Der heiße Draht der Propaganda

Bundesarchiv, B 145 Bild-F079071-0007 / CC-BY-SA 3.0 [CC BY-SA 3.0 de (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en)], via Wikimedia Commons; https://commons.wikimedia.org/wiki/File%3ABundesarchiv_B_145_Bild-F079071-0007%2C_Bonn%2C_Nachrichtenagentur_Reuters.jpg Bundesarchiv, B 145 Bild-F079071-0007 / CC-BY-SA 3.0 [CC BY-SA 3.0 de (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en)], via Wikimedia Commons; https://commons.wikimedia.org/wiki/File%3ABundesarchiv_B_145_Bild-F079071-0007%2C_Bonn%2C_Nachrichtenagentur_Reuters.jpg
Regierungen, Militärs und Geheimdienste speisen Informationen in ein ausgeklügeltes Propaganda-System. Darin spielen Nachrichtenagenturen eine zentrale Rolle.

 

„Die Nachrichtenagenturen sind die ´AktualiTäter`,
sind die wichtigsten Stofflieferanten der Massenmedien.
Wir erfahren vor allem das, was sie ausgewählt haben.“
Roger Blum[1]

 

Das obige Zitat bezeichnet die zentrale Stellung der Nachrichten- und Presseagenturen in der medialen Bewusstseinsindustrie, das der österreichische Medienmanager Wolfgang Vyslozil treffend auch so beschreibt: „Nachrichtenagenturen stehen selten im Blickpunkt des öffentlichen Interesses. Dennoch sind sie eine der einflussreichsten und gleichzeitig eine der am wenigsten bekannten Mediengattungen. Sie sind Schlüsselinstitutionen mit substanzieller Bedeutung für jedes Mediensystem. Sie sind das unsichtbare Nervenzentrum, das alle Teile dieses Systems verbindet.“ [2]

Diese Agenturen bieten Nachrichten über aktuelle Ereignisse als vorgefertigte Meldungen in Text, Audio- oder Filmmaterial, sowie in Form von Bildern an. Sie bestimmen wesentlich, was in den Medien weiterverbreitet wird und das Bewusstsein der Menschen erfüllen und beeinflussen soll.

Sie sind den Leuten weitgehend unbekannt, da Radio und Fernsehen ihre Quellen in der Regel nicht nennen, und die Quellenangaben in den Zeitungen nur aus einem in Klammern gesetzten Kürzel bestehen, das nur Spezialisten entziffern können. Die meisten Nachrichten und Beiträge sind von den Medien nicht selbst recherchiert, oft noch nicht mal selbst formuliert, sondern von den immer gleichen Nachrichtenagenturen bezogen. Das stellen sie nicht gerne groß heraus. Aber bei einem Vergleich fällt auf, dass viele Meldungen in vielen Zeitungen bis in die Formulierungen vielfach den gleichen oder ähnlichen Wortlaut haben.

Eine „frappierende Gleichartigkeit“

So listete Swiss Propaganda Research in einer wichtigen Studie von 2016 u. a. folgende inhaltliche und sprachliche Ähnlichkeiten aus Meldungen internationaler Zeitungen auf:

„Binnen weniger Stunden in Syrien. Putin droht mit neuem Militäreinsatz“
„Putin droht mit neuen Militäraktionen“
„Putin droht mit neuem Syrien-Einsatz binnen Stunden“
„ Putin droht nach Teilabzug aus Syrien mit weiteren Militäraktionen“
„Putin droht mit schneller Rückkehr“

„Nato besorgt über russische Aufrüstung auf der Krim“
„Atomwaffen auf der Krim? Nato besorgt über Truppenaufmarsch“
„Nato besorgt über Konzentration Russischer Truppen auf Krim“
„NATO concern over Russian planes in Crimea“
„NATO concerned over Russian forces in Crimea“
„Moscou déploie des missiles en Crimée, l`Otan très inquète“[3]

Volker Bräutigam, der zehn Jahre für die Tagesschau der ARD gearbeitet hat, beschrieb die dortige Praxis so: „Ein grundsätzliches Problem liegt darin, dass (die Nachrichtenredaktion) ARD-aktuell ihre Informationen hauptsächlich aus drei Quellen bezieht: den Nachrichtenagenturen DPA/AP, Reuters und AFP. … Der ein Nachrichtenthema bearbeitende Redakteur kann gerade noch einige wenige für wesentlich erachtete Textpassagen auf dem Schirm auswählen, sie neu zusammenstellen und mit ein paar Schnörkeln zusammenkleben.“ [4]

Das Forschungsinstitut für Öffentlichkeit und Gesellschaft der Universität Zürich kam in einer Studie von 2011 unter anderem zu folgendem Ergebnis über die Arbeit in Schweizer Redaktionen:

„Agenturbeiträge werden integral (im Zusammenhang) verwertet, ohne sie zu kennzeichnen, oder sie werden partiell umgeschrieben, um sie als redaktionelle Eigenleistung erscheinen zu lassen. Zudem herrscht eine Praxis vor, Agenturmeldungen mit wenig Aufwand ´aufzupeppen`; hierzu werden etwa Visualisierungstechniken eingesetzt: Ungezeichnete Agenturmeldungen werden mit Bildern und Grafiken angereichert und als umfangreiche Berichte dargeboten.“ [5]
Swiss Propaganda Research fasst zusammen: „Tatsächlich stammen nicht nur die Texte, sondern auch die Bilder, Ton- und Videoaufnahmen, denen man in unseren Medien Tag für Tag begegnet, zumeist von denselben Agenturen. Was für das uneingeweihte Publikum wie ein Beitrag der lokalen Zeitung, des bevorzugten Radiosenders oder der vertrauten Tagesschau aussieht, sind in Wirklichkeit (übersetzte) Meldungen aus New York, London, Paris und Berlin. …
Im Endeffekt entsteht durch diese Abhängigkeit von den globalen Agenturen eine frappierende Gleichartigkeit in der internationalen Berichterstattung: Von Wien bis Washington berichten unsere Medien oftmals über dieselben Themen und verwenden dabei sogar vielfach dieselben Formulierungen – ein Phänomen, das man sonst eher mit ´gelenkten Medien` in autoritären Staaten in Verbindung bringen würde.“ (s. Anm. 4)

Wer sind diese Agenturen?

Weltweit gibt es zurzeit über 180 Nachrichtenagenturen, von denen die meisten nur die Medien ihres eigenen Landes beliefern. Von größter Bedeutung sind die drei global agierenden Agenturen:

1. Die amerikanische Associated Press (AP)mit weltweit über 4000 Mitarbeitern. Die AP gehört US-Medienunternehmen und hat ihre Hauptredaktion in New York. AP-Nachrichten werden von rund 12.000 Medien genutzt und erreichen dadurch täglich mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung.
2. Die quasi-staatliche französische Agence France-Presse (AFP) mit Sitz in Paris und ebenfalls rund 4.000 Mitarbeitern. Die AFP versendet pro Tag über 3.000 Meldungen und 2.500 Fotos an Medien in aller Welt.
3. Die britische Reuters in London, die privatwirtschaftlich organisiert ist und etwas über 3.000 Mitarbeiter beschäftigt. Reuters wurde 2008 vom kanadischen Medienunternehmer Thomson – einer der 25 reichsten Menschen der Welt – gekauft und zu Thomson-Reuters mit Sitz in New York fusioniert.“ (s. Anm. 5)

Im deutschsprachigen Raum ist die Deutsche Presse-Agentur (dpa) führend, „die als semiglobale Agentur über rund 1.000 journalistische Mitarbeiter in circa hundert Ländern verfügt. Die dpa ist im Besitz von deutschen Medienverlagen und Rundfunkanstalten und hat ihre Hauptredaktion seit 2010 im Axel-Springer-Haus in Berlin.“ (s. Anm. 5) Daneben gibt es die Austria Presse Agentur (APA) mit rund 165 Redakteuren, im Besitz von österreichischen Tageszeitungen und des ORF, sowie die Schweizerische Depeschenagentur (SDA) mit rund 150 Mitarbeitern, im Besitz von Schweizer Medienverlagen und des SRF.

„Die SDA und APA verfügen über kein eigenes Korrespondentennetz im Ausland. Stattdessen kooperieren sie mit der DPA und den globalen Agenturen, um Zugang zu den internationalen Nachrichten zu erhalten. … Die dpa kooperiert ihrerseits eng mit der amerikanischen AP und besitzt die Lizenz zur Vermarktung der AP-Dienste im deutschsprachigen Raum.“[6]

Der Geist der Deutschen Presse-Agentur

Nach dem Zweiten Weltkrieg waren die deutschen Zeitungen auf die Nachrichtenagenturen der Alliierten angewiesen, die in jeder Besatzungsmacht eine je eigene Nachrichtenagentur gegründet hatten. In der britischen Besatzungszone war dies der „German News Service, der 1947 in den Deutschen Pressedienst (dpd) umgewandelt wurde. Die deutschen Nachrichten wurden von Hamburg aus per Telegrafen nach London gesendet und von dort aus in die britische Besatzungszone per Funk weitergeleitet. Die Franzosen gründeten in Baden-Baden die Rheinische Nachrichtenagentur (Rheina), an der neben der französischen Militärregierung auch die Zeitungsverleger der französischen Besatzungszone Mitbesitzer waren. Die Agentur wurde später zur Süddeutschen Nachrichtenagentur (Südena) umgewandelt.
In der amerikanischen Besatzungszone hieß die Agentur zunächst Deutsche Allgemeine Nachrichtenagentur (DANA), dann Deutsche Nachrichtenagentur (DENA). Sie hatte ihren Sitz in Bad Nauheim. Hier wurden neben den Tätigkeiten einer Nachrichtenagentur auch junge deutsche Journalisten ausgebildet. 1949 wurde aus dem Zusammenschluss der DENA, des dpd und der Südena die dpa gegründet.
In der sowjetischen Besatzungszone wurde zunächst das Sowjetische Nachrichtenbüro (SNB) gegründet. Sein Nachfolger wurde der Allgemeine Deutsche Nachrichtendienst (ADN), die einzige und zugleich politisch abhängige Nachrichtenagentur der DDR.“[7]

Wir sehen, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) aus alliierten Vorläufern herausgewachsen und nach sorgfältiger Schulung in die betreute Freiheit entlassen worden ist. Ihre enge Zusammenarbeit mit der amerikanischen Associated Press (ap) spricht für sich. Dass nur die ADN in der DDR eine politisch abhängige Nachrichtenagentur gewesen sei, wie Wikipedia meint, ist daher eine Mär. Das Zusammenspiel von deutscher Politik und Medien und insbesondere die Ausrichtung beider auf die Unterstützung und Propaganda der USA- und NATO-Politik findet im Westen nur versteckter statt, wird aber im Internet immer mehr ans Licht gehoben.[8]

Gezielte Einflussnahme

Die globalen Agenturen beziehen ihr Nachrichten-Material zum einen von dem großen Netz ihrer Korrespondenten in aller Welt, aus dem in den Redaktionen nach Gesichtspunkten der Political Correctness ausgewählt wird, was die Medien-Konsumenten wissen und ihr Bewusstsein beschäftigen soll. Zum anderen leiten die Herrschenden vielfach direkt eigene Inhalte in die Agenturen ein. Zu den aktivsten Akteuren im „Einschleusen“ von fragwürdigen geopolitischen Nachrichten gehören dabei die Militärs und Verteidigungsministerien, oft in einer Art und Weise, die selbst folgsamen Agentur-Journalisten zu viel wird. So erhob im Februar 2009 der damalige Chef der Nachrichtenagentur Associated Press (AP), Tom Curley, schwere Vorwürfe gegen den US-Präsidenten George W. Bush und kritisierte insbesondere den Ausbau des Pentagon zu einer „weltweit agierenden Propagandamaschine“. Er machte publik,

„dass beispielsweise das Pentagon über mehr als 27.000 PR-Spezialisten verfügt, die mit einem Budget von fast fünf Milliarden Dollar pro Jahr die Medien bearbeiten und gezielt Manipulationen in Umlauf bringen. Zudem hätten hohe US-Generäle gedroht, dass man die AP und ihn `ruinieren` werde, falls die Reporter allzu kritisch über das US-Militär berichten sollten.“ [9]
„In einer Rede, die Curley anlässlich einer Preisverleihung an der Universität von Kansas hielt, warf der Nachrichtenagenturchef der Regierung unter Präsident Bush vor, dass sie Hunderte von Menschen, darunter Journalisten, der Menschenrechte beraubt habe. Als Beispiel zitierte er einen AP-Fotografen, der im Irak länger als zwei Jahre vom amerikanischen Militär festgehalten wurde, bis ein irakisches Gericht seine Freilassung wegen mangelnder Beweise verlangte. Seit 2003 seien insgesamt 11 AP-Journalisten länger als einen Tag im Irak festgehalten worden. Im letzten Jahr wurden 8 Angestellte länger als 48 Stunden festgehalten.“[10]

Dem Militär steht natürlich der Geheimdienst an Einflussnahme nicht nach. In einer Reportage des britischen Channel 4 im Jahre 2011 sprachen ehemalige Mitarbeiter der CIA und der Agentur Reuters offen über die systematische Verbreitung von Propaganda und Desinformation in der Berichterstattung zu geopolitischen Konflikten:

Der ehemalige CIA-Offizier und Whistleblower John Stockwell zu seiner Arbeit im Angola-Krieg:

„Das grundsätzliche Ziel war, es wie eine gegnerische Aggression in Angola aussehen zu lassen. In diesem Sinne schrieben wir irgendwelche Geschichten und brachten sie in den Medien unter. () Ein Drittel meines Teams in dieser Mission waren PR-Experten, deren Aufgabe es war, Nachrichten zu erfinden und sie in der Presse zu platzieren. () Die Redakteure in den meisten westlichen Zeitungen sind nicht allzu skeptisch bei Meldungen, die den allgemeinen Ansichten und Vorurteilen entsprechen. () Einige unserer Geschichten liefen während Wochen. Aber es war alles erfunden.“

Fred Bridgland blickte auf seine Tätigkeit als Kriegskorrespondent bei der Agentur Reuters zurück:

„Wir basierten unsere Berichte auf offiziellen Mitteilungen. Erst Jahre später erfuhr ich, dass in der US-Botschaft ein Desinformations-Experte der CIA saß und diese Mitteilungen erfand, die überhaupt keinen Bezug zur Realität hatten. () Aber ehrlich gesagt, die Agenturen können irgendeinen Mist publizieren und es wird von den Redaktionen dennoch aufgenommen.“

Und der ehemalige CIA-Analyst David MacMichael beschrieb seine Arbeit im Contra-Krieg in Nicaragua mit diesen Worten:

„Man sagte, unser Geheimdienstwissen über Nicaragua sei so gut, dass wir sogar das Spülen einer Toilette registrieren können. Ich hatte aber eher das Gefühl, dass die Geschichten, die wir der Presse zuspielten, direkt aus der Toilette kamen.“[11]

Auch Ulrich Tilgner, langjähriger Nahost-Korrespondent des ZDF und des Schweizer Fernsehens, warnte 2003 im Rückblick auf den Irakkrieg:

„Mit Hilfe der Medien bestimmen die Militärs die öffentliche Wahrnehmung und nutzen sie für ihre Planungen. Sie schaffen es, Erwartungen zu wecken und Szenarien und Täuschungen zu verbreiten. In dieser neuen Art von Krieg erfüllen die PR-Strategen der US-Administration eine ähnliche Funktion wie sonst die Bomberpiloten. Die Spezial-Abteilungen für Öffentlichkeitsarbeit im Pentagon und in den Geheimdiensten sind zu Kombattanten im Informationskrieg geworden. (…) Dabei nutzen die amerikanischen Militärs die mangelnde Transparenz der Berichterstattung in den Medien gezielt für ihre Täuschungsmanöver. Die von ihnen gestreuten Informationen, die von Zeitungen und Rundfunk aufgenommen und verbreitet werden, können Leser, Zuhörer oder Zuschauer unmöglich bis zur Quelle zurückverfolgen. Somit gelingt es ihnen nicht, die ursprüngliche Absicht der Militärs zu erkennen.“ (s. Anm. 11)

Die Geheimdienste verfügen natürlich auch über zahlreiche direkte Kontakte zu den Medien, denen bei Bedarf „Informationen“ zugespielt werden können. Doch ohne die zentrale Rolle der globalen Agenturen wäre die weltweit synchronisierte Verbreitung von Propaganda und Desinformation so effizient nicht realisierbar.

„Durch diesen medialen Propaganda-Multiplikator erreichen die zweifelhaften Botschaften der PR-Experten von Regierungen, Militärs und Geheimdiensten mehr oder weniger ungeprüft und ungefiltert die breite Öffentlichkeit. Die Journalisten beziehen sich dabei auf die Agenturen, und die Agenturen berufen sich auf ihre Quellen. Zwar wird oft versucht, mit Ausdrücken wie ,offenbar’, ,angeblich’ und dergleichen auf Unsicherheiten hinzuweisen (und sich selbst ab-zusichern) – doch da ist das Gerücht längst in die Welt gesetzt und entfaltet seine Wirkung.“ ( s. Anm.3, S. 11)

Doch die globalen Agenturen haben nicht nur – ob immer gewollt oder nicht – ein enges Verhältnis zu den Herrschenden, sondern manchmal sind sie auch in zukünftige Ereignisse eingeweiht. So las am 11.9.2001 kurz nach 17.00 Uhr die BBC-Reporterin Jane Standley vom Teleprompter eine Meldung der Agentur Reuters ab, dass nach den Zwillingstürmen auch das „Salomon Brothers Building“ (das 42 Stockwerke hohe WTC-Building Nr. 7) eingestürzt sei, obwohl dieses noch im Hintergrund zu sehen war und erst später, um 17.20 Uhr, in harmonischem freien Fall in sich zusammenfiel.[12]

Die Rolle der Medien-Korrespondenten

Der größte Teil der Medien muss sich für die Auslandsnachrichten völlig auf die globalen Agenturen verlassen. Nur die großen Tageszeitungen und die Rundfunk- und Fernsehanstalten haben noch eigene internationale Korrespondenten, deren Zahl aber gegen die der Agenturen gering ist. Die für internationale Berichterstattung bekannte Neue Züricher Zeitung (NNZ) unterhält (einschließlich der Wirtschaftskorrespondenten) gerade 35 Auslandskorrespondenten.

„In riesigen Ländern wie China oder Indien ist lediglich ein Korrespondent stationiert, ganz Südamerika wird von nur zwei Journalisten abgedeckt, während im noch größeren Afrika gar niemand fest vor Ort ist. Auch in Kriegsgebiete wagen sich die Korrespondenten nur selten vor. Über den Syrienkrieg berichten die Journalisten der deutschsprachigen Medien beispielsweise aus Städten wie Istanbul, Beirut, Kairo oder gar aus Zypern.“ (Anm. 3, S. 6/7)

Wie erfahren aber die Korrespondenten, welche Nachrichten in der Weltregion, in der sie sich befinden, gerade aktuell sind? Natürlich von den globalen Agenturen. Der holländische Nahost-Korrespondent Joris Luyendijk hat in seinem Buch „Von Bildern und Lügen in Zeiten des Krieges: Aus dem Leben eines Kriegsberichterstatters“ die Arbeitsweise von Korrespondenten und ihre Abhängigkeit von den Weltagenturen eindrücklich beschrieben:

„Ich hatte mir einen Korrespondenten immer als eine Art Echtzeit-Historiker vorgestellt. Wenn irgendwo etwas Wichtiges geschah, zog er los, ging der Sache auf den Grund und berichtete darüber. Aber ich zog nicht los, um irgendeiner Sache auf den Grund zu gehen. Das hatten andere längst erledigt. Ich zog nur los, um mich als Moderator an einen Originalschauplatz hinzustellen und die Informationen aufzusagen. ()
Die Redaktion in Holland meldete telefonisch, dass irgendwo etwas los war. Per Fax oder Mail kamen dann Agenturberichte, die ich im Radio mit meinen eigenen Worten nacherzählte und für die Zeitung zu einem Artikel zusammenschrieb. Es war den Redaktionen stets wichtiger, dass ich vor Ort erreichbar war, als dass ich im Bilde war. Die Presseagenturen lieferten genug Informationen, um sich durch jede Krise durchzuboxen. ()
Und so kommt es, dass man beim Blättern in Zeitungen und beim Zappen durch die Fernsehnachrichten häufig immer wieder den gleichen Bildern und Geschichten begegnet. Unsere Männer und Frauen in London, Paris, Berlin und Washington  – alle fanden, dass oft die falschen Themen die Nachrichten beherrschten und dass wir uns allzu sehr und allzu sklavisch nach den Vorgaben der Presseagenturen richteten. ()
Die Vorstellung vom Korrespondenten ist, dass er »die Story« hat, aber in Wirklichkeit sind die Nachrichten wie ein Fließband in der Brotfabrik. Am hinteren Ende stehen die Korrespondenten, und wir tun hin und wieder so, als hätten wir die Brötchen selber gebacken, dabei haben wir sie nur eingetütet. ()
Später wollte ein Freund einmal wissen, wie ich während der ganzen Interviews mit dem Sender immer ohne zu zögern die richtige Antwort auf alle Fragen wusste. Als ich ihm schrieb, dass die Fragen genau wie in den Fernsehnachrichten vorher abgesprochen werden, bekam ich eine E-Mail voller Verwünschungen zurück, denn meinem Freund dämmerte, was ich bereits früher erkennen musste: Jahrzehntelang war er in den Nachrichten auf Schauspieler hereingefallen.“ (Anm. 3, S.6/7)

Der typische Medien-Korrespondent kann also im Allgemeinen kaum eigenständige Recherche betreiben, sondern ist auch dort von den globalen Agenturen abhängig, deren vorgegebene Themen er zumeist nur bearbeitet und verstärkt – der berüchtigte „Mainstream-Effekt“. Und wenn einer versucht, selbstständig zu recherchieren und zu berichten, macht er folgende Erfahrungen: Nahost-Korrespondent Luyendijk:

„Immer wenn ich an den Presseagenturen, den großen angelsächsischen Medien und den talking heads (westliche Gesprächspartner und NGOs in arabischen Ländern) vorbei eine Reportage machen wollte, ging das daneben. () Offenbar konnte ich als Korrespondent ganz verschiedene Geschichten über ein und dieselbe Situation erzählen. Doch die Medien konnten nur eine davon bringen, und oft genug war das genau diejenige Geschichte, die das bereits vorherrschende Bild bestätigte.“ (Anm. 3, S. 13)

Als ein ARD-Korrespondent im libanesischen Bürgerkrieg über die mit eigenen Augen beobachtete materielle Unterstützung einer Miliz durch ein Nachbarland berichtete, kontaktierte der damalige Intendant der ARD wegen dieses nicht opportunen Beitrages sogleich den Chefredakteur, der dem betroffenen Journalisten umgehend einen Wechsel nach Südafrika nahelegte.

Der langjährige Nahost-und Afghanistan-Korrespondent Ulrich Tilgner verließ das ZDF, weil er aufgrund von „Bündnisrücksichten“ und „Eingriffen in seine Arbeit“ nicht mehr frei berichten konnte: „[Früher] wollte man wissen: Was haben die Leute vor Ort zu sagen? Heute werden Beiträge nur zu oft in den Redaktionen zusammengebaut und der Sendeablauf wird designed“.

Auch die langjährige Nahost-Korrespondentin Karin Leukefeld machte die Erfahrung, dass ihre

Reportagen aus Syrien von deutschen Redaktionen plötzlich nicht mehr angenommen wurden. Man beschied ihr, sie müsse sich an die „einschlägigen Agenturmeldungen“ halten.

Fazit

Die Medien der Welt sind weitgehend von den nationalen und globalen Nachrichtenagenturen abhängig, wodurch eine frappierende Gleichartigkeit in der internationalen Berichterstattung entsteht. Die Nachrichtenagenturen wiederum arbeiten an den kurzen oder langen Fäden der Herrschenden. Der ehemalige AP-Journalist Herbert Altschull bezeichnete daher das Folgende als das Erste Gesetz des Journalismus:

„In allen Pressesystemen sind die Nachrichtenmedien Instrumente derer, die die politische und wirtschaftliche Macht ausüben. Zeitungen, Zeitschriften, Radio -und Fernsehsender handeln also nicht unabhängig, obwohl sie die Möglichkeit unabhängiger Machtausübung besitzen.“ (Anm. 3, S. 14)

Zudem sind unsere führenden Medien bzw. deren Schlüsselpersonen oftmals selbst in die Netzwerke der transatlantischen Elite eingebunden.(Anm. 8)

Anmerkungen

[1] Roger Blum et al. (Hrsg.): Die AktualiTäter. Nachrichtenagenturen in der Schweiz, Bern, 1995

[2] zitiert nach Wikipedia – Nachrichten- und Presseagentur

[3] https://swisspropaganda.files.wordpress.com/2017/01/studie-der-propaganda-multiplikator-2016-ms.pdf, S. 4, 6; siehe auch ExpressZeitung 4.2.2017

[4] a.a.O., S. 5

[5] a.a.O., S. 2

[6] a.a.O., S.3

[7] Wikipedia – Nachrichten- und Presseagentur

[8] Vergl. GEOLITICO: „Herrschaft und Indoktrination

[9] Vgl. Anm. 3, S. 9

[10] https://www.heise.de/newsticker/meldung/USA-AP-Chef-beklagt-den-Druck-des-Militaers-auf-unabhaengige-Berichterstatter-206637.html

[11] zitiert nach Anm.3, S. 10

[12] https://www.matrixwissen.de/index.php?option=com_content&view=article&id=101:introductory-summary-on-911&catid=57:911&Itemid=90&lang=de

Über Herbert Ludwig

Herbert Ludwig war viele Jahre Lehrer an einer Freien Waldorfschule. Er befasst sich schwerpunktmäßig mit den inneren und äußeren Bedingungen der Entwicklung des Menschen zur Freiheit und mit den Hintergründen der „europäischen Integrationsbewegung“, woraus seine Schrift „EU oder Europa?“ und Artikel auf seiner Webseite hervorgegangen sind Kontakt: Webseite | Weitere Artikel

56 Kommentare zu Der heiße Draht der Propaganda

  1. Da kann ich auch etwas dazu beitragen!

    PRESSESCHAU VOM 13.11.2015 UM 20.00 UHR

    Ergänzt am 15.11.2015

    „Die Bundeskanzlerin hat die Lage im Griff“
    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/angela-merkel-im-zdf-habe-die-lage-im-griff-a-1062761.html

    „Die Bundeskanzlerin hat die Lage im Griff“
    http://www.welt.de/politik/deutschland/article148837248/Die-Bundeskanzlerin-hat-die-Lage-im-Griff.html

    „Die Bundeskanzlerin hat die Lage im Griff“
    http://www.faz.net/aktuell/politik/fluechtlingskrise/merkel-reagiert-auf-kritik-die-bundeskanzlerin-hat-die-lage-im-griff-13911367.html

    „Die Bundeskanzlerin hat die Lage im Griff“
    http://www.sueddeutsche.de/politik/bundeskanzlerin-merkel-die-bundeskanzlerin-hat-die-lage-im-griff-1.2737111

    „Die Bundeskanzlerin hat die Lage im Griff“
    http://www.zeit.de/politik/deutschland/2015-11/fluechtlingspolitik-angela-merkel-zdf-interview

    „Die Bundeskanzlerin hat die Lage im Griff“
    http://www.morgenpost.de/politik/article206572721/Merkel-Die-Bundeskanzlerin-hat-die-Lage-im-Griff.html

    „Die Bundeskanzlerin hat die Lage im Griff“
    http://www.ksta.de/politik/-angela-merkel-sote-die-bundeskanzlerin-hat-die-lage-im-griff,15187246,32412424.html

    „Die Bundeskanzlerin hat die Lage im Griff“
    http://www.derwesten.de/politik/angela-merkel-die-bundeskanzlerin-hat-die-lage-im-griff-id11284164.html

    „Die Bundeskanzlerin hat die Lage im Griff“
    http://www.mz-web.de/politik/-angela-merkel-sote-die-bundeskanzlerin-hat-die-lage-im-griff,20642162,32412424.html

    „Die Bundeskanzlerin hat die Lage im Griff“
    http://www.noz.de/deutschland-welt/wirtschaft/artikel/637581/merkel-im-zdf-die-bundeskanzlerin-hat-die-lage-im-griff

    „Die Bundeskanzlerin hat die Lage im Griff…“
    http://www.mdr.de/mdr-info/audio1324622.html

    „Die Bundeskanzlerin hat die Lage im Griff“
    https://de.nachrichten.yahoo.com/angela-merkel-fl%C3%BCchtlingskrise-bundeskanzlerin-hat-171955350.html

    „Die Kanzlerin hat die Lage im Griff“
    https://www.tagesschau.de/inland/merkel-was-nun-101.html

    Kanzlerin „hat die Lage im Griff“
    http://www.n-tv.de/politik/Merkel-will-kaempfen-article16350021.html

    Kanzlerin hat Lage im Griff
    http://www.svz.de/nachrichten/themen/fluechtlinge/kanzlerin-hat-lage-im-griff-id11204796.html

  2. Und noch etwas nachgelegt zum Thema gleichgeschaltete Presse:

    GLEICHGESCHALTETE MEDIEN

    Presseschau vom 22.01.2017

    Handelsblatt:
    Donald Trump lieferte keine präsidiale Rede, sondern eine Kampfansage.
    http://app.handelsblatt.com/politik/international/amtseinfuehrung-trump-die-daemonen-sind-los/19284988.html

    FAZ:
    Trumps Amtsantritt: Eine Kampfansage ohne Vorbild
    http://www.faz.net/aktuell/politik/trumps-praesidentschaft/trumps-amtsantritt-eine-kampfansage-ohne-vorbild-14709462.html

    Welt:
    Kampfansage des Volkstribunen
    https://www.welt.de/print/die_welt/debatte/article161382077/Kampfansage-des-Volkstribunen.html

    TAZ:
    Es war keine Einigungsansprache, sondern eine Kampfansage
    https://www.taz.de/Trumps-erste-Rede-als-US-Praesident/!5376738/

    Spiegel:
    Trump grenzte sich statt dessen gleich zu Beginn von der Washingtoner „Elite“ ab, die sich um ihn herum versammelt hat, er beschimpfte sie und nutzte seine Rede für eine erneute Kampfansage
    http://www.spiegel.de/politik/ausland/donald-trumps-amtsuebernahme-ein-volk-ein-land-ein-praesident-a-1131030.html

    Bild:
    Er hat aus einer ersten Rede, von der viele in der Welt den Versuch zur Versöhnung erwarteten, eine Kampfansage an die Welt gemacht.
    http://www.bild.de/politik/ausland/donald-trump/ein-mann-gegen-den-rest-der-welt-kommentar-von-nikolaus-blome-49887220.bild.html

    Westdeutsche Zeitung:
    Antrittsrede von Trump: Kampfansage mit gereckter Faust
    http://www.wz.de/home/politik/specials/die-usa-unter-trump/antrittsrede-von-trump-kampfansage-mit-gereckter-faust-1.2359051

    Deutschlandradio Kultur:
    Trumps Antrittsrede – Kampfansage pur
    http://www.deutschlandradiokultur.de/trumps-antrittsrede-kampfansage-pur.996.de.html?dram:article_id=376950

    Tiroler Tageszeitung:
    Präsident Trumps Rede: Eine Kampfansage mit gereckter Faust
    http://www.tt.com/politik/12519276-91/pr%C3%A4sident-trumps-rede-eine-kampfansage-mit-gereckter-faust.csp

    RP online
    Amtseinführung 2017: US-Präsident Donald Trump startet mit Kampfansage
    http://www.rp-online.de/politik/ausland/amtseinfuehrung-2017-us-praesident-donald-trump-startet-mit-kampfansage-aid-1.6548838
    (Titel offensichtlich nachträglich geändert)

  3. PS: Sehr gut! Weiter so, Herr Ludwig!

  4. PS: Die letzte – persönliche – Nachricht bitte nicht freischalten!

  5. Ja nun Herr Herbert Ludwig, was soll ich jetzt aus Ihrem Fazit lernen.? Dass wir alle nach Strich und Faden vera..cht werden.?

    Es ist ja eh klar, dass schon aus Kostengründen die allermeisten Zeitungen sich der Agenturen für den Auslandteil bedienen. Daher auch die Gleichförmigkeit.

    Klar ist auch, dass natürlich Nachrichtenagenturen so laufen wie die bezahlenden Geldgeber wollen.. und das weitergeben, was eben von diesen Geldgebern verlangt wird.

    Also so ganz kann ich das Ziel des Artikels nicht erfassen.

  6. MutigeAngstfrau // 1. Mai 2017 um 16:08 // Antworten

    Die Problematik, mit Schwerpunkt Propaganda, im folgenden Link sehr hübsch am Beispiel des erfrischend intelligenten, aufgewachten und mutigen Sängers Xavier Naidoo beleuchtet.

    Und wer seinen aktuellen Song „Marionetten“ noch nicht gehört hat, kann auf dieser Seite auch noch das Video sehen.
    Die Melodie schon mal einprägen, könnte ein Volkslied werden. 😂

    https://schluesselkindblog.wordpress.com/2017/04/30/die-hetzkampagne-gegen-xavier-naidoo/

    • Jan-Ole Bengt // 1. Mai 2017 um 18:12 // Antworten

      Nee,
      MutigeAngstfrau,
      n Volkslied wird das eher nicht werden…dafür ist es zu holprig gereimt und grooven tut’s auch nicht!
      Ich finde übrigens auch, dass X. Naidoo ein herausragender Sänger ist, aber eben auch einer, der sich mit seinen Texten regelmäßig vergaloppiert – meistens in Richtung deutschnational und homophob, oft auch geradewegs in banal-romantisches Sumpfland.
      Haupsache n bisschen anecken, immer wieder gegen den Stachel löcken und Gegenrede provozieren. Hat ja so weit ganz gut geklappt!

      Der Text von „Marionetten“ ist indes weniger systemgefährdend oder aufrührerisch als vielmehr (reichs-)bürgerlich bräsig.

      Dass er Ihnen, MAF, gefällt, verwundert mich nicht. Bei Ihnen genügen halt einige wenige ausgeleierte Kampfbegriffe aus dem dumpfdeutschen Patrioten-Millieu (Marionetten!, Forken!!) um schwer „““systemktitisch“““ in Wallung zu kommen.
      Wie schnell – bei Ihnen, aber nicht nur bei Ihnen – die Begeisterung für abgedroschene Hohlphrasen dann zum eigenen endlosen Wiederkäuen eben dieser sinnentleerten „““Dissidenten“““-Schlagworte verkommt, lässt sich in Ihren Posts ganz hervorragend beobachten…

      Der Link auf die verwahrlosten Schlüsselkinder gibt im übrigen nichts her! Von einer „Hetzkampagne“ kann übrigens nicht die Rede sein. Wenn X.N. sich schwulenfeindlich äußert, kann man das nicht anders als „homophob“ nennen, und dass er bei den Reichsbürgern auf die Bühne krabbelt, kann man seriös arbeitenden Journalisten kaum zum Vorwurf machen.

      • MutigeAngstfrau // 1. Mai 2017 um 19:22 //

        Sie tun mir einfach nur leid in Ihrer Verblendung.
        Auf Ihre Ergüsse gehe ich nur ein, wenn Sie mich falscher Äußerungen bezichtigen.
        Den Auswurf da oben nehme ich nicht ernst.

        Xavier Naidoo spielt geistig und künstlerisch in einer Liga, in welche Ihr Gekläff keinen Einlass findet.

      • Jan-Ole Bengt // 1. Mai 2017 um 19:55 //

        @MAF
        Ich mag Ihren feinen Humor und Ihre ostzonale Erotik…
        Ich stell Sie mir optisch immer wie ne vorzeitig ergraute Handarbeitslehrerin mit ’nem Gesicht wie das vom Sänger der Prinzen vor.
        Kommt das hin.

        Und über allem diese bei verhärmten Starkdeutsch-Bräuten so verbreitete Hybris der analdogmatischen Verirrung, nach dem Motto:
        Es reicht nicht keine Ideen zu haben –
        man muss auch unfähig sein sie auszudrücken!

      • Greenhoop // 1. Mai 2017 um 20:17 //

        Immer wenn ich die Leerformel „Homophobie“ hören muss ich unweigerlich an Akif Pirincci´s grandiosen Bücher „Deutschland von Sinnen“ und „Die große Verschwulung“ denken, an die wundervolle Birgit Kelle und ihrem Bestseller „GenderGaga“ und meinen absoluten Lieblingsclip bei Youtube, So sieht die Neue Weltordnung aus – die schöne neue Welt

        https://www.youtube.com/watch?v=bRD2f-mjyNE

        Wie komme ich auf diese Beiträge der o.g. Freigeister – genau, wann immer sich bei GEOLITICO V-Leute oder armselige Kreaturen der „Deutschland verrecke“ Fraktion tummeln nur um irgendwann über sich selber feststellen zu müssen, was für ein niederträchtiges Volk sie doch sind.

        Der Globalismus wird grandios scheitern, doch die Marionetten der Puppenspieler werden das noch zu spüren bekommen.

      • Jan-Ole Bengt // 1. Mai 2017 um 20:45 //

        @Greenhoop
        Pirincis „großartige Bücher“? Da müssen Sie einen anderen Schreiber meinen?
        Die „wundervolle Birgit Kelle“?
        Wenn jemand die Emanzipationsbewegung ohne jede Reflexion über die EIGENE Rolle in der Gesellschaft, dann sie!

        „Deutschland verrecke“? – Nee, falsche Schublade! Im Gegensatz zu Ihnen mag ich nicht nur dieses Land, sondern auch die freie, von politischen und staatlichen Willkürmaßnahmen kaum beeinflusste Art hier leben zu können, die Sie in vielen anderen Ländern so nicht finden.

        „Marionetten und Puppenspieler?
        Bitte mit Conrath und auch mit MAF kurzschließen, um gemeinsam die Liste mit Bespielbegriffen für geistig-moralische Verwahrlosung und stumpfdummes Pegida-Vokabular zu erweitern!
        DANKE.

      • Greenhoop // 1. Mai 2017 um 21:17 //

        Pirincis „großartige Bücher“? Da müssen Sie einen anderen Schreiber meinen?
        Die „wundervolle Birgit Kelle“?

        Wenn jemand die Emanzipationsbewegung ohne jede Reflexion über die EIGENE Rolle in der Gesellschaft, dann sie!

        Sie antworten in Rätseln, bitte zukünftig nur vollständige Sätze.

        „Marionetten und Puppenspieler?
        Bitte mit Conrath und auch mit MAF kurzschließen, um gemeinsam die Liste mit Bespielbegriffen für geistig-moralische Verwahrlosung und stumpfdummes Pegida-Vokabular zu erweitern!
        DANKE.

        Sie schreiben erregt – das finde ich gut. Hätte nicht gedacht, dass Sie die Metapher „Marionetten & Puppenspieler“ derart in helle Aufregung versetzen würde. Nennen wir es devote Politiker/Journalisten/Gewerkschafter/Kirchenheinis/Funktionäre & ihre Plutokraten/Herren/Eigentümer/Verbrecher.

        Gehen Sie ins Bett, es war heute ein anstrengender Tag für Sie

      • Conrath // 1. Mai 2017 um 21:52 //

        @Jan

        Na Sie enttäuschen mich, grabschen hier im Forum herum und weichen dabei den ernsthaften Fragen aus. Musikgeschmack und den dann noch ersatzweise politisch zu verlängern und irgendwie spekulativ weiter auszudeuteln, ist keine ernsthafte Tätigkeit, liefert keinen Ersatz für das fehlende, eigene politische Anliegen. Darin gefallen Sie sich dann, mimen den verlängerten Arm der propagandageschädigten Gesinnungszensoren und pflegen den Masseneinheitsgeschmack der geschichtlich Un-/ Verbildeten. Homophobie so zu thematisieren, zeigt doch nur, dass es für die originären, wesentlichen, Themen halt nicht hinreicht, Herr Jan.

        Dann aber sollte Sie eine gewisse Bescheidenheit eintfalten und sich eingestehen, nur über Feindbilder am politischen Ersatzgeschäft teilzunehmen, bisher, das muss doch nicht so armseelig bleiben, ich erwarte immer noch mehr von Ihnen, Jan.

        Die goldene Regel lautet doch, erst den historisch-kritischen Überblick verschaffen, dann selbstkritische Befragung der bisherigen Erklärungsmodelle starten und dann nach den wertvollsten Alternativen schauen, diese unterstützen und schließlich die unzulässigen oder bei entsprechender Kapazität auch die nicht hinreichenden Behauptungen, argumentativ zurückzuweisen oder gar zu ergänzen (Oberliga).

        So ist es nur der billige Spaß an Destruktion. Ja, da zeigt es der starke Jan den armen Naidoo-Fans und weiblich und aus der Ostzone. Wo haben Sie sich denn kulturell entwickeln dürfen??

        Hmmm, ein bisschen wenig doch oder? Reicht Ihnen das denn, warum so mager? Sie lassen Ihren Elan verkümmern und nerven mit nix, nix eigenem.

      • Conrath // 1. Mai 2017 um 22:12 //

        @Jan & Greenhoop

        Puppenspieler haben mehrere Stücke drauf und sie werden lechts-rinks eingesetzt. Versucht doch, liebe Leute, mit offenem Visier, nicht mit der Fahne in der Hand wedelnd, selber schlicht und ergreifend gut, das ist nicht verboten, ‚i n‘ den Sachfragen zu diskutieren. Genau das wollen die Machtpolitiker nicht, dass Sachdiskussionen ruhig und gelassen geführt werden. Nein, den Systempropagandisten kann es doch garnicht laut und chaotisch genug zugehen, das lenkt doch wunderbar ab, von den echten Gemeinwohlinteressen, Frieden, innere soziale Gerechtigkeit, faire Außenpolitik ohne Imperialismus. Dafür dann jede Menge Gesinnungsmist, jeder kann sich dem anderen überlegen fühlen. Her je, schrecklich.

        Was nützt es als Rechthaber dann in den Krieg oder die Armut, geschickt zu werden, von den Westwerte-Hegemon-Agenten, den Lobbykraten, Kalergi-Europäern?

        Ja,ja, die goldene Schere ist und bleibt ein sehr wirksames Mittel, das sehe ich wieder einmal an dieser, wenig sachlichen, dafür persönlich unterstellenden, Streiterei.

        Sind Sie damit an Ihr Ziel gekommen, Jan?

      • Jan-Ole Bengt // 1. Mai 2017 um 22:43 //

        Naja,
        @Conrath,
        ich enttäusche Sie ja schon seit geraumer Zeit…geben Sie Acht, dass das nicht in pathologischen Masochismus umschlägt.

        Ich helf Ihnen nochmal auf die Sprünge:
        – IHRE „wichtigen Fragen“ sind nicht meine!
        – Sie vermissen erneut das „eigene politische Anliegen“…mich stört das Zuviel an politischen Anliegen (die dennoch seltsam eingleisig bleiben)
        – Sie monieren den „billigen Spaß an der Destruktion“…ich will nicht an dem mitwirken, was hier tendenziell aufgebaut wird (wenngleich vieles eh gleich wieder mit dem Arsch eingerissen wird)
        – Ihr ‚Harmoniebedürfnis‘ in allen Ehren, aber darauf kann ich keine Rücksicht nehmen

        Und außerdem: Schreiben Sie bitte komprimierter, knapper – so bleibt dann auch mehr Platz für die „wirklich wichtigen Fragen“…;-)

      • Deutscher im Exil // 2. Mai 2017 um 00:57 //

        @Jan

        Wer dieses propagandistische Hass- und Hetzwort „homophob“ verwendet, disqualifiziert sich selbst vollständig und allumfassend.

        Wer sich homo-kritisch äußert, hat wahren Mut, und das ist genau das Gegenteil einer „Phobie“. Aber Logik ist Mainstream-Hetzern fremd.

        Menschen mit dieser schweren karmisch-psychischen Störung haben kein Anrecht auf bevorzugte Rolle in der Gesellschaft, wie das heute beansprucht wird.

        Die gilt umso mehr, als unter dieser Gruppe der Anteil solcher extrem hoch ist, die unseren Schwächsten, den Kindern unserer Gesellschaft, das Schlimmste antun, das ein Menschen einem anderen antun kann.

        Und die Unterstützer solcher Pädo-Perversionen sitzen heute noch immer höchstbezahlt in den Parlamenten und Parteien.

        Ihr zu erwartendes Leugnen der vielfach erwiesenen Kausalität von Homosexualität und Pädophilie ersparen Sie den Lesern besser.

        Es wäre reine LÜGE!

        P.S. Ich bin unter Schwulen aufgewachsen. Hintergründe bleiben privat. Ich kenne daher diese Szene recht gut, habe genauso gute Menschen wie unter Heten kennen gelernt, aber mir als Teenager an den Arsch gegriffen und mich belästigt, das haben nur die Schwulen und das mehrfach, bis ich mich so eindeutig wehrte, daß auch die es begriffen hatten.

      • Jan-Ole Bengt // 2. Mai 2017 um 01:12 //

        @Deutscher…
        „Wer sich homo-kritisch äußert, hat wahren Mut…“, schreiben Sie – und genau an dieser Stelle war meine Lektüre Ihres posts auch schon beendet!
        Diese Art „Mut“ können Sie in jeder Einkaufsstraße und in jeder Eckkneipe bejubeln. Tun Sie es zukünftig bitte dort, und nicht auf diesem anspruchsvollen Portal, wo Dummheit und Hetze keinen Platz haben!

      • Deutscher im Exil // 2. Mai 2017 um 01:24 //

        @ Jan schreibt:

        an dieser Stelle war meine Lektüre Ihres posts auch schon beendet!

        Wenigstens geben Sie zu, von Dingen zu schreiben, von denen Sie keinerlei Ahnung haben. Germeinhin wird das aber nur Politkern und der Journaille zugestanden.

        auf diesem anspruchsvollen Portal, wo Dummheit und Hetze keinen Platz haben

        Außer in Ihren Beiträgen, was das Niveau leider deutlich senkt, seit Sie hier schreiben.

        Habe die Ehre!

        Sie wissen hoffentlich, was dieser schöne bayrische Spruch auf Hochdeutsch eigentlich bedeutet!

      • Conrath // 2. Mai 2017 um 07:21 //

        @Jan

        Sie verfehlen leider das Thema, wenn Sie die Antworten zur Überwindung Ihres Masochismus bei anderen suchen. Und Sie verwechseln den Überbringer, einer ernsten (unangenehmen) Botschaft, mit dem Unwohlsein der Botschaft. Dazu versuchen Sie Ihre Langeweile und Ihren Mangel an ‚Eigenrespekt‘ in andere zu projizieren (siehe Beispiel, Ihr Angriff gegen MAF, hier im Forum). Die Foristin hat sich explizit genauso hier geäußert, es ist also keine lose Meinung nur meinerseits, nein, Herr Jan.

        Und ja, dann sind das also, zusammengenommen Anlässe, das Sie einmal der wahren ‚causa‘, also der in Ihnen liegenden ‚U r s a c h e‘, auf den Grund gehen sollten. Es ist/ liegt in ‚Ihrem‘ Freiheitsbereich das zu tun/ tun zu können, das macht das Ganze aber auch wieder wertvoll, nicht hoffnungslos, da Sie, wie jeder Mensch mit Ihnen, diese Möglichkeit der Weiterentwicklung in sich trägt.

        Kürzer
        Studieren Sie einmal, wie es ausschaut, wenn ein wütender Mann einen ruhigen, freundlichen, in Harmonie lebenden Aikido-Genügsamen (Umschreibung für einen Meistergrad) mit seinem Boswillen angreift und erst in seinen Schmerzen begreift, das ist ja Teil der Denkausbildung, Shaolin erübt immer zuerst(!) Ehrfurcht und Tapferkeit gegen den inneren Schweinehund, lieber Jan. Geben Sie uns beiden zwei Minuten der Begegnung, dann zeige ich Ihnen einen Ausweg aus der Misere. Wahrer Friede beginnt innen und der verlorene Kampf um den Anstand (die richtige Einstellung I-GING 63) ist ein wahres ‚Geschenk des Himmels‘.

        Sie grüßend
        (nie vergessen, Anstand und Höflichkeit sind zwei, unserer inneren Wächter)

      • Conrath // 2. Mai 2017 um 07:57 //

        Lieber Halbexiliant,

        Sie sind ehrlich und machen dieses Thema nicht zu einem Politik-Ersatzspiel. Jan mangelt es zur Zeit noch an echten, eigenen Themen.

        Grüße nach Frankreich(?)

      • Deutscher im Exil // 2. Mai 2017 um 13:49 //

        @ Conrath schrieb über @ Jan:

        Jan mangelt es zur Zeit noch an echten, eigenen Themen.

        Jans Auftrag ist es, die Einheits-Demagogie des Systems in diesen erfrischend kritischen Blog hinein zu bringen.

        Jan vertritt KEINE eigene Meinung (im Sinne von selbst erkannt, durchdacht und für wahr befunden), sondern er verseucht die Diskussionen hier gezielt mit der billigen Polemik der System-Medien („homophob“ und ähnliche Propaganda-Lügen).

        Nur das ist sein Auftrag.

        Ob selbst gegeben oder fremd gesponsert, ist letzlich egal. Solche Mitläufer braucht das System, solange die Zensur der Einheitsfront noch nicht absolut ist.

        Damit ist Jan nach meiner Einschätzung der „klassische Troll“ mit dem einzigen Ziel der Zersetzung von Diskussionen und Verunglimpfung von Schreibern zur Verstärkung der Scheren in deren Köpfen.

        P.S. Ich lebe NICHT in Frankreich, da wäre ich ja vom Regen in die Traufe gekommen (hab aber früher mal dort gelebt, als es noch ein Frankreich der Franzosen gab).

      • Conrath // 2. Mai 2017 um 14:01 //

        @Exilant in XY

        Meinen Sie wirklich, ein echter Undercoverer?

        Hmmm, aber das muss doch auffallen, oder? Wenn wir beide morgen eine Tankstelle überfallen wollten, die Benzinpreise legen es ja durchaus nahe, obwohl ich nur CNG-Erdgas brauche, egal, jedenfalls wenn Sie dann, nach dem Kassieren – krass zu unseren Gunsten diesmal – Ihren Perso auf dem Tresen liegen lassen würden oder um unbare Zahlung bitten würden, was meinen Sie wie es uns dann ergehen würde? Jedenfalls wäre das Verhältnis sicherlich belastet.

        Von daher tippe ich eher auf Gesinnungspolitiker in missverstandener Eigenermächtigung (Selbsteinwechselung a la Günter Netzer) und mit Goldener Schere im Kopf!? Aber man soll ja nie nie sagen im Leben.

        Sie grüßend,

        in Uruguay, das wäre mein Land, bis jetzt jedenfalls, wir haben dort Familie, väterlicherseits, wie praktisch?

      • Deutscher im Exil // 2. Mai 2017 um 14:33 //

        @ Conrath schrieb:

        Meinen Sie wirklich, ein echter Undercoverer?/blockquote>

        Sie haben wohl zu viele Bond-Filme gesehen. Bitte lesen Sie, was ich schrieb, mehr weiß ich auch nicht:

        Ich schrieb:

        …Auftrag…Ob selbst gegeben oder fremd gesponsert, ist letzlich egal.

        Viele Foren- und Blog-Schreiber sind eine Art „Antifa-Light“ auf verbaler Basis aber mit identischer Denke der totalen Unterdrückung fremder Meinungen, Erkenntnisse und nicht genehmer Wahrheiten, also Faschisten in reinster Form (nur der Staat bzw. die Partei hat Recht).

        Ein kritischer Leser, der deren Techniken kennt, erkennt schnell, wer als Troll unterwegs ist – und das kann bei denen auch unbewußt sein.

        Meine Motivation, gelegentlich einzugreifen, ist diese:

        1) Die UR-Quelle aller Probleme aus dem metaphysischen Bereich darzulegen und hier insbesondere die Erkenntnis Marcions (ca. 85-145), daß Jesus von Nazareth Jahwe als Satan bezeichnet hat.

        Siehe meine älteren Beiträge dazu hier auf diesem Blog. Gurgeln Sie nach „site:geolitico.de Marcion“

        Das in Verbidung mit der Spur zur Quelle des Geldes, die bei wohl allen Großverbrechen und Kriegen zu Anhängern dieses Wüsten-Daemons führt, sollte logisch denken Menschen den Kern der Welt offen legen und letztlich auch erklären.

        Reine Materialisten haben dabei bereits im Ansatz verloren.

        2) Ferner muß auch der geübteste Fechter im Training bleiben, weshalb ich gern mal meine scharfe verbale Klinge ziehe, um meine Übung aus früheren Foren-Jahren nicht zu verlieren.

        ——————-
        P.S. @Conrath: Jetzt ist es Ihnen fast gelungen, mich in Ihre so geliebten bilateralen Gespräche zu ziehen. Dabei bleibt es aber von meiner Seite. Vielleicht treffen wir uns mal in 10 oder 15 Jahren in Uruguay auf einen guten argentinischen Rotwein. Da habe ich dann vielleicht mehr Zeit und Lust zum Klönen. Noch bin ich in Europa. Uruguay wäre sonst meine erste Wahl.

      • Deutscher im Exil // 2. Mai 2017 um 14:35 //

        @Mederator

        BITTE NICHT VERÖFFENTLICHEN.

        Da habe ich leider eine

        nicht richtig geschlossen.

        Darf ich Sie bitte, das zu korrigieren. Danke sehr.

      • Conrath // 2. Mai 2017 um 17:06 //

        @Exilant

        In der Einschätzung zu den Leistungen von Forist Jan, sind wir nicht weit entfernt, das ist vielleicht deutlich geworden. Und Sie sollten in Übung bleiben, ist immer besser, wenn man sich denn was Vernünftiges ausgesucht hat und nicht nur übt, in der Nase zu bohren.

        Bei Jan vermisse ich eben eigene Themen, bzw., habe ich ihn einfach noch nicht verstanden, es ist ja alles freiwillig hier, nichts muss/ einiges kann, solange nicht denunziert und grob unterstellt wird usw..

        Kurioser Weise hat Jan sich genau hierzu auch engagiert (Persönlichkeitsrechte). Ist es eine Art von Phantomschmerz, keine eigenen Richtersprüche mehr sagen zu dürfen, Machtpositionen vermissend, aus der tieferen Vergangenheit, die hier nachwirkt? Und Jan missversteht meine Harmoniestrebung. Sie ist nicht auf die Erscheinung begrenzt, bzw. das sinnliche Material von Erscheinung.

        Kunst, die als einzige ein Sonderverhältnis zum Naturalismus haben kann, ich vertrete da eine variierte Fassung von Schillers späterer Ästhetiktheorie am damals publizierten kritischen Kant angelehnt (Schiller fehlte leider die Kenntnis des O. p.), hier nur angedeutet. Wobei die ganze Spanne der verschiedenen Künste, zwischen Intuition und Naturalismus, absteigend oder von Naturalismus naturwüchsig ausgehend, zu Intuition aufsteigend, erarbeitet wird, in den verschiedenen vier Anwendungen/ Herzkammern der Kunst. –

        Zu Ihrer Grundfrage:

        „1) Die UR-Quelle aller Probleme aus dem metaphysischen Bereich darzulegen und hier insbesondere die Erkenntnis Marcions (ca. 85-145), daß Jesus von Nazareth Jahwe als Satan bezeichnet hat. Siehe meine älteren Beiträge dazu hier auf diesem Blog. Gurgeln Sie nach „site:geolitico.de Marcion“

        Diese Grundfrage ist eben auch eine sehr anspruchsvolle.

        Sie reicht ebenfalls in meine eigene Vergangenheit zurück, insofern ich über 2 Jahrzehnte mit der naturalistischen Auffassung Steiners hierzu lebte, inklusiv seiner engeren, auch esoterisch-praktizierenden Schüler, wie Valentin Tomberg (literarisch) oder manchen bekannten Künstlern, Joseph Beuys (persönlich mehrfach) oder der luzide russische Symbolist, Andrej Belyj (literarisch) um nur einige zu nennen, es gibt viel mehr.

        Ja und die neugnostische Theosophie und Anthroposophie, sind nicht die einzigen, die dieses Thema als zentralen Kern ihrer Weltanschauung, enthalten, fortführen, leider oft missverstehen.

        Die Elohim (Plural von Eloah > https://de.wiktionary.org/wiki/Eloah ) und der ungerechte, regionale(?) Wüstengott Jaweh/ Jehowa/ JHWH (ohne Vokale)? Das ist eine kulturhistorisch und philosophisch sehr weitreichende und historisch ernst zu nehmende Fragestellung. Ganz klar.

        Und jede Vereinfachung der Frage hat bisher zu den verrücktesten Wirkungen geführt, auch das wissen Sie dann, wie ich es auch weiß. Leider gibt es keine – mir bekannten – Kommentare etwa zu der naturalistischen Tendenz, die Plotin, im Rahmen seiner Synthese, von Platons Real-Idealismus immer mehr naturalistisch abkommend, diesen mit jüngeren Tendenzen spiritueller Zuflüsse aus Persien und dem nachptolemäischen Ägypten, vereinigend. –

        Erst Proklos befreit dann den Neuplatonismus erneut von dem naturalistischen Grundmangel plotinischer Ausgestaltung (dazu Martin Loder u. Thomas Szanto). Das gleiche Problem hat sich bereits, bei Platons jungem Meisterschüler Aristoteles gezeigt. Also für diese Frage würde ich nur die größten Geschütze auffahren, keine Sekundär-/ Tertiärliteraten letztere nur als Hinweisgeber behandelnd.

        Ich sag mal, Jein,

        das JHWH-Prinzip ist so etwas wie die ‚Blaupause des Satanismus‘ schlechthin, aber nur(!) und insoweit(!), wie es auch die Lesart der griechischen ‚Götter‘ des Olymp zulassen.

        Waren es nur Metaphern? Supernaturen waren es nicht, mAn, und zwar fortwirkende, aber durchaus über der Entwicklung des Menschen stehende ‚Entitäten der intelligiblen Welt‘ (i.S. von Kants ‚Opus postumum‘ bitte auch methodisch zu Rate ziehen!)!

        – Ja, JHWH als übersterbliche, reelle Wesenheit aus eigener Bestimmung und
        – nein, nicht die alleinige, supernaturale Quelle allen Übels (naturalistischer Satansglaube)

        Aber was ist es dann konkret?

        JHWH und alles was sich an Geschichten und Vorkommnissen da herum rankt und das ist, bis in die Gegenwart hinein, recht viel(!) untertrieben formuliert, man denke nur an dieses religionspolitische Programm der 8 Kerzen (> Analitik.de), jedenfalls kann JHWH als Stichwort und Stellvertreter für die Wandlung von ortsgebundenen, also auch begrenzt-zugelassenen Wesen stehen, die mehr oder weniger unmittelbar Zugang und Beeinflussung von Stämmen und Ethnien, ausübten (in der weiterzurückliegenden Vergangenheit) und diese Ausübung selber hat sich verändert zu einer, nicht mehr ethnisch und räumlich lokalen, dann aber ‚reflektorisch-reellen Präsenz‘ in größeren Menschengruppen. Dabei vertrete ich die These, mehr kann es ja nicht sein, sonst müsste man ja den Status Prophet einnehmen und das kommt nun gar nicht in die Tüte, also die These vertreten, dass die Zeit solcher unmittelbaren Verflechtungen ‚i n s g e s a m t abgelaufen ist‘. Insofern würde ich damit auch Steiners/ Blavatskys Kernthese übernehmen oder wie man will, auch ‚retten‘, dass eben mit diesen vier Buchstaben auch eine erhebliche, retardierende, nicht mehr zeitgemäße Formation des Intelligiblen selbst, vorliegt, allerdings parallel zu einer Vielzahl ähnlicher, lokaler Verschränkungen früherer Intelligibilität.

        Um das nicht gleich auf eine materialistische oder gar übelwollende politische Streckbank zu zwingen, müsste aber hierzu etwa die Haltung eingenommen werden, die ein, etwa von Michael Ende begeisterter Leser haben kann, eine künstlerische Offenheit, etwa mit dem Schuldrachen, Frau Mahlzahn umzugehen, der sich dann später auch, friedlich in eine Metamorphose begibt, zu leuchten beginnt und gute Taten vollzieht. Andere, als die deutsche Kultur, müssten dann andere Autoren aufsuchen, um von der künstlerischen Einfühlung her, das Thema nicht zu stark zu materialisieren.

        Tatsächlich ist ja gerade der Rückzug unmittelbarer Wesensverschränkungen, zugunsten einer allgemeineren, nicht mehr lokal und ethnisch gebundenen, Wesensbegleitung und Hilfe, weltweit und jedem ‚unmittelbar‘ zugänglich zu konstatieren. Also mit dem Thema ist im Grunde eine frohe Botschaft verbunden, die Allgemeinheit von geistig-wesenhafter Hilfestellung für alle Menschen, die sich für diese Hilfe öffnen und bereit halten, eine Freistellung von intelligibler Bevormundung früher anthropogener Entfaltungen.

        Wer das vergisst und materiell-naturalistisch damit umgeht, sieht sich bereits mit den alten Schatten der Vergangenheit konfrontiert, die es immer noch um dieses, eigentlich helle und liebevolle, Thema gibt.

        Es wurden immer wieder Menschen drangsaliert und füsiliert, die sich entweder:
        – diesen Schatten in den Weg stellten oder
        – diese Schatten für sich beanspruchten.

        Aber es gilt ja, nicht nur bei Markus, ‚An den Früchten könnt Ihr alle tieferen Absichten erkennen/ identifizieren‘. Und die Alleinstellung, die manche gerne einem jüngeren „Ereignis“ zusprechen, diese Alleinstellung ist gerade die semantische Umwendung von dem Ende aller intelligiblen Alleinstellungen von Menschengruppen und Ethnien, ein historisches Realparadoxon oder Oxymoron.

        Sie grüßend

      • MutigeAngstfrau // 2. Mai 2017 um 17:12 //

        Spannend, Deutscher im Exil, meine auch.

      • Conrath // 2. Mai 2017 um 17:22 //

        @MutFrau

        Na, dann interessieren sich schon drei für diese Frage, das ist doch was, oder?

        Vielleicht hat Naidoo auch Interesse daran und vertont Frau Mahlzahns sonderbarlichste Verwandlung?

        Ich kann Ihn ja mal fragen und von Ihnen grüßen, war jetzt Spaß, habe seine Handynummer nicht parat.

        Sie wieder fröhlich, angstfrei dabei! Das hoffe ich aber doch 😉

  7. Es gibt zwei Welten, in denen ich lebe. In der einen Welt habe ich einen Job und ein Einkommen. Mir geht es gut. In der anderen Welt bin ich in Gefahr durch Inflation, Währungscrash, Bürgerkrieg und Krieg überhaupt.
    Heute im Biergarten war das Wetter sehr schön, die Tische gerammelt voll und der Wirt zufrieden. Den Vätern saß das Geld locker für Eis, Würstchen, Limo und Brotzeiten aller Art. Keine Bomben, keine Terroristen und Körbe voller Speisemorcheln aus den umgebenden Wäldern.
    Bayern eben. Alle, die ich kenne haben Arbeit, ein Eigenheim, zwei Autos und machen mehrmals Urlaub im Jahr.

    Sollte die Propaganda dazu da sein, bei mir Alarmismus zu erzeugen, so ist das in der Vergangenheit mehrfach leider gelungen. Falls satt Speisepilzen tatsächlich Atompilze sprießen sollten, dann werde ich diese nicht verhindern können.

    Jedoch, Gott sei es geklagt, führe ich ein gutes Leben. Und wenn es mir einer schlecht macht, dann bin ich es selber.

    Propaganda? Lass schwätzen…!

    • Jan-Ole Bengt // 1. Mai 2017 um 18:44 // Antworten

      @waltomax
      „ein Eigeheim, zwei Autos (…) mehrmals Urlaub im Jahr…“
      Na, kack die Wand an! Läuft bei Ihnen, walto!!
      Trotzdem sind und werden Sie gelegentlich „alarmiert“ und denken Sachen wie ‚ScheißeScheißeScheiße!“. Kenn ich, walto…geht mir auch oft so. Sogar ohne Eigenheim, mit Fahrrad und – Urlaub…was ist das?

      • waltomax // 1. Mai 2017 um 19:06 //

        @JanOle: Mir ging es nicht ums Angeben, sondern um die Feststellung, dass ich auf hohem Niveau jammere. Ich habe nie gehungert, immer ein Dach über dem Kopf gehabt und genügnd Geld für ein gutes Leben. Meine Ausbildung war sehr gut und wurde vom Staat bezahlt.

        Bringe ich Leute um, bescheisse sie um ihr Geld oder ihr Leben, indem ich diese im Krieg verheize? Mach ich alles nicht. Kein religiöser Fanatismus bei mir, kein Ausländerhass und auch kein Rassismus. „Leben und leben lassen!“

        Das System auf der einen Seite verteufeln, andererseits aber bestens davon zu leben, erscheint mir heuchlerisch. Das ist an meine Adresse gerichtet…

      • Mein lieber Waltomax, mir geht es auch nicht schlecht. Im Gegensatz zu Ihnen haben aber meine Eltern mit den sprichwörtlichen Apfelsinenkästen als Möbel im Keller angefangen, ich später mit dem Schwarzen unter den Fingernägeln und einem Berg von Schulden für meine Ausbildung, niemand hat bisher irgendetwas für unsere Familie bezahlt. Wir haben unsere Knochen hingehalten und etwas aufgebaut.

        Und jetzt kommen Leute wie Sie daher die offensichtlich ihr Auskommen nicht erarbeiten sondern „erhalten“. Die Ansprüche stellen und in den Zusammenhängen gerade noch erkennen, dass es ihnen damit „gut geht“. Was glauben Sie wohl, worauf diese Wirtschaftskraft, auf die Sie sich stützen, herkommt?

        Sie müssen entschuldigen – aber das muß wohl mal gesagt werden. Ist nämlich der Zug der Zeit.

    • Hallo WaltMax

      genau, wer lebt nicht in den zwei Welten. Die eine Welt hat fließendes Wasser innen und ein Dach überm Kopf und keine Hungerödeme, die andere Welt ist die der echten Kriege, der Schlächtereien, der puren Not auf der Straße, in unbehandelter Krankheit Umherirren, usw…

      Mir half es sehr diese Kriegsebiete selbst kennenzulernen. Vermutlich wäre das auch ein Weg für Sie und tüchtige Menschen werden von Organisationen immer gebraucht, auch für Kurzeinsätze, Expertisen, je nach Berufssparten halt.

      Aus dem Ruhrnebel grüßend

  8. Sehr aufschlussreiche Analyse. Von den gleichen Autoren gibt es auch einen ziemlich interessanten „Mediennavigator“:

    https://swisspropaganda.wordpress.com/der-medien-navigator-2017/

    Nicht überraschend, alle unsere „Leitmedien“ sind voll Nato-konform…

    • Ich sehe gerade, Geolitico ist sogar auch aufgeführt! Politisch konservativ, geo-politisch in der Mitte. Nicht schlecht!

  9. Lieber Herr Ludwig,

    herzlichen Dank für Ihre hervorragende, kompakte und auch sehr zutreffend kommentierte, Übersicht zum Thema ‚Zentralismus der täglichen Nachrichten‘.

    Nach meinem Geschmack können Überschriften gar nicht schlicht genug sein. Jede Form von Aufbauschung und falscher Dramatisierung, legt schon den subliminalen Grund von Propaganda an, in der daraus resultierenden falschen Erwartungshaltung. Dieser Titelhyp ist überall verbreitet, auch in der Buchproduktion, bei Filmtiteln sowieso und selbst in den Geisteswissenschaften zieht diese Unkultur brachialer Wichtigtuerei ein.

    Ja, Sie haben gute Quellen zum Thema der Nachrichten-Indoktrinations-Krake geliefert.

    „Wir sehen, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) aus alliierten Vorläufern herausgewachsen und nach sorgfältiger Schulung in die betreute Freiheit entlassen worden ist. Ihre enge Zusammenarbeit mit der amerikanischen Associated Press (ap) spricht für sich. Dass nur die ADN in der DDR eine politisch abhängige Nachrichtenagentur gewesen sei, wie Wikipedia meint, ist daher eine Mär.“

    So ist es, genau! Und ich bin froh, dass es RT und Sputnik gibt und Chinesische Quellen und hoffe, das die kleineren Agenturen irgendwie ihre Chance begreifen, ihr besonderes Alleinstellungsmerkmal zu nutzen und noch mehr echte Aufklärung und Gegenaufklärung gegen die Krakenmythen liefern, sich dabei auch selber über Wasser haltend, ethisch und finanziell, wie es sich gehört, für ‚anständige‘ Menschen (ein Begriff der inneren Ordnungsbildung contra Knigge).

    Es ist erschreckend, aber die Uniformität der, nur der Macht verpflichteten, ‚Nachrichtenindustrie‘, ist langsam gewachsen, hat sich beständig und parallel zu anderen Krakensystemen weltweit etabliert, wie die Geld-Un-Ordnungs-Krake um die FED und CoL herum und manches mehr, meistens als informelle Netzwerke mit Clubs und Begegnungsinfrastrukturen, die erst naturalisiert gedacht und missverstanden, dann in den falschen Verschwörungshals geraten. Verschwörung ist nämlich gesellschaftlich organisiert, nicht religiös, das sind nur Schaumkrönchen oben auf, diese ‚Skulls & Bones Idioten‘. Sie sind Teil der zentralistisch-bellizistischen Gewaltkraken (auch stille strukturelle Gewalt gehört dazu)

    Und an den Selbstaussagen der Profis, wie Tilgner und Leukefeld, ist exemplarisch, ohne jede politische Vorauswahl(!), deutlich zu erkennen, ja das ‚gesamte zentralistische System‘ ist für die Katz.

    Früher oder später kommt für jeden Selberdenkenden, autonomen Menschen, der Zeitpunkt der Entscheidung zu innerer oder äußerer Kündigung,von diesem plutokratischen Bellizismus. Zur Entscheidung wird auch jeder Leser genötigt, über kurz oder lang. Folgt er willig dem ‚Mainstreammedienfluss‘ oder schwimmt er, wie ein lebendiger Fisch, auch gegen den Strom?

    Und gegen den Strom schwimmen immer mehr Fische, die erkannt haben, jedes Netz hat seine semantischen Netzweiten und davon abhängig, bilden sich auch im WWW überall myriaden von kleinen und großen Filterblasen. Nur wer es wagt, mit dem Mut zu permanenter innerer Aufklärung, es den fliegenden oder springenden, Fischen gleich zu tun, der erkennt, was Erkennen bedeutet, nämlich über den Tellerrand zu schauen, über die Netzangebote hinaus zuspringen (F.H. Jacobi ist der Schutzpate dafür). Jeder von uns kann es locker mit dieser Info-Krake aufnehmen und ich danke Herrn Ludwig besonders herzlich dafür, dass er Argumentekritik eben nicht persönlich nimmt.

    Mein, zunächst gegen mich gerichteter Feldzug gegen den ‚Naturalismus‘, ich musste ihn erst bei mir selber bekämpfen um ihn draußen (wieder-)finden zu können, hat mich gelehrt, alle Variationen die es in der Welt gibt, nein die, die mir zugänglich geworden sind, zu studieren, um sie in ihre Grundelemente zurück zu weisen, zurück zu verwandeln!! Das macht jeder aufgewachte Mensch so, darin erkennt Mensch einander!!!

    Und ja, mein Fazit, Sie Herr Ludwig, zeigen mit Ihrer guten Übersicht hier, dass sich der Zentralismus im halbfreien Netz, das massenhafte (unerlaubte – wir sind doch Lehrer 😉 ) Abschreiben der Netzbewohner_innen sich oft nicht sehr von den Nachrichtenkraken unterscheidet.

    So ist die Spreu vom Weizen zu trennen (durch Erkenntnis unterscheiden) und glücklich kann sich schätzen, wer immer wieder den Weizen individueller Erkenntnis ernten und auch neu einsäen kann/ darf. Da hat sich kulturtechnologisch nicht viel geändert, wie Forist Hubi Stendahl hier ja auch schon vielmals vertreten hat/ hatte (Gegenwart!?).

    Auch Sie herzlich grüßend

    • Ja, ja, Lindners Chrischan von der FDP hat es aber drauf, nur unter uns, das Thema, mit dem man zur Zeit punkten kann; während sich Alice am wunderschönen Bodensee kuschelt und in Biel Steuern bezahlt, wie praktisch aber auch, echte Deutschlandfreunde diese Beiden, natürlich völlig selbstlos, klar doch.

      Bis neulich und mehr, Euer Coni,
      aus dem nagelneuen Studio Contin]u[a-News, grüßend
      Ich bezahle meine Steuern immer noch brav in DE.

  10. fehlender Link zu Lindner/ FDP:
    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/kommentar-das-bange-hoffen-der-liberalen-14995594.html

  11. zu Lindner/ FDP:
    https://www.heise.de/tp/features/Ein-Untersuchungsausschuss-gegen-Merkel-3700716.html

  12. „Die Elohim (Plural von Eloah > https://de.wiktionary.org/wiki/Eloah ) und der ungerechte, regionale(?) Wüstengott Jaweh/ Jehowa/ JHWH (ohne Vokale)? Das ist eine kulturhistorisch und philosophisch sehr weitreichende und historisch ernst zu nehmende Fragestellung. Ganz klar.“

    Weil ich den Philologen geben, wenn Johnny so etwas äußert, darum muß ich das gerechtigkeitshalber hier auch machen. Eloah gilt erst im modernen Hebräisch/ Ivrith als Singularform von Elohim. Das Wiktionary verweist tatsächlich auf die im Ivrith angenommene Etymologie, die Wikipedia (wo ich nur in der englischsprachigen Angaben zur Etymologie gefunden habe) sogar nur auf ein Buch von 1995. In der Bibel kommt Eloah nicht vor (Nur einmal Eleha als Pluralform fremder Götter). In dem Fall wäre es allerdings kein männliches Wort wie im Ivrith, sondern ein weibliches und als Göttin zu übersetzen und seine Pluralform wäre Eloth. Mehrere männliche Götter wären zusammen Elim. Es wird (zumindest quer durch die Wikipedia) gerne behauptet, daß Elohim sowohl Singular als auch Plural sein kann, Singular um den Gott der Israeliten und Plural um andere Götter zu bezeichnen. Wenn jedoch Elohim das Satzsubjekt ist, dann folgt im Biblischen Hebräisch immer eine Verbform im Plural. Die theologische Interpretation geht also an der Sache vorbei, weil sie, wie so oft, die philologischen Fakten ignoriert. Ein einzelner männlicher Gott hieße El, also gibt es dafür keine besondere Endung. Will man mit einer besonderen Endung im Biblischen Hebräischen auf männliches Geschlecht hinweisen, dann muß man die Pluralendung verwenden. In dem Fall ist es eher nicht so sinnvoll, noch die weibliche Endung einzufügen. Es sei denn, man wollte explizit auf einen Singular hinweisen, in welchem Fall es allerdings wiederum nicht sinnvoll wäre, das mit Verbformen im Plural zu kombinieren. Elohim bezeichnet daher am ehesten noch eine Gesamtheit aus weiblichen und männlichen Göttern.

    Die Forschung geht aktuell davon aus, daß die Verwendung unterschiedlicher Gottesnamen im Alten Testament, von denen Elohim und JHWH die häufigsten sind, darauf zurückgehen, daß die jeweiligen Texte von unterschiedlichen Autoren stammen.

    Über Marcion mußte ich erst nachlesen. Sowohl biographische Angaben über den Erzketzer als auch Aussagen über von ihm verfaßte Texte sind nur seitens seiner Gegner erhalten geblieben, die versuchten alle seine Anhänger zu töten. Daraus folgt, daß allen solchen Aussagen mit äußerstem Mißtrauen zu begegnen ist.

    JHWH schreibt man deswegen ohne Vokale, weil Vokale in den semitischen Sprachen nicht mitgeschrieben werden. JHWH ist also korrekt. Vor allem weil die ursprünglich dazugedachten Vokale vergessen sind. Der (gleichfalls jüdische) Gottesname Jah gilt jedoch als Kurzform von JHWH, weshalb man mit Jahweh nicht zu sehr falsch liegen dürfte. Laut Wikipedia könne man trotzdem etymologisch die Verbform ‚er war‘ erkennen, vergleichbar mit ‚ich bin, der ich sein werde‘ als der Gott selbst sich Moses vorstellte. Muß man für die Gleichsetzung Theologe sein oder geht es nur mir so, daß ich anhand dieser Etymologie völlig unterschiedliche Bedeutungen in den beiden Namen erkenne? Also diese Etymologie halte ich für äußerst fragwürdig und möchte deswegen eine andere vorstellen. Würden sich Altorientalisten trauen, sich mit frömmlerischen Theologen anzulegen, dann würde ihnen sofort auffallen, daß es sich bei der Form JHWH grammatisch um einen ursemitischen Dual handelt. Ich weiß das von einem Ägyptologen, dem das schließlich auch aufgefallen ist, aber der dazu nichts Schriftliches veröffentlicht hat, weil wohl auch ihn einige Frömmler zu sehr angegangen haben. Im Biblischen Hebräisch kommt der Dual nur noch als nichtflektierbarer Bestandteil der Namen von Körperteilen vor. Es ist also ein Numerus verschwunden, weshalb man sich seither schwertut, den Namen JHWH als Dual von J zu erkennen. Ein einzelnes J ist nicht sehr aussagekräftig und stünde im Biblischen Hebräisch einfach für die Zahl zehn. Das ägyptische Pantheon kannte jedoch zur Zeit der israelitischen Gefangenschaft einen Gott namens JJ. Er war auch bekannt als ‚der seinen Namen verbirgt‘ (also als etwas, das auch der Gott der Israeliten macht) oder als Amun.

    Keiner der beiden Namen läßt sich etymologisch mit Satan in Verbindung bringen. Dessen Name kommt vom semitischen Schaitan, was Widersacher, Verfolger oder Ankläger bedeuten soll. Das könnte auf den babylonischen und akkadischen Sonnengott Šamaš zurückgehen, der auch Gott der Gerechtigkeit und der Gerichtsbarkeit ist. Dafür spricht, daß Luzifer, also ‚Lichtbringer‘ ein weiterer Name für den Teufel ist.

    Es gibt tausende Namen für Gott und tausende Namen für den Teufel, deshalb sollte man sich nicht darauf verlassen, die betreffende Seite am Namen zu erkennen. Vielmehr sollte man stattdessen dem weisen Rat des Jesus von Nazareth folgen: ‚An ihren Taten sollt ihr sie erkennen.‘
    Ranma

    • Deutscher im Exil // 3. Mai 2017 um 09:03 // Antworten

      @ Ranma

      Meine Kernaussage zu Marcion speziell im Kontext des o.a. Artikel war, daß fast die gesamte Presse und die Nachrichtenangenturen in Händen von Jahwe-Leuten sind, die sich selbst teils als „Christen“, teils als „Juden“ bezeichnen (oft eine Lüge, weil die meisten Khasaren sind), viele der wichtigsten als „Zionisten“, was eigentlich ein rein politischer Ausdruck ist.

      Es gibt drei entscheidende Aspekte dazu:

      1) Jesus von Nazareth nannte die Jahwe-Anhänger Kinder des Teufels, des Menschenmörders und Vaters der Lüge (Joh. 8:44).

      2) Wann immer man der Spur des Geldes folgt, sind Jahwe-Leute die Quelle der Macht nicht nur bei Presse, Agenturen, Hollywood. Medien etc.

      3) „An ihren Taten sollt ihr sie erkennen“ ist der wichtigste Faktor: Alle Großverbrechen und Kriege mindestens der letzten 170 Jahre sind auf Jahwe-Leute und/oder offene Satanisten (Freimaurer oder andere Tarnnamen) als UR-Sache, Quelle und Finanziers zurück zu führen.

      Darum ist die Einbeziehung des Jahwe-Glaubens in das Christentum die größte Lüge der letzten 2.000 Jahre.

      Marcion hat am klarsten gesagt, daß Jahwe lt. Jesus der Teufel ist!

      Und Marcion hatte noch Zugang zu ungefälschten Schriften und direkten mündlichen Überlieferungen, denn er wurde nur ca. 50 Jahre nach der Ermordung des Messias durch Jahwe-Anhänger geboren (NICHT durch die Römer).

      Also wiegen Marcions Aussagen um ein Vielfaches schwerer als die der heutigen Häretiker der Kirchen bis zum Papst, die die Kernaussagen des Christus verleugnen. Seine Aussgen sind aus Schriften von Tertullian und anderen Kritikern sehr genau bekannt.

      Wir müssen erkennen, WER hinter allen Grausamkeiten steckt, daß dies metaphysische Ursachen hat und – für uns Deutsche entscheidend – daß dies der Fürst dieser Welt und der Lüge ist (siehe Joh. 8:44), der gegen uns Krieg führt.

      Denn alle Menschen – besonders das Deutsche Volk – sind geistig gefangen in einem gigantischen Lügenkonstrukt, aus dem wir uns erst mal befreien müssen: „Nur die Wahrheit wird euch befreien“.

      Um dieses Lügengebäude zu stützen, gibt es extrem rassistische Gesetze und eine totalitär werdende Zensur nicht nur freier Meinung, sondern sogar von bewiesenen Wahrheiten.

      Konkret: die uns drohende NWO wäre des Teufels totalitäres Reich, gegen das die sozialisten Diktaturen der Braunen und Roten Sozialisten vergleichsweise harmlos waren – und die waren übel genug.

      • Conrath // 3. Mai 2017 um 10:40 //

        Lieber Exiliant

        Ihre berechtigte Sorge um den NWO-Superstaat habe ich gerade parallel auch behandelt, ’normale‘ intuitive Gruppentelepathie halt.

        Das Problem Ihrer Ausführung ist, dass sie insgesamt noch auf einem ‚naturalistischen Boden‘ steht oder ein Fundament hat, welches Metaphern mit Realansprüchen und Wirklichkeitsvorgängen, verwechselt.

        Es ist richtig, dass sich heute unter dem poltischen Begriff des ‚Zionismus‘ viele, mächtige, religiöse Großgruppen versammeln und zugleich heftig streiten. Alle nichtmonothistischen Großkulturen und Staaten schauen auf diese ‚interne‘ Veranstaltung, nachvollziehbar, mit sehr gemischten Gefühlen. Auch die neuen Konstellationen, etwa eines milden, säkularisierten (russländischen) Orthodoxismus mit einem säkularen (iranischen) Shiitismus, stehen mit einem Bein immer noch im ‚Naturalismus‘.

        Mit dem anderen stehen alle Konfliktparteien dann, entweder in einem Friedenspragmatismus oder aber in offenem Bellizismus! Und wer sich an den vielen ‚Ismen‘ jetzt stör en will, es ist nur die knappste Form sich auszudrücken, es so zu formulieren. Alle Ismen beginnen und enden in der Dyade (Doppel-Seinsweise, nicht nur Doppelform) der Philosophie & Existenzreligion (Philosophie und Theologie sind von Anfang an Geschwister gewesen). Existenzbewusstsein (Steiner nannte es Anthroposophie, heute würde man es Selbstgewahrsamkeit nennen) kann nur ‚individuell‘ errungen werden. Und insofern bleibt unterm Strich die Frage, der Strich markiert Naturzustand (Krieg) oder Friedensordnung (mehr schlecht als recht, aber von Krieg unterscheidbar, meinte zumindest Kant), unterscheidet dann mit diesem Trennstrich, wer von den heutigen Regierungsvertretern befördert Krieg und wer befördert Frieden!

        Das dabei die verschiedensten Religionsfragmente aus dem Keller der gemeinsamen Geschichte geholt werden, ist leider Tatsache. Aber es stimmt nicht, dass es nur die ‚eine, böse‘ Linie gibt, das ist Unsinn, Unsinn in politische Einzelinteressen gegossen!

        Die Khasaren, die alexandrinischen Juden, die Sonstwas. Überall auf der Welt gibt es durchsetzungsstarke Gruppen, etwa der hochaggressive Japanische Staatsshintoismus, der hochaggressive Tibetismus (mit CIA-anbindung) usw… Wenn Sie versuchen das wiederum naturalistisch auf nur ein Hauptfeindbild zu abstrahieren, umzuschreiben, dann gelangen Sie, von manchen gewollt, damit an die falsche Stelle, auch bekenntnismäßig.

        Es reicht und trifft zu (hinreichend), ‚j e d e‘ Art von politischem Fundamentalismus, mit religionsnaturalistischen Einschlüssen, ruhig und argumentativ zurückzuweisen!

        Das ist die sinnvolle, neue Aufgabe, der Dienst, den jeder an seiner Heimatsozialisierungskultur vollziehen kann, diese in eine verallgemeinerungsfähige, aber konkret bleibende, umzuwandeln. Da braucht es millionenfache Unterstützung und Mitwirkung.

        Ja, der japanische Neoshintoismus würde gerne wieder, in Allianz mit dem Tibetismus, den weiterentwickelten Sinobürokratismus angreifen und zerstören, so ist das. Und das hat nichts mit dem JHWH zu tun. Aber unter den monotheistisch gefährdeten Hybridformen des Naturalismus, den Staaten mit entsprechender Affinität zu ‚Fundamental-Naturalismus‘ (ein Pleonasmus), gibt es viele JHWH-Gruppen, nur haben sie immer andere Namen und andere Visualisierungen und andere Programme und Teilnehmer. Die JHWH-Entwicklung gibt nur als ‚Muster‘ eine zutreffende Referenz, ist sonst der Konkurrenz ganz vieler Fundamentalismen/ Naturalismen, ausgesetzt, in der Wirklichkeit. Und es ist daher ein riesiges Missverständnis, ein einziges, sozusagen Originalproblem, darin zu identifizieren, das sollten Sie bitte gründlicher bedenken:

        „Meine Kernaussage zu Marcion speziell im Kontext des o.a. Artikel war, daß fast die gesamte Presse und die Nachrichtenangenturen in Händen von Jahwe-Leuten sind, die sich selbst teils als „Christen“, teils als „Juden“ bezeichnen (oft eine Lüge, weil die meisten Khasaren sind), viele der wichtigsten als „Zionisten“, was eigentlich ein rein politischer Ausdruck ist. […]“ Zitatende DIE.

        Jein,
        es gibt also die JHWH-Konkurrenzen und dazu die Shintoismus-/ Buddhismus-/ Paganismus-Konkurrenzen!

        It’s the pluralism, stupid.

        Und Argumente mit naturalistischer Binnenerklärung können aus diesem Dilemma nicht hinausführen, Jesus so zu rezitieren, ist daher bereits Naturalismus/ Fundamentalismus.

        „1) Jesus von Nazareth nannte die Jahwe-Anhänger Kinder des Teufels, des Menschenmörders und Vaters der Lüge (Joh. 8:44).“

        Nun, versuchen Sie doch einmal Jesus hier als Kritiker des Fundamentalismus zu verstehen. Fundamentalismus ‚verteufelt‘ nämlich durch Naturalisierung der nichtnaturalen Verhältnisse, wie alle Verhältnisse der Kultur es, schlussendlich (kontra Überbaudogma!), doch realgelebt, sind.

        Warum?

        Weil der Mensch selber Grenzgänger zwischen Natur ‚und‘ Vernunft ist, selber Naturalist und Metapher in einem lebt, so existiert, das ist das Schlussresüme etwa von Heidegger und Kirkegaard. Nehmen Sie das und in der Mitte weg, dann zerfällt alles in einen unüberbrückbaren Dualismus, der nicht mit der Anerkennung der Dyade ‚Vernunft & Natur‘ verwechselt werden darf, sollte.

        Auch der naturwissenschaftliche Naturalismus (Positivismus/ Reduktionismus) müsste dann, ’neujesuanisch‘ formuliert, als ‚Kind des Teufels‘ bezeichnet und abgewiesen werden, nicht die echte, nichtnaturalistische Wissenschaft (Erlanger Theorieschule, Lorenzen, Kamlah und viele weitere).

        „2) Wann immer man der Spur des Geldes folgt, sind Jahwe-Leute die Quelle der Macht nicht nur bei Presse, Agenturen, Hollywood. Medien etc.“

        Der Spur des Geldes können Sie aber vielfältig folgen, nicht nur in der Falle eines willkürlich zurechtgemachten und ‚hingehaltenen‘ Religionsdiskurses. Die Gleichung JHWH = Mammonanbetung stimmt, aber nur, wenn ich sie völlig nichtnaturalistisch, eben verallgemeinerungsfähig argumentieren kann. Darauf läuft es doch hinaus. Propagandistische Fallensteller nutzen die allgemeinverbreitete Naturalismusblindheit der großen Mehrheiten!!!

        „3) „An ihren Taten sollt ihr sie erkennen“ ist der wichtigste Faktor: Alle Großverbrechen und Kriege mindestens der letzten 170 Jahre sind auf Jahwe-Leute und/oder offene Satanisten (Freimaurer oder andere Tarnnamen) als UR-Sache, Quelle und Finanziers zurück zu führen.“

        Auch das müssen Sie aber ‚verallgemeinerungsfähig‘ denken können, um nicht aufzusetzen, mit dieser zu kurzen Kritik. Und auch die Illuminaten, Freimaurer sind alle als intelligible Vergesellschaftungen(wieder ist es der Dienstadel, die problematische Vergesellschaftung von Elite/ Bourgeoisie) zu verstehen und erst dann auch zu kritisieren, denn im extremsten Extrem darf auch Intelligibilismus nicht zu einem ‚Freibrief‘ vorteilsnehmender Politik missbraucht zu werden, wie es etwa der Grenzgänger und F.H. Jacobischüler ‚Leo Strauss‘, getan hatte, der eine mächtige ideelle Wirkung auf die amerikanischen, politischen Zionisten ausüben konnte!

        „Marcion hat am klarsten gesagt, daß Jahwe lt. Jesus der Teufel ist!“

        Marcion muss mit Marcion erweitert werden, in echter Charité, nicht als naturalistische Kampfformel.

        Sie grüßend, im politisch-religiösen Proseminar, hier auf Geolitico

      • Deutscher im Exil // 3. Mai 2017 um 11:00 //

        @ Conrath

        Sie haben einen noch viel zu geringen Kenntnisstand und damit zu niedrigen Bewustseinsgrad in dieser Frage, scheinen aber auf dem richtigen Weg zu sein.

        Darum auch Ihre epischen Ausführungen, die meine Aussagen in keiner Weise widerlegen.

        Arbeiten Sie an Ihrer Erkenntnis, verfolgen Sie die Spur des Geldes und der Macht hinter aller Großverbrechen und sie werden immer bei Jahwe-Leuten landen, wozu natürlich auch deren willige Hiwis und Büttel zählen.

        Es geht nur und allein um die Geisteshaltung!

        Alle Reden der Jahwe-Leute von Volk, gar Rasse, Auserwählte etc. sind tumbe Nebelkerzen, die vom Kern ablenken sollen.

        Geist bestimmt Materie!

      • Conrath // 3. Mai 2017 um 12:07 //

        Lieber Exiliant,

        haben Sie denn etwas von den beiden Texten verstanden? Wenn ja, dann müsste doch immerhin klar sein, dass alleine die Bezeichnung JHWH-Leute irrtümlich ist. Sie verschmelzen, was differenziert werden muss.

        Es gibt selbst in der zahlenmäßig relativ kleinen Gruppe der jüdischen Religionsströmungen, viele und mit unterschiedlichen Programmen, arbeitende Gruppen. Die Kritk kann daher doch nur denen gelten, die sich aus diesen Gruppierungen heraus zu Apartheitsstaat, zu religiösem Fundamentalismus, zu kryptischer Geopolitik bekennen. Und die politischen Intriganten und Hardliner, die seit 200 Jahren, also massiv seit dem Wiener Kongress oder der französischen Revolution, die Welt unsicher machen, von der ich durchaus Kenntnisse habe, was Sie mir ja nicht zugestehen, warum auch immer, diejenigen rekrutieren sich doch etwa in England und Amerika, aber auch in Berlin, Brüssel und Frankfurt, aus dem breiten Zufluss etwa von AIPAC-Leuten und in England von fundamentalistischen Royals (einige die Ihre Blutlinien mystisch angebunden wissen wollen), von calvinistischen Hardlinern usw…

        Also ich vermute eher, dass Ihr Kenntnisstand oder Ihre Intention, dann eine vorsätzlich ‚vermischende‘ ist, entweder ohne oder mit besserem Wissen, das kann ich nicht sagen.

        Politisch versammeln sich die Fundamentalisten dann noch mit Strukturfundis, etwa den ‚Anbetern‘ des Zentralismus und Bürokratismus, den Mechanismusgläubigen usw… Und das lässt sich nicht auf ein Religionsphänomen kurzschließen, dass vor 2.600 Jahren mit der babylonischen Eroberung des kleinen Jerusalems begann usw… Also das ist einfach zu wenig.

        Das Kulturjudentum hat sehr viele, intellektuell regsame Menschen in aller Welt angesprochen, miteinander verknüpft auch intelligibel, aber nie als simple Interessens- Meinungseinheit, weder in Galizien, Berlin und Wien, noch in Rom, London, Paris, Moskau und NY. Dieser Ausschnitt aus allen weiteren, weltweit vorkommenden Gruppierungen, die noch viel gößer sind, lässt sich nicht als Monogruppe darstellen, das ist dann Geschichtsklitterung. Tatsächlich haben sich auch die west- und ostjüdisch orientierten Gruppen untereinander, von Anfang an, stärkste Konkurrenz geliefert. Und wenn Sie es schon faktenmäßig verkürzen wollen, dann müssten Sie es mit dem Hinweis versehen, dass diese Eliten auch jeweils ihr eigenes Gegengift, besser Antidot, ihre eigene Intellekt- und Handlungskritik, gleich mitbrachten/ mitlieferten und immer auch auf sich selber anwendeten. Das ist doch die realistische, wissensbasierte Krux, lieber Exiliant.

        Was bitte setzt sich denn in der Kultur des neulevantinischen Apartheidsstaates durch? Und was wird von einer Minderheit dort schärfstens kritisiert (Avnery,…)? Das müssen Sie schon zusammenbringen, auch an anderen Orten und Phänomenen.

        Wer den Islam nur pauschal kritisiert, sollte die Spannweiten kennen, zwischen dem Iran und ‚Sau-Arabien‘, so nenne ich es hier, ohne Verzierungen, wegen des politischen Wahhabismus. Aber doch nicht mit dem Begriff JHWH-Leute oder Musels. Und die geopolitische Rolle des Kunststaates in der Levante ist auch kein Anlass für eine solche klitternde Bezeichnung. Es passt so wenig, wie Jeanne d’Arc zum späteren afrikanischen Kolonialismus Frankreichs passt, nämlich garnicht. Also kommen Sie mir bitte mit Bildung und Wissen, nicht ohne diese.

        Insofern gehe ich davon aus, dass Sie meine Ausführungen zum Problem des ‚Naturalismus‘ noch nicht verstanden haben, ich mich noch unzureichend ausgedrückt habe, zu kurz, mit zu wenigen Beispielen, wie auch immer.

        Sie grüßend

      • Deutscher im Exil // 3. Mai 2017 um 12:35 //

        @ Conrath

        Ihnen fehlt die Fähigkeit, präzise und damit kurz zu formulieren.

        Anstatt dessen schreiben Sie Sätze bar jeder Logik wie diesen:
        „Marcion muss mit Marcion erweitert werden…“.

        Da frag ich mich, warum Sie nicht den Dealer wechseln, bei derart schlechtem Kraut – oder auf Rotwein umsteigen.

        Sie schreiben:

        gehe ich davon aus, dass Sie meine Ausführungen zum Problem des ‚Naturalismus‘ noch nicht verstanden haben

        Gehen Sie aus, wovon Sie wollen: Ihren Exkursen in weit entfernte Themen, die mit dem hier NullKommaNix zu tun haben, folge ich nicht. Lernen Sie, Ihr Denken klar zu strukturieren und entsprechend präzise zu formulieren – mit üblichen Vokabeln.

        Könnte ich das nicht (in meinem Job), wäre ich schon längst verhundert.

        Ihre irgendwo ausgegrabene Verbalität zeigt, daß Sie Mangel an Inhalt durch pseudo-intellektuelles Geschwurbel zu ersetzen versuchen. Der Trick ist so alt wie fad.

        Ich lasse es dabei (mit Ihnen).

      • Conrath // 3. Mai 2017 um 12:48 //

        @Exiliant

        Nun verwechseln Sie die beiden Begriffsfelder Logik (inhärenter Geltungsumfang, Konformität, Widerspruchsfreiheit) und Quantität (Umfang, in Relation von was denn!?). Das ist relativ billig, weil Sie die ausgelegten Argumente einfach überlesen und dann etwas mutmassen, was daraus nicht ersichtlich ist, Willkürstil halt.

        Nicht die Menge, sondern die Relevanz und Argumentation entscheidet, was denn sonst, etwa blosses Meinen?

      • Deutscher im Exil // 3. Mai 2017 um 12:54 //

        @ Conrath

        Was Logik ist, weiß ich seit >30 Jahren bestens aus meinem Job, der Analyse komplexer Systeme.

        Ich bezweifle, daß Sie als Schwurbler mich darüber belehren können.

        Das war garantiert meine letzte Replik auf Ihre epischen Traktate am Thema vorbei.

      • Conrath // 3. Mai 2017 um 14:11 //

        @Exiliant

        Mit dem Argumentieren zu Ende und schon wieder wird geschwurbelt?

        Wenn Sie es nötig haben? Jeder hat auf vielfältige Weise mit Logik zu tun, das ist doch kein sinnvolles Gegenargument zu den Ausführungen hier. Worin sollten diese denn nicht zutreffen, mehr Ihrer ‚Empfindung nach oder der (nichtprivatisierbaren) Logik nach, denn die hätte in Ihren Argumenten ihre Wirksamkeit entfalten können, nicht am Unort und in der persönlichen Zuschreibung von sonstwas!?

        Wenn Sie 30 Jahre Erfahrung mit logischen Operationen und Entscheidungen/ Denkweisen haben, dann müssten Ihnen doch die Argumente umso heller einleuchten, oder?

        Und Ihre letzten Ausführungen hierzu sind es nicht, denn Logik ist keine Willkürveranstaltung und kein fester Besitz. Aus welchem Grund Sie den Diskurs abbrechen entscheiden alleine Sie.
        Ich vermute, es ist für Sie bequemer und stabilisiert Ihr Feindbild. Das auch Sie damit schnell Spielball ganz anderer Interessen werden können/ vielleicht schon geworden sind, wie oben ausgeführt, scheint Ihnen nicht gerade in den Sinn zu kommen.
        Wer bitte profitiert denn von einer verschwurbelten, politischen Kritik, die sich hinter solchen unklaren Begriffen wie ‚JHWH-Leuten‘ versteckt?

        Nun, gerade die von Ihnen doch ‚eigentlich‘ Kritisierten. Und diese können die mangelnde Trennschärfe Ihrer Kritik dann zerlegen und gegen Sie verwenden.

        Kapito?

        Warum bedienen Sie diese Akteure mit Ihrem Halbverstehen? Helfen Sie den dissidenten Kräften in Israel oder sonstwo auf der Welt mit dieser Nachlässigkeit? Nein, Sie befeuern noch die Vorurteile und nennen das dann angewandte Logik, die Sie ja seit 30 Jahren praktizieren. Prima, so wird das nix, lieber teil- oder fragmentlogischer, Exiliant.

      • @Deutscher im Exil

        Vielen Dank für Ihren heutigen Kommentar um 12:35, den Sie an @Conrath geschrieben haben. Wurde mal langsam Zeit….

      • Conrath // 4. Mai 2017 um 08:15 //

        @Rosi

        „„Marcion muss mit Marcion erweitert werden…“. Selbstzitat C.

        Guten Morgen Frau Rosi,

        ja es ist immer wieder ein Spagat, soll man kurz etwas andeuten oder ist die Andeutung noch zu kurz, dem Inhalt entsprechend nur unzureichend dargestellt?

        Es gibt neben Ihnen noch weitere Leser und der eine oder die andere, schaut dann nach, liest weiter, kurz greift die vielen Fäden des Forums und anderer Foren auf usw… Wenn Ihnen das nicht mit jeder Passage die hier geschrieben wird oder von mir eingebracht wird so ergeht, kann ich das gut verstehen. Andererseits ergeben sich aber immer Gelegenheiten:

        a) ein Thema, Einzelaspekt erst später erneut aufzugreifen
        b) die eigene Leseerfahrung, auch anderswo, erlaubt ein Aufnehmen früher liegengebliebener Themen,..

        Ich kann Ihnen verraten, dass sich mein Leseverstehensleben, aus diesen Elementen zusammensetzt und ich vermute, dass jeder weiß, was ich da beschreibe. Wie viele Sachen mussten erst warten, zurückgestellt werden und wenn Sie das später dann merken, ah das hatte ich doch schon mal bedacht oder ich konnte vor 15 Jahren mit diesem Autor, Buch, Thema noch herzlich wenig anfangen,…, dann sind das wichtige eigene Erfahrungen mit/ in der intellektuellen Biographie oder dem individuellen Bildungsgang, auf die Wortbezeichnung kommt es ja nicht an. Und zusammen mit Erfahrungen des sich mit den Nächsten über deren Erfolge freuen, eine Freundin übersteht eine Krankheit, die Drittjüngste hat nach der 25. Bewerbung den Arbeitsplatz bekommen, auf den hin sie zwei Studiengänge und 5 Jahre Auslandserfahrung investiert hat oder da deckt jemand plötzlich spontan den Tisch, ist dieser Jugendliche krank oder hat er einen Sprung gemacht (?), also zu diesen schönen Lebenserfahrungsmomenten rechne ich schon seit langem auch veränderte und erweiterte Verständniserlebnisse. Und heute erwarte und pflege ich sie, wie meine Nächsten. War das präzise genug?

        Und was meint dieser Conrath mit ‚Marcion durch Marcion erweitern‘?

        Ja richtig, es ist eine ‚Formel‘. Unmittelbar, naturalistisch geht es nicht, weil Marcion nicht wartet, nicht in seinem damaligen Leben, bis irgendein schreibwütig bis schreibfreudiger Forist ihn, Anfang des 21. Jahrhunderts erweitert. Da haben Sie also mit Ihrem naturalem Realismus ganz recht, das geht nicht. Aber was geht dafür?

        Nun Charité umfasst die Frage, was hat jemand gedacht, gesagt und was eigentlich gemeint und angestrebt, also die normale, erforderliche Alltagssemantik, die etwa entscheidet, ob jemand ‚partnerschaftsfähig‘ ist oder doch noch nicht. Probieren Sie diese Fragestellung aus. Stimmt Conrads Hinweis mit dieser Charité oder spinnt er nur, bildet sich was ein, überschätzt dieses Prinzip. Und wenn Sie einen verbesserten Zugang oder ein neueres Prinzip, aus dem Ansatz gewinnen, dann würden Sie meinen Ansatz, also ‚Conrath mit Conrath erweitern‘. Jede gute Kritik ist so angelegt, übrigens auch in der Form, ‚Rosi mit Rosi erweitern‘, erst mal machen Sie selber dieses Kerngeschäft Ihrer Bildungsbiographie und Seelenbiographie (letzteres dann um Existenzielles erweitert) oder andere im Forum oder Menschen denen Sie heute oder übermorgen begegnen.

        Kürzer
        Wie beim Straßenverkehr die Verabredung der beiden möglichen Spinrichtungen (in der Ebene, im Raum gibt es drei Spinrichtungen, daher hat er auch vier Dimensionen als Geradenmannigfaltigkeit) im Kreisverkehr wichtig sind, rechts oder links (übersetzt mit oder gegen den Uhrzeigerdrehsinn) fahrender Verkehr, so ist in der Gemeinschaft des Intelligiblen, der wir ja (angeblich), schreibt C. (- stimmt es oder schreibt er es nur?), alle angehören, die Charité die wichtigste allgemeine Verkehrsregel ist.

        Und Ihre Bemerkung zur Giralgeldschöpfung, dazu gab es auch schon vor Jahren positive Aussagen durch die Bundesbank, u.a. von Pöhler, da stimme ich Ihnen zu, war überrascht, dass Dragao das noch nicht so sieht/ oder kannte, egal.

        Im Prinzip ist Charité der pragmatische Antagonist zu freier Entscheidung (aus gültig erkannter Bestimmung i.S. Kants).

        Sie grüßend

    • @Ranma

      Ihre weiteren zitierten Zuordnungen zum Singular und Plural von JHWH, bestätigen ja meine Kurzfassung, die Langfassung enthält das, geht aber weit darüber hinaus. Vor allem behaupte ich dabei nicht Satanas wäre etymologisch zu gewinnen, das haben Sie nur falsch verkürzt hinein interpretiert und der Sache nach, richtig dargelegt, wie ich es ja auch getan hatte!

      Satan und der griechische Satyr und zig andere Bezeichnungen sind immer auch ex post Benennungen aus kulturellen Übernahmen und Umformungen gewonnen. Sie wurden aus der Sicht der jeweils späteren Hochkulturen, zur Abwehr der Übernahme der älteren Metaphern, vollzogen. Die Kultur der konkurrierenden Vorgänger, mit ihren Kulturgottheiten bzw. ein veränderter Umgang mit vorher anders ‚verstandenen/ erlebten‘ Staatsgöttern, führte immer wieder zu Umbenennungen und auch Umwertungen, wurde kulturmachtpolitisch umgeschrieben. Diese äußere Seite der Vorgänge ist recht gut erforscht. So wurde aus Ahura Mazdao Ahriman und so fort. Die Altphilologen wissen es noch genauer, detailverschränkter.

      Meine Betrachtung dazu beginnt aber erst an dieser Stelle, da es mir nicht um einzelne, dazu wechselnde Namen geht, sondern um die Wirklichkeit, die damit ganzheitlich verbunden ist, in plausibler Erklärung verstehen zu können. Diese Sicht steht nicht im Widerspruch zu den belastbaren Ergebnissen der Altphilologie und das ist wesentlich! Sie, die Sicht des ‚Intelligibilismus‘, beansprucht, innerhalb des erforschbar Auffindbaren, einen weiteren, höheren Freiheitsgrad. –

      Lokale Verschränkungen von Wesenheiten und Clangruppen, Ethnien oder Ethniensplittern, sind einer Veränderung unterworfen, nicht in einem singulären Fall, der dann für alle anderen mitzugelten hat, notfalls mit dem Schwert oder Gewehrlauf begründet, sondern epochenweit und verstreut in allen Bereichen von bereits erreichter, höherer allgemeiner Kulturalisierung.

      Bitte beachten Sie die Komplexitätsanforderung dieser Grundfrage und die mögliche Antwort (These) dazu!

      Nun nochmals konkret zu den Konfigurationen des hebräischen Religionskomplexes.

      Auch hier helfen Religionswissenschaft und Altphilologie weiter, jedenfalls ein Stück weit. Was in der später abgefassten Geschichte dargestellt wird, ist oft vom ursächlichen Ablauf her gesehen umgekehrt verlaufen in der tatsächlichen, existentiellen Religionsgenese. Denn ohne das Konzept einer Möglichkeit zu existenzieller ‚Religio‘ (Grund-/ Rückverbundenheit) tendieren Altphilologen nur zu unendlichem Nachweis von Abkünftigkeiten, Verschiebungen, Umwandlung, Aufspreitungen, usw, bzw. verhandeln deren weitere, permutative Unterkombinationen, immer anhand von neu dazukommenden Quellfunden. Das macht dann eine ‚ewige‘ Wissenschaftssuche daraus. Es ist eben der ärchäologische Anteil am Verstehen. Der hermeneutisch-religionswissenschaftliche Anteil muss allerdings, mAn, unbedingt dazu kommen, um den Gegenstand der Forschung, nicht schon während des Forschens, zu verlieren, wie es etwa in der Atomphysik des 20. Jahrhunderts, durch naturwissenschaftliche Mythenbildung geschah, ab Bohr und Einstein/ Heisenberg, assistiert durch Planck usw…

      Mein Deutungsangebot zur ‚verallgemeinerungsfähigen‘ Symptomatologie von JHWH, die Schrift erfasste, Sie schreiben es korrekt, keine Vokale, die wurden zusätzlich konnotiert, geht daher weiter. Meine Vermutung geht davon aus, ich musste mich ja notgedrungen kurzfassen, dass es sich bei dem hebräischen Religionsbildungsprozess oder Nukleus, im Ganzen um etwas anderes handelt, als:

      – die naturalistisch geglaubte Schriftgeschichte (wie wir älteren sie aus der Kinderbibel, mit vielen Bildern unterlegt, noch kennen), die sehr viele Widersprüche enthält, das Königreich David war etwa nur ein sehr kleines Mini-Bergfürstentum usw. und
      – die nachherigen, mehrfachen Gefangenschaften in Großkulturen, Ägypten, Babylon und wenn man so will, auch Alexandrien, Rom, London usw… bis in die Begebenheiten von Berlin und Ausschwitz.

      So gesehen ist das später so rekonstruierte ‚jüdische Schicksal‘ ein allgemeines, menschheitliches, wenn es sich nur vollkomen verallgemeinerungsfähig selbst versteht! Wer einen strengorthodoxen, 613 Gesetze umfassenden Verhaltenskodex als naturalistischen Ersatz für diese Kulturtransformation, die sich ja weltweit, nicht nur im heutigen Palästina, der Name ist jüngeren Datums, ereignet hat, annimmt, bzw. vertauscht, ist damit existenzieller ‚Naturalist‘, also Religionsgläubiger, so wie es die Mehrheit heute noch ist und lebt. Und das Problem dabei ist die daraus erwachsende Exklusivitätshaltung, die alle anderen Gruppenbewusstseinsgeschichten dann zurückweist und ablehnt und eigene Exklusivität auch normativ und gewaltbereit, durchsetzt. – – –

      Und die ‚Entlokalisierung‘ von erlebter und kulturell tradierter, Erfahrung des Intelligiblen, also des Zusammenflusses aus kulturvermittelter Sinnerfahrung (Intelligibilitätsfunktion) und der jeweils eigenen, unmittelbaren(!) existentiellen Sinnerfahrung, kann insgesamt in zwei Formen des Selbstverständnisses gelebt werden:

      – als im Prinzip aufgeklärte, existenzielle Religiosität/ Philosophie (sie gehören immer als echte Antagonisten zusammen) und
      – als naturalistisch gelebte, nicht vermittelbare klassisch-traditionelle Religiosität (die leider zu Gewaltkonflikten neigt, immer schon, das ist wohl der Kaufpreis der allmählichen Autonomieentfaltung jedes einzelnen Menschen in der Spannung zu Gruppensichtweisen und Gruppenüberzeugungen in denen sich die Einzelnen, wir alle entfalten)

      Beide Religionsformen leben heute parallel miteinander und ihr wesentlicher Unterschied besteht darin, dass naturalistische Religion nur den Kompromiss finden kann, oft den faulen, machttangierten Kompromiss und der existenzielle, Intelligibilismus (Kant mit Kant erweitert) als nichtnaturalistische Sicht auf Weltverbundenheit und Sinn-/ Werteschöpfung, erst im Beginn seiner Entfaltung stehend, keine Kompromisse mehr machen muss und damit auch auf Gewalt, aus innersten, intrinsischen Motivlagen, aus sich heraus ganz verzichten kann!

      Intelligibilismus ist im Keim die ‚Weltbürger-Religion‘ schlechthin, die eine Friedensordnung anstrebt.

      Wer das jetzt nur als besonders perfide NWO-Theorie-Variante missversteht, hat zwar den Kern verstanden, nicht aber das Gebot, was mit dieser Sichtweise einhergeht, nämlich und darin kann ich Kant folgen, diese Friedensordnung aus innerer Verbundenheit mit der allgemeinen Intelligibilität, strebt ’nicht‘ nach dem einen Weltstaat. Dieser wäre, laut Kant, immer viel zu weit weg von seinen Bürgern, also viel zu zentralistisch und bürokratisch. Im Zweifelsfall votiert Kant daher eher für den Naturzustand (was meint, lieber lokale Kriegsmöglichkeiten offen lassen, als einen superzentralistischen Friedensstaat bilden, der nur einen toten Frieden ermöglicht, eine Gerechtigkeit ohne Freiheit/ Autonomie) als einen Super-UNO-Staat.

      Kant, als pragmatisch-universaler Denker, sah also die Möglichkeit voraus, dass der Naturzustand, zur Aufrichtung eines ‚Weltfriedenszustandes‘, nicht Weltfriedensstaates, sich eher über einen lockeren, halb im Naturzustand verbleibenden, Staatenbund realisieren lässt, als durch den Superstaat. Als hätte der ‚Kaliningrader‘ Aufklärer die geopolitische Wende von 2015 bereits vorweggenommen. Antizipiert hatte er diesen Verlauf ja bereits.

      Ich meine daher, als entwerfender freipraktizierender und vielfach wettbewerbsteilnehmender Architekt, Kant und die westliche Oblast der RF, sollte ein weiteres Friedensdenkmal erhalten, neben den Friedensdurchsetzern der S-500 Batterien.

      Bleiben wir noch kurz in der vorpaulinisch-jesuanischen Zeit, dann handelt es sich bei den Hebräern um verschieden Gruppen aus dem ‚Dienstadel‘ der großen Kulturen (Babylon, Ägypten,…) und ihrem weiteren Anhang. Sie erzwangen, sozusagen parallellaufend, eine Neuinterpretation und auch damit gegebene, neue Verhältnisse einer, nicht nur eingebildeten, sondern wesenhaften, neuen Verkehrsform des Intelligiblen mit diesen Gruppen. Die Verallgemeinerung ist dann aber nicht (nur nominalistische) Prinzipursache, ‚ex post‘ gefunden, sondern die sich einstellende natürlich-reelle Ablauffolge aus einer zunehmenden Autonomie der reallebenden und gruppenweise relegierenden Gemeinschaften. Menschliche ‚Intelligibilitätsgruppierung‘ wurde somit ihre eigene Realität, nicht einzelne Vertreter dieses allgemeinen Vorgangs(!) und zwar durch höhere Intelligibilität ‚begleitet‘ und hier erst trenne ich mich von Auffassungen, wie sie Jan Assmann liefert und frage nach einer widerspruchsfreien Synthese mit den Möglichkeiten (Denkwirklichkeiten!) von Kants ‚Opus postumum‘. Ds ist keine Kontrathese zu Assmann, sondern eine mögliche Erweiterung, über eine, nur positivistische, Geschichtsforschung hinausgehend!

      Und erst die klare Abgrenzung auch von Möglichkeiten, die Methoden erlauben oder gar nicht mehr unterstützen, ist hier dringend erforderlich, um die Übersicht nicht zu verlieren.

      Kürzer:
      Die Stadtgöttin von Babylon wird später konkurrenzierend zur Hure Babylon gemacht, umkonnotiert, also ’schlechtgemacht‘. So erging es auch den vielen anderen, halbrealen und halbmetaphorischen Götternamen. Die zugrundeliegenden Wesenheiten selber sind dann ‚übermetaphorisch‘. Ein Schelm könnte sagen, ja wo bleibt denn der Unterschied zwischen ‚übermetaphorisch‘ und ‚supernaturalistisch‘?

      Streng genommen besteht er nicht in der Sachlage und Zuordnung des ontologisch Gegebenen, sondern in der fehlenden Elastizität/ Plastizität, der verallgemeinerungsfähigen Anwendung im konkreten Kulturzusammenhang! Einen Agnostiker oder Atheisten kümmert es nicht, da es ja nur ein ‚nominalistisches‘ Problem ist, vom Nominalismus her gesehen! Aber ein realistischer Idealist, jemand der beide Geltungen, im Gleichgewicht ihres realen Auftretens, bestimmt und anzuwenden versteht, als ‚Wirklichkeitsschlüssel‘ zu gelingendem Zusammenleben der Kulturen, sieht eben eine (überwindbare) Differenz zwischen beiden Attributen/ Adjektiven. – – –

      Pragmatisch:
      Die weltweiten, modernen Glaubens- und Auffassungsgemeinschaften, werden untereinander friedensfähig in dem Masse, wie sie die Prinzipien der Kantschen Aufklärung für sich verinnerlicht anzuwenden wissen. Aus diesen Keimen können autonome, heterarche Selbstbestimmungsgemeinschaften hervorgehen, die sich, symmetrisch zum Verlauf der historischen Religionsgruppierung, wieder lokal rückverwandel oder virtuell ausbreiten, sich selbst damit zum schönen, waren und guten Leben selbstlegitimierend!

      Charles Fourier, Kropotkin und Kant (und Thomas Ebermann und viele Millionen weitere) geben sich die Hand und verstehen ihre, dann auch übersterbliche, umfassende Gesellschaftlichkeit, wenn sie alles konsequent zu Ende denken und ihr Herzensintuition dabei nicht verlieren.

  13. Die rechtstaatliche Unschuldsvermutung scheint einigen nichts mehr zu gelten, deswegen muß ich hier mal die Rolle des Verteidigers übernehmen. Es sind nur ein paar kleine Fälle.

    In Japan herrscht Religionsfreiheit. Im Prinzip schon immer. Einen Staatsshintoismus kann man allenfalls von der Meiji-Restauration (ausgehendes neunzehntes Jahrhundert) bis zum Zweiten Weltkrieg (Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts) annehmen, also kaum mehr als fünfzig Jahre lang. Hochaggressiv war der nicht, sondern fällt nur mit einigen größeren Kriegen zusammen, für die Japan größtenteils nichts konnte. Das sollte schon daran deutlich sein, daß die beiden Weltkriege zu diesen Kriegen gehören.

    Nach dem Zweiten Weltkrieg bestimmte die Siegermacht USA, daß der Tennō (天皇) kein Gott ist. Damit war es mit staatlichem Shintō vorbei und man kann den Rest als Neoshintoismus bezeichnen. Der will jedoch überhauptgarnichts zerstören.

    Wenn Khasaren sich als Juden bezeichnen, dann macht das die Khasaren nicht automatisch zu Lügnern, sondern es kommt darauf an, was mit dem Ausdruck Juden gemeint sein soll. Angeblich ist das Judentum eine Religion, zumindest in Deutschland als solche anerkannt. Man darf in ihrem Namen sogar Dinge tun, die sonst völlig unsäglich, unerträglich und ganz klar zu bestrafen wären. Falls Juden also Ausübende einer Religion sind, dann steht es auch ethnischen Khasaren frei, sich zu dieser Religion zu bekennen. Sonst könnte man als Europäer kein Christ sein, weil das Christentum aus dem Nahen Osten stammt. Etwas anderes wäre es, wenn die Khasaren ihre Herkunft leugnen und sich als Angehörige der jüdischen Rasse ausgeben würden. Aber Juden als Rasse anzusehen gilt als charakteristisches Merkmal der NS-Propaganda und daher als überholt und als schon immer falsch gewesen. Wenn es keine jüdische Rasse gibt, dann kann ihr natürlich niemand angehören. Der Khasare, der das dennoch von sich behauptet, lügt dann. Aber eigentlich ist es schon so, daß die Khasaren nur ihre Religionszugehörigkeit als jüdisch behaupten. Das ist logischerweise wahrheitsgemäß möglich, weil Religionsfreiheit ein Menschenrecht ist.

    Ahriman ist nicht mit Ahura Mazda(o) gleichzusetzen, sondern die Religion der Zoroastrier ist eine dualistische, die einen guten Gott namens Ahura Mazda(o) und einen bösen Gegengott namens Ahriman kennt.

    Was Tibetismus sein soll ist völlig fraglich. Passend wäre der Name für die Separatistenbewegung, die für ein von China unabhängiges Tibet kämpft. In dem Fall ist Tibetismus durchaus aggressiv, zerstörungswillig und antichinesisch. Deshalb werden die Separatisten von China gefürchtet und bekämpft. Das hat aber eigentlich nichts mit religiösen Lagern zu tun. Genaugenommen haben nur manche Angelsachsen ein Interesse an einem von China unabhängigem Tibet, weil das zu zwei schwächeren Staaten führen würde.

    Die orthodoxen Juden sind leider nicht die Mehrheit der Juden. Die orthodoxen Juden sind jene Minderheit, die NICHT gewaltbereit ist und daher den Wehrdienst verweigert. Weil sie das aus religiösen Gründen tun, machen sie so immer wieder darauf aufmerksam, daß die israelische Propaganda, die vorgibt sich auf das Judentum zu berufen, der jüdischen Religion direkt widerspricht. Das macht die orthodoxen Juden zu einem Ärgernis für die isrealische Nomenklatura.

    Im Biblischen Hebräischen unterscheidet man die breve-Schreibung und die plene-Schreibung. Erstere ist die normale Form, letztere legt mittels eingefügter Halbvokale (J, W) bestimmte Aussprachen nahe, was vor allem für Eigennamen besonders sinnvoll ist. Manchmal wechseln beide Schreibweisen ab, sogar für das gleiche Wort innerhalb eines Satzes, um Sätze auf eine bestimmte Länge zu bringen. Darüber hinaus kennt das Biblische Hebräisch jedoch keinerlei Hinweise darauf, welche Vokale wo hinzuzudenken sind. Die in vielen hebräischen Texten vorzufindenden Punktierung, die auf die Vokale hinweist, wurde für Europäer erfunden, die sich erst seit dem sechzehnten Jahrhundert für fremde Kulturen und Religionen interessieren. Vorher gab es die Punktierung nicht und die in Synagogen verwendeten Thora-Rollen werden noch immer sorgfältig davon freigehalten. Bis heute kommen nur Christen auf die Idee, das Biblische Hebräisch biblischer Texte mit einer Vokalpunktierung zu versehen. Für die Juden bedeutet das eine Verfälschung, die nicht nur die Heilige Schrift entweiht, sondern auch wesentliche Bedeutungsebenen vernichtet, so daß es sich eigentlich nicht mehr um eine Ausgabe der Heiligen Schrift handelt.
    Ranma

    • Vielen Dank, Meister Ranma

      Ja, es ist immer ein Elend, schreibt man es zu knapp, wie ich es im bezogenen Kommentar gemacht hatte, dann muss nachher aufgeräumt und nachgeklärt werden.

      Natürlich gilt die Unschuldsvermutung auf für jede epistemische Frage, ist dann Frage nach gültig, ungültig oder gültig bis hierhin, bzw. umfasst alle erforderlichen Prämissen, da sind wir uns einig.

      Nun, erfreulicherweise zum Shintoismus. Ja, der ist nicht als Ganzes gut oder schlecht, was Sie dann aber auch für den nationalen Sozialismus (in dezentraler Formation) gelten lassen müssen!!

      Aber gemeint war, unter dieser Bezeichnung, Rubrik, gab es eine konkrete, sehr üble Ausgestaltung, historisch und an den Merkmalen XYZ, zu indizieren. Das gilt für den Shintoismus wie den Nationalsozialismus, die dann erst noch in jeweils gute und schlechte Anteile zerlegt werden müssen. –

      Das ist nicht jedermanns Sache, hat man es doch gerne leicht und bündig, kurz und bequem. Das ist schwarz und das lila, das geht nicht und das gibt es nicht usw…

      Der machtzentrierte Staatsshintoismus hat den vorletzten Tenno zerniert und dann 1934 den furchtbaren Krieg gegen China entfesselt. Der Tenno selbst war immer strikt dagegen wurde aber per Staatsstreich kalt entmachtet (vergleichbar mit der Lage von Trump > http://www.voltairenet.org/article196213.html) und das weiß ich aus persönlichen Berichten meiner Familie durch einen seiner damaligen hohen Unterhändler, der sich in höchstem Staatsauftrag mehrere Monate lang(!) mit eisernem Willen um Friedensverhandlungen mit der geoschachspielenden, tiefen USA gerungen hat. Der damals noch junge Diplomat gehörte zugleich zum innersten Kern des Staatsshintoismus und zwar zu der Tennō(天皇)Front, die ‚immer‘ gegen den Krieg eingestellt war, aber in einem goldenen Käfig eingesperrt wurde. Erst als der Krieg nicht mehr zu gewinnen war, ließen die Kriegswüteriche diese Gruppe wieder international agieren, es war die letzte Hoffnung Japans!

      Und vielleicht sehen Sie mir es nach, dass ich höchst erstaunt war, als mir mein alter Herr vor einigen Jahren berichtete, dass er mit diesem Unterhändler jahrelang in engstem Kontakt stand, diesen immer wieder nach Deutschland einlud, für einige Wochen und im Namen seines Arbeitgebers. Dieser höchst geachtete Vermittler öffnete bei jeder japanischen Firma sofort jede Vorstandstüre und führte zu religiös-staatlichen Verbeugungen stärkster Rangordnung. Mein Vater hatte irgendwann gefragt, wie das zustande kommt und erhielt dann den Hinweis auf den Shintoismus und seine Geschichte. Da er uns mehrfach besucht hatte, auch zu Hause übernachtete, war ich überrascht ich konnte mich an diesen freundlichen, immer humorvoll-ruhigen Mann gut erinnern, der immer Geschenke mit brachte, ein fester Ritus. Dann kam die Gänsehaut, als mein Vater auf meine Nachfrage hin, erzählte, was dieser Unterhändler alles versucht hatte, via Genf. Bis zum letzten Tag hatte er, mit anderen, versucht die USA doch noch zu einem Friedensschluss zu bewegen, erfolglos, weil für den 6. und 8. August 1945 die globale Krake etwas anderes geplant hatte.

      Ein Stück Geschichte, im Nachhinein zu Hause. Nun gut, oder auch schlecht.

      Exakt muss daher formuliert werden, in diesen Erscheinungen, etwa dem religiösen gelbbemützten Tibetismus, gibt es bösartige Kerne. Um Ihre Version zu korrigieren, nein ich meinte nicht nur die politische Autonomiebewegung, sondern den Kriegsbuddhismus! Auch persönlich kennend und befreundet, hat das Autorenpaar Trimondi dazu vieles recherchiert, lesen Sie, ‚Der Schatten des Dalai lama‘: http://www.trimondi.de/front.html

      Und nun zu Ahriman. Der Zoroastrismus ist nur später Zwischenträger, Vermittler, vergleichbar der Mithrasreligion. Steiner hatte sich auf die damals übersetzen zoroastrischen Texte beziehen können, mit seiner ex post Namenswahl, das trifft zu, aber die diesem Konzept zugrundeliegenden, wesentlich älteren, Vorbilder, hatten einfach zwei Gottheiten, nicht in gut und böse getrennt, es waren zwei Aspekte, die zuerst in Ahura Mazdaos Vorläufer vereint waren und dann zur Achsenzeit polarisierten! Es geht ausführlicher, aber ich denke jetzt an Rosis Augen und Scrollzeigefinger und belasse es bei dieser Andeutung.

      Schreiben Sie aus Asien, oder Süd-Mittel-Amerika? Asien ist ja groß!

      Grüße an Sie, wo immer Sie aus Ihrer Zeitzone auch schreiben mögen, ‚ex oriente lux‘

      • Conrath // 4. Mai 2017 um 09:19 //

        Fehlerahriman:

        Natürlich gilt die Unschuldsvermutung auch für jede epistemische Frage…

  14. Zur jüngeren Geschichte Japans unbedingt den Artikel
    https://fassadenkratzer.wordpress.com/2016/12/16/pearl-harbor-und-die-muenzen-auf-der-schulter/
    mitsamt sämtlichen Kommentaren beachten! Das sollte man nicht ständig alles wiederholen müssen, deshalb gibt es die Möglichkeit einen Link zu setzen. Wir können mit dem dortigen Stand weitermachen. Aber auch das dürfte sich als unnötig erweisen, weil wir den Lesern kaum noch mehr über die jüngere Geschichte Japans beibringen können. Allenfalls könnte Con ratlos erklären, warum er den Staatsshintoismus als hochaggressiv bezeichnete, obwohl er aus erster Hand erfahren hatte, daß sich sogar der höchste Repräsentant des Staatsshintoismuses, von seinem Status her selbst ein Gott, für den Frieden einsetzte.

    Con ratlos ist auch deswegen ratlos, weil ihn der Kenntnisstand seiner Gesprächspartner nicht die Spur interessiert. Hauptsächlich mal etwas Unnötiges rausgehauen. Über ein Buch der Trimondis habe ich mal ein Referat gehalten. Interessant war es. Religionswissenschaftliche Bedeutung wird es nie erlangen, dafür fehlt es einfach an Beweisen und Belegen der darin vorgetragenen Gerüchte und Verschwörungstheorien. Damit will ich nicht sagen, daß die Behauptungen nicht plausibel wären, sondern daß zum Beispiel in einer Architekturvorlesung keiner lehren würde, daß ein Hochhaus wie das WTC in den USA auch dann nicht einstürze, falls ein Flugzeug hineinflöge. Genauso wird kein Historiker lehren, daß sich deutsche und japanische Diplomaten vor beiden Weltkriegen für den Frieden einsetzten anstatt die alleinige Schuld Deutschlands zu betonen.

    Ein offenes Eintreten für kriegerische Handlungen wie im Islamismus, im zionistischen Pseudojudentum oder im pseudochristlichen Heuchlertum gibt es jedenfalls weder Shintō noch im Buddhismus.
    Ranma

    • Guten Morgen @Ranma

      Sie beginnen Ihre Ausführungen mit einem Themenwechsel oder willkürlichen Themenzeitsprung. Ich hatte von den Vorgängen, vor 1934 verhandelt, die Ausführungen von Pearl Harbor von Ludwig halte ich für historisch weitgehend zutreffend, zur Ontologie und Dynamik des Shintoismus finde ich dort jedoch keinen Themenbezug, zumindest nach meiner ersten Kurzübersicht.

      Der Tenno wurde wirksam in seinem Palast zerniert (> goldener Käfig). Das alles kulminierte bereits vor(!) dem Kriegsausbruch. Ich betrachte es nicht als japanologischer Zeitgeschichtler (mit allen, detailverschränkten Abläufen, sondern aus der Sicht eines Ideenrealisten). Aus und in dem Shintoismus, fand ein Putsch statt, das war meine These!

      Und als ‚n a t u r a l i s t i s c h e‘ Verquickung von Staatsansprüchen, historisch gewachsenen metaphorischen Machtansprüchen, verbunden mit staatsrituellen Abläufen, Handlungen und kulturellen Gewohnheitsbildungen, ist eine Aussage, ‚es gibt eine spezifische japanische Form theopolitischer Amalgamierung von tradierter Hochkulturreligion und Praxen der Macht‘, auffindbar in einer ‚ausgefeilten, hierarchischen Bürokratie‘, durchaus ‚f a k t e n k o n f o r m‘, also historisch widerspruchsfrei, begründbar.

      Die ‚Himmelsordnung‘ ragte insofern, ganz realpragmatisch, in die asiatischen Beamtenklassen hinein und in ihre gesellschaftliche Selbstwahrnehmung. Na klar, was denn sonst, aber ich betrachte es nicht mit Feuerbachschem Reduktionismus (Intelligibilität als pure Projektion/ Chimäre der Phantasie), sondern mit der fast buddhistischen ‚Gelassenheit‘ der transzendentalen, nicht transzendenten(!!) Deduktion.

      Und der Tenno hat dabei, ob friedliebend oder nicht, zunächst eine Rangfunktion zu erfüllen, als eine erkennbare Pflicht, nicht weniger pragmatisch, als Friedrich der Große eine staatlich-zentralistische, bürgerliche Friedensordnung, in Großpreußen durchsetzte. Als Mensch hat Hirohito, der Tenno-Rollen-Träger (裕仁), darüber hinausgehend(!) die gleiche Entscheidungsautonomie, wie jeder andere Mensch auch. Und als Mensch versuchte er, gegen das altgewordene, spezifische System des theomorphen/ theophanen, Staatsshintoismus, von innen her, durch Anwendung dieser Formation (Rollenkonformität!) Opposition gegen die konfliktsuchenden Parteien auszuüben.

      Also, lieber Ranma, achten Sie bitte darauf mir keine Urteile zuzuschreiben, die ich nicht vollziehe!

      Der Shintoismus ist eine spezifische Erscheinung der allgemeinen, theologisch-bürokratischen Gesellschaftsformationen und in dieser Hinsicht ist mein Vergleich weiterhin gut begründet. –

      Und wenn der hybride, nämlich ägyptisch und nomadisch, sozialisierte, Joseph (zugleich ein ägyptischer Beamter), metaphorischer ‚Jacobs Sohn‘, mit seinen Brüdern, einer ex post erklärten Herrschaftsanspruchsgeschichte entstammt, die historisch herausragende Personen mit mythischen Erwartungen verklammerte, dann führt Josephs Himmelsleiter hinauf, in eine religierende Verbindung mit Intelligibilität, während der Tenno und auch der ‚tibetische Papst‘, bereits mit ihrem Himmelsstaat (einer theo-politischen Elite) in die ‚unterhimmlischen Verliese‘ der irdischen Herrschaft über Menschen, angekommen waren.

      Hirohito war sich wohl der ganzen Spannungen dieser Formation bewusst und die geopolitischen Schachspieler haben dies alles eingeplant, da steckt der Kern des US-Skandalons, den auch Ludwig immer wieder zutreffend thematisiert! Hirohitos spätere, bedingte Anerkennung durch den US-Hegemon, darf nicht unterschätzt werden und kommt den Konkordatsverträgen der Nazis gleich, bzw. der Fortführung unter dem Stichwort Paperclip). So bildete die US-Politik, vermutlich ohne es eingeplant zu haben, den Katalysator für einen ‚inneren Systemwettbewerb‘ des neueren Japans. Und da die Japaner zu rücksichtsloser Entschiedenheit geprägt sind, haben Sie viele, vom Westen nur halbentwickelte, Instrumentalisierungen aufgegriffen und radikal weiterentwickelt, etwa den Fordismus durch Qualitätsindustrie-Management veredelt und die Konversion von Nähmaschinenproduktion zu Hightech-Industrie sehr frühzeitig absolviert. Gerade stehen wir nun vor der dramatischen Kehre, einer möglichen Remilitarisierung dieses, in jeder Hinsicht, phantastischen und hoch ‚kultur-plastischen‘ Landes. –

      Aber Ranma, so wie Husserl bis nach Korea kam (349547899X), so gelangte der moderne Kant (einschließlich seiner späteren Ergänzung > Opus postumum) auch nach Tokio. Aber, um das gleich klarzustellen, auch nach Peking/ Beijing! Das schreibe ich wissend, gegen lose Titel wie etwa Prachts: ‚Lenin kam nur bis Lüdenscheid‘, wenn das Schalke wissen täte, die doch immer fleißig gegen Lüdenscheid-Nord antreten.

      Und nun noch zu Ihrer partiell ungeklärten Vorliebe für CIA-Mythen.

      Die Trimondis sind Kulturkritiker, wobei Herbert Röttgen selber die tibetische Religion erst existenziell selber erfahren hatte, so wie ich meine Sektenerfahrungen mit der Anthroposophie gemacht hatte, und er war darüber nicht weniger dankbar, wie ich es war, diesen Schritt gemacht zu haben, denn niemand ist doch gezwungen stehen zu bleiben, weder ein Tenno, noch ein Kulturkritiker, der später die Lizenz für die europäische Herausgabe (später Trikontverlag) der kleinen, roten Mao-Minibibel jahrelang ausübte, noch ein Architekt, der sich für die Weltkultur und philosophische Fundamente erwärmt, noch ein Forist von Geolitico. Niemand, Sie eingeschlossen, ist zu semantisch-lebenspraktischem Stillstand verdonnert, es sei denn, er entspringt der inneren Lotsen-Entscheidung des ‚übersterblichen Lernenden‘ in uns.

      Und wenn Ihnen Trimondis Kritik etwas zu wenig Spielraum hierzu lassen sollte, ich differenziere auch Trimondis Kritik, aber nur in diesem Punkt der verallgemeinerungsfähigen Intelligibilität, wo sich das Ehepaar nicht von einem subtilen Naturalismus der ‚Diesseitigkeit‘ abgrenzt und das betrifft die ‚Dalai-Lama-Kritik ‚n i c h t‘ in ihrer Kernaussage und ihrem Konformitätsanspruch. Wenn Sie mögen, ergänzen Sie sich doch die Kritik um Colin Goldners Ansatz, aber seien Sie hier nicht naiv, was die Avancen der CIA-Kulturpolitik betrifft. Und an den Früchten ist gut die moderne Übergangsgesellschaft Chinas zu erkennen, die zwar noch mit ihrem Zentralismus zu kämpfen hat, aber nicht aussichtslos in ihrem Kampf ist, was ich ja schon angedeutet hatte.

      Sie grüßend

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