Staatsschutz zum Döner-Einsatz
Staatsschutz zum Döner-Einsatz

Staatsschutz zum Döner-Einsatz

Polizeischild an Autobahnen / Wikipedia public Domain Polizeischild an Autobahnen / Wikipedia public Domain
In diesem Jahr sind über 150.000 Anrufer beim Berliner 110-Notruf nicht durchgekommen. Jetzt sollen 1000 Beamte mehr eingestellt werden – für politische Zwecke?

Während die Mainstream-Medien die Vergewaltigungsfälle in Freiburg und anderswo[1] gebetsmühlenartig voller Panik entflüchtlingisieren, scheint sich in den alternativen Medien und Kommentaren des Internets eine umgekehrte Geisteshaltung breitzumachen. Zumindest unausgesprochen wird jeder nach Deutschland migrierte Ausländer unter Generalverdacht gestellt. Ich finde das jenseits offizieller Empörungsrituale in der Tat empörend. Gerade wenn der Staat und seine Eliten mit Verdächtigungen und Unterstellungen arbeiten, müssen diejenigen, die sich als demokratische Opposition wahrnehmen, sich erst recht um Wahrhaftigkeit und Anstand bemühen.

Ja, die Völkerwanderung und die sie nährende Immigrationspolitik schafft mit dem Zuzug Kulturfremder eine überproportionale Steigerung des Risikos solcher Vorfälle, aber ebenso ist richtig, dass die gewaltige Überzahl dieser Menschen freundlich, kooperativ und friedliebend ist, das gilt auch für die, die den Islam als ihre Religion verinnerlicht haben. Nur weil die gewählten Feinde des Volkes und deren unterstützende Phalanx solches auch immer wieder sagen, ist es schließlich nicht automatisch falsch. Auf einem anderen Blatt steht dann, was eine Asylpolitik der kulturellen Entwurzelung in den nächsten Jahren und erst recht Generationen bei diesen Menschen für eine desaströse soziale Wirkung haben wird. Aber das ist ein anderes Thema.

„Überlastung der Notrufleitung“

Dieses aus aktuellem Anlass vorausgeschickte Statement ermöglicht einen durchaus flüssigen Übergang zum fast ebenso aktuellen Thema ‚Schutz durch Polizei und Schutz der Polizei‘. Aus Berlin hören wir dank einer Parlamentsanfrage der neuen AfD-Fraktion, dass in den ersten zehn Monaten des Jahres rund 150.000 Anrufer bei der Polizei ihren telefonischen Notruf-Versuch unter 110 wieder aufgeben mussten, weil sie in der Warteschleife hängengelassen wurden. Grund, so heißt es[2], war die Überlastung der Notrufleitung.

Wie denn nun? War das Telefonkabel zu dünn, gibt es nicht genug Telefonhörer, oder, was viel wahrscheinlicher scheint, ist die Polizei unterbesetzt? Eine Überlastung also, die Folge einer jahrelangen Schrumpfung des Polizeiapparats auf Kosten der Sicherheit der Bürger ist. Da beruhigt es uns wenig, wenn die Polizeiführung konstatiert:

„Es wird davon ausgegangen, dass letztendlich alle Notrufe, welche aufgrund einer objektiven Gefahrenlage erfolgen, die Polizei erreichen.“

Gerade die AfD hat ja schon unerfreuliche Erfahrungen mit der zögerlichen polizeilichen Verfolgung von Angriffen gegen Sachen und Personen der Partei gemacht. Auch der Staatsschutz dürfte beim Schutz der Bürger überfordert sein, muss er doch Identitäre beobachten und in Abteilungsstärke „Hasskriminalität“ oder Propagandadelikte verfolgen. Oder im Internet Foristen observieren und ihrer politisch gewollten Strafe zuführen, die in erkennbar sarkastischer und unernster Weise wegen derer islamfreundlichen Politik die Steinigung der Bundeskanzlerin anregen.

Klaviatur des Zeitgeistes

Beispielsweise rückte der Staatsschutz auch aus, als ein Berliner Busfahrer nach mehrfacher Ermahnung eine dennoch weiter ihren Döner essende Vierzehnjährige des Busses verwies. Der Vorgang entwickelte sich typisch für den neuen Geist der politisch-korrekten Repression. Weil die junge Frau ein Kopftuch trug und natürlich längst gelernt hatte, auf der Klaviatur des Zeitgeistes zu spielen, lamentierte sie nach ihrem Rauswurf an der Haltestelle, dies sei wegen ihres Kopftuches geschehen. Absurd allein die Vorstellung, ein Berliner Busfahrer, der täglich Hunderte von Kopftüchern transportiert, würde es – wenn überhaupt wollen – wagen, derartig seinen Job zu gefährden. Diese einfache Logik hinderte aber keineswegs eine besorgte (?) Gutmenschin daran, dem renitenten Kind zu glauben und Strafanzeige zu stellen.

Tatsächlich, und das ist die eigentliche Botschaft, machte sich jetzt der Staatsschutz an die Arbeit. Nicht die BVG, nicht die Polizei, sondern der Staatsschutz. Während täglich von besetzten Häusern Gewalttaten ausgehen, während einheimische und eingewanderte Terroristen ihre Pläne schmieden, während radikale Ideologen an den Rändern der Gesellschaft oder in Regierungsverantwortung die Grundlagen unserer Gesellschaft und unserer Freiheit infrage stellen, rückte der Staatsschutz zum Dönereinsatz aus. Und wir können sicher sein, dass dieser Fall kein Einzelfall war.

Das Ganze impliziert auch noch eine zweite Tragödie: Dass das Kind mit seiner latenten Aggression und Lügerei trotz dieser absurden Konstellation überhaupt Unterstützer fand, zeigt, wie viel die Hetze des Systems schon in den Köpfen der Menschen an Hysterie und Feindseligkeit bewirkt hat.

Medienwirksame Schizophrenie

Um die Polizei und ihre Notrufnummer zu entlasten, hat der neue rosa-rot-grüne Senat in der Hauptstadt unter Federführung von Dirk Behrendt, dem neuen linksgrünen Senator für Justiz und, man höre, Antidiskriminierung, schon Maßnahmen erarbeitet. Massenhaft wiederholtes Schwarzfahren in den öffentlichen Verkehrsmitteln soll künftig nicht mehr als Straftat, sondern nur noch als Ordnungswidrigkeit behandelt werden. Ebenso möchte Behrendt den Handel mit Haschisch von Gefängnisstrafen freistellen. Das nenne ich mal eine erfolgreiche Antidiskriminierung von Gesetzesbrechern. Man ahnt schon, welche Kapazitäten da freigeräumt werden, um mit frischer Kraft und politisch-korrekter „Antidiskriminierung“ der politisch Unkorrekten den bürgerlichen Widerstand zu diskriminieren und zu kriminalisieren.

Behrendts direkter Vorgesetzter, der Regierende Bürgermeister Michael Müller, konnte hinter dieser medienwirksamen Schizophrenie natürlich nicht zurückstehen und kartete dem alten Senat und vor allem seinem Innensenator Henkel hinterher:

„Die Nulltoleranzpolitik gegen Gesetzesverstöße hat’s nicht gebracht.“

Sprach‘s und kündigte an, dass jetzt auch 1000 Polizisten neu eingestellt werden sollen. Angesichts der offensichtlichen Konfusion sei mir erlaubt zu fragen, wieso es denn einer derartigen Menge zusätzlicher Polizisten bedarf, wenn doch künftig klare Straftatbestände wegtoleriert werden sollen? Werden sie die Kollegen in der Telefonzentrale verstärken, oder werden sie sich doch eher um mehr Toleranz kümmern müssen, indem sie im Auftrag des Antidiskriminierungssenators im Zuge der politischen Umgestaltung dieses Landes polizeilich entschlossen gegen die üblichen „Intoleranten“ vorgehen?

Anmerkungen

[1] http://www.bild.de/regional/berlin/koerperverletzung/maedchen-treppe-runter-gestossen-49095948.bild.html

[2] http://www.morgenpost.de/berlin/article208855801/Lange-Warteschleife-150-000-Anrufer-geben-bei-110-auf.html

Über Konrad Kustos

Kustos studierte Germanistik, Geografie und Publizistik an der Freien Universität und promovierte über das Spannungsfeld zwischen Unterhaltungsliteratur und Literaturliteratur. Viele Jahre arbeitete er als Journalist in leitenden Positionen bei großen Berliner Tageszeitungen. Der Schwerpunkt seiner publizistischen Arbeit lag bei der Architektur und dem Aufbau der neuen Hauptstadt nach der Wende von 1989. Als roter Faden durch seine Arbeit zieht sich die Verteidigung des Normalbürgers gegen elitäre Denkweisen sowie der Versuch, Ideologien zu enttarnen. Kontakt: Webseite | Weitere Artikel

9 Kommentare zu Staatsschutz zum Döner-Einsatz

  1. Das Bundesverfassungsgericht verweigert komplett und ohne Angabe von Gründen die Prüfung und Verhandlung über die Rechtmäßigkeit der Zwangsgebühren für die sogenannten Öffentlich-Rechtlichen Medien. Obwohl die Rechtsgutachten zum Theme Verfassungswidrigkeit mehrfach vorliegen. Die Zwangskassierung betrifft Hunderttausende in Deutschland, die sich gegen diese offenkundige Inkasso-Willkür verzweifelt und vergeblich wehren.
    Stattdessen sieht sich der Oberste Gerichtshof berufen und bemüßigt, die Klage einer Kopfwickelträgerin im Kindergarten zu verhandeln und das Urteil im Sinne der Moslems zu verkünden.
    Soweit der tägliche Irrsin in Deutschland.

    • Karl Bernhard Möllmann // 14. Dezember 2016 um 08:47 //

      . . .
      ORGANISIERTE KRIMINALITÄT IM AMT !
      .
      (NICHT zum ersten Mal in Deutschland!)

  2. Man muss sich langsam von dem Gedanken freimachen, das es die Hauptaufgabe der Polizei sei, die Bevölkerung vor Kriminellen zu schützen, in dem sie diese aus dem Verkehr zieht. Hier in Hamburg war gerade gut zu beobachten, wozu die Polizei jetzt vornehmlich gebraucht wird, nämlich die Politiker vor der Bevölkerung zu schützen. Bei der OSZE-Konferenz lies sich der Debattierclub von 52 Außenministern durch sage-und schreibe 13000 Polizisten schützen, die zum Teil auch auf der Alster rumschipperten, während die Damen und Herren am Alsterrand fein speisten. Steinmeier hat anschließend noch die Anwohner, deren Leben durch die Veranstaltung massiv beeinträchtigt wurde, in einer Zeitungsanzeige verhöhnt, in dem er für das aufgebrachte Verständnis dankte.
    In dem Zusammenhang würde ich die 1000 Neueinstellungen als Schutzstaffel der Politik einordnen.

  3. Es muss da in Berlin an der Spree eine noch unbekannte Seuche grassieren, die sich negativ auf den Intellekt der Menschen niederschlägt, denn als die Quasselbude noch in Bonn zugange war, schien mir das politische Deutschland durchaus sympatisch zu sein.

  4. NeTünnesusKölle // 12. Dezember 2016 um 10:18 //

    Die Formulierung, „zumindest unausgesprochen wird jeder nach Deutschland migrierte Ausländer unter Generalverdacht gestellt“ mag in gewisser Beziehung zutreffend sein. Allerdings blendet sie völlig aus, dass die Regierung an Recht und Gesetz gebunden ist und keinesfalls über dem Gesetz steht. Die Aufhebung des Schengen Abkommens und die bis heute nur an 3 süddeutschen Grenzübergängen stattfindenden stichprobenartigen Kontrollen führen dazu, dass einerseits faktisch noch immer eine unkontrollierte Immigration stattfindet und dass andererseits die Bevölkerung über diesen Fakt belogen wird, da regierungsseitig anders dargestellt. In dieser Situation, von der belogenen und durch nicht zu leugnende Ausländerkriminalität bedrängten Bevölkerung zu verlangen, zwischen guten und bösen Immigranten zu unterscheiden, halte ich für weltfremd. Hier werden Ursache und Wirkung vertauscht

  5. Revolution // 12. Dezember 2016 um 14:19 //

    „Zumindest unausgesprochen wird jeder nach Deutschland migrierte Ausländer unter Generalverdacht gestellt.“
    Das stimmt so nicht Herr Kustos. Leider ist es so, dass es weder das Eine noch das Andere ist. Es sind keine Migranten und es sind keine Asylanten. Es sind Illegale. Des Rätsels Lösung ist das Grundgesetz. Und das Grundgesetz ist bindend, auch für einen gewissen Hosenanzug“.

  6. Regina Schäfer // 12. Dezember 2016 um 22:37 //

    13.000 Polizeibeamte für die OSCE-Konferenz. Man hat sich ja nun Gedanken gemacht, wieviel Polizei in Köln an Silvester notwendig sein wird, ich meine, 1300 Polizisten. Man darf sehr gespannt sein bzw. so seine Befürchtungen haben. Was ist mit den vielen anderen Groß- und normalen Städten, in denen der Mob auch tätig war? Es ist zum Verzweifeln. Was geht in den Köpfen unserer Volksvertreter vor? Ansonsten ist den obigen Kommentaren nichts hinzufügen, man kann alles voll und ganz mit unterschreiben.

    • NeTünnesusKölle // 13. Dezember 2016 um 21:14 //

      @Regina Schäfer
      Was in den Köpfen unserer Politiker vorgeht, wüsste ich auch gerne. Angefangen bei der Kanzlerin derer die erst kurz hier sind, über den Genossen Gabriel, K. Göring-Eckhardt, Kipling usw. Gerne auch von den 11-Minutenklatschern in Essen, den Regierungsmitgliedern in den Landtagen und auch von Landräten und Bürgermeistern. Ich vermute, es geht schlicht um Geld in Form von Posten, Ämtern und Spesen.

  7. Karl Bernhard Möllmann // 14. Dezember 2016 um 08:44 //

    . . .
    ZITAT @ Konrad Kustos:
    „…150.000 Anrufer beim Berliner 110-Notruf nicht durchgekommen.“
    .
    DAS ist der GEHEIME Trick, WIE MAN IN BERLIN DIE KRIMINALIITÄTS-STATISTIK VERNEBELT & VERFÄLSCHT – denn wenn 150.000 NOTRUFE EINFACH NICHT ANGENOMMEN WERDEN – KANN DIE KRIMINELLE BERLINER BÜROKRATIE DIESE 150.000 EREIGNISSE AUCH NICHT ALS „STRAFTATEN“ ZÄHLEN . . .
    .
    BESTENS ORGANISIERTE KRIMINALITÄT DER BEHÖRDEN IN BERLIN !

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