Der Sozialstaat dient den Reichen

Menschen in der Friedrichstraße © GEOLITICO Menschen in der Friedrichstraße © GEOLITICO
Der scheindemokratische Obrigkeitsstaat unterstützt Abhängigkeit und Ausbeutung im Arbeitsprozess. Er arbeitet im Sinne herrschenden Cliquen gegen seine Bürger.

Im Jahr 2014 wurden nach Angaben des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales insgesamt rund 849 Milliarden Euro für soziale Leistungen ausgegeben, wobei davon auf die staatlichen Sozialversicherungs-, Förder- und Fürsorgesysteme 675 Milliarden entfallen. Das Verhältnis dieser Sozialleistungen zum Bruttoinlandsprodukt von 2.903 Milliarden betrug damit 23,3 Prozent.[1] Die Existenz eines inzwischen so gewaltig aufgeblähten Sozialstaates belegt das soziale Grundübel unseres kapitalistischen Wirtschaftssystems: dass die meisten Menschen ein Einkommen erhalten, das insgesamt zum Leben und zur eigenständigen Vorsorge für Notlagen bei weitem nicht ausreicht. Sie werden zugunsten des Profits der Unternehmenseigentümer ausgebeutet. Freerk Huisken schreibt treffend,

„dass kapitalistische Betriebe massenhaft, unablässig, also mit Notwendigkeit ihre Arbeitskräfte immer wieder in diverse existenzielle Notlagen bringen“, die diese „vermittels ihres Verdienstes … nicht bewältigen können.“ Und „ immer dann, wenn der Kapitaleigner ihre Arbeit für unbrauchbar erklärt, sind sie auf die Hilfe des Sozialstaats angewiesen. Mit dem Lohn kann der einzelne Arbeiter also nur in jenen Perioden des Arbeiterlebens seinen Lebensunterhalt finanzieren, in denen er ihn verdient. Kaum verdient er nichts, hat er nichts. Der Sozialstaat offenbart folglich ein Armutszeugnis über den Lohn: Der Mensch, der hierzulande auf Lohnarbeit angewiesen, der sich in Fabrik und Büro abplagt, erfährt, dass der Lohn, den er dafür erhält, fürs Leben insgesamt gerade nicht reicht.“[2]

Ausbeutung des Arbeitnehmers „ins Recht gesetzt“

Diese Tatsachen führen nicht dazu, dass die Politik anstreben würde, an die Ursachen zu gehen. Auch die linken Parteien und die Gewerkschaften, von Einzelpersönlichkeiten wie Sarah Wagenknecht abgesehen, kämpfen allenfalls nur für moderate Lohnerhöhungen und gegen drohenden Abbau des Sozialstaates. Albrecht Goeschel bemerkt:[3]

„Nachdem die politisch-ökonomische Diskussion in Deutschland vor allem nach den sogenannten Hartz-IV-Reformen fast gänzlich auf die Themen ´Armut´ und ´Ungleichheit´ zusammengeschrumpft ist, gibt es keine nennenswerten Stimmen mehr gegen eine weitere Verkennung der tatsächlichen Verhältnisse.“

Diese seien aus den Analysen getilgt. Der Sozialstaat sei jetzt „Systemelement des Weltkapitalismus“. Der Staat schont die Verursacher der Notlagen der Abhängig-Beschäftigten, die Eigner der kapitalistischen Betriebe, und zieht sie nicht zur Verantwortung. Mit dem Aufziehen eines Sozialstaats als staatliche Notfallverwaltung großen Stils geht es allein darum, „die Folgen und Auswirkungen kapitalistischer Benutzung von Arbeitern ´abzufedern´ und ´abzumildern´“. Der Sozialstaat fühlt sich als der barmherzige Samariter, der hinter dem Zug der offenbar nicht zu ändernden profitorientierten Kampfgesellschaft herfährt und die Zurückbleibenden aufliest. Man hält das für einen notwendig vom Staat durchzuführenden sozialen Ausgleich. Mit dem Sozialstaat als Normalfall des kapitalistischen Arbeitsalltages wird so gleichsam die Ausbeutung des Arbeitnehmers normalisiert und „ins Recht gesetzt“. (vergl. Anm. 2)

Dabei werden die sozialen Hilfs-Gelder, die den Lohn zurückwirkend wieder niedrig halten und den Profit der Kapitaleigner steigern, weder von diesen unmittelbar, noch über Steuern direkt eingezogen. Aufbringen müssen sie vielmehr primär die Arbeitnehmer, also die Geschädigten selbst. Das ist noch die besondere Infamie des Systems.

„Im Sozialversicherungsstaat finanziert die Lohnarbeit ihre laufende Verbilligung selbst.“(Goeschel)

Zwangsweise wird vom meist sowieso zu geringen Lohn ein hoher Prozentsatz von inzwischen bis zu 40 % eingezogen. Durch die Bindung der Sozialabgaben an die Höhe des kargen Lohns kommt natürlich viel zu wenig in die Sozialkassen, so dass in den Notfällen auch nur spärliche Auszahlungen erfolgen. Vom geringen Lohn wird auch der Arbeitgeberanteil berechnet, den dieser natürlich insgesamt seinen Lohn-„Kosten“ zuschlägt. Für den Arbeiter ist viel, was er einzahlen muss, und was er im Notfall erhält, ist wenig. Das brachte der ehemalige Richter am Landessozialgericht Hessen Dr. Jürgen Borchert in das drastische Bild:

„Der Staat treibt den Familien über Sozialbeiträge und Steuern die Sau vom Hof und gibt ihnen in Gönnerpose bei Wohlverhalten ein Kotelett zurück.“[4]

Und F. Huisken rechnet durch:

„Das ist schon paradox: Der Lohn, der beim einzelnen Arbeitsmenschen nicht ausreicht, um sich in den periodischen Notfällen über Wasser zu halten, soll zusammen mit allen anderen Löhnen, also als Gesamtlohn der Lohnbezieher ausreichen! Ob das geht, ist nicht die Frage. Die Armutsverwalter des Sozialstaats haben dafür zu sorgen, dass es geht. Und so verteilen sie nur den Mangel, der Lohnarbeit auszeichnet, eifrig zwischen allen Versicherungspflichtigen um. Mit seinem Versicherungssystem zwingt der kapitalistische Staat folglich die Arbeiter dazu, selbst untereinander und gegenseitig die Haftung für jene Notlagen zu übernehmen, die das Kapital regelmäßig an ihnen herstellt.“

Der entwürdigte Mensch

Seit 1960 hat sich das Sozialbudget im Verhältnis zum Bruttonationaleinkommen (BNE) (bis 1999 Bruttosozialprodukt genannt) beinahe verdreifacht, schreibt Albrecht Goeschel, das BNE selbst sei aber deutlich weniger gestiegen. Vor allem aber seien die Nettolöhne im Verhältnis zum BNE drastisch gesunken. Was ja nur möglich ist, wenn die Kapitaleinkünfte entsprechend angestiegen sind.

„Es gibt eine Kurvenschere zwischen steigender Wirtschaftsleistung – und das ist am Ende immer Arbeitsleistung – und sinkender Entlohnung. Eben in dieser sich öffnenden Schere ist das so enorm angewachsene Sozialbudget angesiedelt. Es ist dazu da, das Sinken der Nettolöhne und das Steigen der Gewinne und Abschreibungen zu subventionieren. Das ist der politisch-ökonomische Sinn des ´Aufstockens´, d. h. von Kombilöhnen und Kombirenten.“

Die Arbeitnehmer stehen in einem existenziellen Abhängigkeitsverhältnis zum Arbeitgeber, der als Eigentümer der Herr des Produktionsprozesses ist. Da er diesen aber nicht alleine bewerkstelligen kann, braucht er viele spezialisierte Menschen, die die Arbeit in den einzelnen, miteinander verzahnten Abschnitten des Produktionsablaufes leisten. Als Nichteigentümer kommen sie jedoch von vorneherein zum Eigentümer in die Rolle von untergebenen Hilfskräften, die nicht am Unternehmen beteiligt sind, sondern dem Eigentümer nur ihre Arbeitskraft zur Verfügung stellen können, die dieser für seine Interessen einsetzt. Sie sind für ihn ebenfalls Produktionsfaktoren, die kostengünstig gekauft und dem Produktionsprozess eingefügt werden, um einen möglichst hohen Gewinn für sich zu erzielen.

Damit wird die Arbeitskraft, d. h. aber der Mensch, zwangsläufig ebenfalls zur Ware, die auf dem „Arbeitsmarkt“ für einen niedrigen Preis, den Lohn, gekauft und verkauft wird. „Der Kapitalismus ist die Macht geworden, die noch einem Rest des Menschenwesens den Charakter der Ware aufdrückt: die Arbeitskraft“, formulierte 1919 eindringlich der Anthroposoph Rudolf Steiner.[5] Im abhängigen Lohnverhältnis hat sich noch eine moderne Form entwürdigenden Sklaventums erhalten.

Dies nimmt in den zahlreichen Fällen der Arbeitslosigkeit noch viel schlimmere Formen an. Der Arbeitslose muss bereit sein, jede zumutbare Arbeit anzunehmen, um den Staat wieder von seiner Zahlungspflicht zu entlasten. Zumutbar ist einem Arbeitsfähigen nach dem Sozialgesetzbuch (SGB II) grundsätzlich jede Arbeit, gleichgültig, welche Ausbildung und Qualifikation er hat und in welchem Beruf er früher tätig war. Das bedeutet: Der Mensch wird nur als Zahl, als Quantität behandelt, seine Individualität in ihrer besonderen Qualität wird nivelliert, seine Biographie entwertet.

In der Arbeit entfalten sich der Mensch mit seinen Anlagen, Begabungen und Fähigkeiten. Dies macht das aus, was Art. 2 des Grundgesetzes „die freie Entfaltung der Persönlichkeit“ nennt. Wird dem Menschen die freie Wahl der Arbeit genommen, bedeutet dies ein Zurückstauen und Ablähmen des inneren Menschen, der Persönlichkeit. Ihre Würde wird damit tief verletzt. Da klingt es wie ein Hohn, wenn das SGB II in § 1 mit dem Satz beginnt:

„Die Grundsicherung für Arbeitsuchende soll es Leistungsberechtigten ermöglichen, ein Leben zu führen, das der Würde des Menschen entspricht.“

Weigert sich ein Arbeitsfähiger, eine angebotene Arbeit anzunehmen, wird er durch Sanktionen, d. h. durch Kürzungen der Zahlungen dazu gezwungen, da ihm damit Obdachlosigkeit und existenzielle Not drohen. Der Mensch wird entwürdigend wie ein Sklave unter einen fremden Willen gezwungen. Er wird zur Zwangsarbeit verpflichtet. Damit werden noch die weiteren konkretisierenden Freiheitsrechte des Art. 12 des Grundgesetzes, die freie Berufswahl und das nach den Erfahrungen der Nazizeit aufgenommene ausdrückliche Verbot der Zwangsarbeit unmittelbar verletzt.

Vorhaltung billigen Arbeitsmaterials

Der Sozialstaat ist keine caritative Einrichtung für die in Not geratenen Arbeiter. Sein Zwang zur schnellstmöglichen Wiedereingliederung in den kapitalistischen Arbeitsprozess, und sei der Sklavendienst gegen vorher noch so stupide und untergeordnet,

„sorgt dafür, dass es den Betrieben auch in Zeiten guter Konjunkturen nie an willigem und billigem Arbeitsmaterial fehlt. Die einkommensabhängigen Klienten des Sozialstaats bilden nicht nur die ´Reservearmee´ (Marx), die genötigt ist, die nächstbeste Arbeit anzunehmen. Selbst im Wartestand erfüllen sie für die Unternehmerklasse noch einen Dienst: Als Unbeschäftigte drücken sie permanent auf den Lohn der Beschäftigten, was Kapitalisten weidlich auszunutzen pflegen.“ (Huisken)

Nur die seelisch und körperlich Robustesten halten dem Druck stand, der von den laufend eingesparten Personalkosten, den damit verbundenen erhöhten Belastungen und der Angst, auch entlassen zu werden, auf die Verbleibenden ausgeübt wird. So bringt das kapitalistische System eine immer größere Masse an Notfällen aller Art hervor. Dies hat zwei voneinander abhängige Konsequenzen:

„Einerseits wächst damit der Finanzbedarf der sozialen Sicherungssysteme für alle Hilfsleistungen; andererseits werden aber aus demselben Grund die Beitragszahlungen geringer. Immer verhält es sich so, dass der Sozialstaat gerade in Zeiten des erhöhten Finanzbedarfs nur einen geschrumpften Gesamtlohn zur Ausplünderung vorfindet. Dann verstehen sich die bekannten und wenig gemütlichen Konsequenzen von selbst: Mehr abkassieren und/oder weniger auszahlen! Verwundern kann das nicht, wo der Sozialstaatstopf eben als die abhängige Variable des vom Kapital gezahlten Gesamtlohns etabliert ist.“ (Huisken)

Steigt die Zahl der Arbeitslosen immer mehr an, werden die meisten dieser Arbeitskraftreserve gar nicht mehr gebraucht; sie werden zur Dauerbelastung des sozialstaatlichen Hilfssystems, das über die Abzüge vom Gesamtlohn der noch Arbeitenden nicht mehr zu finanzieren ist und mit Steuern unterstützt werden muss. Dann kommt die Arbeiterklasse den Sozialstaat zu teuer.

 „So werden ´alte, erkämpfte Besitzstände´ gnadenlos zusammengekürzt. Das schafft zwar jede Menge Menschenschrott, der aber in Kauf genommen und ordnungspolitisch betreut wird. Zugleich wird die Massenarbeitslosigkeit von Politik und Unternehmerschaft einer neuen Deutung unterzogen. Wenn vermehrt Arbeitslose anfallen, dann – so schließen sie messerscharf – ist die Arbeit eben fürs Kapital zu teuer und muss billiger gemacht werden. So lässt sich der ,Sozialabbau‘ als eine einzige Offensive zur Schaffung von neuen Arbeitsplätzen verkaufen. … Munter wird auch noch an jenen Teilen des Lohns herumgekürzt, die Lohnnebenkosten heißen.“ (Huisken)

Selbstbestimmte Individualität und Eigentum

Die wesentliche Wirkung des Sozialstaats ist das Außerkraftsetzen des eigenen Willens des Menschen, seine Existenz selbst zu sichern.

„Eine von einer anonymen Obrigkeit verfügte oder gegebene Lebenssicherung macht unmittelbar den Einzelwillen abhängig vom „Willen“ des anonymen Staates und lähmt ihn, indem sie ihn in den ´Status eines Abhängigen, also des Mündels in einem vormundschaftlichen Staat´ (Rolf Henrich) versetzt.“[6]

Genauer gefasst, unterstützt und ergänzt der scheindemokratische Obrigkeitsstaat das Abhängigkeitsverhältnis im Arbeitsprozess, in das er zudem selbst durch seine Gesetze die große Mehrheit gebracht hat. Es ist im Grunde ein zweigleisiger Kampf der herrschenden Cliquen gegen die freie Individualität und ihre selbstbestimmte Entfaltung, die angeblich Sinn und Ziel der Demokratie sein soll.

Gesetzliche Grundlage des wirtschaftlichen Abhängigkeitsverhältnisses ist das Eigentumsrecht des Bürgerlichen Gesetzbuches, das undifferenziert privates Eigentum an allen beweglichen und unbeweglichen Sachen erlaubt. Privates Eigentum an einem Wirtschaftsunternehmen bedeutet aber, wie oben aufgezeigt, eine Machtstellung über viele andere Menschen, die als Nichteigentümer in eine existenzielle Abhängigkeit versetzt werden. Der eigentliche Sinn des Privateigentums ist, die äußere Existenz des Menschen mit materiellen Gegenständen zu sichern, die er zu seinem privaten, persönlichen Leben brauchen und verbrauchen kann und über die er deshalb auch ein unbegrenztes Verfügungsrecht haben muss. Dieses Privateigentum unterstützt so die Entwicklung zur in sich geschlossenen Persönlichkeit, die sich insofern von den anderen abschließt, behauptet und notwendig egozentrisch auf den eigenen Vorteil bedacht ist.

Ein Wirtschaftsunternehmen ist jedoch keine Sache, die dem privaten Gebrauch und Verbrauch des Eigentümers, sondern gemeinsam mit notwendigen Mitarbeitern der Bedürfnisbefriedigung vieler anderer Menschen dient. Es hat also eine soziale, gesellschaftliche Aufgabe, und die unbegrenzte Verfügung über Produktionsmittel, Finanzkapital und Gewinn oder gar der Verkauf des ganzen Unternehmens hat enorme soziale Auswirkungen für andere Menschen.

Diese Unterscheidung ist eigentlich im Grundgesetz bereits veranlagt, wo es in Art. 14 heißt:

„Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.“

Auch Sarah Wagenknecht knüpft in ihrem empfehlenswerten Buch „Reichtum ohne Gier“ daran an und zitiert aus einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts von 1979 die Sätze:

„Soweit es um die Funktion des Eigentums als Element der Sicherung der persönlichen Freiheit des Einzelnen geht, genießt dieses einen besonders ausgeprägten Schutz. … Dagegen ist die Befugnis des Gesetzgebers zu Inhalts- und Schrankenbestimmungen umso weiter, je mehr das Eigentumsobjekt in einem sozialen Bezug und einer sozialen Funktion steht.“[7]

Und weiter:

„Es gibt also einen Unterschied zwischen persönlichem Eigentum und dessen Schutz als individuellem Freiheitsrecht und Eigentumsobjekten in sozialen Bezügen, die die Freiheitsrechte sehr vieler Menschen berühren. … Das Eigentumsrecht sollte also den privaten Lebensbereich schützen, nicht aber gesellschaftliche Machtstellungen. Es sollte zu Anstrengung, Kreativität und Leistung motivieren, aber kein Instrument der Bereicherung zulasten anderer sein.“

Neue Formen sozialen Eigentums

Es müssen soziale Formen des Eigentums am Wirtschaftsunternehmen entwickelt werden, die alle Mitarbeitenden rechtlich auf eine gleiche Ebene stellen und Abhängigkeitsverhältnisse ausschließen. Die Produktion der Waren erfolgt ja durch das Zusammenwirken aller. Und der im Verkauf erzielte Gegenwert der von allen gemeinsam produzierten Waren muss die Grundlage für das Einkommen jedes Betriebsangehörigen bilden. Aus dem Produkterlös steht jedem, einschließlich des Leitenden, ein Anteil zu.

Als Maßstab für die Höhe des Einkommens werden einerseits die Bedürfnisse zu gelten haben, die jeder aufgrund seiner persönlichen und familiären Situation hat und zum anderen das Maß der Verantwortung, welche die einzelnen Arbeiten erfordern. Das Einkommen ist für den persönlichen Verbrauch bestimmt. Es wird Privateigentum für den Konsum zur individuellen Lebenssicherung. Das schließt für den Unternehmensleiter aus, dass er darüber hinaus noch einen einseitigen Anspruch auf den Reingewinn geltend machen könnte.

Wäre der Staat wirklich sozial, sorgte er für die Beseitigung der zentralen unsozialen Eigentums-Privilegien, und was heute „Sozialstaat“ genannt wird, fiele als weitgehend überflüssig in sich zusammen.

 

Anmerkungen

[1] http://www.bmas.de/DE/Service/Medien/Publikationen/a230-14-sozialbudget-2014.html

[2] http://www.fhuisken.de/sozialab.htm

[3] http://www.labournet.de/wp-content/uploads/2016/09/goeschel_tumult.pdf

[4] http://de.wikimannia.org/J%C3%BCrgen_Borchert

[5] Rudolf Steiner: Die Kernpunkte der sozialen Frage, Dornach 1961, S. 53

[6] Werner Kufuss in GEGENWART 3/2016, S. 53

[7] Sarah Wagenknecht: Reichtum ohne Gier, Frankfurt/M 2016, S. 248 f.

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Über Herbert Ludwig

Herbert Ludwig war viele Jahre Lehrer an einer Freien Waldorfschule. Er befasst sich schwerpunktmäßig mit den inneren und äußeren Bedingungen der Entwicklung des Menschen zur Freiheit und mit den Hintergründen der „europäischen Integrationsbewegung“, woraus seine Schrift „EU oder Europa?“ und Artikel auf seiner Webseite hervorgegangen sind Kontakt: Webseite | Weitere Artikel

25 Kommentare zu Der Sozialstaat dient den Reichen

  1. Karl Bernhard Möllmann // 16. Dezember 2016 um 10:13 //

    . . .
    „Der Sozialstaat dient den Reichen“, schreibt Herbert Ludwig.
    .
    DARUM haben sie ihn ja eingeführt!
    .
    Und mit dem „bedingungslosen Grund-Einkommen“ wäre die SKLAVEREI perfekt!
    .
    Eine Welt OHNE Krieg werden wir nur erreichen – wenn wir endlich kapieren – daß „EXCHANGE“ eine natürliche oder göttliche Grund-Bedingung für das ÜBERLEBEN auf diesem Planeten ist.
    .
    „EXCHANGE“ bedeutet – daß GEBEN & NEHMEN auf allen Ebenen in perfekter Balance, also in perfektem Gleichgewicht sein muß – dieses Gleichgewicht zu finden, ist die Aufgabe wirklich guter Politiker von Morgen!

    • hubi stendahl // 16. Dezember 2016 um 16:32 //

      Hallo Her Möllmann,

      Zitat:
      „…….dass GEBEN & NEHMEN auf allen Ebenen in perfekter Balance, also in perfektem Gleichgewicht sein muss – dieses Gleichgewicht zu finden, ist die Aufgabe wirklich guter Politiker von Morgen!

      Da bin ich völlig bei Ihnen. In dem insgesamt ausgezeichneten Artikel von Herrn Ludwig steckt allerdings ein gewaltiger Widerspruch:

      Einerseits argumentiert er wie folgt:

      Zitat:
      „Die wesentliche Wirkung des Sozialstaats ist das Außerkraftsetzen des eigenen Willens des Menschen, seine Existenz selbst zu sichern.“

      Genauso ist es. Ein gesellschaftlicher Ausgleich kann sich nur ergeben, wenn wir begriffen haben, was GEBEN & NEHMEN, statt NEHMEN UND GEBEN eigentlich bedeutet. Darin liegt das Wissen Freiheit im Sinne von Freiwilligkeit zu erkennen. Im Sozialstaat heutiger Prägung findet eine Leistungsstörung statt, die zwangsweise ein Gegeneinander verursacht, dass auch mit konkurrentem Wirtschaften gar nicht sein müsste.

      Dann aber argumentiert Her Ludwig aus der Position einer Seite des Gegensatzpaares (Arbeiter/Kapitalist):

      „Es müssen soziale Formen des Eigentums am Wirtschaftsunternehmen entwickelt werden, die alle Mitarbeitenden rechtlich auf eine gleiche Ebene stellen und Abhängigkeitsverhältnisse ausschließen. Die Produktion der Waren erfolgt ja durch das Zusammenwirken aller…..“ und weiter:

      „Als Maßstab für die Höhe des Einkommens werden einerseits die Bedürfnisse zu gelten haben, die jeder aufgrund seiner persönlichen und familiären Situation hat und zum anderen das Maß der Verantwortung, welche die einzelnen Arbeiten erfordern.“

      Was in der Praxis Sozialismus pur wäre und damit nur die Begriffe, aber nicht das Gegensatzpaar auflöst. Im Gegenteil. Wenn das jeweilige Einkommen sich nicht mehr an der Leistung, sondern an der „persönlichen und familiären Situation“ festmachen soll, dann gute Nacht. Das wäre Steinzeit und nicht Fortschritt. Jeder hat ein Interesse daran eine Situation herbeizuführen, die ihm das höchstmögliche Einkommen garantiert, was logischerweise zu einem optimierten Verhalten hinsichtlich der geforderten Lebensumstände („persönliche und familiäre Situation“) führt. Wer entscheidet welches Einkommen sich aus welcher Situation ergibt, wenn nicht mehr die Leistung des Einzelnen der Maßstab ist?

      Richtig ist, dass „das was heute „Sozialstaat“ genannt wird, fiele als weitgehend überflüssig“ weg. Bedacht hat er aber nicht, dass nicht etwa die Gegensätze entfielen, sondern nur andere Namen erhielten. Der Fehler den alle Marxisten und auch Fr.Wagenknecht machen.

      So kann die im Prinzip richtige Forderung im Artikel nach Ausgleich nicht funktionieren.

      Funktionieren kann es nur, wenn der Staat als Machtapparat auf seine ursprünglichen Aufgaben zurückgeführt würde. In der Wirtschaft und in der individuellen Lebensform der Menschen, hat ein Staat nichts zu suchen. Heute ist dies unmöglich, weil der Staat als Stellvertreter des Kapitals systeminhärent die Aufgabe hat, sowohl am Wirtschaftskreislauf, als auch in seiner Eigenschaft als Umverteiler vom Zinsgewinner zum Zinsverlierer (Almosen), aufgrund einer bewusst eingerichteten fehlerhaften Geldkonstruktion als Machtinstrument des Kapitals zu agieren. Ohne eine komplette Neukonstruktion unseres mit massenhaften Fehlern durchsetzten Geldsystems, wird es keine Auflösung der Gegensatzpaare geben. Das begreift auch Fr. Wagenknecht nicht. Nicht die Konkurrenz ist das Problem (es wird immer Bessere und Schwächere geben und geben müssen), sondern die fehlende Konkurrenz, die erst den Sozialstaat in der völlig aus dem Ruder geratenen Wirkung und die Monopolwirtschaft möglich machte. Wer nicht aus diesem Universum, aus dieser Matrix des Gegeneinanders aussteigt, wird die Lösung nie finden.

      Nochmal der soziologische Aspekt:

      Wer schneller läuft, erhält die Goldmedaille. Wer in der Wirtschaft intelligenter wirtschaftet, erhält nur dann einen entsprechendenGegenwert

      • Falkenauge // 16. Dezember 2016 um 17:21 //

        @hubi stendahl
        Aus meinen Ausführungen ergibt sich eigentlich, dass das Gegensatzpaar Kapitalist/Arbeiter durch die neuen Eigentumsformen am Unternehmenskapital aufgelöst wird. Damit entfällt das Abhängigkeitsverhältnis und der Gegensatz.

        Die Regelung der Höhe des Einkommens aller Betriebsangehöriger einschließlich des Unternehmensleiters ist eigentlich demgegenüber eine sekundäre Frage. Ich meine, dass sich im Grad der Verantwortung, die mit einer Tätigkeit im Betrieb verbunden ist, auch die Leistung spiegelt.

        Selbst wenn die Leistung gar keine Rolle spielen würde – was nicht meine Intention ist – würde doch damit der ursprüngliche Gegensatz Arbeiter/Kapitalist nicht wieder hergestellt, der schon durch die Abschaffung des egoistischen Privateigentums am Kapital gefallen wäre.

        Dass weiterhin „der Staat als Machtapparat auf seine ursprüngliche Aufgaben zurückgeführt“ werden muss, da er „in der Wirtschaft und in der individuellen Lebensform der Menschen nichts zu suchen hat“, ist ja völlig klar. Das herauszuarbeiten, habe ich mich in vielen Artikeln kräftig bemüht. Damit hängt zusammen, dass es auch ein vom Staat unabhängiges gerechtes Geldsystem geben muss. Aber hier ging es eben um das engere Thema des Sozialstaates. Und man sollte nicht zu viele Themen in einen Artikel packen. Er wird eh schon lang genug.

        Gruß
        Herbert Ludwig

      • Karl Bernhard Möllmann // 16. Dezember 2016 um 17:44 //

        . . .
        Hallo Hubi,
        .
        Sie schreiben: „In dem insgesamt ausgezeichneten Artikel von Herrn Ludwig steckt allerdings ein gewaltiger Widerspruch…“
        .
        DA kann ich Ihnen leider NICHT folgen.
        .
        Zum Beispiel sagen Sie:
        .
        „…wenn wir begriffen haben, was GEBEN & NEHMEN, statt NEHMEN UND GEBEN eigentlich bedeutet…“
        .
        Wenn ich mir GEBEN & NEHMEN mal bildlich vorstelle wie eine alte Apotheker-Waage mit zwei Schalen – ob ich nun erst die eine Schale mit „GEBEN“ auffülle – und danach die andere Schale mit „NEHMEN“ . . . ?
        .
        Oder ob ich das ABWÄGEN von GEBEN & NEHMEN in umgedrehter Reihenfolge mache – oder ich beide Schalen gleichzeitig mit einem bestimten WERT befülle – DAS ist doch gehüpft wie gesprungen . . . ?
        .
        WICHTIG sind doch nur ZWEI Punkte:
        .
        A.) BEIDE Seiten müssen beide der Ansicht sein – daß beide Seiten GLEICH viel GEBEN & NEHMEN.
        .
        B.) VOLLAUTOMATISCH ist bei dieser Art von Geschäft, von Handel, von Umgang von Menschen miteinander KLAR – daß diese Dinge nur in in völliger Freiheit & Freiwilligkeit funktionieren.
        .
        Schauen wir auf die DUNKLE Seite – in die Seele des KRIMINELLEN – dann erkennen wir WARUM er weder diese Freiheit & Freiwilligkeit, noch den korrekten AUSTAUSCH von GEBEN & NEHMEN in beiderseitigem Einklang haben will – WEIL KRIMINELL GENAU DAS „FEHLEN VON AUSTAUSCH“ BEDEUTET:
        .
        GESTÖRTER AUSTAUSCH BRINGT DAS GEGENÜBER AM ENDE VÖLLIG AUS DEM GLEICHGEWICHT!
        .
        Entweder: NEHMEN, NEHMEN, NEHMEN, NEHMEN, NEHMEN ohne GEBEN!
        .
        Oder: GEBEN, GEBEN, GEBEN, GEBEN, GEBEN ohne NEHMEN!
        .
        Die einen nennen wir dann „Kriminelle“, wenn sie das „NEHMEN, NEHMEN, NEHMEN, NEHMEN, NEHMEN ohne GEBEN!“ im kleinen Stil betreiben.
        .
        Wenn das „NEHMEN, NEHMEN, NEHMEN, NEHMEN, NEHMEN ohne GEBEN!“ aber von einer Regierung im Amt betrieben wird – dann wird der Kriminelle schnell zur angeblichen „Supermacht“ hochgejazzt . . .
        .
        Genau so ver-rückt ist unsere Wahrnehmung beim „GEBEN, GEBEN, GEBEN, GEBEN, GEBEN ohne NEHMEN!“
        .
        Im kleinen Rahmen wird das „GEBEN, GEBEN, GEBEN, GEBEN, GEBEN ohne NEHMEN!“ schnell als „Korruption“ oder „Bestechung“ gebranntmarkt.
        .
        Wenn ich aber auf Regierungs-Ebene „GEBEN, GEBEN, GEBEN, GEBEN, GEBEN ohne NEHMEN!“ betreibe – dann nennen wir das anerkennend einen tollen „Sozialstaat“ . . . ?
        .
        In Wahrheit sind ALLE vier Varianten bekloppte Methoden aus der Steinzeit – DENN SIE BRINGEN MENSCHEN AUS DEM GLEICHGEWICHT!
        .
        Wer Kriminelle zur Vernunft bringen will – der muß mit kriminellen Regierungen beginnen!
        .
        Wer die moderne Degradierung ganzer Großstädte zu menschlichen Müllhalden beenden will, was inzwischen sogar die Kleinsten & Schwächsten der Gesellschaft erfasst hat – unsere KINDER – der muss die Menschen wieder in’s natürliche GLEICHGEWICHT bringen!
        .
        GEBEN & NEHMEN im Gleichgewicht.
        .
        NEHMEN & GEBEN im Gleichgewicht.
        .
        Und DAS alles in Freiheit & freiwillig.
        .
        Wer NEHMEN will muss GEBEN – wer GEBEN will muss NEHMEN – und diese Dinge muß man in jedem einzelnen Fall mit seinem Gegenüber fein austarieren, wenn ALLE GESUND BLEIBEN SOLLEN, und blühen & gedeihen der Gesellschaft das Ziel ist.
        .
        Kriminalität macht Menschen KAPUTT.
        .
        Der derzeitige Sozialstaat macht Menschen KAPUTT.
        .
        Hilft das weiter . . . ?

      • hubi stendahl // 16. Dezember 2016 um 22:38 //

        @Falkenauge

        Hallo Herr Ludwig. Erst einmal vielen Dank für den interessanten Artikel aus sozialphilosophischer und teilweise anthroposophischer Sicht. Ich halte dies für sehr wichtig, weil die meisten Foristen sich häufig viel zu sehr nur mit der Technik des Geldsystems beschäftigen und die menschlichen Eigenschaften dabei negieren bzw. die unbewiesene Behauptung in den Raum stellen, der Mensch handele ausschl. als Homo Oeconomicus nach dem Prinzip des ausschließlichen persönlichen Vorteils (Gier und Selbstsucht). Was dann als Argument für das derzeitige System verwendet wird.

        Ungeachtet dieser Tatsachen kann aber auf der anderen Seite ein System, auf dass die Menschheit seit Jahrtausenden programmiert ist, nicht einfach ausgeblendet werden, denn es existiert im kollektiv Unbewussten und bringt den noch (Teil) – Menschen zu Handlungen, die er mit Selbsterkenntnis zum Vollmenschen völlig anders bewerten würde.

        Wenn Sie also konstatieren:

        „Aus meinen Ausführungen ergibt sich eigentlich, dass das Gegensatzpaar Kapitalist/Arbeiter durch die neuen Eigentumsformen am Unternehmenskapital aufgelöst wird.“

        ….dann folge ich Ihnen gerne in dieser Lesart und schließe mich Ihrem Wunsch nach einer solchen Konstruktion gerne an. Nur wird diesen Rahmenbedingungen ein ewiger Wunsch bleiben. Den Beweis finden wir in der Historie von Jesus (hat den Zins abgelehnt) über Martin Luther(hat den Zins abgelehnt), Silvio Gesell (hat den Zins abgelehnt) bis hin zu dutzenden Weiteren, wie z.B. der o.e. Rudolf Steiner, den man einfach für verrückt erklärt hat, angesichts systemkritischer Veröffentlichungen. Die Historie zeigt also, so wird das nichts. Ob Wünsche Wirklichkeit werden können, hängt von der Durchführbarkeit ab und nicht von der Masse der Anprangerungen des aktuell fehlerhaften Systems. Zu glauben, man könne ein System aus dem NICHTS in einer Gesellschaftsform installieren, in der das Gegeneinander überlebenswichtig, ja Programm ist, halte ich für naiv. Nichts anderes macht auch Fr.Wagenknecht.

        Nach meiner Auffassung kann so etwas nur dann funktionieren, wenn eine kritische Masse in der Lage ist, sich selbst wieder zu verstehen, um zu verstehen. Erinnern Sie sich an einen ähnlichen Artikel, den sie als Kommentar ins gelbe Forum stellten? Dort sind neben Börsenfreaks mittlerweile auch reichlich Foristen, die sich auf gutem Niveau mit den gesellschaftlichen Verhältnissen beschäftigen. Trotz hohem Niveau hat Ihren Kommentar kaum einer verstehen (wollen). Man hat sich auf eine Gegenposition zurückgezogen und im Rahmen des zwar mechanisch korrekten Debitismus argumentiert, Ihre eigentlich AUSSAGE ABER GAR NICHT VERSTEHEN (WOLLEN). Zentrale Annahme dabei: Zinsen müssen sein, weil sie sein müssen. So geht das bis zum jüngsten Tag.

        Mein Ansatz geht über Aufklärung, um einen Paradigmenwechsel überhaupt erst zu ermöglichen. Dazu gehören nicht nur die Gebildeten, sondern, mit den eigentlich einfachen Zusammenhängen, Jeder.
        Über die Erkenntnis, dass jedes Zusammenleben nicht etwa Natur gegeben, sondern im Gegensatz zum Tier, immer eine bewusste Entscheidung ist, die nur der Mensch in der Lage ist zu treffen, MÜSSEN die wahren Eigenschaften des Menschen in Erinnerung gebracht werden.

        Die wichtigste menschliche Triebfeder ist der Überlebenstrieb (im Gegensatz zu Freuds Sexual-Theorie). Zum Überlebenstrieb gehört die darin wichtigste menschliche Beziehung; der arbeitsteilige Handel, der unser Überleben sichert. Diesen Trieb kann man nicht einfach löschen, sondern nur „überschreiben“. So wie ein Sexualstraftäter, der einem Trieb (keinem sozial angelernten) folgt nicht heilbar ist, sondern in Form von Medikamenten „Trojaner“ erhält.

        Diesen „Trojaner“ tragen wir hinsichtlich des Macht- und Wirtschaftssystems, das zeitlich vor dem unsäglichen uralten Geldsystem steht, in uns. Ob wir wollen oder nicht. So wie unsere Urtriebe Archetypen sind, so sind die „Überschreibungen“, vorausgesetzt sie haben Generationen überlebt, ebenfalls Archetypen. Sind sie nützlich überleben und verfestigen sie sich über Generationen (z.B. Wachstums und Gegeneinander – Dogma seit 5.000 v-Chr.), sind sie nicht nützlich werden sie zunächst zur Entwicklungslast und verschwinden dann irgendwann wieder ( siehe u.a.auch C.G.Jung, Jan Assmann u.s.w.), z.B. aktuell die monotheistischen Religionen, allen voran der Islam, die bald das Zeitliche segnen dürften.

        Dazu ist ein einfaches zentrales Wissen erforderlich, dass einfach zu verstehen ist, weil es jeder in sich trägt und von Zeit zu Zeit immer wieder den Völkern zugetragen wird. Mal über Religion (Jesus) mal über Sozialphilosophen und mal über Dichter. Die zentrale Botschaft ist dabei, dass das Gegensatzpaar Geben und Nehmen in der Art aufgelöst werden muss, dass die Menschen sich wieder der natürlichen ihnen inhärenten Ordnung zuwenden.

        Leider hat mich @Möllmann offensichtlich nicht vollständig verstanden. Die Erkenntnis liegt nicht einfach im Ausgleich dieses Gegensatzpaares, sondern auch in der korrekten Reihenfolge, wie sie den Menschen vor der Arbeitsteilung bekannt war und gelebt wurde.

        Anhand der o.e. wichtigsten zwischenmenschlichen Beziehung, dem wirtschaftlichen Handeln, in Kürze:

        Geben ist seliger denn nehmen. Irgendwann stolperte ich über eine Übersetzung des Begriffs „selig“ und erkannte, das man es auch mit gut oder besser übersetzen kann.

        Als Volkswirt interessiert man sich hinsichtlich solch einer kühnen Behauptung natürlich für die Folgen in einer arbeitsteiligen Wirtschaft. Bedarf es wieder einer Umerziehung? Bricht der Geld-Kreislauf zusammen? Nein. Im Gegenteil, wenn wir uns mit dieser Idee aus dem tiefen, möglicherweise mythischen und mystischen Verständnis des historischen Lebens beschäftigen und das aus der Sicht eines ausgebildeten Volkswirts, der ergebnisoffen forscht, dann wird klar, die Lösung liegt vor unseren Füßen.

        Goethe sagte im Faust 1. Akt: „Nur der ist froh, der geben mag“
        Seneca sagte auch: “ Es ist bei den Wohltaten eine ganz einfache Rechnung: so oder so viel wird einmal aufgewendet; bekommt man etwas dagegen, so ist’s Gewinn; bekommt man nichts, so ist’s kein Verlust.“

        Und viele andere, die aus einer Art Urbewusstsein das Wissen um die Lösung weitergeben.

        Am verständlichsten aber ist Silvio Gesells Forderung aus wirtschaftwissenschaftlicher Sicht:

        „Man sagt es harmlos, wie man Selbstverständlichkeiten auszusprechen pflegt, dass der Besitz der Produktionsmittel dem Kapitalisten bei den Lohnverhandlungen den Arbeitern gegenüber unter allen Umständen ein Übergewicht verschaffen muss, dessen Ausdruck eben der Mehrwert oder Kapitalzins ist und immer sein wird. Man kann es sich einfach nicht vorstellen, dass das heute auf Seiten des Besitzes liegende Übergewicht einfach dadurch auf die Besitzlosen (Arbeiter) übergehen kann, dass man den Besitzenden neben jedes Haus, jede Fabrik noch ein Haus, noch eine Fabrik baut.“ Und was sagt der Volksmund?

        „Ein Geschäft ist nur dann eins, wenn beide eins gemacht haben.

        Es muss verhindert werden, dass das Geld mit Zins, einen Vorteil gegenüber verderblicher Ware erhält. Und das ist die Lösung der sozialen (Umverteilungs) – Frage. Es existiert nur noch Konkurrenz, wie sie die Natur vorführt. Konzerne zerfallen automatisch zu kleinen Einheiten, weil sie innovations- und serviceärmer agieren (außer Massenproduktion). Das BIP wird am gesellschaftlich Nützlichen festgemacht und nicht am systemnotwendigen Wachstum usw.

        Ich mache seit Jahren mein Beratergeschäft mit kostenloser Vorleistung (Geben). Mein Umsatz hat sich seither fast verdoppelt.
        Zuerst gibt man, dann nimmt man. Das ist die einfache Lösung. Es braucht dann keine Umverteilung und es funktioniert auch in der zwischenmenschlichen Beziehung. Wer am Krankenbett eines völlig Fremden sitzt und Beistand leistet, erhält entweder eine Gegenleistung in Form von Dankbarkeit oder der Leistende stellt seine Leistung ein. Was in diesem Mikrokosmos funktioniert, funktioniert auch weltweit über alle Grenzen. Man muss es nur verstehen, um die Rahmenbedingungen entsprechend anzupassen.

        Ich habe genauso große Augen gemacht, wie möglicherweise jetzt der ein oder andere Leser.

  2. in Bayern sagen wir Leben und Leben lassen Mensch sein und Mensch bleiben das will natürlich dieses sozialistische marxistische System natürlich nicht . Dessen Kredo lautet willst du nicht mein Bruder sein sonst schlag ich dir den Schädel ein. Dieser bewusste Staatsterror ist geplant worden Alt gegen Jung, Arm gegen Reich, Arbeiter gegen Rentner , Gesund gegen Krank , Linke gegen Rechte. Das angloamerikanische zionistische Regime tut alles um dieses linke System mit aller Macht zu erhalten . Die Globalisten wollen mit allen Mitteln ihre NWO durchzusetzen koste was es wolle !!!!!!!!!!!!!

    • @Nonkonformist

      Was bitte verstehen Sie unter: „dieses sozialistische marxistische System“.

      Ist das TINA-Management für Sie Sozialismus oder sozialistisch?

      Wie grenzen Sie dann einen neuen ‚Teilhabesozialismus‘ von der TINA-Variante ab?

      Offensichtlich gibt es da doch noch etwas Klärungsbedarf.

      Danke

      • Karl Bernhard Möllmann // 17. Dezember 2016 um 10:37 //

        . . .
        Conrath fragt:
        „Wie grenzen Sie dann einen neuen ‚Teilhabesozialismus‘ von der TINA-Variante ab?“
        .
        Die Antwort ist simpel:
        .
        Sie nehmen die tradierte Quadrat-Wurzel aus Ihrem transzendenten ‚Teilhabesozialismus‘ und dehydrieren unter Auschluß von Triebenzolsylphnonatcarbonesther das kybernetisch gewonnene Substrat durch die triglitzeride Phosphorese der TINA-Variante!
        .
        DAS weiß doch inzwischen jedes Kind!

  3. @Ludwig
    „[…] dass kapitalistische Betriebe massenhaft, unablässig, also mit Notwendigkeit ihre Arbeitskräfte immer wieder in diverse existenzielle Notlagen bringen“, die diese „vermittels ihres Verdienstes … nicht bewältigen können.“ Und „ immer dann, wenn der Kapitaleigner ihre Arbeit für unbrauchbar erklärt, sind sie auf die Hilfe des Sozialstaats angewiesen. Mit dem Lohn kann der einzelne Arbeiter also nur in jenen Perioden des Arbeiterlebens seinen Lebensunterhalt finanzieren, in denen er ihn verdient. Kaum verdient er nichts, hat er nichts. Der Sozialstaat offenbart folglich ein Armutszeugnis über den Lohn: Der Mensch, der hierzulande auf Lohnarbeit angewiesen, der sich in Fabrik und Büro abplagt, erfährt, dass der Lohn, den er dafür erhält, fürs Leben insgesamt gerade nicht reicht.“ Zitatende Ludwig > Huisken

    An dieser Bestandsaufnahme ist schwerlich zu rütteln. Sie passt nicht zu Postfaktismus und Gesinnungs-/ Ersatzpolitik.

    Wichtig ist, dass schon seit M & E’s Kritik an den Lebensbedingungen der/ aller! Arbeitenden, abgesehen von deren, heute teilweise überholten, Begründungen (Zersplitterung in Klassen und Aufhebung in Internationalismus), diese Bestandsaufnahme nicht zwingend die Verurteilung der Unternehmer bedeutet, kann doch der einzelne Wirtschaftslenker/ Tätige, oder sein Management, nicht die Konkurrenzbedingung aufheben, sondern nur mit den vorhandenen Mitteln erfüllen.

    Wirtschaften ist immer zunächst bestmögliche Realisation mit gegebenen Mitteln. Erst die Veränderung der Mittel, in gesellschaftlichem Umfang, kann auch die Realisierung der Einzelvorhaben dann mit neuen Mitteln ermöglichen.-

    Jede_r, der diesen Fundamentalzusammenhang verkürzt, begibt sich der Möglichkeit einer ‘Politik der langsam-stetigen Veränderung(en)‘, Die Verkürzung, im Diskurs des Politischmöglichen, wird mit TINA ausbuchstabiert (> Alternativlosigkeit), wir haben es immer schon so gemacht (mit den Fehlern, dem Irrsinn,…).

    „[Der] Sozialstaat als staatliche Notfallverwaltung großen Stils…“

    Ja,
    und diese TINA-Staats-Notfallverwaltungsstruktur wird auch noch größtmöglich militärisch-handelsrechtlich auf dem Planeten realisiert und mit Terror flankiert, wenn die innere Angst und Not zu gering sein sollte, um diese Weltnotfallhilfe überall total zu akzeptieren und totalitär durchsetzen zu können. Und parallel dazu wird jede Kritik zwangsläufig zu Terror und muss von der globalen Notfallverwaltung mundtot oder offline, gestellt werden.

    Der TINA-Weltstaat ist/ wird damit ‘die‘ große Herausforderung, wie Herr Ludwig darstellt, die Würde des Menschen zu negieren, ja nahezu unmöglich zu machen, in allen Gebieten und Lebensfeldern, von der Wiege bis zur Bahre, vom Nord- bis zum Südpol.

    Als Frage bleibt, ist diese ‘Contra-Würde-Struktur‘ letztlich ein Mittel um mehr Menschenwürde, in gegenseitiger Mitgestaltung von Gesellschaft, zu erzielen, i.S. von Goethes Motto, das der Tod nur ‚Kunstgriff der Natur‘ zu mehr Leben sei > http://www.wissen-im-netz.info/literatur/goethe/aufsatz/03.htm ?

    Goethe setzt pragmatisch die tiefe, antagonistische, Einheit von Natur und Vernunft voraus, F.H. Jacobi und Kant begründeten diese Einheit.

    Lässt sich an der Würdelosigkeit unserer Lebensbedingungen ein neues Bewusstsein erringen?

    Herzlichen Dank an Herrn Ludwig für seinen Beitrag

  4. Flexible Ordnungen in Wirtschaftsunternehmen (2005 in den Wind gesprochen von Waltomax)

    All die Wirtschaftsunternehmen, die „strukturell“ momentan immer mehr an die menschenverachtenden Rahmenbedingungen eines global ausufernden Raubtier– Kapitalismus angepasst werden, könnten auch unter den vollkommen veränderten Bedingungen weitergeführt werden, die für eine „Anarchie mit menschlichem Antlitz“ kennzeichnend sind. Vorher müssten sich allerdings die meisten eingefahrenen Denkmuster und Verhältnisse entscheidend verändern. Exemplarisch für einen Vertreter der patriarchalen Wirtschaftshierarchie steht ein ehemaliger Ministerpräsident von Baden-Württemberg. Eine Rede, welche dieser (anlässlich einer Veranstaltung der Konrad Adenauer-Stiftung) in Bonn 2003 vor anderen „elitären“ Vertretern seiner Zunft gehalten hat, zeigt deutlich auf, wie konsistent und schlüssig eine volks- und betriebswirtschaftliche Argumentation erscheinen kann, solange sie ihre eigenen Grundlagen nicht in Frage stellt. Der inzwischen pensionierte „Häuptling von Zeiss in Jena“ mag nach all den im Kerne weltfremden Lehren der Betriebswirtschaft ein Unternehmen erfolgreich saniert haben. Nicht zuletzt hat er dies durch Massenentlassungen großen Stils erreicht. (Herzlichen Glückwunsch.) In der besagten Rede wurde die Globalisierung des Kapitalismus quasi „als unumstößliches Naturgesetz“ hingestellt. Die Verschärfung kapitalistischer Produktionsbedingungen, wie sie ein globaler Wettbewerb mit sich brächte, würde nach diesem Herrn halt auch einen ständig steigenden Druck zu einer erheblichen Absenkung aller anfallenden Arbeitskosten im Lande erzeugen. In Zukunft müssen potentielle Standorte um die Niederlassung von Unternehmen geradezu buhlen. Denen im Falle einer „gnädigen gewährten“ Niederlassung Steuerfreiheit zu zusichern, sei für die ersten fünf Jahre ganz selbstverständlich. Der Steuerzahler habe zukünftig alle Voraussetzungen vor zu finanzieren, die für die Ansiedlung eines internationalen Großunternehmens nötig seien. Selbstverständlich müsse „ein Arbeitnehmer in spe“ dann entsprechend „flexibel sein“, stünde auch er doch im globalen Wettbewerb mit „all den anderen potentiellen Standorten“. Im Klartext bedeutet dies, jeder „abhängig Beschäftigte“ (wie wahr!) habe in Zukunft billigst für die Unternehmen zu malochen, auch unter miesen Bedingungen. Dann würde es in Zukunft auch wieder mehr Arbeitsplätze geben. Kapiert hat der Schwabe offensichtlich nie, es gehe den Menschen eigentlich gar nicht um Arbeitsplätze per se, sondern um eine gerechte Verteilung der wirtschaftlichen Wertschöpfung. Sozial ist nicht etwa, Arbeit zu Dumping-Löhnen möglichst gleichmäßig zu verteilen, sondern allen möglichst den vollen Ertrag ihrer Arbeit zu sichern. Zudem ist nicht die Arbeit an sich von Sinn stiftendem Charakter im Leben, sondern deren Ziel, nämlich die Verbesserung der Lebensbedingungen aller Menschen. Auf Arbeit als Selbstzweck oder gar Tugend („schaffe, schaffe“) „ist gepfiffen“. Auf eine Formel gebracht: Wir alle wollen kein Recht auf Arbeit, sondern das ungeteilte Recht auf unseren vollen Arbeitsertrag! Folgt man der bizarren Logik bis zu Schluss, kulminiert die kapitalistische Weltwirtschaft eines Tages „völlig selbstverständlich“ in zwei wesentlichen Gipfelpunkten. Der erste Gipfel besteht in der totalen Vergesellschaftung aller Unkosten und der absoluten Privatisierung der Gewinne in den Händen einiger weniger. Der Zweite Gipfel wird erreicht, wenn die Masse der Steuerbürger alle Unkosten durch Abgaben aus einem Einkommen bezahlen soll, das sie nicht mehr hat. Diese Argumentation ist demnach so sinnwidrig wie unverfroren. Niemand ist doch auf Dauer in der Lage, auch noch die gewaltigen Kosten für die Infrastruktur moderner Unternehmen von Billiglöhnen abzuzwacken! Doch der besagte Herr raubt uns nicht alle Hoffnung. Immerhin sei zu rechtfertigen, an globalem Maßstab gemessen „relativ“ höhere Löhne in einem Land zu zahlen, wenn es ausreichend „innovativ“ wäre, sprich Waren herstellen könne, zu deren Fertigung andere Volkswirtschaften nicht in der Lage seien. Auch auf dem Felde der Kreativität stehe ein Volk schließlich in globalem Wettbewerb. Nur im Falle der anhaltenden Fähigkeit und uneingeschränkten Bereitschaft eines Volkes, genügend Innovationen als Munition für einen grenzenlosen Wirtschaftskrieg einzusetzen, können soziale Systeme in Zukunft aufrechterhalten werden. Motto: „Immer wenige Reiche trinken Champagner aus den Gehirnschalen immer zahlreicherer Armer“. Dann dürfen „die armen Schlucker“ auch weiter „zum Onkel Doktor“ und sogar im Alter weiter mit einem Almosen rechnen. Diese Rechnung geht ganz sicher nicht auf. Über allem schwebt in dieser Argumentation ganz selbstverständlich das absolute Primat des Profits (der „absolute“ Wertmaßstab, ausgedrückt als „share holder value“), unangefochten und auf keine Weise in Frage gestellt.) Den industriellen „Global Players“ darf nicht automatisch die Macht eingeräumt werden, die Menschen „im Kampf um Arbeitsplätze“ inzwischen sogar auf globaler Ebene gegeneinander auszuspielen. Das ist weder vernünftig, noch ist es „als natürliche Eigendynamik wirtschaftlicher Globalisierung“ wortreich zu verkaufen. Die erste Antwort darauf, muss mindestens eine starke, ebenfalls weltumspannende Gewerkschaftsbewegung sein! Es hat doch gar keinen Sinn, nunmehr auf internationaler Ebene einen wilden Konkurrenzkampf um Industriestandorte anzuzetteln. Welche Konsequenzen hätte solch eine kurzsichtige Strategie schlussendlich? Selbst wenn die Bewohner aller Staates umsonst für ein Wirtschaftsunternehmen arbeiteten und kein Staat Steuern erheben würde, wären solche Unternehmen auf Dauer nicht erfolgreich. Die Produkte wären den verarmenden Menschen nicht mehr zu verkaufen. Mitarbeiter der Unternehmen hätten keine Motivation mehr, sich kreativ an der Fortentwicklung eines Betriebes zu beteiligen. Wenn sich die Infrastruktur infolge mangelnden Steueraufkommens schließlich weltweit auflöst, bräche auch die gesamte Logistik zusammen. Güter wären nicht mehr zu verteilen. Auf zerfallenden Straßen (wie man sie in Deutschland schon stellenweise der knappen öffentlichen Kassen wegen antrifft) über marode Bahnsysteme und Flughäfen „ginge nichts mehr“. Nehmen wir kein Blatt vor den Mund: Richtig ist, dass der Kapitalismus weder durch ein Naturgesetz gegeben, noch in der besonders perversen, „neoliberalen“ Form akzeptiert werden muss, in welcher er derzeit von den Drahtziehern in Politik und Wirtschaft vorangetrieben wird. Tatsache ist, dass wir auf solch eine kurzsichtige und eigentlich „tumbe“ Wirtschaftsideologie verzichten können. Es geht durchaus auch anders! Nirgendwo ist fest geschrieben, ein Betrieb sei grundsätzlich gezwungen, mit maximaler Produktivität rund um die Uhr Waren zu produzieren. Wenn es gelingt, die elementaren Lebensbedürfnisse zu sichern, entfällt die existentielle Abhängigkeit eines „Arbeitnehmers“ von „seinem“ Betrieb weitgehend. Nun wird es plötzlich möglich, ein eingespieltes Team locker an einen Betrieb zu binden und dann zur Arbeit zu rufen, wenn für eine Produktion auch Bedarf besteht (natürlich gibt es produktionstechnisch begründete Ausnahmen, wie z. B. Stahlwerke, deren Hochöfen rund um die Uhr in Betrieb bleiben müssen). Auch hier gehört den kleinen Produktionsgemeinschaften die Zukunft, dem dezentralen Prinzip gemäß. Derzeit werden von verschiedenen Universitäten schon kompakte Produktionsmodule konzipiert, die man „Fabrikatoren“ nennt. Mittels dieser „Minifabriken“ sind auch sehr hochwertige Produkte in Heimarbeit herzustellen, wie elektronische Geräte oder komplexe Bauteile, die dann auch andernorts weiterverarbeitet werden können. Das zivilisatorische Niveau bleibt hoch, die Vielfalt an verteilbaren Gütern ebenfalls. Durch diese neuen Konzepte verschwindet der ständige Zwang sofort, seine laufende Güterproduktion ständig auf den Markt werfen zu müssen. Man produziert flexibel nach Bedarf. Der Druck, durch ständige Minimierung aller Produktionskosten auch Dumpingpreise ermöglichen zu können, wird somit vermieden. Parallel zu den ganz normalen Phasen einer Marktsättigung, kann man die Produktion herunterfahren oder auch sogar zwischendurch ganz einstellen. Niemand geht deswegen mehr Pleite. Steht ein Betrieb zeitweise still, hat jeder entweder genug daheim zu erledigen oder füllt seine Zeit mit kreativem Tun aus. Dazu gehört vor allem, sich mit seinen Kindern zu beschäftigen. Der Zwang zu ständig steigenden Wachstumsraten fern von Maß und Ziel fällt auf die Weise in der Wirtschaft endlich weg. Kein Organismus in der Natur versetzt sich selber in den irrsinnigen Zugzwang, immer mehr seiner chemisch gespeicherten Energie in immer kürzerer Zeit verheizen zu müssen, um seinen Stoffwechsel in immer „ungeahntere Höhen“ zu treiben. So etwas führte in jedem Falle zum finalen Kollaps. Eine Ausnahme davon machen Tumoren, die bekanntlich über kurz oder lang zur eigenen Selbstvernichtung führen, wenn der Wirtsorganismus zusammenbricht. Genau nach diesem zerstörerischen Muster arbeitet der Kapitalismus, besonders in seinem „neoliberalen“ Extrem. Der zerstört das Gemeinwesen, indem er Steuern verweigert, die Bevölkerung durch Lohndumping in die Armut treibt, knappe Ressourcen immer schneller verheizt und die Umwelt zerstört. Der größte Feind des Kapitalismus ist damit der Kapitalismus selber!

    In dieser Welt ist ein jedes System, welches sich entwickelt, durch bestimmte Grenzwerte ganz natürlich limitiert. Auch menschliches Wirtschaften ist davon betroffen. Weder gibt eine dem Kapitalismus vergleichbare Misswirtschaft in der natürlichen Welt, noch kann sich eine solche dort sich auf Dauer halten. Leider ist man im Falle des Lothar Späth im Bundestag in die altgriechische Unsitte zurückgefallen, eine Rede vor allem aufgrund rhetorischer Qualitäten zu loben. Ihr Inhalt war von wirtschaftsideologischer Verblendung und merkantiler Kurzsichtigkeit geprägt, die leider immer noch der breiten Konvention entspricht. Daher ist eine tiefere Analyse bisher völlig unterblieben. Sicher ist es einem Gemeinwesen möglich, auch einen Produktionsbetrieb in allgemeinem Eigentum erfolgreich und kompetent zu führen. Basis dafür sind die natürlichen Wirtschaftsordnungen. Sie fußen auf der Vergesellschaftung aller grundlegenden Existenzmittel, was man als „Matrix“ bezeichnen kann. Jede Form von Zinswirtschaft und damit jedes parasitäre Spekulantentum werden damit weitgehend ausgeschlossen. Als Übergangslösung können Mensch mit Initiative sowie fachlicher und sozialer Kompetenz z. B. eine allgemeinnützige Stiftung oder einen Verein gründen und dazu einen Zweckbetrieb, welcher im Besitz der Stiftung oder des e. V. ist. (Denkbar ist eine Aufteilung in 51 % Allgemeinbesitz und 49 % Privatbesitz, der Raum für private Investitionen bieten kann. Das gilt natürlich nur für Betriebe, die nicht mit der Gewinnung, Sicherung und Verteilung von Existenzmitteln, wie z. B. Energie und Wasser befasst sind. Hier müssen grundsätzlich 100 % im Allgemeinbesitz sein.) Mit dieser „Hybridlösung“ kann man sich einerseits an das bestehende Wirtschaftssystem ankoppeln, andererseits aber den Schwerpunkt allmählichen in den Allgemeinbesitz verlagern. Der Zweckbetrieb kann z. B. der Stiftung die nötigen Mittel übertragen, die sie zur Gründung neuer Formen menschlichen Zusammenlebens (s. dazu die folgenden Kapitel) und zur Finanzierung kommunaler Einrichtungen (Schulen, die medizinische Versorgung u. a.) auf dezentraler Ebene braucht. Damit wird ein Betrieb also zunächst zum Kondensationskern zur Gründung einer autonomen „Betriebsfamilie“. Dazu muss die Motivation am Anfang stehen, den Betrieb für seine Mitmenschen und für sich zu gründen. Es geht demnach um den Aufbau und die eigenverantwortliche Sicherung der gemeinsamen „lokalen“ Lebensbasis für alle Beteiligten, nicht länger nur um die eines Betriebsgründers. Was „regional und überregional“ organisiert werden muss, wie z. B. Kliniken bzw. die Bahn, wird von einer Stiftungsgemeinschaft auf die entsprechende Organisationsebene übertragen. Der riesige, schon jetzt völlig unfinanzierbare politische und bürokratische Apparat wird auf diese Weise langsam überflüssig und Zug um Zug abgeschafft. Die in ihm gebundenen Menschen können aber dennoch in eine neue Lebensgemeinschaft integriert werden. Keiner braucht Angst um seine Existenz zu haben. Jedermann kann auf diese Weise dem unvermeidlichen Kollaps des Staates entgehen, der uns sonst mit absoluter Sicherheit bevorsteht. Ein jeder ist per se wertvoll und wird auch gebraucht. Nun kommt die Ära der Stifter!

  5. gerne erkläre ich ihnen was ich in der Bananenrepublik als sozialistisches System verstehe. Wenn ich als Souverän und Mensch gezwungen bin Steuern , Abgaben , Verordnungen durch staatliche Erpressungen, Nötigungen , Zensuren gezwungen werde durch staatliche Willkür Zahlungen zu bezahlen (MAFIA) oder bei nicht Zahlungen mir mit Verhaftung gedroht wird ist dies wohl für sie Herr Staatsdiener ein Rechtsstaat oder ist die Erde eine Scheibe oder haben sie schon mal von den wwww.bundesbereinigungsgesetzen gehört oder GG. Artikel 139 und 146 . Konzerne werden über erpresste Steuergehälter des Deutsch finanziert z.B. Banken , Stromkonzerne wachen sie bitte auf oder wollen sie weiterhin behaupten alles ist in Ordnung , wenn sogar der Drehofer sagte wir leben in einem Unrechtsstaat oh Herr lass Hirn vom Himmel regnen und wo sind unsere Volksentscheide gute Nacht !!!!!!!!!!!

  6. Vielen Dank, Herr WaltoMax,
    für Ihre präzise, wie zukunftsfähige Darstellung und Kritik am gescheiten, aber eben nicht weisen, Lothar dem Großen.

    Er hat nach allen Regeln der (schwarzen) Reorganisationskünste Jenooptik an die weltweiten Bedingungen angepasst, aber als Politiker versäumt, tiefer über die Bedingungen solcher Produktionsformen nachzudenken. Ein gescheitertes ‚Gescheitle‘ mehr im Ländle.

    Und tragisch an der Geschichte, wieviele der Parlamentäre, die sich unter dem ‚C‘ sammeln, haben bis heute nicht verstanden, welche Freiheitsgrade die Bedingungen zu Produktion überhaupt haben.

    Reden wir über Farben zu/ mit Blinden?

    Danke, für Ihren, vermutlich schon vor 11 Jahren, entstandenen Text.

    Sie beschreiben konkret, wo die Freiheitsgrade sitzen, nämlich in der Veränderung der Stammkapitalverhältnisse zugunsten des Gemeinwohls, hier vertreten etwa durch Kapitalanteile, die von Giebietskörperschaften gehalten werden könn(t)en, nach dem Modell der Deutschen Genossenschafts- und Stadt-/ Kreissparkassen.

    Haben Sie noch weitere Informationen und Quellen zu dem Beispiel der modernen Formation der ‚Fabrikatoren‘?

    Veränderung ist machbar, wenn die Prozesspraxis in der Tiefe verstanden wurde/ wird.

    Und zurück zum späten Lothar:
    „[…] jeder „abhängig Beschäftigte“ (wie wahr!) habe in Zukunft billigst für die Unternehmen zu malochen, auch unter miesen Bedingungen. Dann würde es in Zukunft auch wieder mehr Arbeitsplätze geben. Kapiert hat der Schwabe offensichtlich nie, es gehe den Menschen eigentlich gar nicht um Arbeitsplätze per se, sondern um eine gerechte Verteilung der wirtschaftlichen Wertschöpfung.“ Zitatende W.

    Doch,
    kapiert hat der Schwabe, aber nur bis zur Haustüre/ zum Hausflur, nicht bis zum Gemeindeplatz und Rathaus.

    Wir können daran kapieren, dass der Tendenz nach, jegliche moderne, nachfrageorientierte und verschlankte Produktion/ Dienstleistung immer weniger profitorientiert arbeiten wird/ werden muß und von der Gemeinschaft subventioniert und dann auch grundbeansprucht werden muß/ soll/ darf.

    Als echte Antagonisten stehen sich dann gegenüber, in positiver Wechselwirkung, ‚privateigentumsbefreite 51-%-Produktion und ‚wirtschaftliche Basisteilhabe aller‘, beides je vermittelt über ausgebaute Rechtsformen der Gebietskörperschaften, damit die Machtkonzentration insgesamt schrittweise heruntergefahren wird.

    Nehmen wir dazu das beste Argument des TINA-Chaosmanagements, ‚too Big to Fail‘ und machen daraus form- und detailkonsequent die Bedingung ‚maßvoller, regionaler Eigentumsproduktions- und Konsumtionsteilhabegestaltungen‘ (wirtschafstrechtliche/ rechtswirschaftliche Innovationen).

    • @Hallo Herr Conrath, der wohl heißeste Typ eines Fabrikatoren ist der 3D – Drucker. Heute werden sogar „Metamaterialien“, also „Tarnkappen“ mit dem 3D – Drucker hergestellt.

      Mit Grüßen

      Waltomax

  7. unser angeblicher Sozialstaat, ist in zunehmenden maße a-sozial zu seiner „arbeitenden“ Bevölkerung. nicht die wie vielerorts gemeint , die wirtschaft und die Arbeitgeber sind die Buhmänner, nein man schaue sich doch nur einmal die bruttolöhne an. da wird doch schnell klar wer der größere Buhmann ist.nähmlich der Staat, mit seinen irrsinnigen steuern und abgaben. diese abgaben werden durch ein rießiges, nicht brauchbares, beamtenvolk wieder verteilt.
    es ist doch in den letzten 10 jahren, trotz sozialistischer Politik, die Armut im lande gewachsen. es ist doch mittlerweile nicht mehr fassbar, dass jemand, trotz 40 jähriger arbeit, weniger rente bekommt, als jemand der noch nie gearbeitet hat. diesen mist haben unser grünen sozis möglich gemacht.

  8. »Der entwürdigte Mensch« – Diese Passage sagt alles aus. Betrachtet man ein Menschenleben wie eine materielle Sache oder nicht? Sieht man es wie Kohle, Wasser, ein Gewehr, einen Hammer, eine Maschine oder wie Licht, Gravitation, Farben, Sprache, Liebe? Kann man ihm einen Preis zuordnen oder nicht? Für die Gesellschaft ist entscheidend, wie sie diese Fragen beantwortet.

    Wenn ich ein Menschenleben nicht kaufen kann, was einen humanistischen Ansatz darstellt (, der sicher von der Mehrheit der Menschen getragen wird), es unbezahlbar ist, kann ich auch keinen Preis für eine Stunde Lebenszeit bestimmen. Sie wäre ebenfalls unbezahlbar. Damit würden alle Produkte menschlicher Arbeit unbezahlbar und die Kartenhäuser Ökonomie und (römisches) Recht einstürzen. Mit Menschenrecht, nicht existent im römischen Recht, und Freiheit im Hinterkopf, muss man die Gesellschaft anders denken und gestalten. Der Sozialstaat ist keinesfalls eine Lösung. Er ist ein Vehikel dafür, dass alles so bleiben kann, wie es ist.

    Spätestens mit Industrie 5.0, 6.0 oder 1x.0 wird man ernsthaft darüber nachdenken müssen. Und die Folgen werden tiefgreifend sein.

    »Die glücklichen Sklaven sind die erbittertsten Feinde der Freiheit.«
    Marie von Ebner-Eschenbach

  9. Sehr schön Herr Ludwig… Natürlich konnte eine Gesellschaftsform so aussehen wie Sie beschreiben.

    Was ich mich allerdings frage, ist… wollen dies die Menschen überhaupt.? Verantwortung und Mtbeteiligung an Betrieben..etz.?

    Denn die Beteiligung geht natürlich in beide Richtungen.. also auch für Minus müsste man dann gerade stehen. Und ja, meine Erfahrung mit den Mitbürgern ist eigentlich eher die, dass die meissten es sich nett und konfortabel im Abhängigkeitsverhältniss eingerichtet haben. Und ja, unter Freiheit eigentlich kaum verstehen, was da im Artikel beschrieben wird.

    Meine Erfahrung zeigt auch, dass in den meissten Fällen mehr Lohn nicht automatisch zu mehr Leistung anspornt.. im Gegenteil. Dass wir uns richtig verstehen, ich bin durchaus für eine anständige Entlöhnung.. wie dies Beispielsweise in der Schweiz und Österreich noch üblich ist.

    Jedoch die Leute zur Erzwungenen Verantwortung um zu erziehen.. Eine Verantwortung die die allermeissten gar nicht haben wollen, dies lehne ich ab. Mal ganz abgesehen davon, dass solcherlei natürlich nur mit einer massiven Staatsgewalt zu verwirklichen wäre.

  10. Ja, sehr schön, die Reichen machen dann noch ein paar Milliönchen mehr, die sie dann zu den anderen legen, herzlichen Glückwunsch. Und ? Macht es diese Leute glücklicher oder gar zufriedener ? Tag für Tag dieselbe beschissene Puffbrause mit versalzenem Kaviar oder was ? Will hier jemand mit Onkel Rothschild tauschen, der nichts besseres zu tun hat, als jeden Tag auf seinen 57 Mios teuren Renoire zu starren und sich dann überlegt , wie er das Leben der restlichen Menschheit miserabel machen kann.
    Nur zu seiner Information, es gibt nichts besseres , als eine Rutsche Bratkartoffeln mit Schinken, zum Nachtisch ein frisch gezapftes Pils und ein Blues auf der Gitarre.

    So sehe ich das Ganze, Arsch lecken , rasieren , drei fuffzig …

    • Lieber Wayne,

      wir alle haben aber auch unseren Onkel R. in uns, besser oder schlechter verborgen oder besser oder schlechter durchschaut, das ist dann individuell sehr verschieden. Die vielen Onkel R.-Splitter wechselwirken dann auch noch weltweit in UNS miteinander.

      Und es gibt auch Holundertee und biodynamische Limonade im Reform-Puff, damit kann sich mann dann allerdings schlechter die Situation schön trinken.

  11. »Wenn ich aber auf Regierungs-Ebene „GEBEN, GEBEN, GEBEN, GEBEN, GEBEN ohne NEHMEN!“ betreibe – dann nennen wir das anerkennend einen tollen „Sozialstaat“ . . . ?«

    Ganz sicher nicht. Es existiert kein Staat, der nicht viel mehr nimmt als er gibt. Andernfalls können Staaten weder entstehen noch fortexistieren. Auch ein noch so toller Sozialstaat gibt viel weniger als er nimmt.
    Ranma

    • Karl Bernhard Möllmann // 17. Dezember 2016 um 10:25 //

      . . .
      Bitte nicht ALLES in den selben Eintopf verrühren, Ranma!
      .
      Ranma sagt:
      .
      „Es existiert kein Staat, der nicht viel mehr nimmt als er gibt.“
      .
      DAS ist unbestritten, Ranma!
      .
      Aber gemeint ist etwas ANDERES.
      .
      GEBEN & NEHMEN ist genauso einmalig & individuell wie Ihr FINGER-ABDRUCK oder Ihre DNA !
      .
      Der Staat wirft ALLES in seinen großen Eintopf – um seine EIGENEN Geld-Entnahmen für seine EIGENEN Beamten, Dienst-Flugzeuge, Dienst-Wagen, Dienst-Gebäude, Dienst-Essen, Dienst-Flughäfen, Dienst-Bordelle, Dienst-Armeen, Dienst-Waffen und anderen SCHWACH-SINN zu TARNEN – DAS IST ABER NUR EINE OBERFLÄCHLICHE FACETTE DIESER KRIMINALITÄT.
      .
      Wenn Hans Mustermann Hartz IV, Wohngeld & medizinische Betreuung OHNE Gegenleistung erhält – weil er zum Beispiel noch nie gearbeitet hat, sondern in jungen Jahren als Einbrecher unterwegs war – DANN trifft auf ihn NEHMEN, NEHMEN, NEHMEN – OHNE GEBEN zu.
      .
      Hier wäre die BESSERE Therapie eine professionelle Analyse seines Geistes-Zustandes und seiner Fähigkeiten – mit dem Ziel ihn erstmals dahin zu COACHEN, daß seine Blockade beim GEBEN endlich aufgelöst werden kann – damit Hans Mustermann durch freiwilliges GEBEN mit innerer Befriedung endlich in sein inneres & äußeres Gleichgewicht kommen kann.
      .
      DAS hätte ZWEI wesentliche Vorteile:
      .
      Hans Mustermann könnte seine chronische KRIMINALITÄT überwinden, und ein vollwertiges, glückliches & gesundes Mitglied der Gesellschaft werden.
      .
      Die Gesellschaft würde Hans Mustermann wieder in ihrer Mitte aufnehmen, und könnte die Ausgaben (Steuern) zur Bekämpfung der Kriminalität zum Wohle ALLER senken.
      .
      DAS wäre ein Schritt zur echten HEILUNG der Gesellschaft, durch HEILUNG eines einzigen Menschen.

  12. Man kann es drehen und wenden wie man will, der Staat ist das Problem unserer Zivilisation. Seine unnachgiebige Lügenhaftigkeit, seine Machtgier und Kleptomanie sind noch seine besten Eigenschaften. „..was er redet, er lügt- und was er auch hat, gestohlen hat er’s .“ (Friedrich Nietzsche)
    Hier hat sich eine „Hilfsorganisation“ aller Menschen bemächtigt und sie praktisch versklavt. Man wird dies nicht mit ein Reform verändern können- Lässt sich ein hungriges Raubtier von Vorschriften beeindrucken?

  13. Neo schrieb:
    „Man kann es drehen und wenden wie man will, der Staat ist das Problem unserer Zivilisation.“

    Drehen wir doch mal in diesem Sinn, was Karl Bernhard Möllmann schrieb:
    „Wenn Hans Mustermann Hartz IV, Wohngeld & medizinische Betreuung OHNE Gegenleistung erhält – weil er zum Beispiel noch nie gearbeitet hat, sondern in jungen Jahren als Einbrecher unterwegs war – DANN trifft auf ihn NEHMEN, NEHMEN, NEHMEN – OHNE GEBEN zu.“

    Obwohl darin und im Rest des Kommentars viel Wahrheit steckt, müssen wir doch folgendes in die Überlegungen einbeziehen! Hans Mustermann war also in jungen Jahren als Einbrecher unterwegs. Offensichtlich hat er die Karriere aufgegeben bevor er ein Vermögen aufhäufen konnte. Er wurde also geschnappt. Man merkt ja schon am deutschen Namen, daß er nicht weit jenseits der deutschen Grenzen im hintersten Winkel Polens oder gar Rumäniens Unterschlupf finden konnte. Von daher ist es ganz logisch, daß er geschnappt wurde und dank seiner einheimischen Herkunft auch verurteilt wurde.

    Nach seiner Karriere als nur nehmender Einbrecher wurde Hans Mustermann also ins Gefängnis gesteckt und lebte dort auf Staatskosten. Zwar konnte er da auch nichts geben, sondern nur nehmen, aber dazu wurde er gezwungen! Wenn er es noch so sehr anders wollte, da konnte er nichts dagegen machen!

    Weil Hans Mustermann im Beispiel Hartz IV, Wohngeld und medizinische Betreuung bekommt, wissen wir, daß er seine Strafe abgesessen hat und aus dem Gefängnis entlassen wurde. Selbstverständlich befindet er sich seitdem auf Jobsuche. Aber er ist ein Ex-Knacki und damit sind seine Chancen auf dem Arbeitsmarkt gleich null. Da kann er suchen bis er so alt ist, daß er schon aus dem Grund keine Chance auf dem Arbeitsmarkt mehr hat! Egal wie sehr Hans Mustermann es selbst will, die Gesellschaft erlaubt ihm nicht zu geben. Es bleibt ihm garnichts anderes übrig als wieder nur zu nehmen. Das hat Hans Mustermann einfach nicht in der Hand! Dagegen hilft auch keine Psychotherapie!

    Möglicherweise hülfe es, dem gesamten Rest der deutschen Gesellschaft eine Psychotherapie zu spendieren. Am besten zwangsweise! Vielleicht bekämen dann wenigstens einige Leute so viel Bezug zur Realität, daß sie verstünden, daß nur derjenige geben kann, dem man nicht zuvor alle Möglichkeiten dazu genommen hat.

    Natürlich wird an keinem Punkt bezweifelt, daß in diesem besonderem Fall Hans Mustermann den Grundstein für die komplette Fremdbestimmung seines Lebens selbst gelegt hat (in den meisten echten Fällen ist sogar das ganz anders!), trotzdem gab es keinen Weg zurück oder auch nur eine Abzweigung an irgendeinem Punkt. So lange wie die Gesellschaft so gestrickt ist wie sie heute gestrickt ist, muß es Fälle wie den Hans Mustermann und schlimmere geben.
    Ranma

    • @Neo & Ranma

      Der Staat ist …, …, …! ?

      Wem nützen einfache Polarisierungen?

      Der Staat ist Problem und Lösung in einem und zwar in unlösbarer Verbindung mit seinen Staatssubjekten, UNS allen (ein echter Antagonist).

      Weder der Verzicht auf kritische (Sach-/ Fach-)Bücherstudien, noch die Anwendung einfachster Menschenbilder (Zuschreibungen, die den Einzelnen in bestimmte Rollen fixieren) hilft da weiter.

      Vielleicht, nein sicher, ist es im ganzen gesehen auch mal erforderlich ein Nehmer zu sein, dafür gibt es dann Ausgleich in späteren Leben oder auch in Situationswechseln noch in diesem Leben, wo ein Exknacki oder eine Abzockerin plötzlich erlebt, wie er/ sie selber einst auf andere einwirkte. Die gute Literatur ist voll von diesen Rollenwechseln, die das Leben selber schreibt. –

      Und jede/r beginnt als Nehmer und endet häufig auch als Nehmer, dazwischen gibt es Chancen zum Geben zu avancieren. So ist das Leben.

  14. Pflegefall mit 25 // 18. Dezember 2016 um 12:43 //

    Das deutsche sog. „Sozial-System“ gräbt sich (gotttsei Dank) mit jedem weiteren Tag das Wasser selbst ab: es ist höchstgradig de-konstruktiv und a-sozial, da es die Kernkompetenzen des Menschen-seine Motivationen- untergräbt und stilllegt-auch und gerade zum Schaden der bisherigen Nutznießer den Konzernen: neue Mitarbeiter, spätestens nach dem Gang durch die Bildungsgaskammer praktisch schon mit 25 -30 Lebensjahren als Pflegefälle(!!) par excellance in die Unternehmen. Auf „Arbeit“ agieren sie dann wie Robot-Zombies-bloß nicht zuviel machen-stöhn-jammer-quasi als teure Vorform der total-Automatisierung. Alles krank!

  15. Alle sozialistisch ausgerichteten Parteien (einschl. Frau Wagenknecht) und ihre Ableger in den Gewerkschaften sind in ihrer sogenannten Kapitalismuskritik solange nicht ernst zu nehmen, wie sie die Wurzel allen sozialen Übels nicht bekämpfen, nämlich das Schuldgeld-System auf Zinseszinsbasis.
    Zentralbanken waren eine Forderung von Karl Marx – was sie schon angerichtet haben und noch anrichten, dafür sind EZB, FED, BoE, BoJ usw. die besten Beispiele.

    Zitate Friedrich August v. Hayek (1899–1992, Österreichische Schule der Nationalökonomie):

    „Die Geschichte des staatlichen Umgangs mit Geld ist, mit Ausnahme einiger kurzer glücklicher Perioden, eine Geschichte von unablässigem Lug und Trug.“

    „Sozialismus und Freiheit schließen einander definitionsgemäß aus.“

    Zitate Ludwig von Mises, Ökonom (1881–1973, Österreichische Schule der Nationalökonomie):

    „Es gibt keinen Weg, den finalen Kollaps eines Booms durch Kreditexpansion zu vermeiden. Die Frage ist nur, ob die Krise früher durch freiwillige Aufgabe der Kreditexpansion kommen soll, oder später zusammen mit einer finalen und totalen Katastrophe des Währungssystems kommen soll.“

    „Sollte die Methode, Staatsdefizite mit der Ausgabe von Banknoten zu decken, fortdauern, dann wird unweigerlich der Tag kommen, ob früher oder später, wenn die Geldsysteme der Nationen, die diese Politik verfolgen, vollständig zusammenbrechen werden. Die Kaufkraft der Geldeinheit wird weiter und weiter sinken, bis sie schlußendlich in Gänze verschwindet.“

    Oder hier:
    „Der erste Keynesianer“ oder „Wie man ein Land in vier Jahren ruiniert“
    Artikel in 3 Teilen:

    http://www.misesde.org/?p=14380

    http://www.misesde.org/?p=14429

    http://www.misesde.org/?p=14503

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