Syrische Massenhinrichtungen Fake?

Syrische Flagge / Von see below - see below, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=363156;https://commons.wikimedia.org/wiki/File%3AFlag_of_Syria.svg Syrische Flagge / Von see below - see below, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=363156;https://commons.wikimedia.org/wiki/File%3AFlag_of_Syria.svg
Amnesty International berichtete über Massenhinrichtungen in Syrien. Die Mainstreammedien übernahmen die Darstellung. Doch der AI-Bericht erscheint fragwürdig.

Nachdem es über Ost-Aleppo nichts „Brauchbares“ mehr zu berichten gab, gerät Syrien mit dem aktuellen Rapport von Amnesty International über Massenhinrichtungen erneut in die Schlagzeilen.

Die letzte große Meldung westlicher Medien aus Ost-Aleppo betraf den vermeintlichen Tod von 82 Zivilisten, die einer Racheaktion syrischer Soldaten zum Opfer gefallen sein sollen. Dafür gab es ebenso wenig stichfeste Belege wie für eine Vielzahl früherer Meldungen über Bombardierungen von Hilfskonvois und zivilen Objekten durch syrische und russische Militärkräfte. Nach der Einnahme Ost-Aleppos durch die syrische Armee stellten sich schließlich zahlreiche Berichte westlicher Medien als Fake-News heraus.[1] Um sich den Realitäten nicht stellen zu müssen, erschien es daher opportun, das Thema aus den Schlagzeilen zu nehmen.

Wiedergabe der Zahlen

Nachdem es einige Wochen ruhig um Syrien war, bietet Amnesty International den Medien nun eine Gelegenheit, das Bild vom „Schlächter“ Baschar al-Assad aufzufrischen. Auch wenn diese Menschenrechtsorganisation schon einige Male zuvor durch einseitige Stellungnahmen zum Thema Syrien aufgefallen ist[2], so verfügt sie weiterhin über eine recht hohe Reputation. Diese wird offenbar von den Mainstream-Medien genutzt, wenn sie jetzt den Bericht über Massenhinrichtungen im Militärgefängnis Saydnaya bei Damaskus zwischen 2011 und 2015 aufgreifen.

So schreibt die „Zeit“, „Syriens Regierung hat nach Erkenntnissen der Menschenrechtsorganisation Amnesty International rund 13.000 Gefangene bei Massenhinrichtungen töten lassen“.[3] Dies entspricht den Angaben eines Artikels der britischen WEB-Seite von Amnesty International.[4] Bei der „Tagesschau“ heißt es dagegen „bis zu13.000“, während laut „Bild“ und „Welt“ „zwischen 5000 und 13.000 Menschen gehängt“ wurden. Ausnahmsweise sind es diesmal die Publikationen des Axel-Springer-Verlags, die die Zahlen aus dem Rapport von Amnesty International wahrheitsgemäß wiedergeben.

Dass es in Syrien Geheimgefängnisse gibt, in denen durch Folter Geständnisse erpresst und Regimegegner eliminiert werden, ist nun wirklich keine Neuigkeit. Davon haben bekanntermaßen die USA selbst zu einer Zeit Gebrauch gemacht, als das Assad-Regime noch als Partner betrachtet wurde. Auch kann angenommen werden, dass angesichts der aktuellen militärischen Bedrohung mit Oppositionellen weitaus rabiater umgegangen wird, als wie dies in Friedenszeiten der Fall wäre. Dennoch ist keineswegs unwichtig, in welchem Umfang Hinrichtungen stattgefunden haben. Worauf beruhen nun die Angaben von Amnesty International im Einzelnen?

Fragwürdige Berechnungsmethode

In dem 48-seitigen Bericht[5] wird auf 84 Zeugen verwiesen, die überwiegend getrennt interviewt worden sind. Davon sind 31 ehemalige Gefangene, 4 ehemalige Wärter, 3 ehemalige Richter, 3 ehemalige Ärzte des Militärkrankenhauses, 4 syrische Anwälte und 22 Familienangehörige tatsächlich oder vermeintlich in Saydnaya Verhafteter. Dazu kommen 17 internationale und nationale Experten, die über Informationen zu den Haftbedingungen in syrischen Strafanstalten verfügen (Bericht Seite 9).

Allein die im Gefängnis Beschäftigten waren in der Lage, Angaben über die Anzahl der Hingerichteten zu machen (Seite 17). An anderer Stelle wird hervorgehoben, dass nur ein paar Wärter und „Offizielle“ Bescheid wussten, nämlich jene, die unmittelbar involviert waren (Seite 6). Die Anzahl der Zeugen, die Angaben über den Umfang der Exekutionen machen konnten, schrumpft somit auf eine Handvoll zusammen. Keiner von ihnen nennt eine Gesamtzahl, stattdessen erwähnen sie periodisch stattgefundene Hinrichtungen. Zudem gibt es im Bericht von Amnesty International keinen Hinweis darauf, wie lange diese Personen jeweils beteiligt bzw. informiert waren.

Amnesty International gelangt nun folgendermaßen zu der Zahl “5.000 bis 13.000“:

These estimates were based on the following calculations. If between seven and 20 were killed every 10-15 days from September to December 2011, the total figure would be between 56 people and 240 people for that period. If between 20 and 50 were killed every week between January and November 2012, the total figure would be between 880 and 2,200 for that period. …” (Seite 17).

Nur 36 Vermisste

Eine Schätzung allein mithilfe von Extrapolationen erscheint recht gewagt, zumal sie auf äußerst ungenauen Angaben beruht. Dies zeugt nicht gerade von Professionalität, und die erhebliche Differenz der Zahlen spricht für sich. Da die interviewten Personen sich allesamt in westlichen Staaten oder in der Türkei aufhalten (Seite 5), stellt sich zudem die Frage der Glaubwürdigkeit. Es liegt nahe, dass sie mittels übertriebener Angaben den eigenen Fluchtgrund rechtfertigen und auf etwaige Vorteile spekulieren.

Um zu belastbaren Zahlen zu gelangen, wäre eine Liste verschwundener Personen hilfreich. So wurde zur Zeit der Militärdiktaturen in Lateinamerika zwischen den 60er und 80er Jahren der Begriff „Desaparecidos“ geprägt, der übersetzt „die Verschwundenen“ heißt. Dabei handelte es sich um rund 35.000 Personen, die namentlich bekannt waren. Es sei in diesem Zusammenhang erwähnt, dass 1992 Dokumente über eine „Operation Condor“[6] an die Öffentlichkeit gelangten, die eine aktive Teilnahme oder zumindest eine Mitwisserschaft der CIA an der Ermordung zehntausender Oppositioneller belegen.

Auch Amnesty International teilt im Rapport mit, über eine Liste verschwundener Personen zu verfügen, die nachweislich im Militärgefängnis Saydnaya hingerichtet wurden. Diese umfasst ganze 36 Namen (Seite 7).

 

Anmerkungen

[1] https://www.jungewelt.de/2017/01-03/014.php

[2] https://blog.fdik.org/2016-08/s1471496355.html

[3] http://www.zeit.de/politik/ausland/2017-02/syrien-amnesty-international-massenhinrichtungen

[4] https://www.amnesty.org.uk/press-releases/syria-13000-secretly-hanged-saydnaya-military-prison-shocking-new-reportn

[5] https://www.amnesty.org/en/documents/mde24/5415/2017/en/

[6] https://web.archive.org/web/20080912023655/http:/www.tagesschau.de/ausland/meldung77018.html

Print Friendly, PDF & Email

43 Kommentare zu Syrische Massenhinrichtungen Fake?

  1. Ja,
    ein Fake der Transatlantiker. Dazu bitte auch folgendes lesen:
    https://peds-ansichten.de/2017/02/nachrichten-nach-denen-wir-uns-nicht-richten-sollten-3/

    Man beachte auch Transatlantikers Liebchen, diese lächelnde Massenmörderin Clinton.

    • hubi stendahl // 11. Februar 2017 um 14:14 //

      Hallo @conrath,

      „Man beachte auch Transatlantikers Liebchen, diese lächelnde Massenmörderin Clinton.“

      Viel wichtiger fand ich den Abschlusssatz nach seiner Nachrichtenanalyse der aktuellen Kamera 2.0, genannt ARD. Deshalb hier nochmal für Alle:

      „Nur über gezielte Informationseinholung und die Nutzung unterschiedlicher Quellen gelingt Ihnen eine Annäherung an die Wirklichkeit. Durch die Tagesschau täglich abends innerhalb einer viertel Stunde objektiv über die Welt und unser Land informiert zu werden; das ist eine Illusion der sie nicht länger anhängen sollten.“

      Hoffen wir also darauf, dass Meldungen wie das „Massaker“ ihr Ziel verfehlen und eine wachsende Zahl von Menschen wieder ihr Leben selbst in die Hand nehmen, statt sich vom Staat geistig pampern zu lassen.

  2. Jürgen Forbriger // 11. Februar 2017 um 11:53 //

    Amnesty wird von Soros finanziert! Es läuft eine Petition zur Verhaftung Soros!

    • hubi stendahl // 11. Februar 2017 um 14:00 //

      @Jürgen Forbriger

      Zitat:
      „Amnesty wird von Soros finanziert!“

      Nicht nur Soros, der bekanntermaßen auch sein dreckiges Geld in Campact und ähnlichen Organisationen investiert hat. Bei Amnesty sind reichlich Geheimdienste am Werk.

      Im Zusammenhang mit dem hier in Rede stehenden erfundenen Massaker, nutzt man einfach die noch vorhandene Reputation dieser Organisation, die sie allerdings seit langer Zeit nicht mehr verdient. Die Führung von Amnesty ist völlig durchseucht:

      http://russia-insider.com/en/next-big-syria-lie-assad-executed-13000-prisoners-sketchy-witnesses-and-odd-sattelite-photos-prove

      Auf dieser Seite wird etwas tiefer gegraben und anhand von Satelliten Daten die Frage gestellt, wie ein Schlächter wie Assad wohl so blöd sein kann und nach Massenermordungen die Toten auf geweihte Friedhöfe verbringt, die ständig besucht werden.

      Am schlimmsten aber ist wieder die dankbare Aufnahme solcher Desinformationen durch unsere GEZ Propaganda Maschinerie, die am Beispiel des ZDF oft genug Ärzte interviewte, die sich später als Kämpfer lächelnd mit der Al Zenki Mörderbande ablichten ließen, wie z.B. hier:

      http://blauerbote.com/2017/02/07/medien-verbreiten-fake-news-amnesty-international-unterwandert-keine-massenhinrichtungen-in-syrien/

      Dieses Paradebeispiel zeigt, dass das Ganze so lange weitergeht, wie die Menschen vor dem TV Kasten hocken und entweder glauben oder sich mit Popcorn bewaffnet desinteressiert und angewidert abwenden und die neuesten Trash Shows verfolgen.

  3. Kein Fake aber Fake-News 😉

  4. Karl Bernhard- Möllmann // 11. Februar 2017 um 14:11 //

    . . .
    Einfach mal prüfen WIE Amnesty International über Abu Greib, Guantanamo, Julian Assange & Edward Snowden & all die vielen völkerrechtswidrigen Kriege der Amerikaner berichtet – die durch professionelle LÜGEN zur angeblichen Verteidigung „umdekoriert“ werden – wie Pearl Harbour, Tonkin oder 9/11 . . . ?
    .
    Amnesty International (AI) produziert primitivste KRIEGS-PROPAGANDA auf dem untersten Niveau!
    .
    WER einmal LÜGT . . .

  5. @Hubi

    Ein Parteibuch buchstabiert die Agenda von Elliot Abrams und der AIPAC aus, ein Kriegsverbrecher der von den Massenmedien immer wieder anempfohlen wird:
    https://nocheinparteibuch.wordpress.com/2017/02/11/aipac-misslingt-installation-von-elliott-abrams-als-stellvertretenden-us-aussenminister/#comment-29492

    In welchem Film sitzen wir?

    Ich hoffe nur noch inständig, Trump, seine Agenda und seine ihn schützende Gruppe, hat hoffentlich eine ganze Armada von Schutzengeln hinter sich.

    Und im übrigen rechne ich damit, dass es der Kriegsmeute durchaus gelingen mag hier und dort mit sehr häßlichen Aktionen, die auf Trump zurückgehen sollen, aufwarten wird.

    An Trumps Stelle, bzw. in seinem Trupp hätte ich mit den Chinesen und Russen viele kleine Zeichen verabredet, um zu zeigen, woher bestimmte Provokationen ’nicht‘ kommen, vorausschauend und vorbeugend.

    Den Kriegsverrückten wird auch das bekannt sein, aber sie haben sonst keine Mittel mehr, außer nackter Provokation von Kriegsgewalt. Wieviel Prozent der US-Truppen befinden sich noch unter dem Kommando der AIPAC-krieger? Und wielange muß Trump hier und da noch Doppelrollen spielen, um die Kriegsmeute in Schach zu halten (Irakdrohungen)?

    Irgendwann braucht Trump russisch-chinesische Eskorten, um nicht in seiner Airforce Number One abgeschossen zu werden. Vieleicht gibt es schon eine Ausweichlösung, eine exteritoriale US-Regierung mit verlässlicher US-Truppenunterstützung und der Nothilfe der RF und Chinas? Ich würde Alaska dazu vorbereiten, zusammen mit dem frankophonen Rest an Kanadischer Intelligenz und weiteren Kräften.

    • hubi stendahl // 11. Februar 2017 um 20:35 //

      @conrath

      Zitat:
      „Irgendwann braucht Trump russisch-chinesische Eskorten, um nicht in seiner Airforce Number One abgeschossen zu werden.“

      Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Trump Unterstützer keinen vollständigen Plan erarbeitet haben, wie sie den Neocons beikommen wollen. Erst am Donnerstag hat der Justizminister seine Arbeit aufgenommen. Wir sehen im Moment auch eine Menge Ablenkung. Z.B. dieses Dekret zur Zuwanderung, dass aus der Feder Obamas stammt und gar keine Staaten beinhaltete. War das wirklich dilettantisch oder Absicht?

      Ich gehe davon aus, dass wir in den nächsten 14 Tagen ein paar Knaller aus der Trump Ecke sehen werden und er sich damit Luft verschaffen kann. Wenn er die zweite Reihe des CIA und einen großen Teil des Militärs unter Kontrolle hat, dann braucht er vor allem Warnschüsse und ein paar Leute die er auf den Marktplatz vor die Guillotine stellen kann, damit das Volk auch was hat. Dann dreht auch die Presse.

      • @hubi
        Hast Du eigentlich bei dem ganzen Chaos auch das Öl im Blick?

        https://srsroccoreport.com/the-blood-bath-continues-in-the-u-s-major-oil-industry/
        Was wird passieren, wenn die Ölfirmen keine Gewinne mehr einfahren?
        Gruss

        Grete

      • hubi stendahl // 11. Februar 2017 um 23:44 //

        Hallo @Grete,

        den Artikel habe ich gelesen. Danke dafür. Eine interessante Sichtweise, der ich aber nur zum Teil folge:

        1) Gerade die Ölindustrie der USA hat die Trump Wahl unterstützt, was wir an der Ernennung von Rex Tillerson, ex Vorstand Exxon, zum Außenminister sehen. Hinzu kommt Rick Perry, ex Gouverneur der Ölhochburg Texas, als Energieminister. Alle halten von alternativen Energien (leider) wenig, sodass man sich um die Zukunft der 3 genannten Konzerne kaum Sorgen machen muss. Hinzu kommen Großprojekte, die unter Obama verschleppt wurden und jetzt angegangen werden, wie die Alaska Pipeline und der große Exxon Deal mit Russland.

        2) Darüber hinaus macht der Verfasser in ihrem Artikel einen entscheidenden Fehler, den die Großaktionäre nicht machen. Ihm fehlt die Sicht eines Unternehmers, der Planungen immer an der Dynamik, an zukünftige Entwicklungen, festmacht. Er sieht nur die Vergangenheit und Gegenwart. Den Unternehmer macht die Phantasie der Zukunft aus, wie man es an den Börsen sieht.

        Für die Ölindustrie konnte mit der Wahl von Trump nichts besseres passieren, sodass diese Riesen nun Zeit haben, ihr Produktportfolio zu diversifizieren. Sorgen würde ich mich eher um Tesla.

        Hinsichtlich der mittelfristigen Preisentwicklung fossiler Brennstoffe dürfte mittlerweile klar sein, dass noch über Jahrzehnte keine ernstzunehmende Alternative in Sicht ist. Probiotisches Öl ist eine Legende aus Russland, wie aufgeklärte Leute wissen (der Verfasser in ihrem Artikel weiß es ja auch).

        Ohne jetzt lange nachzusehen hat Exxon im Januar 7,und Mrd. Gewinn gemeldet. Also etwa 25 % weniger als im Vorjahr. M. W. wurden hier rund 2 Mrd. zurückgestellt, wegen eines geplatzten Gasdeals. Der wird im nächsten Jahr sicher zum Gewinn beigetragen.

        In den nächsten beiden Jahren sehe ich bei diesen Riesen gar keine Verluste. Vergessen Sie nicht, dass viele multinationalen Konzerne die niedrigen Zinsen derzeit nutzen, um über Schulden eigene Aktien zurück zu kaufen. Nicht nur in den USA.

        Wie aktuelle Zahlen von UBS zeigen, ist in Europa der Teufel los, wenn die ECB fleißig Geld nicht nur an die Ölindustrie verteilt. Zweistellige Milliardensummen an SHELL oder ENI, sogar an Schlumberger USA 1.1 Mrd. per 30.12.2016. Autohersteller holen sich kostenloses Geld über ihre Zentralbank fähigen Töchter zweistellige Milliardensummen und last not least, druckt Draghi sogar für BBB Ratings Geld zum Nulltarif. Das brennt der Baum und das wissen die Beteiligten. Und Trump weiß es auch. Deshalb wird es einen Zinswettlauf geben, nach dem Motto, wer zuerst untergeht hat verloren. Es müssten schon kosmische Hilfe im Spiel sein, wenn das die EU ohne Verwerfung überstehen soll.

        http://www.zerohedge.com/news/2017-01-30/ecb-assets-rise-above-36-eurozone-gdp-draghi-owns-102-european-corporate-bond-market

      • Hallo Hubi,

        danke für die Antwort.
        „Hinsichtlich der mittelfristigen Preisentwicklung fossiler Brennstoffe dürfte mittlerweile klar sein, dass noch über Jahrzehnte keine ernstzunehmende Alternative in Sicht ist.“

        Öl ist die Basis für unsere Zivilisation und unser Wirtschaftsmodell.
        Was aber passiert, wenn der energetische Aufwand um Öl zu fördern immer höher wird? So weit dass der Aufwand höher ist als der Ertrag? Stichwort EROEI.
        Dsnn fehlt uns die Basis und unser Wirtschaftsmodell zerlegt sich selbst.

      • hubi stendahl // 12. Februar 2017 um 09:13 //

        Hallo @Grete,

        Zitat:
        „Was aber passiert, wenn der energetische Aufwand um Öl zu fördern immer höher wird? So weit dass der Aufwand höher ist als der Ertrag? Stichwort EROEI.“

        EROEI ist eine physikalische Größe und wird vom Leser falsch gedeutet. Diese Berechnungen beschäftigen sich mit theoretischen Annahmen, die so die nächsten 200 Jahre nicht kommen werden. Warum?

        Man berechnet den Input an Energie aus der Annahme, dass der Einsatz dem heutigen vergleichbar ist. Das ist aber Quatsch. Wenn der Aufwand so hoch wird, dass der Input dem Output entspricht, wirkt die Marktkraft. Dass bedeutet, dass auf andere Energieträger umgestellt wird, um die Förderung attraktiver zu machen, z.B. Kohleverstromung oder Kohleverflüssigung. Dann wird also der Input (Abbau) auf verflüssigte Kohle umgestellt. Kohle gibt´s noch für die nächsten 500 Jahre.

        Öl, Kohle und Gas (Energie) sind in unserer Wirtschaft in der Tat die tragenden Säulen. Sie sind aber auch weitestgehend austauschbar und stehen in Konkurrenz zueinander. Gas ist für die nächsten 200 Jahre gesichert. Technische Verbesserungen und weitere Funde wie in Israel, Griechenland oder der Türkei noch nicht eingerechnet.

        Wenn Öl also das Auto, die Transporter auf Wasser (vorwiegend Containerschiffe) und die Häuser bzw. Betriebe zugunsten von Gas und synthetischem Öl aus Kohle, schrittweise verlässt, dann gibt es in den nächsten 50 Jahren gar kein Problem mit fossilen Brennstoffen. Es ist Panikmache.

        Wenn der Abbau, komplizierter und damit teurer wird, dann wird eben die Ware teurer. Weit vor einem theoretischen EROEI Punkt, würden also die Marktmechanismen greifen.

        Die EROEI – Berechnungen arbeiten mit falschen Annahmen und haben ein entscheidendes Problem: Sie verstehen die Wirtschaft nicht.

        EROEI (Energy Return on Energy invested) würde besser ersetzt durch (ROI) Return on Investment aus der BWL. Zu einer EROEI Situation kann es selbst in dem schrägen heutigen Wirtschaftssystem gar nicht kommen, weil die Konkurrenz zu anderen Energieträgern greifen würde. Die Technik aus dem II. WK wäre heute unvergleichbar besser und umweltschonender, wenn man wollte. Hinzu kommen Entwicklungen, die derzeit nicht gewollt sind.

        https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsches_synthetisches_Benzin

        Für die Fortführung einer Zivilisation, ist also nicht die Energiewirtschaft das vordringliche Problem, sondern das schräge, aus der Antike stammende Geldsystem, dass nicht nur einen Umverteilungseffekt generiert, sondern auch für die Umweltschäden, durch die Art der Anwendung von Energie, Chemie und Ressourcenverbrauch verantwortlich zeichnet. Daraus resultieren Absonderlichkeiten wie die lächerliche CO2 – Erwärmung. Schon in den 70igern gab es Auto freie Sonntage, der Club of Rome schätzte die Gesamtenergieressourcen damals auf rund 50 Jahre. Die sind fast vorbei. Das Spiel mit der Angst läuft aber immer weiter, bis die Menschen sich nicht mehr varxxxschen lassen.

  6. Und wielange muß Trump hier und da noch Doppelrollen spielen, um die Kriegsmeute in Schach zu halten (Irandrohungen)?

    Sorry, der Irak ist ja schon ausgeweidet.

  7. Zum Alaska-Deal noch folgende weitere Hintergrundinformationen:
    https://de.rbth.com/lifestyle/2014/04/07/der_verkauf_von_alaska_russlands_millionenpleite_28849

    Interessant ist doch, dass damals die Ressourcenbindung wegen des Krimkrieges zu der Verramschung geführt hatte. Vielleicht sollten internationale Anwälte einmal ganz genau prüfen, ob dieser Kaufvorgang rechtlich einwandfrei verlief (Vorraussetzungsprüfung), da ja immerhin vorher nachweislich massive Provokationen des US-Militärs stattgefunden haben, die den zivilen, freidlichen betrieb der russischen Aktivitäten gestört hatten.

    Auch sollte das Ziel dann nicht sein, Alaska einfach nur russisch werden zu lassen, sondern es benötigte einen neutralen, internationalen Friedensstatus. –

    Umgekehrt müsste der Nachweis geführt werden, das bis heute die USA eine gefährliche Kriegsmacht darstellt, die die internationale Ordnung massiv bedroht. Ohne Alaska, bzw. mit einem ’neutralisierten‘ Alaska, könnte eine neue Friedensordnung weltweit gelingen, sozusagen als friedliche Fortsetzung und Vollendung des Seidenstraßenprojektes.

    Ähnliches müsste auch mit Australiens Landnahme passieren. Das als mein bescheidener Vorschlag einmal auch proaktiv zu denken, nicht immer nur reaktiv Schlimmeres abzuwehren.

  8. Die von AI behaupteten Massenhinrichtungen ähnelten für meine Begriffe zu sehr den seinerzeitigen Meldungen über die Brutkästen und andere Fake News. Und mit diesen aktuellen Behauptungen, die sich in Luft auflösten, darf man dieser Truppe gar nichts mehr glauben.

  9. Vielleicht sollten internationale Anwälte einmal ganz genau prüfen, ob dieser Kaufvorgang rechtlich einwandfrei verlief (Voraussetzungsprüfung), da ja immerhin vorher nachweislich massive Provokationen des US-Militärs stattgefunden hatten, die den zivilen, friedlichen Betrieb der russischen Aktivitäten gestört, bzw. unmöglich gemacht hatten.

    Sorry, die Rechtschreibung.

  10. Und wieder ein Stück Hoffnung:
    http://www.voltairenet.org/article195240.html

    Mike Pompeo am Bosporus!

    • hubi stendahl // 11. Februar 2017 um 20:50 //

      @Conrath

      Auch ein interessanter Artikel von Meyssan, der sich mit den Interessengruppen beschäftigt, die Trump und Fillon in Frankreich gleichermaßen ans Leder wollen. Offenbar weil beide den Imperialismus gegen staatliche Kooperation ersetzen wollen und hierzu an den Kern der muslimischen Revolution vordringen wollen, der Muslimbruderschaft.
      Und da wären wir wieder bei der von mir o.e. Guillotine.

      • hubi stendahl // 11. Februar 2017 um 20:50 //

        Sorry,

        Verlinkung vergessen:

        http://www.voltairenet.org/article195238.html

      • @Hubi,

        Ja, genau so.

        Dem Imperialismus ans Leder gehen, das war immer schon recht gefährlich, man denke an Gaddafis antiimperialistische Afrika-Einigungspolitik oder Herrhausens Entschuldungspolitik, Brandts Entspannungspolitik, usw…

    • @conrath

      Und wieder ein Stück Hoffnung:
      http://www.voltairenet.org/article195240.html

      Erstaunliche Erklärung. Einer Organisation des politischen Islam in seiner Gesammtheit den Krieg erklären (Das Weiße Haus ist bereit die Bruderschaft unter den terroristischen Organisationen aufzulisten), halten Sie @conrath für ein Stück Hoffnung.?

      Die Muslimbruderschaft hat zig Millionen von Mitgliedern..und hunderte Millionen von Anhängern, ist in fast allen islamischen Ländern an der Regierung beteiligt.. unterstützt in vielen Regionen die Menschen mit sozialer Fürsorge, Arbeitsplätzen und Ausbildungstätten unsw.

      Ihre Hoffnung bedeutet Krieg gegen die gesamte muslimische Welt..

      Sicher haben die Muslimbrüder auch negative Seiten.. nun ja, welche grosse politische Organisation hat die nicht.. jedoch richtet sich deren Kampf (meisst gewaltlos) in fast allen Fällen gegen von aussen einfallende Besatzer… Engländer in den 20er und 30er.. Israel.. und natürlich die westliche Unwertegemeinschaft.

      • @Dragao

        Die Ziele der Muslimbruderschaft sind nicht vereinbar mit einem friedlichen Zusammenleben der Völker. Sie ist nach außen expansionistisch und nach innen hin totalitär (Schariaanwendung) ausgelegt.
        Das bedeutet nicht, dass sich die große Zahl der Muslime weltweit nicht auch auf einen säkularen Islam, neben anderen Religionen, einlassen kann.
        Es bleibt zunächst ein Krieg der Köpfe. Die Muslimbruderschaften wiurden vom Westen in den politischen Kampf einbezogen, instrumentalisiert. Nun haben sich diese Kräfte etabliert und fordern ihre eigene Kultur, die eine Kultur der Ausgrenzung ist.

        Jeder sollte genau aufpassen, mit dieser Einsicht/ Bestandsaufnahme nicht das Kind mit dem Bade auszuschütten. Es gibt weltweit auch eine große Mehrheit säkularer Moslems. Sie sind stark gefordert den totalitären, mittelalterlichen Rigorismus zurückzuweisen.

        Wie es geht, zeigt die Entwicklung der mittelalterlichen christlichen Gesellschaften zu modernen Verfassungsstaaten. Und Entwicklungen wie die Baathpartei haben diese Säkularisierung längst eingeleitet. Sie wurden aber aus Machtgründen vom Westen unterdrückt und manipuliert. Erst auf diese Weise kam es dann zu einer Renaissance der Muslimbruderschaften, mit katastrophaler Wirkung für die Lebensbedingung von Frauen.
        Unser westlicher Soros-Genderismus ist eine Art von ‚Umkehr-Karikatur‘ zu den, durch den Westen angestoßenen Bewegungen, in den Ländern der Levante.
        In Asien gehen die Muslime, soweit ich das beurteilen kann, weniger rückschrittliche Wege.
        Der Islam als ganzes ist eine alte Kulturbewegung, die zum Chorus der Gesamtentwicklung aller Kulturen gehört, die Muslimbewegung ist hingegen insgesamt eine Karikatur dieser großen Kultur, wie Sie darstellen, oft erst durch den Westen zu dieser innergesellschaftlichen Rückschrittlichkeit provoziert. –

      • @stendahl @conrath

        Muslimbrüder

        Dass da @conrath und @stendahl ins gleiche Röhrchen blasen, wundert mich nicht. Wie nett. So sieht die neue Nichteinmischung der US-Aussenpolitik aus. Und aus den Gewehrläufen deutscher bots wird kräftig mit geschossen.

        Anstatt wie bisher die eigenen aussenpolitischen Fehler zu maskieren und gewaltsam gegen Muslime im Ausland vorzugehen, während man sich im eigenen Land scheinbar tolerant gegenüber Muslimen gibt, verfolgt Trumps neue Politik tatsächlich unverblümt die bestehenden US-Prioritäten und geostrategischen Ziele. Hierzu zählen nicht zuletzt die Unterstützung der illegalen israelischen Besetzung von Palästina, die Bekämpfung des „Terrors“, und die Befreiung von der Ölabhängigkeit.

        Ja nun denn.. wenn es so gewünscht wird, auf in den totalen Kampf gegen alles was wie ein Muslim aussieht.. sich wie ein Muslim benimmt.

        Zum Glück lebe ich im Nordosten Brasiliens. An diesem Kampf der Kulturen der nun voll losgetreten wird, möchte ich mich nicht beteiligen.

      • hubi stendahl // 12. Februar 2017 um 09:26 //

        @conrath

        Zitat:
        „….die Muslimbewegung ist hingegen insgesamt eine Karikatur dieser großen Kultur, wie Sie darstellen, oft erst durch den Westen zu dieser innergesellschaftlichen Rückschrittlichkeit provoziert.“

        Eine brandgefährliche Karikatur, bei der derzeit nicht abschätzbar ist, wie sie sich in naher Zukunft von ihren kriegerischen Welteroberungsphantasien weg entwickeln wollen.

        Momentan sind nur rückschrittliche Entwicklungen zu sehen, die nicht nur auf das Eingreifen westlicher Interessengruppen zurückzuführen sind, sondern ganz klar auch eine eigene Dynamik besitzen. Vergessen wir nicht, dass es nicht um direkt zuordnungsfähige Personen geht, sondern um einen geistigen Boden, dem z.B. auch die Hamas folgt.

        Diese Muslimbruderschaft ist das Fundament des Übels.

      • @dragaoNordestino

        Sicher haben die Muslimbrüder auch negative Seiten.. nun ja, welche grosse politische Organisation hat die nicht.. jedoch richtet sich deren Kampf (meisst gewaltlos) in fast allen Fällen gegen von aussen einfallende Besatzer… Engländer in den 20er und 30er.. Israel.. und natürlich die westliche Unwertegemeinschaft.

        Die Muslimbrüder sind ein „Erfolgsrezept“ britischer Großmachtpolitik und haben ihre idedologischen Fesseln (trotz ihres auch charitativen Charakters in vielen Ländern), die ihnen der britische und US-Imperialismus angelegt hat, nie lösen können. Die syrischen Muslimbrüder waren u.a. die Keimzelle von Al-Nusra (bereits vor über zehn Jahren) und die Muslimbruderschaft spielte sowohl in Libyen als auch in Syrien die entscheidende Rolle, um als fünfte Kolonne den blutigen „arabischen Frühling“ über diese Staaten herein brechen zu lassen.

        siehe auch hier: https://peds-ansichten.de/2016/09/tuerkische-gratwanderungen-2#tuerkische_demokratie
        und hier: https://peds-ansichten.de/2016/09/tuerkische-gratwanderungen-3/

        Interessantes Forum hier, danke an Conradt für den Wink 😉

        Freundliche Grüße, ped43z

      • hubi stendahl // 12. Februar 2017 um 10:56 //

        @conrath

        …….um es für die Leserschaft nochmal deutlich zu machen. Die Muslimbruderschaft wird massiv von Saudi Arabien unterstützt. Die Muslimbruderschaft unterstützt den Vernichtungskrieg der Saudis gegen den Jemen. Die Muslimbruderschaft operiert im Westen mit der geschmeidigen Art der Unterwanderung. Sie ist fundamentalistisch und damit verfassungsfeindlich. Sie lehnt einen Staat, in welcher Form auch immer, ab.

        Sie wird vom Verfassungsschutz beobachtet, weil sie sich mit den Invasionen der letzten beiden Jahre exponentiell vergrößert hat, wie eine Anfrage im Bundestag von 2016 klar formuliert. Da fällt uns noch was auf die Füße, zumal der Trend in der Türkei zum Fundamentalismus ungebrochen ist und Kämpfer für den IS in Deutschland sich zu einem Viertel aus Türken rekrutiert:

        http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/europa/tuerkei/regierung-ein-viertel-der-ausgereisten-islamisten-tuerkischstaemmig-14392012.html

        Man kann diese geistige Richtung nicht beschönigen, in dem ein paar negative Seiten, welche ja auch andere politische Organisationen haben, konstatiert und andererseits die gleiche geistige Wurzel namens Erdogan verteufeln.

        Eine Säkularisierung geht nicht mal über Nacht, zumal der Krieg zwischen den Sunniten und Schiieten seit mindestens 35 Jahren tobt und vom Westen für eigene Zwecke ausgenutzt wird. Es geht auch hier nur um Macht. Hinzu kommt, dass der halbe Islam durch Fundamentalisten unterwandert ist, die sich eines bescheuerten Buchs genannt Koran bedienen, das konzeptionsloser nicht sein könnte. Und das will was heißen, schaut man sich die katholischen und jüdischen Verbiegungen der Schriften genauer an.

        In Teilen ist es mit unserem 30 jährigen Krieg vergleichbar. Nur das war 1618 bis 1648. Ohne amerikanische Drohnen für Saudi Arabien und ohne russische S300 für den Iran.

        Fazit: Das Problem des Fundamentalismus kam im Nahen Osten auf und wurde durch den Westen instrumentalisiert und nicht umgekehrt, was manche „Gutmenschen“ glauben. Nach meiner Meinung kann es einen friedlichen Islam nicht geben, so lange eine umfassende Reform von allen Seiten aus Machtgründen verhindert wird. Die Muslimbruderschaft kämpft nach wie vor nach ihren Grundsätzen: „Gott ist unser Ziel. Der Prophet ist unser Führer. Der Koran ist unsere Verfassung. Der Dschihad ist unser Weg. Der Tod für Gott ist unser nobelster Wunsch.“

        Gefährlich! Der aktuelle Verfassungschutzbericht ist zwar 179 Seiten lang. Die Muslimbruderschaft ab Seite 62:

        http://www.verfassungsschutz-bw.de/site/lfv/get/documents/IV.Dachmandant/Datenquelle/PDF/2016_aktuell/Verfassungsschutzbericht_BW_2015.pdf

      • @Hubi u. Ped43z

        Wir gehen in der politischen Bewertung der Muslimbruderschaft konform. Dazu siehe auch Ped43z’s Ausführungen, die wie immer solide recherchiert und damit vollständig überprüfbar sind.

        Alle diese rückständigen Bewegungen sind künstlich wiederbelebte Uraltkonflikte. Damit hat sich der politische Westen im 20. Jahrhundert vollständig diskreditiert. Dies gilt nicht erst seit Huntingtons ‚Kampf der Kulturen‘, einem üblen Auftragswerk, sondern hat einen langen, schmutzigen Vorlauf.

        Und immer wieder lässt sich bei den unbelesenen Normalos damit punkten, eine falsche Toleranz abzuverlangen. Gegen politisch instrumentalisierten Kulturkampf darf es keine Toleranz geben, nur erfordert dies eben auch kompaktes, nutzbar-präsentes historisches Wissen und damit wird es zu einem ewigen semantischen Wettlauf zwischen Hase und Igel.

        Es ist schon richtig, dass es eine Weltkultur gibt, entsprechend der einen Vernunft der Menschheit, auch wenn Kulturalismus in verschiedenen Ausprägungen als chic gilt. Aber und das ist ein mächtiges, folgenschweres ‚aber‘, in jeder Zeit, Sprache und Gesellschaft findet dieser ‚Kulturprozess‘, er ist kein naturalistisches Ding, immer wieder anders, variierend statt. Eine verkürzte Leitkulturdiskussion, etwa an dem Sloterdijkschüler Jongen festzumachen, siehe dazu Jürgen Meiers lesenswerte Ausführung:
        http://www.kritisches-netzwerk.de/forum/irrationalismus-die-philosophie-der-afd führt unweigerlich zu den merkwürdigsten Widersprüchen. Ich habe mir heute Morgen extra nochmals Jongens Artikel in dem Buch ‚Die Vermessung des Ungeheuren‘ durchgelesen, eine Aufsatzsammlung von 40 namhaften Autoren rund um Sloterdijks ‚Gebrauchsphilosophie‘. Und es ist schon makaber, Jongen rühmt den großen Hallraum seines Meisters. Wie bei einer östlichen Sitzung mit einem Meister, geht der spontane Tiefendenker mit dem schweren Gepäck abendländisch-zentrierten Wissens auf Flugrunden, schwebt und webt in hermeneutischen Verknüpfungen. (Was eigentlich Grunderfahrung jedes Seminaristen ist, bzw. sein kann, nicht falsch, aber in der Exaltiertheit einen falschen Zungenschlag bekommt!)

        Was Jongen offensichtlich nicht bemerkt ist, dass er gerade in Beispielen von dem einen, großen Kulturprozess und seinen vielen temporären Ereignissen verhandelt. Er selbst hat sich interkulturell gebildet und anregen lassen um dann von einem reduzierten, eben auch wieder politisch-instrumentalisierten Kulturbegriff zu faseln. Die Gefährdung Deutschlands durch kulturelle Fremdüberformung ist sein Stichwort für die AfD. Nun, Kultur hat sich nie anders, als in der Selbstbehauptung weiter ausgeformt, entlang der Seidenstraße, der Kauffahrteischifferei und parallel zum Handel überhaupt (freie Städte, Hanse,…). Was wir haben ist ein gigantischer Migrationsbasar auf dem Rücken sehr vieler Betroffenen, den Einheimischen, wie den Angelockten. Aber es gibt überall Verlierer, organausgeweidete Seeleichen, Kinderhandel, Mietwucher für Flüchtlingsunterkünfte usw…
        Dazu gehört sogar der dauerhaft falsche Ansprechpartner in DE mit der DITIP usw…. Aber wir sind nicht Zeugen des Untergangs des christlichen Abendlandes, das ist ausgemachter Quatsch.

        So schnell lässt sich die eigene kulturelle Sozialisation vergessen, wie Jongen es vorführt. Schon merkwürdig. Und es reicht auch nicht, wenn Jongen seinen Meister im Karlsruher Audit als letzten Schopenhauerversteher charakterisiert. Wie der eine oder andere durch echte Lektüre wissen kann, ist bereits Schopenhauer tief in den Weltkulturprozess eingebunden gewesen, nicht nur durch direkte Übersetzungen.

        Mit Kultur politisch nur zu spielen, hat immer ziemlich negative Rückwirkungen gezeitigt, da sollte Mensch also sehr, sehr skeptisch sein, was Slotti mittlerweile gegenüber seinem Jünger wohl auch geworden ist. –

        Im Zweifelsfall immer lesen, lesen, lesen und zwar keinen Schrott, sondern echte Bücher. –

  11. Und, weil Hoffnung so wichtig ist, eigenes Denken so gut tut, hier nochmals Nachhilfe in Sachen ‚Selberdenken‘ von Analitik zum Thema Trump und der Iran:
    http://analitik.de/2017/02/02/bei-der-tagesschau-nachgefragt/#comment-6335

  12. waltomax // 12. Februar 2017 um 10:39 //

    Was versteht man unter „Fake“? Fälschung, Schwindel, Vorspiegelung falscher Tatsachen, Lüge und Betrug. „Fake – News“ reichen also von bemühter Propaganda bis zur offenen und krassen Lüge.

    Ein Beispiel dazu in der Form folgender Aussage: „Exponentielles Wachstum ist nachhaltig möglich.“ Dazu gehört auch: „Wir brauchen Wachstum, „nur“ mit Wachstum ist Wohlstand möglich.“ Man kann aber auch mit dem auskommen, was man hat und versuchen, dies zu erhalten. Die Lüge liegt im „nur“.

    Der Amerikanische Traum, der einem jeden einredet, er könne es vom Tellerwäscher zum Millionär schaffen, ist „fake“. Denn der Kapitalismus produziert Monopole, untergräbt den Markt, korrumpiert Politik sowie Verwaltung und schafft weit mehr Verlierer als Gewinner. „Ein jeder“ kann es also „systembedingt“ schon nicht schaffen. Konsequenzen:

    „Make America great again!“ ist ebenfalls eine reine Fake – Parole, die keine reale Grundlage hat.

    Welchen Sinn hat es, sich bei gesättigten Märkten, die inzwischen schrumpfen, mit immer mehr Aufwand bis zum Ruin behaupten zu wollen?

    Der inzwischen voll ausgebrochene Handelskrieg, welcher sich in Lohn- und Preisdumping, Abwertung der Währungen, Nationalismus und Protektionismus äußert, wird schlussendlich in eine militärische Auseinandersetzung übergehen.

    So war es in der Geschichte immer. Man denke an die Briten, die sich durch das Deutsche Kaiserreich überflügelt sahen und daher den ersten Weltkrieg wollten.

    Wir verhalten uns also erst einmal nicht anders, als ein Rudel Hyänen oder ein Trupp Geier, die sich um das Aas streiten. Wobei man diese Tiere nicht beleidigen darf, indem man sie mit Menschen vergleicht.

    Denn wir werden uns am Ende eher gegenseitig auf nur jede Weise umbringen, bevor wir von unseren Lebenslügen lassen.

    • hubi stendahl // 12. Februar 2017 um 11:38 //

      @waltomax

      Zitat:
      „Der inzwischen voll ausgebrochene Handelskrieg, welcher sich in Lohn- und Preisdumping, Abwertung der Währungen, Nationalismus und Protektionismus äußert, wird schlussendlich in eine militärische Auseinandersetzung übergehen.“

      Es gibt die Variante Optimismus, es gibt die Variante Pessimismus und es gibt die Variante Realismus.

      Sie haben sich für die wahrscheinlichere Variante Pessimismus entschieden.

      Die optimistische wäre eine kurzfristige konzertierte Aktion der großen Staaten, um ein neues zinsfreies System zu installieren und die private Geldschöpfung zugunsten eines wirklich freien Markts, auf der Basis der Grundlagen – Ideen eines Silvio Gesells, oder den Nachfolgern wie Dr. Ernst Winkler, abzuschaffen. Diese einfache Variante, mit nicht korrumpierbarer Monetative, ist aber nicht erwünscht und mangels Lobby auch nicht durchsetzbar.

      So bleibt nur noch die realistische Variante:

      Rückkehr zum Glass Steagall Act unter Deckung der Währungen mit Rohstoffen.
      Das Tor zur Weltwährung mit angehängten Währungen der einzelnen Staaten. Allerdings erst, wenn die Not der Menschen so groß ist, dass es ohne nennenswerten Widerstand durchsetzbar ist, denn die Machtverhältnisse sind damit zementiert.

      Der Homo Erectus wird uns noch ein paar Jahrzehnte begleiten, bis wir uns im Spiegel anschauen und die Atemmasken, die zerstörte Natur und Daueraufenthalte in Sanatorien auch auf Partys nicht mehr lustig finden. Ob es für viele dann zu spät ist, muss die Zukunft zeigen.

      Alles hängt an dem von Ihnen beschriebenen Szenario und den negativen Eigenschaften derer, die es nicht verlassen wollen.

  13. Marcus Junge // 12. Februar 2017 um 15:24 //

    AI – Arschlöcher International, eine bekannte Handpuppe der USA, besetzt mit und insbesondere geführt von bewehrten Leuten des US-Außenministeriums und der US-Dienste, so wie GrünPisse und all die anderen „N“GOs.

  14. Zu den Muslimbrüdern:

    Natürlich richteten sich die Muslimbrüder ursprünglich gegen den Ausverkauf der arabischen Länder, insbesondere Ägyptens, an die Kolonialmächte, allen voran Großbritannien. Das macht die Muslimbrüder aber nicht weniger verantwortlich für die islamistische Ideologie. Das macht es erst recht nicht weniger perfide, wenn leicht beeinflußbaren Kindern Sprengstoffwesten umgeschnallt und diese inmitten vermeintlicher Feinde weggesprengt werden.

    Zum EROEI:

    Sehr seltsam, daß nur hubi stendahl bemerkt hat, daß das Unfug ist. Obwohl es doch offensichtlich Unfug ist. Zwischen EROEI und ROI sollte man noch die finanzjelle Investion gegenüber dem Energieertrag berücksichtigen oder salopp gesagt den Energiepreis. Damit ist dann schon klar, was passieren wird. Öl konkurriert nicht nur mit Gas und Kohle, sondern jede Einsparmöglichkeit und jede weitere Energiequelle hat nochmal einen Einfluß, der das Problem noch weiter entschärft. Es ist also reine Panikmache. Das Gleiche gilt auch für andere aus den gleichen Gründen behaupteten Problemen. Vor allem die sogenannte Überbevölkerung ist pure Panikmache!

    @dragaoNordestino:

    Im Nordosten Brasiliens ist alles eitel Sonnenschein? Dort gibt es keine Probleme und du lebst mitten im Paradies?
    Ranma

    • @Ranma

      Ich kann Ihrer Darstellung nicht folgen.
      Es ging nicht um die Berechtigung der Muslimbruderschaft sondern um ihre Entstehungsbedingungen. Offensichtlich haben die Briten, als Ausbeuter der Levante, dafür gesorgt im Lande auch maximales Chaos zu verbreiten, gleichzeitig. Darin besteht die Perfidi.

      Nehmen Soie ein Beispiel. Eine Diebesgruppe raubt einen Familienbetrieb aus und sorgt gleichzeitig subtil dafür, dass die Ausgeraubten sich anschließend noch in den Haaren liegen, durch subtile Einflußnahme.

      Terror erzeugt sich selbst weiter fort, wenn er erst einmal richtig zum Aufblühen gebracht wurde, das ist die eigentliche Perfidi. Terror wird dann zu einem Selbstläufer, einschließlich Kindersoldaten und Kindern mit Sprengstoffgürteln.

      Diejenigen die den Terror, seine Vorbedingungen und Voraussetzungen gefördert haben, sind noch schlimmer, als die Opfer/Täter, die in besinnungsloser Wut mittuen und nicht bedenken, wie sie aus der Gewaltspirale austreten könnten.
      Die terrorverursacher können sich derweil zurücklehnen und ihre angerichteten Taten beobachten. Sie verlieren dabei aber ihre Menschlichkeit.

      Zur Energiespekulation
      Es bleibt spekulativ über die reichweiten der bisherigen Energieträger zu verhandeln.

      Warum?

      a) Die Energieträger, ihr Vorkommen kann nicht völlig sicher abgeschätzt werden und
      b) Die Verwertungstechnik schreitet voran, es gibt eine Möglichkeit Silanöltechnologie aufzubauen, oder Brandungs-/ Strömungskraftwerke, oder Geotechnologie zu entwickeln, um nur einige Beispiele zu benennen.

      Schauen Sie sich nur die vielen Beispiele an, die dieser Mensch aufgelistet hat, Teil A bis E!:
      http://www.buch-der-synergie.de/ubersicht.html

      • @Conrath:

        Aber ja, Terror erzeugt sich selbst weiter fort. Das ist der rote Faden, den es bei meinen Ausführungen zu folgen galt. Dem bist du also sehr wohl gefolgt. Erst terrorisierten die Briten die Araber, später umgekehrt und weil die gesamte westliche Welt aus Vasallen der Angelsachsen besteht wird nun die gesamte westliche Welt terrorisiert. So weit ist das Kausalität. Das ist zu trennen von der moralischen Betrachtung. Moralisch handeln die Islamisten falsch, so wie jeder falsch handelt, der Kinder als Waffen verwendet. Fraglich ist nur noch, ob es anders ginge, weil schließlich die Kausalität nicht verschwindet, falls man unmoralische Handlungen vermeiden möchte.

        Die Reichweite bisheriger Energieträger ist zwar spekulativ, aber nur ein Teil der Einflüsse auf die zukünftige Energieversorgung. Das Voranschreiten der Verwertungstechnik führt schonmal zu weniger Energieverbrauch. Silanöltechnologie könnte man zwar aufbauen, aber Silanöle kommen nicht natürlich vor, also löst das kein Energieproblem. Silanöle sind nur eine Möglichkeit der Speicherung und des Transportes von Energie. Wellenkraftwerke, Gezeitenkraftwerke und geothermische Kraftwerke würden wahrscheinlich mindestens so lange Energie liefern wie noch Menschen auf der Erde leben. Hier hängt es wirklich nur am politischen Willen. Das heißt, du wolltest wohl zustimmen, daß es sich beim Problem zukünftiger Energieversorgung nur um Panikmache handelt?

        Die Entwicklung der Weltbevölkerung hat auch einen Einfluß auf die zukünftige Energieversorgung, aber alle Probleme, die man der Entwicklung der Weltbevölkerung zuschreibt, während man von einer Überbevölkerung phantasiert, sind wiederum pure Panikmache. Falls man die nichtmaterielle Sicht zuläßt, dann wird das sofort offensichtlich: Es gibt nur so viele Menschen, wie Menschenseelen inkarnieren. Die Rahmenbedingungen dafür werden auf einer metaphysischen Ebene entschieden. Die wiederum würde auf der physischen Ebene nur dann Probleme schaffen wollen, falls das für das Karma der inkarnierten Seelen notwendig ist. Überbevölkerung kann es daher nur in den Fieberträumen der Materialisten geben.
        Ranma

    • @ Ranma

      Im Nordosten Brasiliens ist alles eitel Sonnenschein? Dort gibt es keine Probleme und du lebst mitten im Paradies?

      Im Nordosten Brasiliens gibt es viele einerseits nom Klima und andererseits vom räuberischen neoliberalen Kapitalismus verursachte Probleme. Jedoch gehört toleranzlose Besserwisserei nicht dazu.

      Die ganze Disskusion hier im Westen, über die Andersartigkeit der islamischen Kulturen, und die darauf folgenden Interventionen, um dem Muslimen das Mensch sein bei zu bringen.. wohl verstanden das Mensch sein im Sinne des räuberischen neoliberalen Kapitalismus, haben bis jetzt nur dazu geführt, dass sich die Muslime massiv zur Wehr setzen.

      Damit dies nicht aufhört.. damit auch weiterhin in muslimischen Weltregionen gebranntschatzt werden kann.. was ist es doch da Willkommen, eine der grössten islamischen politischen Organisationen, mit tausenden über den ganzen Islam verteilten Unterorganisationen, unter Generalverdacht zu bringen, zur terroristischen Organisation zu erklären und damit vogelfrei zu stellen.

      Nichteinmischung sieht anders aus.

      Wäre es für den Westen nicht besser, endlich aus den islamischen Weltregionen zu verschwinden.?..

      Dass hier Leute solchem Tun (dem gesammtem Islam den Krieg zu erklären) auch noch Beifall klatschen, lässt mich vermuten, dass hier eine Menge falsche Fufziger rumlaufen…. die versteckt hinter der Hand, der Pax americana huldigen.

      • @dragaoNordestino:

        Wenn sich Menschen gegen den räuberischen, neoliberalen Kapitalismus zur Wehr setzen, dann ist das eher erfreulich. Daß sich Muslime genau dagegen zur Wehr setzen oder auch nur das geopolitische Spiel durchschauen, das ist eher zweifelhaft. Das würde man schließlich eher mit alternativen Wirtschaftssystemen und Aufklärung darüber tun, nicht wahr?

        Sicherlich wäre es besser, wenn westliche Mächte aus den islamischen Weltregionen verschwänden. Aber es liegt nunmal unser Öl (das des von Nordamerika angeführten Westens) unter deren Sand.

        In der Zeit vor den Muslimbrüdern, zumindest bevor die Briten die Ägypter und die Palästinenser heftig verarschten, kamen Leute aus dem Westen gut mit den Muslimen aus und die wiederum auch mit den Christen im Nahen/ Mittleren Osten. Sogar das Zusammenleben mit den Juden war weitgehend unproblematisch. Das gilt für den Iran sogar heute noch. Also gibt es keinen Grund, gleich dem gesamten Islam den Krieg zu erklären. Vielmehr sollte man bedauern, daß die Muslime durch das Verhalten der Angelsachsen und der Zionisten in ihrer Entwicklung zurückgeworfen wurden. Sämtliche rückständigen Verhaltensweisen waren bereits so gut wie abgeschafft.

        Ein Beispiel: Ich habe mal gehört, daß man im Iran zwanglos Kopftuch und das Zeigen von Haaren kombinieren könne. Das ist eine völlig falsche Sicht. Tatsächlich zeigen die Iranerinnen ihre Haare, WEIL das verboten ist. Sie müssen nur das Kopftuch aufhaben, um ihre Haare schnell darunter verstecken zu können, falls sich ein Religionspolizist nähert. Im Iran wird also eine angeblich islamische Verhaltensweise gewaltsam durchgesetzt, obwohl die muslimische Bevölkerung dort eine völlig andere Auffassung dazu hat. Nur gelingt die Durchsetzung trotz aller Drohungen und Strafen nicht erfolgreich, weil sich die persische Mentalität keine Vorschriften machen läßt. Nichtmal von der eigenen Regierung.
        Ranma

  15. @Dragao

    Nordbrasilien hin oder her, wenn Sie Argumente verbiegen: „Dass hier Leute solchem Tun (dem gesamtem Islam den Krieg zu erklären)“ Zitatende D.´, dann müssen Sie dafür Gründe haben.

    Das sich auch friedliche islamische Lebensweisen, die auch gegen den imperialen Globalismus opponieren, überall auf der Welt finden lassen, ist nicht in Abrede zu stellen, von mir jedenfalls nicht.

    Aber der politische Wahhabismus/ Muslimbruderschaftsaktivismus, ist nicht friedlich und auf seine Weise sogar Erfüllungsgehilfe des weltweiten Kriegsimperialismus.

    Beachten Sie bitte meinen Hinweis auf die positiv eingeschätzte Politik der Baathbewegung. Sie ist sekularistisch orientiert, schafft keine Scharia-Gesellschaftlichkeit usw…

    Auch unterhalb des Äquators sollten Sie Argumenten gegenüber aufgeschlossen reagieren.

    • @Dragao

      Ist es die Nagelprobe für Trump? Da ich nicht in die Zukunft sehen kann und nur hoffe, dass Trump genug dazulernt, ‚on the job‘, erwarte ich eine Kehrtwende in seiner Jemen/ Iran-Agenda.

      „Grundsätzlich sei der Aufstieg des „militanten Islam“ im Jemen auf dessen „substantielle Finanzierung“ durch die Saudis während der letzten Jahrzehnte zurückzuführen, schreibt Julie Chernov Hwang vom Middle East Institute in ihrem 2012 erschienenen Buch Peaceful Islamist Mobilization in the Muslim World: What Went Right.“ aus https://deutsch.rt.com/international/46445-jemen-im-fadenkreuz-us-militars/

      Hier sehen Sie konkret, wie Imperialismus mit Wahhabismus zusammen agiert, auch unterhalb des Äquators nachvollziehbar. –

      Ist es noch ein nicht rechtzeitig gestoppter, irrer Nachlauf, oder hat der Wahnsinn bei Trump Methode?

    • @Conrath:

      Die Baath-Bewegung ist jedoch keine islamische. Vielmehr ist sie die arabische Entsprechung zum türkischen Kemalismus. Beide möchten die Religion aus dem Staatswesen ins Private verbannen, beide sind vor allem auf Modernisierung aus und auf Anschluß an den Westen. Baath ist zusätzlich panarabistisch und irgendwie auch sozialistisch, wobei das nicht auf westlichen Vorläufern, sondern auf islamischem Vorbild beruht.

      Die Baath-Partei konnte nur in drei Staaten Einfluß gewinnen, das waren Libyen, Irak und Syrien. Mit dem Sturz erst Husseins und dann Gaddafis wurden zwei der drei Baath-Staaten islamisiert. Im Irak herrschen tatsächlich schon Islamisten, die einen Scharia-Staat eingeführt haben. In Libyen ist noch Bürgerkrieg, aber die Islamisten sind die stärkste Kraft. In Syrien steht Assad für die Baath-Partei und der westliche Versuch, Assad loszuwerden, bedeutet eigentlich den Versuch, auch in Syrien die Baath-Partei zu stürzen und das Land den Islamisten zu überlassen.

      Es ist also leicht, für die Baath-Partei zu sein, wenn man gegen den Islam ist. Wobei die Baath-Partei eigentlich nur gegen den Islamismus ist. Trotzdem ist Baath keine islamische Bewegung, denn die meisten Muslime sind gegen den Islamismus und unterstützen dennoch nicht die Baath-Partei, weil die ihnen dann doch zu wenig muslimisch und zu westlich orientiert ist.
      Ranma

      • @ranma

        Panarabismus entspricht/ entsprach dabei US-/ Briten-Imperialismus, hat sich auf dieser Folie entfaltet.

        Und ja, Religionen mit gesetzgeberischen Ansprüchen haben jedes gesellschaftliche Mitwirkungsrecht verloren, bis auf Freiwilligkeit als Prinzip ihrer sonst friedlichen Mitglieder, so ist das und da mache ich keinen Unterschied für den politischen Islamismus.

    • @dragaoNordestino:

      So richtig es ist, friedlich mit dem toleranten Islam auszukommen, so sehr steht das im Widerspruch dazu, einen intoleranten Islam zu tolerieren.
      Ranma

  16. @Conrath:

    „Panarabismus entspricht/ entsprach dabei US-/ Briten-Imperialismus, hat sich auf dieser Folie entfaltet.“

    Das ist etwas vereinfacht. Alle erfolgreichen Ideologien sind pan-Ideologien. Damit sprechen sie etwas im Menschen an, der Natur aus ein Nomade ist.
    Ranma

  17. @Ranma,

    da verwenden sie jetzt die Vorsilbe Pan aber etwas unvorsichtig. Diese Verallgemeinerung gibt sie eindeutig nicht her, aus sich und ihrem Bedeutungsfeld.

    Panslavismus, Pantheismus, gehen Sie alles durch und bilden Sie mehrere Gruppen, dann sehen Sie es selber, was ich hier andeute, und sind Sie Nachtarbeiter, 3:XX?

Kommentare sind deaktiviert.