Satanische Verse im Syrienkrieg

Flagge des Islmamischen Staates / Quelle: By Yo (Own work) [Public domain], via Wikimedia Commons Flagge des Islmamischen Staates / Quelle: By Yo (Own work) [Public domain], via Wikimedia Commons
Syrien ist ein brodelnder Hexenkessel, der nur durch ein laizistisches Staatswesen abgekühlt werden kann. Pragmatische Gedanken zu einem polit-religiösen Konflikt. Eurasien und die Kurdenfrage, Teil 2

 

Vorbemerkung

Entgegen meiner Ankündigung, als zweiten Teil meiner Syrien-Analyse Zusammenhänge zwischen Syrien und Frankreich folgen zu lassen, habe ich meinen Text etwas umgestellt: Es schien mir wichtig, dass nicht nur meine kurdischen Leser zunächst grundsätzlich erfahren, welche philosophisch pragmatischen Gedanken meiner politreligiösen Sicht auf die gegenwärtigen und kommenden Ereignisse zugrunde liegen.

In der auf dieses „Vorwort“, diese „Einführung“ dann in den nächsten Tagen folgenden geopolitischen Analyse, die ja keine Kaffeesatzleserei sein will, geschweige Hoffnungen oder Ängste schüren soll, werden die kommenden nationalen und staatspolitischen Entwicklungen im Nahen und Mittleren Osten also auch auf religionsgeschichtlicher Basis möglichst neutral von mir beobachtet. So, denke ich, kann meine persönliche, durchaus radikale Sicht auf die Religionen wie auf die politische Lage besser nachvollzogen werden.

Man muss sie nicht teilen. Fühlt sich also jemand bei der Lektüre in seinen religiösen oder politischen Gefühlen verletzt, so tut mir das leid. Das ist nicht beabsichtigt, sondern eher der Versuch des Gegenteils: Die Verletzungen, die die drei großen Weltmonotheismen nicht nur der Menschheit an sich, sondern den eigenen Gläubigen mit ihrer hybriden Weltmachtpolitik zugefügt haben und noch immer zufügen, aus meiner Sicht offen zu legen.

Wenn dem einen oder anderen beim Nachvollziehen das eine oder andere Licht aufgeht, das ihn schließlich zur weiteren kritischen Beschäftigung mit sich und der Materie anregt, dann ist das schon mehr, als ich erhoffen darf. Meine Analyse ist schließlich weder die eines akademisch geschulten Theologen oder Geopolitikers noch vollständig oder gar verbindlich. Sie ist bloß subjektiv und kann folglich lücken -und fehlerhaft sein. Insofern appelliere ich wie immer an die souveräne Gelassenheit des denkenden Lesers und mit St. Paulus, dem Apostel, fordere ich den geneigten auf: „Prüfet alles und nehmet das beste!“

 

 Syrien – das Schlachtfeld des Heiligen Geistes

 Die verbissenen Kämpfe um den Nahen und Mittleren Osten erzählen seit Jahrtausenden viele weltliche Geschichten. Die mischen sich mit noch komplexeren religiösen Legenden. So ziemlich alle politischen Machtkämpfer und Märchenerzähler, die das „heilige“ Territorium eroberten, verloren, wieder eroberten und noch immer die zahlreich dort siedelnden Völker und Stämme religiös gegeneinander wüten lassen, brauchten hierzu immer schon fromme Gesetzbücher als spirituelle Mordwerkzeuge.

Die historisch so bezeichnete Levante, das „Gelobte Land“ an der Küste des östlichen Mittelmeeres; die mediteranen Küsten der großen Handelsstädte Antiochia, Gaza, Alexandria; die Gestaden des Nils, des Euphrats und des Tigris; die Meere, Seen, Berge, Täler, Wälder, Steppen, Wüsten und Oasen Palästinas, des heutigen Israel, Syriens, des Libanon, Jordaniens, Ägyptens, Ostanatoliens, Mesopotamiens (Irak), Babylons (Irak), Arabia Felix (des heutigen saudischen Königreiches), Mediens (Meder) bzw. des persischen Reiches (Iran) markieren quasi ihren frühesten territorialen Geltungsbereich und deshalb eben leider auch seit beinahe Menschengedenken das blutige Schlachtfeld des „Heiligen Geistes“.

Auf dem zwingen sich unter fleißiger Umgehung der Goldenen Regel fromme orientalische Juden-, Christen- und Moslemherrscher – und seit den Römern auch die weltfrommen okzidentalen Mächte Europas – mit ihren Horden und Orden im Namen des Allmächtigen gegenseitig ihre „brüderlichen“ Fabeln auf; sofern sie sich nicht gleich an die Gurgeln gehen. Ging und geht es all diesen alten und neuen Gottesstreitern, Stammesfürsten, Kaisern, Päpsten, Königen, Priestern, Präsidenten, Rittern, Bankiers und Handelsherren, doch nie wirklich um etwas anderes, als um die skrupellose Durchsetzung ihrer weltlichen „Missionen“, die sie ihren stolzen Machtvisionen entnehmen, also um ihren usurpatorischen Anspruch auf die Weltherrschaft mit allem drum und dran und den „Goldenen Schlüssel“ hierzu; – auf Teufel komm raus!

Der Schlüssel dazu ist nicht Moses, Jesus oder Mohammed, sondern theopolitisch wie geopolitisch schon seit der Antike Syrien. Hier soll nach den Apokalyptikern die Endschlacht zwischen Gut und Böse stattfinden. Ein siegreiches Abschneiden garantiert nach der Schlacht von Armageddon dem jüdisch-christlichen und islamischen Vernehmen nach letztlich auch für jeden siegreichen Gottesstreiter am Ende der Zeit so etwas wie einen Fensterplatz im Himmel; also, nach einem blutig begrenzten Dasein als Mensch, das ewige Leben als Gottes Ebenbild in Lust und Sorglosigkeit. Für den sich stets strebend bemühenden Märtyrer des Glaubens ist köstlicher Seelenfriede in erleuchteter Keuschheit vorgesehen. Doch auch 72 Jungfrauen sind drin; dazu köstlicher Wein bis zum Abwinken. Und das bei süßester Flöten-, Lauten-, Geigen- und Harfenmusik und dem Gesang von Engeln.

Alles, was man dafür tun muss, ist die Erde in Teufels Küche zu verwandeln. Solche lohnenden Aussichten mit all ihren sinnlichen Vorfreuden sicher zu verdienen, danach steht selbst dem edelsten Gläubigen der visionäre Sinn. Aus diesem seinem gemütvollen Malen nach Zahlen spricht jedoch weniger innige und selbstlose Frömmigkeit als altpatriarchalische Einbildungskraft. Und ganz gleich, welches Gebet er spricht und welchem exklusiven Wüstengott er huldigt; -seine lustvolle Phantasie, die ihm gerade für seine systematische Heilsübertretung aller Zehn Gebote den oben beschriebenen Wünsch-Dir-Was-Himmel seliger Lust durch Langeweile verheißt, ist hierbei grenzenlos sadomasochistisch.

Die kafkaeske Gretchenfrage

Doch ob die Selbstsuggestion des von seinen eigenen göttlichen Wahrheiten Ergriffenen nun strebt oder sich bemüht: sie führt im Grunde in eine spirituelle Haftanstalt, in die er sich selbst bewusst gewollt einweist und gefangen nimmt. Deshalb könnte die soziale Gretchen-Frage der drei „Weltreligionen“ lauten: Haben sie den jeweiligen Religionsanhänger in seiner religiösen Vorstellung von der Bedeutung des eigenen Schicksals zum Anstaltsdirektor erhoben oder zum Schlüsseldienst eingeteilt, oder haben sie ihn gar als Insasse in die karge Zelle des physischen Bewusstseins eingewiesen, die man metaphysisch Ideologie oder Religion, Wahrheit oder Alternativlosigkeit nennt? Die Antwort ist ziemlich grotesk und könnte von Kafka sein: Der „wahre Gläubige“ leitet sein eigenes Gefängnis, verwaltet den Zellentrakt, hütet die Schlüssel und ist gleichzeitig sein eigener Gefangener und ggf. sogar Henker.

Das also ist der alles bewegende Sinn seines eigenen kurzen Daseins als Heiliger des Heils auf Erden? Ja, er ist es! Durch die Abgeschiedenheit seiner weltlichen und geistlichen Ideologien von der Realität ist seine scheindevote Hingabe an sein vergöttertes Sendungsbewusstsein, weiß Gott, noch kein Beweis für die eigene Integrität, geschweige einer wahren Selbstlosigkeit, der man sich als gottgefälliger Kandidat fürs Paradies mittels Kadavergehorsam befleißigt, damit sich am Jüngsten Tag alle Menschen „guten Willens“ endlich aus ihrer Einzelhaftzelle der eigenen Unmündigkeit entlassen können. Doch die einsuggerierten Funktionalitäten, die er seinem „freiwilligen“ Dasein als Diener seines Herrn zugrunde legt, offenbaren durch seine Übernahme des Herrscher-, Wächter-, Untertanen- oder Sklavenamtes leider zugleich das zureichendste Grundmotiv seines „solidarischen“ Willens in der Welt seiner Vorstellung; eine Peitsche, welche die Freuden der menschlichen Hingabe in eine masochistische Schmerzgier umlenkt, gegründet auf der ewigen Angst vor dem zu kurz Kommen – die Todsünde des Eigennutzes, die auf den von ihr Befallenen gnadenlos als Lust zurückfallen muss, die das Marterwerkzeug zum Keilriemen seines betriebsamen „Freien Willens“ umfunktioniert.

Was Letzteren betrifft, so ist sich der Gottesstreiter sicher, dass er ihn hat. An diese seine natürlich autonome Antriebskraft glaubt er so fest wie an seine theologische Vorbestimmung. Jachve, Gott, Allah sind für ihn letztendlich nur spiegelbildliche Glaubensgegenstände seiner paradoxen Allmachtswünsche; ein pragmatisches Mittel zum glaubenselitären Zweck hochmütig legitimierter Selbstaufwertung durch sadomasochistische Selbstzüchtigung; dem Paradox religionsabsolutistischer Freiheitsentfaltung der eigenen Sinneswelt, über die er nie hinausgelangt. Ironie der Geschichte: Dies führt in den meisten Fällen auf eigentümlich gerechte Weise zum Sturz des Paradieskandidaten in die eigene Hölle. Wie könnte es anders sein? –Wie oben – so unten!

Bloß nicht mit der Habgier geizen!

Die banale Habgier ist seine Lebensdynamik und macht aus dem natürlichen Maß des eigenen kleinen und ohne gemeinschaftliche Schutzmaßnahmen wehrlosen Seins schnell die kosmisch hohe Hausnummer einer utopischen Maßlosigkeit. Das wuchernde Übermaß wiederum schürt am Ende nur noch die ängstliche Hoffnung auf geistig primitive, aber technisch höchst effektive Rundumsicherheit. Denn Neid und Verrat lauern überall! Was liegt also näher, als die einfachste Lösung? Sich jeden möglichen Verräter und Konkurrenten wegzuwünschen, ggf. solch verdächtige Mitmenschen durch Gevatter Hein heimsuchen zu lassen frei nach dem Motto „Nur ein toter Indianer ist ein guter Indianer!“? Wenn das auch noch mit Gottes Hilfe funktioniert, umso besser!

Dank ständigen Strebens nach einem strategisch und taktisch vorteilhaften Mehrwert, dessen Absicherung allerdings neue Verlustängste gebiert, erreicht der dergestalt von eigenen und fremden Dämonen und Erynnien Getriebene des Weltgetriebes buchstäblich spielend eine beeindruckende Paranoia und Mörderqualität. Sämtliche, seine „Not“ abwenden könnende Mittel, die ihm hierbei quantitativ wie qualitativ zur Verfügung stehen, setzt er so willig wie dauerhaft unduldsam ein; mal gegen den tatsächlichen, oft aber nur gegen den einsuggerierten Feind. Seien sie nun bescheiden, ausreichend oder auch selten üppig. Egal, der Widersacher schläft bekanntlich niemals und gibt genauso oft Ruhe. Er stört all die wohlberechneten Geisterseher-Träume, aus denen Machtmenschen ihre kategorischen Imperative beziehen, während sie sich von ihrem Willen zur Macht treiben lassen. Deshalb ist jedes Mittel recht, diejenigen aus dem Weg zu räumen, die nicht bis ins letzte Detail an seine Fabeln glauben und seine Geisterherrschaft nicht wollen. Frei nach dem Motto: „Willst du nicht mein Bruder sein, dann schlag ich dir den Schädel ein!“

Und weil auch der Schwächere überleben wollen muss, bewilligt sich der vorsorglich willige Bruder gegen den unwilligen mit der Keule nur noch einen instinktiven Sättigungsstatus. Er bietet seinen unbedingten Gehorsam, seine ängstliche Unterwerfung unter die kollektivistischen Körperfunktionen des Machtapparates an. Dafür sollen die Seinen für den mechanischen Dienst an der „reine Vernunft“ ihres Überwältigers fortan auch ausreichend gefüttert werden. Das bisschen Überleben, das er sich dabei gönnt und ihm gegönnt wird, ist natürlich auf die Dauer zu wenig und stachelt ihn deshalb schon bei der Eingliederung in die vom Großen Bruder angeführten, weil angefütterten Menschenmassen zum permanenten Aufstieg auf. Sein Glaube, seine Hoffnung, seine Liebe bedeuten für ihn: Möge der Herr seinen treuen Knecht ansehen, damit dieser nicht zu kurz kommt.

Durch seine Identifizierung mit den übermächtigen Hirteninteressen als denen seiner eigenen Lebensversicherung, verschafft sich sein furchtsamer Kollektivgeist einen beruhigenden Befriedigungsvorrat, aber nur einen imaginären, denn nicht mal seine eigene Haut gehört ihm. Vielmehr ist es seine Aufgabe (auch im Sinne von sich aufgeben), den seines Herren zu mehren, damit auch weiterhin ganz sicher das täglich Linsengericht aus der Hirtenküche für ihn davon abfällt, bis er schließlich selbst im Topf landet.

An dieser seiner Eintopf-Hoffnung hält er in der Regel fest, bis das der Tod ihn von der letzten Henkersmahlzeit scheidet. Im Teufelskreis spiritueller Selbstberuhigung durch die zweite Todsünde bewaffnet er sich derweil nicht nur mit Visionen, Heiligen Schriften und moralinsaurer Selbstertüchtigung gegen den Feind des Herrn, sondern ihm schwillt ob dieser seiner Selbsttyrannis der Kamm vor Stolz auf seine gelungene Selbstermächtigung durch Willensqualitäten, Exklusivitäten und Unüberwindlichkeiten, die ihm sein Ehrgeiz einredet. Denn sie stellen ihm für sein temporäres Dasein im Fleische im Namen des Herrn seines Hirten den Komfort moralerotischer Optimalverhältnisse in Aussicht, die es sogar erlauben, dem Mituntertanen, der es auf den Gebieten des frommen Selbstbetruges und der Heuchelei womöglich noch nicht so weit gebracht hat, mittels seiner nun unstillbar scharfen Sehnsuchts-Kontrolle gleich mit zu unterwerfen. Bei Bedarf darf er beim Kampf um die unteren Ränge den Leidensgenossen als noch unter ihm stehenden Untermenschen dann entsprechend genüsslich vertieren. Nach dem Motto: Wie der Herr, so’s Gescherr!

Ist der Mensch des Menschen Wolf?

Die Angst vor dem Übervorteiltwerden ist Ausdruck der sich im Vergleichsirrtum fehlleitenden Erkenntnistriebe, denn nicht die menschliche Natur als solche lässt schließlich in ihrer paranoiden Form als pure Ich-Vernichtungsangst aus dem Menschen des Menschen „Wolf“ werden, für den es aber heißt: „Fressen, um nicht gefressen zu werden“. Eine Beleidigung für Wölfe und deren natürliche Intelligenz, die, trotz anderslautender Gerüchte, wie jedes zur menschlichen Vernunft nicht begabte Tier instinktiv nur deshalb fressen wollen, um nicht zu verhungern und saufen, um nicht zu verdursten.

Es scheint also durchaus sinnvoll zu sein, im fahrlässigen Verdrängen der Weisheit des rechten Maßes die Wurzel dieses Übels zu suchen, die dem eigenen Sättigungsgefühl als gesundes Zeichen unserer Instinktbegabung natürlicherweise inne wohnt; die man aber leichtfertig für jede Art innerer wie äußerer Bedürfnis -bzw. Neiddebatten verleugnet. Mit einer außerordentlichen Hochbegabung zur Selbstgerechtigkeit, die letztlich alle Religiösen und Ideologen auszeichnet, weil sie die erste Bedingung ihres Exklusivitätsdünkels ist, opfert man sich und den Mitmenschen nur der eigenen Dummheit; nicht mehr und nicht weniger.

Gier ist eben kein natürlicher Überlebensinstinkt! Liebe dagegen schon. Um ausgerechnet sie, also das Intensivste und Wertvollste im Menschen, seinen eigenen, ihn bewegenden Wesenskern gegen die billigen Falsifikate der drei großen Monotheismen bzw. Hingabe-Ideologien einzutauschen, welche durch ihre Sadomaso-Höllenandrohung selbst die lautersten Beweggründe der reinen wie pragmatischen Vernunft ins pure Gegenteil verkehren, braucht es Blendwerk, Täuschungen, Illusionen. Es braucht es weitaus mehr geschickte denn gesandte Gaukler und Scharlatane, die sich und ihre bunten Glasperlen als Wunderwerke verkaufen können, weil sie das dazugehörige geistige Opium zu ihrer „einzig wahren“ Betrachtung und Anbetung gleich mitliefern; inklusive Horrortrip.

Es braucht freundliche Fachverkäufer von allerlei Furcht und Hoffnung und streng systematisch entwickelte Belohnungs -und Bestrafungsaussichten. Mit solchen Geistesergießungen, die von Poesie und Lyrik bis zum universalen Hexenhammer reichen, kann man den Nächsten wie den Fernsten, den Mutigsten und den Ängstlichsten sicher übervorteilen. Um diese Methoden dreht sich deshalb so ziemlich alles in ihren Märchen vom großen „Fürchtet-euch-nicht“. Deren Dichter aber sind, bei Licht betrachtet, trotz oftmals höchst ausgereiftem Intellekt, meist nur unfreife und bedauernswerte Mitmenschen, die Probleme herbeifabulieren, die es ohne sie gar nicht gäbe und die sich dabei auch noch für besonders weise und beauftragt halten.

Für diese Heils- Klientel ist jedoch das behauptete Gefühl göttlich inspirierter Selbstsicherheit ohne sophistische Selbstabsicherung nicht denkbar. Hier dürfte auch der tiefe Grund jenes typischen Kontrollzwangs über alles Logische zu finden sein, mit dem zehnkampfstarke Neunmalkluge seit eh und je der Menschheit blutige Streiche spielen. Aber sich gegen die für sie unlogische Liebe, also den eigenen inneren Wesenskern zu wehren, ist auch für sie ein aussichtsloser Kampf! Selbst im ärgsten Sadomasochisten unter den Frommen, der seine Liebe zum teuflischen Trieb herabsetzt. Denn sie gewinnt immer! Auch wenn das nicht immer nach Hollywood-Happyend aussieht, sondern sich eher nach Höllenqualen anfühlt. Jeder unglücklich Verliebte unter ihnen weiß das. Und zumindest Christen könnten wenigstens das ganz prinzipiell von ihrem Gekreuzigten lernen.

Ich liebe, also bin ich!

Im Mörder äußert sich die Liebe als nagender Selbstzweifel, den er nicht mehr los wird. Wie auch? Dazu müsste er sich selbst loswerden. Schon René Descartes konstatierte aufmerksam, dass sich die Instanz, die in unserem „Eingeweidesack“ denkt, fühlt und handelt und die wir bei entsprechend tiefer Recherche zweifellos als unser Ich ausmachen, nicht anders beweisbar zu erkennen gibt, als erstens durch unser subjektives Da-sein selbst und zweitens unsere Fähigkeit zu denken, also zu zweifeln:

Da es ja immer noch ich bin, der zweifelt, kann ich an diesem Ich, selbst wenn es träumt oder phantasiert, selber nicht mehr zweifeln.“ (Meditationes de prima philosophia 1641)

Ich zweifle, also bin ich. Ich ver -zweifle, also bin ich auch. Woran verzweifle ich? An mir selbst und den Lebenssituationen, in die ich mich wie in einem Netz verfange, das ich, falls ich es in meiner Welt als Wille zur Vorstellung nicht selbst gesponnen habe, als weiterer Kausalkettenlieferant aber in jedem Fall weiter fortspinnen muss. Wer oder was ist dieses Ich? Die Liebe zu mir selbst und die Liebe, die von mir ausgeht! – Ich liebe, also bin ich! – was umgekehrt bedeutet: Ich liebe, weil ich in aller körperlichen, seelischen und geistigen Erscheinung, in der sich mein Ich verbirgt und die dennoch mein Ich identifiziert, ein natürliches, unverwechselbares Element der Schöpferkraft bin; nämlich der Anziehungskraft. In allem, was ich denke, fühle und tue, ziehe ich unwillkürlich Gedanken, Gefühle oder Dinge an. Soviel kann jeder Mensch sicher von sich behaupten. Wie in allen Lebewesen drückt diese Kraft mein eigentliches dynamisches Sein aus. Aus ihr geht die gesamte Schöpfung hervor. Nicht, was ich will, plane und tue, ist daher entscheidend, sondern, was mich anzieht. In mir, seiner, wenn auch im Vergleich winzigen, atomistischen Teilresonanz, bewegt sich das Ganze, das Universum, mit allen seinen Gesetzen, die auch meine sind. Durch mein bloßes und doch unverwechselbares Sosein als Resultat seines kosmischen Willensaktes, der mich im fleischlichen Willensakt meiner Daseins-Zeugung so und nicht anders wollte, drehe ich ewig mit am großen Schöpfungsrad, ob ich will oder nicht; ob mir das bewußt ist, oder nicht. Weder habe ich die Wahl, geboren zu werden, noch kann ich mein physisches Sterbenmüssen abwählen.

Da ist’s denn wieder, wie die Sterne wollten
Bedingung und Gesetz; und aller Wille
Ist nur ein Wollen, weil wir eben sollten,
Und vor dem Willen schweigt die Willkür stille;
Das Liebste wird vom Herzen weggescholten,
Dem harten Muß bequemt sich Will und Grille.
So sind wir scheinfrei denn, nach manchen Jahren
Nur enger dran, als wir am Anfang waren.
(Goethe: Nötigung -Urworte orphisch)

Wer wirklich ein tiefes Gottvertrauen hat, also „ebenbildlich“ gesprochen über Selbst-Vertrauen verfügt, der sieht sich selbst gelassen in sein eigenes natürliches Universum des Denkens und Zweifelns gestellt. Die Liebe, sein glühender Wesenskern, läßt ihn immer wieder zu sich selbst zurückkehren und fortwährend von sich ausgehen. Sein materielles Leben ist ein natürlicher Prozess permanenten Loslassens des Festgehaltenen. Er kehrt zur eigenen subjektiven Gewissheit zurück, dass seine Hingabe – an wen oder was auch immer, ob selbstzentriert oder selbstlos – ihn wählt und nicht etwa er sie. Er gehorcht instinktiv ihrem Verschmelzungsverlangen mit der Welt diesseits wie jenseits aller Materie. Das Wesen, das uns ausmacht, ist immerwährende Schöpfung und Verwandlung, so oder so. So gleicht der Zustand der durch ihren „freien Willen“ zwangsläufig selbstzentrierten Kausalkettenspinner nicht selten einem Verheddern dieser Ketten zu einem Gordischen Knoten; was offenbar unlösbare Verwicklungen ins eigene und fremde Leid mit sich bringt. Sie scheinen im damit verbundenen Gefühlschaos der Hoffnung auf Entrinnen verharren zu müssen, bis sich diese ihre „Selbstverwicklung“ durch „Selbstentwicklung“ wieder aufgelöst hat, deren erstes untrügliches Zeichen das Ende des Selbstmitleids ist.

Alexander der Große, Schüler des Aristoteles, hat der Legende nach den berühmten Gordischen Knoten nicht etwa entwirrt, sondern einfach mit dem Recht des Stärkeren und dem Schwert der Entscheidung durchgehauen; freilich nur, um sein Reich und seinen Lebens -und Eroberungsweg in einem neuen Zauberknoten zu verwickeln und enden zu lassen. Statt sich also zu entwickeln, verwickelte er sich in seinem hybriden Traum von der eigenen Weltherrschaft, der am Ende zu seinem Alptraum wurde. Der Alkohol war sein Verderben. Mit 33 war er tot.

Während den wirklich selbstlosen „Spinnern“, also keinen Heiligen und Großen, sondern jenen, die in ihrem Sein und Haben einfach von sich selbst loslassen können, weil sie nicht mehr gierig und ängstlich im Mittelpunkt ihres eigenen Erlösungsinteresses stehen müssen, auch schon die allerkleinste Freude im Hier und Jetzt ein kausaler Götterfunke ist, an dem sie wirksam und dankbar andocken.

Unser Erdendasein, dem wir ja nur vorübergehend anhängen sollen oder dürfen, offenbart sich uns in seiner physischen Erscheinung, aber eben nicht objektiv sondern subjektiv. Denn die Welt, die wir erkennen können, ist immer nur unsere Vorstellung von ihr und unser Wille orientiert sich dabei an deren Vorgaben. Bewußtes menschliches Leben, das in der Lage ist, sich selbst zu reflektieren, stellt sich für uns „Kronen der Schöpfung“ unter Weglassung aller Illusionen also imgrunde als ein fortlaufender Prozess der natürlichen Anziehungskraft des Lebens wie des Sterbenmüssens und des Todes dar. Diese drei Grundaspekte bilden den Rahmen, der unseren Lebenslauf mit all seinen Unwägbarkeiten, Freuden wie Ängsten vorgibt. Wir wissen nicht, woher wir kommen und wohin wir gehen. Nur, dass wir wieder von dort weg gehen müssen, wo wir jetzt sind.

Somit ist durch unseren physischen Tod der Abfall von allem Materiellen natürlich in uns angelegt und das Leben imgrunde ein mehr oder weniger langes Sterben im Zusichkommen. Es ist nichts anderes als eine Metamorphose, die mit unserer Zeugung bereits eingesetzt hat. Sie findet am Ende unserer Tage schließlich zum Wesenseigenen wieder zurück, so oder so, idealerweise in unseren Kern, die Liebe, die eben, rein wissenschaftlich gedacht, im Himmel wie auf Erden nichts anderes ist und sein kann als die Urkraft der Schöpfung schlechthin: Die Anziehungskraft, aus der alle anderen Kräfte hervorgehen und zu der sie zurückkehren.

Wer dergestalt in seinem Bewußtsein Vertrauen und Gelassenheit pflegt, der kann den kindlichen Kampf der ängstlichen Gier um den gesellschaftlichen Aufstieg also recht gelassen relativieren. Dieser Streit vertreibt einen nur aus dem eigenen Universum, das, wenn auch vielleicht nicht ideal, so doch aber nur eines der Liebe sein kann. Denn nur ihr verdanken wir unser Dasein, ob es uns nun gut oder schlecht dünkt. Wer das versteht, versteht somit auch, dass solche Hohepriester der eigenen Teufeleien ihre unstillbare Gier mit der Freiheit ihres Willens verwechseln, weil sie ihr geistiges Sein mit zuviel fleischlichem Habenwollen verdunkelt haben und so seelisch frieren müssen. Der Aufmerksame, dem dies einleuchtet, braucht keine weitere Moral hierzu. Er spürt: Alles andere als von sich loszukommen, um frei von der eigenen Exklusivitätsillusion zu sein, lohnt schlicht und ergreifend nicht.

Daher ist die praktische Vernunft eines solchen philosophisch zur Besonnenheit Gelangten an der Schaffung einer kriegerisch-religiösen Überwältigungsmoral für seinen „abgefallenen“ Mitmenschen zwecks „Rettung“ der „Menschheit“ vor der ewig peinigenden Hölle, schlicht nicht interessiert. Sie widmet sich statt dessen der Selbstaufklärung als Ausgang aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit, die das Unvermögen darstellt, sich seines Verstandes ohne Leitung durch einen anderen zu bedienen. Selbstverschuldet eben deshalb, weil die Ursache der eigenen Unmündigkeit nicht im Mangel an Verstand liegt, sondern im Mangel an Mut und Entschlossenheit, die Leitung des eigenen Verstandes durch andere – seien es religiöse oder weltliche Heilsbringer, die einem die Welt mit ihren kruden Ideologien erklären wollen – zurückzuweisen. So lehrt es der „Alleszermalmer“ Kant.

Der Stammesgott im Zwielicht seiner Strafanstalt

Der alleinige Besitz dessen, was ein „Wolf“ für die Welt hält, kann und muss jedoch in einer so wüsten „Wiege der Zivilisation“ wie dem Nahen und Mittleren Osten mit all seinen universalen Stammesgöttern wie Marduk, Zoroaster, Re, Isis, Osiris, Baal, Jachwe, Jupiter, christliche Dreieinigkeit oder Allah vertraglich unantastbar fixiert und zugleich seine Denkgrundlagen, auf die er sich mit seinen Geboten beruft, möglichst flexibel zwischen Mensch und Fürchtegott ausgelegt, also möglichst dehnbar legitimiert werden, um die Macht entsprechend den herrschenden Verhältnissen abzusichern. Das heißt eindeutig zweideutig oder auch mehrdeutig durch das rotgoldene Licht des geistigen Dämmerzustandes, den Wünschen, Tagträumen und „Visionen“ des allgegenwärtigen menschlichen Zwielichts.

Immerhin behauptet jeder „Schließer“, jeder Wächter dieser sonderbaren Strafanstalt, der sich selbst bewacht und die scheinheilige Aufgabe hat, die einzelnen Zellen dieses spirituell nur spärlich beleuchteten Pantheons sich selbst auf -und zuzuschließen, dass er seine Schlüsselgewalt allein der barmherzigen Gnade des letzten zureichenden Grundes des Universums und seines Kosmos‘ verdankt, dem er selbstlos dient; also seinem Stammesgott, der ihm als universaler Schöpfergott zu seinem Lobe die Weltherrschaft verhieß. Das Gefängnis hier ist also nur der Anfang vom großen Glück. Seine Öl-bzw. Taschenlampe, mit der er sich durch das Labyrinth mit all den vielen Hafträumen bewegt, sei das göttliche Licht.

In der Einzel -und Dunkelhaft, also im Zellentrakt, in dem sich bevorzugt Theologen, Ideologen und ihre Märtyrer einsperren, um ihre Furcht vor Strafe zu verwalten, muss es natürlich nicht selten zur kognitiven Übereinstimmung von Wahn und Wirklichkeit kommen. Denn wo endlich das Wissbare wie das Erkennbare völlig aufhört, das Scheinbare anfängt zu wabern und sich nur noch das sinnlich Fühlbare regt und sicher Geltung durch Halluzinationen verschafft, beginnt endlich das ersehnte metaphysische Dunkelreich ihres so allmächtigen wie unergründlichen Fürsten, der sich ihren hypnotischen Verfolgungswahn zu Nutze macht. Seine Unergründlichkeit ist also in Wahrheit das Reich einer blinden Gottesfurcht, deren Grenzziehungen ihre eigenen furchtsamen Einbildungen vornehmen müssen. Mit denen malen und rahmen sie ihre materialistisch-idealistisch-weltgeistlichen Hoffnungsideologien als messianische Erlösungsformeln der Gnadenwahl und der Verdammnis.

Zu einem solchen Reich überreden die Priester die Völker also geschickt mit kafkaesken Visionen von Glaube, Hoffnung und Liebe als Allheilmittel gegen die allgegenwärtige Sünde; also die Schuld des persönlichen Versagens des eigenen Freien Willens, der sich nicht von seinem Geistesheroen leiten ließ und deshalb seinen Willensvorsatz – wann, wo, wie und warum auch immer – nicht verwirklichen konnte. Aus diesem Grund sind für Religionsanhänger, die einer göttlichen Hierarchie huldigen, die widersprüchlichen Lehren vom freien Willen genauso essentiell wie die von der genauen Vorherbestimmung (Prädestination, auch Schicksal) durch die Gnadenwahl ihres Herrn. Denn sie allein können das in der Gläubigermasse auf- bzw. untergehende erbsündige Individuum an seine Verantwortlichkeit gegenüber diesem Weltgeist fesseln, es zur zerknirschenden Reue und stetigen Sühne zwingen, mit der solche Teufel in Menschengestalt schon immer die geplagten Gewissen ihrer Opfer zu quälen und auszurauben pflegen.

Lug und Trug, Täuschung und Illusion führen dabei ganz folgerichtig zu den seltsamsten Rationalismen, unsinnigsten Idealismen, absurdesten Angst-Theologien, psychedelischsten Blütenträumen und nicht zuletzt zu den haarsträubendsten Verhaltensauffälligkeiten, die nicht zufällig aber auffällig an manische Depressionen erinnern. Nachzulesen in der Thora, der Bibel und im Koran und dem ganzen Schrifttum, das sich seit Jahrhunderten mit Feuer und Schwert auf sie beruft. Auch heutzutage hat sich an dieser altertümlichen aber machttechnisch sehr effektiven Schriftgläubigkeit, an der streng festzuhalten jedem Gläubigen heiligste Pflicht ist und die deshalb von jedem einzelnen Juden, Christen und Moslems unter Androhung von Höllenstrafen gefordert wird, nichts geändert. Erst recht nicht, nachdem die abrahamitischen Religionen die vielen, nicht weniger absurden „heidnischen“ Polytheismen und deren Massenkulte im Laufe der Jahrhunderte verdrängt und besiegt hatten. Nun also müssen sie sich nur noch gegenseitig besiegen.

Worum es wirklich geht

Religiös bedeutet dies nichts weniger, als dass es gilt, die Endschlacht gegen den teuflischen Widersacher vor dem Untergang der Welt und dem Kommen des Messias, Erlösers oder Mahdis zu schlagen. Thora, Bibel und Koran können auch noch bestätigen, dass die Teufel immer die Andersgläubigen sind. Im weltlichen Sinne – man könnte auch sagen, in Wahrheit – ging und geht es natürlich nicht um die individuelle Endlösung durch Erlösung, die mit der Eintrittsberechtigung in den Himmel über den Wolken oder den auf Erden einhergehen soll. Es geht also nicht um den göttlichen Sold, den sich der individuelle Gotteskrieger als Teilnehmer beim großen Menschenschlachten todesmutig zu erwerben hofft, sondern seit dem Altertum selbstverständlich schlicht und ergreifend um die geopolitische Beherrschung der syrischen Handelswege, die schon immer bis nach Afrika, Zentralasien, China und Indien führten und die Ressourcen ganz Eurasiens erschließen. Es ging und geht also um die Kontrolle des Handels über Gold und Silber, Erze, Mineralien, Textilien (Wolle, Seide), Gewürze und Weihrauch und dazu um die Macht über die ergiebigsten Wasser- und Ölquellen; nicht zu vergessen den Sklavenhandel.

Mit dieser Wahnvorstellung vom Ende der Zeit und der Ankunft des Messias, die die Theologen Eschatologie nennen, legitimieren die Krieger des Herrn ihr unduldsam blutiges Tun in den letzten Jahrhunderten. Aus ihr entnehmen die Verblendeten ihre Befehle wie unumstößlichen Beweise dafür, dass sie der höhere Willen eines höheren Wesens lenkt und leitet. Das aber fordert sie auf, zu ihrem eigenen Heil ihre jeweiligen Vorstellung von Gerechtigkeit zu realisieren. Sie alle behaupten deshalb, der Allmächtige sähe nur sie als sein Ebenbild an und hätte nur mit ihnen einen gültigen Bund gemacht. Die blutigen Resultate sind bekannt.

Ihr frommes Handeln auf der Basis fanatischer Religionsgesetze, die sich meist an divergierende Interpretationen ihrer Heiligen Schriften orientieren und geradezu garantieren, dass sich die Fraktionen dieser Gottesstreiter im Zweifelsfall sogar untereinander willig an die Gurgel gehen, berücksichtigt dabei – frei nach dem Motto „Nach mir die Sintflut“ – merkwürdigerweise alle vorparadiesischen Freuden, die auch nur einigermaßen zur standesgemäßen Übertretungen der Zehn Gebote taugen. Diese gelten anscheinend nur für die braven Untertanen aller drei Monotheismen, um damit je nach Bedarf deren Gewissen zu manipulieren. Und wie ihre mythischen Vorfahren wähnen sich die Hohepriester wirklich im sicheren Besitz von Ausnahmelizenzen zum Rauben, Foltern und Töten im Namen ihrer himmlischen Majestät. Kurz: Ihr Paradies, ob im Himmel oder auf Erden, kann für den einen Teil der Menschheit nur dann existieren, wenn es für den anderen Teil die Hölle ist. So war und ist es schließlich auch und so muss es immer sein. Oder?

Dieser „höhere Wille“, der, gleich einem primitiven animalischen Trieb (da ihn ja die Angst vor dem zu kurz Kommen antreibt, ist er das auch) nicht selten diese seine Geistlosigkeiten respektive Gottlosigkeiten für natürliche Instinke und somit für seine tiefere Wahrheit nimmt, schafft die „nötigen“ Versionen der Geschichte, die nicht gewußt, sondern geglaubt werden müssen. In ihnen ist die „Idee“ Menschheit als homogene Massengesellschaft der Frommen noch immer ideologisch eingesponnen. Ihre kreativen Interpretationen hauen sie den an ihrem Gott „schuldig gewordenen“ Völkern bis heute mörderisch um die Ohren. Als „Schuldner Gottes“ sind sie ja zwangsläufig alle schuldig; schließlich stammen sie, den drei angeblich „stärksten“ Erzählungen der Welt entsprechend, sämtlich von den aus dem Paradies vertriebenen Urelten, Adam und Eva, ab, die verbotenerweise ausgerechnet vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse naschten. Dessen Obst muss deshalb unter allen Umständen bis zum Jüngsten Tag und darüber hinaus verboten bleiben.

Dieser „freie Wille“, ohne dessen dogmatische Feststellung es gar keine Schuldigkeit vor Gott gäbe und solche Verbote gar keinen Sinn machen würden, der nur der sein kann, soll als „göttlicher Wille“ die von ihm Besessenen als göttliche Missionare des „Weltgeistes“ ebenso beauftragt haben, all die „Unwilligen“ (die es sonst auch nicht gäbe) mit Feuer und Schwert zu belehren und so den gesellschaftlichen Diskurs, dessen Grundthema immer „Rettung“ lautet, zu beleben – heute wie einst, je nach Präferenz von Thora, Talmud, Kabbala, Bibel, Koran, Exzerzitien und sonstigen Offenbarungen des „göttlichen Wortes“. Die „Heiligen Schriften“ geben ihnen ihre traditionellen Vorstellungen darüber vor, wie ihr pyramidales Untertanenverhältnis moralisch zu gestalten ist und die unendliche Liebe des Allmächtigen und Barmherzigen gegenüber seinen Ebenbildern als „Frohe Botschaft“ zu wirken hat. Und natürlich, wie die unverbrüchliche Treue der Frohen Botschafter zu IHM theologisch sauber demonstriert wird.

Ihre beanspruchte Machtvollkommenheit als Gottes Putztruppe, die ihre Reinigungsaufträge problemlos dem „lebendigen Wort Gottes“ über Schuld und Sühne entnimmt, gebietet jederzeit die zielgerichtete Vernichtung von offenbar mißlungenen Versuchen ihres Allmächtigen und Allwissenden, sein multikulturelles Ebenbild in allen Menschen, ganz gleich welcher Ethnie und Konfession, hervorzubringen. D.h. also, „nobody is perfect!“, auch der Deus ex machina nicht. Und so beauftragt er in seiner Weisheit seine besonders gelungenen Reinigungskräfte, also all die seine Moral predigenden Rabbiner, Päpste, Bischöfe, Metropoliten, Ordenspriester, Pfaffen, Mullahs, Imame, Freimaurer und Muslimbrüder ect. ect., die widerspruchsfreie Reinheit seiner mechanistisch-moralischen Wertschöpfung für immer zu bewahren: also vor der folgenschweren Entartung des Universums durch zu selbstloses Lieben, zu freies Denken, einem zu empatischen Gerechtigkeitsgefühl oder ganz allgemein durch Ungehorsam, ganz zu schweigen von den unmittelbaren Gefahren einer wehr -wie produktivkraftzersetzenden Verweichlichung.

Der Weg, den der Nahe Osten gehen muss

Eine solche spirituelle Führung durch all die Stellvertreter ihres Herrn und Meisters, eine so überzeugende Basta-Politik der Erleuchteten schien und scheint bis heute der einzige Wegweiser zu sein, der die dauersündigen Untertanen ihres Gottesreiches zur ersehnten Erlösung führt, seien es Juden, Christen oder Moslems. In Bezug auf die göttliche Gerechtigkeit und Barmherzigkeit gegenüber den stigmatisierten Feinden kann das in der logischen Folge immer nur heißen: Endlösung durch die ewigen Qualen der Hölle, beginnend mit den Qualen der Vorhölle auf Erden, die den Vorzug haben, dass man sie selbst entfachen und sich dabei gut fühlen kann. Das jedenfalls lehren ihnen Thora, Bibel wie Koran neben Mord und Totschlag im Namen Gottes in dankenswerter Offenheit, wie sie finden.

Deren „Eingebungen“ orientieren sich freilich an einer steinzeitlich bis antiken diabolisch-dämonischenen Vorstellung vom Himmelreich und dem Himmel auf Erden, die ohne genaue Beschreibung und Androhung der Hölle gar nicht auskäme. Mit ihren heiligen Imperativen von Göttern, Dämonen, Propheten, Helden, deren Nachfolgern, Auslegern und Anhängern bis an die Zähne gerüstet, legitimieren sie sich vor den unter ihrer absoluten Gewaltherrschaft leidenden Völker unverdrossen als weltliche Träger ihrer eigenen „göttlichen“ Nacherzählung. Die beinhaltet allerdings das pure Gegenteil der Goldenen Regel, die jeder echten Religion zugrunde liegen muss. Sie führt geradewegs in jene levantinische Wüste, in der, glaubt man dem Neuen Testament der Christen, Jesus, der im Fleisch Mensch gewordene und gekreuzigte Messias, den flimmernden Versuchungen der Fatamorganen des Großen Versuchers immerhin widerstanden haben soll. Sie verhießen dem Gottessohn im Falle seiner Anbetung von Macht und Reichtum die absolute Herrschaft über die irdische Welt, obwohl die ihm sowieso gehörte, weil er sie ja als Gottvater und Heiliger Geist selbst geschaffen hatte.

Wer’s fassen kann, der fasse es. Bei den „Nacherzählern“ wäre die Geschichte sowieso anders ausgegangen, wie auch deren gegenwärtige Gier offenbart. Sie wären nicht mal auf die Idee gekommen, den irdischen Verlockungen zu widerstehn. Für sie ist die Hölle nämlich viel zu attraktiv, weil sie dort ja schließlich die frommen Teufel der unergründlichen Wege des Herrn sein dürfen und nicht etwa die Verdammten dieser Erde sein müssen – glauben sie…

Ihre satanische Hoffung auf Machtvollkommenheit benötigt die erzwungene Unterstützung ihrer Opfer. Sie überreden sie daher auf der schlichten Basis von Angst vor dem Recht des Stärkeren, das selbstverständlich immer auch das Recht der stärkeren Erzählung beinhaltet, unbedingt geglaubt zu werden. Sie sei das Gesetz! Wehe dem, der es übertritt! Und damit so ein metaphysischer Codex auch physisch ewig wirksam bleibt, muss jeder Buchstabe auf Teufel komm raus verteidigt werden. Denn solange der Stärkere im göttlichen Auftrag zu handeln behaupten kann, solange ist sein Recht zu rauben, zu morden und zu vergewaltigen in der gesamten Schöpfung Gottes logischerweise ein unantastbar göttliches – und somit (da zwischen dem Schöpfer und der Schöpfung ja kein Widerspruch sein kann) auch ein natürliches Recht.

Diese seine Theodizee (Rechtfertigung) Gottes in der besten aller möglichen Welten bestimmt die wissenschaftlichen wie gesellschaftlichen Grundaxiome und intellektuellen Rahmenbedingungen. Jeder „Kreuzzug der Wahrheit“, die der Religionsfunktionär predigt, untermauert sie. Kein Lug und Trug ist hier zu schäbig! Jede Waffe, die ein teuflisches Hirn sich ausdenken kann, wird zum Einsatz kommen, um Gottes heilige Werke zu vollenden, die immer nur dem Stärkeren huldigen. Jedes Mittel ist heilig, das den teuflischen Zweck dieser scheinfrommen Auslegung des Naturrechts der „Möchtegernwölfe“ erfüllt, die immer nur dazu dient, deren Hybris zu füttern. Wie in Europa und Amerika, so auch in Asien oder Afrika. Damals wie heute.

Syrien ist also ein brodelnder Hexenkessel, der nur durch ein laizistisches Staatswesen abgekühlt werden kann. Das war der Grund, warum gerade das Dikatur-System der alevitischen Präsidenten Hafis und Baschar al-Assad solange halbwegs funktionierte und Stabilität ins religiöse Gewaltchaos brachte. Die Jahrhunderte währenden Glaubenskonflikte scheinen ohne nationalstaatliche Klammer unüberwindlich. Genauso wie im französischen Kolonialgebilde Libanon. Wenn es überhaupt eine reale Chance gibt, Syrien zusammenzuhalten, dann nur als sekulare Nation.

Das Prinzip hatten schon die Verhandlungsführer beim Westfälischen Frieden von 1648 im „Christlichen Abendland“ verstanden. Sogar die Jesuiten, die es natürlich haßten. Auch die Neuordnung Europas nach dem Religionschaos des 30jährigen Krieges konnte also nur gelingen, weil den verfeindeten Religionen bzw. Konfessionen die geistliche Macht über den Staat radikal entzogen wurde. Stattdessen forderte der künftige multikonfessionelle Staat durch den Dienst an ihn als vornehmste Pflicht eine neue Staatsmoral, deren wichtigste Voraussetzung die religiöse Toleranz war. Auch hier war es ein absolutistisches Machtsystem, das erst das alte Feudalsystem mit seinen Stammesaristokratien ablöste, bevor es schließlich im 18. Jahrhundert zur Bildung von Bürgerlichen Gesellschaften, europäischen und amerikanischen Rechtsstaaten und schließlich zu ausgeprägten Nationen wie Nationalstaaten als republikanische Ausdrucksformen des fortan über den Religionen und Konfessionen stehenden Allgemeinwohls kam.

Diesen Weg muss auch der Nahe und Mittlere Osten gehen. Aber wie die aktuelle Lage zeigt, muss es dort wohl auch erst schlimmer werden, bevor es besser werden kann.

 

26 Kommentare zu Satanische Verse im Syrienkrieg

  1. Karl Bernhard Möllmann // 5. April 2017 um 17:37 // Antworten

    . . .
    ZITAT @ Diogenes Lampe:
    .
    „Syrien ist ein brodelnder Hexenkessel, der nur durch ein laizistisches Staatswesen abgekühlt werden kann.“
    .
    DAS halte ich für zu kurz gesprungen!
    .
    WER einen „Hexenkessel“ abkühlen will – DER sollte zu allererst die „HEXE“ in’s Visier nehmen – die diesen brodelnden Hexenkessel angerichtet & auf’s Feuer gestellt hat.
    .
    Killary Clinton war begeistert vom Ende von Muhammar Gaddafi – mit dessen Tod ja der „arabische Frühling“ ausbrach . . .
    .
    Diese Psycho Patin verfügte sodann: „ASSAD MUSS WEG!“
    .
    Mag sein daß ZION diesen Hexen-Zauber GEHEIM unterfüttert hat – aber HIER genau haben wir die ABSICHT & damit die URSACHE für DIESEN „modernen“ VÖLKER-MORD.
    .
    Als erstes sollten wir die WAHL treffen – ob wir mit diesen US-IS-Völker-Mördern und ihren Methoden uns gemein machen – ODER OB WIR UNS AUF DIE SEITE DES ALLGEMEINEN VÖLKER-RECHTES STELLEN?
    .
    WENN wir DIESE Wahl getroffen haben – DANN können wir beginnen zu spekulieren – WIE man diesem Wahn-Sinn der Globalisten-Sekte beikommen kann!

  2. Hajo Blaschke // 5. April 2017 um 17:48 // Antworten

    Lange Rede, kurzer Sinn: nur ein säkulares Regime kann einen inneren Frieden sichern. Das trifft aber nicht nur für Syrien zu sondern auch für den Irak, Libyen, Ägypten u.a. mehr zu
    . Ein System, das allen nach religiösem Fanatismus strebenden Gotteskriegern härteste Strafen in Aussicht stellt und auch wirklich rigoros straft. W. Putin, der als russischer Präsident auch 20 Millionen Mohammedaner in seinem Land hat, drückte das mal etwas sarkastisch aber realitätsnah so aus: Die Gotteskrieger Allahs wollen zu ihrem Gott und keine Aufgabe ist es, die dahin zu schicken.

  3. Vielen Dank, Herr Lampe, für Ihren Teil 2, zum Thema „„satanische““ Verse.

    Gleich vorab komme ich mit der Bitte an Sie, eine sprachliche, wie semantische Abrüstung (und präzise Klärung) in der Sache ‚religiöse Erwartungen und ihre bitter enttäuschenden Realisationen‘, zu bedenken.

    Es sind ‚Ey Catcher’/ Ohrwürmer, aber die Geschichte zeigt uns, wenn wir historische Ereignisse nüchtern verstehen können, dass die irren Erwartungen es sind, die sich dann, im oft vieldimensionalen Interessensstreit, zu immer weiterer und andauernder Gewalt aufschaukeln, ja fortzeugen.

    Und da ja Bluttaten leider auch als Zeugnisse für geistige Vorgänge gelten, zum Ersatz dafür genommen werden(!), was wirklich eine perverse Verdrehung des Denkmöglichen, (mit Kant) intelligiblen Weltdaseins, ist, auch schon sprachlich dazu vorbereitet, beginnt Krieg oft bereits mit Worten und Vorstellungen, die dann allzu schnell zu Unterstellungen und Drohungen ausufern, sich verselbstständigen. – –

    Wer schon die Reizworte Jerusalem, Levante, heilig, satanisch hört, wird schnell vorurteilig oder sollte ich schreiben, besoffen, vor/ aus Angst, Erwartung, in Fremdstolz und mit einem Gefühl des Unbestimmten, zwischen Zwerchfell und Brust auflodernd.

    Wann endlich lernen wir kollektiv unsere Erwartungen zu zügeln und nicht als Waffen gegeneinander einzusetzen?

    Dann kommen Sie zu einem sprachlichen Feuerwerk der Religionskritik, bringen einige Stichworte Schopenhauers in das Themenfeld ein, um dann ratlos (die Lieblingsvokabel des Forenintellektuellen K..) zu diesem Abschnitt vorzudrängen: „Somit ist durch unseren physischen Tod der Abfall von allem Materiellen natürlich in uns angelegt und das Leben imgrunde ein mehr oder weniger langes Sterben im Zusichkommen. Es ist nichts anderes als eine Metamorphose, die mit unserer Zeugung bereits eingesetzt hat. Sie findet am Ende unserer Tage schließlich zum Wesenseigenen wieder zurück, so oder so, idealerweise in unseren Kern, die Liebe, die eben, rein wissenschaftlich gedacht, im Himmel wie auf Erden nichts anderes ist und sein kann als die Urkraft der Schöpfung schlechthin: Die Anziehungskraft, aus der alle anderen Kräfte hervorgehen und zu der sie zurückkehren.“ Zitatende Lampe

    Nix ist natürlich angelegt ohne Vernunft. Der Hiatus zwischen beiden, Natur und vernunft kann nur als antagonistische Dyade überwunden werden oder bleibt eben weiter hartnäckig bestehen, leider, das ist die Befundung dazu. –

    Nun, sollen wir uns jetzt den Schluss erwürfeln, entscheidet das Los über die garnicht unerhebliche Grundfrage zu unserer aller Existenz??

    Ein ‚langes Sterben im Zusichkommen‘ ist Quatschologie. Es mag auf eine Anleihe bei Heideggers ‚Privatsprache der Uneigentlichkeit‘ hindeuten oder an Jaspers ‚Drumherumschreiben‘ anschließen, in der Zeit der ‚Frankfurter Säuberungen‘, egal, semantisch bleiben Sie damit in der Bringschuld der Fragenbeantwortung, da Frage ungleich Phrase ist und bleibt!

    Wie ist/ steht es denn nun mit/ um Gretchen?

    „Alles andere als von sich loszukommen, um frei von der eigenen Exklusivitätsillusion zu sein, lohnt schlicht und ergreifend nicht.“ Zitatende D.

    Hmmm das aber riecht nur nach dem altbekannten Agnostizismus, weil ich es nicht wissen kann, brauche ich es auch nicht zu wissen und alle anderen gleich mit, usw…

    Nöö, stimmt nicht.

    Ich hattee gleich zwei vollständige Nahtoderlebnisse gehabt und ob nun von Eben Alexander oder Pim van Lommel methodisch klar vorgetragen, es spricht alles für eine transzendentale, reelle Ausdeutung dieser Erlebnisse und hat mich persönlich dazu veranlasst, alles dazu Wichtige in den Mittelpunkt zu rücken und von dieser Überseinswelt zu berichten oder Argumente für sie stark zu machen. Alles andere wäre eben ein ‚um den heißen Brei herumtanzen‘.

    Und Frieden in der Levante und sonst wo, stellt sich ein, wenn die Menschen, wir alle, auf kollektiv organisierte Exklusivität völlig verzichten (nicht auf die übersterbliche, personale Exklusivität!) und nach und nach, schrittweise, stürzt genau dann und damit einhergehend das ganze, ‚theopolitische Affentheater‘ in sich zusammen, Satanismusexpertise hat dann ausgedient (5. Evangelium Steiners und ähnlicher Sektenkitsch überall auf der Welt) usw…

    Die Panzer und Raketen sind dann nur noch nüchtern, für ungesetzliche, un-nichtkonforme, unbillige Wirtschaftskriege verwendbar, verlieren ihre Hauptmotive in allen Religionen. Und aufgepasst, die ‚monotheistischen Schwestern‘ sind nicht die alleinigen Gewaltphantasietäterinnen, sondern tibetischer Buddhismus, Kriegsshintoismus, usw…, nimmt es an Gewalttätigkeit locker mit seiner jüngeren Konkurrenz auf.

    Also bitte keine falsche religiöse Romantik befeuern, Religionseifer hat bisher immer zu brachialer Gewaltanwendung geführt und muss wirklich bald überwunden werden.

    Die Zauberformel dazu lautet schlicht:

    Überwindung des theopolitischen Real-Naturalismus durch transzendentale Deduktion und transzendental-spirituelle Aufklärung, i.S. Kants und seiner gesamten, ihn auch im ‚Opus postumum‘ folgenden, philosophischen Expertise. Das ‚O.p.‘ war eine spirituelle Ergänzung des alten, weisen, nicht senilen, Kants, die sein Lebenswerk, die drei (eigentlich vier) Kritikschriften, angemessen und nicht mehr agnostisch, erweiterten und abrundeten, leider bis heute fast unbekannt geblieben, eine intellektuelle Schande.

    • hubi stendahl // 5. April 2017 um 23:15 // Antworten

      @conrath

      Mit diesem Kommentar haben Sie tatsächlich endgültig bewiesen, dass Sie sehr viel gelesen haben. Wie würde wohl die Leserschaft den folgenden Satz eines Bauingenieurs verstehen?

      Wer eine nicht für sich selbst bestimmte, quaderförmige Ausschachtung in der Pedosphäre vornimmt, wird sich deren Sohlbereich unter Einfluss der Gravitation nähern. Sie sind doch Bauingenieur.

      Man hätte auch schreiben können:

      „Wer andern eine Grube gräbt, fällt selbst hinein.“

      Dann versteht es auch der Leser. Oder schreiben Sie für sich selbst,
      beobachten sich dabei im Spiegel und sehen vor dem inneren Auge das klatschende Publikum? Kann man Autogramme bei Ihnen bestellen oder muss man sich nun fragen, ob Sie in die Kategorie der von @KBM Beschriebenen gehören? Da gibt´s ja auch durchaus intelligente Zeitgenossen.

      • ConScroller // 11. April 2017 um 09:31 //

        Auch wenn ich mittlerweile zum „Con(th)-Scroller“ geworden bin. Weil es einfach beleidigend und gewaltätig erscheint, allen Pirouetten folgen zu müssen, um die Lesearbeit sich selbst belohnen zu dürfen, und ich auch kein Masochist meiner Unbelesenheit sein möchte.

        Eins muss man dem Schreiber schon lassen: Er hat ihn immer noch nicht gefunden, seinen idealen Gegenpart, mit dem er sich gern wortgewandt (Oh welche Lust!) und spitzfindig austauschen dh. duellieren könnte. Die heiligen Bücher antworten immer nur unbefriedigend und Lebende dafür finden sich nicht. Oder besser – nur als Spiegelbild, was sich dann auch noch als narzisstisch offenbart.

        Aber dabei ist es doch denkbar einfach.
        Will ich mit jemanden kommunizieren, vielleicht ein besonderes Brot kaufen, muss ich dessen Sprache sprechen.

        Das gilt übr. auch fürs Schreiben, auch wenn ich meine Textangeln dafür etwas anonymer auswerfen kann. Aber auch hier wird angebissen, leider mit heftiger Gegenwehr, nichts gemütliches verheißend.

        Bleibt die Frage: Was will er, der Büchernarr? Sich ergießen, uns belehren, oder teilen und in einer Gemeinschaft wirken?

        Scrollen ist im Übrigen eine excludierende Form der Toleranz.

  4. Oh Schreck, lass nach!

    • @Johnny

      Jetzt sagen Sie nicht, ‚Sie‘ haben plötzlich Höllen- oder Heidenangst. Das geht auch wieder nicht, es sei denn, Sie geben Ihren Extrafahrscheinanspruchsglauben auf, zugunsten einer mehr solidarischen, sozialistischen, Himmelserwartung!?

      Denken Sie an die schöne Metapher vom Unterschied der Hölle zum Himmel und den vielen Gästen an beiden Orten, an der reich gedeckten langen Tafeln und ihrem überlangen Besteck, oben wie unten. Wer verhungert und wer braucht es nicht?

      Tja, der heilende Geist weht eben wo er mag, auch das steht bereits seit langem in den weisen Büchern, oder habe ich das völlig falsch verstanden? Dann klären Sie (sich/ uns) doch auf. Oder ist der Sozialismus (welcher denn) bereits die Hölle?

  5. Ich bevorzuge das Profane und Wirkliche: Syrien als ehemaligen Kolonie der Franzosen und z.T. Engländer ist in da Auge des Taifuns US INC geraten und so haben sich diese in Gestalt von Jeffry Feltman (UNO) und VolkerPerthes ( D: SWP) einen Plan gebastelt, Syrien in 4 Teile zu zerlegen, um Herrschaft über den gesamten Orient zu bekommen- vulgo Herrschaft über das reichlich fliessende schwarze Gold. Dazu hat man sich die Idee der AlQuaida, seiner versprengten Grüppchen bedient, sie aufgeforstet, geschult, ausstaffiert und losgelassen mit viel viel Geld in ihren Taschen. Dergestalt wuchsen und gediehen sie zu veritablen Kämpfern und konnten sich die Ölquellen besorgen, den Saft umleiten über die Türkei und mit Hilfe des Osman-kalifens Bruder und Israel gute Milliarden-Deals machen.
    Der Halm ist geknickt, der Blondwirrkopf ist gefallen; jetzt hat’s ihn derbröselt und er ist endlich eingeschwenkt auf die Kamarilla der CIA, NED und Konsorten. Der krieg geht in die nächste Phase: Irak, Afghanistan und Syrien : ein einzig Schlachtfeld zum ein-Einzig Zweck: Devastierung, denn nur die failed states ( alle dort!) bieten die gewähr, dass man endlich wieder Dollars sparen kann und das NATO-Militär mit Kraftstoff versorgen kann, um gegen Russia an drei Fronten gleichzeitig den krieg zu eröffnen.

    Ja ich weiss, es hört sichalle so depremierend an, doch eines ist gewiss, wir D sind wieder wer und waren es nachhher auch wieder gewesen. Das ist doch mal wieder ein richtiger Lichtblick für unserere megalomanen Oberverwalter nach INc Gnaden!

  6. Diogenes Lampe // 5. April 2017 um 21:48 // Antworten

    Mein Text und Ihre interessanten Einwände, für die ich dankbar bin, zeigen, wie schwierig die ganze Materie Syrien textlich zu handhaben ist, weil doch tatsächlich so viel noch dazu gehört. Doch ich musste natürlich stark verkürzen und statt dessen etwas pointieren. Dabei ging es mir weniger um sprachliche Aufrüstung oder Abrüstung als um den Kern der Sache: Dass die länderübergreifenden Religionssysteme (und da stimme ich Ihnen zu, dass dies nicht nur die 3 abrahamitischen betrifft) einerseits den Nahen und Mittleren Osten seit Jahrtausenden mit ihren Kriegen, Völkermorden und Gehirnwäsche beherrschen, um eine stets im Wandel befindliche Geopolitik der jeweiligen Mächte durchzusetzen, andererseits eine stabile Friedensordnung hierzu in einem unaufhebbaren Widerspruch steht. Das würde widerum unmöglich machen, eine Neuordnung im Sinne des neuen Seidenstraßenprojekts in Syrien durchzusetzen, die es auf stabil funktionierende Nationalstaaten abgesehen haben muss.

    Die Lösung kann nur eine im Sinne des Westfälischen Friedens sein; also die Trennung von Staat und Religion. Doch die wird seit Jahrhunderten durch die europäische Kolonialpolitik verunmöglicht, die keine stabilen sekularen Staaten will, da sie ihnen nur den freien Zugang zu den Ressourcen der Länder erschweren. Mehr hierzu in meinen späteren Ausführungen.

    Den Begriff Satanismus verwende ich aber nicht als emotionale Metapher, sondern er ist tatsächlich ein groteskes, aber in sich geschlossenes theologisches System, das aber eine sehr wirksame Rolle in den höheren Machtkreisen spielt. Z.B. auch in Bezug auf die Vorstellung von „Freiheit“ und dem Konzept des „Freien Willens“.

    Ich werde hierzu mal einen gesonderten Text entwerfen. Insofern bin ich Ihnen dankbar, dass Sie nochmal auf die Gefahren hinweisen, die gerade heute durch die Kirchen -und Medienwelt hervorgerufen werden, die ein vereinfachtes Bild des Satanismus zeichnen, das mehr verbirgt als offenbart und somit missverständlich ist.

    Dass ich hier dann sozusagen etwas stärker meine eigene Metaphysik in den Vordergrund rückte, die Urkraft der Liebe (so, wie es in der Physik die Anziehungskraft ist), hatte den Grund, den Leser zu animieren, durch eigene innere Überprüfung am eigenen Wesenskern die „Banalität des Bösen“ nicht nur zu erkennen, sondern auch zu empfinden, die in den Religionssystemen zum Vorschein kommt und aus dem Paradies Erde eine Hölle macht. Über die bizarre Behauptung Hobbes (der für den katholischen Kronprätendenten auf den englischen Thron aus dem Haus Stuart tätig war), der Mensch sei des Menschen Wolf, sollte auch hierbei nochmal nachgedacht werden.

    „Wann endlich lernen wir kollektiv unsere Erwartungen zu zügeln und nicht als Waffen gegeneinander einzusetzen?“

    Wenn wir aufhören, unser Denken zu kollektivieren.

    „Nix ist natürlich angelegt ohne Vernunft. Der Hiatus zwischen beiden, Natur und vernunft kann nur als antagonistische Dyade überwunden werden oder bleibt eben weiter hartnäckig bestehen, leider, das ist die Befundung dazu.“

    Sie setzen damit einerseits Natur und Vernunft defacto gleich und andererseits konstruieren Sie eine Zweiheit aus beiden, die in einem unaufhebbaren Widerspruch zu sich selbst steht. Diese Logik erschließt sich mir nicht. Im Übrigen weiß ich nicht, ob die Anziehungskraft, das Wesen der Natur, immer vernünftig ist…? Wer entscheidet das?

    „Nun, sollen wir uns jetzt den Schluss erwürfeln, entscheidet das Los über die garnicht unerhebliche Grundfrage zu unserer aller Existenz??“

    Die Natur verteilt keine Lose. Die Vernunft übrigens auch nicht.

    „Ein ‚langes Sterben im Zusichkommen‘ ist Quatschologie. Es mag auf eine Anleihe bei Heideggers ‚Privatsprache der Uneigentlichkeit‘ hindeuten oder an Jaspers ‚Drumherumschreiben‘ anschließen, in der Zeit der ‚Frankfurter Säuberungen‘, egal, semantisch bleiben Sie damit in der Bringschuld der Fragenbeantwortung, da Frage ungleich Phrase ist und bleibt!“

    Schade, dass Ihnen hier nur Ihre Denkschablonen einfallen. Würden Sie aber nur mal Ihr eigenes Leben als ganz simplen Vorgang betrachten, in dem sich alle Ereignisse im weitesten Sinne, im Geistigen, Seelischen wie Fleischlichen, letztlich nur um Veränderungen durch Erwerb und Verlust (von was auch immer) und deren Folgen für Geist, Seele und/oder Körper drehen. Da genau diese Ereignisse durch die damit stets verbundenen Empfindungen immer nur auf Sie selbst zurückweisen, würden Sie an meiner pointierten Verkürzung dieses Sachverhalts sicher erkennen können, dass „ein langes Sterben im Zusichkommen“ eher einen natürlichen Vorgang be-schreibt als „quatschologisch“ um-schreibt.

    „Hmmm das aber riecht nur nach dem altbekannten Agnostizismus, weil ich es nicht wissen kann, brauche ich es auch nicht zu wissen und alle anderen gleich mit, usw… “

    Die Exklusivitätsillusion aufzugeben, macht Sie erst wirklich frei zur Selbsterkenntnis, also das eigentliche Wissen von sich selbst, die Quintessenz, auf die alles Wissenwollen ja letztlich zusteuert, mittelbar oder unmittelbar.

    „Ich hattee gleich zwei vollständige Nahtoderlebnisse gehabt und ob nun von Eben Alexander oder Pim van Lommel methodisch klar vorgetragen, es spricht alles für eine transzendentale, reelle Ausdeutung dieser Erlebnisse und hat mich persönlich dazu veranlasst, alles dazu Wichtige in den Mittelpunkt zu rücken und von dieser Überseinswelt zu berichten oder Argumente für sie stark zu machen. Alles andere wäre eben ein ‚um den heißen Brei herumtanzen‘.

    Mir erschließt sich nicht, was Sie damit sagen wollen?

    „Und Frieden in der Levante und sonst wo, stellt sich ein, wenn die Menschen, wir alle, auf kollektiv organisierte Exklusivität völlig verzichten (nicht auf die übersterbliche, personale Exklusivität!)“

    Das wäre jetzt für mich Quatschologie. Auf kollektiv organisierte Exklusivität zu verzichten, also auch auf Staaten, die schließlich daraus bestehen, hieße ja der Globalisierung das Wort reden.

    Im Übrigen rede ich in meinem Zusammenhang bewußt nicht von einer personalen Exklusivität, sondern von der eigenen. Die Personale ist, wie das Ich sich vor dem Du gibt und das, was das Du am Exklusiven des Ich daraufhin wahrnimmt. Das ist sicher nicht unsterblich aber notwendig im täglichen Umgang miteinander. Aber es ist nur eine Maske der Subjekt-Objekt-Beziehung.

    Es geht aber auch nicht darum, auf irgendwas zu verzichten, auch nicht auf die eigene Exklusivität. Das hieße, sich Gewalt antun und aus dem Mangel heraus handeln. Mir geht es ums Loslassen von ihr aus Neigung zum eigenen Wesen, also um ein Handeln aus der Fülle der eigenen Selbstliebe heraus, das mit allen anderen Wesen und deren Lieberskernen durch die Anziehungskraft verbunden zu sein scheint. Wie, das ist eben das große Geheimnis, das wir Gott nennen und das wir uns aus der eigenen kindlichen Erfahrung heraus als Vater -oder Muttergottheit denken, vorstellen und ggf. fürchten. Denn Vater und Mutter sind unsere ersten Götter oder hierarchische Urerfahrung. Aber es sind sterbliche Götter.

    Dieses Loslassen ist auch keine Willensleistung sondern geschieht einfach von selbst durch einen bestimmten Grad der Erkenntnis, der aber keine besondere Bildung voraussetzt; außer eben Herzensbildung.

    Das mit Kant lasse ich unkommentiert, um hier keine größere Baustelle aufzumachen.

    • Diogenes Lampe // 5. April 2017 um 22:37 // Antworten

      Das ist meine Antwort an Conrath/ 5. April 2017 um 18:48 // Antworten

      • Als stiller Leser danke ich Ihnen für die wertvollen Beiträge die Sie hier verfassen.

    • @Lampe

      „Sie setzen damit einerseits Natur und Vernunft defacto gleich und andererseits konstruieren Sie eine Zweiheit aus beiden, die in einem unaufhebbaren Widerspruch zu sich selbst steht. Diese Logik erschließt sich mir nicht.“ Zitatende Lampe

      Der Ehre zu viel, das trifft begrifflich nicht zu und ist nicht ‚meine‘ Meinung, ich gebe damit die Quintessenz der klassischen Philosophie um 1800, bzw. der Spätaufklärung, wieder, skizzenhaft. Fichte, der frühe Schelling und Hegel folgen Kant in der Sicht auf die beiden überhaupt übrig bleibenden Stämme der transzendentalen Deduktion, nämlich Vernunftvermögen ‚u n d‘ Naturgegebenheit und ihre, im Wechselerweis gegebenen, Vollzugsakte! Außer diesem gibt es nichts weiteres, daher kann dieser Doppelprozess als antagonistische, also echte, Dyade betrachtet und behandelt werden. Sie ist das genaue Gegenteil einer willkürlichen Spaltung oder vorsätzlichen Trennung, belegt vielmehr die nicht hintergehbare, ‚transzendentale Einheit‘ von Bewusstsein und Weltgegebenheit (letztere als ’synthetische Einheit aller Wahrmacher‘ des transzendentalen Gegenstandsrekonstruktionsvermögens). Dies als grobe Orientierung zur gefundenen Mensch-Welt-Einheit!

      „Die Natur verteilt keine Lose. Die Vernunft übrigens auch nicht.“ Zitatende L.

      Das Vorhergehende war meine Polemik gegen den von Ihnen offengelassenen Schluss, keine Privatontologie, galt also der Schluss-/ Urteilslosigkeit aus vorhergehenden Nichtkonformitäten.

      „Schade, dass Ihnen hier nur Ihre Denkschablonen einfallen.“ Zitatende L.

      Auch hier ist der Kontext ein anderer. Ich verwende die von KBM bevorzugte Bezeichnung nur als Unterstreichung, eben nicht als Begriffsherleitung, kläre vorher im Text, auf was sich diese Veranschaulichung bezieht, lesen Sie daher den Text nochmals, wenn Sie meine Herleitung dazu suchen. Ohne Stellungnahme zu einer Übersterblichkeit, um die sich, seit Schleiermacher, sogar die Theologie im Mainstream klug herumgedrückt hatte, ist alles “’Quatschologie“‘. Sie nehmen implizit mit Ihrer ‚Nichtaussage‘ daran teil, sind/ bleiben somit ontologisch indifferent.

      Wenn es Sie beruhigt, was ich hoffe,dann sind Sie damit in bestbekannter Gesellschaft und es ist sogar Mehrheitsmeinung. Dennoch wird von Ihnen die Kernaussage verweigert. Meine Zuspitzung vergleicht lediglich Ihren Text mit dem Diskurs der letzten 150 Jahre. Das in aller Kürze.

      Ihre Einwände treffen daher nicht die Erkenntnisnot, die sich u.a. aus einem Verlust des Telos-Begriffes und unzureichenden Begriffen der Zeit, ergibt. Das hatte ich verstreut bereits belegt, kann hier umfangsbedingt nur darauf hinweisen (verschiedene Autoren, Fichte, Conrad-Martius,…).

      Der moderne Gott, auch der Gott der nur nominalistisch systematisierenden Ethiker, ist letztlich der leere Zufall, ein deistischer Restgott oder moderner Götze, ein Wissenschaftsmythos. Er bleibt als unterbestimmtes Residuum übrig, als Zufall und leere Zeitabstraktion, ich hatte es mehrfach im Kontext erwähnt, siehe oben, auch innerhalb der letzten 1 ½ Tage.

      Wahre und falsche Formen der Exklusivität habe ich im Text behandelt. Sie müssten dort nochmals nachschauen, es ist alles knapp ausgeführt. Eine nur prinzipielle Übersterblichkeit in der Menschheit, in den Nachkommen oder dem Modell der Gene, ist von mir nicht argumentiert worden, sondern die konkrete, individuelle, letztlich als Erinnerungseinheit gegebene, Übersterblichkeit. Und was das in Verbindung mit zwei eigenerlebten Nahtoderfahrungen ausmacht, ist nicht wirklich schwierig zu erfassen, liegt nahe und ich kann nur die besonderen Erfahrungen durch meine eigenen, allgemein bestätigen. Näheres ist doch gut in der Sachliteratur dazu beschrieben.

      Und zur Kollektivität noch dieses. Ich beziehe mich dabei explizit auf Kants O.p., vertrete da keine billige Schwarmintelligenz oder Gruppenromantik, sondern die Intelligibilität freier Vernunftwesen auch den Menschen übersteigend! Es gibt Gemeinsamkeiten mit diesem vereinfachten Schwarmmodell, aber auch nicht mehr.

      Meine hier angeführten Begriffe dann mit Wortlogik zu kehren und zu wenden, lässt damit nur auf einen weiteren Bedarf an und zu, grundsätzlicherer Verständigung schließen, was allerdings auch Bereitschaft zur Überprüfung aller Begriffe mit einschließt. Keine Begrifflichkeit kann dabei für sich genommen, oder pauschal akzeptiert werden, die nicht in der Einbettung einer transzendentalen Bestimmung gewonnen wurde. Es gilt daher nicht ein, nach Beliebigkeit zu wählendes, lustiges Aussuchen, das ist der methodische Hiatus, der uns im Moment noch trennt, aber auch auflösbar ist, im Sinne weiterer erforderlicher Begriffsklärungen, wie bereits anfänglich erübt (siehe oben die Forenkommentare). Mit Ihrer Andeutung, Kant auszuklammern, bestätigen Sie mir die, hier von mir gegebene, Einschätzung.

      Sie grüßend

  7. Ha Ha Ha.. was für ein besonders netter Versuch, postkoloniale, Imperiale Greuel-, Mord- und Machtspiele weg zu erklären und die Öl und Gaskriege zur quasi Allein Schuld (Politreligiöser Konflikt) der Region zu machen.

    • Diogenes Lampe // 5. April 2017 um 23:43 // Antworten

      Wer macht denn sowas? Ich bestimmt nicht. Ich hätte natürlich genauso über andere Regionen der Welt dasselbe schreiben können, aber mein Thema ist hier Syrien. Da werden die Europäer und Amerikaner aber noch eingearbeitet, wenn es Sie beruhigt. Ich bin bestimmt der Letzte, der diese Greuel, von der Sie völlig zurecht reden, weg erklären will.

    • @Dragao

      Sie vermischen jetzt die Rückfragen zu der theopolitischen Seite mit angeblich einseitiger Schuldzuweisung. Die politische Lage ist damit nicht unmittelbar angesprochen, insofern teile ich unbedingt die Zurückweisung von Herr Lampe. Welches konkrete Argument können Sie für ein Wegerklären des Imperialismus denn benennen, bisher ist es eine Behauptung? Und die Verquickung von Problemlagen sollte ja gerade aufgearbeitet werden, in Fortsetzung, wissen Sie was das Prinzip von Diskurs-Charité ist?

  8. Lieber Hiubi,

    den offenen Fragen gehen Sie leider aus dem Weg und andererseits versuchen Sie mit reiner Sprachlogik zu punkten. Fachtermini können, müssen aber den Begriffszusammenhang nicht verunklaren. Sie ersetzen nicht/ nie das Argument. Also gehen Sie doch wieder auf das Vorgebrachte ein. Grubenmetaphern sind angesagt, aber ‚Dantes semantisches Feuerbad‘ ist nicht mit platten Plattenfundament-Sohlen zu kommen, da fehlt dann doch der Bezug oder die Matten-/ Stabbewehrung.

    Raten Sie allen Seiteneinsteigern der Philosophie, diese wieder schleunigst zu verlassen, nur weil Sie das so mögen oder in was gründet sich hier Ihr Kommentar?

    Egal, wichtige Fragen kommen auf Wiedervorlage und dann können Sie als BWL-er oder VWL-er oder Privatperson, dagegenhalten, für mich zählt nur das kontextuell eingebettete Argument, was gute Metaphern nicht ausschließt, aber, lieber Hubi, nie, nie, nie die Argumente ersetzt. Da ist der kleine, aber wesentliche, Differenzpunkt, da winkt Ihnen die Semantik freundlich zu und rät, versuchen Sie es erneut, mit oder ohne Spiegel, komplett egal, aber reflektiert und themenbezogen!

    Denken Sie einen Moment an die Frage, sind Buddha und Jesus von supranaturaler Wirklichkeit, oder sind es allgemein-transzendental eingebettete Menschen, so wie wir alle, mit besonderen Motiven und Lebensthemen?

    Kürzer gefragt:

    Sind es Götter oder Menschen (Buddha, Jesus, Krishna,…), in Ihrem Verständnis und es wäre erfreulich, Sie kämen auf diese Frage einmal konkret zurück und auf die weitere, bezüglich der Quelle Ihres Zitates zur Quantenphysik,…

    Eine gute Nacht wünschend

    • hubi stendahl // 6. April 2017 um 09:01 // Antworten

      @conrath

      Mir geht es nicht um ihre ARGUMENTATION. Die Gedanken sind frei. Mir geht es um Ihre MOTIVATION. Undurchsichtig verschachtelte Sätze, garniert mit selten genutztem Expertenjargon zum Besten zu geben. Ich hatte gestern bis spät Abend eine kleine Feier mit Freunden und Freundinnen. Darunter auch ein Psychiater mit eigener Praxis, ein Dipl. Psychologe, eine BWLerin und
      einen Ihres Berufsstand, Bauingenieur.

      Eigentlich wollte ich keine Meinung der Besucher, sondern für etwas Belustigung sorgen. Es entbrannte aber sofort eine Diskussion, „ob Sie einen an der Waffel haben oder für sich persönlich schreiben, denn man konnte kein erkennbares Motiv entdecken, was einer Kommentarfunktion, in der Leser eine Meinung einem möglichst breiten Publikum vorstellen, gerecht wird. Am Ende glaubten die meisten, dass Sie ein selbstverliebter Pinsel sind, der aus tatsächlich gelesenen Büchern einfach rezitiert. Nicht mehr und nicht weniger. Der Psychiater meinte, dass es etwa so zu verstehen ist, als „würde er während einer Behandlung einen Leitfaden von Freud aus dem Hut zaubern, um einen Patienten zu beeindrucken.“

      Schaue ich mir Ihren späteren Kommentar an Diogenes Lampe an, dann komme ich nicht umhin, dieser Einschätzung etwas abzugewinnen:

      Zitat:
      „….kann hier umfangsbedingt nur darauf hinweisen (verschiedene Autoren, Fichte, Conrad-Martius,…).“

      Ich bin nicht links, ich bin nicht rechts, ich denke selbst.

      • Conrath // 6. April 2017 um 09:29 //

        @Hubi

        Jein,

        es ist gut, solche Fragen direkt zu besprechen und nicht nur brieflich oder per Email, da sind auch die Grenzen der Kommunikation, das Gespräch leistet eindeutig mehr, ja!

        Und nein, ich sehe es als eine Auszeichnung kein ‚f e s t e s‘ Motiv (= Vorurteilsentscheidung) zu haben, sondern jeweils aus der Gegebenheit zu formulieren, Erkenntnis/ Entscheidung also immer erst zu suchen. Wenn Ihre Freunde das nächste Mal zusammenkommen, wäre es spannend, sie mit dem Fall Sokrates, Jan Hus oder Giordano Bruno, zu konfrontieren. Die Gruppenmeinungen zu allen dreien waren auch beachtlich, ersetzen aber nicht die Wahrheitsfrage! Sie jeweils zu stellen ist ausschließlich mein Motiv, also in den Themen möglichst widerspruchsfreie Argumente zu bewegen, gemeinsam, was ja auch immer wieder halbwegs gelingt.

        Und ‚einen an der Waffel haben‘, herje, ist das ein klares Argument oder doch eher eine Blackbox? Männer und Frauen haben im Binnenverhältnis täglich mehrere an der Waffel, im Mikrobereich, achten Sie Mal darauf.

        Entscheiden Sie also selber, für sich!, ohne persönliche Bevorzugung, also auch für den Fall, dass Sie selber aufgrund Ihrer Argumente, beurteilt werden, aber als Personen-Argument-Faktorprodukt! Da steckt ja die Aufstellungsproblematik dieser Frage drinnen.

        Und ich mache auch Fehler, ganz klar, korrigiere dann, wie es jeder machen kann/ könnte. Und dem Psychiater lesen Sie nächstens aus der Romanze und dem Dreiecksverhältnis ‚Freud, Sabine Spiegelrein, C.G. Jung‘, vor. Auch Psychiater agieren in Rollenmodellen, werden mit dem Problem des ‚Selbstenthaltensein‘ konfrontiert (dazu K. Gödel und G. Jentzen).

        Sie grüßend und vielleicht denken Sie ja Beizeiten an die offen gebliebenen Fragen?

      • Karl Bernhard Möllmann // 6. April 2017 um 12:17 //

        . . .
        Echte PSYCHOPATHEN outen sich in 100 Przent aller Fälle durch eine echte UNFÄHIGKEIT eigene Fehler zu erkennen, anzuerkennen – und DAS wiederum erkennt der Profi (trotz perfekter TARNUNG) an der UNFÄHIGKEIT echte Korrekturen ANZUWENDEN – im Klartext:
        .
        Ewig & drei Tage ellenlanger Quatsch rund um den heißen Brei – aber am Ende ändert sich exakt NICHTS!
        .
        Alle normalen, herkömmlichen Methoden einer Beratung oder einer Psycho-Therapie versagen beim ECHTEN Psychopathen!
        .
        Der VOLKS-Mund nennt das flapsig:
        .
        „beratungsresistent“
        .
        DAS ist die traurige Seite der Psychopathie!

      • Conrath // 6. April 2017 um 12:33 //

        @KBM

        Überlassen Sie jetzt Ihre Beurteilung endlich den anderen? Das wäre ein Teilfortschritt, lieber die ‚Quatschopathie‘ Praktizierender.

        Dennoch, es gilt allgemein. Erst die Synthese von sozial reflektiertem Außenbild mit dem Innenbild (= Introspektion), also seine vielfachen, lebendigen Wechselwirkungen als dauernder, fortschreitender Prozess, führen zu echtem Bewusstseinsforschritt und lose behaupten, oder einfach wiederkäuern, lässt sich ja fast alles.

        Sie grüßend

      • Karl Bernhard Möllmann // 6. April 2017 um 14:56 //

        . . .
        Con ratlos bettelt:
        .
        „Überlassen Sie jetzt Ihre Beurteilung endlich den anderen?“
        .
        WIESO & WARUM fühlen SIE sich angesprochen – wenn ich an dieser Stelle der Diskussion den WICHTIGSTEN Charakter-Zug des PSYCHOPATHEN, nach der Lehre von L. Ron Hubbard zur Diskussion beisteuere – der da lautet:
        .
        „Echte PSYCHOPATHEN können eigene Fehler NICHT erkennen?“
        .
        Sie waren von mir weder zitiert noch angesprochen!
        .
        Hubi Stendahl hatte SIE persönlich angesprochen – als er nüchtern & DIREKT an „Conrath“ gerichtet – feststellt:
        .
        „Mir geht es um Ihre MOTIVATION. Undurchsichtig verschachtelte Sätze, garniert mit selten genutztem Expertenjargon zum Besten zu geben.“
        .
        Und dann berichtete Hubi Stendahl von seinen eigenen Experten-Freunden, und gab DEREN Beurteilungen weiter:
        .
        „Ich hatte gestern bis spät Abend eine kleine Feier mit Freunden und Freundinnen. Darunter auch ein Psychiater mit eigener Praxis, ein Dipl. Psychologe, eine BWLerin und einen Ihres Berufsstandes, Bauingenieur.“
        .
        DAS war die URSACHE – mein Beitrag war nur die WIRKUNG – weil es mich motivierte, ein vielleicht wichtiges Detail der „passenden“ STANDARD-TECH von Hubbard über das Thema „PSYCHOSIS“ bei zu steuern . . .
        .
        Aber mit URSACHE & WIRKUNG stehen Sie ja grundsätzlich & regelmäßig auf Kriegs-Fuß – wie ich des öfteren öffentlich BEWEISEN durfte . . .
        .
        Zurück zum interessanten TEIL von @ Hubi Stendahl’s Experten-Diskussion:
        .
        „Eigentlich wollte ich keine Meinung der Besucher, sondern für etwas Belustigung sorgen. Es entbrannte aber sofort eine Diskussion…“
        .
        „…ob Sie einen an der Waffel haben oder für sich persönlich schreiben, denn man konnte kein erkennbares Motiv entdecken, was einer Kommentarfunktion, in der Leser eine Meinung einem möglichst breiten Publikum vorstellen, gerecht wird.“
        .
        EIN vernichtendes URTEIL – wie ich finde!
        .
        DIESEN Punkt haben nach meiner Kenntnis bereits seit Monaten immer wieder die unterschiedlichsten Kommentatoren mit zuerst sehr freundschaftlicher Kritik & in den unterschiedlichsten Formulierungen angesprochen . . .
        .
        OHNE jeden Erfolg!
        .
        Zurück zur Diskussion bei Hubi Stendahl (über einen typischen Conrath-Kommentar):
        .
        „Am Ende glaubten die meisten, dass Sie (Conrath) ein selbstverliebter Pinsel sind, der aus tatsächlich gelesenen Büchern einfach rezitiert. Nicht mehr und nicht weniger. Der Psychiater meinte, dass es etwa so zu verstehen ist, als „würde er während einer Behandlung einen Leitfaden von Freud aus dem Hut zaubern, um einen Patienten zu beeindrucken.““
        .
        Ein Mensch bei gesundem Verstand würde ERKENNEN – daß hier weder Hubi Stendahl & noch weniger KBM eine Beurteilung über Contrath’s Kommentare abgegeben habe – sondern durchaus qualifizierte GÄSTE von Hubi Stendahl!
        .
        DIESE extreme & permanente SCHLAMPEREI durch ständiges VERWECHSLN von URSACHE & WIRKUNG – durch permanent FALSCHE Zuordnungen von QUELLEN – durch VERWECHSELN von Sender & Empfänger etc. etc. habe ich vor Monaten mehrfach in allen DETAILS öffentlich auseinander genommen und sauber analysiert.
        .
        DIESE spezielle Form des vollautomatischen ABSPULENS von auswendig gelernten Texten – jedoch OHNE Kontakt zur REALITÄT – also OHNE die Fähigkeit das Wissen ANZUWENDEN, wird in der STUDIER-TECHNOLOGIE der Science of Logos als „glib“ bezeichnet.
        .
        Der Student weiß (scheinbar) ALLES – kann aber (in der REALITÄT) NICHTS davon anwenden!
        .
        Das an Schulen & Universitäten geforderte & geförderte AUSWENDIG-LERNEN hat in der REALITÄT des Lebens NICHTS mit VERSTEHEN zu tun – der UNTERSCHIED ist die ANWENDUNG, die nur gelingen kann, wenn man VERSTEHT, statt auswendig zu rezitieren . . .
        .
        DA Sie aber nach meiner Beobachtung NICHT gewillt sind – EIGENE FEHLER ZU ERKENNEN & ZU KORRIGIEREN – habe ich meine Bemühungen um dieses Thema bereits vor Wochen eingestellt.
        .
        DA Sie aber KBM als Lieblings-Feind unbeirrt stalken – lasse ich Ihnen dieses offensichtliche Vergnügen – und klebe Ihnen nur ab und an mal das Etikett: „Quatschologe“ auf die Stirn, wenn es mir mal wieder ein wenig zu bunt wird . . .
        .
        Ich stehe auf LOGIK & BEWEISE – mit vollautomatisch rezitierter „Bildung“ kann ich nichts anfangen – mein ALDI-USB-Stick kann DAS sowieso deutlich besser & sogar OHNE Fehler JEDEN Text des gesamten Universums auf Maus-Klick rezitieren, wenn es denn mal gebraucht wird . . .

      • Conrath // 6. April 2017 um 15:24 //

        @KBM

        Ja, lieber Herr KBM, ich bettele tatsächlich und täglich um mehr Vernunftanwendung (Bettler im Geiste). Und schön, dass Sie mal wieder etwas zu Hubbard und zur Medizinmafia schreiben. Was ist mit der CIA, da konnte ich noch nicht genug lesen von Ihnen, heute? Sie schwächeln etwas, ja, tut mir leid, aber nur 2 Lieblingsthemen? Das ist nicht genug, um den Blutdruck zu senken.

        Und noch etwas, es gibt nicht nur Ursache-Wirkung (als Näherung die ‚causa materialis‘) sondern, staunen Sie jetzt bitte, sonst vergessen Sie es gleich wieder, 4 Kausalitäten, nicht Ihre vielzitierte ‚Eine‘, die ich angeblich immer auch noch umdrehe, also bessern Sie Ihr Programm auf hier übersichtlich knapp:
        https://anthrowiki.at/Finalursache

        Und dann fragen Sie sich, welche der vier Kausalmodi nutzt Conrath gerade!

        Und morgen nehmen wir dann die drei Hauptschlussweisen durch, Induktion, Deduktion und Abduktion, in Ordnung?

        So wird das nämlich nichts, wenn Sie immer wieder traumatisiert Ihren Bildungsgang unterbrechen müssen und bei sich selber zwanghaft und noch falsch, abschreiben. Dat tuut ja weeh schon beiim leehsen, man.

        Was Hänschen nicht lernt,… Obwohl das nicht stimmt. Aber im fortgeschrittenen Alter müssen Sie für Ihre Bildung selber eintreten, so ist das, bei den Sxchulkindern läufte es fast wie von selber.

        Sie grüßend

      • hubi stendahl // 6. April 2017 um 17:33 //

        @conrath

        Zitat:
        „Sie grüßend und vielleicht denken Sie ja Beizeiten an die offen gebliebenen Fragen?“

        Es gibt gar keine offenen Fragen! Wo habe ich jemals Anlass dazu gegeben anzunehmen, dass ich Jesus oder Buddha für göttlich oder Gott halte. Nochmal:

        Wenn ich einige Äußerungen, speziell die gesicherten von Jesus, mit der Quantenphysik in Verbindung bringe, dann zeige ich damit lediglich auf, dass ich davon ausgehe, dass sich (wenige) geniale Menschen einen anderen Zugang zur komplexen Frage des Lebens verschafft haben, als die klassische Wissenschaft mit ihren Versuchsreihen. Das gilt auch für die theoretische Physik, die sich nur hinter vorgehaltener Hand traut, das Undenkbare außerhalb des bewusst Erlebten zu denken.

        Wenn also Jesus sagt: Werdet Vorübergehende! Dann meinte er ganz sicher nicht, dass man am nächsten Gasthaus vorübergehen soll. Schauen Sie sich das gesamte Konzept an, Sie werden sehen, dass er nichts anderes in Bildersprache metaphorisch weitergibt, was 2000 Jahre später der geniale Quantenphysiker H.P.Dürr massentauglich als „Wirks“ und „Passierchen“ bezeichnet.

        Dürr: „Im Grunde gibt es Materie gar nicht. Jedenfalls nicht im geläufigen Sinne. Es gibt nur ein Beziehungsgefüge, ständigen Wandel, Lebendigkeit. Wir tun uns schwer, uns dies vorzustellen.“

        Versuchen Sie´s, statt dauernd zu rezipieren.

        Und eine weitere Bitte: Ich habe beispielsweise Jan Assmann einige Male rezipiert, weil sein 1992 erschienenes Buch „Das kulturelle Gedächtnis“ einen großen Schritt in meiner Forschung nach der Schnittstelle zur Arbeitsteilung (Geldsystem), was gar nicht das Thema war, weiter geholfen hat. Deshalb komme ich aber nicht auf die Idee, in dieser Kommentarfunktion die Dialektiv von Dependenz und Konstitution bzw. Aszendenz zum besten zu geben. Im Gegenteil, ich bin ihm dankbar, dass er Schritte zum Verstehen eingeleitet hat und jeder nach seiner WAHRnehmung daraus Schlüsse ziehen kann. Dessen Gedanken übernehmen kann jeder, sie weiterzuentwickeln aus den eigenen, ist die eigentliche Kunst und sorgt für Erkenntnis. Und das am besten, in dem man bei der deutschen Sprache bleibt, wo irgend möglich!

        Wenn ich es schaffe, werde ich einmal, das prinzipiell aus Platzgründen fehlende Glied im Artikel, historisch nach hinten vervollständigen. Denn man sieht ja an Dragaos Reaktion, dass er den gutgemeinten (eingeschobenen) Artikel auch falsch verstanden hat.

        Bis bald!

      • Conrath // 6. April 2017 um 18:16 //

        @Hubi

        Nun, zwei/ drei Kommentare vorher, las sich das noch anders. Aber wenn Sie jetzt so explizit werden, verbreitert sich die gemeinsame Schnittfläche erheblich: „dass sich (wenige) geniale Menschen einen anderen Zugang zur komplexen Frage des Lebens verschafft haben.“ Zitatende H.

        Dem kann ich nur voll und aus eigener Erfahrung auch glaubensgewiss, zustimmen; in Jesus kristallisiert sich der Weisheitsschatz der griechischen und auch der älteren Hochreligionen, vermittelt über den Mithraskult und wird durch den Neuplatonismus veredelt, zur stärksten Staatsreligion überhaupt ausgebaut. Selbst das US-amerikanische Missverständnis der besonderen Nation, in der unmittelbaren Mission Gottes, baut noch auf diesen Staatskult auf. Und es gab hunderte von weiteren Schulen und Folgelinien aus der Doppelquelle von ‚Paulus und Petrus‘ (letzter stellvertretend für die jesuanische Jerusalemer Frühgemeinde).

        Die Wirkungsgeschichte von Jehusha/ Jesus/ Christlogos könnte nicht größer sein. Wie viele Apologeten synkretisieren um diese Kulturpole herum, bis heute?

        Enorme Potentiale der Literatur und des Erfahrungswissens kamen von hier, die Geschichte des Okzidents ist eine Geschichte dieser Doppel- besser Dreifachquelle und solange es nicht zu naturalistisch-magischer Vergöttlichungen (Vergötzungen/ Götzenbildung) kommt, ist das fruchtbare Kultur. Als strickte Religion, ohne Verallgemeinerungspotential, ist dieser, bald 1.700-jährige Staatskult, zu einem langsamen Vergehen und Verschwinden bestimmt, genau wie alle anderen, nichtverallgemeinernden Religionsexklusionen auch. –

        Ich konnte H.P. Dürr mehrfach in Witten begegnen, habe ihn geschätzt, auch wegen seiner völligen unabhängigen Queransichten, denke etwa an sein chaotisch-schwingendes Mehrfachpendel, was er gerne demonstrativ einsetzte. Unter Fachkollegen erhielt er dafür das Prädikat ‚oberflächlich‘. Er sah es eher als Bestätigung für seine Eigenständigkeit an.

        Alle inhaltlichen weiteren Ausführungen sind ansonsten konform und ich zitiere jetzt nicht meine abweichenden Erinnerung zu Ihrer Rückweisung eines Verallgemeinerungspotentials, bei Buddha und Jesus, das fände ich dann von mir selbst ‚pingelig‘.

        „Deshalb komme ich aber nicht auf die Idee, in dieser Kommentarfunktion die Dialekti[k] von Dependenz und Konstitution bzw. Aszendenz zum Besten zu geben.“ Zitatende H.

        Schaden würde es MMn nicht oder? Es geht doch auch in Kurzfassung, ich versuche es ja auch. Wenn es wichtig ist, dann hauen Sie es bitte in die Tasten, das ist Solidarität und Vertrauen zugleich, schenken um zu empfangen.

        Sie grüßend

  9. Ein interessanter Artikel, der viel Wahrheit aufzeigt, worüber wir alle mal gündlich nachdenken sollten.
    Ebenso aufschlussreiche Kommentare, es lohnt sich , alles zu lesen…
    Es sollten auch alle Religionen endlich aufhören, den jeweils anderen ihre Ansichten aufzuzwingen. In Syrien zeigt sich das ganze Ausmaß, der jetzigen Denkweisen, Ansichten und der daraus folgenden Zerstörung. hier spiel auch der Wahn , an die Prophezeiung zu glauben und diese sogar erfüllen zu müssen. Syrien wird vernichtet, bis kein Stein auf dem anderen bleibt. Auch das geht auf den Fanatismus von Religionen zurück, neben der Macht und Gier der Herrschenden, welche die Religionen für ihre Zwecke benützen.

    • @Melanie

      Zum Glück werden wohl doch noch Steine aufeinander bleiben, in Syrien und anderswo. Die Zuverlässigkeit der S-300/400 Systeme der russländischen Weltraumstreitkräfte ersetzen durchaus die alten Religionsfehden, die ja, mindestens seit Luther, mit den Machtinteressen der weltlichen Fürsten völlig verquickt wurden. Wer das auch heute noch ignoriert und die Möglichkeit einer verinselten Religionswahrheit als überhaupt ‚denkmöglich/ denkbar‘ betrachtet, ist eben (noch unzureichend) bzw. ’nicht aufgeklärt‘. –

      Wer mag das schon auf sich beziehen, dazu gehört eben ein Löwenmut diesen Anfang überhaupt zu wagen und dann zu gehen, es wird einem dann gratis vieles vorgeworfen, klar doch. –

      Und das Verhältnis von Glauben, Wissen und Denken stellt im Bereich der Semantik ein Dreifachproblem dar, vergleichbar dem unlösbaren Dreikörper-Bewegungsproblem in der Naturwissenschaft (mathematische Physik).

      [[Solange man logisch ausschließlich in dualen Verzweigungen denkt, etwa den klassischen Baumdiagrammen, gibt es eine Grenze des Erreichbaren. Diese kann durch zusätzliche ‚trinäre Ersatzformen‘ erweitert werden (zeitsinnig offene Phänomenologie, Goethe & Hegel). Erst die parallele Anwendung von binären und trinären Entscheidungsformen, erfasst dann die sogenannten, empirisch vermittelten, ‚Wahrmacher‘ in der elementaren Gegenstandskonstruktion, als Entscheidungen dazu/ dafür, was etwa ist/ sein kann! Es ist die Verbindung einer rekursiven Schleife mit einem beliebig offenen, dualen Verzweigungsmodell (Boolsche Operatoren,…). Das zusammen angewendet gibt, über die unmittelbare Rückkopplung des, sein Denken selber bedenkenden Denkers, erst den vollen Zugang zur Wirklichkeitserfassung.

      Hier finden sich dafür dann auch Glauben, Wissen und Denken, allerdings in einem intuitiven Sprung (Programm des weitgehend vergessenen F.H. Jacobi 1743 – 1819) verbunden. Erst der ‚doppelte Durchgang‘, quasi ein Sprung und sein antagonistischer Rücksprung, bilden dabei eine vollständige Arbeitseinheit der Wirklichkeitserfassung und Wirklichkeitsgestaltung, beides gehört, immer untrennbar, zusammen. Formal sind das sozusagen zwei Sprunghälften, je mit 2 x 3 Faktoren (vektorähnlichen Argumenten) versehen und prozessierend, zusammen in einem 2² x 3 Schema auch wieder auslesbar, interpretierbar!

      Dieses 12-er Schema hält sich, mit einer gewissen Hartnäckigkeit, in dem gesamten Erkenntnis- und Entscheidungsprozess, invariant verschränkt. Offensichtlich ist es eine Struktur die noch viel häufiger vorkommt, nicht nur im Rechnen mit dem teilerreichen Dutzend oder den beliebten Zahlenmetaphern.

      Und die Allgemeinfähigkeit ehemals religionsfixierter Themen, erreicht tatsächlich eine Überwindung isolierter Glaubensannahmen und ihrer gruppenweisen Vertretung/ Durchsetzung mit allen (auch gewalttätigen) Mitteln. Glauben ist daher und insoweit nur in der ‚prozess-trinären Einheit‘ mit Denken und Wissen (Wissen = alle erreichbaren, geltungsbezogenen Wahrmacher) allgemeinfähig.]]

      Das ist die Frohbotschaft, sie klingt etwas kompliziert, ist es aber nicht wirklich und sie ersetzt wirksam blutige Missverständnisse, macht nicht nur halbe Kompromisse, die dann bei nächster Gelegenheit, Interessens-Interpretations-Konfrontation, wieder erneut ausbrechen.

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