Wie Trump das Internet verwirrt

Donald Trump © GEOLITICO Donald Trump © GEOLITICO
Am diffusen Denken scheitert die Welt. So glaubt die Internetopposition, dass ausgerechnet Donald Trump den Widerstand gegen Globalisierung und Dekadenz anführen wird.

Die dunkelste Woche des Jahres ist ein guter Moment, über die Sommerzeit zu reden. Im gräulichen Jahr 2016, wo weitere elementare Dinge unseres Zusammenlebens den Bach runtergingen, meldeten sich besonders viele Eiferer, die gegen die Sommerzeit wetterten. Sie sei umständlich und schaffe einen „Mini-Jetlag“ mit katastrophalen Auswirkungen für viele Menschen. Der Fall ist symptomatisch für den Umgang des modernen Menschen mit komplexen Zusammenhängen: Viele, vielleicht die meisten, denken linear und glauben mit einem Argument komplexe Zusammenhänge erfassen zu können. Besonders in der Politik führt das zu „lustigen“ Ideen.

Bleiben wir noch kurz bei der Sommerzeit, um das Phänomen am Beispiel klarer zu machen. Man könne doch die Sommerzeit einfach auf das ganze Jahr ausweiten, wenn die Leute im Sommer gerne die hellen Abende genießen wollen, schlagen die Sommerzeithasser gerne vor. Schlimm genug, dass man sich wegen so einer Lappalie aufregt und die Vorteile der Zeitumstellung für die Lebensqualität ignoriert, aber selbst der Vorschlag zu Abhilfe ist nicht zu Ende gedacht.

Kuriositätenkabinett intellektueller Verirrungen

Kybernetisch denkend, also mit möglichst vielen verfügbaren Argumenten und Fakten vernetzend, würde nämlich schnell klar, dass eine zwölfmonatige Sommerzeit innerhalb kürzester Zeit die Regularien des Lebens von Tagesschau über Kita- und Öffnungszeiten bis zum Arbeitsbeginn tageslichtabhängig entsprechend wieder auf die alten Zeitabläufe verschieben würde. Die Winter wären ja sonst morgens zu lange dunkel. Was hätte dann der Arbeiter noch von einer Sommerzeit im Sommer, wenn er künftig nicht um fünf Uhr, sondern schon um vier aufstehen müsste?

Vergleichbarer Kurzschlüsse bediente sich kürzlich die Fachtagung der Deutschen Aids-Stiftung, die eine Veranstaltung der „Sexualgesundheit Geflüchteter“ gewidmet hatte. Das Motto der Veranstaltung lautete „Aufklärung führt zu erfolgreicher Integration“. Wenn der gute alte Oswalt Kolle noch mitbekommen hätte, dass das so einfach ist. Abgesehen von der der Diktion in bester SED-Tradition („ Siegreich zum …“) und der sinnlosen Wortkosmetik, die aus Migranten nun nicht mehr „Flüchtlinge“, sondern „Geflüchtete“ macht, erschüttert allein die Dämlichkeit, mit der die versammelten Doktoren sich des Themas widmen sollten. Nicht etwa, dass Aufklärung bei der Integration helfe oder Teil eines großen Arsenals von Notwendigkeiten sei, wird zur Parole gemacht, sondern die Unterstellung, mit Sexualerziehung könnte die gesamte Integration gewuppt werden.

Natürlich werden die Teilnehmer durchaus geahnt haben, dass für eine Integration bloße Sexualaufklärung überfordert wäre, doch schafft eine solche Wortwahl vereinfachende Denkmuster, die beispielsweise durch Fachliteratur und Tageszeitung weitergereicht werden. Und das Ergebnis der Tagung stand mit der Parole ja auch schon vor Beginn fest. Natürlich hülfe die andere, die eigentliche Aufklärung tatsächlich ein ganzes Stück weiter, aber mit der Kultur des europäischen geistigen Aufbruchs möchten Gutmenschen vom Islam gebeutelte eingewanderte oder mehr oder weniger Geflüchtete ja möglichst nicht irritieren.

Nicht die hellsten Lichter sitzen auch in der neuen Berliner Koalition, die in den Koalitionsverhandlungen tatsächlich die Idee diskutierten, mit einer durchgehenden LED-Beleuchtung der Berliner Bürgersteige, die Sicherheit zu erhöhen. Es entzieht sich meiner Kenntnis, ob eine solche Maßnahme mit der Energiewende zu vereinbaren wäre, und ebenso, ob diese Peinlichkeit tatsächlich beschlossen wurde, doch die Illusion, mit immer mehr Licht und anderen verwirrenden Signalen auf der Straße für mehr Sicherheit im Gesamtzusammenhang sorgen zu können, ist ein wunderbares Beispiel für unser heutiges Kuriositätenkabinett intellektueller Verirrungen.

Wirklichkeitsverweigerung durch falsche Gewichtung

Noch einen Schritt weiter ging der Vorsitzende der Hauptstadt-Linken, der versicherte, der neue Senat werde für mehr Freiheit sorgen, indem anstelle von zusätzlicher Videoüberwachung mehr Sicherheitspersonal eingesetzt werden würde. Mehr Freiheit durch mehr Sicherheitspersonal, das müsste er eigentlich exklusiv haben (und einen Aluhut auf dem Kopf), doch anscheinend steht nun tatsächlich eine komplette Landesregierung dahinter.

Der Wahnsinn bleibt aber nicht auf den geistig-politischen Mittelpunkt Deutschlands beschränkt. Anfang des Monats hatten britische Veganer festgestellt, dass die neue Fünf-Pfund-Note tierische Fette in Spuren enthält. Eine Online-Petition mit 85.000 Unterstützern forderte auch im Namen von Vegetariern (?) den sofortigen Verzicht auf das schöne Geld, wohl nach dem MottoDie Wissenschaft hat festgestellt, dass mancher Geldschein Fett enthält.“ Dabei können wir noch froh sein, dass die Wissenschaft nicht präzisiert hat, es könne sich um Schweinefett handeln – die Proteste der islamischen Weltgemeinschaft wären den Briten sicher. Würden die geflüchteten Einwanderer dann überhaupt noch ihre Sozialhilfe entgegennehmen wollen? Und überhaupt: Das liegt bestimmt alles nur am Brexit.

Mit einer vergleichbaren Wirklichkeitsverweigerung durch falsche Gewichtung oder, wie in diesem Fall, Verkehrung der Kausalität musste sich 2015 der Spielzeughersteller Playmobil auseinandersetzen. Er hatte ein Motiv-Set herausgebracht, das auf einem Piratenschiff des 17. Jahrhunderts spielte. Dummerweise, und nicht nur aus heutiger Sicht heftig zu verurteilen, trugen Sklaven damals häufig einen Sklavenkragen. Für eine afroamerikanische Mutter aus Kalifornien war das aber heute „definitiv Rassismus“, wie sie medienwirksam dem Fernsehsender CBS erklären durfte. Nicht genug damit, hängte sich auch die Bürgerrechtsorganisation NAACP an die Geschichte an und forderte Playmobil auf, das Piratenschiff aus dem Sortiment zu nehmen. Wir fassen zusammen: Weil damals Sklaven Sklavenkragen anlegen mussten, ist dessen historisch korrekte Darstellung heute Rassismus.

„Organisationspsychologen“ für Rauschgifthändler

Eigentlich müssen wir in unseren heutigen Neujahrs-Überlegungen noch unterscheiden, dass manche Vergewaltigungen der Wirklichkeit im Grunde aus purer Dummheit geschehen und andere aus politischer Berechnung, doch sind die Grenzen dabei natürlich fließend. Ein gutes Beispiel dafür ist das Handeln der dafür demokratisch Berufenen im Berliner Bezirk Kreuzberg und dort im Kriminalitätsschwerpunkt Görlitzer Park. Der Park ist derzeit unter der Kontrolle vor allem schwarzafrikanischer Drogenhändler. Der Bezirk hat nun einen „Organisationspsychologen“ eingestellt, der mit dem Fahrrad durch den Park fährt und den Kriminellen ins Gewissen reden soll. Er wolle „die Menschen einladen, die als Problem gelten, und sie mit ins Boot holen“. Gemeinsam mit einem einzurichtenden „Parkrat“ werde man auch „Würdenträger mit afrikanischem Hintergrund“, sprich die Drogenbosse, bei der Konzeptfindung einbinden. Na bitte, da scheint die Integration ja zu funktionieren.

Da passt es doch prima, dass die grüne Bezirksregierung Haschisch freigeben und gleich noch einen Coffeeshop nach holländischem Vorbild installieren möchte. Früher nannte man das „den Bock zum Gärtner machen“, aber früher war ja angeblich nicht nur alles besser, sondern die Menschen hatten auch noch Respekt vor der Realität. Immerhin rutschte dem grünen Fraktionssprecher die sicher realitätsnahe Aussage heraus, dass „fast alle Drogenhändler einen Flüchtlingshintergrund“ hätten. Gar nicht einverstanden mit der Situation zeigte sich aber sowohl die Polizeigewerkschaft und der Bund der deutschen Kriminalbeamten, die bei der Vorstellung früher Pläne dieses Konzeptes unter anderem auf eine Kollegin verwiesen, der einer der Dealer mehrere Gesichtsfrakturen zugefügt hatte. Man sieht, dass auch ein bloßes Konzept ein Schlag ins Gesicht sein kann.

Steffi Graf auf verlorenem Posten

Um heute nicht zu politisch zu werden, kommen wir schnell noch einmal zurück zu den Vegetariern und Veganern, die kürzlich die Hamburger Verbraucherzentrale mit der Information schockierte, dass ein Großteil untersuchter vegetarischer Produkte schlichtweg ungesund sei. 20 Produkte wurden untersucht, wobei man gegenüber normalen Lebensmitteln nicht nur vergleichbar viele künstliche Aromen und Zusatzstoffe fand, insbesondere bei Käse-, Fleisch- und Wurstnachahmungen, sondern auch zu viel Fett, zu viel Salz oder zu viel gesättigte Fettsäuren. Ein Hersteller warb mit ganzen Wallnüssen auf der Verpackung seines Brotaufstrichs, obwohl nur 2% Walnussöl enthalten waren. Mir ist dabei schon bewusst, dass Vegetarier oft aus weltanschaulichen Gründen auf Fleischprodukte verzichten, das ist hier also nicht das Thema, sondern die allgemein um sich greifende Illusion, vegetarisch Essen sei gesünder.

Das Stänkern der Verbraucherzentrale wird nicht ausgereicht haben, die vegetarische Wohlfühlblase zu erschüttern. Deshalb steht wohl auch Steffi Graf mit ihrer wunderbar kybernetischen Analyse auf verlorenem Posten, nach der die US-Ernährung in Europa nicht etwa deshalb einen so schlechten Ruf habe, weil sie schlechter sei als unsere, sondern weil die Qualität der Lebensmittel dort als erstes kritisch untersucht worden war. In das europäische Kollektivbewusstsein wurden also nicht die wirklichen Ergebnisse der Studien übernommen, sondern lediglich eine daraus folgende, nachgerade rassistische Verurteilung.

Und wenn wir schon bei den USA sind: In einer Fernsehsendung hieß es dort bartfeindlich, einige Bärte seien schmutzig wie Toiletten. Das war zwar durchaus richtig, aber es unterschlug schlicht die Tatsache, dass die dabei gemessenen Bakterien nicht nur im Bart, sondern immer und überall am Körper zu finden sind. Die menschliche Haut produziert eben Talg, und wo Talg ist, sind Keime. So einfach geht Manipulation. Ich hingegen könnte jetzt noch kybernetisch anmerken, dass eben dieser Talg auch in britischen Fünf-Pfund-Noten zu finden ist, aber ich will den Leser ja nicht zusätzlich verwirren…

Killerclownisierung unserer Welt.

Unstrittig bleibt, dass unsinniges Verhalten auch Vorteile mit sich bringen kann – jedenfalls für Einzelne. In einem Fall war sogar ich einmal der strahlende Profiteur, als nämlich an einem Sonnabend im November wegen einiger irgendwo in der Berliner Innenstadt stattfindenden Kleinstdemonstrationen radikaler Splittergruppen das komplette Olympiastadion von hysterischen Verantwortlichen gesperrt wurde. In der kybernetischen Folge zwang man Borussia Mönchengladbach wenige Tage nach einem Europacupspiel ohne ausreichende Erholungszeit schon am Freitag gegen unsere Hertha anzutreten und sich eine 0:3-Klatsche zu holen. Wer sagt‘s denn: Chaostheorie statt Kybernetik.

Keinesfalls erstreckt sich die in diesem Post beschriebene Verwirrung lediglich auf den gesellschaftlich den Ton angebenden Mainstream. Mit gewisser Schadenfreude schaue ich auf die Wahrnehmungskonflikte, die große Teile der Internetopposition nach dem Wahlsieg von Donald Trump befallen hat. Schien Amerika für sie nicht der Hort der Finsternis, von wo aus dubiose Geheimgesellschaften die Welt in den Abgrund zu ziehen trachteten?

Mussten nicht die Amerikaner auch und gerade für oppositionelle Denker, jedenfalls für diejenigen, die Verschwörungstheorien zuneigen, als Paradebeispiel für kulturelle Barbarei und (s.o.) falsche Essgewohnheiten herhalten? Und nun soll ausgerechnet dieser Trump, der typischste aller Amerikaner, den Widerstand gegen Globalisierung und Dekadenz anführen. Da hat man wohl bisher ein bisschen zu linear gedacht.

Noch vor wenigen Jahren gab es in diesem Blog ähnliche Texte über derartige intellektuelle Offenbarungseide, die damals durchaus zum Schmunzeln anregen konnten und sollten. Heute aber packt uns zunehmend das Entsetzen, was sicher auch der rasant wachsenden Zahl solcher Fälle sowie der ohnehin entsetzlichen Weltlage an sich zuzurechnen ist. Es ist wie mit den Clowns, über die man früher noch mehr oder weniger lachen konnte, die heute aber durchaus jederzeit mit der Axt hinter einem stehen können. Was wir also beklagen müssen, ist letztlich die Killerclownisierung unserer Welt.

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Über Konrad Kustos

Kustos studierte Germanistik, Geografie und Publizistik an der Freien Universität und promovierte über das Spannungsfeld zwischen Unterhaltungsliteratur und Literaturliteratur. Viele Jahre arbeitete er als Journalist in leitenden Positionen bei großen Berliner Tageszeitungen. Der Schwerpunkt seiner publizistischen Arbeit lag bei der Architektur und dem Aufbau der neuen Hauptstadt nach der Wende von 1989. Als roter Faden durch seine Arbeit zieht sich die Verteidigung des Normalbürgers gegen elitäre Denkweisen sowie der Versuch, Ideologien zu enttarnen. Kontakt: Webseite | Weitere Artikel

22 Kommentare zu Wie Trump das Internet verwirrt

  1. hubi stendahl // 1. Januar 2017 um 11:57 //

    „Der Fall ist symptomatisch für den Umgang des modernen Menschen mit komplexen Zusammenhängen: Viele, vielleicht die meisten, denken linear und glauben mit einem Argument komplexe Zusammenhänge erfassen zu können.“

    Nicht vielleicht. Es sind sicher an die 99 %, die nach 70 Jahren Umerziehung in der westlichen „Wertewelt“ nie gelernt haben, sich mit einer Sache aus verschiedenen Blickwinkeln vertraut zu machen, um einen Standort aus informierter Sicht einnehmen zu können. Ihr Standort ist jeweils der des erfolgreichsten Mediums, dass eine Information transportiert, sei sie auch noch so dumm und frei jeder Logik.

    Kann das gesteigert werden?

    Wir sind erst am Anfang. Die weitere Digitalisierung und die damit verbundenen Abhängigkeiten werden exponentiell steigen. Der Zombie wird Wirklichkeit.

    Wir haben bereits Musikbands, die komplett virtuell sind und in Japan Konzertsäle füllen. Das Smartphone ist für mehr als ein Viertel ein Begleiter, statt eines Geräts. Der soziale Austausch findet in so hohem Maße bereits über digitale Medien statt, dass mittlerweile nach WHO Angaben 10 – 15 % aller Erwachsenen und 30-35 % der Kinder/Jugendlichen psychische Schäden mit sich herumschleppen, die soziologische Ursachen haben.

    Es ist eine Frage der Definition, ob jemand psychisch krank ist oder nicht. Ist erst einmal die Schwelle von 50 % erreicht, wird sich zeigen, wen die Medien im Auftrag der Hintertanen als gesund und wen als krank bezeichnen.

    Die Welt geht also nicht unter, sie wird nur dümmer. Gefährlich dümmer.

    • MutigeAngstfrau // 1. Januar 2017 um 12:07 //

      Die Produktion der Untertanen, die eine Weltregierung benötigt, geht auf die Zielgerade.

      Soll so die Hauptstadt der Welt aussehen? :

      http://chodak.wixsite.com/die-warnung/astana—hauptstadt-von-der-ein-welt-religion

    • @stendahl

      Nicht vielleicht. Es sind sicher an die 99 %, die nach 70 Jahren Umerziehung in der westlichen „Wertewelt“ nie gelernt haben..und bla bla

      Wie wäre es Herr stendahl, wenn Sie mal wieder ein wenig aus den Höhen des Affenbrotbaumes herunter kämen.? Dass Schmeissen mit Affenbrot nach den 99% zeigt eigentlich nur, eine schon masslos zu nennende Selbstherrlichkeit.

      Ihre Analyse zu den virtuellen Welten sind, so sehe ich dies wenigstens, nichts anderes als das festgefahrene Denken eines Altherren-Clups.. Sie haben Mühe von Ihrem erlernten Verhaltungsmuster ab zu rücken und brauchen sich deshalb auch nicht zu wundern, dass Sie von den Generationen, die mit den digitalen Medien aufgewachsen sind, nicht mal im Ansatz ernst genommen werden.

      Diese Generationen ticken tatsächlich anders. Ob dies zum Ende possitiv oder negativ sein wird, wird sich erst noch zeigen. Was diese Generationen partout nicht haben wollen, ist ein väterlicher Erklärer Ihres Stils, der sich aus „innerer Weisheit“ heraus befleissigt fühlt, allen seine höchst persönlich Weltsicht auf zu drängen.

      Die Welt geht also nicht unter, sie wird nur dümmer. Gefährlich dümmer.

      Schön für Sie, dass Sie offensichtlich die Weisheit mit dem Suppenlöffel verfüttert bekommen haben

      • Conrath // 1. Januar 2017 um 21:38 //

        Lieber Dragao,

        auch Sie werden älter. Was halten Sie von einer solchen Pauschalkritik, in 10, 20 oder 30 Jahren?

        Mit Argumenten wettstreiten ist doch kein altväterliches Moralisieren, kann altersunabhängig, aber nicht erfahrungs- und denkunabhängig erfolgen.

        Und das Denken, etwa die bewegliche Entwicklung unserer verwendeten (mitwachsenden) Begriffe, kann zunehmen, kann sich steigern, im positiv-funktionalen Sinne, also versuchen Sie es mit mehr Vertrauen in dieses Wachstum, das braucht zwar Zeit, wird aber auch nicht einfach nur gepachtet von den Silberrücken *g*.

      • hubi stendahl // 1. Januar 2017 um 23:42 //

        0wissen Sie @dragao, eigentlich habe ich es aufgegeben ihre eingeengten Kapazitäten immer wieder mit INFORMATIONEN füttern zu wollen und dabei Gelegenheit zu geben, voneinander und übereinander zu lernen.

        Andererseits kann ein Hinweis kaum schaden, Ihnen weiter die Möglichkeit zu geben, ein paar Grundlagen analoger statt digitaler Lebensexistenz wieder WAHRzunehmen, um auch mit rund 60zig den erlernten sozialistischen Dogmen, zumindest mit gebührender Kritikfähigkeit, gegenüberzutreten.

        Deshalb nur soviel:

        Ich habe heute meinen Sohn vom Düsseldorfer Flughafen abgeholt. Er war 3 Wochen in Kenia. Nicht in Mombasa oder Nairobi, im Tsavo Nationalpark.

        In der Ankunftshalle warteten wir rund 30 Minuten auf die verspätete Ankunft der Maschine. Genug Zeit, um sich die Pokemons um sich herum genauer anzusehen. Ob 60 oder 16. 80%, vielleicht mehr, saßen mit ihrem Smartphone auf den Sesseln und nahmen von ihrer Umwelt nichts mehr wahr, sodass ich meiner mitgereisten Frau spontan sagte: Ist es ein Wunder, dass eine selbsternannte Elite diese Idioten als Faktor Arbeit in den Büchern führt?

        Zitat:
        „Diese Generationen ticken tatsächlich anders.“

        In der Tat. Ich habe sie gerade oben beschrieben live erlebt.

        Aber es kommt ein weiterer nicht zu unterschätzender Aspekt hinzu.

        Hierzu könnte man stellvertretend die Neujahrsansprachen von Fr. Merkel und Herrn Putin zu Rate ziehen. Die eine spricht von neuen Gesetzen, um den Terror, den sie selbst aus niederen Beweggründen ins Land geholt hat, in den Griff zu bekommen. Sie meint aber Vollüberwachung der Bürger, die ihr das Vertrauen ausgesprochen haben und weiter geben werden.

        Der andere redet über Wahrheit und Liebe, redet von Familie und Mut.

        Die eine, die Sie ja bis vor kurzem noch glühend verehrten, lügt wie gedruckt und zerstört ganze Völker, der andere hat erkannt, dass eine Bevölkerung nur dann friedlich zusammen leben kann, wenn sie eine gemeinsame Identität teilt. Die eine fabuliert unwissenschaftlichen Blödsinn, der andere wissenschaftlich fundamentierte Erkenntnisse.
        Die Pokemons interessiert das aber nicht. Sie habe alle Kapazitäten dafür bereitgestellt, sich ihrer Lieblingsbeschäftigung mit dem Smartphone zu widmen.

        Sie checken ja nicht einmal, dass dieser Zusammenhang mit Rassen überhaupt nichts zu tun hat, um infolgedessen reflexartig auf alles herum zu hacken, was strukturiert argumentiert, die Invasion Europas unter falscher Flagge ablehnt.

        Inwieweit glauben Sie als 60 jähriger und liegen gebliebener Spätachtundsechziger ohne des Themas betreffende (Aus) -Bildung, das Sie mit ihrer sozialistisch -indoktriniert im Internet- angelesenen Bildung, noch einen Hering vom Teller ziehen zu können? Kaufen Sie sich ein paar gute Bücher und beginnen Sie auf Start.

        Sie haben Ihr Leben auf Kosten der Folgegeneration zum großen Teil gelebt. Jetzt sind eben die Fleißigen und Tragenden am Zug. Das werden ganz sicher nicht jene, die am Flughafen gleich Zombies in digitale Geräte hinein sehen und dabei selbst ihre im Flughafen laufenden Kinder aus den Augen verlieren.

        Vielleicht beginnen Sie einfach bei der sprachlichen Intelligenz und versuchen zukünftig sowohl Ihre Grammatik als auch Ihr unstrukturiertes Denken auf Vordermann zu bringen.

        Z.B. aus Ihrem o.e. Kommentar:

        „Schmeissen“ = Schmeißen
        “ possitiv“ = positiv
        “ befleissigt“ = befleißigt

        Zitat:

        „Schön für Sie, dass Sie offensichtlich die Weisheit mit dem Suppenlöffel verfüttert bekommen haben.“

        Nein habe ich nicht. Im Gegensatz zu Ihnen, habe ich mich aber für die Dinge des Lebens interessiert und hunderte Bücher über viele Jahre gelesen und versucht daraus sowohl Mehrwert zu ziehen, als auch den Vorgenerationen meinen Dank für diese Geistesarbeit auszusprechen. Das Internet ist dabei ein wunderbares Hilfsmittel, jenseits von Facebook oder Whatsapp und Twitter. Jenseits von Pornos, Überwachung und Bezahlsystem.

        Sie aber nutzen das Internet, um sich einer aus den 70igern konservierten oktroyierten Geisteshaltung in Form einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung zu bedienen.

        Sie lagen nicht nur bei Fr. Merkel falsch. Sie lagen auch bei Ihrer Analyse zu Brasilien falsch. So wie Sie die Zusammenhänge der weltweiten Auseinandersetzungen fehlerhaft auf den Begriff “ PAX AMERICANA“ reduzieren.

        Wenn Sie mich auf einem Affenbrotbaum sehen, dann möchte ich Ihnen entgegenhalten, dass ein Affe beim Erraten von 2 kaum zu unterscheidenden Gegenständen mindestens in 50 % der Fälle richtig liegt, weil er sich gleich einer Zufallszahl keine Gedanken macht.

        In Ihrem Fall ist die Wahrscheinlichkeit des Eintreffens noch schlechter und es liegt nur am unstrukturierten Denken, in Verbindung mit der sich selbst erfüllenden Prophezeiung. Sie suchen stets nach Argumenten, die Ihre früh indoktrinierten Annahmen stützen. So werden Sie auch beweisen, dass die Erde eine Scheibe ist.

        DENKEN Sie mal darüber nach.

      • @stendahl

        Wie nett Sie über andere Menschen Bescheid wissen. Ein Genie der Ferndiagnose.!

        Trotzdem, was Sie da zusammen kritzeln, zeugt eigentlich nicht von besonderer Intelligenz… Weit eher von hartnäckiger Verbocktheit und Besserwissertum.

        Wie auch immer, Sie dürfen natürlich weiterhin von hoch oben auf andere Ansichten herababfahren, oder auch hochmütig überfliegen und weiterhin hunderte von Büchern lesen….

        Dass Sie Begriff „Pax americana“ nicht verstehen, wundert mich nicht… spielt auch keine Rolle.

      • hubi stendahl // 2. Januar 2017 um 01:09 //

        @dragao

        „Wie auch immer, Sie dürfen natürlich weiterhin von hoch oben auf andere Ansichten herababfahren, oder auch hochmütig überfliegen und weiterhin hunderte von Büchern lesen….“

        Nein. Ich fahre nicht herabab“ auf andere, sondern bin interessiert an Meinungen von Kommentatoren wie @conrath, @mutigeAngstfrau und vielen anderen hier.

        Ihre Einlassungen habe ich in den letzten Wochen weder gelesen noch kommentiert, noch bin ich auf wen auch immer „herababgefahren “ (Ausnahme: Eine unterirdische Antwort auf einen Kommentar von @conrath) .

        Warum lassen Sie mich nicht einfach in Ruhe? Auch @conrath haben Sie kürzlich mit einem lächerlichen Angriff versucht, auf einen offensichtlich von Ihnen gar nicht verstandenen Kommentar, in eine Reaktion zu zwingen.

        Mit dem folgenden Link könnten Sie starten, um auch einmal von sich zu behaupten „herababgefahren“ zu sein.

        Übrigens. Ich bin jünger als Sie und betreibe ganz ohne Webmaster ein eigenes Firmennetzwerk mit 5 Rechnern auf Linux Basis.

        Mein Wunsch an Sie war definitiv ernst gemeint. Fangen Sie von vorn an. Man kann ein Ziel nur dann erreichen, wenn man den ersten Schritt tut. Auch wenn´s den Spät68ern schwer fällt, die Freude über das Erreichen des Ziels kommt nach der Arbeit. Nur in der Politik und im Beamtentum funktioniert es ab und an andersherum.

        https://www.zum.de/portal/grundschule

      • @stendahl

        Übrigens. Ich bin jünger als Sie und betreibe ganz ohne Webmaster ein eigenes Firmennetzwerk mit 5 Rechnern auf Linux Basis.

        Wow.. Ja Herr stendahl, Sie sind zu beneiden. Lesen hunderte von Büchern und werden zu einem wandelnden Lexikon.. haben ein kleineres Anwesen in Nordspanien.. eine glückliche Familie, um die Sie sich natürlich kümmern.. ein von Ihnen gemanagtes Firmennetzwerk.. schreiben Bücherlange Artikel.. antworten auf Kommentare auch noch um 02.00 Uhr.. Quatschen auf Geolitico mit vielen, sich gelehrt gebenden Kommentaren die Kommentarleiste voll.. und .. und .. und

        Ja wirklich, Sie sind beneidenswert, Ihr Tag muss 72 Stunden haben

      • Conrath // 2. Januar 2017 um 16:23 //

        @hubi & dragao

        Argumente, gute wie schlechte, gehören in erster Linie und primär, sich selbst. Wir können ihnen, fragend, lesend, internetsuchend, höchsten beitreten, sie verstehen, ablehnen oder erneut erweiterte (nach erweiternden) Argumente(n) suchen. –

        Welche Hilfsmittel der Einzelne auch immer wählt, es geht um die plausible, auch fühlbare Begründung, die noch bestehende Widersprüche reduziert.

        Sokrates hat es intuitiv gemacht und auch den Widerspruch nicht gescheut, die Bemühung über das Ergebnis gestellt. Ab der Spätaufklärung bildeten sich Lese- und Briefzirkel im Bereich der Bürgerlichen, außerhalb der Kirchendeutungssphäre, später, unter den Arbeitsbildungskämpfern, bildeten sich die Vorläufer unserer heutigen Kommunikationskultur.

        Aber das Prinzip der Interpretation und Verständnisleistung wurde dabei nie aufgegeben, lediglich verfeinert, das ist alles.

        Ansonsten lasst und das Positive betonen, im Kreis der 60-zigjährigen und dessen Rand (5./7.), egal. Ansonsten lesen wir nur noch Sachen von Leuten mit Haupthaar/ Glatze/ Brille oder Kontaktgläsern/ Rechtshändern/ Vegetariern/ Radfahrern/ Hundehaltern???

        Nein, die Argumente bleiben, referenzieren auf unsere Suche.

        Liebe Grüße an alle Mitforisten und Eure noch kommenden Argumente
        von Conrath

        und

        Hubi, Respekt für die Umstellung auf Linux im Geschäftsbereich, das ist nicht so nebenbei zu bekommen, meine Gratulation. Ich benötige Linuxsupport, vielleicht ist Herr Ludwig ja so nett und gibt meine Emailadresse an Sie weiter?

      • Karl Bernhard Möllmann // 3. Januar 2017 um 08:22 //

        . . .
        Wenn 2 sich streiten – freut sich der Conrath . . .
        .
        http://quer-denken.tv/1273-george-friedman-stratfor-was-seine-rede-fuer-uns-bedeutet/
        .
        Die clevere Intrige – ist DAS Mittel der Politik der älteren Herren – denen der echte (Lebens-) Saft ausgegangen ist . . .
        .

  2. MutigeAngstfrau // 1. Januar 2017 um 12:13 //

    „Und nun soll ausgerechnet dieser Trump, der typischste aller Amerikaner, den Widerstand gegen Globalisierung und Dekadenz anführen. Da hat man wohl bisher ein bisschen zu linear gedacht.“

    Ja, da hat der geneigte Leser so seine Zweifel und wird sehen, ob Trump sich von den Tiefenstaatlern gegen den Iran treiben lässt.

    Heute morgen fand ich diese spannende Analyse der Weltlage:

    https://nocheinparteibuch.wordpress.com/2016/12/31/wie-schauts-aus-im-dritten-weltkrieg/

    Allen Foristen und natürlich Seitenbetreibern ein Gutes Neues Jahr, verbunden mit der Hoffnung auf Deeskalation und Frieden!

    • hubi stendahl // 1. Januar 2017 um 16:27 //

      @MutigeAngstfrau

      Zitat:
      „Ja, da hat der geneigte Leser so seine Zweifel und wird sehen, ob Trump sich von den Tiefenstaatlern gegen den Iran treiben lässt.“

      Der ausgezeichnete von Ihnen verlinkte Artikel hat die vielfältigen Möglichkeiten der Achse der „Wertegemeinschaft“, trotz guter Analyse, nicht komplett im Blick. Ein paar „Kleinigkeiten“ haben wir ja nach der Trump Wahl bereits sehen können:

      Beispiel Kurden in Syrien. Die haben mal eben eine kurdische Verfassung auf den Weg gebracht, um Syrien im letzten Moment noch in Nord/Süd zu teilen. Selbstverständlich steckt das Imperium dahinter.

      Oder der gestrige Anschlag mit 53 Toten in einem Nachtclub in Istanbul. Eine klare Warnung des Imperiums an Erdowahn, den Eiertanz zu ihren Gunsten zu beenden. Eine Bürgerkriegs-Drohung.

      Kennen Sie das aktuelle Economist Cover auf dem Trump als Imperator auf der Weltkugel sitzt? Aktuell hat der Economist dieses Cover verändert, was ein Novum ist. Man kann die App über Facebook laden oder einfach hier im Link sehen, dass Trump gegen einen Adler ausgetauscht wurde, der dem des heiligen römischen Reichs stark ähnelt. Passiert noch was bis zum 20.01.?
      Bewahre uns vor den Jesuiten.

      https://play.google.com/store/apps/details?id=com.economist.worldin

      • MutigeAngstfrau // 1. Januar 2017 um 17:21 //

        Das mit dem Cover ist befremdlich…
        Mal sehen, ob Oliver Janich oder Tilman Knechtel das auch aufgefallen ist, bzw. sie sich dazu äußern. Immer recht anregende Denkanstöße aus diesen Richtungen.

        Jedem, der sein Hirn nicht an der Theaterkasse abgegeben hat, ist klar, dass es im Elitenstübchen rappelt. Unklar ist halt, wem zuerst die Dachbalken auf die Birne fallen.

      • MutigeAngstfrau // 2. Januar 2017 um 18:17 //

        Wolfgang Eggert hat auch wieder großartig geliefert:

        http://opposition24.com/die-letzten-tage-vor-dem-buergerkrieg-teil-3/299923

        Boahh, und in diesem Dickicht als Volk gestraft mit den Pappnasen auf unseren Regierungsbänken und den anderen Verrätern in medialen, wirtschaftlichen und sonstigen Entscheider- Positionen! GRUSELIG!

  3. waltomax // 1. Januar 2017 um 12:50 //

    „Kybernetik“ ist das Stichwort. Die Wissenschaft von der Steuerung und Regelung. Dahinter verbergen sich komplexe Fragen. Ausgehend von den verschiedenen Ordnungssystemen (die man als Hierarchie, Heterarchie, Anarchie, u. a. kennen sollte) befasst sich die Kybernetik auch mit Netzwerken und Flüssen auf solchen.

    Dann trifft man auch noch auf die Kybernetik II. Ordnung, die man als „Steuerung der Steuerung“ ansprechen kann. Denker auf diesem Felde waren G. GÜNTHER und H.v. FOERSTER.

    Praktische Methoden zur Konstruktion von Netzwerken lieferte der kürzlich verstorbene Mathematiker G. THOMAS auf der Basis von Permutographen und der Kenographie.

    Eigentlich kann man ohne Kenntnis dieser Grundlagen nicht regieren, was ja nur eine spezielle Form der Steuerns und Regelns bedeutet. Man frage sich, welcher Politiker diese Kenntnisse denn besitzt. M. GORBATCHEV war einer der wenigen, der die Bedeutung der Kybernetik von Netzwerken erkannte. Leider zu spät.

    Entsprechend schlecht werden wir regiert.

  4. waltomax // 1. Januar 2017 um 15:06 //

    Wie kommt man von der Kybernetik erster Ordnung zur Kybernetik zweiter Ordnung, und wozu? by Conny Dethloff

    Bevor ich diese Frage kläre, muss ich natürlich erst einmal klären was Kybernetik überhaupt ist. Kybernetik ist die Lehre von der Lenkung und Informationsverarbeitung von und in komplexen Systemen. Wir unterscheiden Kybernetik erster und zweiter Ordnung. Beginnen wir mit der Kybernetik erster Ordnung so stoßen wir auf die Begriffe Steuern und Regeln. Beiden gemeinsam ist, dass ein bestimmtes System, nämlich das gesteuerte oder geregelte, einen bestimmten Zweck erfüllen soll, wodurch sich eine bestimmte Variable in gewünschter Weise verhalten soll. Das bedeutet es wird in das System eingegriffen. Der große Unterschied zwischen Steuerung und Regelung besteht nun darin, dass bei der Steuerung eine lineare Ursache-Wirkungsbeziehung vorliegt, was dazu führt, dass im Rahmen von Steuerung der erreichte Endzustand der zu steuernden Variable selbst bei starken Abweichungen vom gewünschten Verhalten oder Variablenwert ein endgültiger ist, also nicht mehr geändert wird. Es gibt also keinen regulierenden Mechanismus hinsichtlich der Abweichungen des Istwertes vom Sollwert. Der angesprochene regulierende Mechanismus wird auch als negative Rückkopplung bezeichnet. Wenn es eine negative Rückkopplung gibt, muss es natürlich auch eine positive Rückkopplung geben. Diese ist Bestandteil der Kybernetik zweiter Ordnung, in welcher der Beobachter Teil der Betrachtung wird. In diesem Rahmen wird also das zu erreichende Ziel in Frage gestellt und gegebenenfalls geändert (positive Rückkopplung), um dieses dann mithilfe von Steuern und Regeln zu erreichen (negative Rückkopplung). Diese Prozesse wechseln sich stetig ab.

    Die Kybernetik zweiter Ordnung ist also von Selbstbezüglichkeit geprägt, da beispielsweise der Zweck des Zwecks oder das Ziel des Ziels hinterfragt wird. So weit so gut. Zu dem Gesagten möchte ich ein Beispiel aus der Unternehmenswelt anbringen.

    Ein Unternehmen setzt Sparmassnahmen an. Es sollen Kosten gespart werden, denn Ziel des Unternehmens ist es Gewinn zu maximieren. Kommt Ihnen bestimmt bekannt vor, oder? Es wird eruiert, wie man am besten Kosten sparen kann. Verschiedenste Optionen werden beleuchtet. Das ist die Betrachtung der Kybernetik erster Ordnung. Was wird nicht getan? Es wird der Sinn und Zweck der Gewinnmaximierung nicht hinterfragt, der Zweck des Zwecks also. Tut man dies, gelangt man in die Sphären der Kybernetik zweiter Ordnung. Der Zweck der Gewinnmaximierung könnte vielleicht sein, dass man nicht bankrott geht. Das Unternehmen möchte also überleben. Jetzt muss man sich aber die Frage stellen, ob Kostenreduktion dem Ziel Überleben des Unternehmens positiv gegenüber steht. Vielleicht kommt man zu dem Entschluss, andere Massnahmen zu treffen.

    Mit dem Übergang von der Kybernetik erster Ordnung zur Kybernetik zweiter Ordnung werden also Themen tiefgründiger betrachtet. Man versucht Ursachen zu eruieren und bleibt nicht bei Symptomen stecken. Der Spruch “Der Zweck heiligt die Mittel” ist also sehr häufig zu kurz gedacht. Wie sieht es nämlich mit dem Zweck des Zwecks aus?

  5. waltomax // 1. Januar 2017 um 15:22 //

    Hinter der Kybernetik II. Ordnung steckt eigentlich der Sinn, der ein selbstregulierendes System ausrichtet. Man muss wissen, wohin man will und welche Tendenz die ganze Dynamik denn nun haben soll. Das bedeutet GESTALTEN und nicht das Aussitzen oder das Reagieren, wie es Kohl und Merkel trieben und treiben. Schäuble: „Wir fahren auf Sicht!“ Armseeliger geht’s nimmer!

    Uns fehlt es also (im Sinner einer Kybernetik II. Ordnung) an politischer Orientierung und Gestaltung.

    • Karl Bernhard Möllmann // 3. Januar 2017 um 08:49 //

      . . .
      DANKE an waltomax für die interessante Definitition des Lieblings-Wortes „Kybernetik“ von Konrad Kustos.
      .
      Im Deutschen sprechen wir eher von „ganzheitlicher Betrachtung“ – wenn wir dieses seltsame Kunst-Wort mit der FALSCH geschriebenen „…etik“ vermeiden wollen . . .
      .
      Noch besser als Walto’s „…Kybernetik II. Ordnung, die man als „Steuerung der Steuerung“ ansprechen kann…“ – passen meiner Meinung nach Begriffe wie „Schöpfung“ oder „NATUR“ – wenn man schon über Sinn & Unsinn von menschlichen Entscheidungen philosophieren will . . . ?
      .
      SOLANGE aber die angeblich „moderne“ westliche Wissenschaft, die Herrschaft des GEISTES über die MATERIE zum MEGA-TABU erklärt – und im Zweifel mit Drohnen, Bomben & angeblichen Selbst-Mord-Attentätern und/oder Terroristen die weltweite Diskussion UNTERDRÜCKT & CHAOTISIERT – werden wir keinen Schritt voran kommen, und im tiefsten (geistigen) Mittelalter dieser, von der Globalisten-Sekte gesteuerten, vorsätzlichen VOLKS-VERDUMMUNG, wie in einer Endlos-Schleife hängen bleiben & vergeblich nach Erlösung aus dieser DUMMHEIT suchen . . .
      .
      Denn der Mensch ist zu aller erst ein GEISTIGES Wesen!
      .
      Und die echte Steuerung der Steuerung der Steuerung ist ein GEISTIGER Prozess!
      .
      WER diese REALITÄT aus politisch niederen Beweggründen ausblendet – DER darf sich nicht wundern – wenn er im geistigen Morast versinkt, und statt einer Lösung nur neues Chaos erschafft . . .

      • Conrath // 3. Januar 2017 um 10:31 //

        @KBM

        Danke für Ihre, hier einmal, argumentativ geführte Kritik zu Begriff und unkritischer Verwendung von ‚Kybernetik‘.

        Ja, die gute Steuermanskunst musste dafür herhalten, als Leute wie Norbert Wiener und John von Neumann damals begriffsinflationär Selbststeuerungsphatasien mit logifizierten Kalkülen verbandelten.

        Wer einen guten, wissenschaftstheoretisch profunden, Ausweg aus diesem ‚Teleologiedilemma‘ sucht, bzw. erzielte, ist der, leider im September 2016 bereits verstorbene, Prof. Dr. Dr.hc Peter Janich in einer seiner Schriften, ein Klassiker (der Erlanger Schule)zur Kritik der Informationsgurus/ -gläubigen, mit dem Titel: „Was ist Information‘ (3518584707)

        Mit zweiter oder X-ter Ordnung ist da auch kein Ausweg gegeben/ zu erreichen, aber die menschliche Intuition anerkennt diese begrifflichen Selbsttäuschungen nicht und macht sich eben Luft.

        Nur das Leben selbst ist sein eigener Steuermann, alle anderen Begriffskonstrukte sind mehr ‚Wunschstofflichkeit‘ und werden von Michael Ende besser beschrieben in: „Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch“, ein Buch was kurz nach Silvester/ Neujahr zur (Re-)Lektüre von mir erneut empfohlen wird (im vergangenen Jahr hatte ich es der Vineyardsaker-Gemeinde nahegelegt).

  6. tacheles // 1. Januar 2017 um 21:38 //

    Mein Vorschlag:
    Mal die Glaskugel weglegen und einfach abwarten was TRUMP bewerkstelligt.
    Und die 100 Tage Regel nicht vergessen!
    Meine Oma sagte immer:
    „Neue Besen kehren besser!“
    Wir können froh sein das die Aera OBAMA/CLINTON nun endgültig vorbei ist!

  7. Caspar Bingemer // 2. Januar 2017 um 12:12 //

    Lieber Herr Kustos,
    die Komplexität der Sommerzeit ist mir schnurzegal. Sie geht mir schlichtweg auf den S…!
    In der ersten Hälfte meines Lebens durfte ich ohne sie auskommen. Und was soll ich ihnen sagen: Es war wunderbar!
    Die Erde drehte sich und zog ihre Bahn um die Sonne, so wie sie es seit Millionen von Jahren vor unserer Zeit getan hatte und vermutlich auch in Jahrmillionen danach noch tun wird.
    Und dann beschloss der Homo Sapiens von göttlicher Hybris überwältigt die Erde des Nachts, wenn es keiner merkt, einfach eine Stunde stehen zu lassen und dann später, damit am Ende wieder alles stimmt, eine Stunde vorruckeln zu lassen.
    Nun könnte man ja mit der Heisenbergschen Unschärfetheorie im Hinterkopf vermuten, dass, solange wir nicht hingucken und nix merken, die Erde auch gar nicht stehen bleibt, bzw. vorruckelt. Mein Stammhirn zumindest scheint mir diese Vermutung zu bestätigen und revoltiert mit wilder Entrüstung.
    Ich schlage deshalb vor, dass wir abwarten, bis Klapauzius oder Trurl den kybernetischen Beweis liefern und bis dahin schießen wir die Sommerzeit zum Mond. Wuuuusch!

    • Karl Bernhard Möllmann // 3. Januar 2017 um 08:58 //

      . . .
      ZITAT @ Caspar Bingemer:
      „Die Erde drehte sich und zog ihre Bahn um die Sonne, so wie sie es seit Millionen von Jahren vor unserer Zeit getan hatte und vermutlich auch in Jahrmillionen danach noch tun wird.“
      .
      Gott sei DANK!
      .
      Und weiter mit dem grandiosen ZITAT von Caspar Bingemer:
      .
      „Und dann beschloss der Homo Sapiens von göttlicher Hybris überwältigt die Erde des Nachts, wenn es keiner merkt, einfach eine Stunde stehen zu lassen und dann später, damit am Ende wieder alles stimmt, eine Stunde vorruckeln zu lassen.“
      .
      CHAPEAU!
      .
      Besser kann man diesen menschlichen Wahn nicht klar stellen!

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