Stromversorgung als Planwirtschaft
Stromversorgung als Planwirtschaft

Stromversorgung als Planwirtschaft

Stromleitungen / By selbst fotografiert (Autor) [Public domain], via Wikimedia Commons; https://commons.wikimedia.org/wiki/File%3ABahnstromleitung_Viererbuendel2.jpg Stromleitungen / By selbst fotografiert (Autor) [Public domain], via Wikimedia Commons; https://commons.wikimedia.org/wiki/File%3ABahnstromleitung_Viererbuendel2.jpg
Deutschlands Energiewende: Auf die Idee, den Wind oder den Sonnenschein zu planen, wäre nicht mal Marx gekommen. Aber wir leben ja in einer postfaktischen Zeit.

Die erforderliche elektrische Leistung in Deutschland schwankt im Winter zwischen maximal 82.000 Megawatt (MW) am Tag und minimal 45.000 MW in der Nacht. Die installierte Leistung der Windkraftanlagen beträgt 45.000 MW, die der Photovoltaik-Anlagen 41.000 MW. Theoretisch kann man also den Maximalbedarf an elektrischer Energie mit Erneuerbaren locker decken. Aber leider nicht praktisch.

Denn die tatsächliche eingespeiste Leistung von Photovoltaikanlagen schwankt im Winter zwischen 0 und 10.000 MW, die der Windkraftanlagen von 1.000 bis 30.000 MW. Das heißt, die Photovoltaik hat einen Wirkungsgrad zwischen 0 und 25 %, die Windkraft zwischen 2 und 67 %, wenn man den Wirkungsgrad in erster Näherung als Quotienten von tatsächlicher Leistung und installierter Leistung überschlägt. Wind- und Sonnenstrom zusammen erreichen minimal 1.000 MW, was wiederum etwas mehr als 1 % des Maximalbedarfs ist. Und umgekehrt kann der Wind zwei Drittel des Nachtstrombedarfs decken. Wenn er denn ordentlich weht.

Strafzahlungen ans Ausland

Von einer Abdeckung des Stromverbrauchs durch erneuerbare Energien kann also überhaupt nicht die Rede sein. Auch in Zukunft nicht. Alle entsprechend lautenden Mitteilungen sind reine Fantasterei und Elitenpropaganda der Medien. Die gesamte elektrische Leistung von 82.000 MW muss im Flaute-, Nacht- und Bewölkungsfall durch konventionelle Kraftwerke erbracht werden, wenn man zu diesen mal die Wasserkraftwerke hinzurechnet. Im folgenden Bild aus agora-energiewende.de sind Strompreis, Stromerzeugung und Stromverbrauch für den Dezember 2016 dargestellt.

Die Rote Linie ist der Verbrauch, die blaue der Preis und die grüne Fäche ist die durch Erneuerbare abgedeckte Leistung.

Die Rote Linie ist der Verbrauch, die blaue der Preis und die grüne Fäche ist die durch Erneuerbare abgedeckte Leistung.

Man erkennt, dass an Sonn und Feiertagen die erforderliche elektrische Leistung 20.000 MW niedriger liegt, als an Wochentagen, an denen gearbeitet wird. Leider hat die Regierung kein Abkommen mit Petrus. Gerade zu Weihnachten zwischen dem 24. und 26.12.2016 blies der Wind aus Leibeskräften. Daniel Wetzel von der „Welt“ hat herausgefunden:

„So mussten die deutschen Verbraucher etwa über die Weihnachtsfeiertage hinweg nach überschlägigen Berechnungen fast 20 Millionen Euro für die Vernichtung überschüssigen Ökostroms zahlen.“

Lieber Herr Wetzel, Strom kann man nicht „vernichten“. Schön wär’s. Der Müllstrom wurde über die österreichische, französische und schweizerische Grenze verklappt, wofür die entsprechenden Strafzahlungen zu entrichten waren. Müllgebühren sozusagen. Wenn die genannten Länder den Strom auch so rücksichtslos erzeugen würden wie die Deutschen, würde das Verbringen über die Grenzen übrigens nicht funktionieren. Deutschland ist auf einem Energie-Egotrip auf Kosten seiner Nachbarn.

Wie der Wind weht

Der Wind weht auch an normalen Tagen selten wie er soll. Ein gutes Beispiel ist der 12.12.2016, ein Montag. Nachts ging es mit 20.000 MW verheißungsvoll los, in der Spitzenbelastungszeit zwischen 16 und 20 Uhr war mit einer Leistung von rund 2.000 MW regelrecht tote Hose. Und die Sonne konnte auch nicht ausputzen.

Grafik1 / Quelle: Windjournal.de; http://www.windjournal.de/erneuerbare-energie/aktuelle_einspeiseleistung_wind_und_solar_energie

Grafik1 / Quelle: Windjournal.de; http://www.windjournal.de/erneuerbare-energie/aktuelle_einspeiseleistung_wind_und_solar_energie

Windjournal.de stellt täglich Angaben zur Stromerzeugung zur Verfügung: Die Seite ist empfehlenswert. Neben windiger Propaganda gibt’s eben auch viele Daten für den Faktencheck.

Am 25.12.2016 sah es so aus, dass der Wind den ganzen Tag volles Rohr blies, ebenso wie den Tag davor und danach:

Grafik2 / Quelle: Windjournal.de; http://www.windjournal.de/erneuerbare-energie/aktuelle_einspeiseleistung_wind_und_solar_energie

Grafik2 / Quelle: Windjournal.de; http://www.windjournal.de/erneuerbare-energie/aktuelle_einspeiseleistung_wind_und_solar_energie

30.000 MW verfügbare Leistung. Nachts war das zu viel, und es kam zum teuren Abdrücken in Nachbarländer. Es ist eine gute Frage, wie lange die das mit sich noch machen lassen. Polen, die Niederlande und Tschechien haben schon dichtgemacht und ihre Netze vor den deutschen Windbeuteln geschützt.

Als Ergänzung zum Windstrom wird immer eine gewisse Menge konventioneller Strom aus Wasser-, Kohle- und Gaskarftwerken benötigt, der das Netz stabil hält. Es ist technisch derzeit nicht einmal annähernd möglich, 100 % der erforderlichen Leistung mit sogenanntem Ökostrom zu erzeugen. 70 % sind näherungsweise eine realistische Obergrenze.

Und nun zeige ich noch ein drittes Exempel: Es ist auch möglich, dass den ganzen Tag wenig Leistung aus Erneuerbaren entsteht.

Grafik3 / Quelle: Windjournal.de; http://www.windjournal.de/erneuerbare-energie/aktuelle_einspeiseleistung_wind_und_solar_energie

Grafik3 / Quelle: Windjournal.de; http://www.windjournal.de/erneuerbare-energie/aktuelle_einspeiseleistung_wind_und_solar_energie

Und zwar war der 3.12.2016 ein Samstag, so dass die erforderliche Leistung in der Spitze nur bei etwas über 60.000 MW lag. Aber gerade in den Spitzenzeiten morgens und abends sieht man am 3.12. fast einen Totalausfall der Erneuerbaren.

Der Journalist Wetzel hat – wie oben schon dargetan – behauptet, Strom könne man vernichten. Nein, man muss ihn einfach wieder bedarfsgerecht erzeugen, wie das vor der sogenannten Energiewende selbstverständlich war. Das bedeutet, daß man die Erneuerbaren abschalten muß, wenn die Gestehungskosten an der Strombörse unterschritten werden. Das ist eine ökonomische Binsenweisheit.

Strom lässt sich nicht lagern

Der Landwirt erntet den Kohl nicht, wenn er etwas zuzahlen müsste um ihn zu vermarkten. Er pflügt ihn in diesem Fall unter. Kartoffeln erzeuge ich auf Vorrat, weil ich sie eine Weile lagern kann. Wenn das Fleisch in der Kühltruhe alle geworden ist, ziehe ich ein Schaf aus der Herde und schlachte es. Wenn ich Wärme brauche, heize ich den Kamin mit Holz vom Lagerplatz an. Alles kann ich irgendwie lagern, im Stall stehen lassen und bevorraten. Nur Elektroenergie kann man großtechnisch nicht aufheben. Man muss die Anlagen definitiv abschalten, wenn man den Strom nicht braucht. Der Einspeisevorrang der Erneuerbaren darf bei der riesigen Menge von Erzeugungsanlagen nicht exzessiv ausgelegt werden.

Die Diagramme von Agora zeigen deutlich: Der Zubau von Windkraftanlagen und Photovoltaik muss gestoppt werden, bis die rechtlichen Grundlagen reformiert sind und marktwirtschaftliche Mechanismen wieder greifen. Zu oft nämlich rutschen die Strombörsenpreise ins Negative. Zu oft wird über den Bedarf produziert. Mit den Niedrigpreisen werden die Wasserkraftanlagen und Pumpspeicher in Deutschland, Österreich und der Schweiz auf Dauer in den Ruin getrieben. Und wenn die Pumpspeicher weg sind, weiß niemand mehr wohin mit dem deutschen Müllstrom.

Die Energiewirtschaft in Deutschland ist mittlerweise eine reinrassige von Sigmar Gabriel und Barbara Hendricks gesteuerte Planwirtschaft. Eine vom Wetter abhängige Veranstaltung mit kapriziösen Überraschungen und zahlreichen Unbekannten. Auf die interessante Idee den Wind oder die Sonneneinstrahlung zu planen wäre nicht einmal der schräge Visionär Karl Marx gekommen. Aber wir leben in einer postfaktischen Zeit. Argumente spielen keine Rolle mehr.

 

Über Wolfgang Prabel

Wolfgang Prabel über sich: "Ich sehe die Welt der Nachrichten aus dem Blickwinkel des Ingenieurs und rechne gerne nach, was uns die Medien auftischen. Manchmal mit seltsamen Methoden, sind halt Überschläge... Bin Kommunalpolitiker, Ingenieur, Blogger. Ich bin weder schön noch eitel. Darum gibt es kein Bild." Kontakt: Webseite | Weitere Artikel

13 Kommentare zu Stromversorgung als Planwirtschaft

  1. Die Planwirtschaft der Stromversorgung schlägt sich auch in den Preisen nieder.

    Preis pro Kilowattstunde 2016
    Deutschland 0,30 Eur
    Österreich 0,20 Eur
    Schweiz 0,20 Eur
    Frankreich 0,16 Eur
    Polen 0,14 Eur
    USA 0,10 Eur

  2. Stephan Becker // 2. Januar 2017 um 18:26 // Antworten

    Hallo Herr Prabel,
    es gibt im Bereich Stromversorgung durch EE nicht nur Wind- und PV-Kraftwerke in Deutschland, sondern auch Laufwasser-, Biomasse-, Geothermie-, Blockheiz(Erdgas-, Biogas- und eventuell auch schon Holz-betrieben) oder Müllkraftwerke.

    „Wind- und Sonnenstrom zusammen erreichen minimal 1.000 MW, “

    Dies gilt nur für Deutschland, aber nicht für das Gesamtangebot an Wind- und Sonnenstrom in ganz Europa zu diesen Zeitpunkten.

    „Von einer Abdeckung des Stromverbrauchs durch erneuerbare Energien kann also überhaupt nicht die Rede sein. Auch in Zukunft nicht. Alle entsprechend lautenden Mitteilungen sind reine Fantasterei und Elitenpropaganda der Medien. Die gesamte elektrische Leistung von 82.000 MW muss im Flaute-, Nacht- und Bewölkungsfall durch konventionelle Kraftwerke erbracht werden, wenn man zu diesen mal die Wasserkraftwerke hinzurechnet.“

    Wir produzieren als Exportweltmeister nicht nur jede Menge Güter, die ins Ausland exportiert werden, wir exportieren damit indirekt auch jede Menge Strom. Man müsste da mal eine Bilanz erstellen. Zudem fallen mir jede Menge Dinge ein, deren Herstellung man sich sparen könnte. Es gäbe noch jede Menge Einsparpotential in der Industrie zu entdecken (z.B. drehzahlgesteuerte Motoren). Da diese aber weiterhin mit Strom mehr oder weniger sehr billig versorgt wird (Befreiung u.a. von EEG-Umlage) ist von dieser Seite keine Verbesserung in Sicht. Der günstigste Strom ist der, der gar nicht benötigt wird.

    „Der Müllstrom wurde über die österreichische, französische und schweizerische Grenze verklappt, wofür die entsprechenden Strafzahlungen zu entrichten waren. “

    Um überschüssigen EE-Strom schnell in großem Umfang kostengünstig zu speichern, gibt es schon seit Jahrzehnten eine Möglichkeit: Nachtspeicheröfen bzw. elektrisch betriebene Heizkessel. Aktuell: Projekt Nightwind, Heizen mit (überschüssigem) Wind bzw. Power-to-Heat (PtH) wie etwa ganz aktuell in Münster. Beim Wirtschafts- oder Umweltministerium gibt es sicher Infos dazu.

    “ Deutschland ist auf einem Energie-Egotrip auf Kosten seiner Nachbarn.“

    Italien war in der Vergangenheit (mindestens Anfang der 2000er) sehr dankbar für den billigen Strom aus Deutschland oder der Schweiz (s. den Film „Blackout – Warum Stromausfaelle kein Zufall sind“, von 2004, 43min50s, https://www.youtube.com/watch?v=SZR8A1bw8yc ) und schaltete daher jede Menge konventionelle Kraftwerke ab.

    „Als Ergänzung zum Windstrom wird immer eine gewisse Menge konventioneller Strom aus Wasser-, Kohle- und Gaskarftwerken benötigt, der das Netz stabil hält.“

    Wirken Windkraftanlagen mit ihrer Schwungmasse nicht auch stabilisierend? Genauso wie die Dampfturbinen samt angeschlossenen Generatoren in den konventionellen Kraftwerken. Also zumindestens im Bereich der Sekunden- und Minutenreserve.

    • Stephan Becker // 16. Januar 2017 um 15:52 // Antworten

      Noch ein interessantes Zitat zum Thema Sekunden- und Minutenreserve für die Netzstabilität, sogar von jemandem, der es wirklich wissen sollte:

      Energiespeicher in öffentlichen und industriellen Netzen: Die Zukunft ist bereits ganz nah
      24.11.2015

      Speicher-Kapazitäten im Vergleich
      Doch insgesamt ist der Speicher- und Regelleistungsbedarf laut Prof. Dr. Matthias Luther vom Lehrstuhl für Elektrische Energiesysteme der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg mit gerade mal 3.000 MW „rotierend vorgehaltener Primärregelung im Sekundenbereich, etwa 2.000 MW für die…

  3. Weil Pumpspeicherwerke gebraucht werden wie nie zuvor, deshalb werden sie in den Ruin getrieben? Reichlich seltsame Vorstellung von Wirtschaft!

    Das ist nur der krasseste der Logikfehler, von denen der Artikel (von einem Ingenieur!?) nur so strotzt. Der nächstheftigste ist der Export von Müllstrom as EE zu genau der Jahreszeit, in der die EE den Strombedarf angeblich nicht abdecken. Da kann ja schlicht nicht beides stimmen!

    Natürlich gibt es sehr vieles, was bei der Energieversorgung (und sonstigen Versorgung) im Argen liegt. Aber das liegt nicht in der Natur der Sache, sondern einzig und allein am politischen Willen. Unsere ReGIERung will garnicht, daß es uns besser geht! Sobald für die Pfründe der ‚Eliten‘ gesorgt ist, ab dann ist denen alles weitere komplett egal.
    Ranma

  4. Ich kriege Schreikrämpfe……………
    @ Becker und Ranma
    Physik 5 minus. Setzen.(Zuviel Schule geschwänzt?)
    3 Jahre Strafdienst in der Elektro- und Kraftwerktechnik.
    Das könnte geradeso reichen.

    • @opiping:

      Ich habe kein einziges Wort über Physik verloren, sondern ausschließlich über Wirtschaft. Also erklär deine Reaktion!

    • Stephan Becker // 4. Januar 2017 um 07:21 // Antworten

      Ich liebe argumentationslose Beleidigungen von anonymen Postern. Habe ich das schon erwähnt?

    • Stephan Becker // 4. Januar 2017 um 07:43 // Antworten

      Bevor hier noch mehr Elektro“experten“ einen Schreikrampf kriegen hier schon mal zwei Links:

      Effiziente elektrische Antriebstechnologien und Motoren
      Effizienzverbesserte Motoren sind am Markt verfügbar und führen zu deutlichen Energieverbrauchs- und Kosteneinsparungen. In der technischen Gebäudeausstattung (TGA) arbeiten Anlagen häufig nur im Teillastbetrieb. Deshalb sollen diese Antriebe drehzahlgesteuert und dem tatsächlichen Bedarf angepasst werden.
      Aber welches ist die richtige Anpassung, kann tatsächlich immer ein drehzahlgesteuerter Motor das Optimum bedeuten? Der richtige Einsatz und die fachlich komplexe Planung bezogen auf den jeweiligen Einsatz ist die Entscheidungsgrundlage für effektives Handeln.
      http://klimaplus-unternehmen.de/index.php?id=154&tx_seminars_pi1[showUid]=28

      VDI/VDE: 6. GMA/ETG-Fachtagung „Sichere und zuverlässige Systemführung von Kraftwerk und Netz im Zeichen der Deregulierung“, 21. – 22. Mai 2003, München
      Netzregelverhalten von Windkraftanlagen
      Gemäß den DEWI-Prognosen [9] können bis zum Jahre 2030 Offshore-Windparks mit einer Gesamtleistung von 26 GW installiert sein. Werden diese Windparks in die Primärregelung einbezogen, ergibt sich eine nicht unerhebliche frequenzstützende Sekundenreserve, die mit Hilfe von Windprognosen in die Tagesplanung einbezogen werden kann. Vergleichmäßigungseffekte aufgrund der räumlichen Verteilung der Windparks würden bewirken, dass sich die Aktivierung der Leistungsreserven aus den üblichen Windleistungsgradienten der Gesamtregelzone herausheben würde.
      http://www.iee.uni-rostock.de/uploads/media/Netzregelverhalten_von_Windkraftanlagen.pdf

      @opiping

      Oder lassen Sie uns doch mal über den angeblich gefährlichen Nahe-Blackout im Winter 2013 reden.

      Für alle, die mehr wissen wollen:

      „Welchen Stromnetzausbau erfordert die Energiewende?“ – Vortrag von Prof. Dr. Lorenz (48min55)

  5. @Ranma

    ja, der Text eines Ingenieurs weißt leider einige Widersprüche und Halbheiten auf. Das Problem von Herrn Prabel ist, dass er technische Fragen reideologisiert und das hat noch nie funktioniert.

    „Die Energiewirtschaft in Deutschland ist mittlerweise eine reinrassige [sic ?] von Sigmar Gabriel und Barbara Hendricks gesteuerte Planwirtschaft [sic ??]. Eine vom Wetter abhängige Veranstaltung mit kapriziösen Überraschungen und zahlreichen Unbekannten. Auf die interessante Idee den Wind oder die Sonneneinstrahlung zu planen wäre nicht einmal der schräge Visionär Karl Marx gekommen. Aber wir leben in einer postfaktischen Zeit. Argumente spielen keine Rolle mehr.“ Zitatende W.P.

    Zweifellos gibt es die Komponente der Ideologisierung von Sachfragen auch im Bereich der Energieversorgung, ganz klar. Aber muss dem beigetreten werden und zwar auch noch durch Anpassung an die Art der verschwommenen Darstellung?

    Es ist und bleibt eine politisch zu lösende Aufgabe, zu mehr Energiespeicherkapazität zu kommen. Dazu gibt es viele kleine und größere technische Lösungsansätze und prototypische Vorbilder.

    Das dieser Weg von der CDU/SPD nicht konsequent beschritten wird, sondern alles nur vernebelt dargestellt und überstürzt genutzt wird, wenn es der Klientel gerade passt, ist für jeden technikgeschulten Praktiker sichtbar.

    Das überstürzte Elektroautoprogramm und die unsoziale Tarifpolitik (Arme fördern die Photovoltailanlage der Besserverdienenden) mögen stellvertretend genannt werden.

    Es stimmt, Strom lässt sich nicht in einem Behälter sammeln, soweit ist dem Inhalt des Ingenieurkollegen zuzustimmen. Aber!!!

    Das Zauberwort ist Netz-VERBUND im 10-kV Bereich und die Vielzahl von großtechnisch ausbaubaren/ nutzbaren Technologien findet man hier übersichtlich und aktuell aufgelistet:
    http://www.buch-der-synergie.de/datenbank.php

    Ich empfehle für alle technisch Interessierten Teil A-E einmal durchzugehen und sich zu fragen, warum Merkel und Co kein Interesse an echter, zukunftsfähiger Mittelstandsförderung hat? Es gibt mehrere Städte in DE die sich über Mittelspannung autark versorgen können, bzw. Überschüsse produzieren (Schleswig und Schwäbisch-Hall).

    Lieber Kollege Prabel, Frau Hendriks Expertise hierzu geht gegen 0 und ihr Wille eine echte soziale Politik zu unterstützen ebenfalls. Aber wenn Sie ein technisches Problem haben, dann schauen Sie in die Schneider-Bautabellen oder vergleichbares und fragen auch nicht Ihren Friseur, oder?

    Und Großkonzerne sind ein mehr oder weniger loser Verbund aus Großabteilungen, die allesamt planwirtschaftlich geführt werden, TQM-mäßig, übrigens, selbst dann, wenn ein internes Abrechnungswesen den Anschein erwecken mag, das es nicht planwirtschaftlich zugeht.

    Lieber Kollege Prabel, erklären Sie mir in wenigen Sätzen, wie ein Möbelkonzern (IKEA) ein Reifenhersteller (Bridgestone) usw… ohne planwirtschaftliches Instrumentarium operativ tätig sein kann.

    Das die Grünen, ich assoziiere nur noch Schimmel mit diesem Politikgespenst, mehr verschleiern und mit NGO-Soros zusammenarbeiten, vielfältig ist hingegen keine Frage, da stimmen wir überein.
    Und wenn Sie Marx pauschal kritisieren, sollten Sie schon abgrenzen, worin und worin nicht, sonst ist Ihre Aussage darin unterargumentiert-unterspezifisch (was auch für manche Foristen hier leider zutrifft).

    Vielen Dank und ich stimme Ihnen zu, die Nachbarländer werden teilweise schon schlauer regiert, dort bemüht man sich darum echte Energiespeicher zu entwickeln, siehe meinen Linkhinweis im Text (kombinierte Luftdruckkavernen-Salzstöcke mit adiabatischer E-Rückgewinnung und zig andere Techniken)

  6. Karl Bernhard Möllmann // 4. Januar 2017 um 16:39 // Antworten

    . . .
    ZITAT @ Wolfgang Prabel:
    .
    „Wind- und Sonnenstrom zusammen erreichen minimal 1.000 MW, was wiederum etwas mehr als 1 % des Maximalbedarfs ist.“
    .
    Auf gut DEUTSCH:
    .
    Wenn es mit dem Wetter dumm läuft – dann FEHLEN Deutschland 99 Prozent Strom – wenn wir auf WIND & SOLAR setzen!
    .
    Oder noch deutlicher:
    .
    Hinter dieser Schnaps-Idee von der ewig erneuerbaren Energie aus WIND & SOLAR verbirgt sich offensichtlich ein GEHEIMER Sabotage-Plan!
    .
    Mal Edward Snowden fragen – ob die ANGRIFFE auf die weltweit führende Deutsche Atom-Industrie, auf den ADAC, auf VOLKSWAGEN, auf die Deutsche Bank & auf das Deutsche VOLK („Flüchtlings-Krise“) vielleicht ALLE AUS DER SELBEN ECKE DER GLOBALISTEN-SEKTE KOMMEN?

    • Wenn du Wolfgang Prabel schon so ausführlich zitierst, dann unterschlag doch bitte nicht die Stelle, wo er ausführt, daß Deutschland mittels Wind und Solar dermaßen viel Strom produziert, daß der als Müll gegen Entsorgungsgebühren exportiert werden muß! Die einzige Sabotage dabei ist also die Verweigerung eigener Energiespeicher!
      Ranma

      • Conrath // 16. Januar 2017 um 16:50 //

        @Ranma

        So ist es, jegliche dezentrale Energiespeichererhöhung verschafft Autarkie in der Fläche durch erhöhte Reservekapazitäten.

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