Putin fördert den Stalin-Kult
Putin fördert den Stalin-Kult

Putin fördert den Stalin-Kult

Josef Stalin / By U.S. Signal Corps photo. (http://hdl.loc.gov/loc.pnp/cph.3a33351) [Public domain or Public domain], via Wikimedia Commons; https://commons.wikimedia.org/wiki/File%3ACroppedStalin1943.jpg Josef Stalin / By U.S. Signal Corps photo. (http://hdl.loc.gov/loc.pnp/cph.3a33351) [Public domain or Public domain], via Wikimedia Commons; https://commons.wikimedia.org/wiki/File%3ACroppedStalin1943.jpg
In Russland schwindet die Bereitschaft, aus der sowjetischen Vergangenheit zu lernen. Millionen Gulag-Opfer sind vergessen. Und Putin fördert den Stalin-Kult.

Der Frankfurter Verwaltungsbeamte Thomas Stillger (44) glaubte erst an eine Reservistenübung der Bundeswehr bzw. an einen Spendenaufruf der Kriegsgräberfürsorge, als er das Schreiben der Deutschen Dienststelle in der Hand hielt. Seine Mutter verstarb früh, er wusste nicht mehr, dass er einen Onkel hatte. Die Nachricht, dass der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge seinen Onkel anhand einer Erkennungsmarke identifizierte und nach über 70 Jahren auf einem polnischen Sammelfriedhof zur letzten Ruhe umbettete, kam für ihn aus dem Nichts.

Thomas Stillger ist berührt: „Da wird einem ganz anders.“ Er geht alte Familienfotos durch und kann sich jetzt auch wieder erinnern, dass Familienangehörige damals einen Nachforschungsantrag für den Bruder seiner Mutter gestellt haben. – Er wird an dem Grab seiner Mutter Blumen hinterlegen.

Gerhard Clemens Karl Baumgart, geboren am 05. Juli 1925 in Berlin-Neukölln. Quelle: Claus Folger

Gerhard Clemens Karl Baumgart, geboren am 05. Juli 1925 in Berlin-Neukölln. Quelle: Claus Folger

Das Schreiben der Deutschen Dienststelle ist sehr freundlich:

„Ich erlaube mir, unser Bedauern darüber zum Ausdruck zu bringen, dass Sie erst nach so langer Zeit Gewissheit über das Schicksal Ihres Angehörigen erhalten können.“

Ich treffe Viola Krause, die Geschäftsführerin des Landesverbandes Hessen des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Sie erläutert, dass Kriegstoten aus dem ersten und zweiten Weltkrieg – geschützt durch internationales Völkerrecht – ein dauerndes Ruherecht gebührt. So betreut der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge im Auftrag der Bundesregierung in 45 Staaten 832 Kriegsgräberstätten – die Gräber von 2,7 Millionen deutschen Kriegstoten. Es ist aber nicht nur der staatliche Auftrag, der die Kriegsgräberfürsorge am Laufen hält. Laut Viola Krause erhält der Volksbund noch heute 20.000 bis 30.000 Anfragen pro Jahr von privaten Personen auf der Suche nach ihren (noch nicht geborgenen) Angehörigen.

Die Rolle der Sowjetunion

Viola Krause verweist für ihre Arbeit auch auf das Gräbergesetz (GräbG), das dazu dienen soll, der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft in besonderer Weise zu gedenken und für zukünftige Generationen die Erinnerung daran wach zu halten. Ich kann nicht unbedingt erkennen, wie aus dieser Erinnerungskultur ein analytischerer Umgang mit den Phänomenen der Gegenwart erwachsen soll.

Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge hält sich als gemeinnütziger Verein weitgehend aus politischen Fragen raus. Weitgehend. Der ehemalige Volksbundpräsident Markus Meckel (SPD) hob letztes Jahr zum Gedenken an 70 Jahre Ende des 2.Weltkriegs die positive Rolle Russlands hervor. Nach einer Kriegsgräberstättenbegehung zusammen mit dem deutschen Außenminister Steinmeier und dem russischen Außenminister Lawrow in Wolgograd, dem früheren Stalingrad, schrieb er in einem Beitrag:

„Es bleibt unerlässlich, den Beitrag der sowjetischen Völker zur Befreiung auch der Deutschen immer wieder hervorzuheben. Ohne den Widerstand der Sowjetunion wäre Hitler nicht zu besiegen gewesen. Wir Deutsche sind für diese Befreiung dankbar (…)“

Markus Meckel übersieht, dass Hitler und Stalin Bestien der gleichen Kategorie waren, mit dem einzigen Unterschied, dass die eine Bestie den Krieg gewonnen und die andere Bestie den Krieg verloren hat. Im Land des wiederaufblühenden Stalinkults fallen seine Worte auf fruchtbaren Boden:

„Stalin war ein Mörder! Uns hat der Sieg geschadet.“

Seit 2008 wird in Russland jedes Jahr in einer repräsentativen Umfrage unter anderem folgende Frage gestellt:

„Was denken Sie – waren die Opfer, die das Sowjetvolk in der Stalinzeit gebracht hat, durch die großen Ziele und Ergebnisse, die innerhalb kurzer Zeit erreicht wurden, gerechtfertigt?“

2008 wählten 27 Prozent die Antwortoptionen bestimmt ja oder teilweise ja. Seitdem steigt dieser Anteil kontinuierlich. 2010 vertraten 34 Prozent und 2015 bereits 45 Prozent der Befragten ganz oder teilweise die Meinung, dass die Opfer gerechtfertigt waren.

Die Bereitschaft, aus der sowjetischen Vergangenheit zu lernen, nimmt Jahr für Jahr ab. Die millionenfachen Opfer im Gulag diskreditieren das Handeln in der Geschichte offenbar nicht.

Rückschlüsse auf die Bombardierungen in Syrien?

Wie gefährlich ist der neue Stalinkult in Russland für die internationalen Beziehungen? Laut The Huffington Post forderte Putin im Jahr 2007 die Geschichtslehrer des Landes auf, neue Lehrbücher zu erarbeiten.

„Darin sollte Stalin als grausamer, aber erfolgreicher und rational handelnder Herrscher dargestellt werden, der Terror nur als Mittel zur Durchsetzung legitimer Ziele angewendet hat.“

Es liegt nahe, aus dem Stalin geneigten Putin (siehe Video oben) Rückschlüsse auf das militärische Eingreifen Russlands in Syrien zu ziehen: Für das „legitime Ziel“ der Verteidigung der Sicherheit Russlands ist für den Kriegsverbrecher Putin anscheinend jede Art von Bombeninferno gerechtfertigt.

Am 25. Februar 1956 rechnete Kremlchef Nikita Chruschtschow auf dem 20. Parteitag der Kommunisten in einer fünfstündigen Geheimrede mit den Verbrechen des Massenmörders Stalin ab. Er setzte damit bereits drei Jahre nach Stalins Tod einen Standard, der für viele in der russischen Gesellschaft heute nicht mehr gilt.

 

Quellen:

  1. http://www.nzz.ch/feuilleton/zeitgeschehen/der-gulag-ein-russisches-trauma-sich-im-unbedingten-recht-fuehlen-ld.130270
  2. Frieden. Zeitschrift des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. Oktober 2015.

21 Kommentare zu Putin fördert den Stalin-Kult

  1. Karl Bernhard Möllmann // 30. November 2016 um 10:17 //

    . . .
    Die seit Jahrzehnten immer deutlicher in das Licht der Öffentlichkeit rückenden GEHEIM-Verbrechen der Amerikaner durch ihre diversen GEHEIM-Dienste (z.B.: http://www.irania.eu/geschichte/ciaputsch.html) provozieren immer massivere REAKTIONEN.
    .
    Hier eine kleine Liste der US-Verbrechen NACH 1945 zur Erinnerung:
    .
    http://derfunke.at/nostalgie/hp_artikel/usverbrechen.htm

  2. Schuster, Hardi // 30. November 2016 um 10:51 //

    Chruschtschow hat in seiner Geheimrede über 60 mal gelogen. (siehe: Chruschtschows Lügen, Grover Furr) Ein sehr interessantes Buch.

    • @Schuster, Hardi

      und wenn er das macht, 60 x in einem Buch, müssen wir ihm dann folgen oder was und selber 15, oder 30 Lügen erstellen?

      Chruschtschow hat jedenfalls in diesem Kontext etwas ganz anderes gemacht:
      https://www.youtube.com/watch?v=UFzVn740rf8
      und zum Lesen:
      https://www.gabyweber.com/index.php/de/werke/80-krater-fuer-den-frieden

      Krater für den Frieden
      Wie der militärisch-industrielle Komplex die Abrüstung überlebte

      Wenn Sie nach Kenntnisnahme dieser Zusammenhänge, es geht hier um die Dokumentation einer historischen Weichenstellung im Verhältnis UDSSR zur USA, weiter zu Chruschtschows Lügen (im Einzelnen und im Besonderen) verhandeln wollen, gerne, aber/ nur nicht mit mir.

      Zuvor sollte die Großperspektive angemessen behandelt werden, mMn, sonst verzetteln wir unsere kostbare Zeit und Aufmerksamkeit.

  3. @Claus Folger

    Sie zitieren hier, ohne Not, aus ‚belasteten‘ Quellen (The Huffington Post), schauen Sie, was dort alles schon ‚verhandelt/ propagiert‘ wurde/ wird und beurteilen Sie selber den ‚Kontext dieses Blattes‘.

    Dann beginnen Sie Ihr Thema (Putinaufklärung geht mMn anders) mit einem absoluten Nebeneinstieg oder kurz, Unter-Unterthema, der Kriegsgräberfürsorge.

    Sicher das brennt uns allen auch auf den Nägeln, schauen Sie sich entspannt das Video von Daniele Ganser, Uniprofessor für neuere Zeitgeschichte aus der Schweiz an:
    https://www.youtube.com/watch?v=7qSLGo3zIO4&feature=youtu.be
    für die ganz Eiligen unter uns bitte ab 6:00 anschauen und auswerten, Oligarchie ist in Deutschland ebenfalls ein Thema, mehr noch als der Grad an Altstalinismus von Präsident WW Putin.

    Unter uns, Herr Folger, mir liegt dran, solchen Gräber-Einrichtungen in der Zukunft deutlich weniger Bedarf zu verschaffen, wenn Sie mir da bitte folgen wollen und was Kriegsabsichten und grundgesetzt- wie völkerrechtswidrige Durchführungen unter Putin betrifft, werden Sie bitte deutlicher, was dieser Politiker in seiner Präsidentschaft bisher dazu beigetragen und dazu verhindert hat, alles andere ist mMn ziemlich weit hergeholte Nebensache.

    Und nun noch zu diesem Zitat Ihres obigen Beitrags:

    „Markus Meckel übersieht, dass Hitler und Stalin Bestien der gleichen Kategorie waren, mit dem einzigen Unterschied, dass die eine Bestie den Krieg gewonnen und die andere Bestie den Krieg verloren hat.“

    Ex post Betrachtungen leiden immer an einem besonderen Moment, sie sind gemeinfrei mit allen möglichen Schlussfolgerungen, leicht zusätzlich ausdeutbar.

    Tatsächlich ist es doch anders gewesen. Das Stalin ein Gewaltmensch war, muss nicht immer wieder extra examiniert werden, da gibt es genug Faktisches, aber der Unterschied zwischen beiden Herrschaften ist auch in anderer Hinsicht nicht so groß wie vom Endsieger immer dargestellt wurde/ wird:
    a) beide verlieren den Krieg gegen den einen, anglozionistischen Hegemon (selbst aus der Sicht amerikanischer Präsidenten und mit dem militärisch-industriellen Furunkel behaftet, seit den 90-igern auch mit dem Zusatzfurunkel Massenmedienkriegswaffen), der eine 1945, trotz seiner ausgesprochenen Anglophilie und der andere, bzw. seine Nachfolger, etwas später, nämlich 1990/91, trotz der Übernahme der Hauptkriegsleistung und der 30-igfachen Zahl an Kriegsopfern!
    b) beide standen im direkten Wettbewerb mit einer ganzen Armee von Undercoverleuten, Kriegsinteressenten usw…, es gibt doch erdrückend viele Dokumente dazu, lieber Herr Folger, von Papperclipp über Gaby Webers Dokumentation des US-MIK usw…

    Und noch etwas, wollen Sie die abgrenzenden Äußerungen von Putin nicht auch aufführen, es würde sofort die Dignität dieses Beitrages, schlagartig und nachhaltig zugleich, erhöhen?

    Ansonsten stimme ich hier dezidiert Herrn Möllmanns Kommentar zu.

    • hubi stendahl // 30. November 2016 um 13:32 //

      @conrath

      Sie haben es elegant formuliert. Glückwunsch. Ich schäme mich nicht, angesichts der Offensichtlichkeit, im Artikel die Gräberfürsorge als Brücke dafür zu nutzen, einen in (Klammern gesetzten) Putin als eigentliche Negativbotschaft, von wegen Kriegsverbrecher, zu verkaufen:

      Zitat:
      „.Es liegt nahe, aus dem Stalin geneigten Putin (siehe Video oben) Rückschlüsse auf das militärische Eingreifen Russlands in Syrien zu ziehen: Für das „legitime Ziel“ der Verteidigung der Sicherheit Russlands ist für den Kriegsverbrecher Putin anscheinend jede Art von Bombeninferno gerechtfertigt.“

      Lassen wir mal die Quelle, (ttt = ARD) beiseite und nehmen sie als akzeptabel hin.

      Wie lässt sich die Behauptung im obigen Zitat mit dem Video unterlegen?
      Gar nicht. Stand hier die Hoffnung des Artikelverfassers, dass sich die Leser ein Video eher nicht ansehen, Pate?. Jeder der das ARD Propaganda Video sieht, wird Inhalte des Zitats hier nicht wiederfinden und insofern handelt es sich (sorry), ganz ungeachtet der Tatsache, dass Stalin ein Massenmörder war, wie Hitler, wie die Amerikaner, wie Napoleon, wie Churchill wie wie wie, um Schweinejournalismus von der üblen Sorte Punkt!
      An erster Stelle steht die Wahrheit, nicht der Wunsch Herr Folger. Wo hat nun Putin sich zu Stalin verherrlichend geäußert? Abgesehen von den Interviews einiger Oppositioneller; wo finde ich die Statistik, die die Verherrlichung Stalins flächendeckend in Russland nachweist? Bei der ARD?

      In Regimen werden Wahrheiten oft in Witze verpackt:

      In Russland zu Stalins Zeiten mit ein paar Monaten Knast:

      „Ein Lehrer fragt die Klasse: „Wer ist Deine Mutter und wer ist Dein Vater? Schüler antwortet: “ Meine Mutter ist Russland und mein Vater ist Stalin.“
      „Sehr gut“, lobt der Lehrer. „Und was möchtest Du werden, wenn Du groß bist?“ „Ein Waisenkind.“

      In der BRD :

      „Papa Mehmet erzählt seinem Sohn Ahmet von der guten alten Zeiten:
      Früher ging man mit 10 Lira in den Supermarkt und kam heim mit Zucker, Oliver, Tee, Gewürze, Zigaretten, Raki, Käse, Eier, Öl und Brot.
      Was ist mit Heute fragt der Sohn. Papa: Heute wegen der Überwachungskameras nicht mehr möglich!!!
      Facebook oder Twitter würde ich es heute nicht einstellen.

      Merken Sie was?

  4. Nicht zu vergessen, dass Putin durch Lahmlegung der Telekomleitungen versucht hat, die Verbreitung dieses Artikels zu verhindern, oder Herr Folger ?
    Nicht wirklich, die Belege, Putin in die Nähe eines Stalin-Sympathisanten zu rücken sind dafür jedenfalls zu dünn ausgefallen. Aus dem ARD-Bericht gibt es darauf keinen Hinweis und wer die Huffington Post als Quelle zitiert, tut sich auch keinen Gefallen. Mit den Schlagzeilen dieser Publikation werde ich ständig bei AOL konfrontiert und seit Arianna Huffington ihre Post 2011 verkauft hat ist diese linkslastige Propagandatröte komplett verzichtbar.

    Mir scheint, der Autor wollte lediglich eine neue Facette im Putin-Bashing in seinen Artikel einbetten.

    • genau so, Herr Podolski!

    • Ganser ist kein Uni-Professor, sondern lediglich „Lehrbeauftragter für Reflexionskompetenz“

      • Dr. Daniele Ganser ist, mW, im Besitz der „Venia Legendi“ und zwar nicht im Bahnhofsstübel, sondern an einer richtigen Hochschule/ Universität, die Organe einer Akademie bilden, geordnet in Fakultäten, verschiedenen Disziplinen… Eine Habilitation wäre für sein Alter durchaus noch drinn, ich vermute nicht, dass er dies plant, aber Lehrbeauftragter zu sein, in den heutigen Zeiten, ist alles andere als eine Schmach.

        Ich hoffe doch, das erhöht das/ bzw. Ihr, Vertrauen in den Lehrstoff des Herrn Doktors D.G.?

  5. Marcus Junge // 30. November 2016 um 12:56 //

    Mal von der Verehrung Stalins abgesehen, dreht der Artikel am Ende völlig frei und das könnte direkt bei WeLT, SZ oder Spiegel so stehen.

    Wo bitte haben die USA jemals, auch nur kurzzeitig, aus den Millionen Opfern ihrer imperialen Machenschaften gelernt oder diese bedauert? Ohne die USA wäre der 1. Weltkrieg spätestens 1916 beendet gewesen, mit einem Status quo ante. Ohne die USA hätte es den 2. Weltkrieg gar nicht gegeben und bei einer wirklich neutralen USA, wäre er vor dem Ostfeldzug beendet gewesen, nahe an einem Status quo ante. USA in Afghanistan, VOR den Sowjets, wen stört es? Irak 1990/91, Irak 2003, Afghanistan 2001, Libyen 2011, … . Die USA verehren Lincoln, der „große Sklavenbefreier“, obwohl es nie um Sklaven ging, es gab Sklavenhalterstaaten unter den Nordstaaten und die Südstaaten sind gemäß der Verfassung aus der Union raus. Die Verfassung der USA wurde illegal von Lincoln umgeschrieben, ist also seit über 150 Jahren ungültig. Der Mann entfesselte Krieg gegen einen anderen Staatenbund, die Konföderation, es war daher kein Bürgerkrieg, es war ein Raubkrieg. Oder würde wir heute von Bürgerkrieg sprechen, wenn „wir“ 2017 Österreich „befreien“ und zwangsweise zu einem Teil der BRD machen? „Helden“ wie Lincoln, Roosevelt, Truman, Wilson sind OK? Interessiert niemanden, wenn in „derem Namen“, seit Jahrzehnten, die ganze Welt beglückt wird.

    Aber Putin in Syrien? Muß an Stalin liegen … . Herrje, wie verblödet kann man sein? Direkt neben dieser „Theorie“ kann man auch den „Klimawandel“ dafür verantwortlich machen, daß Putin in Syrien eingegriffen hat. Nur nicht die naheliegenden Gründe erwähnen: Syrien = Verbündeter von Rußland, dieser wird angegriffen, ein 2. Libyen darf es nicht geben = Rußland mischt sich ein und das auch noch völkerrechtlich legal, im Gegensatz zu den USA.

    Und warum Stalin „aufblüht“. Nun wer betreibt „zufällig“ seit Ende der 2000’er eine Hatz auf Rußland, offen beginnend mit Georgien 2008 (nur zur Erinnerung, Georgien hat unprovoziert angefangen)? Leider ist es die naheliegende Propagandamasche (für Putin) sich in so einer Lage auf den 2. Weltkrieg zu stützen, fehlt es doch an zeitnahen sonstigen „positiven“ (siegreichen) Gegebenheiten der Sowjetunion / Zarenreich, auf die man sich stützen könnte. Und Rußland fußte seit seiner „Neugründung“ auf dem Lügenmythos 2. WK.

    Erbärmlich ist daher die Unterwerfung des Volksbundes unter diese Geschichtslügen, Stichwort „Befreiung“. Meckel hat seine verdiente Belohnung dafür bekommen, in langen Jahren des Dauerverrats erworben, er wurde aus dem Amt gejagt im September 2016, kaschiert als Rücktritt. Von einem BRD-Juntapolitiker ist eh nichts anderes zu erwarten, daher braucht man Frankenstein Meier nicht weiter zu erwähnen.

    Ansonsten ist dies noch ein typisches Beispiel für die Indoktrination der BRDler (West wie Ost). Du bist für Rußland / USA, weil du für die Russen / Amis in Syrien / wo auch immer bist. Das es eine 3. Postion geben könnte, paßt gar nicht mehr in die leeren Birnen. Eine rein deutsche Position, eine frei von den Feinden Deutschlands aus 2 Weltkriegen, ohne einen Oberherren. Das bedeutet nicht frei von einer realistischen Weltsicht zu sein, zu der gehört die banale Erkenntnis, daß „Demokratisierungskriege“ der USA nicht funktionieren, extreme Schäden anrichten und daher ein Syrien unter Assad besser für (fast) die ganze Welt und Syrien ist (Saudis, Erdolf, Israel, USA sehen das anders, obwohl sie inzwischen selber mit ihrer IS-Kreatur Ärger haben), weshalb es richtig ist, was Rußland da macht und dazu immer noch legal, etwas wovon die USA nur träumen können.

    • Eberhard Schulz // 30. November 2016 um 16:22 //

      Werter Herr Junge,
      Ihr Kommentar berührt mich ob seiner Klarheit und der Übereinstimmung mit meiner Haltung zu diesem Thema.
      Sauer stößt mir immer die „Befreiung“ auf. Wovon und von wem ist Deutschland befreit worden? Ich denke noch nach!

  6. @Marcus Junge

    ein faktenreich untermauerter Kommentar/ Aufruf zu mehr souveräner Meinungsbildung

    Danke

  7. Grande Finale // 30. November 2016 um 14:33 //

    @MarcusJunge
    Klare Worte, ein ausgezeichneter Kommentar !

    • Zurück in die Gegenwart (Vermeidung weiterer Kriegsgräber)

      Gibt es im letzten Augenblick doch noch einen Krieg gegen Russland? Das [US-]Repräsentantenhaus verabschiedete eben eine Resolution für eine Flugverbotszone über Syrien – und die Medien schweigen:
      http://1nselpresse.blogspot.de/2016/11/gibts-im-letzten-augenblick-doch-noch.html

      • @Conrath

        Das [US-]Repräsentantenhaus verabschiedete eben eine Resolution für eine Flugverbotszone über Syrien – und die Medien schweigen:…

        So steht dies aber nicht drinn, in der „HR 5732“..!

        „The legislation would also require the U.S president to report to Congress on the prospects for a no-fly zone in Syria.“

        Die Gesetzgebung verlangt vom US – Präsidenten, dem Kongress, über die Möglichkeiten für eine Flugverbots-zone in Syrien zu berichten.

        Nun, diese dürften wohl gegen Null gehen, die Möglichkeiten einer Flugverbots-zone.

        Was den Rest der Resolution betrifft, alles ein alter Hut..nichts wirklich neues. Meines Erachtens ist die „HR 5732“, nichts weiter als ein Gesichtswahrendes Papier ohne konkrete Auswirkungen… Wie sagt Analitik, die Show für die Zombies (Bürgerdarsteller)

  8. @Dragao

    militärisch wäre es sehr unklug/ ungesund, es bis zu einer Flugverbotszone kommen zu lassen, ganz klar, das sehe ich auch so, aber im Windschatten lässt sich so einiges verbergen, wie etwa der aktuelle Versuch einiger türkischer Verbände gegen die SAA und YPG vorzugehen oder der Versuch der Ukraine, die Lufthoheit über der Krim und dem internationalen Schwarzmeergebiet, zu annektieren, das jedenfalls zu behaupten.

    War es ein weiteres Trommeln zur Ablenkung von etwas ganz anderem?

    Analitik hat leider noch keine Aktualisierung zum Thema Safari-2.0 gebracht. Wir werden es sehen, im Nachhinein.

  9. Der Natur gegenüber ist der Kapitalismus genauso destruktiv, wie der sog. Kommunismus. Beide Extreme gehen von einem exponentiellen Wachstum aus und behandeln alle Ressourcen als frei und unbegrenzt verfügbar. Was die Natur nachhaltig zerstört.

    Doch nicht nur in diesem Punkt verhalten sich die Systeme dual, sondern auch in ihrer hierarchischen Struktur. Ob die Gesellschaft nun von Plutokraten oder Parteibonzen zentralistisch gegängelt wird, ist völlig einerlei.

    Das III. Reich war genauso eine Planwirtschaft wie das Reich Stalins. Sicher haben sich in Russland stalinistische Muster genauso erhalten, wie im Falle des Faschismus im Westen.

    Es wird Zeit, sich von den Altlasten zu lösen und etwas Neues zu versuchen. Mir schwebt da der politische Anarchismus vor.

    • Wir brauchen keine anderen Herren..

      @waltomax // 30. November 2016 um 18:01
      Es wird Zeit, sich von den Altlasten zu lösen und etwas Neues zu versuchen. Mir schwebt da der politische Anarchismus vor..

      Das wäre sicher zunächst der nächste, richtige Schritt!
      Und falls die Menschheit durch die Psychos nicht vorher vernichtet wird – sollte nun Bertolt`s Leitsatz gelten:

      „Wir brauchen keine anderen Herren, sondern keine.“
      (Bertolt Brecht)

      Dazu alles heterarchisch organisiert – und die Sache läuft.
      Aber, wie halbwegs unbeschadet dahin kommen – wo doch psychopathische Wegelagerer überall (getarnt) lauern..?
      Das ist die primäre Frage!

      Hier noch was:

      Zitat des Tages:…wenn das amerikanische Volk jemals die Wahrheit darüber erfahren hätte, was wir Bushs dieser Nation angetan haben, würden wir auf den Straßen gejagt und gelyncht werden.
      – George H.W. Bush – Interview 1992

      Daryl

      • Karl Bernhard Möllmann // 2. Dezember 2016 um 18:17 //

        . . .
        DANKE, Daryl – daß Sie Wache halten – wenn andere Tran-Funzeln uns mit FALSCHEN Daten in’s Verderben locken wollen . . .

  10. Zitat aus dem Leitartikel von Claus Folger:

    „Es liegt nahe, aus dem Stalin geneigten Putin (siehe Video oben) Rückschlüsse auf das militärische Eingreifen Russlands in Syrien zu ziehen: Für das „legitime Ziel“ der Verteidigung der Sicherheit Russlands ist für den Kriegsverbrecher Putin anscheinend jede Art von Bombeninferno gerechtfertigt.“

    Damit will er uns auf die falsche Fährte locken!
    Seit dem Zerfall der UdSSR wird Rußland, nun ohne den Schutzgürtel Warschauer-Pakt, von der Nato, d.h. USA, bedrängt.
    Wie kann er anders als mit Stärke und Selbstbewußtsein, auch gegen die Demütigung ihm und seinem Volk gegenüber, reagieren? Und da muß er ZWANGSLÄUFIG an die Stärke Rußlands zur Stalinzeit und dessen Erfolge (aus russischer Sicht!) erinnern, um dem Russland-Bashing trotzend, das russische Selbstwertgefühl zu fördern. Gerade in der wirtschaftlich schweren Situation Russlands muß er sein Volk hinter sich wissen. Warum darf er nicht psychologisch folgerichtig animieren, nicht nur 70 Jahre nach WK2 sondern auch erst gerade mal 25 Jahre nach dem Zusammenbruch der UdSSR, mit noch LEBENDER Erlebnisgeneration?
    Aber wie sieht es in Deutschland aus? Werden da nicht die Bombenangriffe der Engländer und Amerikaner eher verharmlost, Opferzahlen heruntergerechnet, um nicht die Verbrechen der Alliierten nennen zu müssen, sondern Deutschland die Schuld zu geben, obwohl England und Frankreich durch IHRE Kriegserklärung nur an Deutschland aus einem lokalen Konflikt, bei dem der russische Einfall in Ostpolen dagegen überhaupt nicht kritisiert wurde, einen Weltkrieg entfachten?
    Die deutschen Regierungen sind ANTI-deutsche Psychiater fürs Volk, Putin dagegen ist ein PRO-russischer Psychiater! Und dafür, für ihn, dürften wir doch wesentlich mehr Sympathie haben!

  11. Lallajunge // 3. Dezember 2016 um 18:27 //

    Warum sollte Putin etwas lernen, wo wiederum deutsche Soldaten an der russischen Grenze aufmarschieren. Stalin war erfolgreich gegen die Deutschen, also warum nicht ein bewährtes Konzept verfolgen.

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