Höckes Ruf über den Rubikon…

Mikrofone /By Iain Fergusson - Iainf 06:42, 24 June 2006 (UTC) (Own work) [CC BY 2.5 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.5)], via Wikimedia Commons; https://commons.wikimedia.org/wiki/File%3ASM58%26Beta58a.jpg Mikrofone /By Iain Fergusson - Iainf 06:42, 24 June 2006 (UTC) (Own work) [CC BY 2.5 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.5)], via Wikimedia Commons; https://commons.wikimedia.org/wiki/File%3ASM58%26Beta58a.jpg
…oder es muss ein Hau-Ruck durch Björn Höcke gehen. Ein Dresdner Capriccio über eine Rede, die für Wirbel sorgte und nun zum AfD-Ausschluss führen soll.

Der Tag steht schon auf Zehenspitzen. Die deutsche Petry-Nacht hat ihre Kerzen ausgebrannt. Die „Bewegung“ bewegt sich. Naja, sie regt und streckt sich erst; dabei einstweilen noch wohlig in die traumvisionäre trikolore Bettwäsche von „Deutschland-einig-AfD-Vaterland“ zurück gähnend. Aber hoffnungsfroh. Bereit für den neuen Tag, den Unvermeidlichen, der klären wird, wer in der AfD letztlich der Chef ist. Und wo wäre diese Frage besser zu klären gewesen, als in Dresden? Also im Reich der Möchtegernchefin?

Wenn der Hahn kräht auf dem Mist,
ändert sich das Wetter oder es bleibt, wie es ist.

Doch noch hatte Björn Höcke seine Michelmütze mit blauer Bommel auf und so schien er sich auf dem Dresdner Alternativjugend-Podium des sicheren rhetorischen Sieges dennoch etwas irritiert zu fragen, ob er gerade von der Überschreitung des Rubikon träumt oder schon wach ist. Als das geklärt war, dachte er wohl als nächstes darüber nach, ob es Zeit zum Aufstehen und Verlassen der scharfen Bettkante zwischen Sein und Tat ist oder er sich noch mal für so ein kleines Minütchen rhetorisch aufs Ohr hauen kann: „Deutschland-ei…“

Aber nein! Schon krähte der Gockel! Er entschloss sich, wenn nicht jetzt, dann gleich, wenigstens seine Fingerspitzen in die kalte Waschschüssel der eisig rationalen AfD-tut-keinem-weh-Realitäten zu tunken, um seine tief unten in ihm grummelnden Volkslebensgeister, die alltäglich für seinen politischen Lebensauftrag und den seiner Fans zuständig zeichnen, aus dem eigenen nackten Morgendeutschtum heraus zu stimulieren.

Ob er sich nach seinem caesarischen Händewaschen gleich noch die volle Ladung kühles feuchtes Nass ins Gesicht zumutet? – wägte er für einen Augenblick kühn. So prompt auf die harte Tour kurz vor dem nächsten Foltergrad Kalte Dusche quasi? – dachte er und stimmte dazu innerlich sein: „Wann-wir-schreiten-Seit-an-Seit-und-die-alten-Lieder-singen“ an, das er als Neo-CDU-Koalitionslied aus seinem Schwarzrotgoldmund trällern wollte, bis viele kleine Engelein vom Himmel fallen…

Doch es war nun höchste Zeit, aufzustehen! – ahnte er im Elbflorenz, zum Watzke-Rednerpult schreitend, jedoch noch immer auf seiner spirituellen Bettkante ruhend, öffentlich vor sich hin; seine stillen Aufwachbedenken lausbübisch weglächelnd. So stand er sitzend da und duschte warm in der Menge. Er konnte nicht anders.

Jetzt geht’s lohos!

Die Arme wie ein gedopter Radrennfahrer zur Begrüßung der tobenden Saalmenge hinter einem imaginären Siegerpodest (das vorläufig noch ein ordinäres Rednerpult war) gestreckt in die Höhe gereckt, fehlte nur noch der echte Lorbeerkranz zum vollolympischen High. Die „Junge Alternative“ als Einladende hatte ihn zweifelsohne vergessen. Aber egal! Den sah jeder anständige Petryverleugner trotz alledem in Watzkes Tanz-Hypodrom auf diesem seinem thüringischen Bewegungshaupt sitzen, -allein schon durch dessen Außenseiter-Spitzenreiter-Geste, wie sie ja nicht nur Armstrongs und Telekomteams, sondern auch Boxer aller Klassen beim öffentlichen Wiegen vor dem Kampf pflegen, um keine Zweifel über ihren heldischen Sieg aufkommen zu lassen. Jetzt ist also nur noch die Frage, ob er mit Frauke Petry ein Rennen auf dem Hochrad veranstaltet oder mit ihr im Schlamm um die Hurra-Krone ringt.

…Ja auch der deutsche Patriotismus ist eine olympische Disziplin und kennt letztlich nur Gewinner und Verlierer und keinen Schönheitspreis! Genauso wie die deutsche Geschichte…

Dann ging’s los! Naja, nicht gleich. Doch nachdem sich die erregte Masse beim anfänglich betont gekonnten Schweigen in seiner Rede zum Mucksmäuschenstill gesteigert hatte (der Trick funktionierte schon bei IHM immer zuverlässig), hub der Chef-Michel der AfD, sich dabei zunächst noch sanft die blaue Bommel seiner Schlafmütze mit einer leichten Kopfdrehung aus dem Gesicht schlagend, leise mit seiner Dresdner Hau-Ruck-Rede an und führte sie dann immer lauter aus, nur, um wieder leiser zu werden, auf dass die nächste Bommel umso lauter einschlug. Immer mal wieder wohl kalkuliert den Tanzsaal aus den Sitzen reißend. Aber mit welchem Bein zuerst? Dem Linken der sozialen Frage? Dem Rechten von Germany first? Egal!

„Ich hege wirklich längst die Meinung, daß die Quantität Lerm, die Jeder unbeschwert vertragen kann, in umgekehrtem Verhältniß zu seinen Geisteskräften steht, und daher als das ungefähre Maaß derselben betrachtet werden kann.“ – grummelte einst Schopenhauer.

„Ja! Wir sind alle Individuen!“ schallen dagegen dem Björn begeistert die „Höcke! Höcke! Höcke!“ -Rufer aus der sächsischen Heldenstadt 2.0 entgegen, so nach dem patriotischen Motto:

Froh zu sein, bedarf es wenig.
Sachsen braucht nur
einen König.
Deutschland braucht ’nen neuen Kaiser.
…Mann! Ist meine Kehle heiser!

 Und wo, zum Teufel, liegen mal wieder meine Pantoffeln rum?

Ach da! Unterm Hermelin!

Wer hat Angst vor Todsünde Nr.1?

„Ich persönlich, liebe Freunde, ich persönlich bin stolz auf das, was ihr in Dresden erreicht habt.“ flötet der gute Hirte Höcke als starker August seine künftigen elbflorentinischen Untertanen an.

„Dem entsprechend macht die Eitelkeit gesprächig, der Stolz schweigsam.“ hätte der alte Miesepeter aus Danzig daraufhin wohl eingewendet.

„Ihr Sachsen, ihr Dresdner, seid für uns Thüringer und für uns Erfurter das große, unerreichte Vorbild!“

Mit solchen Lokalschmeicheleien punktet man selbst bei der neudeutschen Widerstandsolympiade am gebildeten Dresdner Hof. Und dann diese Bescheidenheit! Das Publikum raste!

„Eine Kunst hat dieser Hegel wirklich verstanden, nämlich die, die Deutschen bei der Nase zu führen.“ (Schopenhauer)

Doch dann wurde es für einen Moment philosophisch! Frank Lisson, zweifellos ein brillianter Kopf, freilich nicht frei genug, das Sein von der Tat zu differenzieren, wird mit einer seiner ostwestzonalen Sozialgewissensstudien zitiert. Nun endlich glaube ich wenigstens, die heimliche Bettlektüre von Tatmensch Björn Höcke zu kennen. Womöglich ein Buch namens Homo Creator …? Nach Heideggers Sein und Zeit ein Werk über Sein und Tun und viel leichter zu verdauen. Gegründet aber dennoch ähnlich magenschwer auf Hegels hirnleerer Phänomenologie des Geistes, in der z.B. der folgenreiche Satz vorkommt:

„Das wahre Sein des Menschen ist vielmehr seine Tat; in ihr ist die Individualität wirklich.“

 Nö! Doch genau so tutet der theologische Nachtwächterchor der deutsch-romantischen Philosophasterphänommenologie tatsächlich noch immer; ob kommunistisch, sozialistisch, nationalsozialistisch, monarchistisch oder liberalistisch demokratisierend. So einen Unsinn zu schreiben, wird nur noch davon übertroffen, ihn tatsächlich zu glauben. Und darin sind wir Deutschen bekanntlich regelmäßig die Größten, ob links oder rechts oder mittig von allerlei Weltgeistern und deren Missionen besoffen.

Mit den erläuternden Worten: „Dies bedeutet, daß der Mensch seiner Natur nur dann gerecht wird und als Individuum nur dann Befriedigung erfährt, wenn er an den Dingen tätig ist.“, die sicher auch Herr Soros umgehend für alle seine NGOs unterschreiben würde, läßt Herr Lisson, der sich darüber sicher nicht im Klaren ist, seine aufbruchlüsternen Leser recht virtuos genau jene feingesponnene jesuitische Weltmissionsweisheit schlucken, ohne die die Massenkollektivismen des 18. und 19. und 20. und 21. Jahrhunderts gar nicht denkbar sind. Ja nicht mal die ANTIFA!

Und wieder ist es Hegel, dem protestantischen Staatsjesuiten von Preußen und der Heiligen Allianz, postum gelungen, einen hoffnungsvollen jungen deutschen Philosophen mit seiner Geschwätzphilosophie solide das Hirn zu vernebeln. Man sollte eben Philosophie nicht auf einer Universität studieren um Philosoph zu werden. Da kann nichts bei rauskommen. Jedenfalls nicht mehr, seit Kant in Königsberg aufgehört hat, an der dortigen Uni sein Brot zu verdienen.

Dabei beschreibt Frank Lisson einsamkeitsstolze deutsche Genies von heute und deren geistesaristokratische Leidenswege in manchen seiner Texte so treffend, dass ich ihn glatt meine Biographie schreiben lassen würde, sollte mich wenigstens der Nachruhm doch noch heimsuchen und deshalb irgend jemand diese kaufen wollen. Ja, ich gestehe! Ich fühle mich von ihm zutiefst verstanden! Auch ich bedarf in Anbetracht der allgemeinen Verwirrung der menschlichen Gefühlsgeister manchmal der intellektuellen Trostlektüre der Zukurzgekommenen, um mich nach ihrem Genuss dann wieder umso gelassener im entspannten Zustand des altersweisen Davongekommenseins wiederzufinden. Aber Pssst! Herr Höcke! -mal unter uns selbstverliebten Pastorentöchtern:

Als politisch geistreicher Intellektueller, der wenigstens auf Petry-Niveau ernst genommen werden will, sollte man seine geschmeidige Lisson-Lektüre besser so diskret verbergen wie ein Pornoheft.

Und weil wir gerade dabei sind, Herr Höcke und Herr Lisson: Beim nächsten Beischlaf einfach mal drauf achten, wie man wenigstens auf dem Höhepunkt vom eigenen Trieb zum Tun willenlos ins eigene Sein hinüber gleitet, wenn auch nur für ein paar Sekunden, sofern man ein Mann ist. Genug Zeit jedoch, um vor dem Einschlafen Tun vom Sein so sicher zu unterscheiden, wie Bewußtsein und Bewußtlosigkeit und diesen höchsten aller menschlich möglichen Genüsse, der dazu noch allein das Überleben des gesamten Menschheits-Seins garantiert, gründlich als das zu erfahren, was über unseren Geist und seine Tat weit hinaus führt.

Nicht umsonst will – nein, muss man das Orgiastische, Exstatische, Erlösende schon nach der ersten großen Begegnung mit dem Sein oder Nichstsein sein ganzes weiteres Leben immer mal wieder wiederholen, tut es heimlich oder offen, zum Zwecke der Zeugung oder des reinen Vergnügens mit oder ohne Partner. Wenn Sie nach dieser Reflexion aber noch immer behaupten wollen, dass Sie als Individuen nur dann Befriedigung erfahren können, wenn sie an den Dingen tätig sind, dann haben Sie wie Sisyphus mein Mitgefühl.

Das Sein ist allumfassend. Das Tun ist es nicht. Leider! Oder?

Doch zurück zu seiner Dresdner Rubikon-Rede im politischen Heimatstadl von Petry und Pegida.

„Dresden – und ich habe es eingangs betont und es ist meine tiefe und feste Überzeugung – Dresden ist die Hauptstadt der Mutbürger.“

 Nun ja, wer das Elbtal mit einer Waldschlösschenbrücke verziert, und sich einen FDP-Hilbert zum Bürgermeister wählt, hat wahrlich Mut bewiesen, was auch gerade erst wieder aktuell mit drei aufrecht stehenden Linienbussen als Mahnmalkonkurrenz der Frauenkirche bestätigt wurde.

Nun ist es aber so, dass Mut bekanntlich Angst voraussetzt. Ohne Angst kein Mut! Und somit wäre es also Herrn Höckes tiefe und feste Überzeugung, dass Dresden die Hauptstadt der Angstbürger ist. Also da kenne ich ängstlichere Städte in Deutschland.

Was müssen die armen Dresdner im einstigen Tal der Ahnungslosen nicht manchmal für Komplimente schlucken?! Das von Herrn Höcke ging jedenfalls voll nach hinten los. Hat aber im Saal keiner gemerkt.

 „Und wenn ich euren Verdienst anschaue und bewerte, den ihr euch erworben habt, und die Deutschland-abschaffende Politik der Altparteien, und wenn ich heute wieder in diesem Saal wie glaube ich noch niemals zuvor seit ich in einer Partei Politik mache eine reine, ehrliche bescheidende und tief begründete Vaterlandsliebe spüre, und wenn ich mir jetzt die desolate innere und äußere Lage der Bundeshauptstadt Berlin vor Augen führe, dann meine ich, eigentlich dürfte nicht Berlin, eigentlich müsste Dresden die deutsche Hauptstadt… [unv., geht in Applaus unter]“

 Nö! Berlin ist schon goldelserichtig! Einen Wowereit oder Müller zum Bürgermeister zu wählen oder einen Pazderski oder eine von und zu Storch zu AfD-Spitzenkandidaten zu küren, dazu gehört soviel Mut, dass Dresden mit seinem FDP-Hilbert und seiner AfD-Petry nur Zweite sein kann.

Es hat aber durchaus was reizvolles, sich den Dresdner Zwinger als Höckes Bundeskanzleramt vorzustellen. Denn wenn seine leidenschaftliche Schimpf -und Schmeichelrede an die Dresdner was war, dann eine dick aufgetragene Rokoko-Arabeske.

„…die führenden Altparteien-Politiker sind zu erbärmlichen Apparatschiks geworden, die nur noch ihre Pfründe verteilen wollen. Weder ihr erstarrter Habitus noch ihre floskelhafte Phraseologie unterscheidet Angela Merkel von Erich Honecker.“

 Also erstens mal ehrlich: Hat es je in der Geschichte Parteien gegeben, deren Mitglieder sich nicht aus genau dem Grund zusammen schlossen, sich Pfründe anzueignen und unter sich zu verteilen? Da sollte der Herr Höcke sich mal in der Geschichte oder in seiner Neupartei AfD rumhören. Ich empfehle hier als Expertin die Ex-Parteifreundin von Herrn FDP-Hilbert. Die Frau von Storch kennt sich da aus! Und wenn sie gerade nicht zur Verfügung steht, weil es in Brüssel soviele Pfründe zu verwalten gibt, dann wäre da noch die kinderreiche Spitze der NRW-AfD…

Zweitens: Darüber hinaus hinkt der Vergleich zwischen Angela und Erich gewaltig, auch wenn er noch so wohlfeil und erfolgreich in einer Mutbürgerrede angebracht werden kann. Jedenfalls kann ich mich als gelernter DDR-Bürger nicht daran erinnern, dass der große Generalsekretär seinen Glaubensgenossen je empfohlen hätte, den Sozialismus mit Bibel und Blockflöte herbeizublasen. Auch Kapital, Kommunistisches Manifest, Schalmei, Fanfare, Trommel oder Trompete wären als proletarische Feiertagsinstrumente kaum hierfür infrage gekommen. Nicht mal seinem blauen Engel Margot wäre im Traum eingefallen, dem Volk als Mittel zur Angstbewältigung etwas anderes unterzujubeln, als täglich harte Arbeit für den Sozialismus in Wandlitz und in der Schorfheide; – wenn auch nur für Gotteslohn. Bestenfalls Jagdhörner und Abschusslisten wären infrage gekommen. Aber können Sie sich Angela Merkel bei der fürstlichen Jagd vorstellen? Ich meine, als Jägerin…!

Unsere einst geachtete Armee ist von einem Instrument der Landesverteidigung zu einer durchgegenderten multikulturalisierten Eingreiftruppe im Dienste der USA verkommen.“

 „Unsere“ Armee? – also die der westlichen Siegermächte? Wann hat die je Deutschland verteidigt? Vor allem welches Land der Deutschen? Die DDR? Die BRD? War „unsere Armee“, ob nun NVA oder Bundeswehr, seit ihrem Bestehen nicht stets und immer bereit, sich im kapitalistisch-sozialistischen Glaubenskrieg treudeutsch gegenseitig das Licht auszublasen, sobald es den Siegermächten gefallen hätte? Das Multikulturalisieren und Genderisieren ist doch nur noch das Tüpfelchen auf dem I dieser militärischen Perversität namens „Bundeswehr“.

„Die AfD ist die letzte evolutionäre, sie ist die letzte friedliche Chance für unser Vaterland.“

 Wenn das wirklich so ist, dann Gute Nacht Deutschland! Denn wenn ich mich in der evolutionären AfD so umsehe, dann sehe ich im Augenblick nur, wie sich die neudeutschen Parteioberen gegenseitig die friedlichen Chancen wie im Kaspertheater um die Ohren hauen.

 „Damit sie es sein kann, muss sie sich als inhaltliche – nicht als strukturelle, als inhaltliche! – Fundamentalopposition verstehen, denn sie ist die einzig relevante politische Kraft des Bewahrenden, die gegen die kollektiven Kräfte der Auflösung der One-World-Ideologen und ihrer Verbündeten steht.“

 Tja, und von dieser inhaltlichen Fundamentalopposition ist sie momentan so weit entfernt, wie die Erde von der Milchstraße. Sieht man mal von der Fundamentalopposition zwischen Petry-Prezel und Gauland-Höcke ab. Was man allerdings Herrn Höcke nicht ankreiden kann. Wie würde jetzt in seinem Schulzeugnis stehen, wenn es dafür eines gäbe? „Er hat sich stets bemüht.“

„Und sie muss nicht nur Bewegungspartei sein. Dort wo sie bereits in den Parlamenten vertreten ist, muss sie dafür sorgen, dass sie auch Bewegungsfraktion ist, denn unsere Abgeordneten dürfen sich in der Lage, in der sich unser Land befindet, eben nicht im Parlamentarismus vollständig erschöpfen. Sie müssen so oft wie möglich rausgehen…“

 Ja, Bewegung und frische Luft sind immer gut!

„Wir in Thüringen leben diese Bewegungsfraktion. Wir waren in den letzten Monaten in zahlreichen kleinen Dörfern in Thüringen. …
…Es ist der Weg einer fundamentaloppositionellen Bewegungspartei und einer fundamentaloppositionellen Bewegungsfraktion und ich wünschte mir, dass dieser Thüringer Weg einer inhaltlichen, nicht strukturellen Fundamentalopposition, der Weg aller Landesverbände und aller Fraktionen in der AfD wird.“

 Naja, wünschen kann man sich das ja. Aber dazu müssen eben die Petry-Pretzells, Storchs, Pazderskis und Meuthens und wie die Krisengewinnler alle heißen, erst noch ihre politische Heimat außerhalb der AfD finden. Noch aber beherrschen sie die Partei. Und solange gebe ich auf diese Partei gar nichts mehr!

„…oder aber als Seniorpartner – als Seniorpartner! – in einer Koalition mit einer Altpartei sind, die durch ein kartetisches [sic!, Anm.: womöglich „kathartisches“] Fegefeuer gegangen ist, die sich selbst wiedergefunden hat, und die abgeschworen hat von einer Politik gegen das Volk um endlich wieder zu einer Politik für das eigene Volk…“

 Nun ja, ich kann Frau von Storch in Sachen Koalition mit dem CDU-Kadaver nicht Doofheit vorwerfen, ohne hier jetzt nicht auch Herrn Höcke einen Hang zu dieser allzumenschlichen und gerade unter heutigen Politikern weit verbreitete Eigenschaft zu unterstellen. Um der eigenen Macht willen mit dem Vatikan zu koalieren – da frage ich mich, ob sein Löffel lang genug ist, wenn er sich mit dem Jesuitenpapst an einen Tisch setzt, dessen Vorgänger übrigens das Fegefeuer bereits wieder abgeschafft hat.

Wäre da der Herr Höcke nicht eher der Kaiser aller Mutbürger, wenn er als Fundamentalopportunist – Pardon – Fundamentaloppositionist – oder wie sagt man da jetzt? – genau dies von vorn herein kategorisch ausschließen würde? So, wie er das vor Kurzem noch tat?

„Die meisten von euch wissen, dass ich Parteien an sich eher distanziert gegenüberstehe und immer auch versuche, die Distanz für mich zu mir selbst und die Distanz zu mir als Parteifunktionär aufzubauen und zu erhalten. Denn jede Partei hat eine schlimme Tendenz, und das ist die Tendenz der Oligarchisierung und der Erstarrung. Diese Tendenzen, liebe Freunde, sind Parteien immanent, das sind praktisch die Naturgesetzlichkeiten des Parteienstaates, und ich muss kein Prophet sein um leider orakeln zu müssen: Auch die AfD wird irgendwann einmal erstarren. Und sie kann auch irgendwann meinetwegen einmal erstarren, aber bitte erst nachdem sie ihre historische Mission erfüllt hat.“

 Da ist sie wieder, die „historische Mission“! Hegel läßt die kommenden Erstarrten grüßen! Marx mit seiner „historischen Mission der Arbeiterklasse“ geich mit. „Historische Missionen“ haben seit der Gegenreformation immer Zwangscharakter, führen nicht nur zur Erstarrung, sondern geradewegs in die Borniertheit und sind eines freien Geistes, der die deutsche Geschichte all dieser „historischen Missionen“ seit dem Konzil von Trient gründlich zu reflektieren vermag, unwürdig.

„Aber sie wird umso schneller erstarren, desto eher sie sich vom Weg der Bewegungspartei und der Bewegungsfraktion verabschiedet. Wir müssen immer bedenken: Mit Bernd Lucke sind nicht alle die gegangen, die ihren Frieden mit der Rolle eines Juniorpartners in einer zukünftigen Koalition mit einer Altpartei gemacht haben. Manche von ihnen, manche von diesen Luckisten, sind geblieben. Das sind die, die keine innere Haltung besitzen, die Establishment sind und Establishment bleiben wollen oder so schnell wie möglich zum Establishment gehören wollen. Und, liebe Freunde nicht wenige von diesen Typen drängen jetzt gerade in diesen Wochen und Monaten als Bundestagskandidaten auf die Listen oder als Direktkandidaten in den Wahlkreisen entsprechend nach vorne. Und nicht wenige werden – das muss man leider annehmen – ganz schnell vom parlamentarischen Glanz und Glamour der Hauptstadt fasziniert werden. Und nicht wenige werden sich ganz schnell sehr wohl fühlen bei den Frei-Fressen- und Frei-Saufen-Veranstaltungen der Lobbyisten.“

 Und hier hilft nunmal nur der offene Kampf mit offenem Visier. Und zwar außerparlamentarisch, wenn man sich schon als „Bewegung“ deklariert. Da würde ich dem Herrn Höcke doch glatt so ein bischen vom Geist des Rudi Dutschke wünschen (natürlich nicht den von Marx und Hegel verwirrten – und auch nicht den sentimentalen Teil). Die Energie hat er ja.

Wenn Halbheiten nach hinten losgehen…

 Der scharfsinnige 4. Earl of Chesterfield, auch nur als Lord Chesterfield, Staatsmann und philosophischer Schriftsteller bekannt (1694-1773), schrieb seinem Sohn ins Stammbuch:

„Ein halb getanes und halb erfaßtes Ding ist gar nicht getan und gar nicht erfaßt. Ja alles Halbe ist noch schlimmer als nichts, denn es führt auf falsche Wege.“

 Und so sollte sich Herr Höcke auch vor solchen halbgaren Gedanken hüten, die zwar originell klingen aber pure Dummheiten sind. Z.B. diese hier:

„Wer keine eigenen Kinder hat, hat nur die halbe Lebenserfahrung.“

 Ist das so? Und was folgt daraus für Vater Höcke? Hatten Kant, Beethoven oder Schopenhauer oder Friedrich der Große oder oder oder … nur die halbe Lebenserfahrung? Oder drischt der kinderreiche Oberlehrer hier selbst nur Phrasen, die einer Merkel würdig sind?

„Ich möchte euch an einen berühmten und oft zitierten Ausspruch von John F. Kennedy erinnern. Er sagte: „Fragt nicht, was euer Land für euch tun kann, sondern was ihr für euer Land tun könnt.“

 Das sagte nicht nur Kennedy, sondern das sagte auch Honecker auf jedem SED-Parteitag, wenn auch nicht genau mit diesen Worten. Wenn die Politiker also das Land ruinieren, dann soll sich das dämliche Volk halt fragen, ob es für sein Land genug getan hat, statt auf die armen Politiker rumzuhacken. Oder wie jetzt?

„Ich möchte, dass ihr euch im Dienst verzehrt. Ja, ich möchte euch als neue Preußen. Ja, liebe Freunde, ich weise euch einen langen…

[unv. Zwischenrufe]

…ich weise euch einen langen – ich weiß, ich bin in Sachsen… [lacht]

[Gelächter]

…aber die preußischen Tugenden, die tun uns allen gut, egal ob wir Thüringer sind, Brandenburger sind oder Bayern sind oder…“

 …Westfale…? Naja, ich darf mich ja von Geburt her als ein echter Preuße ansehen, aber für mich gibt es nur eine einzige preußische Staatstugend, die nur leider in Preußen nicht sehr lange galt: Nämlich die strikte Trennung von Kirche und Staat, der eine Trennung von Ideologien und Staat hätte folgen müssen. Wie wir wissen, ist das Gegenteil der Fall gewesen. Nur ein einziger preußischer Herrscher hat diese Tugend geübt. Friedrich der Kinderlose, den genau wegen dieser Tugend der kinderlose Voltaire den Großen nannte. Was nach ihm in Preußen auf dem Thron saß und fleißig viele Nachkommen für die Hohenzollern zeugte, hat genau diese Tugend vernichtet und an ihre Stelle Amtskirchen mit Militärordnungen gesetzt, die am Ende Preußens Untergang beim Tag von Potsdam herbeiführten. Denn es zeigte sich, dass die Nazis das besser konnten.

Wie sagte übrigens schon Schopenhauer zurecht:

„Nichts ist ohne Grund, warum es sey.“

Herr Höcke weiter:

„Lasst euch also bloß nicht verzwergen. Ihr habt wahrscheinlich nur dieses eine Leben und es sind nur willensstarke Menschen, die Geschichte schreiben, und das wollen wir tun.“

O sancta simplicitas! Lieber Herr Höcke! Willensstarke wie willensschwache Menschen haben immer zugleich Geschichte geschrieben und der Beitrag, den die Willensschwachen hierzu leisteten, war keineswegs geringer noch per se schlechter. Woraus zu schließen wäre, dass es beim lebendigen Geschichteschreiben weniger auf den eigenen Willen ankommt, als man denkt.

Wenn Ihre Lisson-Lektüre sie mal wieder für eine Weile losläßt, empfehle ich dem geneigten Herrn Oberlehrer, mal wieder den alten Sophokles hervor zu kramen und im Ödipus nachzulesen, um sich daran zu erinnern, dass es wenigstens beim Geschichteschreiben weit weniger auf den starken Willen als auf die richtige Vorstellung ankommt, will man nicht aus Versehen den eigenen Vater ermorden und die eigene Mutter heiraten und schwängern. Letztendlich aber kommt es auch darauf nicht an, sondern auf das, was wir Schicksal nennen und dem wir nicht entkommen können, weil weder unser Wille noch unsere Vorstellungen frei sind, sondern an ein unendliches Netzwerk von Kausalitäten gebunden, die im Übrigen mehr unser Sein erschaffen, als unser Tun, das ihm nur folgt.

Sollten Sie bei ihrem Aphorismus allerdings darauf abstellen, dass es sowas wie Willensfreiheit gibt, sind sie sogar mit einer Auffrischung Ihrer Nietzsche-Lektüre gut beraten (Die Fabel von der intelligiblen Freiheit – in Menschliches, Allzumenschliches). Bevor sie also Ihrer AfD-Jugend so einen martialischen Unsinn einblasen, machen Sie sich bitte selber noch mal schlau!

„Wir Deutschen – und ich rede jetzt nicht von euch Patrioten, die sich hier heute versammelt haben – wir Deutschen, also unser Volk, sind das einzige Volk der Welt, das sich ein Denkmal der Schande in das Herz seiner Hauptstadt gepflanzt hat.“

 Hier nun endlich blitzt wieder etwas vom genialen Provokateur Höcke auf und der Erfolg dieses Satzes hat ihm Recht gegeben. Vor allem, dass sich Frau Petry nicht zu dumm dafür war, wegen dieses Satzes erneut den Ausschluss Höckes aus der AfD zu fordern, zeigt die ganze Erbärmlichkeit der gegenwärtigen Führungsklicke um sie.

Denkmal der Schande“! Was ist an dieser Formulierung auszusetzen? Der beste aller Gutmenschen müßte hier doch mit Herrn Höcke völlig übereinstimmen? Oder? – Natürlich nicht unbedingt, denn hier beginnt die Frage der willkürlichen Interpretation. Vielleicht meinte er das ja nur als Architekturkritik? Doch der Zusammenhang, in dem dieses Zitat steht, ist der:

 „Und anstatt die nachwachsende Generation mit den großen Wohltätern, den bekannten weltbewegenden Philosophen, den Musikern, den genialen Entdeckern und Erfindern in Berührung zu bringen, von denen wir ja so viele haben – Markus Mohr hat darauf hingewiesen und die Namen stellenweise erwähnt, und es war doch nur eine kleine Gruppe, die er mangels Zeit aufzählen konnte –, vielleicht mehr als jedes andere Volk auf dieser Welt, liebe Freunde! Und anstatt unsere Schüler in den Schulen mit dieser Geschichte in Berührung zu bringen, wird die Geschichte, die deutsche Geschichte, mies und lächerlich gemacht. So kann es und darf es nicht weitergehen!“

 Da hat er recht! Da könnte Herr Höcke sogar gleich bei sich selbst anfangen, wenn er schon mal anfangen würde, damit aufzuhören, unseren vielen weltbewegenden Philosophen (Leibniz, Friedrich II., Kant, Schopenhauer, Nietzsche u.a.) oder Musikern (Händel, Haydn, Beethoven, Schubert, Schumann, Wagner u.s.w.) oder Dichtern (Lessing, Kleist, Grillparzer, Heine ect.) oder Entdeckern und Erfindern (Böttger, Bunsen, Fraunhofer, Gutenberg, Humboldt usf.) nur die halbe Lebenserfahrung zuzugestehen, während er selbst für sich die ganze in Anspruch nimmt, weil er im Gegensatz zu ihnen Kinder in die Welt gesetzt hat. Dann auch noch deren geistigen Nachkommen die parlamentarischen AfD-Fraktionszugänge zu verschließen, bedeutet, wie ich meine, nichts weniger, als nur die Hälfte des deutschen Geistes für sich in Anspruch zu nehmen und auf die andere zu verzichten.

Ich verstehe ja, dass Herr Höcke mehr Leute im Parlament haben will, die Familienpolitik sozusagen von der Pike auf gelernt haben; und auch, dass er die deutsche Geburtenrate wieder ankurbeln will, was in diesen Zeiten aller Ehren wert ist; aber dabei das Kind mit dem Bade auszuschütten, kann auch nicht die Lösung aller deutschen Lösungen sein, wenn man auch noch den deutschen Geist wiederbeleben will, der unser Schwachheit aufhelfen soll. Fruchtbare Lenden und Becken sind nicht politisch kompetenter als fruchtbare Geister, oder?

„Im Gegenteil: Es gibt die moralische Pflicht diese Land, diese Kultur, seinen noch vorhandenen Wohlstand und seine noch vorhandene staatliche Wohlordnung an die kommende Generation weiterzugeben, das ist unsere moralische Pflicht!“

 Das ist Phraseologie! Könnte beinahe von Angela Merkel stammen! Ich stelle mir da gerade vor, wie das praktisch aussieht mit diesem moralischen Weitergeben. Klar kann ich als Vater meinen Kindern Werte vermitteln, aber keine staatliche Wohlordnung zwingend an die kommende Generation weitergeben, geschweige, mir dies zur moralischen Pflicht machen, ohne an ihr zu verzweifeln. Ich kann bestenfalls nur so tun, als ob. Wenn ich was in der DDR gelernt habe, dann das.

Es gibt bei Kant allerdings sehr wohl eine „Tugendpflicht“, wie er in der Metaphysik der Sitten erwähnt: Nämlich die, „der Tugend die Grazien beizugesellen“, was soviel meint, wie, die Neigung zur Tugend und zu ihrer Schönheit zu entwickeln; sich also dabei keine asketische Gewalt anzutun (wie z.B. Schiller so ein bischen fürchtete) Doch da dem Menschen das eigene Sein verborgen bleibt, ist der Umgang mit den Grazien auch für ihn nicht der Weisheit letzter Schluss.

Mal ganz nebenbei: Gibt es überhaupt so etwas wie eine „moralische Pflicht“? Hat nicht gerade die Behauptung, dass es sie gäbe, dazu geführt, dass in Deutschland einmal massenhaft Juden verfolgt wurden und wir heute dieses „Denkmal der Schande“ mitten in Berlin als neues Sanctuarium des alten jüdisch-christlichen Schuldkults zu stehen haben? Würde es nicht genügen, sich in seinem Bemühen an der Goldenen Regel zu orientieren; die einzige natürliche Moral?

„Wenn wir eine Zukunft haben wollen – und wir wollen diese Zukunft haben und immer mehr Deutsche erkennen das, dass auch sie eine Zukunft haben wollen – dann brauchen wir eine Vision. Eine Vision wird aber nur dann entstehen, wenn wir uns wieder selber finden, wenn wir uns wieder selbst entdecken. Wir müssen wieder wir selbst werden.“

 Auch das ist phraseologischer Unfug! Wir sind wir selbst und müssen das nicht erst werden. Mit demselben Recht könnte ich Helmut Schmidt beipflichten, der mal gesagt hat, wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen. Der einstige SPD-Kanzler hat auch noch was anderes, sehr Zutreffendes gesagt:

„Zwar kann der Politiker im Augenblick seines Handelns oder wenn er sein Handeln erklären und begründen muss, nicht gleichzeitig auch große Philosophie liefern. Aber sofern er ohne philosophisch-ethische Grundlage handelt, ist er in Gefahr, Fehler zu begehen. Er ist in Gefahr, in Opportunismus abzusinken. Er ist sogar in Gefahr, ein Scharlatan zu werden.“ – Weggefährten – Erinnerungen und Reflexionen, Siedler-Verlag Berlin 1996, S. 156,

 Es geht nicht um Visionen, Herr Höcke! Es geht um konkrete Vorstellungen! Der Unterschied ist der, dass sich Vorstellungen auf das Heute, Hier und Jetzt und somit auf das unmittelbar Notwendige beziehen. Die Zukunft ist jetzt!

 Es geht auch nicht darum, eine Zukunft haben zu wollen. Jeder, der nicht im nächsten Moment den Löffel abgibt, hat eine Zukunft, ob er will oder nicht. Fragt sich nur, welche? Die Antwort läßt sich aber nicht durch Visionen imaginieren, sondern nur durch scharfsinnige Analysen finden, die uns aus dem Mangel in die Fülle bringen können. Und daran mangelt es in der gesamten AfD leider noch gewaltig!

Also zunächst weiter in der Höcke’schen Phraseologie:

 „Und diese dämliche Bewältigungspolitik, die lähmt uns heute noch viel mehr als zu Franz Josef Strauß’ Zeiten. Wir brauchen nichts anderes als eine erinnerungspolitische Wende um 180 Grad! …
…Wir brauchen so dringend wie niemals zuvor diese erinnerungspolitische Wende um 180 Grad, liebe Freunde. Wir brauchen keinen toten Riten mehr in diesem Land. Wir haben keine Zeit mehr, tote Riten zu exekutieren [sic!]. Wir brauchen keine hohlen Phrasen mehr in diesem Land, wir brauchen ein lebendige Erinnerungskultur, die uns vor allen Dingen und zuallererst mit den großartigen Leistungen der Altvorderen in Berührung bringt.“

 Sprachs und marschierte zur nächsten KZ-Kundgebung nach Buchenwald. War das jetzt die 180 Grad Wende?

…Kurz: Es geht darum, den neu entstandenen Fassaden, hier in Dresden, aber auch Potsdam, und in Berlin wird gerade auch das Stadtschloss wieder aufgebaut – Gott sei dank wird es wieder aufgebaut – es geht darum, diesen neu entstandenen Fassaden einen neuen, würdigen Geist einzuhauchen. Es ist der Geist eines neuen, ehrlichen, vitalen, tief begründeten und selbstbewussten Patriotismus.“

Was sagen denn die großen Deutschen zum Patriotismus?

Goethe sagt:

„Der Patriotismus verdirbt die Geschichte.“

 Richard Wagner meint:

„Der Patriotismus wird sich immer als ein gemeinnütziges Streben äußern, und nie hat noch ein Demagog oder ein Intrigant ein Volk verführt, ohne es auf irgend eine Weise glauben zu machen, es sei eine patritotischer Bewegung begriffen.“

Arthur Schopenhauer konstatiert:

„Was kann impertinenter sein, als da, wo das reine Menschliche, wo Wahrheit, Klarheit und Schönheit allein gelten sollten, seine Vorliebe für die Nation, der die eigene werte Person angehört, geltend machen zu wollen.“

Heinrich Heine:

 Fatal ist mir das Lumpenpack
das, um die Herzen zu rühren,
den Patriotismus trägt zur Schau,
mit allen seinen Geschwüren.

Kurt Tucholsky:

Der Mensch ist ein politisches Geschöpf, das am liebsten zu Klumpen geballt sein Leben verbringt. Jeder Klumpen haßt die andern Klumpen, weil sie die andern sind, und haßt die eignen, weil sie die eignen sind. Den letzteren Haß nennt man Patriotismus.“

Christian Morgenstern:

Was mir Patriotismus ist?
Ein Gefühl, das zehn andere frißt.“

Zum Schluss noch der hier von Georg Christoph Lichtenberg:

 „Er führte erst den Degen fürs Vaterland mit nicht sonderlichem Glück und nun fing er an, die Messkette für dasselbe zu führen.“

 Und was sagt Björn Höcke?

 „Denn wir wissen: Ohne so einen neuen Patriotismus kann keine bürgerliche Gesellschaft überleben. Und das ist die innere Erneuerung, an die Roman Herzog Herzog vielleicht vor 20 Jahren insgeheim auch schon dachte, die er sich aber nicht wagte, auszusprechen. Aber wir wagen es, diese innere Erneuerung einzufordern. Wir wagen es nicht nur, sie einzufordern, nein, liebe Freunde, wir werden sie um unser liebes Vaterland willen auch durchsetzen.“

 An dieser Stelle hätte mich dann wenigstens das WIE sehr interessiert.

„Liebe Freunde, die Angriffe der politischen Gegner sind omnipräsent. Sie sind manchmal in ihrer Perfidie nicht zu übertreffen, sie sind manchmal gewalttätig, sie sind hinterhältig, sie sind skrupellos, und wir werden vor den Bundestagswahlen 2017 noch eine Verstärkung dieser furchtbaren Angriffe zu erleiden, zu ertragen, zu erdulden haben. Aber wir werden diesen Angriffen widerstehen. Denn wir führen einen gerechten Kampf. Einen Kampf, der mit der Bundestagswahl nicht endet und der langfristig darüber entscheiden wird, ob wir und unsere Kinder noch eine Zukunft in der Mitte Europas haben oder ob unser Wohlstand, unser Staat, unsere Kultur und unser liebes Volk im Chaos versinken.“

 Würde Herr Höcke bereits die AfD mit seinen Bewegungs-Mitstreitern führen, dann könnte ich ihn wenigstens hierbei ernst nehmen. Doch den Beweis ist er uns noch schuldig. Aber immerhin! Er arbeitet dran!

Fazit

Das Originellste an dieser viel gescholtenen Rede war, dass er damit strategisch Frauke Petry in ihrer eigenen Hochburg ein Stöckchen hinhielt, über das sie auch sofort sprang und stolperte. Nun steht sie mit ihrer Forderung gegen Herrn Höcke selbst am Pranger eines Großteils der eigenen Partei und hat sich veritabel geschwächt. Zumal sie mit den AfD-feindlichen Medien ins selbe Horn tutete, was viele Mitglieder sicher nicht goutieren werden.

Dennoch: Den Rubikon hat Herr Höcke mit seiner Dresdner Rede noch nicht überschritten. Nur rübergerufen. Vermutlich hat er noch nicht seine Legionen zusammen, mit denen er bei Petry-Pretzell einreiten will. Auf jeden Fall aber kann er Frauke Petry jetzt vor sich hertreiben. Jedem seinen Patrioten! Herr Gauland und Herr Poggenburg stehen ihm zur Seite.

Die „Juniorpartner-Fraktion“ ist geschwächt. Die „Seniorpartnerfraktion“ so frisch gestärkt wie ein Bettlaken. Es braut sich ein Machtkampf zusammen, der so schnell wie möglich zu einer Entscheidung kommen muss. Mit dem gegenwärtigen Parteivorstand in den Wahlkampf zu gehen, wird jedenfalls nicht mehr funktionieren. Soviel steht nun fest. Mehr aber auch nicht.

 

Anmerkung

Sämtliche Höcke-Zitate sind dem Berliner „Tagesspiegel“ entnommen: http://www.tagesspiegel.de/politik/hoecke-rede-im-wortlaut-gemuetszustand-eines-total-besiegten-volkes/19273518-all.html

 

 

95 Kommentare zu Höckes Ruf über den Rubikon…

  1. Karl Bernhard Möllmann // 14. Februar 2017 um 15:58 // Antworten

    . . .
    WAS zeigt der Wirbel:
    .
    Auch in Deutschland regiert ein allgegenwärtiger „Deep State“ – eine Regierung HINTER der offiziell gewählten Regierung – GEHEIME Kreise der Macht, die sagen wo es lang geht . . .
    .
    Und DAS alles hat weder weder mit Parteien, noch mit gewählten Vertretern des Volkes zu tun.
    .
    DIE echten Entscheidungen treffen weder gewählte, noch vom Volk gewünschte – GEHEIME Hintermänner in GEHEIMEN Hinterzimmern . . .
    .
    Nur Horst Seehofer hat das als EINZIGER Volks-Vertreter glasklar ausgesprochen:
    .
    http://alles-schallundrauch.blogspot.fr/2010/05/bei-pelzig-horst-seehofer-sagt-wie-es.html

  2. hubi stendahl // 14. Februar 2017 um 17:16 // Antworten

    Zitat:
    „….denn unsere Abgeordneten dürfen sich in der Lage, in der sich unser Land befindet, eben nicht im Parlamentarismus vollständig erschöpfen. Sie müssen so oft wie möglich rausgehen… Ja, Bewegung und frische Luft sind immer gut!“

    Mir hat die philosophische Herangehensweise an die Rede Höckes und die daraus resultierenden Rückschlüsse gut gefallen. Allerdings ist die ein oder andere Spitze nicht zu übersehen und vielleicht auch nicht ganz richtig interpretiert.

    Ich verstehe Höckes Patriotismus historisch dem Zeitgeist folgend. Insofern ist seine Idee wohl eher nicht einem bestimmten historischen Vorgang z.B. den Preußen zuzuordnen, sondern eine Aufforderung, sich seiner Identität bewusst zu werden. Ich kann in seiner Formulierung nur Ungeschicklichkeit erkennen. Beachtend der notwendigen Kürze des Vortrags.

    Höcke: „Wer keine eigenen Kinder hat, hat nur die halbe Lebenserfahrung.“

    „Und was folgt daraus für Vater Höcke? Hatten Kant, Beethoven oder Schopenhauer oder Friedrich der Große oder oder oder … nur die halbe Lebenserfahrung?“

    Das hat er nicht gesagt. Entgegnen wir dem mit Goethe:

    „Zwei Dinge sollen Kinder von ihren Eltern bekommen: Wurzeln und Flügel.“
    (Goethe)

    Auch im weiteren Verlauf des Artikels gibt es Seitenhiebe für den armen Höcke, wohlgemerkt aus philosophischer Sicht.

    Wechseln wir aus der theoretischen Darstellung von Denkern auf die Ebene der Realität, dann muss man Höcke ernst nehmen, wenn man weiß, dass solche Reden immer mit verkürzten Metaphern meist als Schlagworte verbunden sind. Wie sollte es auch sonst vor einem großen, im vorliegenden Fall gehirngewaschenen Publikum funktionieren? Eine Kultur ist wie ein Staffellauf. Die eine Generation übergibt an die nächste. Erfolgreich im Wettbewerb der Kulturen sind eben nur jene, die dies besonders effizient machen. Und dazu gehört natürlich auch der Wille, einen unausgesprochenen Vertrag mit der Folgegeneration zu schließen, der im Falle der BRD nicht mehr existiert, denn er manifestiert sich in der Identität. Wo aber keine Folgegeneration, da ist eine Kultur in Schwierigkeiten. Das hat natürlich nichts mit einzelnen kinderlosen Personen (Kant, Beethoven= zu tun, die durchaus Großes geleistet haben können. Hat Diogenes womöglich keine Kinder oder warum dieser Fehlgriff?

    Um in der Realität zu bleiben:

    Die AFD ist eine als Sammelbecken unzufriedener Globalisierungsverlierer zustande gekommene PARTEI, die ähnlich dem Trump Sieg in den USA, einer der Globalisierung entgegenstehenden PARTEI Geltung verschaffen soll. Die PARTEI ist von Anfängern und Politprofis aus der zweiten Reihe anderer PARTEIEN entstanden. In Deutschland wahrscheinlich geplant, um die Kontrolle zu behalten (Lucke, Henkel etc.). Über allem stehen jene, die nicht in PARTEIEN aufgespalten sind.

    Wer der philosophischen Betrachtung der Sachlage folgen will, der darf in der Konsequenz gar nicht wählen gehen, weil er sich dem Absolutheitsanspruch der Philosophie dann entgegen stellen würde. Ein wahrer Philosoph ergreift nicht PARTEI, eine eigens erfundene politische Philosophie sehr wohl.

    Wer für Arbeit, Bildung, Konsum und Produktion, Kultur und Medien im digitalen Zeitalter Lösungen anbieten will, kann dies in unseren westlichen Systemen nur als PARTEI für eine ausreichende Menge Publikum. Nun sind innerhalb der mit drei Buchstaben bekannten PARTEIEN weitere PARTEIEN, die innerhalb eines Parteiprogramms nicht dem Volkswillen folgen, sondern PARTEI ergreifen für jene, die für ihre Existenzsicherung die höchste Bedeutung haben. Die wichtigste zwischenmenschliche Beziehung macht sich am Überlebenstrieb fest. In den westlichen Staaten ist das nicht mehr der Boden der Maslowschen Pyramide. Es sind mein Auto, mein Pferd, mein Haus.

    Offen gesagt ist mir als Nichtwähler ein tolpatschiger in seiner Art ehrlicher Höcke mit seiner bisweilen naiven Wahrheitsliebe angenehmer, als die Geier im Hintergrund, die unter den exakt gleichen Bedingungen für einen Listenplatz kämpfen, um endlich an die Tröge zu kommen.

    Will die Partei aber tatsächlich eine Rolle spielen, hätte sie kein Ausschlussverfahren gegen Höcke anstrengen sollen, sondern die Geschlossenheit gefordert und die WAHREN dringenden Probleme, wie EU, NATO, EURO und invasorische Zuwanderung nach dem Wählerwillen thematisiert. So wird das nichts.

    • Künstler, Staatsmänner und Philosophen, die keine Kinder hatten, blieben sicherlich nicht deswegen kinderlos, um sich so bestimmte Weltanschauungen anzueignen oder auszuschließen. Vielmehr liegt es außerhalb der Einflußmöglichkeiten des Einzelnen, ob er überhaupt Kinder hat/ haben wird! Das ist schon dadurch bewiesen, daß alleine der Zeugungsvorgang bereits ein Paar erfordert. Davor (schon zur Partnersuche) und danach (Zählen jene mit toten Kindern unter die Kinderlosen?) müssen auch noch jede Menge Umstände passen.
      Ranma

      • Nonkonformer // 26. März 2017 um 13:39 //

        Gut gebrüllt, Löwe „ramma“, ich empfinde sehr ähnlich! Die philosophische Kritik iast für die breite Masse völlig unverständlich, sie ist nicht nur beckmesserisch, sondern auch – weil unverständlich – völlig unangebracht, aber als schlechtes Beispiel trotzdem zu etwas nütze, genau das, was Du am ende schriebst, sinngemäß: man (Petry u. Konsorten – hätte niemals einen Ausschlußasntrag stellen dürfen, sondern sich hinter Höcke sammeln müssen, der Antrag hätte schon längst seit der Entscheidung der StA Dresden-Einstellungf des Ermittlungsverfahrens gegen Höcke wegen angeblicher Volksverhetzung einstellen, zurückziehen müssen seitens der Petry-Fronde! U/nd: wenn jemals Eahlboykott zu empfehlen war, jetzt ganz gewiß nivcht, sondern die AfD ist wirklich (wahrscheinlich) die letzte Chance, friedlich zu einem Teilerfolg gegen die Systemlinge, gegen Umerziehung, gegen Schuldbeurose und f ü r eine geschichtsrevision gegen die verordnete Sieger-geschichtsschreibung zu kommen!
        Darum – bin nicht Miglied der AfD – auf zu den Wahlen, wählt AfD so hoch es geht, auch wenn die AfD mit Förderung merkels gegründet sein sollte, der Höcke-Flügel verhindert die Ausnutzung als „Wahl-Ersatzteillager“ für die CDU/CSU!

      • Conrath // 26. März 2017 um 22:14 //

        @NonFormer

        „Die philosophische Kritik ist für die breite Masse völlig unverständlich […]“ Zitatende Non.

        Sind Sie jetzt die Stellvertretung dieser breiten, unverständigen Masse oder was?

        Höcke hat als Lehrer die Möglichkeit Übersichten zu geben und auch anschauliche Beispiele zu verwenden. Wer Kinder, hat, viel Arbeitsstress oder große Reisen gemacht hat, bringt mehr Erfahrung ein, als jemand, dem das fehlt. Daraus eine Reiseempfehlung oder Überarbeitungsempfehlung abzuleiten, ist in der Tat ein gutes Beispiel für: ‚Nein, ich nutze meine eigene Vernunft nicht, lasse für mich fremd denken.‘ Der Vorgang um Bernd Höcke zeigt doch drastisch nur, dass den Medienhuris nicht an echtem Diskurs gelegen ist und sich selbst der AfD-Vorstand gegen diesen Mainstream nicht mit voller Hingabe und Engagement, wehrt. Frauke Petry erschien mir da irgendwie lau. Sonst ist Sie mir als konzise Rednerin und kluge Frau aufgefallen. Warum dieser Kotau vor dem Mainstream nun eigentlich erfolgt ist, hat jedenfalls nichts bis wenig, mit den Darstellungen von Höcke zu tun.

        Der hätte auch über chinesische Mingvasen sprechen können, egal, die Reaktion wäre die gleiche gewesen. Die AfD darf auch dort, wo sie etwas zu sagen hat, nicht punkten, nach Plan der Kriegstreiberversteher. Das führt dazu, dass alle rhetorisch Wachsamen im Lande, nach und nach mitbekommen, wie angespannt die Lage bei den Globalisten und Medienschaffenden tatsächlich schon sein muss, unter/ hinter der Nobelfassade und PC-Coolness.

  3. Diogenes Lampe // 14. Februar 2017 um 19:02 // Antworten

    @ Hubi Stendahl
    „Ich verstehe Höckes Patriotismus historisch dem Zeitgeist folgend. Insofern ist seine Idee wohl eher nicht einem bestimmten historischen Vorgang z.B. den Preußen zuzuordnen, sondern eine Aufforderung, sich seiner Identität bewusst zu werden. Ich kann in seiner Formulierung nur Ungeschicklichkeit erkennen. Beachtend der notwendigen Kürze des Vortrags.“

    Da gehe ich strenger mit ihm ins Gericht. Die „Ungeschicklichkeiten“ entspringen einem unsauberen Denken, dass er als gelernter Lehrer keinem seiner Schüler durchgehen lassen würde. Und was heißt denn überhaupt „Identität“?

    Die notwendige Kürze hätte eben Pointen gefordert, die umso mehr gesessen hätten, je gründlicher er sie ausgearbeitet hätte. Aber genau das hielt er offenbar nicht für nötig. Genauso wie bei seiner „Negerschnackselrede“. Er schwadroniert!

    „Entgegnen wir dem mit Goethe:
    „Zwei Dinge sollen Kinder von ihren Eltern bekommen: Wurzeln und Flügel.“
    (Goethe)“

    Wäre nicht genau dieser wahre Spruch Goethes ein prima Grundthema für eine Rede vor der Alternativen Jugend gewesen? „Wurzeln und Flügel“ hätte für seine Rede ein wunderbares Thema abgegeben. Da hätte er sich den ganzen patriotischen Klimbim sparen können. Statt dessen aber stutzte er deren Flügel mit Aufforderungen zu „historischen Missionen“!

    „Wechseln wir aus der theoretischen Darstellung von Denkern auf die Ebene der Realität, dann muss man Höcke ernst nehmen, wenn man weiß, dass solche Reden immer mit verkürzten Metaphern meist als Schlagworte verbunden sind. Wie sollte es auch sonst vor einem großen, im vorliegenden Fall gehirngewaschenen Publikum funktionieren?“

    Da haben sie mit Ihrem Goethespruch doch ein wunderschönes Beispiel selbst geliefert, Herr Stendahl! Da hätte er sogar den Herrn Pfarrer, mit dem er neulich vor dem Kanzleramt Bach gesungen hat, fragen können, wie man aus so einem wahren Wort eine schöne Rede zur identitären Selbstfindung der Jugend hinbekommt (auch wenn es dann womöglich auch nur eine Predigt geworden wäre).

    Sie glauben gar nicht, wie gerne ich Herrn Höcke ernst nehmen würde. Denn ich zweifle (noch nicht) an seinem Charakter. Aber manchmal wirklich an seinem Verstand. Und als denkender Mensch nehme ich bei solchen Reden die Wirkungen, die sie auf junge Menschen ausüben, noch ernster. Denn die können fatal sein, wenn sie auf noch schwächere und unausgegorenere Köpfe trifft!

    „Eine Kultur ist wie ein Staffellauf. Die eine Generation übergibt an die nächste. Erfolgreich im Wettbewerb der Kulturen sind eben nur jene, die dies besonders effizient machen.“

    Mich stören in Bezug auf „Kultur“ schon Begriffe wie „erfolgreich“ und „effizient“, denn damit werden Bezugssysteme zu den Kulturen postuliert, die sie aus der natürlichen Sphäre des Organischen ins Mechanistische verfrachten. Die Natur fragt bei ihren Geschöpfen nicht danach, auch wenn es manchem Darwinisten nicht gefällt. Auch die „Übergabe“ von Kultur an die nächste Generation ist bestenfalls eine Metapher. Sowas hat in der Realität nie statt gefunden; auch wenn Ideologen ständig davon reden wie von ihren „historischen Missionen“.

    „Und dazu gehört natürlich auch der Wille, einen unausgesprochenen Vertrag mit der Folgegeneration zu schließen, der im Falle der BRD nicht mehr existiert, denn er manifestiert sich in der Identität. Wo aber keine Folgegeneration, da ist eine Kultur in Schwierigkeiten.“

    Es gibt immer Folgegenerationen! Fragt sich eben nur, welches qualitative Bezugssystem Sie bevorzugen, wenn Sie sie mit Attributen wie „effizient“ und „erfolgreich“ belegen wollen.

    Der Gesellschafts – oder Generationsvertrag, von dem Sie sprechen, kann ja heute nur ein Staatsvertrag sein, bzw. dessen Revision, wenn wir unser Leben als Volk oder Nation „effizient“ und „erfolgreich“ gestalten wollen.

    Und hier habe ich immer klar gestellt, dass eine Partei wie die AfD entweder ganz klar Demokratie, Rechtstaatlichkeit, Souveränität, Friedensvertrag und Raus aus der NATO ins programmatische Zentrum rückt (das tut Höcke eben leider auch nicht), oder sie ist eben keine Alternative, sondern eine Partei politischer Schaumschläger. Schaut man sich dann ihr verabschiedetes Programm an, kann einem nur neoliberal übel werden. Hier wünschte ich mir einen entschiedenen Höcke, der den Parteivorstand genau in dieser Sache ganz konkret stellt, statt über Visionen, Identitäten und Patriotismus zu schwadronieren.

    „Wer der philosophischen Betrachtung der Sachlage folgen will, der darf in der Konsequenz gar nicht wählen gehen, weil er sich dem Absolutheitsanspruch der Philosophie dann entgegen stellen würde. Ein wahrer Philosoph ergreift nicht PARTEI, eine eigens erfundene politische Philosophie sehr wohl.“

    Eine „eigens erfundene politische Philosophie“ ist keine, sondern läuft auf Demagogie hinaus. Erkennen Sie die reale Gefahr nicht, mit der Herr Höcke da tolpatschig jongliert?

    „Offen gesagt ist mir als Nichtwähler ein tolpatschiger in seiner Art ehrlicher Höcke mit seiner bisweilen naiven Wahrheitsliebe angenehmer, als die Geier im Hintergrund, die unter den exakt gleichen Bedingungen für einen Listenplatz kämpfen, um endlich an die Tröge zu kommen.“

    Ich kann bei Herrn Höcke leider nicht viel Wahrheitsliebe erkennen. Was das betrifft, ist er eher in die Wahrheit VERLIEBT als dass er sie lieben würde. Eine solche Liebe macht bekanntlich blind und aus einem klar denkenden Menschen einen Idealisten, aus dem leicht ein Ideologe und Demagoge werden kann. Oder eben ein Narr. Vor allem dann, wenn auch noch Patriotismus als politische Krücke dazu kommt.

    „Will die Partei aber tatsächlich eine Rolle spielen, hätte sie kein Ausschlussverfahren gegen Höcke anstrengen sollen, sondern die Geschlossenheit gefordert und die WAHREN dringenden Probleme, wie EU, NATO, EURO und invasorische Zuwanderung nach dem Wählerwillen thematisiert. So wird das nichts.“

    Da kann ich Ihnen nur zustimmen!

    • @Diogenes

      Ihre Entgegnungen sind auch wieder alle im Konjunktiv. Passt das überhaupt auf die schmalen Geistesschultern von Höcke. Lehrerstudium, gut und dann?

      Pseudokonservatives Daherfabulieren kühlt das Müttchen einiger gebildeter Rentner unter seinen Zuhörern. Der Rest legt eh in die Floskeln hinein, was gerade so im Kopf herumschwirrt.

      Können Sie Fichte im Busdepot mit den Angestellten eines ÖPNV-Dienstleisters behandeln?

      Nein und nochmals nein, also gibt es die abkürzende politische Floskel. Aber natürlich passen diese untereinander ’nicht‘ zusammen, wie denn auch, sind reine Sprachhandlung, bei Lehrer Höcke noch dazu auf dem steinigen Weg in die Geschichte, es sind samt und sonders reine Buchbindersynthesen und Zufallsprodukte, morgen wird er sie etwas anders an- / aussprechen, wir haben es nicht mit Begriffen, Ideen, Konzepten oder gar Maximen zu tun, sondern maximal mit Jargon, da bin ich sehr nüchtern in der zuordnenden Bewertung. Jeder kann sich bedienen, fertig. –

      • Diogenes Lampe // 14. Februar 2017 um 21:03 //

        „Können Sie Fichte im Busdepot mit den Angestellten eines ÖPNV-Dienstleisters behandeln?“

        Könnte ich schon, würde ich aber nicht. Schon, weil ich von Fichte genauso wenig halte wie von Hegel.

        „wir haben es nicht mit Begriffen, Ideen, Konzepten oder gar Maximen zu tun, sondern maximal mit Jargon, da bin ich sehr nüchtern in der zuordnenden Bewertung. Jeder kann sich bedienen, fertig. –“

        Da kann ich Ihnen kaum widersprechen. Nur ist das eben ein sehr gefährlicher Jargon, dem ich wenigstens ein paar Maximen entgegen halten wollte. Vielleicht fehlte es mir da an Ihrer Nüchternheit, die mir jedoch etwas zu fatalistisch vorkommt, um sie mir selbst zu empfehlen. Mir geht es eben nicht nur um intellektuelle Kritik, sondern, weil hier unser aller Leben berührt werden kann, um fundamentale. Da bin ich mindestens so leidenschaftlich wie Herr Höcke…

    • hubi stendahl // 14. Februar 2017 um 21:28 // Antworten

      @Diogenes Lampe

      Danke für das Feedback.

      Zitat
      „Sie glauben gar nicht, wie gerne ich Herrn Höcke ernst nehmen würde. Denn ich zweifle (noch nicht) an seinem Charakter. Aber manchmal wirklich an seinem Verstand.“

      Ich kann Ihre Sichtweise nachvollziehen. Unsere unterschiedliche Einschätzung macht sich wohl an der Erwartungshaltung fest. Ich kann mir in dieser simulierten Staatskonstruktion mit Resten demokratischer Kultur ohnehin nicht vorstellen, dass sich qualitativ akzeptables Personal in politische Positionen bringt. Unter diesem Aspekt überrascht mich die Rede Höckes überhaupt nicht. Er macht was er kann. Und das macht er für vielleicht 5-8 % zukünftiger Wähler gut, wie man an der Frequenz seiner Auftritte in etwa festmachen kann. Gut unter der Prämisse, dass wir ein solches Zeugnis an seinem Erfolg festmachen.

      Zitat:
      „Hier wünschte ich mir einen entschiedenen Höcke, der den Parteivorstand genau in dieser Sache ganz konkret stellt, statt über Visionen, Identitäten und Patriotismus zu schwadronieren.“

      Wobei Sie den Begriff Identität wissenschaftlich begreifen sollten, oder haben Sie keine Identität? Mir geht es bei diesem Begriff nie um konstruierte Herrschaftsverhältnisse, sondern um die Tatsache, dass der Mensch ohne Reflexion gar nicht überleben kann und damit auch keine Kultur, der man sich soziologisch zugehörig fühlt. Eine Weltkultur gibt es nicht und wird es nie geben, so lange es in unserem Bauplan eine Informations-DNS gibt, die Aminosäuren in unseren Zellen antreibt mit intelligentem Plan schwarze, gelbe, weiße und rote Menschen zu designen, mitsamt der spezifischen Eigenschaften die uns auszeichnen. Eigentlich kalter Kaffee, wenn man Darwin überwunden hat.

      Mein Fazit:
      In der Tat hat die Partei es bereits verpasst ein Profil aufzubauen. Sie gilt als Ausländerhasser und rückständig. Sie kann mit diesem Image die Mitte der Bevölkerung nur noch erreichen, wenn in Berlin kein Weihnachtsmarkt, sondern die halbe Stadt vor der Wahl eingeäschert wird. Die tatsächlichen Probleme, wie die aus den Fugen geratene Globalisierung, die gerade seinem prekären Publikum noch weh tun wird, hat er mangels Wissen nicht auf dem Radar. Also kann er sie auch nicht thematisieren. Es gibt ja bereits Konzepte, wie man dem technologischen Fortschritt, mit der unumkehrbaren Globalisierung Herr werden kann, ohne die genetisch beweisbar begrenzte soziale Reichweite des Menschen einfach per Gehirnwäsche und unkontrollierter Zuwanderung mit allen negativen Konsequenzen zerstören zu müssen. Und die, die ihn einfangen und begleiten könnten, wie Meuthen, der kein Idiot ist, halten sich lieber an ihrem Trog fest (er kennt ja zeitlebens nichts anderes) und huldigen im Hintergrund dem Katholizismus Ratzingers. Vom „Dream-Team“ Petry/Pretzell ganz abgesehen, die scheinbar gerade auf die ertragsreiche zionistische Schiene abgebogen sind, hört man sich die Auftritte in Koblenz genau an.

      Ich hatte nach dem Rauswurf von Lucke/Henkel einmal kommentiert, dass Petry jetzt die Hosen runter lassen muss und innerhalb kurzer Zeit ein Konzept zeigen muss. Dass es das nach einem Jahr immer noch nicht gibt, sagt alles. Wir sind nicht weit voneinander entfernt.

      • @Hubi

        „Er macht was er kann. Und das macht er für vielleicht 5-8 % zukünftiger Wähler gut […]“ Zitatende H.

        Und, was soll damit erreicht werden, zum Sterben zu wenig, zum …..???

        Nein, es gibt eine echte Schnittmenge an Themen für über 70 % der WählerInnen in DE.

        Die müssen nur sauber herauspräpariert werden und dann aufbereitet immer wieder wiederholt werden, fertig. – – –

        Und Ihre, Entschuldigung, ungewollte Aufspreitung Ihres Materialismus/ reduktives Menschenbild (Gesülze von irgendwelchen fixierten Genen) und dann die emphatisch-leere, nur nominalistische Ersatzidealisierung (Identität), damit erreichen Sie politisch gar nichts, ist ein absolutes ‚No go‘.

        Warum?

        Weil es unnötig ist, seine unbewältigten Weltanschauungsfragen den Leuten zuzumuten, das hat nichts mit Politik zu tun, Polis, wir alle und unsere gefährdeten Kerninteressen wollen eine lebbare Zukunft!

        Was bitte, lieber Herr Hubi ist denn die Identität von irgendwelchen Genschnipseln? Merken Sie nicht, was das für ein hanebüchener Widerspruch ist? Sie dürfen an ihn glauben, klar, das macht Ihre Authentizität aus, aber es ist ein unpolitisches Dogma, was sie da annehmen.

        Politisch sind das alles Knallbonbons, müssen völlig außen vor gehalten werden, sonst erreichen wir wirklich nur 8 und nicht 55 oder 75 % der Mitmenschen.

    • @Diogenes

      „Die notwendige Kürze hätte eben Pointen gefordert, die umso mehr gesessen hätten, je gründlicher er sie ausgearbeitet hätte. Aber genau das hielt er offenbar nicht für nötig. Genauso wie bei seiner „Negerschnackselrede“. Er schwadroniert!“ Zitatende Diog.

      Möglicherweise, vielleicht wollte er aber auch provozieren. Jedenfalls kann ich mir vorstellen, dass er das Gefühl hatte, egal was er jetzt bringt, es wird anders ausgelegt, dann lege ich noch ein’s drauf. Ich würde es übermütig nennen, denn Schnakseln ist keine politische Kategorie. Spricht er über diese, dann überhört man ihn, und andere seiner Partei. Man sucht eben nur die Fehlstellen im Dialog, auch das nervt und fällt auf die Erbsenzähler zurück.

      Der FDP-Brüste- und Weinliebhaber Rainer Brüderle wurde doch auch nicht für sein privates Verhalten abgestraft, sondern umgekehrt, für seine Politik mit seinem sonstigen Verhalten konfrontiert. Das zeigt, wie weit man von einem Sachdiskurs in der Scheindemokratie entfernt ist und zwar schon seit langem.

      Das hätten Sie ja in Bezug setzen können, zu Höckes, vermutlich geplanter, dann aber gescheiterter, Provokation (Angriff als Verteidigung). In der Öffentlichkeit ist eben ‚weniger oftmals mehr‘ und diese Differenz ist mMn seinem Ehrgeiz entsprungen, wird aber politisch ausgedeutet. Politik wird somit psychologisiert, auch von den AfD-Präsiden, dass nenne ich Anpassungsleistung oder schleichende Stockholmisierung, schlechter Stil, aber die eigentliche Politik beginnt da noch gar nicht, bzw. endet vorher, es ist Ersatzhandeln.

  4. @Diogenes Lampe

    Höcke als Philosoph? Nein, lieber Herr Diogenes, das funktioniert so wenig, wie ein Halbwissen mit einem Dreiviertelwissen zu rezensieren. –

    Da muss schon Punkt für Punkt behandelt und mit genügend Charité für den ‚Akteur auf der Bühne‘, die Unmittelbarkeit von allem zu allem, rein begrifflich rekonstruiert werden. So wird das nichts, Höcke ist authentisch mit diesen Phrasen, diese Sicht teile ich mit Hubi.

    Und einen natürlichen Sohn hatte Friedrich II sehr wohl, ließ ihn durch seinen Hausbänker ganz besonders gut abfinden usw. (siehe Barnike et al), egal. Ich frage mich, was eine dreiviertel Kritik an Hegel an dieser Stelle soll?

    Nein, jedes Oberseminar kann Hegel mit Hegel differenzieren und eingrenzen, dass meinten Sie ja nicht. Sie haben da selber einen auf Höcke gemacht, sicherlich nicht in bewusster Absicht, aber ich denke es reicht völlig, den politischen Schaum von einem restlichen Kernbestand zu trennen, Sie trinken schließlich auch das Bier und nicht die Schaumkrone, lieber Geisteswissenschafler-Kollege.

    Ja Höckes Naivität wäre hinreichend erschlossen gewesen mit und durch dem Hinweis auf Frank Lisson, weil es da bereits um tertiäre Sachlektüren geht, die sind für den Endabnehmer, können nicht noch einmal ausgelesen, verdichtet oder überhöht werden.

    Ja, Sie haben recht, Phraseologie trifft es, aber warum in dieser epischen Länge? Ich habe mich gezwungen bis zum Ende zu lesen, aus schlichtem preußischem Pflichtgefühl und gegen die schiere Masse an verschlungenem Metaphernmaterial.

    Egal, Petry gegen Höcke oder sonst wen zu stellen und dies mit intellektuellem Anspruch zu tun, entspringt einer verfehlten Aufgabenstellung.

    Was einzig zählt ist die Sinnhaftigkeit des Programms und ihre konsequente Umsetzung. Da sind die größten Mängel der völlig hybriden AfD.

    Alles andere haben wir doch schon zu Genüge, den Volksschauspieler Martin, die Rautenhirtin der Hochfinanz und alle anderen schrägen Kasperlefiguren.

    An Stelle von Petry würde ich mich auf ein sinnvolles, ernsthaftes Minimalprogramm konzentrieren, mit Natokritik, MIK-Kritik, gegen Austerität und Währungsmanipulation, fertig, Ende, aus. –

  5. Nachtrag

    Wer jetzt fragt, gab es noch einen AfD-Punkt?

    Da sage ich, nein!

    Warum?

    In der Natokritik ist schon die Kritik gegen Migration aus Sanktions- und Kriegspolitik enthalten, erweiterte Imperialismuskritik. In der Würze liegt die methodische Kürze!

    Petry fehlt ein gelassener, guter Berater an der Seite, nicht an der Bettkante! Sie ist auffassungsschnell, konzis hat aber nicht genügend langfristige Strategeme zur tagesaktuellen Verfügung aufbereitet. Das sollte nicht aus dem Bauch geschehen, klappt nicht. –

    Danke

    • hubi stendahl // 14. Februar 2017 um 21:58 // Antworten

      Hallo @Conrath

      Zitat:
      „Wer jetzt fragt, gab es noch einen AfD-Punkt?

      Da sage ich, nein!

      Warum?

      In der Natokritik ist schon die Kritik gegen Migration aus Sanktions- und Kriegspolitik enthalten, erweiterte Imperialismuskritik. In der Würze liegt die methodische Kürze!

      Als alter SPD Recke wissen Sie sicherlich, dass das für ein Programm nicht reichen kann. Sie müssen den Mittelstand auch emotional erreichen. Sie müssen, wollen Sie Erfolg haben, die gleichen Instrumente einbringen, wie Sie die Gegenseite zu einer (disharmonischen) Symphonie zusammengefügt hat.

      Gehen Sie raus zu den Menschen (wie ich es täglich beruflich mache) und erforschen Sie deren aktuelle Ängste. Es klingt brutal; die Menschen haben Angst vor Überfremdung, sie haben Angst vor Arbeitsplatzverlust und ganz banal, sie haben Angst vor er Zukunft. Die 5% Jubler, die zu 80% von der Presse gepuscht werden mal ausgenommen.

      Würde ich die Partei führen, würde ich die gleichen Mittel anwenden wie die Konkurrenz: Emotion, Angst, Instinkte, Freiheit u.s.w. Das konterkariert den Rückzug aus der NATO im Parteiprogramm nicht. Ein Parteiprogramm ist ein trockenes Stück Papier, das auch der Mittelstand größtenteils gar nicht mehr liest. Das war einmal. Höcke hat es mit seinen begrenzten Mitteln im Alleingang versucht. Gott weiß was ihn getrieben hat, ohne Parteikonzept eine wilde Party loszutreten und der Presse eine Steilvorlage nach der anderen zu liefern.

      Ich hatte kurz einmal nach dem Anschauen des Videos gedacht, dass es als Herausforderung Petrys zu verstehen ist. Wer weiß, vielleicht ist das gar nicht so abwegig.

      • @Hubi

        Tja, das habe ich befürchtet. Sie würden es genauso machen wie die anderen, mit Ängsten, Emotionen, Instinkten und Reizworten politisieren, Stimmen fangen,….

        Hallo?

        Genau das aber ist die Krux. Unbewusst haben wir alle davon fertig. Das ist schon das ganze Geheimnis des ‚identitären‘ Menschen!? Nein und nochmals nein, der Mensch ist nicht auf seine akzidentiellen Befindlichkeiten zu reduzieren! Wer das politisch tut, hat ein politisches Tier vor sich, als politische Agenda, agiert unterhalb des Menschlichen.

        Nein danke, das hatten wir doch schon. Verdammt noch mal, wie oft wird denn noch der Stürmer kopiert in seinen Methoden? Damit muss einmal Schluss sein, ich spreche aus tiefer Erfahrung und eigener Scham, im Sinne von Ranmas Verständnis!

        Eine goldene Regel, aus Irrtum gebiert sich Irrtum, aus Täuschung Täuschung usw…

        Ja, es ist ein bisschen vermessen, aber nicht unrealistisch, wir müssen, reduziert auf wenige Programmpunkte, diese mit voller Selbst- und Fremdachtung vorbringen, nicht die Fehler kopieren.

  6. Diogenes Lampe // 14. Februar 2017 um 20:38 // Antworten

    „Höcke ist authentisch mit diesen Phrasen, diese Sicht teile ich mit Hubi.“

    Genau das befürchte ich ja auch, dass er mit diesen Phrasen auch noch authentisch ist. Das läßt mich ja an seinem Verstand zweifeln!

    „…aber ich denke es reicht völlig, den politischen Schaum von einem restlichen Kernbestand zu trennen…“

    Die Metapher ist Ihnen, wie ich fürchte, verunglückt, oder sie nehmen Herrn Höcke sowieso nicht ernst, weil alles bei ihm mehr oder weniger Schaum ist? Wo ist denn der Kernbestand, wenn ihm bei der nationalen Frage nur einfältiger Patriotismus einfällt? Wieso kommt er denn nicht auf die Kernbestände: Friedensvertrag, Raus aus der NATO, Wiederherstellung des Rechtsstaats, Demokratie?

    „Ich frage mich, was eine dreiviertel Kritik an Hegel an dieser Stelle soll?“

    Ich frage mich, was Sie mit „dreiviertel Kritik“ meinen?

    „Ja, Sie haben recht, Phraseologie trifft es, aber warum in dieser epischen Länge? Ich habe mich gezwungen bis zum Ende zu lesen, aus schlichtem preußischem Pflichtgefühl und gegen die schiere Masse an verschlungenem Metaphernmaterial.“

    Gratuliere!

    „Egal, Petry gegen Höcke oder sonst wen zu stellen und dies mit intellektuellem Anspruch zu tun, entspringt einer verfehlten Aufgabenstellung.“

    Sagt wer? Also ich nehme mir jedenfalls die Freiheit, mir meine Aufgaben selbst zu stellen, weshalb ich sie auch nicht verfehlen kann. Wenn ich was dabei verfehlte, was Ihnen wichtiger gewesen wäre, dann ist das Ihr subjektiver Eindruck über meine subjektive Aufgabenstellung, mehr aber auch nicht.

    „Was einzig zählt ist die Sinnhaftigkeit des Programms und ihre konsequente Umsetzung. Da sind die größten Mängel der völlig hybriden AfD.“

    Da wären wir dann wieder bei den Kernbeständen und da kann ich Ihnen zur zustimmen. Der Kern der AfD ist insgesamt hohl! Ob Petry oder Höcke, ist da eben leider nicht die alternative Frage.

    „An Stelle von Petry würde ich mich auf ein sinnvolles, ernsthaftes Minimalprogramm konzentrieren, mit Natokritik, MIK-Kritik, gegen Austerität und Währungsmanipulation, fertig, Ende, aus. – “

    Ich fürchte. da verkennen Sie die politische Lage. Das reicht nicht mehr! Es geht um einen Paradigmenwechsel und Petry ist zu eingesponnen in die NATO-Kreise, um von ihr noch irgend eine Lösung zu erhoffen, die uns den offenen Bürgerkrieg erspart. Höcke hätte ihr hier Hilfestellung geben können, in dem er auch die Kernforderungen bestanden hätte, die ich oben nannte. Ob es geholfen hätte, wage ich in Anbetracht solcher Figuren wie Pretzell natürlich zu bezweifeln.

    Das ist die Tragik der AfD, dass zwei so kluge Köpfe wie Petry und Höcke einander bekämpfen statt eine taugliche Programmatik zustande zu bringen. Hier sehe ich auch das Hauptversagen Petrys wie Höckes! Beide können prima polarisieren, aber nicht integrieren.

  7. Alle bisherigen Kommentatoren haben aus ihrer philosophischen Selbstdarstellungsverliebtheit übersehen, worauf es Herrn Höcke überhaupt ankam: Dem Ruf nach nationalem SELBSTBEWUSSTSEIN !

    Und dies artikulierte er in seiner Ankreidung des Schuldkultes als über allem stehenden Hemmnis! Und um diese seine Absicht darzustellen, brauchte er in seiner Ansprache einen patriotischen Unterbau dann hin zu seiner entscheidenden und beabsichtigten Schlußaussage. Das ist doch so als Aufbautechnik einzig richtig, die als REDE gedacht ist und vor erwartungsvollem revolutionären Publikum nicht in ein langweilendes ausuferndes Buch ausarten sollte, wie es der Herr Diogenes gerne sehen würde!

    Haben Sie überhaupt schon mal an so einer Veranstaltung teilgenommen? Überhaupt sich mal überlegt, was man erreichen will? Um prägnante Denkanstöße „herüberbringen“ zu können?

    Die AfD wird von Anhängern wie Feinden als Protestpartei wahrgenommen, wo jeder seine Hoffnungen oder Ängste oder Verunglimpfungen jenachdem hineininterpretiert.

    Und die Hoffnung, gerade bauend auf MENSCHEN wie Herr Höcke, ist größer als „man“ oder „das System“ das wahrhaben will.
    Gerade DESHALB fällt ja das „System“ über Herrn Höcke her und diskutiert nicht über das „Unaussprechliche“, wozu er sich getraut hat, sondern darüber DASS er sich unerhört überhaupt GETRAUT hat!

    Diese Logik kann ein Diogenes Lampe natürlich nicht erkennen (wollen) und verliert sich bewußt zersetzend(?) in Nebensächlichkeiten, um vom Eigentlichen abzulenken!

    Andere Themen wie Währung, Nato, sind SACHLICHE Themen, auf die er Herrn Höcke EINENGEN will, genau wie es das „System“ tut.

    ABER:

    Herr Höcke will etwas ganz anderes, was das System fürchtet wie der Teufel…:
    Daß er nämlich an Emotionen wie SELBSTBEWUSSTSEIN als eine Triebfeder für nationale Eigenständigkeit als Basis für Weiteres appelliert. Man muß sich nur das Nationalbewußtsein in Frankreich, Italien etc. ansehen und wie VERKOMMEN dieses in Deutschland ist, das sich SO unterwirft und unterliegt!

    Herr Höcke nennt es aus Vorsicht nur „Patriotismus“, weil es etwas „weicher“ klingt, aber wir im umerzogenen Deutschland können oder dürfen nationale Belange nicht OHNE eben diese Umerziehung sehen: Deshalb müssen wir diese einengende Umerziehung, political correctness etc. ABSCHÜTTELN, um endlich wirklich FREI zu werden!

    Aber der Herr Diogenes Lampe ed altri wollen (dürfen) das nicht sehen oder sind selbst schon so befangen!

    Ihre Zersetzungskritik führt an der Absicht der REDE von Herrn Höcke total vorbei: Ungenügend, Setzen! möchte man verärgert sagen!

    Einzig Ihr Fazit macht Sinn, denn das zeigt in einer noch jungen Partei den inneren Kampf der „noch Laien“ mit „noch Laien“. Aber wollten wir wirklich, daß „Politprofis“ aus anderen Parteien mit Establishment-Gesinnung und eleganter Attitude und Verlogenheit das Ruder übernehmen? Karrierehengste und -Stuten sowie Unterwanderung sind nun mal bestimmt dabei und wollen den Ton angeben.

    Da sind mir aber Laien mit ihrer Natürlichkeit UND mit Visionen lieber, weil sie EHRLICH sind!
    Und das Volk MERKT das, setzt genau in sie ihre Hoffnung, und diese Natürlichkeit ist ein Vorteil, den das System und ihre Lügenpresse mit seiner Basis aus verwurzelten und installierten, überwiegenden selbstgefälligen Postenjägern HASST!

    Wünschen wir uns mehr Menschen wie Herrn Höcke!

    • MutigeAngstfrau // 14. Februar 2017 um 21:10 // Antworten

      Da kann man doch glatt das neueste Sellner-Video verlinken. Über die Idee der App für die schweigenden Mehrheit, „Patriot Peer“.
      Ich wünschte mir auch mehr wie Sellner.

      https://youtu.be/88Ryh9Z1a4c

    • @Nathan (der Weise?)

      Nun, da teilen Sie aber gleich zu Anfang mächtig aus. Nur was gebiert schließlich der Elefant des Anspruchs?

      „Ruf nach nationalem SELBSTBEWUSSTSEIN !“ Zitatende N.

      Ruf? Und das ausgeführt von einem nichtkoordinierten, wie Sie behaupten, natürlichen Laienspielertrupp?

      Was bitte ist die Phrase und warum Selbstdarstellung, wenn es doch nur um Kritik geht.

      Herr nathan, ich bleibe nicht bei der Rhetorik der Kritik stehen.

      Brauchen wir den RUF des Patriotismus, oder brauchen wir die nüchterne Fortsetzung von Rechtsstaatlichkeit und Selbstbestimmung der hier lebenden Deutschen?

      In dem Moment wo ich eine einzige, unbedachte Überhöhung nutze, wartet doch nur der Chorus der Gesinnungspolitischen auf die Gelegenheit zum Kontrageschrei. Das sollten Sie mir wenigstens als Sachkritik, nicht Selbstbespiegelung durchgehen lassen, oder?

      Also, die maximale nüchternheit, Knappheit in dem Vortrag der Programmpunkte ist erforderlich, politischer Purismus.

      Warum?

      Weil die Gesinngsungsschreier schon die Überhöhungen und gefühltheiten iher Minderheitenpolitik gepachtet haben, darum.

      machen wir Ihnen doch nicht ihr blödes refugium kaputt, sie sollen sich drinn suhlen, sollen ihre orangefarbenen Tunten im Bundestag anstaunen, wie die Ewig-onfirmantin Göhresonstwas von den Oliv-Militärgrünen.

      Ein Spindoktor könnte aus diesen Widersprüchen arbeiten und formen.

      Also 500.000 Euronen und Sachspenden, ein mobiler Campus und, wie gesagt, weitgehendes Redeverbot für die Allermeisten und einige wenige, handverlesene RednerInnen. Es gibt einige gute!

      Wer glaubt wir brauchten einen Patriotismusdiskurs, wenn gerade alle Gesetze in einem landesweiten Notstand einfach gebrochen und Kriege vorbereitet werden usw, der ist nicht richtig gebürstet, hat nicht genügend nachgedacht, so einfach ist das. –

      Ich liefere den anderen doch nicht das Frühstück, in das sie dann nach Herzenslust reinkotzen können, das ist a-taktisch, also politisch blöde. –

      • @Conrath
        Ihr Zitat:
        „Wer glaubt wir brauchten einen Patriotismusdiskurs, wenn gerade alle Gesetze in einem landesweiten Notstand einfach gebrochen und Kriege vorbereitet werden usw, der ist nicht richtig gebürstet, hat nicht genügend nachgedacht, so einfach ist das.“

        Glauben Sie nicht, daß man mit einem nationalen Selbstbewußtsein die von Ihnen angegebenen Ziele besser und GLAUBHAFTER darstellen und VERTRETEN kann?
        Bekennen Sie sich zu nationalem Selbstbewußtsein, oder haben Sie da anerzogene(!) Hemmschuhe?

        Wenn Sie nur mit den von Ihnen angesprochenen Argumenten gewinnen wollen, brauchen diese eine gemeinsame Basis, in Ihrem Sinne wohl Logik. Da aber die Gegenseite „Logik“ auch für sich beansprucht, scheidet dieses Basisargument als alleinige Grundlage aus.

        Also brauchen wir eine andere, PSYCHOLOGISCHE, Ebene als Basis, die zu einer inneren Grundhaltung wird und über und unter allem steht und zu einer Selbstverständlichkeit wird:
        Emotionen bedienen, wie zum Beispiel das nationale Selbstbewußtsein, auf dem Sie all das einfordern und aufbauen können, was Ihnen für Deutschland im Sinn steht: Deutschland zuerst! Mach Deutschland wieder stark (aber bitte erst mal frei und selbstbewußt)!
        Merken Sie, was Trump, was die Franzosen etc. haben und wir nicht? Eben! Und dann können wir von den Zielen sprechen. Aber natürlich auch jetzt schon, wenn man den Menschen nur gleichzeitig vertiefend erklärt, was uns als psychologische Unterdrückung im Inneren von anderen Nationen unterscheidet!

      • @nathan

        „Also brauchen wir eine andere, PSYCHOLOGISCHE, Ebene als Basis, die zu einer inneren Grundhaltung wird […]“

        Nein, brauchen wir nicht, haben wir im extremen Überfluss. Was wir brauchen ist Wohnungs-/ Währungs-/ Gesundheits-/ und Rentenpolitik. Dann die Beendigung von Zuchthaustourismus.

        Was Sie da vorbringen sind Romantizismen ohne jeden Nährwert. Wir brauchen eine bessere Verkehrspolitik, eine andere Geldordnung, ja alles das und sogar in Abstimmung mit anderen Ländern.

        Psychologie brauchen nur Demagogen, die uns dann an den Aktienindex glauben lassen und die tollen Konzerne, die uns einen so großen Weltmeisterexportüberschuss bereiten.

        Ende mit diesem Krampf, wie kommen Sie dazu, diese Scheiße auch noch in der Zukunft zu betreiben, betreiben zu wollen? Gute Politik braucht keine Psychologiegehhilfen und Stützen, sie spricht für sich selber. Psychologie ist das Werkzeug von Nannystaatbetreibern. –

    • Diogenes Lampe // 14. Februar 2017 um 21:52 // Antworten

      @ Nathan
      „Alle bisherigen Kommentatoren haben aus ihrer philosophischen Selbstdarstellungsverliebtheit übersehen, worauf es Herrn Höcke überhaupt ankam: Dem Ruf nach nationalem SELBSTBEWUSSTSEIN !“

      Und da fällt ihm nichts Besseres ein, als sich über die Political correctnis und das „Mahnmal der Schande“ aufzuregen? Das ist doch wohlfeil! -und imgrunde auch völlig ungefährlich für die Feinde Deutschlands. Taktisch klug geht auch anders.

      Friedensvertrag, Raus aus der NATO, Wiederherstellung des Rechtsstaats – wenn diese Forderungen nicht an erster Stelle erhoben werden, ist der Ruf nach nationalem Selbstbewußtsein bloße Phrase. Dabei kommt es doch eben darauf an, genau mit diesen Forderungen nationales Selbstbewußtsein seitens der AfD zu demonstrieren, oder etwa nicht?

      „Und dies artikulierte er in seiner Ankreidung des Schuldkultes als über allem stehenden Hemmnis!“

      Wieso hindert ihn der Schuldkult daran, Raus aus der NATO, Friedensvertrag, Rechtsstaat und Souveränität des Volkswillens zu fordern?

      „Gerade DESHALB fällt ja das „System“ über Herrn Höcke her und diskutiert nicht über das „Unaussprechliche“, wozu er sich getraut hat, sondern darüber DASS er sich unerhört überhaupt GETRAUT hat!“

      Klar! Jetzt sprechen alle über das „Mahnmal der Schande“ statt über einen Friedensvertrag, Rechtstaatlichkeit und Raus aus der NATO. Prima vom Kern abgelenkt, würde ich da sagen. Da hat sich der Herr Höcke also, wenn er es denn ernst mit seiner Deutschlandliebe meint, einen tollen Bärendienst erwiesen. Politische Intelligenz geht anders.

      „Andere Themen wie Währung, Nato, sind SACHLICHE Themen, auf die er Herrn Höcke EINENGEN will, genau wie es das „System“ tut.“

      Natürlich will ich ihn darauf „einengen“! Was denn sonst? Schließlich brennt das uns Deutsche ja wohl am meisten unter den Nägeln! Oder wollen Sie gegen Russland in den Krieg ziehn? Der Schuldkult ist doch nur die Folge unserer mangelnden Souveränität und würde einer sachlichen Auseinandersetzung, hätten wir diese, gar nicht standhalten können. Sich immer wieder daran zu verschwenden, dazu können wir doch gar nicht gezwungen werden, wenn wir uns nicht freiwillig zwingen lassen; auch nicht von Herrn Höcke.

      „Deshalb müssen wir diese einengende Umerziehung, political correctness etc. ABSCHÜTTELN, um endlich wirklich FREI zu werden!“

      Nö! Wir müssen uns nur nicht davon einwickeln lassen. Weder von Claudia Roth noch von Björn Höcke, wenn Sie verstehen, was ich meine…

      „Da sind mir aber Laien mit ihrer Natürlichkeit UND mit Visionen lieber, weil sie EHRLICH sind!“

      Da werden sich die Profis aus den feindlichen Reihen aber freuen! Also entweder, Sie argumentieren hier in Wahrheit hinterlistig für den Feind, oder Sie gehören zu den vielen strunznaiven „Patridioten“, die schon Napoleon so liebte.

      • @Diogenes

        Also mit einem Wort, Themenschrumpfung!

      • @Diogenes Lampe

        Januar/Februar sind DIE Monate, wo immer an dem Schuldkult gefrönt wird. Glauben Sie nicht, daß das SEHR VIELE Leute mittlerweile nervt?
        Und genau DIESEN Nerv hat Herr Höcke genau zu DIESEM Zeitpunkt treffen wollen, woran sich kaum ein anderer traut, alle den Schwanz einziehen!
        Haben Sie nicht das Aufjaulen des Systems gehört?
        Stattdessen verlieren Sie sich in epischer Breite an der sinnvoll aufgebauten Rede von Herrn Höcke, um genau von der Pointe abzulenken!
        Abgesehen davon hat Herr Höcke noch viel Zeit und Gelegenheit, andere Themen aufzugreifen.
        Aber INNERPARTEILICH versucht er, Spreu vom Weizen zu trennen. Man sieht es an den Reaktionen, denn wie anders hätte er sie aus der Reserve locken können?
        Erkenne den Feind, war vielleicht die Devise? Und das war nötig!

    • hubi stendahl // 14. Februar 2017 um 22:09 // Antworten

      @nathan

      Zitat:
      „Alle bisherigen Kommentatoren haben aus ihrer philosophischen Selbstdarstellungsverliebtheit übersehen, worauf es Herrn Höcke überhaupt ankam: Dem Ruf nach nationalem SELBSTBEWUSSTSEIN !“

      Es kommt aber nicht darauf an, ob Höcke dem Ruf nach nationalem Selbstbewusstsein frönt, sondern inwieweit er mehrheitsfähig ist. Lassen Sie sich dabei nicht von der kleinen Gemeinde von Kommentatoren in alternativen Meiden leiten.

      Die offiziellen Umfragen, mögen sie auch geschönt sein, sprechen Bände. Insofern ist Ihre Wahrnehmung, dass die Kommentatoren und auch der Artikelverfasser nur Kritik üben falsch.

      Am Ende kommt es auf den Erfolg an und der ist weder mit Preußen, noch mit Parolen für eine kleine Minderheit zu erreichen. Das ging und geht nur mit einem erstklassigen Marketingkonzept, mit dem man den Mittelstand mitnehmen kann. Und das fehlt.

      • @Hubi
        Ihr Zitat:

        Glauben Sie nicht, daß man mit einem nationalen Selbstbewußtsein die von Ihnen angegebenen Ziele besser und GLAUBHAFTER darstellen und VERTRETEN kann?
        Bekennen Sie sich zu nationalem Selbstbewußtsein, oder haben Sie da anerzogene(!) Hemmungen?

        Wenn Sie nur mit den von Ihnen angesprochenen Argumenten gewinnen wollen, brauchen diese eine gemeinsame Basis, in Ihrem Sinne wohl Logik. Da aber die Gegenseite „Logik“ auch für sich beansprucht, scheidet dieses Basisargument als alleinige Grundlage für den Wahlwettkampf aus.

        Also brauchen wir eine andere Ebene, PSYCHOLOGISCHE Ebene als Basis, die zu einer inneren Grundhaltung wird und über und unter allem steht und zu einer Selbstverständlichkeit wird:
        Emotionen bedienen, zu Instinkten werden lassen, wie zum Beispiel das nationale Selbstbewußtsein, auf dem Sie all das einfordern und aufbauen können, was Ihnen für Deutschland im Sinn steht: Deutschland zuerst! Mach Deutschland wieder stark (aber bitte erst mal frei und selbstbewußt)! Warum wird Trump wohl damit „niedergemacht“? Weil man ein ähnliches Verhalten/Einstellung in Deutschland von vornherein in Mißkredit bringen will!

        Merken Sie, was Trump, was die Franzosen etc. haben und wir nicht? Eben! Und dann können wir von den (Ihren) Zielen sprechen, auch jetzt schon, wenn man den Menschen zur Motivation gleichzeitig vertiefend erklärt, was uns als psychologische Unterdrückung im Inneren von anderen Nationen unterscheidet!

        Aber Sie ed altri als Nichtwähler? Vergessen Sie nicht, daß Trump gewonnen hat, weil Clinton verhindert werden sollte! Nichtwähler hätten das nicht geschafft!
        DANN erst begreifen die Leute (Wähler) die Zusammenhänge!

      • @Nathan

        Und Trump hat mit seiner Formel ‚Amerika first‘ nicht eine kulturelle Besinnung angestimmt, sondern versucht damit den landesweiten Ausverkauf und Verrat der Globalisten zu verhindern. Das ist in einem viele Kulturen und Ethnien umfassenden Land, auch wichtig.

        Was sollte denn, als Kultur, für das Land als gemeinsamer Nenner dienen? Gottes eigenes Land? Damit hätte Trump nicht gewonnen, sondern mit seiner Agenda des Aufräumens und Beendigens von inkonsequentem Herumwurstel, gegen die Vormacht der Bellizisten usw…

        Es geht nicht um die US-Kulturnation und ihre mythischen Wurzeln oder ihren Genpol. Bitte genauer hinschauen. Die USA braucht Flächenrevitalisierung, wie es sie in NRW mit dem Ruhrgebiet gab usw… sie muss den MIK schrumpfen, die Massenarbeitslosigkeit bekämpfen, alles ohne Sinnbezug zu Konservatismus.

        Nationalismus ist Kinderei und Konservatismus versteht sich selber nicht, er ist als Gegenbegriff einer globalistischen Unkultur selber eine Schimäre, bzw. ein unfruchtbarer Maulesel, völlig unfruchtbar. –

      • @Conrath
        Natürlich hat Trump seine Parolen nicht unter kulturellem Aspekt ausgesprochen, aber es waren Parolen, mit denen sich seine Wähler identifizieren konnten.

        In der Rede von Herrn Höcke geht es auch um eine Feststellung/Forderung/Parole, mit der sich viele Menschen identifizieren! Nur wird diese Forderung aus bekannter Angst von keinem gestellt.
        Aber mit revidiertem Selbstbewußtsein kann man (in Ihrem Sinne!) ALLE FORDERUNGEN viel besser und mit emotionalem Hintergrund an das SYSTEM stellen!!
        Geht es Ihnen nicht auch darum, das System zu bekämpfen?
        Das System glaubt, uns im Griff zu haben. Sägen wir doch an diesem Ast!

      • hubi stendahl // 15. Februar 2017 um 15:39 //

        @nathan

        Zitat:
        „Aber Sie ed altri als Nichtwähler? Vergessen Sie nicht, daß Trump gewonnen hat, weil Clinton verhindert werden sollte! Nichtwähler hätten das nicht geschafft!“

        Das ist korrekt. Die Frage ist aber, was die Wähler geschafft haben. Es ist zwar noch nicht raus. Aber soviel kann man sicher sagen:

        https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2017/02/15/syrien-explosiv-kriegsgefahr-zwischen-usa-und-russland-nicht-gebannt/

        https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2017/02/15/naechster-zins-schritt-der-fed-hilft-den-langzeitarbeitslosen-nicht/

        Was glauben Sie, was im plutokratischen System des Westens Herr Höcke als Bundeskanzler für einen Spielraum hätte? Genau den, den Trump auch hat.

        Die Reihenfolge ist falsch. Erst muss der Crash kommen, dann kann man eine neue Gesellschaft andenken. Ich prognostiziere, dass die erstarkten Parteien LePen, Wilders oder Strache am Ende als Auslöser des Crashs dastehen werden, sodass die wahren Herren wieder einmal davonkommen, weil sie über die Medienmacht verbreiten werden, das rääächte Dilettanten das Vermögen der Menschen zerstört hätten.
        In diesem Sinne ist es wurscht ob sie wählen oder nicht. Sie haben ja gar keine Wahl. Siehe, ohne Vereinsbrille, die derzeitigen Aktionen von Trump im Nahen Osten und die Aktionen der FED gegen seine Interessen.

        Was glauben Sie warum Flynn gehen musste? Weil er vom Deep State abgelehnt wurde. Der hat kein Bein auf die Erde bekommen. Und genauso geht das seit 25 Jahren bei uns.

    • @Nathan

      Wissen Sie, es geht nicht darum, dass Sie mir jetzt das Standardargument, nämlich Umerziehung, Schulddiskurs liefern, das gibt es nämlich für mich nicht, insofern es eine Logik in der geschichtlichen Entfaltung gibt. Immer gab es so etwas wie Schuldzuweisungen durch Sieger/ Interessenten, aber der Begriff des Nationalen ist nicht so einfach, dass er eben von den Franzosen oder Briten einfach entliehen werden könnte. Das hat mit der besonderen Geschichte der mindermächtigen Deutschen Staaten zu tun. Was bleibt ist die Sprache und das in ihr Gedachte und Erfundene, auf den Weg Gebrachte. Das aber ist nicht national, sondern sprachkulturell Gewachsenes, kommt von überall her, aus Griechenland, Ägypten, den persischen Großstaaten usw…

      Wir brauchen ihn nicht als politischen Kampfbegriff. Können ihn adäquat ersetzen, indirekt.

    • @nathan:

      „Alle bisherigen Kommentatoren haben aus ihrer philosophischen Selbstdarstellungsverliebtheit übersehen, worauf es Herrn Höcke überhaupt ankam: Dem Ruf nach nationalem SELBSTBEWUSSTSEIN !“

      Er will also, daß wir deutscher werden, indem wir undeutsch werden?
      Ranma

    • Eberhard Schulz // 15. Februar 2017 um 16:48 // Antworten

      „Alle bisherigen Kommentatoren haben aus ihrer philosophischen Selbstdarstellungsverliebtheit übersehen, worauf es Herrn Höcke überhaupt ankam: Dem Ruf nach nationalem SELBSTBEWUSSTSEIN !“
      Herr Diogenes sollte vlt. bei der Sezession andocken?
      Ihrem Kommentar, lieber Nathan, habe ich nichts hinzuzufügen. Nachdem ich bis hierher gelesen habe brannte es schon in Kopf und Fingern. Danke, daß Sie mir eine schwere Anstrengung erspart haben.

      • @Schulz

        Gibt es auch eine nichtphilosophische Fremddarstellungsverliebtheit, lieber Kritiker, mit den brennenden Fingern und der heißen Stirne?

        Pauschalisierungen hätten ja schon eine gewisse Tendenz dazu, sozusagen aus sich heraus, nicht wahr?

  8. MutigeAngstfrau // 14. Februar 2017 um 20:59 // Antworten

    Die Petry kriegt ihr Kind, der Pretzell macht den Macker, der Höcke den Buhmann, und alle zusammen machen aus der gesteuerten Opposition das nötige Verwirrspiel zur Verhinderung einer ungewollten Mutation der Partei zur gefährlichen Brandung echten Widerstands. Läuft doch.

    Es wird halt ungemütlich werden in Schland. Mir gehen die Witze langsam aus.
    Aber trotzdem danke für die engagierte Auseinandersetzung mit dieser Posse, es lenkt einen wenigstens für ein paar Minuten von den eigentlichen Befürchtungen ab.
    Man fühlt sich auch nicht so alleine…

  9. Lieber Diogenes Lampe

    Einen kleinen Widerspruch sehe ich aber noch in Ihrer Ausführung. Höcke ist hohl und Höcke ist intelligent, was nun?

    Meine Biermetapher sah den Schaum weitgehend für Höcke vor und das Bier wurde bereits schal.

    Ja, mit den Programmrestbeständen der AfD ist es ein Problem und dem Fehlen einer guten Taktik. Da agieren die Trumpisten eindeutig geschickter.

    Was braucht die AfD?

    a) weitgehend Redeverbot für 9/10 ihrer Agitatoren, dann
    b) wenige, abgesprochene und gut durchdachte Programmpunkte,
    c) unmissverständlich gedolmetscht.

    Das nennt man positiv, gute Propaganda, es ist eine, die meint was sie behauptet, dies nur eben anschaulich und eindringlich tut. –

    Ja, Sie haben recht, die AfD spaltet gerade wieder und Höcke ist sicher tief unglücklich darüber und hätte sicher nichts gegen einen guten PR-Spindoktor, der etwas aus dem Off koordiniert. So sind es eben nur Laiendarsteller.

    Und das Thema Hegel können wir gerne anderswo vertiefen, schreiben Sie mir über Herrn Ludwig. Die eine Werkhälfte Hegels ist immer noch extrem wichtig und ergiebig, das nur kurz annotiert, der Spring-Systempunkt liegt beim zwar wiederentdeckten, aber immer noch schwer unterschätzten F.H. Jacobi, ‚der grauen Eminenz‘ der Spätaufklärung überhaupt. Jacobi war es, der die Begriffskonstellation aus Nihilismus und Materialismus/ Nominalismus prägte, historisch als Erster so formulierte, lange vor Schopenhauers Systemversuch und Nietzsches Literaturexistenzialismus.

    • Diogenes Lampe // 14. Februar 2017 um 22:23 // Antworten

      @ Conrath
      „Einen kleinen Widerspruch sehe ich aber noch in Ihrer Ausführung. Höcke ist hohl und Höcke ist intelligent, was nun?“

      Wo habe ich geschrieben, dass Höcke hohl ist? Er ist überhaupt nicht hohl, nur was er macht, ist es anscheinend leider nicht selten. Und da ergibt sich in der Tat ein Widerspruch zu seiner Intelligenz, der sich jedoch dann schnell wieder auflöst, wenn man Dummheit nicht als das Gegenteil von Intelligenz definiert, sondern als Abirrung von derselben.

      Übrigens: Ich weiß nicht, ob man F.H.Jacobi unterschätzt, auf jeden Fall überschätzt man ihn, wenn man ihn als „graue Eminenz der Spätaufklärung“ ansieht. Das war er ganz sicher nicht.

      • @Diogenes

        Ja, Sie haben recht, Höcke agiert hohl und agiert intelligent, der Widerspruch wurde nur sprachlich kritisiert, bleibt in der Sache bestehen.

        Nun, eine Annotation zu bestreiten ist wenig hilfreich, Sie gehören dann eben zu den, F.H.J. unterschätzenden, Rezipienten und stoßen Sie sich nicht an dem Wort ‚graue E.‘. Es ist sogar vom späten Hegel belegt, wie vom frühen Schelling und zeitlebens von Fichte, dass sie gegen Jacobi, wie gegen einen immer anwesenden ‚Sparringspartner‘ anformulierten, das kann ich Ihnen gerne zitieren. Er war eben nicht der ‚Glaubensphilosoph‘ und gefühliger Pietist, das zeigte Leo Strauss in seiner Diss. bei Cassirer 1907, übrigens auf nur insgesamt nur 7 Seiten (eine wegweisende Doktorarbeit!), das Jacobi einen Systemstandpunkt vertrat, allerdings zum Teil in der vorkritischen Diktion, er war ja Zeitgenosse Kants. Nach Reformulierung seiner älteren Nomenklatur in die Systembegrifflichkeit der drei Kritiken, konnte Strauss dies alles mit Bravour aufzeigen. Zugleich hatte Jacobi das Problem der praktischen Vernunft veritabel einbezogen, also bitte argumentieren oder still genießen/ oder auch sich ärgern, darin sind wir alle ja entscheidungsfrei.

  10. @Nathan (der Weise?) der Fehlerteufel war da, also nochmal!

    Nun, da teilen Sie aber gleich zu Anfang mächtig aus. Nur was gebiert schließlich der Elefant des Anspruchs?

    „Ruf nach nationalem SELBSTBEWUSSTSEIN !“ Zitatende N.

    Ruf? Und das ausgeführt von einem nichtkoordinierten, wie Sie behaupten, natürlichen Laienspielertrupp?

    Was bitte ist die Phrase und warum Selbstdarstellung, wenn es doch nur um Kritik geht.

    Herr Nathan, ich bleibe nicht bei der Rhetorik der Kritik stehen.

    Brauchen wir den RUF des Patriotismus, oder brauchen wir die nüchterne Fortsetzung von Rechtsstaatlichkeit und Selbstbestimmung der hier lebenden Deutschen?

    In dem Moment wo ich eine einzige, unbedachte Überhöhung nutze, wartet doch nur der Chorus der Gesinnungspolitischen auf die Gelegenheit zum Kontrageschrei. Das sollten Sie mir wenigstens als Sachkritik, nicht Selbstbespiegelung, durchgehen lassen, oder?

    Also, die maximale Nüchternheit, Knappheit in dem Vortrag der Programmpunkte ist erforderlich, politischer Purismus pur. –

    Warum?

    Weil die Gesinnungsschreier schon die Überhöhungen und Gefühltheiten ihrer Minderheitenpolitik gepachtet haben, darum!

    Machen wir Ihnen doch nicht ihr blödes Refugium kaputt, sie sollen sich drin suhlen, sollen ihre orangefarbenen Tunten im Bundestag anstaunen, wie die Ewig-Konfirmantin Göhresonstwas von den Oliv-Militärgrünen.

    Ein Spindoktor könnte aus diesen Widersprüchen arbeiten und formen.

    Also 500.000 Euronen und Sachspenden, ein mobiler Campus und, wie gesagt, weitgehendes Redeverbot für die Allermeisten und einige wenige, handverlesene RednerInnen. Es gibt einige gute!

    Wer glaubt wir brauchten einen Patriotismusdiskurs, wenn gerade alle Gesetze in einem landesweiten Notstand einfach gebrochen und Kriege vorbereitet werden usw, der ist nicht richtig gebürstet, hat nicht genügend nachgedacht, so einfach ist das. –

    Ich liefere den anderen doch nicht das Frühstück, in das sie dann nach Herzenslust reinkotzen können, das ist a-taktisch, also politisch blöde. –

  11. HÖCKE und ICH haben etwas gemeinsam:
    Wir haben beide nicht das geringste mit den Verbrechen die vor 1945, mithin lange vor unserer Geburt, geschehen sind zu tun.
    Als ich das erste mal von diesen Geschehnissen erfahren habe, so in der Mitte der 1960iger Jahre als ich in der 4. Volksschulklasse war, habe ich dieses Erbe, die sog. Erbschuld, gleich abgelehnt.
    Mein Großvater mütterlicherseits war SPD Mann und wurde vor dem Krieg von SA Leuten anlässlich eines Wirtshausstreites erschlagen.
    Das wurde dann als Eisenbahnunfall getarnt.
    Und meine Großmutter musste ihre 12 Kinder alleine durchbringen.
    Ich weis also was die NS SIPPENHAFT bedeutet.
    Glücklicherweise war das 1945 vorbei.
    Wenn mir jemand mit „UNSERER SCHULD“ kommt sage ich zu ihm:
    „Wenn Du Schuld auf Dich geladen hast erleichtere Dein Gewissen und mache eine Selbstanzeige!
    Wenn Dir dazu der Mut fehlt beichte es einem Priester!
    Aber bitte sprich nicht von UNSERER Schuld!“
    Ich habe mit all dem absolut nichts zu tun und kann es schon lange nicht mehr hören wenn sich unsere Politiker und sonstigen Gutmenschen mit ihrem Schuldstolz beweihräuchern.

    • @ Tacheles

      Wen interessiert das? Das ist nur Ihre persönliche reduktive Lebenssicht, mehr nicht. Garantieren Sie dem Rest der Menschen, dass sie nie vorher gelebt haben?

      Immerhin glauben über 30 % der Europäer mittlerweile an wiederholte Erdenleben, weltweit sind es mehr. Auch das ist daher ein Knallbonbonthema, der Quatsch von der ‚Gnade der späten geburt‘ Unsinn, es ist eine Selbstverständlichkeit, die brauchen Sie so wenig zu thematisieren, wie das Himmelsblau, ein Blick genügt.

      Warum?

      Nun, beweisen lässt sich weder, das wir Eintagsfliegen, noch das wir Übersterbliche sind, also raus aus dem Diskurs. –

      Sie nehmen doch auch eine Frage zur Primzahlzerlegung nicht ernsthaft in ein Wahlprogramm hinein, da lachen doch nur die anderen Gesinnungskontras?

      So etwas ist strikt zu vermeiden, sollte im besten Sinne offen gehalten werden, wie die Primzahlzerlegung, es gibt doch die Schnittmenge, formulieren Sie die doch, es ist nicht schwierig.

      • @Conrath:

        Genau diese Ausführungen machen deutlich, warum wir uns an frühere Leben nicht erinnern dürfen.
        Ranma

    • hubi stendahl // 14. Februar 2017 um 22:17 // Antworten

      @tacheles

      „HÖCKE und ICH haben etwas gemeinsam:
      Wir haben beide nicht das geringste mit den Verbrechen die vor 1945, mithin lange vor unserer Geburt, geschehen sind zu tun.“

      Das haben wir alle gemeinsam. Selbst die noch wenigen Zeitzeugen dürften kaum Verantwortung tragen.

      Darum geht es aber nicht. Es geht darum, dass man Mehrheiten dafür findet, die Geschichtsklitterungen richtigzustellen, die oligarche Globalisierung zu stoppen und die Kriegslust öffentlich zu machen. Natürlich auch deutlich zu machen, dass der Mensch ein soziales Wesen mit begrenzter physikalischer Reichweite ist und sich damit auch begrenzt identifizieren kann.

      Und wo ist nun der Plan, das Konzept, um diesem Anspruch gerecht zu werden?
      Ich sehe im Moment nur eine kleine zerstrittene Truppe, die sich um Plätze auf der Tribüne streitet.

      • @Hubi

        Aber Wahlkampf mit wenigen Hauptpunkten darf nicht zu einem Geschichtsseminar werden, nur die wichtigsten Hauptpunkte müssten dargelegt werden, Jugoslawienkrieg, Angriffskriege/ Ramstein, Sanktionen, … und die wiederholen, wiederholen, wiederholen!

        Wer es gut macht ist der geschulte Willy Wimmer, er konzentriert sich immer auf ganz wenige Hauptpunkte, immer wieder. Die erklärt er dann lang und breit, mit Beispielen, Kunstpausen, Andeutungen, also mit positiver Rhetorik und es ergibt sich daraus eine sichere Gesamttendenz, darum geht es, die bleibt bei den 70 % der Wähler dann hängen und ist entscheidend.

      • hubi stendahl // 15. Februar 2017 um 15:45 //

        @conrath

        Zitat:

        „Wer es gut macht ist der geschulte Willy Wimmer,….“

        Nicht weil er nur einen Steinwurf von mir entfernt wohnt, sondern weil er Kommunikations Profi ist, während Höcke Einer „wie Du und Ich“ ist und damit nur Bruch erleiden kann. Er missachtet die banalsten Erfolgs-Gesetze.

      • @Hubi

        Ich dachte es mir schon, die Nieder-Rheinländer unter sich. Wurde in Meerbusch, Kreis Grevenbroich groß, Sie sind dann auch Grevenbroicher schätze ich mal. Und Willy W. verkörpert eben auch eine interessante Mischung aus Gewitztheit, niederrheinischem Sarkasmus und etwas französischem Kultureinschlag, eine spannende Mischung, weil etwa die Berliner oder Münchener Unsereinen immer schnell schwerstens unterschätzen. Nur wir fangen doch meist erst dann und da an, wenn/ wo die anderen schon oben an der Fahnestange angekommen sind und wieder runter wollen, das ist das Signal für uns, mit Mutterwitz und Anstrengung erst recht loszulegen. Das begreifen selbst die katholischen Domstädtler nicht. Offen sind die Jan Wellem Nachgeborenen in ihrem Dorf an der Düssel. Wer bringt schon solch illustre Leutchen wie, Jacobi, Engels, Heine, Goebbels, Wimmer, … zusammen, wenn nicht die Nachkommen der alten Grafschaft Jülich und Berg, bis hinauf oder herunter, nach Kleve, Beuys, Henkel,…?

        Habe viele weitere hier ausgelassen, Sorry.

    • @tacheles:

      Gerade wenn du den Schuldkult ablehnst, weil du Opfer der Nationalsozialisten in der eigenen Familie hast und nun auch noch mit den Tätern in Sippenhaft genommen werden sollst, dann hast du allen Grund dazu antideutsche Wörter wie Schuldstolz abzulehnen anstatt auch noch durch deren Gebrauch zu deren Verbreitung beizutragen. Solche Wörter entspringen den gleichen Geist und werden sonst ausschließlich von den gleichen Leuten verwendet, die dich in die Sippenhaft mit den Nationalsozialisten nehmen wollen.

      Außerdem ist das fragliche Wort ein Oxymoron. Du bist entweder stolz wie ein Türke (der keinen Grund dazu hat) oder fühlst dich schuldig wie ein Deutscher. Beides zusammen geht nicht.
      Ranma

  12. @Nathan

    „Januar/Februar sind DIE Monate, wo immer an dem Schuldkult gefrönt wird.“ Zitatende N.

    Das alles hat aber nichts mit Politik (der Polis für alle) zu tun, ist nur ‚Politiksimulation‘, denken Sie das einmal richtig durch. Ansonsten wiederholen Sie den Mist, den man Ihnen vorgesetzt hat. –

  13. Diogenes Lampe // 14. Februar 2017 um 23:31 // Antworten

    @Conrath // 14. Februar 2017 um 22:06 //

    „@Diogenes
    Also mit einem Wort, Themenschrumpfung!“

    Themenfokussierung trifft es besser. Wobei es eben auch um Erweiterungen, z.B. auch noch um das große Thema Soziale Frage geht, zu dem ich von Herrn Höcke auch noch nicht viel gehört habe, zumal sie sich ja auch mit der ökonomischen und finanziellen Statusfrage Deutschlands ganz grundsätzlich stellt.

    Denn wenn wir die Forderung nach einem Friedensvertrag und nach der Wiederherstellung des Rechtsstaats und des souveränen Nationalstaates stellen, dann kommen wir an diesen Fragen nicht vorbei.

    Wenn manche Leute aber immer erst ihr „deutsches Nationalbewußtsein“ brauchen, um von der „deutschen Kollektivschuld“ entlastet zu werden, dann sind sie zu sebstbeschäftigt, um begreifen zu können, dass es gerade ganz konkret um Krieg und Frieden geht; in der Welt, in Europa, in Deutschland. Für alle Völker! Ein dauerhafter Friedensvertrag für Deutschland ist davon nicht zu trennen. Genausowenig wie von der Souveränität Deutschlands und dem Rechtsstaat Deutschland. Erst wenn Beides sichergestellt ist, kann man überhaupt erst wirksame Maßnahmen treffen, um das gegenwärtig durch die „Flüchtlingskrise“ und den imperialen IS-Islamistenterror hereingebrochene Chaos zu bewältigen.

    Also wenn hier jemand Themen einschrumpfen will, dann sicher nicht ich.

    • @Diogenes

      Themenfokussierung := Themen(Feld-)schrumpfung.

      Also es meint (ich beschrieb damit) den Umfang an Themen zu reduzieren, nicht die Diskurstiefe und zwar auf die, für die 70 % der Wähler wichtige Schnittmenge, so wie Sie diese auch aufführen, wo bitte sehen Sie da einen begrifflichen Dissens?

      • Diogenes Lampe // 15. Februar 2017 um 00:23 //

        Ich störte mich nur am Begriff „Schrumpfung“ als womöglich missverständlich.

    • @Diogenes Lampe

      Aber auch Ihnen dürfte klar sein, daß EU, Euro, Nato, Überfremdung Folgen des 30jährigen Krieges gegen Deutschland sind? Haben Sie das schon mal publiziert?
      Eine Gegenwehr wurde immer im Keime erstickt, immer mit der Faschismuskeule oder mit dem Schuldkult. Damit sich kein deutsches Selbstbewußtsein bildet?
      Wollen Sie wirklich nur einige Symptome behandeln, aber nicht den ganzen Körper heilen?
      Denken Sie doch einfach mal die Rede von Herrn Höcke weiter, für die nächste Gelegenheit, als Fortsetzung?
      Will er nicht vielleicht den Körper, die Symptome und die Seele heilen?

      • Diogenes Lampe // 15. Februar 2017 um 00:36 //

        Du lieber Himmel! Wenn er das wirklich wollte, bräuchte er wirklich einen Arzt oder wäre das Opfer eines schlechten Apothekers.

        Aber genau Leute wie Sie, die ihm solche Heilandqualitäten ansehen, sind in der Tat die größte Herausforderung für ihn und seine Eitelkeit. Nicht Frauke Petry.

  14. Lieber Herr Nathan,

    unterschätzen Sie nicht ihre Mitmenschen. Angst ist immer! ein schlechter Berater. Auf Angst gebaute politische Agitation hat schon verloren, bevor sie überhaupt begonnen hat. Die Menschen wissen das, instinktiv. –

    Echte Gefährdungen sind zu protokollieren und übersichtlich und begrifflich klar gefasst zu kommunizieren und wie gesagt, auch immer wieder zu wiederholen!

    Jede Undeutlichkeit, Übertreibung schlägt dennoch zurück. Wir sollten die Methoden unserer Gegner nie nachahmen und natürlich sind wir beide uns darin einig, gegen dieses verlogene System zu kämpfen, na klar, aber mit den besten, wirksamsten Waffen, darum geht es hier im Gespräch, nicht darum sich weiter herumschubsen zu lassen und für dumm verkauft werden.

    Ich klinke mich für heute aus, gute Nacht allseits.

  15. Diogenes Lampe // 15. Februar 2017 um 00:05 // Antworten

    @nathan // 14. Februar 2017 um 23:17 //

    „@Diogenes Lampe

    Januar/Februar sind DIE Monate, wo immer an dem Schuldkult gefrönt wird. Glauben Sie nicht, daß das SEHR VIELE Leute mittlerweile nervt?

    Tja lieber Nathan; wer Deutschland retten will, braucht nunmal starke Nerven. Wenn Sie sich so davon beeindrucken lassen, indem Sie die Entlastung von ihm als so primär ansehen, dann liegt das Problem doch mehr in Ihnen selbst.

    „Und genau DIESEN Nerv hat Herr Höcke genau zu DIESEM Zeitpunkt treffen wollen, woran sich kaum ein anderer traut, alle den Schwanz einziehen!“

    Man könnte auch sagen, Herr Höcke hat da ordentlich auf Ihren Nerven rumgetrampelt.

    „Haben Sie nicht das Aufjaulen des Systems gehört?“

    Das war doch eine prima Beschäftigungsinitiative für die Empörungsindustrie! Die jaulten vor Freude auf!

    „Stattdessen verlieren Sie sich in epischer Breite an der sinnvoll aufgebauten Rede von Herrn Höcke, um genau von der Pointe abzulenken!“

    Nein, wenn schon, dann, um sie als ziemlich dämlich an den Pranger zu stellen.

    „Abgesehen davon hat Herr Höcke noch viel Zeit und Gelegenheit, andere Themen aufzugreifen.“

    Na dann können wir uns ja gemütlich zurück lehnen und warten, bis uns Ihro Gnaden davon zu unterrichten geruht.

    „Aber INNERPARTEILICH versucht er, Spreu vom Weizen zu trennen. Man sieht es an den Reaktionen, denn wie anders hätte er sie aus der Reserve locken können?“

    Da haben Sie in der Tat recht! Darauf lief seine Rede hinaus! Im innerparteilichen Machtkampf hat er, wie ich ja auch betonte, sehr geschickt agiert und Frau Petry erfolgreich vorgeführt und unter Zugzwang gesetzt. Und da diente ihm eben der patridiotische Klimbim imgrunde nur als Werkzeug.

    „Erkenne den Feind, war vielleicht die Devise? Und das war nötig!“

    Und der Feind heißt: Frauke Petry! Das Opfer: Die eigene Glaubwürdigkeit und die der AfD insgesamt!

    • @Diogenes Lampe
      Da Sie ja nun (wie das System) weder Höcke noch Petry noch die AfD mögen, ja was mögen Sie dann? Auch Deutschland wollen Sie nicht vom „Schuldkult“ befreien (wie das System). Und die „Glaubwürdigkeit“ der AfD ist Ihnen doch völlig egal!
      Warum schreiben Sie dann über Höcke und die AfD? Das können andere besser!

      Wenn es einen Richtungsstreit in der AfD gibt, dann ist es gut so, denn dann wird die Glaubwürdigkeit doch erst hergestellt. Darauf warten nämlich sehr viele! Vor allem die, welche eine SYSTEM-ALTERNATIVE suchen. Und die sehe ich doch wohl eher bei Höcke und nicht bei Petry.
      Lucke hatte etwas vorgegaukelt, die insolvent-gewesene Petry spielt eine system-devote Rolle, wenn es ihr (als Sprachrohr) nur darum ginge, die Partei zu schützen? Aber was bleibt dann von Petry übrig? Nichts!

      Was Sie da als „patriotischen Klimbim“ bezeichnen, hat mir eher etwas mit Würde zu tun. Ich erinnere mich noch an Höckes ersten Fernsehauftritt bei Jauch, als er eine Deutschlandfahne über seine Sessellehne legte: Ein tolles Signal, daß selbst Herrn Jauch die Kinnlade sichtbar herunterfallen ließ!
      Sehen Sie nun, wie devot unsere etablierte Politkaste ist?
      Viva Höcke!
      Auch damals jaulte die „empörte“ Systemmeute!

      „Der“ Feind heißt nicht nur Petry, da gibt es noch andere ehemalige Alt-Systemparteilinge, die Karriere machen wollen und sich als „alte Profis“ besser verkaufen können. Die noch junge AfD muß diesen Säuberungsprozess durchmachen, je früher desto besser, sonst schwindet das Interesse UND die Glaubwürdigkeit.
      Vor allem kennen wir ja bis jetzt erst sehr wenige Persönlichkeiten darin. Das ändert sich erst, wenn sie im Bundestag sind, hoffentlich die Aufrichtigen!

      • Lieber Herr Nathan,

        verwechseln Sie in Ihrem Eifer aber nicht schlechte Kommunikation und Abstimmung mit politischer Durchschlagskraft oder fehlender Motivierung (bei Lampe). Das zeigt, dass Sie sich in Ihren eigenen Begriffen nicht auskennen und das sollten Sie bitte ernst nehmen!

        Das Diogenes Lampe für Veränderung brennt, ist nicht in Zweifel zu ziehen, es geht nur um die besten Werkzeuge. Sie fallen aber in das Hauptproblem des Denkens überhaupt, die Fallgrube des Naturalismus!

        Was ist das, Naturalismus? Es ist nicht Naturnähe!!

        Naturalismus als Denkstil, stellt sich immer dann ein, wenn Sie willkürlich eine im Gespräch und in der Überlegung/ Sache, eine, in einem Vorgang enthaltene, weitere Argumentationsebene einfach herausnehmen, ignorieren (egal ob bewusst oder unmotiviert) also wenn Sie selber eine ’semantische Schrumpfung‘ (nicht thematische!) betreiben. Das geschieht natürlicherweise nicht motiviert, und kann von Rhetorikern sogar (motiviert) trainiert werden, hemmt aber Ihr Anliegen, sprich, führt zu einem Widerspruch, die Gelehrigen nennen das auch gerne Aporie, ist aber nix anderes. Und die Rhetorikerzunft scheitert, seit Sokrates mit seiner Mittagslampe auf dem Athener Markt herumging, regelmäßig an den Aporien die sie mit viel Aufwand erzeugen.

        Nein, Politik als Politik betreiben, darum geht es!

        Alles andere führt nicht weiter, es ist so einfach.
        Und die beteiligten Menschen als Menschen nehmen, das merken die, fertig!.

        Natürlich ist ein Bernd Höcke weit überdurchschnittlich daran interessiert etwas zu verändern, aber unter Umständen mit dem Einsatz ungeeigneter Werkzeuge, darum sollte es gehen, sonst wachsen nur die Widersprüche (wird die Kritik an Höcke personalisiert), in denen sich manche, aus der Not geboren (Möllmann) dann auch noch gerne aufhalten und öffentlich suhlen, bis sie genug davon haben und ihre eigentlichen Möglichkeiten neu nutzen.

        Denken Sie einfach alles integral, zusammenhängend durch, dann passt es auch.

        Grüßend

    • Guten Morgen Herr Lampe

      Sie politisieren den, ich schätze jüngeren, Herrn Nathan. Er will vom Schuldkult befreien und hat ihn selber. Na, na, na!

      Aber natürlich doch, was ist denn Psychologisieren?

      Genau so etwas! Nur wenn Sie jetzt ex post Höcke argumentativ wieder auferstehen lassen, dann verwischen Sie Ihr eigenes Argument. Aber bevor Sie mich dafür verantwortlich machen, in einer automatischen, viertelbewussten Reflexreaktion, es geht mir immer noch um das Thema ‚psychofreie/ psychobefreite Politik‘.

      Und wenn Sie Höcke in der Funktion des innerparteilichen Aufräumers schildern und lobpreisen, dann ist auch das nur eine dritt- oder viertbeste Idee!

      Warum?

      Weil es in der Öffentlichkeit als das ankommt, was es ist, der Wähler wird nämlich, durch diese Art von politischer Küchenpsychologie, völlig unterbewertet, unterschätzt. Bei den 70 – 8 % also den der AFD/ Linken fehlenden 62 % Wählern, kommt nämlich und zwar nachhaltig, an:

      Ach schau, die sind auch völlig zerstritten, wie sexy aber auch! Und sieh, Petry im hellen Mutterkittel, in gravitas, wie gut Ihr das steht und sie begrüßt die Schranzen im Selbstbedienungsladen, genannt Bundestag.

      Das kommt unterm Strich an, eine Melange aus Gefühlen und Bewertungen, darauf sollte, ja muss, Wert gelegt werden.

      Petry müsste alle wichtigen Programmpunkte fokussieren (ja, nicht schrumpfen, Herr Lampe) und dann den Wahlorganisator anrufen, damit sie unbekümmert ihre Mutterschaftsferien antreten kann. Übrigens, das letzte ist ein Riesenbonus. Als Campusbeauftragter kämen von mir alle 14 Tage Bilder von Petrys vorbereitetem Kinderzimmer, Arztberichte (Junge oder Mädchen) und ansonsten knallharte und exzellent abgestimmte Programmpunkte, jeder Monat mit nur einem Programmschwerpunkt und ganz vielen ‚No Gos‘!

  16. Ein Zeichen? Ein Hinweis? Wohl kaum ein Zufall.
    Höckes Parteiausschlussverfahren wurde wann bekanntgegeben?
    Richtig, am 13. Februar.
    Da war doch was… Dresden. So schließt sich der Kreis.
    Deutlicher geht es wohl kaum noch, für wen und was das Doppel-P-Gespann steht.
    Auch wenn ich mit wählen gehen hierzulande wenig am Hut habe, eben wegen solchen Gegebenheiten, hoffe ich, daß diese Zwei durch die Causa Höcke ganz gewaltig auf die Schnauze fallen.

    • MutigeAngstfrau // 15. Februar 2017 um 07:53 // Antworten

      Das wäre schön, dann gibt es eine kleine Hoffnung auf eine ungesteuerte, den Tiefenlenkern entgleitende Mutation dieses dem Volke präsentierten Kauknochens AFD zur Abreaktion der Widerstandsreste.

      Schuldkult. Ja, er ist das einzige wirksame Mittel, die Mitteleuropäer weiter am Beißring zu führen, und da knabbert keine noch so philosophische Maus auch nur den kleinsten Faden ab.
      Wenn dieser Kult nicht schwindet, dann schwinden wir uns länger hier Aufhaltenden.
      Ohne Geschichts-Entfälschung für Massen haben wir nicht den Anflug einer Chance.
      Wir sehen im Dresdner Busturmhochbau doch gerade live auf wirklich groteske Weise, wie verdrehte Botschaften wirksame Gifte der Hirnvernebelung entfalten.
      So läuft es seit etwa hundert Jahren im Turbo.

      Wenn die Masse bis heute dadurch nicht begreifen kann, wie und warum der Zar abgeschlachtet, Kennedy erschossen, Gaddafi gepfählt…… wurden, können wir das mit dem Parteientheater wirklich vergessen.

      • Hallo MutFrau

        Die Mitteleuropäer?

        Warum fangen wir nicht bei uns selber an? Es hilft doch nicht sich im dunklen Keller die Angst weg zu pfeifen. Natürlich haben Sie, wie jeder andere normale Mensch, wie ich auch, irgendwann sogar heftige Angst und zwar, nach Alexander Gosztonyi, in genau dem Moment, wo etwas in Ihnen von innen her eine Konfrontation sucht, die sie zwar auch Außen suchen, aus Gewohnheit, die aber von ganz innen, also vom übersterblichen Seelenkern aus beginnt und mit äußeren Verhältnissen dann wechselwirkt.

        Niemand garantiert Ihnen, dass Sie nicht auch im letzten oder im viertletzten Krieg oder wann immer dabei waren, oder privatkriminell waren und nicht nur als Friedensengel herumgingen! Schauen Sie, schon in Ihren Nicknamen führen Sie dieses (allgemeinmenschliche) Problem an. –

        Es geht nicht an, die Kinderei zu glauben, wir wären karmisch leere, unbeschriebene Blätter. Erst auf dieser Folie können die berufsmäßigen Umprogrammierer der Angst dann den Leuten künstliche, (interessengeleitete) Schuldformel einreden und damit verdienen oder Macht ausüben.

        Diese künstlichen Schuldformeln werden aber nicht durch NICHTS ersetzt (das glauben nur Nihilisten und Materialisten) sondern durch die realen Verschuldungen, die wir immer gratis in unserem Lebensgepäck mitbringen ohne die wir nicht ausreifen könnten.

        Und die Weltvorsehung hat für jeden einen und viele Wege bereitet, nach und nach, dieses Konto in positive Fähigkeiten zu verwandeln.

        Echter Grund für Panik ist also nicht/ nie gegeben und genau deswegen, sollte mensch aufkommende innere Schuldkonfrontationen nicht wegwischen und durch billige politische Ersatzformen (CO2-Lüge, Malthusianismus, materialistische Untergangsphantasien) ersetzen.

        Die Gesinnungspolitik arbeitet ausschließlich mit solchen Pseudo-/ Ersatzängsten.

  17. Lieber Diogenes Lampe,
    hier nur drei kurze Anmerkungen (darunter 2 kritische): 1. Die Entfernung der Erde von der Milchstraße ist Null ! Die Erde befindet sich in einem Spiralarm einer Galaxie, deren Sterne wir als weißes nebliges Band am Abendhimmel wahrnehmen (daher Milchstraße). Wir sind also Teil dieser Milchstraße. Daher ist Ihr Entfernungsvergleich von AfD zur Fundamentalopposition nicht geglückt (der Andromedanebel wäre geeigneter). Außerdem fällt mir immer wieder auf, dass Menschen, die sehr gekonnt mit der Sprache jonglieren und philosophieren können, die eine oder andere Schwäche in den Naturwissenschaften offenbaren (umgekehrt gilt das natürlich genauso). 2. Ich würde den Bau der Waldschlösschenbrücke nicht im gleichen Sinnzusammenhang mit der Wahl des OB Hilbert nennen. Ich bin 3 bis 4 mal im Jahr in Dresden und finde diese Lösung verkehrstechnisch ein Segen im Vergleich zu den Zeiten der Dauerstaus am Blauen Wunder. Natürlich hätte es ein Tunnel auch getan, aber der Brückenentwurf passt sich unaufgeregt ins Landschaftsbild ein. Es gibt schlimmere Bausünden im Elbtal. Die Touristen kommen trotzdem zuhauf in diese schöne Stadt. Den Dresdener war eben das Hemd näher als die Hose, das hätte man in vielen anderen Städten genauso entschieden. 3. Das die AfD nichts anderes ist als ein Trojanisches Pferd des Establishment um die zunehmende Anzahl der Kritiker in Deutschland kontrolliert zu verwalten, da gehe ich voll mit Ihnen mit.

    • @Bär Lusconi

      Ihr Zitat:
      „3. Das die AfD nichts anderes ist als ein Trojanisches Pferd des Establishment um die zunehmende Anzahl der Kritiker in Deutschland kontrolliert zu verwalten, da gehe ich voll mit Ihnen mit.“

      Das betraf sicher die Gründung der AfD unter Lucke, um die NPD als bis dahin einzige bedeutende nationale Partei zu verdrängen. Ist ihnen ja gelungen. Verwendete sie doch die gleichen Parolen wie die NPD, aber als neue „professorale“ Partei gab sie dem nationalen Wählerpotential von 15% ein „wählbares“, =kontrollierbares Aushängeschild, ganz im Sinne des Systems.
      Nur hatte man nicht die Rechnung mit dem angelockten nationalen Parteivolk gemacht. Dieses sah damals eine Verwirklichung in Frauke Petry, gegen den durchschauten Lucke.
      Und heute?
      Da wird das ehrgeizige Emporkömmlings-Duo Petry/Pretzell als DIE Spalter empfunden, statt zu integrieren. Dargestellt wird deshalb aber, medial unterstützt, als wäre Herr Höcke der Spalter, der ausgeschlossen werden muß.
      Es ist zu erwarten, daß die AfD dieses Falschspiel nicht mitmacht.

      Die Zusammensetzung der noch jungen AfD ist noch nicht durchschaubar, da in der Öffentlichkeit die Systemmedien IHR EIGENES systemdienendes Auswahlsystem ansetzen.

      So bleibt den „echten“ Afd-lern vorerst nur übrig, EIGENE Akzente zu setzen, um der nach Außen mediengeförderten scheinbaren Systemdominanz ein Gegenmodell darzustellen, was bei der Mediengewalt der Lügenpresse natürlich sehr viel schwerer ist.
      Aber diese „Zwischenrufe“ haben den Zweck, aufzuwecken. Den, der es spürt. Derjenige, dem es nicht ins „System“ paßt und der eine kontrollierte AfD als trojanisches Pferd befürwortet, sind natürlich die lautesten Schreier, wie man hier feststellen kann. Sie wollen einer ECHTEN Systemalternative-AfD keine Chance geben.

      • @Nathan

        „Da wird das ehrgeizige Emporkömmlings-Duo Petry/Pretzell als DIE Spalter empfunden, statt zu integrieren.“ Zitatende N.

        Eine Chance sollte man der AFD geben, das ist richtig. Vorher ihren vollständigen Untergang zu posaunen, ist a-taktisch bis vorsätzlich dumm/ bzw. drittinteressegeleitet.

  18. Und zu Flynns Entlassung:
    http://vineyardsaker.de/2017/02/14/dies-und-das-nichts-und-so-vieles/#comment-9498

  19. Unglaublich, aber wahr!

    DITIB wird von unseren Globalisten-Massenmedien und “’unserer“‘ Regierung seit Jahren geduldet.

    Nun, wo es von DITIB endlich einmal gegen Gülen gerichtete, innere Ermittlungen gibt, wird in vorauseilendem Gehorsam für die Transatlantiker-Kriegstreiber, dagegen ermittelt:
    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/ditib-spionageverdacht-polizei-durchsucht-wohnungen-von-ditib-geistlichen-a-1134623.html

    So enthüllen sich die Transatlantiker durch ihre konkreten Taten, jeden Tag etwas mehr. –

    Danke liebe, vorauseilende Ermittler und besonderen Dank an Eure Vorgesetzten, Amri und Konsorten laßt ihr ja schön frei agieren, als professionell arbeitende Staatsterrorplaner.

    • „Unglaublich, aber wahr!

      DITIB wird von unseren Globalisten-Massenmedien und “’unserer“‘ Regierung seit Jahren geduldet.“

      Korrekter wäre zu sagen: DİTİB wurde von deutschen Regierungen und ihren Wählern über viele Jahre hinweg ausdrücklich gewünscht. Gerade WEIL DİTİB dem türkischen Staat nahesteht, hielt DİTİB islamistische Haßprediger aus deutschen Moscheen fern. Wenn daraus jemand jetzt einen Skandal machen will, dann könnte man tatsächlich auch herauslesen, daß derjenige mehr selbsternannte Khalifen wünscht…
      Ranma

      • @Ranma

        Also erweitern Sie Ihren assoziierenden Denkstil zu einem, der auch ‚Vierfachverhältnisse‘ verstehen lernt, das sind u.a. Begriffe die Sie doppelt über Kreuz auslesen können. Befassen Sie sich damit.

        Wenn Sie vier echte Antagonisten in doppelverkreuzung verstehen, dann trainieren Sie es.

        Das AGIL-Schema eignet sich dazu bestens:
        https://de.wikipedia.org/wiki/AGIL-Schema

        Aber es gibt hundert andere Beispiele für gelingendes, starkes, quaternäres Denken, etwa von Ken Wilbern (wobei ich einschränke, nicht alles von ihm mittrage/ mitdenke, aber Wilbern erweitert unser Nannydenken zu mindestens 80 % Umfang, um es mal vereinfacht zu sagen). –

        Und ein anschauliches Negativbeispiel liefert unser Freund Möllmann kostenlos für diesen Block. Es ist sein, ganz simpler, ‚dualschematisierender‘ Denkstil, der keinerlei Komplexität auflösen kann und daher immer wieder unbeholfen neu starten muß und dabei weitere Widersprüche hinterlässt und von außen leider einfachst manipuliert werden kann (laut Volksmund Schwarz-Weißdenken) ohne jede Dialektik, rein automatenhaft > Dianetik-Automation. Es ist gutes Anschauungsmaterial, hier im politischen Basisseminar und vielleicht steigt Möllmann um, auf einen komplexeren und vorallem knapperen, Denkstil.

    • @Ranma

      Ich hatte mich doch etwas zu knapp ausgedrückt.

      Die DITIB-‚Kritik‘ habe ich seit vielen Jahren verfolgt und aktiv mitgetragen, aber der imperialistische Staat ließ DITIB bisher großzügig in DE gewähren, machte sehr wenig gegen die Grauen Wölfe, gegen Angriffe gegen die liberaleren Kurden, usw…

      Nun, wo Erdogan jedoch, um zu überleben, einen Schwenk gegen Nato/ USA machte, nach dem Versuch ihn zu putschen, wird DITIB gefilzt. Es wird also der gegen die USA-gewendete Erdogan gefilzt, der in höher Not durch die RF Rettung bekam und die Putschistenmitläufer natürlich verfolgen muß, als Erwachsene/r.

      Für Erwachsene Menschen, die mehr als 3 Relationsebenen selbstständig verstehen können (weiter als bis 3 zählen sagt der Volksmund dazu), wird Erdogan damit noch ‚keine Lichtgestalt‘. Aber er hat eine andere Agenda annehmen müssen (vierte Relation). Das beinhaltet, die Reinigung von (vortrumpscher-) US/ Gülenaktivisten, überall im Land und auch in DE. Hierhin haben sich viele US-Putschisten geflüchtet.

      Dass dies nichts für unsere Nanny-Tagesschau ist, versteht, wer auch in 4 Relationsebenen denken kann. Erst dort können nämlich doppelte Antagonismen und sog. Diagonalschnitte (Dedekind) verarbeitet werden, intuitiv. Für Erwachse gilt, das der Feind meines Feines nicht unbedingt bereits mein Freund ist (starre Relation). Das ist (politischen)Kindergartenkindern eben nicht vermittelbar.

      Wir leben in spannenden Zeiten, was die Entfaltung der praktischen Vernunft der Allgemeinheit betrifft. Die Vorsehung will offensichtlich, daß wir eine Art von qualitativem Verarbeitungssprung realisieren und zwar kollektiv-teamvermittelt, oder ganz knapp als Formel:

      Dialektik als quaternäre Relationenfunktion (3110488027).

      Assoziatives Denken endet bei trinären, also Dreierfunktionsrelationen und auch hier im Forum wurde schon gefordert, den Wahlkampf doch bitte wieder nannymäßig, nämlich lediglich ‚assoziativ‘, zu führen (Diogenes Lampe,…)!!!

      Damit aber würden wir nur weiterhin in der Spirale der relativen, politischen Unzurechnungsfähigkeit und Fremdbeeinflussung verharren, eine Epoche, die so, seit etwa dem Vormärz, in den Deutschen Siedlungsgebieten existiert und um echte politische Teilhabe kämpft. Sie wird oft zu Unrecht als ‚konservativer Aufbruch‘ bezeichnet, war und ist!, aber tatsächlich eine höchst progressive, aus Selbstdenken entsprungene, (tatsächlich identitäre) Bewegung (Hambacher Fest).

      In Frankreich hat die Selbstdenkerbewegung früher eingesetzt und zwar bereits in der Zeit der großen merkantilistischen Betriebe und der Kriik die diese Betriebsform bewirkte.

      In England begann die dortige identitäre Bewegung, nach der großen Landnahme (Great Transformation > Polanyi).

      Übrigens gibt es identitäre Kultur ’n u r‘ in der Form konkreter Transformationen in einer jeweils spezifischen, sprachbestimmten Gesamtkultur (die immer weltweit angeregt ist und war), also etwa in der Arbeiterbewegung, aber auch in den freien Teilen der Umweltschutzbewegung (ohne den CO2-Murgs) usw… Die derzeitige Ausleihung und Mißverwendung dieses Begriffes entspringt systematischer, politischer Spindoktorbeeinflußung (= Propaganda in ihrer negativen Form, es ginge auch anders!).

      Positive Propaganda führt bis zur echten doppeltprozessualen Problemebene. – – – –
      Negative Propaganda kürzt die Probleme, in einseitiger Interessensverwaltung, immer auf ‚unterkomplexe‘, ‚assoziierbare‘ Faust- oder Streitformeln (Rechts, Links, Frei,…), herunter, mit denen sich die Assoziierenden, wie an einem semantischen Nasenring, dann leicht verführen und dauerhaft spalten und gegeneinander hetzen lassen.

      • Karl Bernhard Möllmann // 16. Februar 2017 um 09:43 //

        . . .
        Con ratlos schreibt:
        .
        „Positive Propaganda führt bis zur echten doppeltprozessualen Problemebene. – – – –
        Negative Propaganda kürzt die Probleme…“ (Ende Zitat ratloc)
        .
        Viel wichtiger ist doch die doppelt trilateral quattro-opimierte Quanten-Propaganda der mechatronisch eingespritzten echten, weil doppeltprozessualen oberen Riposte der transzendentalen Problemebene nach Schlauberger . . . ?

  20. So sehr ich Ihre Artikel bislang schätzte,
    nachdem Sie das Zitat von Hegel,
    „Das wahre Sein des Menschen ist vielmehr seine Tat; in ihr ist die Individualität wirklich.“, mit dem Orgasmus entkräften wollten, konnte und wollte ich diesen Artikel nicht weiterleisen.
    Das Fazit habe ich mir dann doch angetan um feststellen zu müssen.
    „Verdammt! Es passt!“

    • Karl Bernhard Möllmann // 16. Februar 2017 um 09:49 // Antworten

      . . .
      Der Unterschied vom Gesunden Menschen-Verstand zum Psychopathen ist genau dieses „Sein des Menschen durch die Tat!“
      .
      Gesunde & Psychopathen können REDEN – Psychopathen oft sogar BESSER!
      .
      Nur Gesunde bringen REDEN & TATEN zur Deckung.
      .
      Pschopathen entlarvt man professionell GENAU AN DIESER STELLE:
      .
      TATEN im Einklang mit ihren REDEN = NICHT vorhanden, alles nur leeres Geschwätz!

      • @Möllmann

        Wann beginnen Sie endlich damit, mich wenigstens etwas zu mögen, so ist es doch recht einseitig?

        Und einen besseren Wunsch, als das jemand seine Angst verliert, gibt es doch nicht, oder? Soll ich Ihnen lieber noch mehr Geld und tolle Frauengeschichten hinzu wünschen? Oder die Blitzkarriere als begnadeter Meisterschreiber. Ja, das Letztere macht Sinn, aber braucht vermutlich so einige Zeit(en).

  21. Die Zeit des Redens und Schreibens muß vorbei sein, denn sie ist vorbei! Merkel und ihr Partei-und Staatsregime wird man nicht wegschreiben, man kann sie in einer Demokratie aber mit den Füßen „abwählen“. Da können noch so viele wütend und engagiert in die Tasten hauen, das alles bringt nichts! Wenn nicht endlich mit den Füßen abgestimmt und die Wut, Empörung und Verzweiflung vieler Bürger gegen den von Politik, Parteien und Regierung herbeigeführten und ganz offensichtlich alternativlos weiter vorangetriebenen Untergang des Landes auf die Straße getragen wird, wird sich gar nichts ändern. Hierbei allerdings auf die AfD ernsthaft zu hoffen ist vergebens, auch wenn diese Partei derzeit als einziges Korrektiv zu den „Etablierten“ steht. Die AfD wird zum einen allein kräftemäßig im Bundestag gar nichts gegen die Altparteien bewegen, die ihre 2017 zwar geschwächten Positionen, dann aber eben geschlossen, verteidigen werden, mal davon abgesehen, daß Herbst 2017 auch schon zu spät ist. Tag für Tag bleibt die Grenze offen und kommen tausende Einwanderer ins Land und wird die BRD von der Regierung weiter finanziell, strukturell und gesamtgesellschaftlich ausgeblutet und gegen die Wand gefahren. Zum anderen muß man ernüchtert feststellen, das in der AfD leider auch genügend karrieregeile und auf lukrative Posten und Pöstchen lauernde Leute vorhanden sind, oft genug Parteiwechsler von den sog. „Etablierten“. Schon an der Basis, in vielen Kreisverbänden und aufwärts, ist das klar festzustellen und haben Karreristen das Ruder übernommen und die Idealisten verdrängt. Diese Leute wollen vom politischen und parteilichen System profitieren, nicht dieses verändern. Das muß man ganz klar und realistisch so sehen. Petry und der schon an etablierter Politik, mit all den finanziellen und sonstigen damit verbundenen Vorteilen, im EU-Moloch Geschmack gefundene Pretzell wollen die AfD ganz klar in das bestehende Parteiensystem einbinden, wie aktuell Gauland und Poggenburg zu recht anprangern, um auch hierzulande an die Töpfe zu gelangen, denn auch Brüssel ist ja mal für Pretzel zu Ende. Nur das Volk, die Bürger selbst können etwas bewegen und verändern, wenn sie wie 1989 auf die Strasse gehen und politische Veränderungen oder gar Neuwahlen erzwingen. Ich denke, daß ist auch das, was Höcke erkannt hat und mit seinen populistischen Reden und Worten meint und anmahnt.

  22. @treu
    „Die Zeit des Redens und Schreibens muß vorbei sein“
    Richtig! Aber wie soll es gehen? Die Menschen sind einfach noch nicht so weit, selbstständig zu denken, geschweige denn irgendwelche Zusammenhänge zu erkennen, leider.
    MMn hat Herr Höcke in voller Kenntnis des zu erwartenden Sturms der
    MSM seine Worte so gewählt. Sehr unklug, denn viele sind ja eher jetzt abgeschreckt (wieder Mal)weil sie eben nicht wirklich verstehen wollen. Warum macht Herr Höcke das?
    Zum Schuldkult: Der ist ausgelutscht. Die jüngere Generation interessiert das herzlich wenig, immer immer weniger, da keinen Bezug. Ja, die Empörung ist groß, das wars aber dann auch. Mal selber recherchieren, Fehlanzeige! Und am Wochenende wird gefeiert,konsumiert etc. etc.
    Die Rechnung ist aufgegangen, die Gehirnwäsche ist perfekt gelungen.
    Das Aufwachen wird für unsere Jugend fürchterlich.

    • @Hausfrau, B.Höcke hat eben klar das Ziel von Petry und Pretzel erkannt, nämlich Teil der Etablierten zu werden und von den bekannten Töpfen zu profitieren. Wie so viele andere in aussichtsreichen Positionen der AfD auch. Man sollte auch nicht vergessen, beiden ist aus ihrer privaten und beruflichen Situation sehr daran gelegen von Partei-und Steuergeldern zu partizipieren. Ohne diese sähe es sicher schon jetzt recht düster bei der Familie P/P aus. Höcke ist in erster Linie ein Patriot und will und braucht das nicht. Natürlich weiß er auch genau, daß sich die Mitglieder und die Anhänger aus in der Masse Älteren aus der Mittelschicht zusammensetzt. Menschen, die ihr Leben lang hart gearbeitet und noch eine Menge zu verlieren haben, wenn es im Lande so weiter geht und wenn die AfD erstmal auch Teil des Establishment ist und es der staatlich und stattlich versorgten Ämterriege der Partei egal sein wird, was dann Unten passiert. Höcke sprach das ja konkret an. Und er weiß, daß dann die Enttäuschung der Masse der Mitglieder und Wähler die AfD auseinanderbrechen lassen wird. Und daher weiß er letztlich auch zu recht, daß eben nur eine Art „revolutionäre“ nationale Volksbewegung etwas in dieser völlig korrumpierten und verkrusteten Gesellschaft und Parteienlandschaft verändern kann und keine Partei. Daher spricht er so konsequent wie kein anderer Themen an die diese Menschen und diese Generation durchaus noch bewegen. Die Jugend spricht er nicht an, braucht er auch nicht, die ist sowieso verloren. Er will, daß die breite Mittelschicht, als Hauptträger der Gesellschaft und als Masse der AfD sich endlich empört, aufwacht und erkennt, daß sie untergehen wird, wenn sie nicht langsam aufsteht und handelt!

      • hubi stendahl // 15. Februar 2017 um 15:57 //

        @treu

        „daß eben nur eine Art „revolutionäre“ nationale Volksbewegung etwas in dieser völlig korrumpierten und verkrusteten Gesellschaft und Parteienlandschaft verändern kann und keine Partei. Daher spricht er so konsequent wie kein anderer Themen an die diese Menschen und diese Generation durchaus noch bewegen….“

        Und warum ist er dann in einer Partei? Warum gründet er keine Montagswache, Kerzenlichtbewegung oder „Marsch der Hunderttausend?

      • @hubi stendahl
        Eine Partei, hier die AfD, ist eine Basis für das Wirken von Herrn Höcke, dient als Vervielfacher seiner Meinung. Das kann er mit einer Montagswache etc. gar nicht erreichen mangels Teilnehmer vor Ort. Siehe rückläufige Zahlen der Pegida, die trotzdem eine bekannte Bewegung bleibt, aber nur regional.
        Höcke aus Thüringen tritt in Sachsen, Dresden, auf und wird bundesweit gehört und man verbindet mit ihm SEINE AfD.
        Und das ist gut so, denn sonst bleibt die AfD ja bewußt ungehört und unrepräsentiert. Die Willkür und Absicht der Systemmedien eben!
        Da muß eben erst eine Aufmerksamkeitsschwelle provokativ überschritten werden! Denn Provokation führt zum Nachdenken bei denen, die er erreicht. Bildet eine immer neue Facette. Er richtet sich an das GANZE Volk, denn er will eine Volkspartei mit Emotionen und nicht eine kalttechnokratische Themenpartei, denn derer gibt es viele, siehe z.B. Büso, oder eine schleimerisch-verschlagene FDP. Die erreichen nix.
        Aber das Volk will VOLKSparteien! Und eine NEUE Volkspartei muß revolutionär sein!

  23. @hubi, weil er hoffte und wohl immer noch hofft, daß die AfD anders wird als die anderen des Parteienkartells. Das wäre mit einem Führungswechsel ja durchaus möglich. Mit den entsprechenden Leuten könnte man die zwangsläufige Etablierung und Machtkorrumpierung einer Partei durchaus verzögern und in der Zeit versuchen gesellschaftliche Veränderungen zu erzielen. Dazu gibt es viele Beispiele in der deutschen Geschichte, jüngstes Bsp. sind die Grünen, die recht lange durchgehalten haben, bis sie den heutigen Zustand erreicht haben.

  24. @treu
    „Die Jugend spricht er nicht an, braucht er auch nicht, die ist sowieso verloren“
    Ok, vielleicht sehe ich das zu einfach. Aber ist es denn nicht gerade die Jugend (20-35) die es richten muss?
    Die breite Mittelschicht ist älter bis alt. Die sind beschäftigt mit Existenzbeschaffung für das tägliche Leben. Da wird gemault, mehr nicht. Außerdem wird es immer gefährlicher bei den Demos. Da hat man leicht mal einen Stein am Kopf!
    Aber vielleicht gibt es sie ja, die Hunderttausende, die sich trotz aller gesellschaftlichen Gefahren patriotisch zeigen.
    Da bin ich bei Hubi, die sollte er professionell organisieren. „Aufrüttelnde“ Reden allein genügen halt nicht.
    Bin aber bei Ihnen, ich würde es mir sehr wünschen, dass die Massen in Bewegung kommen.

    • @Hausfrau, natürlich haben Sie recht, die Jugend sollte es eigentlich richten, aber Sie wissen sicher genau wie ich, daß diese in der Masse links-grün-durchdoktriniert, konsumverseucht ist und politisch und geschichtlich dumm gehalten wird und dazu in der Tat leider auch noch bildungstechnisch völlig verblödet ist. Man muß der Realität ins Auge blicken, auch wenn es weh tut. Die Geschichte zeigt, zuerst müssen die erwachsenen und lebenserfahrenen Männer und Frauen voran gehen und eine Veränderung herbeiführen. Die Jugend gewinnt dadurch Achtung vor den Älteren, wird neugierig und wird dabei motiviert und möchte dann nacheifern. So rum muß es gehen.

  25. @treu
    Bin doch ganz bei Ihnen!
    Allein mir fehlt der Glaube (noch), dass es gelingen wird, diese fehlgeleitete Jugend noch zu motivieren.
    Danke für Ihre Rückmeldungen..

  26. @treu:

    „Die Zeit des Redens und Schreibens muß vorbei sein, denn sie ist vorbei!“

    Wenn die Zeit des Redens und Schreibens vorbei ist, dann ist die Zeit der Zensur angebrochen!
    Ranma

  27. @treu

    „Vielleicht auch die des Handelns!“ Zitatende T.

    Es geht aber nicht um Handeln als solches, sondern um welches jeweilige Handeln, darin bleibt die Frage nach einer Entscheidung zum richtigen Handeln bestehen und diese Entscheidung bedarf eines ‚angemessenen Denkens‘, vorher! Hier geht es um ein Denken, welches Doppelprozesse versteht und nicht nur assoziativ zusammenschnurren lässt. –

    Ansonsten ist es nur Ihre Sprachhandlung, Handeln ohne Entscheiden.

    Handeln, ohne angemessenem Selberdenken, ist nur ein leeres Wort, eine der vielen Sprachhülsen aus der Nannywelt.

    Dieses Handeln ist dann nur ein Verweis auf einen Zustand, wo etwas mit mir handelt( es handelt mit mir), ich mich in einem Handeln vorfinde ohne meine Zustimmung und Übersicht, ohne Erwachsenheit, die gilt heute als uncool. –

    • „Es geht aber nicht um Handeln als solches, sondern um welches jeweilige Handeln, darin bleibt die Frage nach einer Entscheidung zum richtigen Handeln bestehen und diese Entscheidung bedarf eines ‚angemessenen Denkens‘, vorher! Hier geht es um ein Denken, welches Doppelprozesse versteht und nicht nur assoziativ zusammenschnurren lässt. –“
      @Conrath, Du meine Güte, was für ein Gestelze, theoretisieren und schwurbeln Sie ruhig weiter, aber versuchen Sie dabei doch nicht immer sich intellektuell zu überhöhen. Das wird weder Ihren „Argumenten“ gerecht und schon gar nicht der realen Situation. Ja, Handeln kann sehr einfach sein, man muß dazu nicht einen Debattierklub gründen oder einen Kreis bilden. Mit Verlaub, mit Klugscheißern, Theoretikern und Schwaflern ist noch nie etwas gewonnen worden!

  28. @Treu

    Machen Sie mich doch bitte nicht für Ihre Verständnis-/ Leseprobleme verantwortlich. Und Ihre Suada am Ende, ist völlig argumentationsfrei, wird nur persönlich unterstellend und frech.

    Dann bleiben Sie halt im semantischen Nannykindergarten des einfältigen Denkens, das ist Ihre freie Entscheidung. Nehmen Sie sich Zeit zum Verstehen oder machen was anderes, aber doch nicht diese Halbheit, wem bringt das was? Ich mache die Welt doch nicht komplizierter, das ist Kindergartendenke.

    Draußen regnet es, Frau XY sagt, wir können jetzt nicht raus. ‚Klein-Treu‘ sagt dann, ich will aber, doofe Frau XY. Also wenn Sie für sich und Ihr Umfeld was erreichen wollen, dann strengen Sie sich mehr an mit dem Denken.

    Bei Ihren nächsten Zahnschmerzen gehen Sie auch nicht zum Frisör, sondern zu einer Person die akademisch mit den Themen Zahngesundheit, Prophylaxe,… intensiven Umgang hatte und ihr Denken/ Entscheiden/ Handeln geschult und Jahre geübt hat, sonst bekämen Sie keine qualifizierte ärztliche Hilfe. –

    Was Sie kindisch fordern ist ein kostenfreies (anstrengungsfreies) Denken um überall dann Mitreden zu können.

    Tja, da werden Ihnen die Nannyplaner aber hübsch dazwischen gehen, lieber Herr Treu(d..f) und Ihnen viel vorgaukeln, die freuen sich über alle Denkverweigerer und Denkgeringschätzer umarmen und umgarnen Sie mit irgendwelchen Themen, die sie bei Ihnen vermuten können.

    Merkel wird bald zur Hardlinerin in Punkto Rückführung und schwups können Sie ihr ein Kreuzchen aus infantiler Dankbarkeit malen.

    Bäh, es regnet, sagt die doofe Frau XY???

    • @Conrath, schön, daß Sie mich mit diesem Post so bestätigen! Es ist mir völlig klar, daß Ihnen Handeln statt Palavern einfach nicht liegt, nicht liegen kann. Sie werden noch bis ans Ende Ihrer Tage hier und woanders schreiben und theoretisieren. Lenin hatte recht, als er sagte: „Revolution in Deutschland? Das wird nie etwas. Wenn diese Deutschen einen Bahnhof stürmen wollen, kaufen die sich noch eine Bahnsteigkarte!“ Und Sie dabei noch allen hinter, überlegend ob man nicht noch besser damit warten sollte, weil die Preise vielleicht günstiger werden könnten!

  29. @Treu

    Warum nehmen Sie die Kritik nicht einfach wie ein Mann an? Und zitieren Sie nicht Lenin, was haben Sie von ihm gelesen? War er Theoretiker oder Praktiker und ich glaube nicht, dass Sie in der lage sind den Kontext des Leninschen Bonmots darzulegen. Und es ist ein Situationsverweis gewesen, damals. Heute ist es nur noch Küchen-Völkerpsychologie, kein ersthaftes Argument.

    Lassen Sie uns wieder zu echten Argumenten zurück kommen. Vielleicht war es ja nur ein Mißverständnis und Sie sind geschockt aufgewacht, wollen sicherlich nicht zu den Nannybetreuten gehören, davon würde ich immer auch ausgehen positiv, kenne Sie leider nicht näher.

    Und lassen Sie das Gequatsche zu Praxisfähigkeit und Denkfähigkeit. So simpel, dass das eine das andere unmittelbar ausschließt, ist es nur in der Nannyworld.

  30. @Conrath:

    Das A und das G von AGIL verstehe ich. I und L sind mir nicht so ganz klar. Manchmal wird mir vorgeworfen, ein Utilitarist zu sein. Dafür sollten A und G reichen. Außerdem bin ich als Biologe (wenn nicht sogar generell als Naturwissenschaftler) ein natürlicher Feind der Soziologen.

    Erdoğan ist wirklich in einer beschissenen Lage. Wie extrem bevorzugt die Türkei unter Erdoğan ist, das merkt man daran, daß die EU ein Kapitel nach dem anderen in den Beitrittsverhandlungen eröffnet, obwohl die Türkei das EU-Mitglied Zypern nichtmal anerkennt und gegen das weitere EU-Mitglied Griechenland militärisch aufrüstet. Ohne mindestens die Fürsprache aus den USA wäre das kaum möglich. Würde die Türkei der EU beitreten, dann würden außerdem noch Regeln des Minderheitenschutzes für die Kurden greifen. Aber Erdoğan will die Kurden nicht schützen, sondern sie vielmehr ausrotten. Die Kurden werden jedoch sowohl von nordamerikanischer als auch von russischer Seite für den Kampf gegen islamistische Terroristen benutzt. Mit Russland ist die Türkei spätestens seit dem Krimkrieg verfeindet. Mit Syrien und dem Irak hatte sich die Türkei vor einigen Jahren angelegt als sie den Euphrat aufstauen wollte. Man muß nämlich endlich mal sehen, daß die Krisen und Kriege im Nahen Osten keine politisch oder religiös motivierten sind, sondern bereits die oft befürchteten Kriege um Trinkwasser! Vor wenigen Jahren hat dann die Türkei unter Erdoğan auch noch Spannungen mit Israel provoziert als türkische Lieferungen von Hilfsgütern über den Seeweg die Gaza-Blockade durchbrachen. Damit blieb der Türkei die USA als einziger Freund und ausgerechnet von dort aus wurde versucht, Erdoğan zu beseitigen. Warum ist völlig unklar. Vielleicht weil Erdoğan zu viele Feinde produziert? Vielleicht weil die USA Israel doch näher als der Türkei sind? Für Erdoğan wäre es sicherlich besser, sich nicht mit allen Nachbarn der Türkei anzulegen.

    Die Entscheidung bei einer Wahl ist natürlich ein vielschichtiges Problem, wenn sich die Wahlentscheidung auf Parteien beschränken muß, die ideologisch motiviert sind, eine unterschiedliche Anzahl politischer Themen abdecken und geschlossene Listen haben. Dazu noch die Fünfprozenthürde und verfassungswidrigerweise mögliche negative Stimmgewichtung. Bei diesem Wirrwarr soll die eigene politische Auffassung mit einem einzigem Kreuzchen ausgewählt werden. Egal in wievielen Dimensionen du denkst, das ist eigentlich völlig unmöglich. Jedoch ist das keine Aufforderung zum Nichtwählen, denn Nichtwählen ist auch Wählen, denn man erhöht damit den relativen Anteil anderer Auffassungen.
    Ranma

    • Lieber Ranma,

      es gibt viele andere antagonistische Begriffsquadraturen, AGIL ist nur ein Beispiel dafür und es brauchte ein Seminar, um dem Thema auch nur halbwegs gerecht zu werden.

      „[…] Erdoğan will die Kurden nicht schützen, sondern sie vielmehr ausrotten.“ Zitatende R.

      Das Erdogan bis vor dem Putsch ein neues Osmanisches Reich in seiner Agenda hatte, ist bekannt, und die Kurden störten ihn natürlich dabei. Nur ist er jetzt nicht mehr in der Lage dazu und hat das wohl auch kapiert, er ist immerhin erwachsen, nicht wie viele Medienbeobachter, noch im politischen Dauer-Kindergartenalter.

      Putin hat Erdogan dies unmißverständlich vermittelt, die Kurden werden ihre neuen Plätze bekommen, ich vermute mit/ in teilautonomen Gebieten, ohne einen Staat, wie etwa Syrien, von außen her zu zerlegen.

      Diese Epoche endete im September 2015 durch die freundliche Mitwirkung der RF und weiterer internationaler Rechtsnothelfer.

  31. @Conrath:

    Erdoğan läßt die Kurden immernoch bombardieren. Durch das Bestreben nach einem eigenem Staat sind die Kurden eigentlich auch ein Gegner Russlands, zumindest indirekt, weil außer vom Irak und der Türkei auch vom Iran und Syrien Teile abgetrennt würden, sollten sich alle Kurden in einem Staat vereinen. Weder Syrien noch der Iran wären davon begeistert. Zwischen den kurdischen Gebieten leben auch noch Turkmenen, für die Erdoğan die Türkei gerne zur Schutzmacht machen würde. Gegen die Turkmenen hat Russland eigentlich nichts, aber andersherum ist das bei manchen Turkmenen der Fall, so daß das ein weiterer Konfliktgrund zwischen Russland und der Türkei ist. Erdoğan tut sich insgesamt immernoch sehr schwer damit, Russen als seine Freunde zu akzeptieren, obwohl Russland sich nur deshalb gegenüber der Türkei als Freund aufstellt, weil Putin weiß, daß Erdoğan keine Freunde mehr geblieben sind. Selbst dem zur Zeit (noch) völlig unbedeutenden Armenien verweigern die Türken die Versöhnung.

    Den Kurden mag auf Druck Russlands vielleicht in allen Staaten eine Teilautonomie gewährt werden. Der Iran ist seinen Minderheiten gegenüber sowieso tolerant. Syrien wäre ohne russische Hilfe bereits in Teile zerrissen worden und die Baath-Partei durch Islamisten ersetzt wie im Irak und in Libyen. Aber das ist ganz sicher nicht das, wofür die Kurden zur Zeit Leib und Leben riskieren. Mit nur einem bißchen Autonomie werden sich die Kurden gewaltig verarscht fühlen und der Konflikt wird bleiben. Vielleicht werden sie sogar Feinde Russlands. Ein Ausweg wäre vielleicht, die kurdischen Gebiete dem Iran anzugliedern, denn die Kurden stehen den Persern ethnisch und sprachlich nahe. Andererseits wird das sicherlich zu neuen Konflikten führen, schon weil Araber sich durch einen größeren Iran noch mehr bedroht fühlen würden.

    Mit der Begriffsquadratur meintest du sicherlich so etwas, wie daß die Kurden irgendwie zugleich Freunde (weil Kampfgefährten in Syrien) und Gegner Russlands (weil sie ein Stück von Syrien abtrennen und für sich behalten wollen) sind und deshalb etwas Drittes statt Freund oder Gegner?
    Ranma

    • @Ranma

      Ja, aber seien Sie auch realistisch. Erdogan ist immer noch damit befasst, aufzuräumen im Land und er bombardiert nicht, sondern möglicherweise einzelne Truppenteile, die nicht ganz unter seiner Kontrolle stehen. Die Grundabsprachen mit der RF sind weiterhin gültig. Überschneidungen gibt es dennoch, dafür gibt es zu viele örtliche offene Rechnungen auf allen Seiten. Unsere Vogel-Massenmedienperspektive lässt das dann als Erdogans widersprüchliche Tat erscheinen. Damit sage ich nicht, das er bereits alle Widersprüchlichkeit seiner Agenda aufgearbeitet hat, das wird auch noch dauern, aber seine Hauptentscheidung ist gefallen, nur das zählt doch, wie ja auch im Falle Trump und wir können uns darüber freuen, ja freuen, ein Fremdwort für uns Deutsche, ich weiß.

  32. Jetzt, nachdem ich über den Hintergrund von Pizzagate gelesen habe, erscheint mir Trump als Glücksfall für die Welt und insbesondere für die Amis. Die müssen es nur noch verstehen lernen.

    http://www.epochtimes.de/politik/welt/razzia-in-adoptionseinrichtung-wegen-verkauf-entfuehrung-missbrauch-schleusung-von-kindern-fbi-insider-packt-ueber-pizzagate-aus-a2051128.html

    • MutigeAngstfrau // 19. Februar 2017 um 07:02 // Antworten

      Deshalb wird auch fleißig an seinem Abgang gearbeitet :

      https://sputniknews.com/politics/201702191050830092-historian-trump-shortest-term/

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