu meinen, in der öffentlichen, staatlichen Schule sei es doch möglich, ihr ausschließlich die individuelle Entwicklung des Kindes, also allgemeine Menschenbildung zur Pflicht zu machen. Was Einheit der Anordnung hat, bringe auch allemal eine gewisse Einförmigkeit der Wirkung hervor.

„Überhaupt, soll die Erziehung nur, ohne Rücksicht auf bestimmte, den Menschen zu erteilende bürgerliche Formen, Menschen bilden; so bedarf es des Staates nicht. Unter freien Menschen gewinnen alle Gewerbe bessern Fortgang, blühen alle Künste schöner auf, erweitern sich alle Wissenschaften. (…) Bei freien Menschen entsteht Nacheiferung, und es bilden sich bessere Erzieher, wo ihr Schicksal von dem Erfolg ihrer Arbeiten, als wo es von der Beförderung abhängt, die sie vom Staate zu erwarten haben. (…) Öffentliche Erziehung scheint mir daher ganz außerhalb der Schranken zu liegen, in welchen der Staat seine Wirksamkeit halten muss.[8]

Humboldt ist auch in der Leitung der preußischen Kultus- und Unterrichtsangelegenheiten, die er 1809 nur nach langen Zögern und Widerstreben angenommen hatte, diesen Ideen treu geblieben. Natürlich konnte er in dieser Stellung nicht anders, als ihnen weitgehend entgegen zu handeln, doch versuchte er in ihrem Sinne zu wirken, soweit es die Umstände zuließen. An seinen Mitarbeiter Uhden schrieb er am 9. Mai 1809: „Man muss so viel Freiheit lassen, als möglich. In Schulsachen muss das Regieren mit der Zeit so viel als möglich eingehen.“ So versuchte er, das Erziehungs- und Bildungswesen mit der Zeit vom Staat wirtschaftlich dadurch unabhängig zu machen, dass es sich durch eigenes Vermögen und durch Beiträge der Nation unterhielt. „Besonders bedeutsam in dieser Hinsicht ist sein Versuch zu erreichen, dass der neugegründeten Universität in Berlin, den Akademien der Wissenschaften und Künste sowie den damit verbundenen wissenschaftlichen Instituten und Sammlungen vom Staate ausreichenden Grundbesitz zu Eigentum übertragen werden. Die wirtschaftliche Unabhängigkeit sollte die Grundlage für die geistige Freiheit und Selbständigkeit des Bildungswesens werden.“[9]

Aussichten

Diese tief in der Lebenswirklichkeit gegründeten Ideen Humboldts haben ihr Aktualität nicht verloren; im Gegenteil, ihre Realisierung ist heute noch viel drängender geworden. Wenn wir uns aus der immer mehr zunehmenden Totalisierung des Staates befreien wollen, kann dies nur so geschehen, dass wir von unten drängen, die Gesellschaft in diese Richtung verändern. Von oben ist eine Veränderung nicht zu erwarten.

Das Prinzip, dass die Bürger für ihr physisches und seelisch-geistiges Wohl selber sorgen, bedeutet, dass das Wirtschaftsleben und das geistig-kulturelle Leben eine je vom Staat unabhängige Selbstverwaltung erhalten müssen, so dass sich der heutige allzuständige Einheitsstaat in die drei Glieder des staatlich-rechtlichen Lebens, der Wirtschaft und des Geisteslebens einschließlich des Bildungswesens aufgliedern würde. Damit würden letztere nicht sich selbst überlassen, sondern von Rahmengesetzen des Staates eingefasst, welche für Gerechtigkeit und Sicherheit des Einzelnen sorgen, so dass er z. B. vor Ausbeutung und Unterdrückung im Wirtschaftsleben geschützt ist.

Rudolf Steiner, der auf eigenen Wegen zu diesen Ideen eines dreigegliederten sozialen Organismus gekommen war, hat schon früh auf die Bedeutung der keimhaften Ideen Wilhelm von Humboldts in seiner Jugendschrift hingewiesen. Doch auch Steiners Sozialideen, mit denen er vor 100 Jahren, im Juli 1917, mit zwei Memoranden zum ersten Mal an die Öffentlichkeit trat[10], werden bis heute von den Herrschenden und ihrem Wissenschaftsgefolge ignoriert.

 

Anmerkungen

[1] Wilhelm von Humboldt: Ideen zu einem Versuch, die Grenzen der Wirksamkeit

[2] Dietrich Spitta im Nachwort zu Anm. 1, S. 172

[3] Wilhelm von Humboldt a.a.O., S. 93 

[4] a.a.O., S. 27, 28

[5] a.a.O., S. 62, 63

[6] Anm.1, S. 29, 30, 33 

[7] a.a.O., S. 60

[8] a.a.O., S. 62, 63

[9] Dietrich Spitta im Nachwort, a.a.O., S. 176, der ein excellenter Kenner des Humboldtschen Werkes ist. Siehe seine Schriften:

  • Die Staatsidee Wilhelm von Humboldts, Berlin 2004
  • Menschenbildung und Staat: Das Bildungsideal Wilhelm von Humboldts

Angesichts der Kritik des Humanismus, 2006.

[10] In: Aufsätze über die Dreigliederung des sozialen Organismus, GA 24

Über Herbert Ludwig

Herbert Ludwig war viele Jahre Lehrer an einer Freien Waldorfschule. Er befasst sich schwerpunktmäßig mit den inneren und äußeren Bedingungen der Entwicklung des Menschen zur Freiheit und mit den Hintergründen der „europäischen Integrationsbewegung“, woraus seine Schrift „EU oder Europa?“ und Artikel auf seiner Webseite hervorgegangen sind Kontakt: Webseite | Weitere Artikel

36 Kommentare zu Wider die zunehmende Totalisierung

  1. Bekannt ist mir Alexander von Humboldt. Der war ein Verfechter universeller Bildung. Das bedeutet geistigen Generalismus und nicht Fachidiotentum. Nun wird in obigem Artikel der Spezialisierung das Wort geredet. Ist man als Spezialist immer im Vorteil und wann ggf. nicht?

    Spezialistentum ist eine Methode, sich eine Nische zum Überleben zu suchen, in welcher die Gefahr, durch Konkurrenten verdrängt zu werden, geringer ist. Der Preis, der dafür gezahlt wird, ist die Anpassung an ein System, das sich nicht sehr stark ändern darf und möglichst stabil sein muss. Bricht das System zusammen, dann sind eher die Generalisten im Vorteil, die über ein breites Spektrum an Überlebensstrategien verfügen.

    Das gleiche gilt auch für eher geistige Belange. Unser System, das durch eine hoch arbeitsteilige und damit stark spezialisierte Gesellschaft getragen wird, hat seine Wachstumsgrenzen erreicht. Es macht nun keinen Sinn mehr, sich im bestehenden Kontext noch stärker zu spezialisieren. Wer es trotzdem versucht, der ist „überspezialisiert“.

    Ein gesellschaftlicher Kontextwechsel, der nach Kondratieff eng mit neuen Basiserfindungen verknüpft ist, braucht Erfinder, welche die bisherigen technischen Errungenschaften überblicken und dann so kreativ sind, diese mit völlig neuen Ideen zu „überwinden“. Das leistet nur ein Geist, der über eine breite Bildung verfügt und einen großen Überblick hat. Also ein Generalist im Sinne Humboldts.

    In unseren Zeiten, die von einer „Suspendierung“ der Basiserfindungen lebt, die fast alle 100 Jahre und älter sind, ist die Ausbildung von Fachidioten der sicherste Weg in den Untergang.

    Um unsere Gesellschaft weiterzubringen, bedarf es heute der „Supervision“, welche, wie gesagt, Überblick voraussetzt. Es ist klar, dass neue Basiserfindungen heute sowohl eines wissenschaftlichen Managements bedürfen als auch spezieller Fähigkeiten, die im Rahmen neuer Projekte vom Management zu integrieren und koordinieren sind.

    Am Genie des Managements kommt man dabei nicht vorbei. Weder mit hohen Investitionen noch mit überspezialisierten Fachleuten.

    • Wilhelms Bruder Alexander von Humboldt ist vor allem für seine Expeditionen nach Südamerika bekannt. Ansonsten meine volle Zustimmung.
      Ranma

  2. Man braucht also nicht weitere spezielle Verzweigungen alter Konzepte, sondern völlig neue. Die Manipulation der Abgaswerte beim DIESEL zeigt, dass das Grundkonzept sich erschöpft hat und in weit verzweigte Anwendungen gegangen ist: Schiffsdiesel, Diesellok, Dieselgenerator, etc. Mehr „Verzweigungen (spezielle Anwendungen) gibt es nicht mehr.

    In einem gesättigten Markt war und ist es den Herstellern nicht mehr möglich, sich bei den optimierten Motoren vor den Kunden voneinander abzuheben.

    Nun bedarf es eines Quantensprunges, der mit der Erfindung der Dampfmaschine gleichzusetzen wäre.

    Solche Sprünge werden hochspezialisierte Ingenieure, die schlussendlich nur noch Abgaswerte manipulieren können, nicht mehr leisten.

    Wer Wissenschafts- und Projektmanagement im Sinne Humboldts haben will, der kann sich gerne an mich wenden…;-)

  3. Ist es nicht gerecht, dass ein hierarchisch-geschlossenes System von Kontrollfreaks genau die Kreativität untergräbt, welche es zu seinem Fortbestand und zu seiner Erneuerung braucht?

    Allgemeinbildung ist also nicht nur ein Menschenrecht, sondern in den gegenwärtigen Zeiten des Zusammen- und des -Umbruches die elementare Voraussetzung, neue Ideen zu konzipieren und umzusetzen.

    Und nur das schafft Arbeit, Steueraufkommen und Allgemeinwohl. Spekulation, Korruption und Schranzentum sind dagegen parasitär und gerade dabei, den Wirt zu töten. Und die Parasiten.

    Das System verscheidet deshalb gerade an sich selber…

  4. Ich habe heute morgen mal das ZDF angeschaltet, um mir meine öffentlich-rechtliche Lieblingsfrau, Nadine Krüger, anzuschauen. Ihre Sendung fiel leider aus und wurde ersetzt durch … Dang !!!… eine Bundestagsrede der GröKaZ.

    Was soll man dazu noch sagen. Der Plenarsaal eine in Beton gegossene Depression, überbordene grau-violette Hässlichkeit gefüllt mit teigig gesichtigen Systemiten, denen der Nacken schmerzt vom vielen Abnicken (außer Sahra ). Der Bundestag ein Hort der Drittklassigkeit und das passende Ambiente für verlogene, parasitäre Trantüten vielleicht ?

    • Wayne

      „Der Plenarsaal eine in Beton gegossene Depression, überbordene grau-violette Hässlichkeit gefüllt mit teigig gesichtigen Systemiten“ Wayne

      So geht Denkschreiben, daher von mir *****!!!!!Danke

  5. Vorweg: ich bin weder mit Humboldt noch mit den Gedankengebäuden der Kommentatoren vertraut und greife indes das hier Dargebotene auf.

    Auf die Themenbereiche bezogen kann man dem zustimmen, im Verbund sind dies wenig zielführende Ansätze:

    ob die Verhältnisse zu Humboldts Zeit auf heute übertragen werden könnten möchte ich bezweifeln, die Struktur der Gesellschaft ist eine völlig andere. Hinzu kommt (Pilot und Gewitter) daß Humboldt ein (durchaus zutreffendes) Gedankengebäude entwickelt – das aber durch Großteile der Gesellschaft (besser Masse) nicht (in der beabsichtigten Form) angenommen würde (Chicken Run – Wenn Hennen Rennen). Anders: er postuliert einen wissenschaftlich abstrahierten, insoweit idealisierten Menschen (seiner Sphäre). Das kann nicht gut gehen, und schon gar nicht mit der Masse Mensch, wie sie heutzutage zu befrieden wäre.

    Geschrieben ward: wo das Primat der Politik herrscht geht es mit der Gesellschaft UND Wirtschaft voran. Das kann man z.B. in China und Rußland beobachten, Gegenbeispiele sind wohl geläufig. Insoweit haben die Kommentatoren noch nicht bemerkt, daß sie auf einem Holzweg sind: es läßt sich nicht alleweil das Rad neu erfinden, wohl aber die gesellschaftlichen Verhältnisse gestalten (was voraussetzt, daß diese „contained“ sind, das Gegenteil einer zügellosen Grenzöffnung), zu tun gäbe es genug (Qualität der Infrastrukturen).
    Wir aber leben umgekehrt unter dem Primat eines Lobbyeismus aus Wirtschaft und Bürokratie.

    Hier komme ich wieder mit dem Beispiel der Ratten, denen man eine Beglückungselektrode ins Hirn gepflanzt hatte die sie mit einer Taste aktivieren konnten – Ende des Liedes war, daß sie auf der Taste liegend verendeten. Man übertrage das Beispiel auf die (Geld-)Wirtschaft.

    Staatliche Pflicht der Bildung sollte sich auf die Ausbildung der Kommunikations- UND Bildungsfähigkeit beschränken – die Gesellschaft muß in sich funktionieren können – und eine jederzeit offene Weiterbildung anbieten. Auch dies nur Theorie, die mit den persönlichen Selbstbildnissen der Massen nicht ohne weiteres verträglich ist.

    Was nun macht man mit denen, die (durchaus berechtigt) ihren Lebenszweck in der Erfüllung gesetzter Aufgaben im Rahmenwerk fester Erwartungen sehen? Politisch gesehen müßte man diese Ansprüche befrieden – derzeit wird dagegen Feuer an die Situation gelegt. Dieser Teil der Gesellschaft braucht weniger Bildung als Sicherheit im Rahmen ihres Lebenshorizonts. Bloß: berechtigte dies über „demokratische“ Mehrheit allen dieses Konzept überzustülpen?

    Lösungen gäbe es schon, allerdings eben nicht im Hinblick auf die derzeitige Lage.

    • @Heinss:
      Es geht um die Kernfrage, ob eine Gesellschaft offen ist oder eine Veranstaltung zur Wahrung von Besitzständen und den Privilegien weniger.
      Eine hierarchische Gesellschaft versucht Neuerungen in einer Weise zu absorbieren, dass diese die etablierte Struktur nicht stören. Das nennt man dann „Innovation“. Revolutionäre Erfindungen sind dagegen nicht erwünscht. Man denke dabei an den Widerstand adliger Fuhrunternehmer gegen die Einführung der Eisenbahn in GB. Hätten die sich durchgesetzt, würden wir heute noch auf den Hottehüh durch die feudal beherrschte Gegend hoppeln.

      Analoges erleben wir momentan mit der Diskussion um den DIESEL. Aus dem DIESEL ist eben konzeptionell nichts mehr herauszuholen, weil er optimiert ist. Die Herausforderung, völlig neue Antriebsprinzipien zu entdecken, steht im Raume. Ähnlich der Frage seinerzeit, wie man Pferdefuhrwerke durch Maschinen ersetzt.

      Und genau die schwarze Leere im Gehirn, die bei dieser Frage auftritt, bezeichnet die Kluft, die wir überwinden müßten, so es neue Märkte geben soll. Was könnte denn das revolutionär Neue sein, das möglichrweise ein neues Zeitalter begründen könnte?

  6. Technologie als gesellschaftlich prägende Kraft! Wer wollte deren Existen und Wirkung bestreiten. Der momentan beklagte „Anlagenotstand“ des Kapitals ist nur vordergründig mit mangelndem Konsum zu begründen. In Wahrheit stecken die Kondratieff – Zyklen dahinter und damit der Mangel an Basiserfindungen. Was die Frage aufwirft, warum es einen solchen Mangel gibt und wie dem ggf. abzuhelfen sei. Da sind wir bei Humboldt.

    Oder wir haben das Ende gesellschaftlicher Entwicklung tatsächlich erreicht und müssen lernen, das zu bewahren, was wir haben und mit dem auzukommen, was in gestättigten Märkten noch erwirtschaftet werden kann.

  7. Es ist für mich schon ernüchternd, wie wenig Interesse solch ein zentrales Thema auch hier im Form findet.

  8. Die Antwort auf all dies sprengt jeden Rahmen, für mich auch zeitlich. Was Sie sehen ist für mich ein Teilaspekt, in sich zwar richtig, aber nicht global bestimmend.
    Um Besitzstände und dergleichen geht es nur zweitrangig – auch in GB hätte es die Eisenbahn spätestens dann gegeben, wenn sie zu einer Wettbewerbsbenachteiligung geführt hätte – andernfalls hätte man alle Engländer einsperren müssen (die die Errungenschaften anderswo erlebt hätten) – und wie lange wohl hätte man eine solche Abschottung durchhalten können?

    Auch die „Zyklen“ halte ich für hinterfragenswürdig, nicht, daß sie existieren, sondern wie man damit umzugehen gedenkt. Die S als PD etwa will Geld unter die Leute schütten (das diese erst aufbringen müssen) – ohne zu bedenken, daß der Zauberlehrling, den sie rufen will, dann sich breitmacht und nach mehr schreit.

    Ebenfalls in Zweifel möchte ich ziehen, daß neue Erfindungen oder Techniken sich dadurch einstellen, daß man das überkommene System auf Hochtouren fährt. Dazu wären ganz andere Voraussetzungen essentiell wichtiger, u.a. eine verläßliche, berechenbare Umgebungsstruktur, insbesondere Bürokratie. Die aber führt inzwischen ein feudales Eigenleben und zerstört damit die Grundlagen, auf denen sie sich mästet.

    Das alles wiederum bringt nichts ohne gesicherte Grenzen – denn ansonsten entsteht (bei Erfolg) ein Sog für Glücksritter und Abstauber: usw. usf.

    Die Thematik ist komplexer als man meinen möchte und es besteht die große Gefahr des „Operation gelungen, Patient leider tot“..

  9. @waltomax:

    Mich interessiert es sehr wohl, darum die Auswanderung !

    „Das Prinzip, dass die Bürger für ihr physisches und seelisch-geistiges Wohl selber sorgen, “

    Hier kaum noch möglich, weil nicht erwünscht und „Schlafmichel“ mir einfach nur noch zuwider ist.

    • Es geht um die Frage, was Kreativität ist und unter welchen Bedingungen sie enstehen und sich entfalten kann. Durchaus im Sinne Humboldts!

      Das ist eine Frage des individuellen und des kollektiven Bewusstseins.

      Beispiel: Columbus sei ein Verfechter des damals in Spanien herrschenden Weltbildes, die Erde sie flach. Er wäre nie nach Amerika aufgebrochen aus Angst, über den Erdrand zu fallen.

      Er hatte aber gegenüber den meisten seiner Zeitgenossen ein höher entwickeltes Bewusstsein und konnte sich wenigstens auf einige Sponsoren stützen, welche ebenfalls nicht ganz so blöde waren, wie die meisten.

      Frage: Welches Wissen und welches Bewusstsein muss heute einer haben, um das herrschende Weltbild zu überwinden und darauf basierend zu völlig neuen Entdeckungen zu gelangen?

      Wer hat diesen Überblick und ist dazu fähig, den Kontext zu wechseln und zu erweitern?

      Frage man keine Politiker oder sonstige Schranzen, denn diese sind nicht kreativ, sondern vielmehr parasitär und hängen vom Geiste anderer ab…

      Da kann man auch durch Auswandern kaum zu einer Lösung beitragen.

  10. Die Aufklärung sagt alles. Viel Geschwätz um Arabesken und Voluten sind nicht hilfreich- auch Nacherzählungen eigener Nachmach-Prosa helfen nicht wirklich. Wittgenstein bringt es auf den Punkt. Wahr ist was beweisbar ist. Denken ist Arbeit, kein Spaziergang. Schlüsse ziehen kommt nach der Beweiswürdigung und Falsifizierung. Verstand ist die Leistung des Denkapparates unter Bedingungen der Frage.
    Wenn man dies berücksichtigt wird man ob der derzeitigen Situation in Politik und Regierungs-Fähigkeit sehr traurig und depressiv. Denn es herrscht nichts von alledem vor. Die Re-Education hat auch oben stattgefunden: Gorilla-Verlautbarungen in Kurzform sind die Grunzwerte ( Adaption aus Grundwerte) der Landschaft- denn von nation oder Staat kann man ja nicht mehr sprechen.

  11. @Heinss & @waltomax:

    Neue Erfindungen und Ideen stellen sich selbstverständlich nicht dadurch ein, daß man unser System auf Hochtouren fährt. Ganz im Gegenteil. Es gibt auch heute, wie schon immer, viele Leute mit neuen Weltanschauungen, Erkenntnissen und Erfindungen. Ideen bekommt man an jeder Ecke nachgeworfen. Die wirklich innovativen Ideen kamen schon immer von den Glücksrittern, die schon immer (also im Glücksfall, denn einen erfolgreichen Glücksritter nennt man Unternehmer) viele Abstauber im Gefolge hatten. Die oberen Gesellschaftsschichten konsumieren so viel sie nehmen können, die unteren Gesellschaften so viel wie sie dafür geben können. Aber die Oberschicht kann nur begrenzt viel essen, während die Unterschicht hungert, weil sie nicht genügend Geld fürs Essen hat. Einen Anlagenotstand gibt es auch nicht. Zweitausend Prozent Gewinn in wenigen Monaten sind zur Zeit völlig normal für jene, die in Kryptowährungen investiert sind. Das ist nur ein Beispiel für die vielfältigen Möglichkeiten, die Finanzkapital heute finden würde, wenn es nur wollte. Es sind Gesellschaft und Politik, die alles blockieren. Weil sie in der Tat keine Innovationen wollen. Die Erhaltung des Status Quo ist das Gegenteil einer Innovation! Schon garnicht kann eine neue Erfindung wie beispielsweise ein neues Antriebssystem auf Befehl kommen, weil die Politik plötzlich den Diesel nicht mehr mag.

    Was hinter den wirtschaftlichen Zyklen steckt, das ist kein Geheimnis. Neue Entdeckungen und innovative Erfindungen gibt es am laufenden Band. Aber sie werden unterdrückt und bekämpft in einem Staat in dem Feudalherren/ Oligarchen ihre Pfründe um jeden Preis verteidigen. Aber in einigermaßen regelmäßigen Abständen wird die Blockadehaltung aufgegeben. Diesen Zustand nennt man Krieg. Wenn ein Krieg geführt wird, dann gibt es für die Pfründe der Reichen größere Bedrohungen als innovative Erfindungen unbedeutender Glücksritter. Kriege werden von Reichen vom Zaum gebrochen, um sich die Pfründe anderer Reicher einzuverleiben. Ein bekanntes Beispiel aus der jüngsten Geschichte ist das Erdgas der Ostukraine, das sich die nordamerikanische Familie Biden einverleiben und damit ostukrainischen Oligarchen wegnehmen wollte, weswegen jetzt Krieg in der Ostukraine herrscht. Im Zustand des Krieges nutzt man jede nur mögliche Neuerung, um dem Feind überlegen zu werden. Der Bureaukrat der es wagt, das aus alter Gewohnheit zu blockieren, der wird einen Kopf kürzer gemacht. Wenn der Krieg vorbei ist, der Wiederaufbau im Gange ist und das Militär neue Spielzeuge hat, dann werden die militärischen Errungenschaften vorheriger Kriege für zivile Anwendungen adaptiert. Ein Beispiel dafür ist die Neigungstechnik von Bahnwaggons, bei der es sich eigentlich um die Zielnachführungsautomatik des Kampfpanzers Leopard handelt.

    Wer meint, das wäre alles anders, der möge das bitte gleichfalls mit historischen Beispielen belegen!
    Ranma

    • @Ranma:

      Ich wundere mich schon etwas über die Gleichsetzung einer virtuellen Investition mit einer in die Realwirtschaft. Sie können gerne Kryptowährungen, die letztlich auch keine reale Deckung haben, in die Wolken pushen. Aber es steht nichts dahinter. Mag sein, dass es inzwischen Idioten gibt, die harte Waren und echte Dienste gegen Kryptogeld tauschen in dem Glauben, da würden sie weniger beschissen, als durch das Papiergeld. Wenn es einen echten und werthaltigen Tausch gibt, dann ist das Arbeitsertrag gegen Arbeitsertrag. Kryptogeld wird letztlich genauso abkacken wie Fiat-Money. Es ist alles ungedecktes Falschgeld!

      Wer das in der Geschichte begriffen hat, wurde schon immer abserviert und getötet.

      Aber Erfindungen und Kreativität entstammen dr geistigen Sphäre und der Geist weht, wo er will.

      Die Frage, welches Wissen und welches Bewusstsein heute einer haben muss, um das herrschende Weltbild zu überwinden und darauf basierend zu völlig neuen Entdeckungen zu gelangen, steht im Raume.

      Da würde es interessant. Doch leider wird sich kaum jemand auf diese Diskussion enlassen, weil sie nicht so leicht von der Hand geht…

      • Ranma // 2. Juli 2017 um 01:27 //

        Oha. Ich setze die virtuellen Investitionen NICHT mit der Realwirtschaft gleich. Natürlich werden sämtliche Kryptowährungen abkacken, spätestens wenn es mal einen größeren Stromausfall gibt. Bis dahin kann man jedoch Gewinne mit Kryptowährungen machen. Solange man damit noch Gewinne machen kann, gibt es keinen Anlagenotstand, der nicht von mir behauptet wurde, sondern nur eine Anlagefaulheit. Das ist mein ganzer Punkt dabei.

        Die Diskussion, welches Bewußtsein man für Innovationen haben muß, geht sehr wohl leicht von der Hand, schließlich beantwortest du die Frage bereits selbst mit der Feststellung, daß Erfindungen und Kreativität der geistigen Sphäre entstammen und der Geist weht wo er will. Ist also garkein solches Ding. Wichtig ist nur die geistige Sphäre nicht zu verleugnen. Schon fließt die Kreativität. Danach ist für jede Innovation nur noch das Überwinden der Widerstände erforderlich. Das ist der wirklich problematische Teil.
        Ranma

  12. So ähnlich sehe ich dies auch, wobei wahrscheinlich die Umwälzungen nach einem Krieg zur Neuformierung des Systems führt die – entsprechende Mentalität vorausgesetzt – „die Karten neu mischt“ (Japan, China, D z.B.).
    Beispiel ist die jüngere Geschichte von D selbst: zu hinterfragen wäre die wirtschaftliche Entwicklung ab 33-35.

    @Nemesis
    Nett, wenn Sie sich aus dem Staub machen wenn es schwierig wird. Und solch eine Einstellung hier auch noch unter die Leute bringen. Wofür eigentlich? Daß andere für Sie die Kartoffeln aus dem Feuer holen? Dann tun Sie es einfach und bleiben dann dort, wo Sie Ihre Ansprüche besser anbringen können. Konsequenterweise dann auch wenn Sie feststellen, daß man auch anderswo auf Ihre Einforderungen pfeifen wird.

  13. Wir bewegen uns hier in der Thematik Bildung hülfe. Alles soweit richtig aber so relevant wie die Quantenphysik für einen Eskimo in Nuun.

    Zeigen ja schon die Kommentare (obwohl wir die Statistik nicht kennen): das greift nicht so richtig. Humboldt hat das tun können was er tat weil die Umstände dies hergaben. Würde heute so jemand zum Minister berufen?

    Die Menge/Masse will das alles gar nicht. Bildung stört die eigenen Kreise und das Wohlbefinden. Und die wählen, sind Machtbasis.

    Tatsächlich auch müßte man dann eben genau das tun, was derzeit in der anderen Hinsicht verpönt wird, einen Menschen zusammenbasteln: freiwillig lernt kaum einer Mathe oder Chemie (geschweige den Latein und Griechisch) – da sollte an dann doch mal ehrlich in der Diskussion bleiben.

    Das Problem läßt sich analysieren, aber systembedingt nicht beheben.

    PS: man kann hier schnell von allerlei verführt werden, ich habe mir mal die Kurzdarstellung Wittgensteins angeschaut, der m.M.n. schon in den Grundzügen daneben liegt: wahr ist unbedingt nicht was sich beweisen läßt (wie, wem, wodurch? Wer bestimmt, was ein Beweis ist?) und auch die Begrifflichkeit (ohne die das Denken nicht gehen soll) sehe ich nicht als zutreffend erkannt: der Mensch denkt sehr wohl auch nicht-begrifflich (definiert), gerade das macht seine „Intelligenz“ im Vergleich zur bloßen Abfolge von Programmschritten aus. Z.B.: wer ist noch nicht morgens aufgewacht und hatte eine Lösung im Kopf? „Beweisbarer“: vor dem Zeitalter des PC gab es Leute, die konnten ellenlange Zahlen in Null-Komma-Nichts (im Kopf) verrechnen, was man sich wahrscheinlich so vorzustellen hat, daß diese das nicht (begrifflich) gedacht haben sondern in ihrer geistigen „Welt“ schlicht zuordneten, sozusagen „aus dem Regal griffen“.
    Wahrscheinlich ist Denken eine Verbundleistung – die nur bedingt auf Begrifflichkeiten angewiesen ist.

    Hier wird es dann schräg: wer wollte denn festlegen, was „Bildung“ wäre?
    Schon ein Dilemma.

    • @Heinss

      „ich habe mir mal die Kurzdarstellung Wittgensteins angeschaut“ Zitatende H.

      Und? Haben Sie was gemerkt?

      Wie ist es zu glauben man könne Bildung in ‚Instant-Bröckchen‘ eben Mal ‚anschauen‘? Das geht ‚e b e n‘ nicht, so einfach ist es. Und solange Ihnen das nicht bewusst ist, bleiben Sie Teil des Bildungsproblems.

      Einziger Hoffnungsschimmer, den meisten geht es so und es hat halt viele Gründe, sollte zwar klar erkannt werden, aber nicht mit einem Gefühl von Schuld oder Minderwertigkeit, da es auch mit Gelegenheit und Anleitung zu tun hat.

      Und genau umgekehrt wird ein Schuh draus. Es gibt hervorragendes Einführungsmaterial (Sachbuchreihen namhafter Verlage!) das Sie mit auf größere Sightseeing-Touren nimmt. Haben Sie zwanzig davon wirklich ‚gelesen‘, dann können Sie mit dem Vertiefen beginnen und das ist dann sehr lustvoll. Auch Laienforscher sind keine Masochisten, eher Feinschmecker.

      So wie uns allen in der Mehrzahl der Bildungsstoff geboten wurde, kommt es nach den Prüfungen allermeist zu einer Entwöhnung und negativen Grundeinstellung gegen Wissenserwerb. Das kann überwunden werden. Nur die wenigen Glücklichen, die bereits in den Schulen das ‚Lernen gelernt hatten‘, was nicht mit einfachem Pauken und Bimsen für Tests und Abschlussprüfungen verwechselt werden darf, machen dann auch so weiter im Leben, genießen die Konzentration des Fragens und das kleine Glück des Findens und ‚neue Zusammenhänge Erkennens‘.

      Grüßend

  14. Quod erat demonstrandum.

  15. @Heinss:

    „freiwillig lernt kaum einer Mathe oder Chemie (geschweige den Latein und Griechisch) – da sollte an dann doch mal ehrlich in der Diskussion bleiben.“

    Mathe und Chemie habe ich immer besonders gerne und freiwillig gelernt. Es fällt mir sehr schwer mir vorzustellen, daß es Menschen geben könne, denen es nicht so ergeht. Vielmehr halte ich es für wahrscheinlich, daß man Kindern die Lust am lernen erst gründlich austreiben muß, bevor sie sich nicht mehr dafür interessieren. Etwas leichter fiele es mir schon, wenn ich mir nur vorstellen müßte, daß manche Menschen lieber Latein und Griechisch lernen als Mathe oder Chemie. Vom Lateinunterricht ging für mich immer die Drohung einer schulischen Ehrenrunde aus. Griechisch kann ich nicht. Ich hatte mal zwei Semester Vergleichende Sprachwissenschaft als Nebenfach, aber das habe ich abgewählt als man mich zwingen wollte, Altgriechisch zu lernen. Andererseits hätte ich es durchaus gerne versucht, wenn ich unendlich viel Zeit zur Verfügung hätte. Es gibt praktisch keine Erkenntnis, die von den antiken griechischen Philosophen nicht schon vorweggenommen worden wäre. Das macht Altgriechisch eigentlich zu einer Art Goldgrube. Für meine rudimentären Lateinkenntnisse hat Asterix mehr geleistet als jeglicher Lateinunterricht. Das bedeutet auch, daß Asterix uns nicht nur etwas Latein lehren kann, sondern zusätzlich noch wie ein besserer Unterricht gemacht würde.

    „Das Problem läßt sich analysieren, aber systembedingt nicht beheben.“

    Jegliche Veränderung unseres Systems wird von den Profiteuren unseres Systems als eine Bedrohung für das System angesehen. Darum wird jede Veränderung blockiert. Es läßt sich also tatsächlich nichts ändern bis die Profiteure des Systems eine Veränderung wollen. Wir können mit aller Aufklärung diesen Wunsch nicht erzeugen. Nur die Bedrohung durch einen äußeren Feind kann das. Vielleicht wird das System stattdessen durch die Endlichkeit der natürlichen Ressourcen (Das ist übrigens kein Mangel, in einem besseren System würden sie alle wiederverwendet!) von alleine enden.

    „wahr ist unbedingt nicht was sich beweisen läßt (wie, wem, wodurch? Wer bestimmt, was ein Beweis ist?) und auch die Begrifflichkeit (ohne die das Denken nicht gehen soll) sehe ich nicht als zutreffend erkannt: der Mensch denkt sehr wohl auch nicht-begrifflich (definiert), gerade das macht seine „Intelligenz“ im Vergleich zur bloßen Abfolge von Programmschritten aus.“

    Letzterer Teil stimmt. Der erstere Teil wird im verkannten philosophischen Werk ‚Unfug des Lebens und des Sterbens‘ von Prentice Mulford viel besser erklärt als von Wittgenstein. Prentice Mulford stellt fest, daß Spezialisten viel schwafeln können, aber ihre Theorien von anderen nicht überprüft werden können. Dafür ist die Forschung bereits viel zu abgehoben und die Spezialisierung viel zu weit fortgeschritten. Trotzdem wissen wir, was wahr ist. Wenn man auf einen Lichtschalter drückt und daraufhin elektrisches Licht den Raum erleuchtet, dann ist das eine alltägliche Erfahrung, die uns bestätigt, daß sich Licht elektrisch erzeugen läßt. Die Technik, die wir im Alltag verwenden, die ist wahr. Wenn dagegen jemand irgendwelches Geblubber über Elektrizität abläßt, aber sie nicht nutzen kann, dann ist das völlig irrelevant und nicht die Zeit wert, die es uns kosten würde, uns damit zu befassen. Nur die Technik, die uns hilft, zählt als Beweis! Ein sehr guter Grundsatz, von dem viele Menschen profitieren würden, wenn sie sich daran hielten.

    „Wahrscheinlich ist Denken eine Verbundleistung – die nur bedingt auf Begrifflichkeiten angewiesen ist.“

    Ist Denken überhaupt eine Leistung? Da wird wohl etwas noch Grundlegenderes völlig verkannt, wenn etwas ‚wie aus dem Regal gegriffen‘ erscheint und dann doch menschlicher Tätigkeit zugeordnet wird.

    „Hier wird es dann schräg: wer wollte denn festlegen, was „Bildung“ wäre?
    Schon ein Dilemma.“

    Schräg wird es, wenn man Bildung so lange und willkürlich umdefiniert bis man tatsächlich nicht mehr weiß, was Bildung ist. Ansonsten ist die Definition kein Dilemma. Dann nehmen wir nämlich einfach das als Definition her, was durch den Begriff Bildung seit vielen Jahrhunderten beschrieben wird. Das ist ein Bereich des Wissens, in dem man sich auskennen muß, um sich einer bestimmten Gruppe zugehörig zu erweisen. Die Konsequenz daraus ist eine soziale Mobilität in diese Gruppe hinein. Das bedeutet normalerweise die Möglichkeit, sich in eine sozial höhergestellte Gruppe hineinzubewegen, obwohl auch tiefergestellte Gruppen Spezialwissen haben können. Aber bei letzteren bezeichnet man das nur als Spezialwissen und nicht als Bildung, weil Bildung das Ziel hat, soziale Mobilität, vor allem nach oben hin, zu ermöglichen. Bildung ist also durch ein festes Ziel definiert, das durch einen relativ variablen Inhalt an möglichem Wissen erreicht werden soll.

    Die Frage nach der Definition der Bildung ist sehr eng verwandt mit der Frage, die sich der gesamte deutschsprachige Raum mal nach einer Folge von ‚Big Brother‘ stellte, nämlich: ‚Muß man Shakespeare kennen?‘ Die Antwort darauf ist ganz klar: ‚Falls du in einer angelsächsisch dominierten Welt als gebildet gelten willst, dann ja! Falls dir dieser Status egal ist, dann kann dir auch Shakespeare egal sein.‘ Das ist ein sehr repräsentatives Beispiel für die Frage, was Bildung ist.

    Ein Programmierer, obwohl in der heutigen Wirtschaft unverzichtbar, gilt nichtmal ansatzweise als so gebildet wie ein Literaturwissenschaftler, der eigentlich nur auf Kosten des Steuerzahlers alimentiert wird. Das beantwortet dann wiederum die Ausgangsfrage, wie wertvoll Bildung eigentlich ist. Der erwähnte Programmierer wird nämlich nicht auf Steuerzahlerkosten alimentiert. Lieber stellte die bayerische Staatsregierung ihre Computer wieder von Limux, dem Münchner Linux, auf Windows um und lebt mit sämtlichen teueren Problemen, die das mit sich bringt. Wobei dabei zu beachten ist, daß auch die vielen unterschiedlichen Verwaltungsprogramme, die man unter Windows laufen lassen kann, keineswegs miteinander kompatibel sind. Falsch verstehen würde man die hier erwähnte Alimentierung auf Steuerzahlerkosten, wenn man dabei vergißt, daß verbeamtet zu werden vielen Menschen als erstrebenswert gilt.
    Ranma

    • @Ranma

      Sie liefern hier eine dicke Portion von viertelverstandenen Fragmenten ab.

      Wenn Sie Bildung wirklich auf ihren reinen(wirtschaftlich verwertbaren) Nutzwert herunterbrechen wollen, bzw. Bildung insgesamt als solche definieren, dann tun Sie dies vermutlich ohne jede Kenntnis und Abwägung der Folgen, die eine solche Bildungsmechanik für den immer halbfreien, individuell-sozialen, Menschen hat/ hätte. Was Sie da zum Besten geben ist ein sehr einfacher ‚Bildungs-Utilitarismus‘, eine Nützlichkeitsverehrung und Überhöhung. Sie blendet immer alles aus, was zu einer echten Teilhabe an Kultur führt/ befähigt, ist sozusagen das ‚Kopfprogramm für einfache und mittlere Diensterfüller‘, mit technischem oder administrativem, Branchenverstand. Das es diese Anforderungen millionenfach gibt, ist nicht in Abrede zu stellen. Es ist nur nicht richtig, Menschen auf die immer nützliche Arbeitsleistung/ Arbeitsteilung (> Hubi) zu reduzieren! Denken Sie an Kafka, im Brotberuf war er Versicherungsangesteller oder Hegel, ein bayrischer Direktor eines Gymnasiums usw… Es gibt Literaturpreisträger, die Kellnern. Ja und? Das ist die Lebenssituation, sie ist wie sie ist, begrenzt aber niemanden von seiner Bildungsteilhabe her. Krankenschwestern ist es nicht verboten Fichte zu lesen, der sich zeitweilig als Hauslehrer verdingte. Es gibt keine feste Gleichung zwischen Beruf und Kontostand einerseits und den Fähigkeiten und Bedürfnissen andererseits, das ist die wichtigste Schlussfolgerung aus einem ‚antiutilitaristischen‘ Bildungsverständnis. –

      Vielleicht beschreiben Sie, Ranma, da ein konkretes Problem, aber dann ist die Selbstgefälligkeit, mit der Sie das tun, gerade das Kernproblem?

      Echtes Aufklärungswissen und Kulturbildung geht anders, ist nicht für alle über einen Kamm zu scheren und dennoch als Prinzip verhandelbar (Bildung ist offen zu einer Steigerung der Teilhabe an verschiedenen, sozialen, technischen und kulturellen Kompetenzfeldern). Das ‚Lernen des Lernens‘, als permanente Selbstaufklärung und Teilhabe an den Werten und Gütern dieser (Kultur-)Welt, geübt. bedingt auch die Weitergabe der erreichten Kompetenzteilhabe usf..

      Sie grüßend

      • Ranma // 4. Juli 2017 um 00:58 //

        Genau das habe ich NICHT gemacht. Was ich da zum besten gab, ist die in allen Kulturwissenschaften anerkannte und verwendete Definition der Bildung.
        Ranma

  16. @Ranma

    Ein interessanter Beitrag. Hier und da wäre zu meinem zu präzisieren:

    Mathe und Chemie habe ich immer besonders gerne und freiwillig gelernt. Es fällt mir sehr schwer mir vorzustellen, daß es Menschen geben könne, denen es nicht so ergeht.
    Beispiele einer generellen Lernfaulheit hatte ich zuhauf in der Klasse. Natürlich gibt es den aktiven Wissensdrang, der ist aber in der Minderzahl (nach meinen ehemaligen und derzeitigen Beobachtungen, speziell auch in der Schule), und auch die Voraussetzungen dafür (mental, Disziplin etc.). Ich beziehe mich in Hinsicht auf den Artikel auf die Masse Gesellschaft (auf die Bildung ausgerichtet wäre) – nicht den Minderteil. Meine Erfahrung ist umgekehrt die, daß ein passender „Bildungsansatz“ im Geben und Nehmen (!) den Wissensdrang der Kinder aktiviert, solch ein Beispiel haben wir in unserem Umfeld (ebenso wie ganz überwiegend (politische Rahmenbedingungen, Elternschaft) das negative, mit einem Notenabfall von 2!).

    Jegliche Veränderung unseres Systems wird von den Profiteuren unseres Systems als eine Bedrohung für das System angesehen.
    Sicher ist das so – aber ich wehre mich dagegen, immer jemanden „anderen“ die Schuld zuzuschieben: die wären machtlos, würde die Kette der Hierarchie brechen (und hier spielt das Geld eine besondere Rolle). Das alles geht ja nur deshalb, weil es zugelassen wird.

    Trotzdem wissen wir, was wahr ist. Wenn man auf einen Lichtschalter drückt und daraufhin elektrisches Licht den Raum erleuchtet, dann ist das eine alltägliche Erfahrung, die uns bestätigt, daß sich Licht elektrisch erzeugen läßt. Die Technik, die wir im Alltag verwenden, die ist wahr.
    Dadurch wird „wahr“ auf das abgegrenzt, das unseren Lebenshorizont entspricht. Ich halte das für völlig legitim, da es das ist, was unser Leben ausmacht – wir müssen, so zu sagen, damit leben. So gesehen stimmt dies.
    Was aber ist wirklich wahr(er)? Wir befinden uns nur auf einem Vektor der Suche. Nehmen wir Lieschen: für die fällt der Apfel immer nach „unten“ – und wenn sie das als wahr erkennt braucht sie nicht auf den Baum, sammeln reicht, und damit haben wir die „praktische“ Wahrheit.
    Für einen Australier allerdings fällt der Apfel (bei uns) nach oben, für einen Wissenschaftler auf den Erdmittelpunkt, für Star Trek käme es auf die Position der Erde um die Sonne an ….

    Insoweit haben Sie Recht: Nur die Technik, die uns hilft, zählt als Beweis! Ein sehr guter Grundsatz, von dem viele Menschen profitieren würden, wenn sie sich daran hielten.

    Ist Denken überhaupt eine Leistung? Da wird wohl etwas noch Grundlegenderes völlig verkannt, wenn etwas ‚wie aus dem Regal gegriffen‘ erscheint und dann doch menschlicher Tätigkeit zugeordnet wird.
    Da bin ich mir aber sicher, daß Denken eine Leistung ist – das mit dem „aus dem Regal gegriffen“ soll lediglich erklären, daß solchermaßen befähigte Menschen anders „ticken“, was man so versucht hat zu erklären, daß diese eben nicht 2+2 mit ihren geistigen Fingern zusammenzählen sondern sich in einem „Alices Wunderland der Zahlen“ befinden, wo sie dort das Eine schauen, da das andere und im Verbund die Lösung (eben nicht rechnen). Ich habe das bildlich vereinfacht.

    Schräg wird es, wenn man Bildung so lange und willkürlich umdefiniert bis man tatsächlich nicht mehr weiß, was Bildung ist.
    Auch darin stimme ich zu – und finde Ihre Ausführungen sehr interessant. Mir persönlich bleiben sie aber eine zwar zutreffende, aber Teilbeschreibung, der Begriff Bildung ist für mich ein (kulturelles) Gesamtbild (Herzensbildung!). Allerdings würde ich Bildung nicht als festes Ziel umreißen wollen.

    Sie schreiben: … als gebildet gelten willst, ..Falls dir dieser Status egal ist, und antworten (wohl unbemerkt) sich selbst: … repräsentatives Beispiel für die Frage, was Bildung ist. Ist sie eben nicht, sondern nur das, was der Schein sein soll.

    Ein Programmierer, obwohl in der heutigen Wirtschaft unverzichtbar, gilt nichtmal ansatzweise als so gebildet wie ein Literaturwissenschaftler, – siehe oben, über die „wahre“ Bildung läßt sich ohne ein Gesamtbild keine Aussage machen.

    • „Beispiele einer generellen Lernfaulheit hatte ich zuhauf in der Klasse.“

      Sobald der natürliche Wissensdrang einmal gründlich ausgetrieben wurde, kommt er normalerweise nie wieder zurück. Manchmal irrt man sich bei der Einschätzung Lernfauler auch. Zum Beispiel wenn Mädchen Mathe nicht verstehen. Sie wollen immer erst wissen, wozu etwas gut ist. Wenn man ihnen das verschweigt und das Unterrichten der Methode vor den Zweck setzen will, dann hat man sie schon verloren. Als ich aufs Gymnasium ging, aber meine Freunde sich für die Hauptschule entschieden, da dachte ich auch, daß meine Freunde dann wohl nicht so gerne lernen würden wie ich. Aber später sagte einer von ihnen wörtlich: ‚Lernen macht Spaß.‘ Da war ich erstmal etwas perplex. Dann rechnete er mir vor wie ich nach dem Gymnasium in einem Beruf mit einem angenommen deutlich höherem Gehalt als nach der Hauptschule den durch den früheren Beginn des Berufslebens des Hauptschülers erzielbaren höheren Wohlstand nie wieder aufholen könnte. Man irrt sich normalerweise, möglicherweise sogar immer, wenn man anderen Leuten wenig zutraut.

      „Sicher ist das so – aber ich wehre mich dagegen, immer jemanden „anderen“ die Schuld zuzuschieben: die wären machtlos, würde die Kette der Hierarchie brechen (und hier spielt das Geld eine besondere Rolle). Das alles geht ja nur deshalb, weil es zugelassen wird.“

      Von einer Mehrheit zugelassen wird! Dadurch erst wird es problematisch. Gegen eine Mehrheit können sich nur jene durchsetzen, die Macht haben.

      „Da bin ich mir aber sicher, daß Denken eine Leistung ist – das mit dem „aus dem Regal gegriffen“ soll lediglich erklären, daß solchermaßen befähigte Menschen anders „ticken“, was man so versucht hat zu erklären, daß diese eben nicht 2+2 mit ihren geistigen Fingern zusammenzählen sondern sich in einem „Alices Wunderland der Zahlen“ befinden, wo sie dort das Eine schauen, da das andere und im Verbund die Lösung (eben nicht rechnen).“

      Statt diese Leute einfach zu fragen! Selbstverständlich haben auch einige diesen Ansatz gewählt, die solcherart Hochbegabten gefragt und sind daher zu echten Ergebnissen gelangt. Die Rechentalente haben erstmal ein phänomenales Gedächtnis und erinnern sich an frühere Rechenergebnisse. Weitere Ergebnisse errechnen sie mit einem schnellem, iterativem Algorithmus. Weil das auch zum Denken zählt, ist Denken schon eine Leistung. Aber es ist keine Leistung im kapitalistischem Sinn. Man denkt nicht deswegen, weil sich das verwerten läßt. Schon garnicht deswegen, damit jemand anderer Gebühren dafür kassieren kann. Ganz im Gegenteil, je mehr man die Ideologie vom ‚Geistigen Eigentum‘ propagiert, desto mehr blockiert man sich. Erkennt man dagegen die geistigen Sphären an und respektiert sie, dann sprudelt man vor Kreativität nur so über.

      „Ist sie eben nicht, sondern nur das, was der Schein sein soll.“

      Ist sie schon. Für ein Gesamtbild eignet sich der Ausdruck Bildung nicht. Schließlich gibt es ihn in anderen Sprachen garnicht. Schon ins verwandte Englisch läßt sich der Ausdruck Bildung nicht übersetzen. Das hat Ursachen in den Mentalitäten und Konsequenzen in den Schulsystemen.
      Ranma

  17. Die Buschmänner in Südafrika blicken zu den Sternen und halten diese für die Feuer anderer Sippen. Der Mensch versucht sich in verschiedenen Weltbildern, um mit seiner Umgebung zurecht zu kommen und sich diese, wenn möglich, zur Heimstatt zu machen. So auch wir.

    Momentan bricht sich das von der Physik geprägte Weltbild gerade an der dunklen Materie und -Energie. Was eben noch konsistent erschien, zefällt und fagmentiert plötzlich in tausend Scherben. Wer sich jemals in der Nähe eines runden Weltbildes zu befinden glaubte, das Mikrokosmos und Makrokosmos vereint, der weiß, wie schmerzhaft es sich anfühlt, plötzlich wieder vor vorne anfangen zu müssen.

    Weltbilder suchen immer spezielle Wissensgebiete zusammenzufassen und zu einem Ganzen zu vereinen. Es liegt auf der Hand, dass es da eines gewaltigen Überblickes bedarf, den man unter Anlegen eines universellen Blickwinkels zu gewinnen sucht.

    Ein Weltbild drückt den augenblicklichen Zustand des kollektiven und individuellen Bewusstseins aus. Es ist dem Wandel unterworfen, weil es sich in Versuch und Irrtum dem anzunähern trachtet, was wir als „Wahrheit“ bezeichnen.

    Wenn sich Weltbilder nicht mehr aufrecht erhalten lassen und zusammenbrechen, dann sind besonders die Menschen gefragt, die ein neues entwerfen können, welches das alte integriert und erweitert.

    In einer solche Situation sind wir wieder einmal.

    • @Walter

      Ja,
      „Weltbilder suchen immer spezielle Wissensgebiete zusammenzufassen und zu einem Ganzen zu vereinen. Es liegt auf der Hand, dass es da eines gewaltigen Überblickes bedarf, den man unter Anlegen eines universellen Blickwinkels zu gewinnen sucht.“ Zitatende W.

      Und wir wissen um die Leistung der Frühmoderne/ Renaissance, etwa eines Athanasius Kircher. Etwas Ähnliches steht heute wieder an und ich denke nicht, dass es unmöglich ist, ein neues, konvergentes Weltbild zu erreichen. In allen Detailproblemen wiederholen sich heute die großen Struktur- und Methodenfragen, allerdings in einer ‚übersystemischer‘ Präsenz!
      Das ist die wirklich neue Herausforderung. Statische Modellsysteme grenzen dann nur noch aus, was unterhalb dieses ‚Wirkzusammenhanges‘ fassbar und technisch verfügbar ist.

      Die Sichtweise muss dann(!) revolutioniert (= umgewendet) werden. Komplexitätskonvergierende transzendentale Bestimmungen sind uns kulturell als Hilfsmittel zur Verfügung gestellt, dank der Spätaufklärung/ Klassik! Das ist ein Trost und zugleich eine herbe Absage an alle Versimpelungs- und künstlichen Reduktionsversuche(r).

      Der notwendige (faustische) Durchgang durch die höchstdenkbare Komplexität (eine modern erweiterte Henologie-2.0) ist da erforderlich.

      Sie vereinfacht nicht, sondern ‚vermittelt‘ die extreme, in der Welt agierende, Hyperkomplexität. Es gibt keinen Wissens- und Anwendungsbereich, der nicht die gleiche Problemlage aufweist, nämlich zunehmende, ja inflationierende, Hyperkomplexität, ob Zelle oder Higgsteilchen, Verhaltensmathematik oder Ernährungswissenschaft, alles läuft auf eine ‚stupende‘ Komplexlage hinaus. Sie ist aber eine riesige Chance, denn auch das ‚Wunder des selbstbestimmenden Denkens‘ fußt auf dieser Superwelt (der Vermittlung, nicht Verursachung!), die das 19. Jahrhundert ja nichtmals geahnt hatte. –

      Sie grüßend

      • Conrath // 3. Juli 2017 um 11:44 //

        Fehlerkorrektur

        „In allen Detailproblemen wiederholen sich heute die großen Struktur- und Methodenfragen, allerdings in einer ‚übersystemischen‘ Präsenz!“ Selbstzitatende C.

    • Sicherlich nur weil Albert Einstein dort gearbeitet hatte, ist ein Ausspruch des Leiters des Münchner Patentamtes erhalten geblieben: ‚Eigentlich könnten wir unseren Laden zumachen. Alles, was erfunden werden kann, ist bereits erfunden und patentiert.‘ Das war ungefähr 1912. Bevor zwei Weltkriege eine Unmenge weiterer Erfindungen freisetzten. Trotzdem scheinen sich manche Leute für ein geschlossenes Weltbild noch immer nicht zu schade zu sein. Ein geschlossenes Weltbild ist immer ein lächerliches. Ein unwissenschaftliches sowieso. Wissenschaft ist schließlich das, was ständig neues Wissen schafft. Daher der Name. Wer sein Weltbild nicht beständig offen für neue Erkenntnisse hält, der hat ein vorwissenschaftliches Weltbild von der Qualität dessen der erwähnten südafrikanischen Buschmänner. Wer in einem Industrieland lebt und sozialisiert wurde, der sollte es wirklich besser wissen!
      Ranma

  18. Wenn den Buschleuten Hobby-Astronomen begegnen, welche gerade eine totale Sonnenfinsternis beobachten wollen, wird der eine oder andere villeicht erfahren, dass Sterne Sonnen sind und keine wärmenden Feuer anderer Sippen. In diesem Moment fällt der Mensch aus seinem Weltbild heraus und die Welt wird wieder fremd. Die sich dann einstellende innere Leere bezeichnet einen notwendigen Paradigmen- und Kontextwechsel, wenn man mit dem alten Weltbild nicht mehr weiterkommt und an seine Grenzen stößt.

    Grenzen der Bewusstseins und der Entwicklung!

    Behauptet sei, dass wir an einer solchen Grenze oder Wand stehen, obwohl das nur von wenigen wahrgenommen werden dürfte. Nämlich von solchen mit einer Bildung im Sinne Humboldts.

    Nun wird es thematisch eigentlich erst richtig spannend…

  19. Die Grenzen unseres Bewusstseins sind die Grenzen unserer Entwicklung.
    Und die haben wir erreicht.

    • @Walter

      Über Grenzen des Bewusstseinslässt sich trefflich streiten. Und immer wieder musste alles neu durchdacht werden. Der letzte große Versuch, absolute Grenzen zu statuieren, kam von du Bois-Reymond:

      „Ignoramus et ignorabimus (lat. „Wir wissen es nicht und wir werden es niemals wissen“) ist ein Ausspruch des Physiologen Emil Heinrich Du Bois-Reymond, der als Ausdruck der Skepsis gegenüber den Erklärungsansprüchen der Naturwissenschaften bekannt geworden ist. Das vollständige Zitat lautet: „Gegenüber den Rätseln der Körperwelt ist der Naturforscher längst gewöhnt, mit männlicher Entsagung sein ‚Ignoramus‘ auszusprechen. Im Rückblick auf die durchlaufene siegreiche Bahn trägt ihn dabei das stille Bewußtsein, daß, wo er jetzt nicht weiß, er wenigstens unter Umständen wissen könnte, und dereinst vielleicht wissen wird. Gegenüber dem Rätsel aber, was Materie und Kraft seien, und wie sie zu denken vermögen, muß er ein für allemal zu dem viel schwerer abzugebenden Wahrspruch sich entschließen: ‚Ignorabimus‘.“ Zitiert n. Wiki-Halbblödia

      Später gab es das nochmals zwischen Hilbert und Gödel sehr prominenten Streit über den Widerspruch in allen Systemen und danach nur noch hier und dort, vereinzelt, bei vertrackten Problemen, etwa dem sog. ‚Anhalteproblem‘ der Turing-Programmierung oder der ‚KI-Frage‘ und dem ‚Chinesischen Zimmer‘. Skepsis ist zwar hilfreich, behält aber nicht immer das letzte Wort. –

      MAn sind wir noch weit davon entfernt ein genetisches Wissen und Modellkonzept von Bewusstsein zu haben. Der letzte Forschungsstrang liegt bei den Neo-Husselianern, zurzeit! Die Neurologen blähen zwar ihre Backen, treten aber modelltheoretisch auf der Stelle. Aber eine Grenze ist es nicht, eher eine Zwischenstation. Das Gehirn ist in allen ausgereiften Theorieansätzen außen vor, hat lediglich eine biologisch-physiologische ‚Relaisfunktion‘ ist nur uneigentlicher oder Pseudoakteur. Deswegen können Spekulationen zur Rechner- oder Speicherleistung der physiologischen Kognitionsleistung des Menschen auch herzlich wenig dazu beitragen und die immer exaktere Quantenmechanik mit ihren neuen Feldansätzen ist auch noch längst nicht am Ende, beginnt im Grunde erst seit ca. 15 Jahren auch den makroskopischen Bereich experimentell zu erschließen (> wandernder Öltropfen,…).

      Alle Grenzbefürworter und Behaupter wurden bisher enttäuscht, denken Sie an die Experten und Bedenkenträger, die ihr Votum gegen die Eisenbahn abgaben, weil alles über Kutschentempo das Atmen der Passagiere und ihre Nerven gefährdet. Nun ja, man kann jetzt sagen, die ahnten wohl schon, was einmal in Peking passieren wird, wenn alle Autofahren und Gewerbetreibenden und dazu Löswind transportiert wird und Mittags das Licht eingeschaltet werden muss.

      In diesen Grenzdiskussion können Parallelen zu den vielen Untergangsprophezeiungen entdeckt werden, die auch ständige Aktualisierung erfordern.

      Und Sie sind dann Ihrem Pessimismus treu geblieben, das ist doch auch etwas!

      • waltomax // 4. Juli 2017 um 12:09 //

        Sehen Sie es „provokativ“.

        Es geht nicht um eine absolute Verneinung zukünftiger Entwicklung, sondern um die Frage der -momentanen- Grenzen unseres Bewusstseins. Eine Erweiterung besteht natürlich in der „Setzung“ eines weiteren Entwicklungshorizontes. Die Frage nach dem Aufbruch zu neuen Ufern setzt die Erkenntnis voraus, zu einem solchen aufbrechen zu müssen, wenn es weitergehen soll. Dabei sollte man das neue Ufer zumindest vage erkennen. Doch wie verhält es sich, wenn die Erkenntnisse, die mit dem Aufbruch zu den neuen Ufern gewinnen kann, eben genau von diesen Setzungen abhängen?

        Wie schon als Beispiel bemüht, will ein Buschmann die Sterne als die Feuer anderer Sippen sehen, weil er in dieser Welt daheim sein möchte. Er glaubt, die Sterne als Lagerfeuer erkannt zu haben. Diese Setzung reicht für seine Lebensweise und Tradition.

        Aber nun erfährt er, dass Sterne Sonnen sind, was sein Weltbild zusammenbrechen läßt, weil die Zivilisation, mit der er in Kontakt gekommen ist, seinen Lebensraum bedroht. Er muss sich völlig neuen Bedingungen anpassen und seine Lebensweise ändern, denn die Welt wird wieder fremd. Das alte Weltbild hat sich erschöpft. Hält er daran fest, wird er sich nicht weiterentwickeln können und muss verschwinden.

        Diese Analogie für unsere Zivilisation zu vrfolgen, ist nicht einfach. Wir merken, dass wir stagnieren und nicht mehr recht weiterkommen. Das ist aber die Voraussetzung für einen Neuaufbruch, den man eben nicht starten kann, wenn man seine Notwendigkeit verdrängt.

        Das Thema war die universale Bildung eines Herrn v. Humboldt als Voraussetzung für eine Revision des bisher Erkannten und Erfahrenen.

        Eine solche Revision, die für den Buschmann noch einfacher erscheint, ist heute fast unmöglich, angesichts der hohen Spezialisierungen in den einzelnen Wissenschaftsfeldern. Man kann oft nicht einmal mehr miteinander kommunizieren, weil das Fachjargon schon Sprachbarrieren bildet.

        So manch ehrliche Physiker teilt angesichts dunkler Materie und Energie die Frustration des Buschmannes, mit seinen Welt – Modellen
        wesentliche Befunde aus der Natur nicht mehr deuten zu können.

        Dann wird die Welt wieder fremd und es setzt das Tasten ein, welche Richtung man nun einschlagen soll, um einen neuen Pfad zur Erkenntnis zu entdecken.

      • Conrath // 4. Juli 2017 um 12:35 //

        Lieber Walter,

        (R. war aber streng, na ja, ist er manchmal, notgedrungen.)

        „Doch wie verhält es sich, wenn die Erkenntnisse, die mit dem Aufbruch zu den neuen Ufern gewinnen kann, eben genau von diesen Setzungen abhängen?“ Zitatende W.

        Darum geht es ja. Wenn eine gründliche Untersuchung ergibt, dass wir mit unzureichenden Prämissen unterwegs sind, dann liegen die Grenzen eben genau in unseren falschen Annahmen. Und die Redlichkeit muss jeder ‚Erkenntnisinteressierte‘ schon selbst aufbringen, ob er seinen Prämissen trauen kann. Meistens bauen wir da auf Sand der früheren Generationen. Und als erkenntnistheoretischer Geheimtipp, man kann sogar die methodischen Prämissen ex post angleichen, das nennt der verzweigte Jacobi-Schüler, C.S. Peirce, Abduktion, eine dritte Schlussweise, die von ihm expliziert, nicht erfunden wurde.

        Ansonsten, lieber Walter, den Pessimist kann nur der Optimist mit Humor ertragen und umgekehrt. Beide entfalten dann jeweils ganz unterschiedliche Humorformen. –

        (Und zu R., seine Zuverlässigkeit und Expertise liegt nicht im Bereich der Philosophie, dafür im Bereich strategischer Analyse von Wirtschaft, Militär und konkreter Bündnis- und Tagespolitik. Seine Vorhersagen sprechen alle für Ihn und er weist oft Quertreibern die Forentüre. Machen Sie einen neuen, freundlichen Anlauf, da ist er nicht nachtragend und Pauschalzuordnungen mag er nicht, was ich sehr gut nachvollziehen kann.)

    • Da kannst du selbstverständlich nur für dich selbst sprechen. Ich bin jedenfalls offen für Neues und habe nicht vor, das wegen der Vorurteile anderer Leute zu ändern. Darüber hinaus bin ich mir sicher, daß es noch viel mehr Leuten in diesem Punkt so geht wie mir.
      Ranma

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