Politik hat ihren Preis

Inschrift am Reichstag / By Mcschreck [Public domain], via Wikimedia Commons; https://commons.wikimedia.org/wiki/File%3AReichstag_Giebel2.jpg Inschrift am Reichstag / By Mcschreck [Public domain], via Wikimedia Commons; https://commons.wikimedia.org/wiki/File%3AReichstag_Giebel2.jpg
Die Politik missachtet die Interessen von Geringverdienern und Arbeitslosen. Nur wer wohlhabend ist, kann Einfluss nehmen – und sichert so seinen Reichtum.

Große Vermögen pflanzen sich fort. Sie werden vererbt und wachsen ununterbrochen. Das gilt auch für Zeiten, in denen die Konjunktur einbricht, die Löhne sinken und Menschen in die Armut abrutschen. Die Reichen aber werden noch reicher.

Diesen Prozess beschreibt der französische Wirtschaftswissenschaftler Thomas Piketty in seinem Bestseller „Das Kapital im 21. Jahrhundert“. Wer also reich geboren wir, hat die besten Chancen, in Reichtum alt zu werden. Oder anders ausgedrückt: Wer hat, dem wird gegeben werden. Wer hingegen arm auf die Welt kommt, kann sich, wenn alles gut geht, vielleicht einen auskömmlichen Lebensstandard erarbeiten. Aber reich wird er nicht.

Gefährdeter sozialer Friede

Seit etwa zehn Jahren befindet sich die Weltwirtschaft in einer latent schwelenden Krise. Vom Finanzcrash 2007 hat sie sich nie wirklich erholt. In den USA und in den Ländern Südeuropas ist die Arbeitslosigkeit vor allem unter jungen Menschen nach wie vor so hoch, dass sie einer ganzen Generation die Zukunft nimmt.

Im Gegenzug kumuliert das Kapital weiter. Nur acht Männer besitzen inzwischen mehr Vermögen als die gesamte ärmere Hälfte der Weltbevölkerung! Unter ihnen sind Bill Gates, Warren Buffett, Jeff Bezos und Mark Zuckerberg, also allesamt US-Milliardäre. Im Jahr zuvor verteilte sich dieses Vermögen übrigens noch auf 62 Familien.

Diese kumulative Kapitalentwicklung geht an Deutschland nicht vorbei. Hier besitzen heute 36 Milliardäre rund 297 Milliarden US-Dollar und damit so viel wie die ärmere Hälfte der Bevölkerung zusammen, das reichste Prozent besitzt rund 3,9 Billionen US-Dollar und damit ein Drittel des gesamten Vermögens, ermittelte das Oxfam-Institut.[1] Und die reichsten zehn Prozent in Deutschland sind wesentlich reicher als in den meisten anderen OECD-Staaten.

Am unteren Ende der Gesellschaft steigt die Zahl der Minijobs. Bei ihrer Einführung im Jahr 2003 waren es 5,6 Millionen, im vergangenen zählten die Statistiker 7,8 Millionen Minijobber. Inzwischen machen Teilzeit, Minijobs und befristete Arbeitsverträge rund 40 Prozent aller Beschäftigungsverhältnisse aus und sind verantwortlich für die wachsende Lohnkluft. Daher warnt die OECD vor einer wachsenden Ungleichheit in Deutschland. Der über Jahrzehnte währende soziale Friede droht in Gefahr zu geraten.

Was so mancher Bürger ahnte…

Kann die Politik die oben genannten Prozesse beeinflussen? Und wenn ja, will sie es überhaupt? Wahlkampfzeiten, wie wir sie derzeit wieder erleben, sind gemeinhin Zeiten großer Versprechungen. So tingelt etwa der sozialdemokratische Kanzlerkandidat Martin Schulz gleich mit einem ganzen Strauß voller Versprechungen durch die Lande. Das größte seiner Versprechen ist er selbst, dann er kommen die politischen Ankündigungen. Er wolle für „Gerechtigkeit“ eintreten, Arbeitslose besser vor einem Absturz in Hartz IV schützen und für stabile Renten sorgen. Und wer die Sozialpolitiker von CDU/CSU, Grünen der Linken oder der AfD fragt, wird ganz ähnliche Antworten erhalten.

Aber warum zerfällt dann seit Jahren das soziale Gefüge der Gesellschaften? Warum schrumpft die finanzielle Sicherheit, warum wird das Alter wieder zum Armutsrisiko?

Es liegt auch daran, dass die Interessen derer, die durch die ökonomischen Entwicklungen gesellschaftlich abgehängt werden, nicht von der Politik, sprich den Parteien und ihren Abgeordneten aufgegriffen und in den Parlamenten vertreten werden. Was so mancher Bürger sich immer schon dachte, ist nun durch eine Studie der Universität Osnabrück bestätigt worden. Die an der Arbeit beteiligten Politikwissenschaftler wollten herausfinden: „Stimmen die politischen Entscheidungen des Bundestages stärker mit den Präferenzen der Armen oder mit denen der Reichen überein?“ Sie gliederten ihre Forschungsarbeit in 252 differenzierte Sachfragen. Die Antworten darauf fielen eindeutig aus:[2]

Es „zeigt sich, dass eine Politikänderung sehr viel wahrscheinlicher ist, wenn eine große Mehrheit der Spitzenverdiener sie befürwortet.“ Und weiter:

„Die Verkäuferin im Supermarkt oder der Fensterreiniger erleben also viel seltener, dass ihre Anliegen vom Bundestag umgesetzt werden als die verbeamtete Hochschulprofessorin oder der gut verdienende Rechtsanwalt.“

Zensur durch die Bundesregierung

Sie stellten fest, dass Vermögende deutlich andere Ansprüche an die Politik haben als der weitaus größere ärmere Teil der Bevölkerung.

„So spricht sich immer wieder eine Mehrheit der Einkommensärmeren gegen die Hartz-Reformen oder gegen die Stärkung der privaten Altersvorsorge aus. In wirtschaftlichen Krisenzeiten befürworten sie eher staatliche Eingriffe, etwa durch Konjunkturpakete. Auch die Vermögenssteuer,  die Forderung nach Asyl für Edward Snowden oder ein schneller Abzug aus Afghanistan finden in den unteren Einkommensgruppen eine Mehrheit, in den oberen dagegen nicht.“[3]

Wer die Interessen der Bevölkerungsmehrheit mit der umgesetzten Politik vergleicht, erkennt hier zum Teil eklatante Widersprüche bzw. Abweichungen zugunsten des kleineren, ungleich wohlhabenderen Teils der Gesellschaft. Die Osnabrücker Wissenschaftler konstatieren:

„Wenn aber nicht alle Gruppe dieselbe Chance haben, dass ihre Anliegen im politischen Prozess berücksichtigt werden, wird das Gleichheitsversprechen liberalen Demokratien verletzt.“

Ursprünglich sollten diese Forschungsergebnisse in den aktuellen Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung einfließen. In einer ersten Fassung waren sie sogar enthalten. In dem dann offiziell von der Regierung vorgestellten Bericht jedoch fehlten sie fast vollständig. Dazu die Wissenschaftler:

„Aber stark gekürzt und entschärft wurden die aus unserer Studie entnommenen Passagen, in denen wir beschreiben, wie sehr politische Entscheidungen in Deutschland zulasten der Armen verzerrt sind.“

Einfluss der Lobbyisten

Nun stellt sich die Frage, warum die Bedürfnisse der Bevölkerungsmehrheit kaum oder gar keinen Eingang in die praktische Politik finden. Zum einen mag es an der Zusammensetzung der Parlamente liegen. Über 80 Prozent der Abgeordneten sind Akademiker, ein Großteil von ihnen wiederum war vor der Parlamentsarbeit und kennt weder die Existenznöte der Menschen noch die Mechanismen der freien Wirtschaft. Allerdings dürfte dieser Umstand weniger ausschlaggebend für die politischen Entscheidungen sein als vielmehr der unmittelbare Einfluss von Kapital.

Da ist zum einen das Heer von hochbezahlten Lobbyisten der Großindustrie, das die Abgeordneten massiv beeinflusst und so die Entscheidungsfindung unmittelbar mitbestimmt. Als etwa die Riesterrente beschlossen wurde, hatten die großen Versicherungskonzerne daran wirkungsmächtig mitgearbeitet. Hinterher fuhren sie die Erträge ein.

Bei der Liberalisierung der Kapitalmärkte lieferten internationale Wirtschaftskanzleien den Regierungen hierfür die Blaupausen. Auf diese Weise formulierten also all jene die Gesetzestexte vor, die gewöhnlich für Großbanken wie Goldman Sachs, Credit Suisse oder die Deutsche Bank arbeiten. Wohin das führte, ist bekannt.

Noch deutlicher ist der Einfluss des Kapitals in den USA. Dort finanzieren die Wallstreet und die reichsten Familien die Wahlkämpfe. Im aktuellen Kabinett von US-Präsident Donald Trump sitzen mehr Milliardäre als in allen anderen US-Regierungen zuvor. Die Kabinettsmitglieder verfügen zusammen über 14 Milliarden Dollar, mehr als 30 Mal so viel wie das Kabinett von George W. Bush, das bereits als sehr wohlhabend galt. „Reich zu sein bedeutet in Trumps Welt, erfolgreich und damit qualifiziert zu sein“, schrieb Heike Buchter.[4]

Wer Pickettys Buch gelesen hat, weiß, dass diese Leute vor allem Kapitalinteressen, aber unmöglich die des gemeinen Volkes im Blick haben können.

Kandidatin für 100.000 Euro

Pikante Beispiele vom unmittelbaren Einfluss des Kapitals auf die Politik gibt es aber auch aus der deutschen Geschichte. In einem bisher einmaligen kriminellen Ausmaß kam dieser Einfluss in der CDU-Spendenaffäre zur Jahrtausendwende ans Licht. In weitaus milderer Form zeigte sich dieser Zugriff aber auch im SPD-Wahlkampf 1998. Damals tauchten plötzlich riesige Zeitungsanzeigen auf mit der Forderung: „Der nächste Kanzler muss ein Niedersache sein.“ Der Niedersachse und SPD-Kanzlerkandidat Gerhard Schröder behauptete, er wisse nicht, wer die Anzeigen geschaltet habe. Später hieß es, der Finanzunternehmer Carsten Maschmeyer stecke dahinter. Maschmeyer und Schröder solle heute gute Freunde sein.

Geld spielt aber auch schon beim Einstieg in die Politik eine Schlüsselfunktion. Erschreckende Beispiele hierfür liefert jetzt die FAZ.[5] Die Zeitung beschreibt, wie fehlendes Kapital aussichtsreiche politische Karrieren von vorn herein verhindert. Obwohl sie als qualifiziert und beliebt galt, musste etwa eine CSU-Frau auf die Kandidatur für den Landtag verzichten. Der Grund: Die CSU verlangte von ihr 100.000 Euro Eigenbeteiligung für den Wahlkampf. Soviel Geld konnte die Frau aber nicht aufbringen.

„Brautgeld“ würden diese Zahlungen genannt, so die FAZ. Von anderen seien sogar 150.000 Euro bis 200.000 Euro verlangt worden. Den Zuschlag für die Kandidatur erhalte, wer am meisten Geld mitbringe. Ein solches Vorgehen sei auch in allen anderen Parteien gängige Praxis.

Wer Hartz-IV bezieht oder ein geringes Einkommen hat, der braucht also gar nicht erst antreten. Mit ihm bleibt einem großen Teil der Bevölkerung der direkte Zugang zur Politik verschlossen. Unser politisches System grenzt also ganz bewusst nicht nur die Interessen des ärmeren Teils der Bevölkerung, sondern sogar deren potenzielle Vertreter aus dem demokratischen Prozess aus.

 

Anmerkungen

[1] https://www.oxfam.de/ueber-uns/aktuelles/2017-01-16-8-maenner-besitzen-so-viel-aermere-haelfte-weltbevoelkerung

[2] „Wie arm ist Deutschland wirklich?“, Die Zeit, 20. April 2017

[3] a.a.O.

[4] http://www.zeit.de/politik/ausland/2016-12/donald-trump-usa-kabinett-militaers-milliardaere

[5] FAZ vom 27. April 2017

Über Günther Lachmann

Günther Lachmann ist Journalist, Autor und strategischer Berater der Thüringer AfD-Fraktion. In seinen Beiträgen befasst er sich unter anderem mit dem Wandel des demokratischen Kapitalismus. Er veröffentlichte mehrere Bücher, zuletzt gemeinsam mit Ralf Georg Reuth die Biografie über Angela Merkels Zeit in der DDR: "Das erste Leben der Angela M." Kontakt: Webseite | Twitter | Weitere Artikel

64 Kommentare zu Politik hat ihren Preis

  1. Ein Problem ist auch dass die Regierung über Sachverhalte abstimmt — wie z. B. Bedingungen von Hartz4, deren Umsetzung und deren Disziplinierungsmaßnahmen, über GKV-Beiträge und Modalitäten usw. — die sie selbst überhaupt nicht betreffen.
    Und da wird dann auch kräftig „geholzt“. Man ist ja nicht betroffen!

    Wenn aber die Regierung zum Wohle der Reichen regiert liegt dies u. A. sicher auch daran dass sie selbst dazugehören, also betroffen sind.
    So haben sie doch meist üppig entlohnte Nebentätigkeiten und werden bezüglich ihrer Leistungen für die Mehrheit des Volkes doch viel zu hoch alimentiert vom Steuerzahler.
    Ist es doch ausgerechnet die weniger begüterte Bürgerschaft die in Masse für das Steueraufkommen und damit die Alimentierung sorgt.
    Die Reichen rechnen sich ja auch Dank begünstigender Gesetzgebung meist erfolgreich arm beim Fiskus.

  2. In einem Artikel der Huffington Post meint der Redakteur, Xavier Naidoo sei nun völlig durchgedreht.

    In seinem neuen Song MARIONETTEN nennt er die Politiker Steigbügelhalter, Marionetten und Sachenverwalter; er fordert sie auf umzukehren. U.a. droht er:
    „..bis wir Euch mit scharfer Schere von der Nabelschnur Babylons trennen.“

    Durchgedreht? Es scheint mir der erste bekannte Künstler zu sein, der wieder bei Sinnen ist.

    • @Rosi da kommt der liebe Xavier ein wenig spät, schon 2001 hat Blumfeld entsprechendes gesungen, anbei eine Live-Version von 2006.

      Dikatur der Angepassten (eines meiner Favoriten)

    • MutigeAngstfrau // 27. April 2017 um 22:03 // Antworten

      Mag sein, aber Naidoo ist ein großartiger Mann, dem ich riesige Anerkennung zolle.
      Begabung, Intelligenz, Verantwortungsgefühl, Unerschrockenheit, Schönheit.

      Der Schöpfer hat sich hier wirklich ins Zeug gelegt.
      Danke, das es solche Menschen gibt.
      Diese sind ein Trost in einer Welt, die von den im heutigen Artikel beschriebenen Entitäten zur Beute geriet.

      • Greenhoop // 27. April 2017 um 22:18 //

        Liebe @MutigeAngstfrau,

        es ist nicht die Zeit des Verzagens, sondern als Zeitenwende zu verstehen. Es wird viel negatives im Internet verbreitet und wenn noch viel mehr davon konusmiert wird meint man sich im Abgrund wiederzufinden – ist aber nicht so. Ein paar Tage Abstand und schon ist der Akku wieder voll und die Welt gar nicht mehr so negativ.

      • Dabei ist auch nicht zu vergessen, dass sich die gegebenen Umstände von 2001 bis 2017 doch noch einmal eklatant verändert haben. Schließlich herrscht aktuell überall die Neusprech- u. Doppeldenkzensur (George Orwell, Film „1984“).

        Blumfeld rufen die Allgemeinheit auf; Xavier Naidoo wendet sich direkt an die Politiker-Szene. Seine Berühmtheit über europäische Grenzen hinaus darf dabei nicht unterschätzt werden (bei Amaz..sind schon diverse „Schreibkräfte“ im Einsatz, um die CD niederzumachen).
        Musik versteht jede Sprache!

      • Conrath // 28. April 2017 um 08:11 //

        @MutFrau

        „Naidoo ist ein großartiger Mann, dem ich riesige Anerkennung zolle. Begabung, Intelligenz, Verantwortungsgefühl, Unerschrockenheit, Schönheit. Der Schöpfer hat sich hier wirklich ins Zeug gelegt. Danke“ Zitatende M.
        😉 wieviele Naidoo-Plakate genau hängen an der Wand über dem Kinderzimmerbett, liebe MutFrau? 😉

      • MutigeAngstfrau // 28. April 2017 um 09:11 //

        Was für eine alberne Rückhand.

        Ich Sie nicht.

      • Conrath // 28. April 2017 um 09:24 //

        Upps, der Ball war im Abseits:

        „Kommentar zu Politik hat ihren Preis von Conrath
        28. April 2017, 09:21
        Immerhin war dieser Ball nicht im/ am Netz. Ich Sie auch [nicht – bis jetzt jedenfalls]“ Selbstzitatende

  3. Lieber Herr Lachmann,

    vielen Dank für Ihre anschauliche Darstellung zu Arm und Reich und ihrer Verselbstständigung in den heutigen Zeitverhältnissen (Reichtum wählt, bestimmt und regiert sich selbst).

    Wie der sogenannte Bestätigungsirrtum, volksnah ‚Filterblase‘ genannt, so ergibt sich heute zunehmend eine Administrations-/ oder Machtblase. Reichtums- und Eliteforscher beschreiben die, sich um eine Refeudalisierung rankende, sich dabei selbst reproduzierende, Reichtums- und Luxuswelt. Wie verinselte Furunkeln, im Organismus der verschränkten und weitläufigen Weltgesellschaft, bilden sich ‚Blasen der Selbstgenügsamkeit‘.

    In den repräsentativdemokratischen Lobbykratien besteht die mitregierende Grundmannschaft aus Akademikern, Juristen, Beamten, Verwaltungsspezis und einigen Freiberuflern. Der Querschnitt, der im Volk verteilten Berufe, findet sich schon lange nicht mehr auf den weichen Sessel oder befand sich nur, der Tendenz nach weniger krass, unterrepräsentiert. Gab es früher noch Minister die einfache Lehrberufe hatten, fläzen sich heute weitgehend Studierte und Institutionsagenten auf den, immer häufiger unbesetzten, Parlamentssitzen. Regiert wird schon längst aus Hinterzimmern, in WhatsApp-Gruppen usw…

    Nichts ist so, wie es auf den ersten Anschein hin, genommen wird.

    Und der Reichtum selbst wird zunehmend nicht mehr konsumierbar, ist dann wie eine Art von lästigem Zusatzberuf.

    Kurz gesagt, die Armuts-Reichtumsfrage muss selber auf den Prüfstand (Verteilungsfrage contra Lebensstil) und der Test ist dann überschrieben mit: ‚Was ist für mich/ die Meinen/ Nächsten, ein guter/ schlechter, Lebensstil?‘

    Noch anders gewendet, die mittelalten bis jungen Senioren/ Silberrücken, kennen noch das Motto, der Faden stammt von Antonio Gramsci; es ist der Schlachtruf der ewigen politischen Diskutanten ab 66/67, gibt’s die heute überhaupt noch in Analog/ 3D?, jedenfalls lautet er: „Her mit dem schönen Leben“.

    Das richtige Leben im falschen (allgemeinen) Bewusstsein schon jetzt leben zu können, war das Ziel und Programm. Es gab da Meister und Versager und alle Zwischenstufen.

    Ja es stimmt, wer politisierend, als Aktivist oder thymotischer Leistungssportler, unterwegs ist, braucht Ruhe, Harmonie, eben das schöne, wenigstens in Teilbereichen, selbstbestimmte Leben. Und wer sich reflektiert politisierte, wusste dann, intuitiv oder per guter Vorbilder, es geht, jederzeit, man hat nur damit anzufangen und es geht sogar noch besser, wenn es für den Nahbereich gleich mitgestaltet, miteingefordert wird, also der private Lebensdrang nicht isoliert, sondern in kleinen Gemeinschaften erfahren und erprobt, ausgelebt werden kann.

    Das ist ein ganz anderer, nicht messbarer und wägbarer Lebensstilreichtum.

    Er wird von der Konkurrenz der Medienschaffenden und der Marketingbranche zwar fleißig nachgeahmt, aber doch nur simuliert oder virtuell als Halbleben konsumiert und zwar mit dem angeblichen, universalen Alleskönner-Schmiermittel, dem Pinke-Pinke, der Kohle oder auch Asche oder den Peanuts, der Knete usw…

    Macht Geld reich, nein, natürlich nicht, das können nur Kulturidioten erwarten, aber es gibt Sicherheit, sagte man sich dann – augenzwinkernd und in vorsätzlicher Vereinfachung der komplexen gesellschaftlichen Problemlage. –

    Diese Unabhängigkeit konnte sich aber nur in einer Zeit der Systemkonkurrenz von West und Ost, stärker entfalten und brauchte auch einen Horizont der langsamen Abrüstung und Entspannung. Das Gegenteil ist heute der Fall. Rasender Stillstand, Ängste wohin mensch auch schaut und hört und riecht, ja Angstschweiß und Streßschweiß ist unser Kollektivschicksal geworden, was jeder dann wegdeodoriert und am Besten gleich bis zur Selbstzensurschere im Kopf, extremisiert.

    Ja, das ist neu, aber nur für die heute Mittelalten und Jungsenioren. Erstaunlich, dass die Kohorten ab Jahrgang 1955/ 56 (Babyboomer) und früher, ihre Kernlebenszuversicht in der Regel nicht verändert haben und außer einer Zunahme an Rückenschmerzen und Kurzsichtigkeit, eigentlich immer noch das Spiel der Nischensuche mit dem guten Leben, ganz gut beherrschen, besser beherrschen, als Generation Golf, Praktikum und den schwer über-/ unterforderten, Netzeingeborenen.

    Wann haben wir genug Neofeudalismus inhaliert, um diesen Spuck wieder zu überwinden?

    Ich bin und bleibe gespannt, neugierig und denke schon, das es schnell passieren kann, warum weiß ich nicht genau, ist mehr so eine Intuition.

  4. Dieter Schmitz // 28. April 2017 um 07:38 // Antworten

    Gibt es einen Zusammenhang zwischen geringem Verdienst und der Bereitschaft komplexere Zusammenhänge erfassen zu wollen? Eine sicher ketzterische Frage.

    Nur: Weshalb lässt sich die deutliche Mehrheit der gering Verdiendenden vor den Wahlen auf die Versprechen „der Politik“ ein? Die „Gerechtigkeitswahlkämpfe“ z.B. der SPD sind Legion. In anderer Hinsicht schießt die CDU im NRW Wahlkampf gerade den Vogel ab: Sie textet auf ihren Wahlplakaten:

    „Ich fühl mich hier nicht mehr sicher. Warum tut ihr nichts?“ Und gibt gleich selbst die Antwort: „Uns reicht´s! Wir wählen CDU.“

    Erkenne den Fehler 🙂 sag´ ich da nur…

    Nur: ist das Wahlplakat wirklich so dumm/dreist wie sicher alle Foristen hier es auch als solches erkennen? Nämlich, dass die CDU „verspricht“ eine durch ihr Unterlassen selbst geschaffene Gefahr, aus der Welt zu schaffen.

    Die CDU ist nicht dumm – sie ist erfahren (so wie die anderen Parteien, AfD bislang ausgenommen, auch) Erfahren genug, um zu wissen, dass sie bei vielen Wählern mit der Nummer durchkommt. Und warum tut sie dass? Meine persönliche Antwort ist inzwischen: es gibt einen Zusammenhang zwischen geringem Verdienst und der Bereitschaft komplexe Zusammenhänge erfassen zu wollen.

    Pikettys Lösung, stark vereinfacht formuliert, bedeuted mehr Umverteilung. Wäre für mich nicht die Lösung, da sie nicht das Problem an sich löst. Das Problem ist m.E., den Menschen ihr Problem bewusst zu machen, dass darin besteht, dass sie sich zu leicht und – leider – auch begierig auf meist uneinlösbare Wahlversprechen einlassen.

    • @Dieter

      „[…] dass die CDU „verspricht“ eine durch ihr Unterlassen selbst geschaffene Gefahr, aus der Welt zu schaffen.“ Zitatende D.

      Dumm, wirklich?

      Nein, mMn, Sie hatten ja selbst bereits die Frage rhetorisch gewendet.

      Denn genau das ist ja das Arbeitsprinzip der Unterdrückung, künstliche Problemlagen/ Barrieren erst aufbauen und dann, nach eigenem Gusto/ Ziel/ Plan, kontrollieren können (Zäune/ Grenzen setzen, wo vorher keine waren), wofür es das unpassende, weil reichlich euphemische, Wörtchen ‚r e g i e r e n‘ gibt.

      Im eigentlichen, aufgeklärten Sinne, wäre ein ‚Regieren der maßvoll-organisierten Teilhabe Aller‘ auf die Verbesserung von Allgemeinwohlstrukturen und wechselseitige Vertragsbedingungen/ Anreize, auszurichten. Im tiefen Nannystaat ist es dann allerdings nur noch das teilweise Fortschaffen von selbstkonstruierten Ersatzrealitäten.

      Naomi Klein hat das ja, in seiner Steiegerungsform, als ‚Politik des Chaos‘ beschrieben, Chaos als Werkzeug, als Mittel zur politischen Machtdurchsetzung, meistens zur weiteren Verschlechterung von gesellschaftlichen Teilhaberechten und geopolitischem Schachspiel usw…

      Nein, die CDU macht alles richtig, auch die SPD, nur eben nicht für die Allgemeinheit! Die Parteien sind auch nur noch ihre eigenen Filterblasen und Blasen enden irgendwann, werden merklich kleiner, wenn der Überschuss an heißer Luft entweicht.

      Pikettys Umverteilung ist Neokeynsianismus. Ohne eine vorsätzliche Aufhebung der falschen Knappheitsverhältnisse in unserem Pseudowertaufbewahrungssystem (man nennt es auch euphemisch Geld) ergibt sich nicht viel. Piketty ist ein gutformulierender Analyst, weniger ein Gestaltertyp. Analysepotential muss aber immer mit Synthesepotential ‚verheiratet’/ kombiniert, werden um Wirksamkeit entfalten zu können. Erst das Faktorprodukt aus beiden zeitigt daher eine gewisse Veränderungsrelevanz. Dazu siehe Franz Hörmann und sein Pilotprojekt OSBEEE.

  5. Demokratiedefizit // 28. April 2017 um 08:38 // Antworten

    @Dieter Schmitz
    Reinhard Mey hat es schon vor Jahren in seinem Lied „Sei wachsam“ besungen:“Der Minister nimmt flüsternd den Bischof beim Arm: Halt du sie dumm, ich halt sie arm.“
    Und das wird seit Jahrzehnten mit diversen „Schulreformen“ sehr erfolgreich von der Politik mit Unterstützung der Kirchen umgesetzt.
    Die grosse Masse der Bevölkerung hat gar nicht begriffen, dass sie gehirngewaschen und über den Tisch gezogen wurde und wird, weil sie arbeiten muß, um den Lebensstandard der Reichen, der hergelockten und der autochthonen Armen zu erwirtschaften. Da sich Privatschulen und -Universitäten die Wenigsten leisten können, und auch Zeit zum Lesen und Weiterbilden fehlt, funktioniert das System der politischen Klasse ausgezeichnet.

  6. @DE-Defizit

    „Da sich Privatschulen und -Universitäten die Wenigsten leisten können, und auch Zeit zum Lesen und Weiterbilden fehlt, funktioniert das System der politischen Klasse ausgezeichnet.“ Zitatende DD.

    Na ja, ausgezeichnet ist etwas übertrieben, seit den 70-igern stockt das System zunehmend deutlich und häufiger und es kommt zwar mit fast allem zurecht, nur die Menschen stören irgendwie – dieses System.

    Dazu passend: „…was ich noch zu sagen hätte, gesungen an die Systemgläubigen/ Systemgläubiger.

  7. Auf zwei Experimente will ich hinweisen.

    Eines bestand darin einen Probanden einen anderen (nicht sichtbar, aber im Ergebnis rückgekoppelt) mit Stromschlägen bestrafen zu lassen, im Namen des „Guten“. Dem kamen der Großteil der Probanden nach, man tat nur das, was „gut“ war. Einige wenige weigerten sich.

    Ein anderes bestand darin Ratten eine Elektrode in ein Lustzentrum einzupflanzen, das erregt wurde, wenn sie eine Taste drückten. Was damit endete, daß die Ratten sich auf die Taste legten und verendeten.

    Vielleicht doch noch ein Drittes: in den USA hatten Forscher Lebensläufe von Hochintelligenzlern verfolgt mit dem Ergebnis, daß diese quer durch alle Gesellschaftsschichten zu finden waren.

    Methodik, Absicht? Möglich. Aber ein System funktioniert wie es funktioniert weil alle seine Einzelteile eben genau als Teil das tun, was das Ganze ausmacht. Die Königin im Ameisenhaufen ist nichts ohne ihre Arbeiter und Soldaten.

    • @Heinz (ss = SS ?)

      Diese Straf-Experimente sind weit bekannt. Sie zeigen, dass die moralische Autonomie von vielen Menschen, schon durch relativ einfache ‚autoritative Beeinflussung‘ oder ihre experimentelle Vorspielung (Inszenierung), sehr leicht überwunden werden kann. Ja das stimmt. Wo ist nun der genauere Bezug zum weitern Beispiel und zum Gesamtthema?

      Das Lustzentrum kurzschließen garantiert immerhin einen, subjektiv als ‚angenehm erlebten‘ Sterbevorgang, auch das trifft zu (als Schüler sagten wir dazu, er stirbt, wenn es am Schönsten ist, der Studienrattod).

      Auf die Geld-Sachwert-Dienstleistungs-Buchhaltungsordnung ist es nicht 1:1 anwendbar, weil sich die Übersteuerung auf einen zunehmend kleineren Teil des Gesamtorganismus (metaphorisch für die allgemeine Gesellschaftlichkeit aller Menschen auf der Erde) auswirkt, nach oben hin, immer weiter zuspitzt. Aber die damit verbundene Agonie ist tatsächlich gut beobachtbar und erfasst auch schon, bei geringerer Dosis, zunehmend breitere Bevölkerungsschichten, ja ganze Ländermehrheiten, siehe den kulturellen Untergang der USA usw…

      Der Wahhabismus scheint demgegenüber wie ein evolutorischer Notausmodus, bzw. verzögert die allgemeine Ausbreitung der lustvollen Selbstzerstörung noch etwas, oder?

      • Wenn Sie provozieren wollen – ja mei.

        Daß Sie mich nicht verstehen oder ich Sie nicht – kommt öfter vor in solchen Foren, muß man mit leben.

        Noch eine kryptische Anmerkung: Schimmelkulturen entwickeln sich auf Nährböden nach der Gaußschen Kurve (Glockenform: erst rasant hoch, ein wenig in der Schwebe, dann runter). Ein Schelm, wer dabei an Zivilisationen denkt.

      • Conrath // 28. April 2017 um 11:59 //

        @Heinzz (?)

        das stimmt so nicht ganz, ich meine nicht Ihr Schimmelausbreitungsverlaufsbeispiel.

        Ihre Netzseite finde ich gut (Chinesisches Schiff = *****), hatte da gestern mal gelesen und gedacht, es wäre schön, wenn Sie hier mitschreiben würden, aber mich hat die Nicknamenschreibweise doch etwas verwundert. Wäre denn, rein ästhetisch betrachtet, das ist meine eigentliche, selbstgewählte Profession, nicht besser mit ‚zz‘ zu schreiben, so erinnert es doch auch an etwas, was zuvor klargestellt gehört, bevor es angemessen memorierbar wird.

        Sie, in/ mit weiterer, politischer Denkschreibtextlichkeit erwartend, grüßend

      • @Conrath

        Wofür hier Nickname? Wer einem ans Leder will hat maasvolle Möglichkeiten.

      • Conrath // 28. April 2017 um 12:57 //

        @Heinzz

        Nun überschätzen Sie diesen maßstabslosen ‚Highflyer‘ mal nicht. Im Zweifelsfall würde ich mich als ’sein‘ Brötchengeber erkenntlich zeigen und …

        Spaß muss sein und Denkenkönnen und Verbote, steigern sich zuweilen zu sehr seltsamen Symbiosen, denken Sie bloß an Herrn Kant, der es virtuos verstanden hatte, den Preußischen Protestantismus und die Erwartungen des großen Fritz, gegeneinander laufen zu lassen und derweil etwas ganz eigenes daraus zu machen usw…

        Und solche gebildeten Regierungspersonen gibt es heute nicht (eventuell einige Staatssekretäre, die aber, mit zunehmender Bildung in der Regel wieder Aufklärer und Antizensoren sind), semantisch können die sich die Schuhe nur per Klettverschluss/ Druckknopf, zumachen und zu Kahane ist jedes Wort, in intellektuell-redlicher Absicht, ein Wort zu viel.

        Also, don’t worry, be happy.

  8. das sogenannte System der repräsentativen Demokratie mit seinem Primat der Parteien-Herrschaft ( Arnim) lebt durch die institutionelle Blockade der Feudalisten: Alt-Feudalisten, Neu-Feudalisten, Geld-Feudalisten, hinsichtlich verändernder Politik-Ansätze. Alle politischen „Neu-Regelungen“ seit 1949 hatten nur einZiel und einen Zweck : die Feudalisten im Sattel, die Peasants am Boden und die Bürokratie am Topf zu halten- zur langanhaltenden Diktatur der Besatzer vulgo US-Inc. vulgo Bankherren der Welt.
    Regelungen, die wohlmeinend daherkamen oder kommen, sind Apercu der Politik-Kommunikation- mehr nicht!
    Rent-seeking ( Stiglitz) ist das beliebteste Beschäftigungs-Modell derjenigen, die opportunistisch so lange den Feudalisten/ Vertretern dieser in den Arsch kriechen, bis ie auch ihrenLöffel für den Topf abbekommen. Die Armada dieser Drehtür-Effekt-Sucher ist doch riesig.
    Jede Schweinerei wird vom System befürwortet, wenn es den im Systesattel sitzenden nutzt. Alles andere ist Show und Bluff.
    D ist seit 1918 eine erzwungene Republik der USA- egal, was oder wie man Politik „beschreibt“, im Prinzip läuft alles oder lief alles schon immer auf den Erhalt des FEUDALISMUS hinaus: der auf dem hohen Ross (Schlachtross konnte sich nur der Feudalherr leisten) sitzt, hat immer diverse „Gaben“ für seine Untertanen bereit, diese still zu stellen… die Welt hat sich nicht verändert. Das was sich verändert hat, ist das Instrument GELD, das von einer einzige Familie global dominiert, ausgeschenkt und kontrolliert wird. Damit wird global korrumpiert, denn den „Wohltaten-Gebern“ kostet es nix.

    • @Henry

      Ja,

      Sie beschreiben zutreffend die enorme Agilität des Feudalismus, seine Invarianz und das Fortlebenkönnen in den verschiedensten, aber auch nicht allen, Verhältnissen.

      Die ‚Politischen Renten‘, die sich als Erweiterungen des ‚Profits aus dem Eigentum an den Produktionsmitteln‘, antagonistisch entfaltet haben, werden, zyklisch zunehmend, in Frage gestellt. Ihre innere Schranke in der Anwendung liegt nicht so sehr in ihrer/ einer Nichtfinanzierbarkeit, das sind sie, über ‚Quasiebesteuerung aus dem Kreditzins‘ immer, via leistungswillkürlicher Krediterweiterung (vulgo Geldschöpfung), sondern wegen ihrer tendenziell abnehmenden kulturellen Akzeptanz. –

      Armins Partei- und Staatskritik greift grob, erst ab 1815, die allgemeinen Verhältnisse der Machtge- oder Machtmißgestaltungen auf. Die lange Zeit davor gab es die ‚natürliche, erbfolgende, Feudalordnung‘ in zwei Stufen, einer arbeitsteiligen späteren und einer ganz frühen, vorarbeitsteiligen, Urstufe (Paradies), dazu auch Hubis Argumente beachten.

      Heute ist zu sehen, wie der letzten, wissenschaftlich-technisch-monetären, Feudalstufe die Verteilungsbasis langsam entzogen wird und zwar durch eben ihr Allheil- und Überlebens(schmier)mittel, ihre Monofunktion der Allokationswillkür!!

      Dem Fortschrittsfeudalismus werden so, nach und nach, wie M & E (der General und sein, möchtegernfeudaler, Freund und Schimpfkamerad) schon wussten, die eigenen Angehörigen fortschreitend wegzerniert. Der Hyperreichtum frisst den Superreichtum, langsam, aber dafür beständig auf, bekannt auch als/ unter: „Expropriation der Profiteure“. Auch die Banken sind von dieser Fortschrittszerstörung, a la Schumpeter, betroffen, händeln sie doch schon lange keine echten (Gesamt-)Risiken mehr, bzw. kumulieren keine Risiken unter eigener wirtschaftlicher Verantwortung, sondern sind Staatveranstaltungen eines weit fortgeschrittenen, ‚Hochfinanzsozialismus‘, von oben erschaffen, allimentiert und zwar mit den beiden ‚bösen‘ Eigenschaften des ‚Z e n t r a l i s m u s‘ und des ‚B ü r o k r a t i s m u s‘, ausgestattet.

      Wir haben es mit einem veritablen Monster des sich verselbstständigen Geldsystems zu tun. Nicht die Frage nach ‚Neu- und permanenter Umschöpfung‘ von Kreditgiralgeld, ist dabei interessant, das sie willkürlich verläuft müsste heute dem letzten, virtuellen Dorfdeppen, bekannt sein, sondern ihre allmähliche, nihilistisch-groteske Form zwingender ‚Selbstaufhebung‘.

      Wir ahnen, das eine BIP-Definition, die einen schweren Unfall mit sach- und Personenschäden, als positiven Beitrag, die Entscheidung, eigene Kinder eine Zeit lang selber zu erziehen, als negative Beitrag ‚b u c h t‘, als realexistierender Nihilismus bezeichnet werden muss, wenn man denken kann/ will und zugleich seriös bleiben möchte, sich nix in die Tasche lügt. – – –

      Der Feudalismus kann somit erst mit seinem vierten Überwindungsversuch, der Transformation der Vereinbarungsdynamik und Weltbuchhaltung, vertreten durch regionale Funktionsagente, und bezogen auf den neuen, geld(be)frei(t)en Souverän, als abgeschlossen betrachtet werden, was in einer Zeitdauer von 5 bis maximal 50 Jahren auch geschehen muss, der Druck im Kessel wächst und die Gesamtheit wächst an ihren Denk- und Strukturproblemen, die ja nur neue Herausforderungen und Aufgaben, keine ‚Probleme schlechthin‘ sind.

      So etwas können wir getrost dann den ewigen Pessimisten überlassen, denen würde ‚echt-eingebildet‘ etwas fehlen, ohne die Ration der täglichen Problem-Feind-Lage-Bildberichtserstattung und der daraus folgenden Form von Selbsthypnose und Selbstzensur.

      Ich würde gerne noch vor der BT eine Partei gründen mit dem Logo/ Namen ‚Goldene Kopfzensurschere‘ GKZS, das wäre einprägsam wie realitätskonform.

      Sie grüßend

  9. Auf welcher Ebene sollte man das „politische System“ kritisieren? Die sog. „Globalisierung“ stellt „Politik“ nicht nur im Sinne „ubquitärer“ Verhältnisse in den Raum, sondern setzt diese auch in einen Kontext der Massenkultur und westlichen Zivilisation.

    Das meint, es greife viel zu kurz, „Politik“ nur als solche zu betrachten und dabei fundamentalere Zusammenhänge auszublenden.

    Im Gegensatz zu den „lokalen“ Hochkulturen, welche die Vergangenheit geprägt haben, befinden wir uns erstmals in der Geschichte in einer „globalen Hochkultur“, welche vor allem vom Konsum getragene Standards setzt, um „Glück“ und „Wohlbefinden“ zu definieren. Und zwar „massenweise“.

    Diese an sich schon zweifelhafte Setzung wächst sich spätestens dann zu einer wahren Monstrosität aus, wenn es bei der Mehrung materiellen Wohlstandes keine quantitativen Limits gibt.

    Die tumoröse Anspruchshaltung drückt sich auf der Produktionsseite in einer Profitgier aus, welche den Planeten inzwischen zunehmend zerstört. Auch die politische Agenda hat sich inzwischen fast gänzlich dem Primat der Profites untergeordnet.

    Politisch opportun ist, was Umsatz macht, Steuern generiert und der Nomenklatur ein sorgloses Leben verschafft. Dabei geraten sowohl das Humanum als auch die ökologische und die ökonomische Nachhaltigkeit zunehmend mehr ins Hintertreffen.

    Während die Realeinkommen ständig sinken, fallen „global“ immer mehr Menschen durch den Rost und können sich nicht einmal das nackte Überleben länger sichern.

    Auf der anderen Seite pumpen -dank Slavenarbeit- aus armen Ländern massenweise auf den Markt geworfene Massenartikel die Bilanzen noch etwas auf.

    Doch führt die ebenfalls unlimitierte Geilheit des Geizes bei Massenkonsum auch zu einer beschleunigten Sättigung der Märkte. Und dies bei immer stärker und früher einsetzendem Preisverfall bei „Marktinnovationen“, so es solche überhaupt noch geben sollte. „Das neustesmart – phone aus dem Gaugummiautomaten“ mag überzeichnet sein, ist aber in der Realität gar nicht mehr so fern. Selbst umsonst will es eines Tages keiner mehr haben, wenn schon zehn davon daheim herumliegen.

    Wie lange soll dieses Treiben also noch vor sich gehen? Nur bis zum Erreichen der Grenzen, die jede Form von Wachstum auf einem kleinen Planeten bei endlichen Ressourcen bestimmen. Und dann?

    Ist Schicht im Schacht. Der Zusammenbruch düfte so überraschend wie vollkomen ausfallen. Ohne Projektion apokalyptischer Versatzstücke kann sich ein jeder ausmalen, was passiert, wenn die Alimentationen von Millionen Bedürftiger durch öffentliche Mittel ausbleibt, weil das Steueraufkommen wegbricht.

    Politik ist inzwischen fast nur noch reiner Selbstzweck und verbricht ein Tagesgeschäft, das man nur als Posse sehen kann. Man rettet sich nur noch mühsam über die Runden, schwafelnd, lügend und arrogant.

    • MutigeAngstfrau // 28. April 2017 um 13:27 // Antworten

      Bei all diesen Betrachtungen landet man zwangsläufig wieder bei den Medienvasallen, die den Weg in das Bewusstsein der Menschen zukleistern.
      Viele Menschen haben überhaupt keine Ahnung, was vor sich geht. Und dabei spreche ich noch gar nicht vom Jahrhunderte-Plan! Nicht einmal die Zusammenhänge der letzten paar Jahrzehnte begreift die erschlagende Mehrheit.
      DAS IST EIN SCHWERES VERBRECHEN AN UNSEREM VOLK!

      Ich möchte nicht in der Haut höherer Journaille-Chargen stecken, denen mehrheitlich bewusst sein dürfte, was hier am Krachen ist.
      Gern komme ich wieder einmal auf Figuren wie di Lorenzo zu sprechen, der doch dieser kulturmarxistischen Weltverderbnis nicht auf den Kleber gekrochen sein kann!!!
      WIE LEBT ES SICH IN SOLCHER HAUT???

      Ohne große Aufklärung Nummer Zwei und ohne mutige Leitfiguren sind wir leider erledigt.
      Danke Lorenzo und Kumpels!

      • Conrath // 28. April 2017 um 13:50 //

        @MutFrau

        „kulturmarxistische[s] Weltverderbnis […]“ Ziatende Mu..

        ‚Kulturmarxisten‘, wirklich?

        Also etwa der Austromarxismus oder Antonio Gramsci, ist jetzt schon Schuld an der Misere des Hochfinanzsozialismus??

        Wie tief kann mensch, auf dem semantischen Boden liegend, eigentlich noch fallen?

        Sie überraschen mich jetzt. Wie wäre es mit kultursozialistischem Marxismus, als noch üblere Steigerung der Vorurteile?

        Die Gesinnungspolitischen haben keine Kultur, haben Sie das noch nicht bemerkt? Schauen Sie sich den Käse an. Wer echt ist kann auch Kultur. Und die Umkehrung daraus schlussfolgernd, echte Kultur ist, fast immer, auch ein sicheres, weiteres Prüfkriterium für Sinnvolles, Wertvolles. Kitsch und Anmaßung gebiert nur Monster, das sagen uns unsere Kulturinstinkte, so wir sie noch haben, sie nicht verkümmert sind, Ausnahmen gibt es, wenn Gesinnungspolitik gute Schen klaut, abstaubt, übernimmt, selbstschöpferisch geht es nicht zusammen, meine langjährige Erfahrung, auch im Umgang mit Kreativen aus Musik, Film und Malerei,…

        Grüßend, gleich neben dem virtuellen Xavier-Plakat 😉

      • Conrath // 28. April 2017 um 13:53 //

        …wenn Gesinnungspolitik gute Sachen klaut, abstaubt, übernimmt

      • Greenhoop // 28. April 2017 um 13:54 //

        Was einem blüht wenn man sich nicht systemkonform agiert konnte A.Pirincci erfahren.

        https://www.pi-news.net/2017/04/deutsche-bank-kuendigt-konto-von-akif-pirincci/

        Wer in der Öffentlichkeit aufklärt, dem wird „geholfen“.

      • Conrath // 28. April 2017 um 14:30 //

        @Greenhoop

        Pirincci, als Opfer der hysterischen Gesinnungs-Pseudopolitik, würde ich dringen raten, sich genau den Anwalt zu nehmen, der den geldgeilen Medien-Kirch, er verkauft und handelt sonst alles, auch den größten Kulturschrott, damals gegen die DB vertreten hat (Rufschädigung durch die mündlich erweckte Anscheinserweckung von Kirchs Zahlungsunfähigkeit durch Bankster Mr. Peanut) und dabei einiges rausholen konnte. Das kann ja dann in eine ‚Pirincci-Stiftung‘ angelegt werden und für einen Kulturpreis Verwendung finden.

        Also, liebe Foristen, immer schön drauf achten die guten Steilvorlagen auch für den Torgewinn zu nutzen, alles andere ist politisch unsportlich, sind verpasste Chancen.

        Ich werde also mein geplantes Investment in Herrn Pirinccis Vorhaben sofort einstellen/ zurücknehmen, weil(!) ihm die Bank jetzt diese ’schlechte öffentliche Bonität‘, ganz ungefragt und doch zweifelsfrei geschäftsschädigend und grob gegen die Spielregeln verstoßend, öffentlich zuweist.

        Was würde die DB eigentlich in einem umgekehrten Fall veranstalten und wieviele laufende Prozesse hat sie zurzeit?

        Und MutFrau,

        Aufklärung ist nie einmalig zu denken, sie ist ‚permanent‘ oder gar nicht, zu betreiben, zu verstehen, wirklich, ich kann es Ihnen gerne, bei Bedarf, näher ausführen. Eine angeblich ‚zweite‘ Aufklärung hat es schon zig-mal gegeben, das nur am Rande, ganz bescheiden neben dem ‚göttlichen Ebenbild‘ und auch Sie, von der Plakatwandseite aus, mit grüßend.

      • MutigeAngstfrau // 28. April 2017 um 16:47 //

        Pirincci hat einen sehr guten Anwalt, der auch vorbildlich in der Aufklärung tätig ist. Ich halte den nicht nur für äußerst schlau, sondern auch über jene Bissigkeit verfügend, die Anwälte auf hoher See so benötigen.
        Müsste Schlauberger C. eigentlich wissen.

        Und Aufklärung, die diese Klassifizierung verdient, hatten wir hier seit Kant nicht mehr.
        Wir leben im Zeitalter der Demagogie, welches seinen Zenit überschritten hat.
        Nur noch Aufklärung im ganz großen Stil oder apokalyptischer Zusammenbruch stellen nun die Rutschbahn dar. Beides mit großem Getöse, versteh sich.

        Sie können ruhig schon mal in Deckung gehen. Ich denke aber, Sie werden auch dabei noch munter vor sich hin plaudern. (Meiner Oma hätte es gefallen. Die hatte ein solch sonniges Gemüt, dass sie auch nach Mord und Vertreibung immer wieder fröhlich und laut beim Kochen sang.)

  10. Lieber WaltMax

    „Im Gegensatz zu den „lokalen“ Hochkulturen, welche die Vergangenheit geprägt haben, befinden wir uns erstmals in der Geschichte in einer „globalen Hochkultur“, welche vor allem vom Konsum getragene Standards setzt, um „Glück“ und „Wohlbefinden“ zu definieren. Und zwar „massenweise“.“ Zitatende W.

    Ja, aber diese ‚Hochkultur‘ oder dieser anthropogene ‚Biofilmbesatz‘, hat auch seine inneren Grenzen/ Schranken, denken Sie an die Gaußsche Normalverteilung, wie unser Mitforist oben ausführte. Beim ‚einfachen‘ Biofilm ist es die Temperatur, fehlendes Licht oder Wassermangel und schon bildet sich alles wieder zurück oder bei Normalbedingung und etwas Gleichstrom, beginnt auch Riesenwuchs usw…

    Nun ist die ‚Angelegenheit mit dem Menschen‘ nur für die reduktionistischen Positivisten mit Ereignissen in der ‚PETRY‘-schale (Entschuldigung, dass musste jetzt mal sein) vergleichbar, nicht in der reell-endlichen, real-möglichen Wirklichkeit!

    Gäbe es keine ‚permanente Beisteuerung‘, via intelligibler, freiheitsbegleitender Führungswelle (durch Wesen > Henologie), in avancierter Form, aus der näheren, organismischen Energie und der Zukunft kommend, (Peter Ripota u.a.) die mit den regressiven Bestandswellenpaketen, aus der Vergangenheit kommend, wechselwirken, in komplexen Verschränkungsmustern, dann gäbe es ‚Garnichts‘, so wie es die Nihilisten sich ja auch glaubenmachen und zu praktizieren/ zu erreichen, versuchen. –

    Aber es gibt Führungswellen, ein schönes, aussagekräftiges Wort, vor allem, ganz am Wortanfang! Und das Telos widerspruchsfrei denkbar ist, braucht dieses Modell, diese Idee keine billige Tröstung, kein Placebo zu sein, und ist vollständig verallgemeinerungsfähig, also begrifflich weiter anschlußfähig. –

    http://www.peter-ripota.de/

    Auch Pessimismus ist nur eine, reichlich lose, Spekulation.

    Sie grüßend

    • Und da Telos widerspruchsfrei denkbar ist, braucht dieses Modell, diese Idee, keine billige Tröstung, kein Placebo, zu sein und ist vollständig verallgemeinerungsfähig, also begrifflich weiter anschlußfähig. –

      http://www.peter-ripota.de/

  11. Zu subtil?

    Was ist, wenn wir einfach zu grob sind, um die Natur zu verstehen? Oder diese zu subtil, als dass wir uns ihr hinreichnd anpassen könnten, um zu überleben?

    Wir rücken ihr täglich zu zu Leibe, mit giftigen Abgasen, verunreinigten Wässern, allerlei Müll und verstrahlen alles und jeden. Riesige Schaufelbagger drehen der Landschaft die Eingeweide um, wir sprengen, bohren und schürfen ohne Rücksicht auf Verluste.

    Was wäre, wenn gerade dieser „Normalfall“ von einer ungeheuren Primitivität und Grobschlächtigkeit zeugte, die es auschließt, dass wir überleben?

    Und wäre dieses Aussterben nicht von einem befreiten Ächzen und Stöhnen der Kreatur begleitet?

    • Lieber WaltMax

      Nein, auf keinen Fall.

      Warum?

      Abgesehen davon, dass Pessimistenfilterblasen und Optimistenfilterblasen, in etwa gleich blickdicht sind, was das Erkennen der eigentlichen (paradox) komplex-einfachen ‚Weltontologie‘ betrifft, es gilt, jeder Überschwang, negativ oder positiv, ist nur ein schlechter Ratgeber. –

      Aber ich plaudere mal aus meinem ‚Nähkasten‘. Wir alle kennen die Probleme von ölverseuchten Böden, verdreckter Meeresfauna und Flora, Dioxinen im Erdreich, Gefahrenklasse V+,… Und jetzt ein Beispiel direkt von Muddern Natur, vermutlich höchst persönlich (Persephone/ Demeter), wie auch immer sie genannt wurde/ wird.

      Ein Mittelständler, dessen Namen ich nicht nennen werde (wo ist eigentlich Jan geblieben) und der sich mit der Entwicklung und Patentierung von ‚anerob betriebenen Mikroben-Bakterien-Reaktoren‘ auskannte und zu seiner hoch erfolgreichen Geschäftsidee gemacht hatte, die Dinger baute und weltweit vertrieb/ vertreibt, berichtete mir, dass es eigentlich ganz einfach ist, wenn man weiß, wie es geht. Noch Fragen, alles klar? 😉 Gut dann höre ich hier auf, oder doch nicht?

      Nun, der Spannungsbogen gehört schon dazu, WaltMax, die Techniker mussten aus ihrer Erfahrung bald einsehen, dass alle ihre Vorannahmen für die Katz waren und sie zwar grob den lebendigen Besatz irgendwie vorplanen konnten, aber letztlich doch nur Zaungäste bei dem Prozess einer funktionalen Selbstgenese, von Mutter Natur höchst selbst betrieben, blieben/ waren. Ja, sie optimierten Temperatur, Druck, Mischungsverhältnisse usw… Aber im Grunde konnten sie fast nehmen was immer man auf alten Industriedeponien so alles biologisch-wirksam/ -bioaktiv, finden kann, es mussten nur zwei (a/b) Rand- und eine (c) Hauptbedingung eingehalten werden:

      a) die Viecherles/ Pflanzen/ Chimären, wie auch immer wir sie unbeholfen begriffsbestimmen, mussten liebevoll und gut behandelt werden, fast familiär/ partnerschaftlich und
      b) je schlimmer die Deponierückstände waren, der Giftigkeit nach, umso besser, es bildeten sich ‚immer‘, bei ausreichender Zeit 10 – 15 Jahre, spontane, sogar mutierende ‚Symbiosegemeinschaften‘ (Frau Hoffmann das ist Sozialismus bei Muddern Natur, davon kann die Merkel nur albträumen) und
      c) je älter diese Gruppen waren, desto leistungsfähiger waren sie im Aufschließen von allem möglichen Dreckszeugs > Monofaktor Zeit/ Prozessdauer.

      Zu gut Deutsch, man suchte dann, nach Erfahrung und Intuition, wie jeder erfolgreiche Gärtner/ Züchter auch, die stärksten Gruppen aus und behandelte sie pfleglich, gab ihnen Zeit, sprich, es ist eine Umschreibung für die Blackbox, oder ‚wir wissen leider selber nicht (genau) wie es geht, aber es geht‘. –

      So und dann sagen Sie noch, die Intelligibilität, jeder sollte dieses Wort, diese lebendige Idee, abends vor dem Einschlafen, mindestens zehnmal vorwärts und rückwärts (Frau Zitrone, der Doktor hielt viel von rückwärtsmeditieren) dankbar und leise aussprechen, den Partnjer vorher einweihen, gebetsähnlich, also sagen Sie, diese Intelligibilität wüsste sich/ uns ’n i c h t‘ zu helfen?

      Nein, ‚S I E‘ weiß es schon, nur ‚W I R‘, ihre Kinder, ahnen es lediglich, nichtwissend, wenn wir nicht gerade einen Lattenschussvolltreffer abbekommen haben, den guten Glauben vergessend oder nicht gut drauf sind. Sind wir aber, der BVB hat den 1.FC B….. genau!

      Ich grüße Sie herzlich vom Pott aus, mitten ins schöne Bayern-Voralpen-Paradies, noch dazu am Bodensee gelegen, was wollen Sie denn sonst noch eigentlich, woanders ises auch……..???

      • waltomax // 28. April 2017 um 16:43 //

        @Conrath: Ihre Darstellung kommt so rüber, dass wir unendlich blöde sein können, weil die allweise Natur dies ausgleiche. Dieser Ausgleich existiert ohne Zweifel, doch vielleicht in einem Zeitrahmen, in welchem wir als Spezies aussterben könnten.

        Meine Einlassungen zielten vielmehr darauf ab, das eigene Sensorium subtil genug zu tunen, um auf der Bsis einer höheren Feineinstellung zu genaueren und tieferen Einsichten zu kommen.

        Vor allem zu Tieferen!

        Wie bekannt, besteht der halbe Weg zur Erkenntnis schon darin, die richtigen Fragen zu stellen, bevor man die richtigen Antworten erhalten kann.

        Eine Anfrage an Mutter Natur, wie sie am besten zu vergewaltigen und auszubeuten sei, wird wohl nicht positiv beschieden werden. Ein solches Ansinnen wird mit hoher Wahrschenlichkeit gar keine Antwort
        erzielen.

        Scharfe Feineinstellungen beim Radio erfolgten früher mal per Hand in einem sehr schmalbandigen Frequenzbereich. Ein kleines Eiland von Sinn entdeckt in einem Meer von weißem Rauschen, sozusagen.

        Die Stimme der Vernunft ist also nicht nur leise, sondern auch auf die Aufmerksamkeit um nicht zu sagen „Achtsamkeit“ dessen angewiesen, der „vernimmt“.

        Wer also sein Radio mit dem Brecheisen und dem Hammer abzustimmen gedenkt, der dürfte kaum Erfolg haben…

        Denn er vernimmt nicht, sondern ist versucht, allem und jedem seinen Willen aufzudrücken.

        Wir sind einfach zu gewalttätig und zu grob. Vielleicht sitzen ja schon Spezies in den Startlöchern, die smarter sind als wir.

        Immerhin soll ein Oktopus namens Lucie in einem Meeresaquarium damit genervt haben, in seinem Wasserbecken regelmäßig den Stöpsel gezogen zu haben…Würde ich an seiner Stelle genauso gemacht haben, wenn ich mitteilen wollte, raus zu wollen.

      • Conrath // 28. April 2017 um 16:55 //

        @WaltMax

        Klar, wir haben keinen Anlass uns über die Natur erhaben zu fühlen oder zu meinen, unser Beitrag zählt nicht, gerettet werden wir doch.

        Und menschliche Brecheisen, na ja, ich vermute, die Natur hat wirksamere, als wir und echte Bescheidenheit, zusammen mit Respekt vor dem Naturganzen, ist sicherlich nicht das Schlechteste, ich wollte nur was gegen diesen Dauerpessimismus anschreiben.

        Grüßend

  12. …den Partner/ die Partnerin, vorher einweihen, instruieren, sonst gibt es noch andere Spontanreaktionen,… (ich übernehme keine Haftung, wenn sich dann der Haussegen bei Euch eine Auszeit gönnt,…, soll schon vorgekommen sein)…

  13. Die Feineinstellung der Sinne, auf welche unsere Vorfahren als Sammler und Jäger noch angewiesen waren, könnte sich in der jetzigen Zivilisation als größter Hemmschuh erweisen. Denn in dieser überlebt nur der, welcher sich den herrschenden Psychopathen durch ein Maximum an emotionaler Panzerung anpasst und sich gegen den in Orkanstärke anbrandenden Geistes – Lärm durch Ignoranz und Stumpfsinn (stumpfe Sinne) abschottet.

    Kinder, deren feine und empfängliche Seelen all den Schund nicht mehr zu filtern in der Lage sind, haben Psychopharmaka zu fressen und werden sediert. Sog. „REHA – Kliniken“ mit all den „Ausgebrannten“, die im immer rücksichtloseren Wirtschaftsgetümmel auf der Strecke geblieben sind, schießen wie die Schwammerl aus dem Boden.

    Wer keine Rücksicht kennt, der ist auch nicht umsichtig. Den führt sein Tunnelblick vielleicht auch längs eines Grabens, der von Steinschlag bedroht ist. Und dann kommt, kurz vor dem Ziel, der Felsen von oben…

  14. Ich spreche hiermit ein Danke aus an den Verfasser des Artikels, den Entscheider fürs Einstellen hier, die Kommentatoren Dieter Schmitz, Demokratiedefizit, Hanss sowie waltomax, weil hier endlich mal ein Thema behandelt wird, das wichtig und richtig ist! Obwohl Minijobber natürlich nicht, wie im Artikel behauptet, das untere Ende unserer Gesellschaft sind. Darunter kommen noch H.IVler, dann auf ihre Persönlichkeitsrechte bestehende H.IV-Ablehner und Obdachlose. Aber sehr wichtig ist der Artikel! Er hat es nicht verdient, daß man davon ablenkt oder ihn schnell in Vergessenheit geraten läßt. Vielmehr muß das Thema ein ganz großes sein!
    Ranma

  15. „Die CDU ist nicht dumm – sie ist erfahren (so wie die anderen Parteien, AfD bislang ausgenommen, auch) Erfahren genug, um zu wissen, dass sie bei vielen Wählern mit der Nummer durchkommt. Und warum tut sie dass? Meine persönliche Antwort ist inzwischen: es gibt einen Zusammenhang zwischen geringem Verdienst und der Bereitschaft komplexe Zusammenhänge erfassen zu wollen.“

    Der Gedanke kam mir auch schon. Aber ich habe ihn nicht geäußert, weil er sogleich von einem anderem gefolgt wurde: Bezieher hoher Einkommen erfassen komplexe Zusammenhänge wahrscheinlich genauso. Nur warum sollten solche Leute irgendetwas ändern wollen? Denen geht es schließlich gut. Daß es anderen schlecht geht, das ist oft die größte Freude im Leben der Reichen. Also warum etwas ändern? Bei jeder Änderung würde die Welt doch nur INSGESAMT BESSER!

    Die meisten Wähler der CDU sind natürlich nicht reich. Aber das sind Stammwähler für die das Kreuzchen bei der CDU eine krankhafte Angelegenheit wie Nikotinsucht ist. An diese richten sich die Wahlplakate nicht. Die Wahlwerbung versucht Wechselwähler, Erstwähler und bisherige Nichtwähler zu motivieren. Besonders Erstwähler wissen manchmal nicht, wer überhaupt regiert oder bisher regiert hat. Eigentlich sollten die genannten Gruppen das alle wissen. Sie könnten das schließlich schnell per beliebiger Suchmaschine herausfinden. Aber die Wahlplakate setzen darauf, daß bei allen Zielgruppen eine große, irrationale Angst vor allem, was irgendwie links sein könnte, vorherrscht und alles überlagert. Weil dem tatsächlich so ist, deshalb funktionieren die Plakate.

    Tatsächlich ist der größte Hoffnungsschimmer, daß der Artikel erwähnt, daß inzwischen nur noch acht Männern das gehört, was nur ein Jahr zuvor noch zweiundsechzig Familien gehörte. Falls das stimmen sollte, dann zeigt es, daß wir uns dem Ende des Systems nähern!
    Ranma

  16. „Ein anderes bestand darin Ratten eine Elektrode in ein Lustzentrum einzupflanzen, das erregt wurde, wenn sie eine Taste drückten. Was damit endete, daß die Ratten sich auf die Taste legten und verendeten.“

    Zu erwarten gewesen.

    „Vielleicht doch noch ein Drittes: in den USA hatten Forscher Lebensläufe von Hochintelligenzlern verfolgt mit dem Ergebnis, daß diese quer durch alle Gesellschaftsschichten zu finden waren.“

    Durfte man gleichermaßen erwarten. Falls die Hochintelligenzler per IQ-Test gefunden wurden, dann war das Ergebnis sogar zwingend, weil eigentlich nichts weiter als ein Zirkelschluß.

    „Noch eine kryptische Anmerkung: Schimmelkulturen entwickeln sich auf Nährböden nach der Gaußschen Kurve (Glockenform: erst rasant hoch, ein wenig in der Schwebe, dann runter). Ein Schelm, wer dabei an Zivilisationen denkt.“

    Man könnte dabei an Kulturen denken. Schon weil das Wort im Satz bereits Verwendung fand.
    Ranma

  17. „Politisch opportun ist, was Umsatz macht, Steuern generiert und der Nomenklatur ein sorgloses Leben verschafft.“

    Nomenklatur ist vielleicht ein besserer Ausdruck für jene, die oft ironisch als die Elite bezeichnet werden.

    „Doch führt die ebenfalls unlimitierte Geilheit des Geizes bei Massenkonsum auch zu einer beschleunigten Sättigung der Märkte.“

    Das ist allerdings schon übertrieben zynisch, wenn man weggebrochene Kaufkraft mit Geilheit des Geizes gleichsetzt.

    „Selbst umsonst will es eines Tages keiner mehr haben, wenn schon zehn davon daheim herumliegen.“

    Ich habe noch garkein Schlauphon irgendwo herumliegen. Weil ich erstens bisher keines brauche, zweitens die Dinger garnicht so schlau sind und drittens dazu auch noch hunderte Euro kosten. Dazu kommen dann noch horrende Betriebskosten. Das ist nur etwas für Bezieher hoher Einkommen oder für Leute, die sich leicht und gerne verschulden. Insofern hätte es schon etwas für sich, wenn Schlauphone für umsonst abgegeben würden, jedoch entspricht das nicht ihrem Sinn und Zweck im System der globalen Ausbeutung. In diesem System wird nichts umsonst abgegeben, außer für die Reichen.

    „Der Zusammenbruch düfte so überraschend wie vollkomen ausfallen.“

    Überraschend finde ich eher, daß es sich immernoch zieht.

    „Was ist, wenn wir einfach zu grob sind, um die Natur zu verstehen? Oder diese zu subtil, als dass wir uns ihr hinreichnd anpassen könnten, um zu überleben?“

    Ein intellektuelles Verständnis der Natur haben andere Arten garnicht. Das sollte also keine Notwendigkeit sein. Angepaßt genug, um die ersten million Jahre zu überleben, waren wir wohl schon. Auf Dauer zu überleben ist sowieso unmöglich. In spätestens fünfmilliarden Jahren ist nämlich Schluß mit Leben im Sonnensystem. Aber so lange Zeit hat bisher noch keine Art auf der Erde überlebt, höchstens unter Bakterien und Archäen mag es Arten geben, die es schon länger als viermilliarden Jahre gibt. Eigentlich setzt man auch für deren Entwicklung wenigstens mal dreihundertmillionen Jahre an. Jedoch wäre ein verfrühtes Aussterben des Menschen sehr wohl ein Segen für den Rest der Schöpfung. Gegen das verfrühte Aussterben des Menschen spricht nur, daß es eventuell einen metaphysischen Grund für die Existenz des Menschen gibt.

    „Immerhin soll ein Oktopus namens Lucie in einem Meeresaquarium damit genervt haben, in seinem Wasserbecken regelmäßig den Stöpsel gezogen zu haben…Würde ich an seiner Stelle genauso gemacht haben, wenn ich mitteilen wollte, raus zu wollen.“

    Oktopusse sind so schlau, daß man das noch vor wenigen Jahrzehnten für völlig unmöglich hielt. Lucie zählte wohl eher nicht zu den Schlauesten unter den Oktopussen. Einerseits zwar schlau genug, um den Stöpsel zu ziehen, andererseits läuft dann das Wasser ab. Der Oktopus kann zwar außerhalb des Wassers leben, aber sich kaum noch bewegen. Das ist eine auf Dauer sehr nachteilige Situation. Schließlich hat der Oktopus viele Freßfeinde. Aus dem Grund ist er in der Natur ständig damit beschäftigt, sich zu verstecken. Aus dem Grund wiederum sollte der Oktopus eigentlich ein Interesse daran haben, in dem Aquarium zu bleiben. Falls Lucie allerdings in dem Aquarium etwas gestört hat, dann ist es für einen Oktopus schon recht mühsam, so etwas den dummen Menschen, die für das Aquarium verantwortlich sind, begreiflich zu machen. Aus der Sicht eines Oktopusses sind Menschen nämlich ganz schön begriffsstutzig. Aus der Sicht eines vernünftigen Menschen eröffnet Kooperation mit den Meeresbewohnern ganz neue Möglichkeiten.

    „Die Feineinstellung der Sinne, auf welche unsere Vorfahren als Sammler und Jäger noch angewiesen waren, könnte sich in der jetzigen Zivilisation als größter Hemmschuh erweisen. Denn in dieser überlebt nur der, welcher sich den herrschenden Psychopathen durch ein Maximum an emotionaler Panzerung anpasst und sich gegen den in Orkanstärke anbrandenden Geistes – Lärm durch Ignoranz und Stumpfsinn (stumpfe Sinne) abschottet.“

    Es ist wohl eher diese Abschottung, die zum Untergang der Menschheit führt. Nur wer noch genug vom Jäger und Sammler in sich hat, um den Berennpunkten des Untergangsgeschehens fernzubleiben, hat eine Chance, weiterhin zu überleben.

    „Wer keine Rücksicht kennt, der ist auch nicht umsichtig. Den führt sein Tunnelblick vielleicht auch längs eines Grabens, der von Steinschlag bedroht ist. Und dann kommt, kurz vor dem Ziel, der Felsen von oben…“

    Das ist eigentlich genau das Argument, daß es ein Fehler wäre, sich emotional zu panzern und abzuschotten.
    Ranma

    • Lieber Nachtschreiber Ranma,
      oder sind wir für Sie die Nachtschreiber?

      Egal, Sie mögen Tiere: „Aus dem Grund wiederum sollte der Oktopus eigentlich ein Interesse daran haben,[…]“ Zitatende R. 😉

      Nun er hat halt ‚s e i n e‘ ganz spezifischen Interessen, die sind aber sehr eng verschränkt mit seiner festen Instinktausstattung und er würde Sie daher nicht verstehen (anthropomorphisierenden Zuschreibung von Extrafähigkeiten außerhalb seiner Möglichkeit)!

      Sie, mit ihrer typisch menschlichen, extrem ausgefalteten Fähigkeit der spontanen Triebhemmung, können, wie wir Menschlichen alle, solche Kulturleistungen wie das Zählen, Rechnen und Schreiben, ich vermute so haben sich diese Fertigkeiten auch zeitlich nacheinander gebildet, nachdem sich aus Gruppen-Herdenverhalten ausgeprägte ‚Handlungsstrategeme‘, unterstützt durch Mimik, Gestik und Lautieren, gebildet hatten, was uns ja mit den höchsten Säugern, bis heute anschaulich, gemeinschaftlich verbindet, ohne damit der mehrdimensionalen Verschränkung von allgemeiner Intelligibilität (was nicht als generalisierte verstanden werden sollte!) bereits zu genügen (weiteres hierzu bietet die Erlanger Wissenschaftstheorie Lorenzen, Kamlah, Janich,…)

      Der Mensch beweist Ihre Schlusssatzfrage, er ist Sieger der Natur, insofern er offen ist, auch in seinen Handlungen (liebevolle Offenheit) und Verlierer, wenn er sich ‚kommunikativ‘ verstellt oder panzert.

      • „Nun er hat halt ‚s e i n e‘ ganz spezifischen Interessen, die sind aber sehr eng verschränkt mit seiner festen Instinktausstattung und er würde Sie daher nicht verstehen (anthropomorphisierenden Zuschreibung von Extrafähigkeiten außerhalb seiner Möglichkeit)!“

        Der Oktopus versteht den Menschen besser als andersherum. Das ist doch ganz klar: Der Klügere kann den Dümmeren verstehen, aber nicht umgekehrt.
        Ranma

    • @Ranma

      Mir scheint, dass Sie meine Zeilen richtig interpretiert haben, um hier generell etwas deutlicher zu werden: was zählt ist die Masse und solange diese mit Sex & Drugs & Rock&Roll bei Laune gehalten wird und ihre (notfalls eingebildeten) Neger hat, auf die sie herabblicken kann, wird sich nichts verschieben (geschweige denn ändern). Wir sprechen hier von der überwiegenden Mehrheit.

      Den ganzen philosophischen Überbau darf man als künstlerische Beschäftigung betrachten, was zählt ist nicht Kant, Hegel oder Marx sondern die Mündung der Gewehre. Völlig zu Recht insoweit die US-Verfassung, und damit jeder beliebige Grund hierzulande Waffen einzusammeln (mal so als Beispiel). Übertrieben? Nun, unsere staatliche Gewalt steht in Autobahnausfahrten um Sitzgurtmuffel abzukassieren während ein paar Kilometer weiter Rechtsbrecher über die Grenze marschieren, gern auch bewaffnet. Geht ja nicht anders, sie tun nur ihre Pflicht, wie von oben verordnet. Noch Fragen?

      Seit geraumer Zeit beschäftige ich mich mit der Frage, ob man die Gesellschaft in einer Form organisieren könnte, die derartige Schieflagen wie derzeit vermeiden würde. Die Sache ist schon deshalb stecken geblieben, weil die Antworten allgemein nicht goutierbar sind. Mal ein kleines Beispiel, das ich hier aber nicht filigran begründen möchte:
      Männer und Frauen sind durch die evolutionäre Entwicklung unterschiedlich geprägt, aufgrund ihrer biologischen Rolle sind Frauen traditionell Beute gewesen, aus dem wie auch ihrer biologischen Gesamtsituation folgt dass ihre angepasste Verhaltensweise die einer Opferrolle entspricht – mit diesem Rollenspiel hat sie die besten Überlebenschancen. Hier darf der nachdenkliche Leser weiterdenken, aber dies wäre einer der Gründe, warum Frauen in der Politik nichts zu suchen haben sollten. Was in der Schweiz ja auch vorzüglich geklappt hat, bisher. Man warte ein Weilchen.

      Nein, meine mitlesenden Damen, das ist keine Diskriminierung sondern eine Feststellung wie diese, dass dafür umgekehrt die Männer reihenweise ins Gras gebissen haben. Frauen, die dies nicht wollten haben sich schon in der Geschichte nicht diskriminieren lassen und erfolgreich das getan, wonach ihnen der Sinn stand. Neben dem: ein Weib wie es der Schöpfer erschuf muss nicht selbst das Wasser holen sondern hat dafür seine Verehrer. Hier bei uns hab ich das Sagen, und wehe, es passiert nichts wie meine Frau das will.

      Was will ich damit zu dieser Thematik sagen? In unserem Land hat sich eine evolutionäre Schieflage entwickelt deren Durchsetzungsfähigkeit gegenüber anderen Kulturen ins Hintertreffen geraten ist (um dies mal vorsichtig zu formulieren). Auch hier will ich mich kurz halten und deshalb mit einer weiteren Frage abschließen:

      beispielhaft hypothetisch angenommen , fünf Dunkle gingen einer Schwarzer an die Wäsche – dann sollte mir mal eine feministisch gegenderte Aktivistin verraten warum ich mir die Szene länger als notwendig anschauen sollte. Ach und übrigens, war da nicht gerade was mit vier Leuten und Zivilcourage?

      Womit mir dann noch eine Frage einfällt: wann jemals in der Geschichte hätte Vernunft die Oberhand behalten?

      Und noch eine Anmerkung: das alles hat mit Defätismus nichts zu tun, aber ich will hier kein philosophisches Seminar aufmachen.

      Und ganz zum Schluss – der Betreiber der Seite möge mir dies nachsehen – noch ein Auszug aus meinen anfangs erwähnten Überlegungen, der inzwischen auch schon einige Zeit auf dem Buckel hat. (Leider läßt sich das nicht in ansprechender Formatierung einstellen)

      —————–

      [Titel]Anfang vom Ende
      [Zitat] …und es gibt den weitreichenderen Verrat, den Verrat von Politikern und Priestern die ihre Stellung mißbrauchen oder vor einem Unrecht die Augen verschließen.

      Verrät ein Politiker sein Volk, so impli­ziert dies ein Netzwerk aus vielen klei­nen Verratshandlungen auf persönlicher Ebene, und der persönliche Verrat besitzt die Fähigkeit, sich auszu­breiten, nach außen zu wachsen wie eine bösartig wuchernde Zelle. Unter der unbewegten Oberfläche bebt und zuckt es. Und brennt.
      Wrack, James Bradley

      [Text] Wir leben in einer Demokratie, und die Möglichkeit der Wahl macht uns zu freien Menschen. Nun scheint sich aber in der Praxis zu zeigen, daß solche Theorie eine Revision nötig zu haben scheint womit die Frage auftaucht, was es denn wäre, was unsere Demokratie, unsere Freiheit und unserer Wahlmöglichkeit genau ausmachen?
      Beschäftigt man sich einmal unvoreingenommen mit dem Ganzen statt der komplexen Beziehungen im Detail, also dem Wald in Gänze statt den Schädlingen unter der Borke, so wird man zunächst feststellen, dass unsere so genannte Demokratie durch ein Parteiensystem installiert und instrumentalisiert wird.
      So bekommt die Gesellschaft letztendlich nicht die Eliten, politischen Führungskräfte und die Richter, die den Vorstel­lungen des Volkes in Gedanken einer Demokratie entsprechen sondern diejenigen, die in mehreren Schritten ei­ner Verfremdung am Ende durch die Zirkel der Parteien sich haben installieren lassen.
      Tragend für die Verhältnisse sind letztendlich die Par­teien womit sich die Frage stellt, inwieweit diese die Demokratie gewährleisten. Die einfache Frage verdient eine einfache Antwort: gar nicht.
      ….

      • „Den ganzen philosophischen Überbau darf man als künstlerische Beschäftigung betrachten, was zählt ist nicht Kant, Hegel oder Marx sondern die Mündung der Gewehre.“

        Ziemlich maoistisch. Aber richtig.

        „Völlig zu Recht insoweit die US-Verfassung, und damit jeder beliebige Grund hierzulande Waffen einzusammeln (mal so als Beispiel). Übertrieben?“

        Nein, kein bißchen.

        „Nun, unsere staatliche Gewalt steht in Autobahnausfahrten um Sitzgurtmuffel abzukassieren während ein paar Kilometer weiter Rechtsbrecher über die Grenze marschieren, gern auch bewaffnet. Geht ja nicht anders, sie tun nur ihre Pflicht, wie von oben verordnet.“

        Die Aussage ergibt keinen Sinn. Wenn sie ihre Pflicht täten, dann wären es keine Rechtsbrecher, nicht wahr?

        „Seit geraumer Zeit beschäftige ich mich mit der Frage, ob man die Gesellschaft in einer Form organisieren könnte, die derartige Schieflagen wie derzeit vermeiden würde. Die Sache ist schon deshalb stecken geblieben, weil die Antworten allgemein nicht goutierbar sind.“

        Man kann sämtliche Schieflagen vermeiden. Aber sicherlich nicht alle auf einmal. Deswegen sind die Antworten nicht goutierbar.

        „Männer und Frauen sind durch die evolutionäre Entwicklung unterschiedlich geprägt, aufgrund ihrer biologischen Rolle sind Frauen traditionell Beute gewesen, aus dem wie auch ihrer biologischen Gesamtsituation folgt dass ihre angepasste Verhaltensweise die einer Opferrolle entspricht – mit diesem Rollenspiel hat sie die besten Überlebenschancen.“

        Ja, Frauen sind sehr gut darin, die Opfer zu spielen. Das ist etwas ganz anderes als Opfer zu sein. Beides ist nochmal etwas ganz anderes als Beute zu sein. Wenn man nämlich schon ausdrücklich sagt, daß es um Biologie geht, dann bedeutet Beute zu sein, daß man gefressen wird. Es war nie allgemein üblich, daß Frauen gegessen wurden. Manchen Gedanken sollte man vielleicht erst zu Ende denken, bevor man ihn veröffentlicht.

        „In unserem Land hat sich eine evolutionäre Schieflage entwickelt deren Durchsetzungsfähigkeit gegenüber anderen Kulturen ins Hintertreffen geraten ist (um dies mal vorsichtig zu formulieren).“

        Diese scheinbar kurze Aussage macht ein ziemliches Faß auf. Schon die Frage, ob es überhaupt eine evolutionäre Schieflage geben kann, könnte man lange diskutieren. Als nächstes dann gleich, warum sich eine Schieflage gegen Kulturen durchsetzen sollte. Das sieht nach ziemlich ungeordneten Gedanken aus. Weil es sich bei den erwähnten Kulturen jedoch um andere Kulturen handelt, scheint mir die eigentliche Frage zu sein, warum das Zeitalter der Conquista der Vergangenheit angehört? Die Antwort darauf ist ganz klar: weil der Grund für unsere Existenz ein metaphyischer ist. Dieser hat zur Folge, daß sich die Menschheit im Verlaufe unterschiedlicher geschichtlicher Epochen kulturell weiterentwickelt. Eine dafür wesentliche Aufgabe ist die Tatsache zu verstehen, daß auf jede Ursache eine Konsequenz folgt. Also wer austeilt, der muß danach auch einstecken. Die Conquistadores haben kräftig ausgeteilt, nun ist es Zeit einzustecken. Das wird solange weitergehen bis die Lektion gelernt worden ist.

        „beispielhaft hypothetisch angenommen , fünf Dunkle gingen einer Schwarzer an die Wäsche – dann sollte mir mal eine feministisch gegenderte Aktivistin verraten warum ich mir die Szene länger als notwendig anschauen sollte.“

        Das ist wieder eine ziemlich mißverständliche Aussage. Wie lange ist es denn notwendig, sich so eine Szene anzuschauen???

        „Ach und übrigens, war da nicht gerade was mit vier Leuten und Zivilcourage?“

        Nicht daß ich wüßte. Wenn ich an Zivilcourage denke, dann fällt mir als erstes das Pizzagate während des letzten Präsidentschaftswahlkampfes im Amiland ein. Da berichteten unzuverlässige Journalisten von einem Ort und einer Organisation, wo mit Kindern gehandelt und diese sexuell ausgebeutet wurden. Davon war kein Wort war. Trotzdem hat es mancher geglaubt, schließlich wehren sich Journalisten immer gegen den Vorwurf Lügenpresse zu sein. Ein freier und daher bewaffneter Ami mit Zivilcourage machte sich daraufhin auf den Weg, um den kleinen Kindern zu helfen und den Verbrechern das Handwerk zu legen. Wenn man die Zustimmung berücksichtigt, die Donald Trump für die Anordnung eines Militärschlages gegen Syrien wegen der ‚beautiful little babies‘ erhalten hat, dann kann der jener Zivilcouragierte nur völlig richtig gehandelt haben. Ähnliche Propaganda, an der auch kein Wort wahr war, reichte bereits aus, um vollausgewachsene ‚gerechte Kriege‘ auszulösen. Es kann also wirklich niemand sagen, daß an der Handlung des bewaffneten Zivilisten irgendetwas zu tadeln gewesen wäre. Trotzdem vermute ich, daß er inzwischen in einem Hochsicherheitsgefängnis sitzt oder noch dazu verurteilt wird. Leider hat man zu dem Fall weiter nichts mehr erfahren.

        „Womit mir dann noch eine Frage einfällt: wann jemals in der Geschichte hätte Vernunft die Oberhand behalten?“

        Natürlich noch nie. Was allerdings auch sehr unlogisch wäre, wenn man eine evolutionäre Entwicklung innerhalb der Geschichte vermutet.

        „Wir leben in einer Demokratie, und die Möglichkeit der Wahl macht uns zu freien Menschen. Nun scheint sich aber in der Praxis zu zeigen, daß solche Theorie eine Revision nötig zu haben scheint womit die Frage auftaucht, was es denn wäre, was unsere Demokratie, unsere Freiheit und unserer Wahlmöglichkeit genau ausmachen?“

        Ja, solche Theorie hat ganz dringend eine Revision nötig. Es ist nicht die Möglichkeit zur Wahl, die einen Menschen frei macht. Frei ist ausschließlich jener Mensch, der das niemals angezweifelte oder auch nur anzweifelbare Recht dazu hat, eine tödliche Waffe zu tragen. Jederzeit und überall. Die Geschichte bestätigt das in jedem einzelnen Fall. Obwohl das die Frage der Freiheit klärt, sagt das noch nichts über Demokratie und Wahlmöglichkeiten aus. Da ist festzustellen, daß es einen Unterschied gibt zwischen Demokratie und unserer Demokratie. Im Allgemeinen wird unter Demokratie nämlich das verstanden, was im antiken Griechenland die Tyrannis ablöste und verhindern sollte, daß die Tyrannen jemals wieder Macht erlangen. Unsere Demokratie ist jedoch ein System, das die USA ihren Feinden aufzwingen und das sehr wenig bis nichts mit dem System der Alten Griechen zu tun hat.

        „Beschäftigt man sich einmal unvoreingenommen mit dem Ganzen statt der komplexen Beziehungen im Detail, also dem Wald in Gänze statt den Schädlingen unter der Borke, so wird man zunächst feststellen, dass unsere so genannte Demokratie durch ein Parteiensystem installiert und instrumentalisiert wird.“

        Ja, natürlich. Schließlich ist unsere Demokratie keine echte Demokratie. Sie soll nur den Anschein erwecken. Dadurch wird die Gefahr, daß jemand echte Demokratie einführen möchte, drastisch reduziert.

        „Tragend für die Verhältnisse sind letztendlich die Par­teien womit sich die Frage stellt, inwieweit diese die Demokratie gewährleisten. Die einfache Frage verdient eine einfache Antwort: gar nicht.“

        Das verwundert nicht, denn Demokratie zu gewährleisten ist nicht die Aufgabe der Parteien. Deren Aufgabe besteht vielmehr darin, wirkliche Demokratie zu verhindern.
        Ranma

      • Conrath // 30. April 2017 um 11:08 //

        @Ranma & Hein2s

        Hein2s, das was Sie da als ‚künstlichen Überbau‘ beschreiben, kann ich zu einem größeren Teil als zutreffend nachvollziehen. Und wenn Ranma noch in diesen Fehler mit einsteigt, die besondere Fähigkeit des Menschen, auch den Baum der Erkenntnis, neben dem Baum des Lebens, zu bewohnen/ bewirtschaften/ begreifen und auch, neben dem Lebensbauwerker zu einem Bildbauwerker zu werden, einem Töpfer/ Weber/ Schmidt usw., dann ist das schade und diese Zeilen sind an Sie beide gerichtet. Mao selbst hat sich übrigens, genau wie Marx auch, streng dagegen verwehrt, selber als ‚Maoist‘ bezeichnet/ verstanden, zu werden.

        Warum?

        Mao steht eigentlich für den erforderlichen, relativ späten Bruch der sehr alten Beamtengesellschaft (älteste/ größte Bürokratur der Welt ~ 3.000 Jahre im Gegensatz zu den noch älteren indischen Kleinfürsteneien!) in der Auseinandersetzung mit sich selbst (veranlasst durch äußere Eingriffe, aber nicht verursacht durch diese), mit ihrer eigenen Formatierung, die ja kein Überbau ist, sondern ‚a l l e s d u r c h d r i n g t‘. Und dieser historische Übergang wurde mit seinem Namen verbunden, ist nicht durch ihn, ‚M a o‘, verursacht, sondern nur intelligibel, mittbegleitet worden.

        600 Millionen Menschen erlebten, nach langen Niedergangsphasen (Opiumkrieg der Seeräuber-Engländer) ab den ‚Greuelverbrechen von Nanking‘ (Massakern) und mit der Japanischen Invasion und zugleich(!), mit dem gewaltigen Bürgerkrieg der Altfeudalen gegen den gesamten Rest der Bevölkerung, diesen Umbruch der Formatierung und ersten – widersprüchlichen – Neuformatierung!

        Und die stärksten, mutigsten und auch geduldig-weisesten Menschen, aus diesem größeren Rest des Volkes (über 40 Ethnien), Frauen und Männer, haben schließlich, aus größten Entbehrungen heraus, die erste ‚VOLKSREPUBLIK‘ der Welt aufgebaut. Sie wurde 1949 aus dem Kriegs-Chaos geboren, mit allen inneren Widersprüchen, die Mao, wie kein anderer, auch philosophisch beschrieb.

        Er kam aus einer Bauernfamilie, lebte in der Pflegefamilie eines Lehrers und las, schrieb und studierte, sein ganzes Leben lang und mit größter Hingabe!! Wer das als lästig-unnötigen Überbau missversteht, kann seinen Kopf auch gleich weiterverschenken. – –

        Überbau, i.S. des reifen Friedrich Engels jun., ist nur als Kritik an der, nutzlos gewordenen, feudalen Kulturübersteigerung zu verstehen, man denke an die Prachtauswüchse des späten Barocks und Rokokos, also einer Verbindung von hoher Kunst mit absolutistischer Macht. Selbst da, kamen noch bewundernswürdige Leistungen heraus, so wie aus unserer heutigen Neo-Finanz-Feudalordnung erstaunliche Innovationen kommen. Aber es ist immer eine ‚durchmischte‘ Angelegenheit, Kultur, übrigens jede Kultur. Kultur kann also durch falsche Machtformationen von innen her vergiftet sein, dass würde Engels heute dazu metaphorisch beitragen. Und neben kitschigen Puten gab es auch enorme Höchstleistungen, in der Mathematik, Chemie und Physik, also genau in den Herrschaftshilfswissenschaften.

        Wir müssen eben lernen zu differenzieren. Und Kulturkritik war, ab Hobbes und More, immer dem Machtanteil und seinen Ungerechtigkeitsverhältnissen gewidmet, niemals im platten (marxistisch-maoistischen > 5. Kolonne) naturalistischen Sinne, der Gesamtkultur, das ist ein extremes Missverständnis und Sie beide zeigen es, hält sich bis heute in Ihren Köpfen, es ist Ihre ‚Goldene-Kopf-Schere‘.

        Der Naturalismus ist ‚d i e‘ Waffe/ Methode/ der Generalschlüssel, der Hochfinanzgauner. Das Völkchen erkennt die darin verborgene Teufelei nicht/ nie, wie schon Goethe es in seinem Faust formulierte, übrigens ein hochpolitisches Bühnenstück in 2 Teilen, Hein2s und Ranma, schaut es Euch an, lest es!

        Das Volk erkennt die naturalistischen Politsatanisten nie, oder immer erst zu spät. Pol Pot und der Kriegsneoliberalismus bestehen aus purem, angewandten, hochraffinierten ‚Naturalismus‘. Die Machtsatanisten haben, mythisch-metaphorisch ausgedrückt, den ‚Baum der Erkenntnis‘ zum ‚Baum des Lebens‘ gemacht und umgekehrt. Sie haben die Grundstrukturen des Zusammenlebens verkehrt und pervertiert und wir sind heute alle weltweit mitten in dem gleichen großen Kampf, den dieses alte Kulturvolk bereits, etwas früher, absolviert hat. Und, als Mao sah, das die Mehrheit durch ihr Verhalten, ihre falschen, feudalen Kopfschere, den alten Feudalismus über diese Hintertüren ihres Verhaltens und Vorstellens, aber auch Wünschens, wieder in die Wirklichkeit zurückholen wollten, als feudale Parteikader, als kleine mittlaufende Neufeudalisten, (das Problem hatte bisher jede Aufruhr in unserer Weltkultur), da besann sich Mao mit seiner engsten Gruppe, intuitiv auf ein Verfahren, alle Menschen einzubeziehen, in eine ‚Phase der Kritik‘ und des Umbruchs. Sie wurde erst im Nachhinein dann meistens schlechtgeschrieben, erhielt Namen. Wer echte Lebensberichte aus dieser Zeit kennt (man lese nur Harro Senger, er studierte als einer von drei westlichen Studenten 66/67 mitten in China), weiß, dass es ein sehr vielschichtiger Vorgang war, auf den die Bezeichnung ‚Blumenrevolution‘ auch nur sehr umschreibend/ unvollkommen, passt.

        Hein2s,

        Kultur wird immer geschüttelt, nicht nur gerührt und tote Kultur setzt sich schichtweise ab, sedimentiert. Erst wenn alles tot ist, bildet sich ein losgelöster Überbau, bzw. in semantisch-zulässiger Inversion (Vollwendung!), nur das tote, die ‚tote Machtausübung‘ (über Geldmachtforderungen) bildet dann eine Art von Joch über den lebenden und schwer schuftenden, arbeitenden Ochsen-Volkskörpern.

        Unangemessene Luxuskultur/ Trash und Kitsch, gehört zur Kategorie dieser Überbaukritik, nicht die ‚Gesamtheit von Kultur-Gesellschaft-Gemeinschaft‘, die sich in Gebieten organisiert, als Sprach-Geschichts-Schicksals-Gemeinschaften, mit vielen Bezeichnungen, auf die es aber nicht ankommt, sondern auf den lebendigen Begriff der Volksgesamtkultur(en) – bitte den Plural beherzigen.

        Das alles, ganz abgekürzt bis hier. Sonst brauchten wir ein Wochenendseminar, um die Sachprobleme/ Fragen, halbwegs ordentlich (verinnerlicht/ wiedergabefähig) ausführlich an ihre natürlichen Funktionen und Örter zu rücken.

        Und Ihre weiteren Überlegungen und vieles von Ranma, sind kein Überbau, sondern Fermente, Hefe im Ganzen und interagieren mit den Fermenten der Anderen, das ist das Leben der Kulturganzheit.

        Und wer Respekt vor seinem eigenen, inneren kreativen Erkenntnisbaum hat, der tut sich auch gerne mit anderen Erkenntnisbaum-Gärtner_innen zusammen. Wer den eigenen Erkenntnisbaum verdorren lässt, hasst ihn neidisch in den Anderen, das ist doch plausibel, oder?

        Und Naidoo ist immer erst ist echter Künstler und dann ist er/ kann er auch politisch wahrhaftig sein, andersherum geht es nicht! Ästhetik ist eine Kategorie des Politischen, ja, dafür brenne ich, wenn es denn sein muss ,auch lichterloh (nicht unbedingt naturalistisch, das bleibt den Satanisten vorbehalten).

        Beispiel schaut Euch die unsicheren Kameradenvon der Kabarettfront an, vergleicht einen Volker Pispers mit dem politisch unzuverlässigen, öligen Dieter Nuhr, macht Listen, das hilft gegen die falsche Formel vom angeblichen Kultursediment/ Kulturüberbau.

        It’s the culture, stupid.

      • @Conrath

        Geht ja auch anders, freut mich. Um ins Fahrwasser des Artikels zurückzusteuern:
        Über den Elfenbeinturm des Überbaus kann ich nicht mitreden – da haben Sie Lufthoheit.
        Mich interessiert, was ich sehe, und die Reaktionen, soweit ersichtlich. Daraus ergeben sich Fragen wie die, warum z.B. die Deutschen wenig gebären während „die Rückständigen“ mit vollen Kinderwagen durch die Gegend schieben. So einfach halte ich das.
        Nun kommt die Politik, nehmen wir mal die AfD, die schreibt in ihr Programm man müsse die Familien „noch mehr unterstützen“, mit Geld, versteht sich. Mal der Auszug dazu, Parteiprogramm 6.3:

        >>6.3 Mehr Unterstützung für Familien
        So muss eine alternative Familienpolitik die Familie als
        wertegebende Grundeinheit finanziell … stärken. Die
        derzeit bestehenden finanziellen Nachteile, die Familien mit
        Kindern gegenüber Kinderlosen erleiden, müssen korrigiert
        werden. ….
        zinsloser Darlehen für Eltern zum Erwerb von Wohneigentum, deren Schuld-
        summe sich mit jedem neugeborenen Kind vermindert.
        ….
        eine spezielle Förderung von Mehrkindfami-
        lien möchte die AfD dazu ermutigen, sich für mehr Kinder zu
        entscheiden.<<

        Nun dürfen Sie sich mal die Preisfrage stellen, welcher rote Teppich hier ausgerollt wird. Ist das eine systematische Denkschwäche oder eine Steilvorlage für die Absichten von Schulz und Konsorten?

        Fakt jedenfalls ist, daß die islamisch geprägten Menschen sich ausbreiten während sich die anderen gegenseitig das Leben vergällen (haben Sie schon mal auf die Gesichtszüge geachtet?). Hieraus ergeben sich Antworten, die jeden vorliegenden Rahmen sprengen da sie hochgradig vernetzt sind.

        Die Fragestellung der Selbstbehauptung scheint mir nicht die, wer sich für "entwickelter" hält sondern brachial die, wer sich durchsetzt. Schauen Sie mal unter Chatham Islands, da haben Sie das im Reagenzglas (erstes kapitel der Wolkenatlas), Michener mit seinen quasi-dokumentarischen Romanen ist hier auch unterhaltsam wie lehrreich, Karibik (Migration) oder auch Verheißene Erde, wie ich schon erwähnte.

        Und die Wehrhaftigkeit oder Fähigkeit zur Selbstbehauptung (in noch zivilisierter Weise) schließt den Kreis dann wieder zum obigen Artikel.
        Der Fisch stinkt vom Kopfe her, wie eine analoge Redensart geht.

        Fast alle Kabarettisten entblöden sich anhand der Migrationssituation, Schramm ist wohl leider intuitiv "abgetreten", er würde dringend gebraucht, Ludger können Sie auf die Positivliste setzen, aber Nuhr? Nur nicht.

      • Conrath // 30. April 2017 um 20:20 //

        Hallo Hein2s,

        „>>6.3 Mehr Unterstützung für Familien
        So muss eine alternative Familienpolitik die Familie als wertegebende Grundeinheit finanziell … stärken. Die derzeit bestehenden finanziellen Nachteile, die Familien mit Kindern gegenüber Kinderlosen erleiden, müssen korrigiert werden. ….“
        Ja, schwierig, weil es Zielkonflikte gibt, die hier in DE nur noch indirekt beschrieben werden. Dabei ist es ganz einfach, würden wir in einer Demokratie leben und nicht in einer nur repäsentativen Anscheinsdemokratie. Nachdem nun sei 2 jahjrzehnten die konkreten Bedingungen für normale Familiengründungen immer schwieriger wurden, durch fehlendes Einkommen, Wohnkosten, Arbeitszeitgestaltung, ist die Basisreproduktion in fast allen neoliberalen Lobbykratien eingebrochen. Die Einkommensunterschicht wird so schlecht gestellt, dass Kinder zu einem Luxus werden oder zu einem Grund in Länder mit vergleichbaren Sozialsystemen zu ziehen, eigentlich ein Paradox. Es löst sich auf, wenn wir bedenken, dass die Westwerte-Hochkapitalismusländer es allen anderen Ländern auf der Erde durch nichtrückzahlbare Kredite und einseitige Handelshemmnisse verwehrt, verbesserte Bedingungen für ihre Bevölkerungen zu schaffen. Die Absenkung der Kindersterblichkeit, Hygienestandardsteigerungen und Sozialmindestsicherungen haben daher zu einer neuen Form von ‚Handelsbeziehungen‘ geführt. Und wie bei den bisherigen Handelsgesetzen wurde nicht die Mehrheit gefragt, ob sie gegen buchstäblich ‚nichts‘ (positiver Handelsbilanzüberschüsse), unterbezahlt schuften wollen oder nicht. So wurden sie auch nicht gefragt, ob sie dem Großhandel Waffen gegen Massenmigration zustimmen oder nicht.

        It’s the nihilism, stupid.

        „Fast alle Kabarettisten entblöden sich anhand der Migrationssituation, Schramm ist wohl leider intuitiv „abgetreten“, er würde dringend gebraucht, Ludger können Sie auf die Positivliste setzen, aber Nuhr? Nur nicht.“

        Ja, Nuhr ist politisch sehr unzuverlässig, ich sehe mir ihn schon lange nicht mehr an, er hatte gute Bereiche, hat sich aber inzwischen vielfach angebiedert und arbeitet den Systemparteien zu, wie auch die ‚Heute Show‘, die mal besser angefangen hatte. Die Anstalt bemüht sich tapfer, zu 4/5 macht sie es, mMn, immer noch gut. Die Mitternachtsspitzen sind zu 2/3 noch genießbar und Mister Dax und andere füllen den politischen Ausschuss auch wieder auf, bis wir nix mehr zu lachen haben, das könnte uns noch blühen, wenn mit DE das gleiche geplant ist/ wurde, wie mit Syrien, Bürgerkrieg durch Einschleusung fremder Truppen. –

        Deswegen plädiere ich für das 1-Punkte-parteiprogramm

        Ausstieg aus der Westbindung-Natoangriffsarmee und Friedens- und Schutzverhandlungen mit RF und VCH und einer neuen Nachkriegs-Uno und einem totalreformierten IWF, also kürzer:

        Wählt die friedliche De-Globalisierung, was ein Querbündnis aus allen(!) Parteien erfordert.

      • Conrath // 30. April 2017 um 20:24 //

        Fehler behoben:

        Hallo Hein2s,

        „>>6.3 Mehr Unterstützung für Familien
        So muss eine alternative Familienpolitik die Familie als wertegebende Grundeinheit finanziell … stärken. Die derzeit bestehenden finanziellen Nachteile, die Familien mit Kindern gegenüber Kinderlosen erleiden, müssen korrigiert werden. ….“
        Ja, schwierig, weil es Zielkonflikte gibt, die hier in DE nur noch indirekt beschrieben werden. Dabei ist es ganz einfach, würden wir in einer Demokratie leben und nicht in einer nur repräsentativen Anscheinsdemokratie. Nachdem nun seit 2 Jahrzehnten die konkreten Bedingungen für normale Familiengründungen immer schwieriger wurden, durch fehlendes Einkommen, Wohnkosten, Arbeitszeitgestaltung, ist die Basisreproduktion in fast allen neoliberalen Lobbykratien eingebrochen.

        Die Einkommensunterschicht wird so schlecht gestellt, dass Kinder zu einem Luxus werden oder zu einem Grund in Länder mit vergleichbaren Sozialsystemen zu ziehen, eigentlich ein Paradox. Es löst sich auf, wenn wir bedenken, dass die Westwerte-Hochkapitalismusländer es allen anderen Ländern auf der Erde durch nichtrückzahlbare Kredite und einseitige Handelshemmnisse verwehrt, verbesserte Bedingungen für ihre Bevölkerungen zu schaffen.

        Die Absenkung der Kindersterblichkeit, Hygienestandardsteigerungen und Sozialmindestsicherungen haben daher zu einer neuen Form von ‚Handelsbeziehungen‘ geführt. Und wie bei den bisherigen Handelsgesetzen wurde nicht die Mehrheit gefragt, ob sie gegen buchstäblich ‚nichts‘ (positiver Handelsbilanzüberschüsse), unterbezahlt schuften wollen oder nicht. So wurden sie auch nicht gefragt, ob sie dem Großhandel Waffen gegen Massenmigration zustimmen oder nicht.

        It’s the nihilism, stupid.

        „Fast alle Kabarettisten entblöden sich anhand der Migrationssituation, Schramm ist wohl leider intuitiv „abgetreten“, er würde dringend gebraucht, Ludger können Sie auf die Positivliste setzen, aber Nuhr? Nur nicht.“

        Ja, Nuhr ist politisch sehr unzuverlässig, ich sehe mir ihn schon lange nicht mehr an, er hatte gute Bereiche, hat sich aber inzwischen vielfach angebiedert und arbeitet den Systemparteien zu, wie auch die ‚Heute Show‘, die mal besser angefangen hatte. Die Anstalt bemüht sich tapfer, zu 4/5 macht sie es, mMn, immer noch gut. Die Mitternachtsspitzen sind zu 2/3 noch genießbar und Mister Dax und andere füllen den politischen Ausschuss auch wieder auf, bis wir nix mehr zu lachen haben, das könnte uns noch blühen, wenn mit DE das gleiche geplant ist/ wurde, wie mit Syrien, Bürgerkrieg durch Einschleusung fremder Truppen. –

        Deswegen plädiere ich für das 1-Punkte-Parteiprogramm

        Ausstieg aus der Westbindung-Nato-Angriffsarmee und Friedens- und Schutzverhandlungen mit RF und VCH und einer neuen Nachkriegs-Uno und einem totalreformierten IWF, also kürzer:

        Wählt die friedliche De-Globalisierung, was ein Querbündnis aus allen(!) Parteien erfordert.

      • Da es den einen oder anderen doch interessieren könnte:
        heute mit einem Roman fertig geworden, der – Überraschung! – auf den letzten Seiten sinngleich das beschreibt, was ich hier angerissen habe, er unterscheidet zwischen einem „inneren“ (weiblichen) und „äußeren“ (männlichen) Kreis. Linus Reichlin: Das Leuchten in der Ferne.

  18. @Hein|2s

    Also gleich zu Anfang widersprechen Sie sich:

    H: „[…] was zählt ist die Masse und solange diese […]“

    C: Wo kommen Sie/ Wir vor, konkret, haben Sie/ wir etwa keinen Anteil am Massenverhalten?

    H: „[…] Neger hat, auf die sie herabblicken kann, wird sich nichts verschieben […]“

    C: Ist das jetzt Ihr kultureller Beleg/ Beitrag und wer verschiebt was, etwas deutlicher könnte die sache klären, oder?

    H: „[…] Den ganzen philosophischen Überbau darf man als künstlerische Beschäftigung betrachten, was zählt ist nicht Kant, Hegel oder Marx sondern die Mündung der Gewehre. […]“

    C: So, so, die Masse und ihre Mobilisierung, die Richtung ihrer Gewehrläufe, braucht doch auch den von Ihnen als künstlich hingestellten Überbau? Was denn nun, formiert sich die Masse selber? Schon mal über diese Vorgänge nachgedacht, eventuell mit Hilfe dieses ‚Überbaus‘, Herr Hein..? Und wer konstruiert die neuen Waffen, nach welchen Ideen werden sie von der Mehrheit hergestellt? Auch wieder vom Überbau?

    H: „Seit geraumer Zeit beschäftige ich mich mit der Frage, ob man die Gesellschaft in einer Form organisieren könnte, die derartige Schieflagen wie derzeit vermeiden würde. […] Mal ein kleines Beispiel, das ich hier aber nicht filigran begründen möchte: Männer und Frauen sind durch die evolutionäre Entwicklung unterschiedlich geprägt, aufgrund ihrer biologischen Rolle sind Frauen traditionell Beute gewesen […]“ ???

    C: 1) Na langsam, jetzt spiele Sie plötzlich ‚künstlichen Überbau‘, beschäftigen sich mit Fragen, als Masse oder Überbau? Schauen Sie auf Ihre oberen Zeilen und lesen Sie sich die nochmals laut vor!?
    2) Worin besteht eine Schieflage, ein etwas genauer ‚Überbau‘ wäre schon nötig, oder?
    3) Biologische Prägung und kulturelle Rolle wechselwirken, das filigrane, historische Zusammenspiel dieser beiden Faktoren sollten Sie sich aber nochmals vom ‚Überbau‘ erklären lassen, so ist es zu grob, tragen Sie es mal Ihrer Frau vor, aber ich übernehme keine Verantwortung dafür, wenn Sie sich wegen einer fliegenden Blumenvase bücken müssten 😉 .

    Also, erste Erkenntnis daraus, es gehört schon alles irgendwie zusammen und sollte durchaus ‚filigran studiert‘ werden, auch Liebe ist filigran, nicht grob, was nicht mit Intensität verwechselt werden sollte, also differenzieren Sie und halten Sie durch, das mögen die Frauen, ‚zärtlich-filigrane Ausdauer‘…

    H: „[…] aus dem wie auch ihrer biologischen Gesamtsituation folgt dass ihre angepasste Verhaltensweise die einer Opferrolle entspricht – mit diesem Rollenspiel hat sie die besten Überlebenschancen.“

    C: Hmmm, na ja, meinen Sie das naturalistisch, dann tut mir Ihre Frau leid oder sie hat in früheren Leben als Mann Frauen drangsaliert, keine Ahnung.

    H: „Hier darf der nachdenkliche Leser weiterdenken, aber dies wäre einer der Gründe, warum Frauen in der Politik nichts zu suchen haben sollten. Was in der Schweiz ja auch vorzüglich geklappt hat, bisher. Man warte ein Weilchen.“

    C: In der Schweiz geklappt? Was denn, das das allgemeine Wahlrecht erst in den 70-igern kam? Frauenlose Politik gab es auch nicht in Griechenland. Die waren nicht stimmberechtigt auf dem Forum, aber Xanthippe hat ihren Sokrates ordentlich zurechtgestaucht, wenn etwas nicht nach ihrer Regel lief. Warum hatte sich Sokrates außerhäusliche Gesprächspartner gesucht? Aber mal im Ernst, Ihre Forderung ist schon sehr maßenbestimmt und simpel, hat nix mit künstlichem Überbau zu tun, da gebe ich Ihnen Recht. Es ist bis hierhin reflexionsfrei. Frauen und Männer haben von der Zunahme des Überbaus deutliche Vorteile beziehen können, in der Entfaltung gesellschaftlicher Verhältnisse.

    H: „[…] ein Weib wie es der Schöpfer erschuf muss nicht selbst das Wasser holen sondern hat dafür seine Verehrer. Hier bei uns hab ich das Sagen, und wehe, es passiert nichts wie meine Frau das will.“

    Also, lieber Hein.., machen Sie sich und uns nix vor, da beginnt doch schon das Problem, das merkt man Ihrem Denkschreiben deutlich an. Ich finde es gut, dass Sie es hier, an einem geschützten Ort, einmal so unumwunden herausgelassen haben, wie viele Männer denken/ handeln so und heucheln dann etwas anders und Offenheit ist die Möglichkeit zu mannigfaltigen Entwicklungen. Aber es geht auch anders, wenn frau und man sich gegenseitig nicht nur im Alltag beistehen, sich lieben und etwas streiten, das gehört schon zusammen, stirbt oder wächst immer gleichzeitig miteinander (oder??), sondern sich auch etwas gegenseitig politisieren, geht doch, ist möglich. Und wenn die Argumente einmal fehlen, nicht zur Über-Zeugung reichen, her je, dann bleibt das kulturelle Über halt mal weg und Versöhnungsmomente brauchen nicht schlecht zu sein, den Rest überlassen wir der Erfahrung und Phantasie, der Leserinnen und Leser.

    H: „In unserem Land hat sich eine evolutionäre Schieflage entwickelt […]“

    C: Was jetzt, eine kulturelle, eine biologische oder durch die Frauenpower? Ich kann mir das nicht vorstellen, Frauen sind in der Konkurrenzwirtschaftsgesellschaft oft die noch schlimmeren Männer, sind dann überangepasst, aber ansonsten doch genauso kreativ (überbaulich/ erbaulich) wie massen beschränkt (Kauf, Schmink, Schwatzmonster, wie es die Männer auch sind (Rüpel ohne Geduld, Einfühlung,… erinnern Sie sich einfach, dann können Sie hier zwei Zeilen vervollständigen, lieber Hein..)

    H: „Durchsetzungsfähigkeit gegenüber anderen Kulturen ins Hintertreffen geraten ist (um dies mal vorsichtig zu formulieren).“

    C: „Andere Kulturen, oben habenSie Kulturen aufwenig filigrane Weise als Überbau abgetan, schon vergessen? Und wenn hier durch Kalergi-EU-Politkriminelle Großmigrationen gegen bestehendes Gesetz stattfindet, hat das nicht mit Kultur, sondern Staatskriminalität und Hochverrat zu tun. Das zu wissen, erfordert eine teilnahem am Überbau, lieber Hein.. und Über- und Unterbau mit einer Frau zusammen ist viel schöner, als alleine, oder?

    Stilistisch gibt es ***, ausbaufähig: „,fünf Dunkle gingen einer Schwarzer an die [weiße] Wäsche – dann sollte mir mal eine feministisch gegenderte Aktivistin verraten […]“ ja. Wie ist es bei einer Weißen, der fünf Helle an die schwarze Wäsche gehen? Und Aufruf zu Zivilcourage ist immer gut., das teile ich und die realen Probleme in den Stadtvierteln sind nicht zu verleugnen, auch da bin ich Ihrer Meinung. Und es gibt viele Nichtdeutsche hier, die das genauso sehen wie wir und ebenfalls dazwischen grätschen. Das ist keine Entlastung für unsere Kriegspolitiker in Berlin!

    H: „Womit mir dann noch eine Frage einfällt: wann jemals in der Geschichte hätte Vernunft die Oberhand behalten?“

    C: Schwierig zu beantworten, da Vernunft und Unvernunft miteinander verschränkt sind, so wie oben und unten, Frau und Mann, ob oben oder unten (biogenerotisch egal, kulturell besser nebeneinander). Bereits Friedrich Engels hat die begriffliche Jugendsünde des kulturellen Überbaus bereits relativiert und zurückgenommen, heute haut er Ihnen diese Vereinfachungen um die heißkalten Ohren, wenn er kann, das ist nur eine Frage der Gelegenheit, nicht eine OB-Frage. Und was verstehen Sie unter Defätismus, Ihre Sicht auf die (kulturelle/ biogenerotische) Doppelrolle der Frauen?

    Sie pragmatisch solidarisch grüßend

    • @Heinss

      Und, ist es eine Leseempfehlung, gut geschrieben oder eher langweilig?

      • Schwierig zu sagen, wenn ich Hunger habe mampfe ich schon mal salzige Fritten, andererseits serviert uns meine Frau auch perfekt geschälten, an den Knackpunkt gegarten Spargel mit schäumend angebräunter Butter … satt würde, im Unterschied zu den Fritten, davon keiner, kommt also darauf an.

        Mir hat es ausgesprochen zugesagt, zumal es (im Verlauf) im Bereich meiner derzeitigen Thematik liegt und literarisch meine Überlegungen bekräftigt.
        Freilich auf einem sanfteren Niveau, als ich dies aus Übersetzungen afganischer Literatur kenne.

        Für mich eine spannende, gradlinige Lektüre im Brückenschlag zu D.

      • Conrath // 4. Mai 2017 um 10:19 //

        Heinss & WaltMax

        das war jetzt gemein von Ihnen, unter der Gürtellinie, ich habe, außer einem großen Milchkaffee, noch nicht gefrühstückt, dafür Ihr empfohlenes Buch vorgemerkt.

        WaltMax erfinden Sie dann auch noch ein ‚Faxgerät der wirklichen Dinge‘, vernünftige Rohrpostverteilung unter dem Gehsteig und Containerübergabe-Knoten, damit wir den Vorschlag von Heinss annehmen und prüfen können, ja richtiges Anbraten ist sogar ein häusliches Politikum.

        Und für WaltMax sollte von hier aus ein Crowdfounding gesettet werden, so heißt das doch anglizistisch, oder?

      • Bitte nicht empfohlen, das macht schuldig, darauf hingewiesen, das ist die freie Entscheidung.

      • Conrath // 4. Mai 2017 um 10:55 //

        Heinss,

        schon zu spät, es ist Ihr Schicksal geworden,

        habe es für 3,18 Euronen gerade geordert, Bücher sind doch inflationsstabil oder können noch zum Kochen von warmen Mahlzeiten restgenutzt werden, als hungerdiktierte Bücherverbrennungen-2.0.

  19. „Hein2s, das was Sie da als ‚künstlichen Überbau‘ beschreiben, kann ich zu einem größeren Teil als zutreffend nachvollziehen. Und wenn Ranma noch in diesen Fehler mit einsteigt, […]“

    Wenn man etwas als zutreffend nachvollziehen kann, dann ist das also ein Fehler. Con ratlos zeigt, daß er nicht hier ist, um etwas Konstruktives beizutragen.

    „Mao selbst hat sich übrigens, genau wie Marx auch, streng dagegen verwehrt, selber als ‚Maoist‘ bezeichnet/ verstanden, zu werden.“

    Marx wollte also nicht als Maoist verstanden werden. Eine Bezeichnung, die erst ungefähr ein Jahrhundert nach Marx entstanden ist. Schon schräg. Ohne den Anachronismus wäre es nachvollziehbar, schließlich betonte Keynes kein Keynesianer zu sein, Sheldrake distanziert sich von Sheldrakianern und schon Gesell ging es ähnlich mit den Gesellianern. Dabei haben diese drei noch Glück, daß sie keine -ismen erschufen.

    „Mao steht eigentlich für den erforderlichen, relativ späten Bruch der sehr alten Beamtengesellschaft (älteste/ größte Bürokratur der Welt ~ 3.000 Jahre im Gegensatz zu den noch älteren indischen Kleinfürsteneien!) in der Auseinandersetzung mit sich selbst (veranlasst durch äußere Eingriffe, aber nicht verursacht durch diese), mit ihrer eigenen Formatierung, die ja kein Überbau ist, sondern ‚a l l e s d u r c h d r i n g t‘. Und dieser historische Übergang wurde mit seinem Namen verbunden, ist nicht durch ihn, ‚M a o‘, verursacht, sondern nur intelligibel, mittbegleitet worden.“

    Wer allerdings meint, China sei keine Bureaukratie und Beamtengesellschaft mehr, der weiß echt garnichts über China! Bureaukratie ist in China eher fünftausend Jahre alt und das schüttelt man nicht einfach in ein paar Jahren ab. Schon garnicht ohne zuvor erst ein besseres System zu finden.
    Ranma

    • @Ranma

      Sie argumentieren nicht in der Sache, wenn Sie meinen Hinweis auf die Engelskritik, an der frühen, unausgereiften Begrifflichkeit/ Konzeption von ‚Kultur als Überbau‘, aber bezogen auf die Entfaltung der materiellen Wertschöpfung der Arbeitenden (einschließlich der Geistesarbeiter), pauschal zurückweisen mit einem, argumentefreien ‚Con-ratlos‘.

      Behauptungen ohne Begründungen leuchten entweder spontan ein oder können nicht durchgehalten werden, sind nur eine Art Wunschbehauptung, dem nichts weiter nachfolgt.

      Was bringt Ihnen denn auch Begründung, Herr Ranam, wenn die, konsequent behandelt, eh auch nur zu diesem unwichtigen Bereich des Schaums obenauf gehört, warum sich groß mit Theorien, Konzeptbildungen vertraut machen (diese Kritik an Ihnen ist nicht neu), warum soll man sich nach und nach, durch Studieren, in die Lage bringen, auch solche ‚Produktionen‘ der Menschheit/ Gesellschaft, durchschauen und kritisieren zu können, wenn es doch nur Überbau, Schaumkrönchen sind?

      Wo, Ranma, ist denn Platz zwischen Mehrwert und dem Lauf der Gewehre, nach Ihrer Sicht? Ist das Ihr Konzept vom Oktopus, der sich den eigenen Aquariumsstöpsel zieht?

      Dass das Feld der Wissenschaften, der Künste und Philosophie und der Gesellschaftspolitik (die vereinten Disziplinen VWL, Jura, Soziologie und Geschichte) immer auch eine gemeinschaftliche Leistung vieler ist, dürfte wohl allgemein akzeptiert werden. Aber es ist eben ‚n i c h t‘ einfach nur eine Art von menschlicher ‚Schaumkrönchenbildung‘, obenauf und es ist nicht nur das real, was unten im Gesellschaftsbau/ und Gesellschaftsbauch, zur Herstellung eines Butterbrotes so alles erforderlich ist.

      So könnte Brecht verstanden werden, von einer ignoranten, reduktionistischen Weltsicht aus. Brecht spielte mit der Ironie, ihm war die Problematik dieses ’sozialistischen‘ Naturalismus zeitlebens bewusst. Aber stimmen tut diese Floskel vom Überbau eben dennoch nicht.

      Die gesellschaftliche Reproduktion ist, wie auch die Gesamtheit des menschlichen Körpers auf Selbsterhalt und Reproduktion hin, der physiologische Grundantagonismus, angelegt, aber darin erschöpft sich weder der Mensch, noch der Gesellschaftskörper. Vorsicht, letzteres ist ein Bildbegriff für die Gesellschaftlichkeit des Menschen schlechthin, von der, reduktionismusfrei noch nichtmals ausgesagt werden kann, dass sich Gesellschaftlichkeit auf das/ ein Diesseits beschränkt. Engels naturphilosophische Arbeiten ‚Dialektik der Natur‘ legen nahe, dass eben der Geistanteil in die Funktionen der Naturkörper hineinverlegt gedacht wurde, was nicht ganz richtig und nur halbfalsch, ist. Engels blieb damit auf einer Grenzschwelle stehen. Alle späteren Erweiterungen zu dieser Sicht sind bei ihm nur implizit zu erschließen, also indirekt.

      Ranma, wenn Sie das Thema nicht diskutieren wollen/ können, dann sagen Sie es doch, ohne mir das dann mit Ratlosigkeit vorzuhalten. Es ist Ihre Entscheidung Überbau in dieser schlichten Form zu denken und Hein2s darin beizupflichten, das können Sie ja machen, aber Argumentieren geht anders.

      Dann unterlaufen Ihnen einige sehr offensichtliche Vertauschungen. Marx hat sich explizit und mehrfach geäußert, er sei kein Marxist (nicht Maoist, was soll der Blödsinn, Paulus hat auch nicht behauptet, er sei nicht Lutter), das ist überliefert, also nachlesen. Und Mao ist 1976 gestorben, Maoismus gab es, als Begriff, spätestens ab der Kulturrevolution 1966/67, also seit einem halben Jahrhundert!

      Und wo behaupte ich, dass die sogenannte ‚Kulturrevolution‘ abgeschlossen und vollendet ist? Nur in Ihrer Einbildung, Ranma und die hat mit Bildung zwar zu tun, sollte aber nicht mit ihr verwechselt werden.
      Chinas gesamte Entwicklung kann auf eine sehr hohe kollektive Ausreifung zurückschauen. Und in verschiedenen, weiteren Phasen, wurde die Parteibürokratie, die die Herausforderung Chinas schlechthin darstellt, immer wieder auch entwickelt. Natürlich steht der Westen völlig fassungslos vor so einem gewaltigen, auch historischen, Vorgang. Er ist nicht abgeschlossen, das kann überhaupt nur jemand vermuten, der keinerlei Ahnung von diesen Vorgängen hat. Und das zeigt, dass Sie in puncto Problembewusstsein noch ausbauen sollten, um es gelinde auszudrücken.

      Das moderne, sehr laute, schroff-schnelle China, hat sehr wohl, auf allen Ebenen neue Formen der Teilhabe inaugurieren können, immer verbunden mit dem Problem von Zentralismus und regionaler Autonomie, das zieht sich überall als roter Faden durch alle Auseinandersetzungen und Diskurse. Ich sage das nicht nur aus Bücherwissen, beziehe auch die Erfahrung meiner Drittjüngsten ein, die als Dozentin in China den Alltag für ein Trimester erfahren konnte. Das Gemeinwohl ist Leitziel in China und es gibt auch noch viel Rückständigkeit im Land (öffentliche Toiletten, außerhalb der Tourismusgebiete Orientierungswüsten, schlechte Luft, Hektik), aber nicht in dem Umfang, wie es unsere Kriegsmassenmedien und Westwertevermittler, gerne hätten. Der unterentwickelte, küstenferne Westen holt auf, in beständigen Schritten. Die Integration der Wanderarbeiter schreitet voran. Überall gibt es konkrete Erweiterung von Mitwirkung. Was im Westen bevorzugt ankommt, sind einzelne Spitzen von ungelösten Kollisionen bei Großbauvorhaben, Umsiedlungen beim Yangtse-Staudamm, Umweltprobleme, ein rigides Schulsystem. Stimmt alles, aber erfasst dennoch nicht den Gesamtprozess. Der Konsumismus streitet sich mit dem Konfuzianismus, es erinnert an mythische Drachenkämpfe und diese Entwicklung, nur durch die Augen weniger Dissidenten im Westen sehen zu wollen, reicht nicht hin, ist genauso verfänglich, wie das moderne Russland nur mit Stalinkritik und Solschenizyn verstehen zu wollen, das geht nicht, ist unterkomplex und begrifflich unterbestimmt.

      Wenn es irgendwo in der Welt eine echte Parallelentwicklung zu unserer europäischen Entfaltung gibt, dann in China und der gesamten asiatischen Sphäre des Shintoismus, Buddhismus usw… Es sprengt den Rahmen dies auch nur anzudeuten, zeigt hier aber umso deutlicher, dass das Konzept eines starren Kulturüberbaus, nur eine moderne Entwicklungsmythe ist, nicht mehr, Ranma. Und noch etwas. Gerade das und weil, die bürokratische Formatierung eben mehr ist, als ein loser Überbau und auch nur verändert, nicht einfach amputiert werden kann, selbst (oder gerade) wenn sie vielleicht sogar 7.000 Jahre alt sein sollte, genau das ist ja die Fehleinschätzung des ersten Überbaukonzeptes von Marx & Engels. Sie verteidigen, was Sie hernach ablehnen, am Beispiel der VCH. Tatsache ist mMn, dass die Veränderung von Zentralismus zu autochthonen Gesellschaftsformen nicht in einer Revolution oder Aufruhr geschehen kann, sondern mehrere Generationen umfassen wird.

      • Ranma // 2. Mai 2017 um 03:04 //

        Ja, warum sollte man sich mit den Schaumkrönchen befassen, solange es noch echte Probleme zu lösen gibt? In der Frage wäre ich schon dafür, erst die echten Probleme zu lösen und solange alles andere hintenanstehen zu lassen.

        Natürlich wäre hinterher die Frage nach dem Mehrwert verschwunden. Diese Marxsche Erfindung ist nichts weiter als eine Erfindung. Auch viele andere vermeintliche Weisheiten wären plötzlich nicht mehr da. Schließlich kann man von der Lösung von Problemen nur solange ablenken und das Anpacken verhindern wie die Probleme noch nicht angepackt werden.

        Mir sind garkeine Vertauschungen unterlaufen. Vielmehr machte ich auf solche aufmerksam. Solange nämlich eine Diskussion über Unfug erwünscht wird, kann am Ende immer nur noch mehr Unfug herauskommen.

        China verteidige ich, weil ich China liebe. Das heißt, da kann ich nicht ganz objektiv sein. Kein Mensch ist objektiv. Deshalb ist es am hilfreichsten, die eigenen Vorlieben und Abneigungen zu kennen und im Interesse einer sinnvollen Diskussion zu ihnen zu stehen. Zwar könnte ich viele Stunden lang über China diskutieren, aber hier wäre das völlig sinnlos.
        Ranma

  20. „Daraus ergeben sich Fragen wie die, warum z.B. die Deutschen wenig gebären während „die Rückständigen“ mit vollen Kinderwagen durch die Gegend schieben. So einfach halte ich das.“

    Das ist endlich eine wirklich gute Frage und einfach ist das Thema sicher nicht. Zur Zeit wird oft die Antwort gegeben, daß die Geburtenrate mit steigender Bildung möglicher Eltern sinkt. Beide Phänomene korrelieren offenbar, aber ist die höhere Bildung deswegen die Ursache für eine geringere Geburtenrate? Ist es nicht vielmehr so, daß wir in einer Gesellschaft leben, die uns zu einer Entscheidung für einen Lebensentwurf zwingt, durch den alle anderen Lebensentwürfe ausgeschlossen werden?

    „Nun kommt die Politik, nehmen wir mal die AfD, die schreibt in ihr Programm man müsse die Familien „noch mehr unterstützen“, mit Geld, versteht sich.“

    Dann können sich ‚die Rückständigen‘ endlich noch mehr vermehren. Etwas Wesentliches würde sich durch das Konzept der AfD schließlich nicht ändern, der Zwang zu ausschließlichen Lebensentwürfen bliebe. Deshalb wird das Beseitigen von kleineren Hürden nur zu einer Verstärkung heutiger Verhältnisse führen. Daß so ein Konzept ausgerechnet von der AfD kommt, offenbart schon eine systematische Denkschwäche.

    „Fakt jedenfalls ist, daß die islamisch geprägten Menschen sich ausbreiten während sich die anderen gegenseitig das Leben vergällen (haben Sie schon mal auf die Gesichtszüge geachtet?).“

    Wenn man mal auf die Gesichtszüge achtet, dann stellt man fest, daß die Angehörigen wirklich aller anderen Kulturen fröhlicher zu sein scheinen als die der deutschen Kultur. Eigentlich ist das nur konsequent. Schließlich wird der deutsche Exportüberschuß nur auf Pump erzielt und darum muß den jemand gegenfinanzieren und darum werden Arbeiter in Deutschland ausgebeutet wie sonst nirgends in der zivilisierten Welt. In manchen Winkeln der Welt gibt es noch Sklaven, auch wenn Katar sie den Fußballfunktionären nicht extra zeigt. Die Sklaven sind sicherlich auch daran zu erkennen, daß ihre Gesichter weniger fröhlich sind.

    „Die Fragestellung der Selbstbehauptung scheint mir nicht die, wer sich für „entwickelter“ hält sondern brachial die, wer sich durchsetzt.“

    So funktioniert Evolution. Das ist also auch für jene verständlich, die nicht viel von großem intellektuellem Geschwafel halten und es lieber einfach haben wollen. Eine sehr tröstliche Erkenntnis.

    „Und die Wehrhaftigkeit oder Fähigkeit zur Selbstbehauptung (in noch zivilisierter Weise) schließt den Kreis dann wieder zum obigen Artikel.“

    Selbstbehauptung in zivilisierter Weise soll wohl heißen auf beschleunigte Vermehrung zu setzen statt sich in andere Ethnien hinein verdünnen zu lassen bis wir absorbiert werden wie der Homo sapiens neandertalensis vom Homo sapiens sapiens. Eine mögliche Strategie innerhalb der Evolution. Nur schließt das auf der einen Seite nicht den Kreis zum obigen Artikel, weil es in dem um die Schere zwischen arm und reich geht, und auf der anderen Seite ist eine Vermehrung der Angehörigen der keltischen und germanischen Ethnien von deren eigenen Anführern offenbar nicht gewollt. Sonst würde man einfach dafür passende Bedingungen wiederherstellen. Tatsächlich ist auch nicht das Aufgehen in anderen Ethnien gewollt. Vielmehr folgt man der irrigen malthusianischen Lehre, hat erst Chinesen und Vietnamesen dazu überredet, staatlichen Zwang auszuüben, damit die Staatsvölker die Fortpflanzung einstellen, dann Europäern den Verzicht auf Kinder zur Bedingung für Bildung und Wohlstand gemacht, nun ist man schließlich dabei in den Ländern Afrikas im Rahmen der Entwicklungshilfe für Familienplanung zu werben, indem man den Frauen dort vorgaukelt, daß dann europäische Verhältnisse in Afrika einzögen. Man will die gesamte Menschheit reduzieren. Wo es auf diese ‚zivilisierte Weise‘ nicht klappt, dort werden ‚die Rückständigen‘ mit echten Kriegen vernichtet. Insbesondere die Munition aus abgereichertem Uran hat dort weitverbreitete und langfristige Auswirkungen. Irgendwie paßt schon alles zusammen.
    Ranma

    • Ich halte Ihren Kommentar durchweg für zutreffend, will nur ergänzen:

      mit zivilisiert meine ich ohne bürgerkriegsähnliche Verhältnisse, wie sie z.B. bereits vereinzelt sich z.B. in Schweden andeuten.

      Mit tiefschürfender Begründung zur Wehrhaftigkeit würde ich hier sicherlich „ein neues Fass“ aufmachen, damit stichwortweise:
      die innergesellschaftlichen Verhältnisse zwischen den Geschlechtern mit ihren Schieflagen haben dazu geführt, daß die männlich offensive Selbstbehauptung verpönt und in weibliche Verhaltensmuster konditioniert wird (s.auch o.).
      Es gibt ein Video (leider Link nicht parat) wie drei schwedische Polizist(inn)en von einem (!) Asylanten verprügelt werden und ihr Auto demoliert wird – ein Clip als Aussage in Kurzfassung.

      In direkter Weise schließt sich der Kreis nicht – zumindest indirekt für mich aber schon, denn das eine hängt mit dem anderen zusammen wie in einem großen Netz bei dem man irgendwo die Knoten zu lockern versucht, der eine oder andere Fisch entwischt, an der Sache ändert sich aber nichts.
      Für mich ist dies ein Symptom, nicht der Grund, eine bloße Umverteilung bringt wenig.

      Aber in dieser Form hier dürfte sich das Thema dann sein Gnadenbrot verdient haben.

    • Lieber Ranma,

      stecken Sie Ihre Energie nicht in Verteidigung, sondern in die Orientierung der wettstreitenden Methoden und Wege. Wir hatten das ja schon mal versucht, zusammen.

      Schaumkrönchen oder ganze Gichtschwaden, bildet auch das tobende Meer. Ich erinnere mich an eine Seefahrt bei echter Windstärke 11, ca. 1 Tag lang, war als Gast auf einem 25.000 BRT Frachter, mit tiefmittiger Eisenfracht. Der tiefe Schwerpunkt hatte den 180m-Kahn zwar stabilisiert, aber das Schiff rollte in der Dünung. Es war für alle, ca. 30 Personen, an Bord, eine Grenzerfahrung 35° Kränkungen. Hätte sich die Ladeverzurrung gelöst, wäre eine Ladeluke (die haben die Abmessungen 25 x 50 m) durch die Monstersee zerschlagen worden, dann hätten wir uns auf eine 5-Minutenabfahrt begeben, grundabwärts.

      Also unterschätzen Sie nie/ nicht den Schaum, geschüttelt ist nicht gerührt und wir sind alle mitten in diesem Kulturmeer versammelt. Das der Überbau in der ‚Formatierung der Energien‘ steckt, bedeutet doch nicht, das die Transformationsschmerzen nicht mehr da wären, das Problem (was ja nur eine gemeinsame Aufgabe ist) lag in der mangelnden Erkenntnis der Dynamik. Die Aufgabe der Gesellschaftsänderung ist nicht wegen Marx obsolet geworden, das anzunehmen grenzt an Naivität und wer braucht die schon wirklich, sie wird, wie Schaum, vom Winde verweht?

      Sie grüßend

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