Was die AfD mit Russland verbindet
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Hoheitszeichen der sowjetischen Armee /See page for author [Public domain], via Wikimedia Commons; https://commons.wikimedia.org/wiki/File%3ARed_Army_Badge.svg Hoheitszeichen der sowjetischen Armee /See page for author [Public domain], via Wikimedia Commons; https://commons.wikimedia.org/wiki/File%3ARed_Army_Badge.svg
Warum stellt die AfD die nationale Frage? Zumindest ein Teil der Antwort reicht bis 1990 zurück: Damals wurde die russische Fremdherrschaft nicht aufgearbeitet.

Der britische Historiker und Autor Timothy Garton Ash erwarb sich bei der Ruinierung des sozialistischen Systems im Osten gewisse Verdienste. Er war als Wanderer zwischen den Welten in den achtziger Jahren in Staaten des Warschauer Pakts oft präsent, wenn sich Abweichler trafen und gab ihnen als Ausländer durch seine Anwesenheit einen gewissen Schutz. Seine Publikationen gaben den Westeuropäern elementare Einblicke in das Vorhandensein und die mühevolle Arbeit der damaligen Opposition hinter dem Eisernen Vorhang.

Um das Jahr 2000 herum hielt er auf Einladung der Konrad-Adenauer-Stiftung einen Vortrag im Haus der Frau vom Stein in Weimar. Das Thema seines Vortrags ist mir entfallen, die anschließende Diskussion drehte sich um die 68er-Bewegung als Reaktion der jungen Generation auf den Nationalsozialismus. Ich konfrontierte ihn damals mit der Vermutung, dass es auch eine Reaktion auf den Stalinismus geben werde, wenn die Zeit reif ist.

Die Wegbereiter der AfD

Ungläubiges Staunen. Garton Ash war von dem Gedankenspiel sichtlich fasziniert, ein Aha huschte über sein Gesicht, er lächelte milde, überlegte eine Weile und äußerte dann seine Zweifel an meiner These. Nein, eine rechte Reaktion auf den Sozialismus werde es voraussichtlich nicht geben. Sein Hauptargument: Die Jugend würde immer links ticken.

Sicher gab und gibt es gute Gründe, die den Professor zweifeln ließen. Jeder Diskurs von deutschlandweitem Interesse wurde damals von der Systempresse und dem Systemfernsehen monopolistisch beherrscht und gesteuert, und in diesen Medien saßen die triumphierenden Sieger der 68er Revolte, die ihre Sicht auf die Dinge mit Klauen und Zähnen verteidigten. Um die Jahrtausendwende konnte sich das deutsche Volk gegen die Medienzaren kaum wehren, denn das Internet steckte noch in den Kinderschuhen.

Wenn ich meine Meinung gegenüber Ash damals hätte begründen wollen, so hätte ich nur auf mein Gefühl verweisen können. Aber das Gefühl kann trügen und Hoffnung hält manchmal zum Narren.

Interessant, mal die Reaktionszeit der 68er auf Adolf zu berechnen. Wie lange hat es zwischen dem Zusammenbruch des Nationalsozialismus und 1968 gedauert? Es sind 23 Jahre. Wenn man ab dem Jahr 1990 dieselbe Dauer dazurechnet, kommt man auf 2013, das Gründungsjahr der AfD. Dabei erfolgte die Gründung dieser Partei in einem politisch vorbereiteten Umfeld, das sich im Internet schon lange formiert und informiert hatte.

1997 ging die „Junge Freiheit“ ins Netz, freilich immer noch mit ihrem verwirrenden Namen, aber inhaltlich bereits konsolidiert. 1998 gründete André Lichtschlag die libertäre Zeitschrift „eigentümlich frei“, die seit 2006 auch im Internet als Blog präsent ist.  2004 war bereits die islamkritische „Achse des Guten“ von Broder, Maxeiner und Miersch auf Sendung gegangen, gleichzeitig das radikal-demokratische „Politically Incorrect“ von Stefan Herre. 2006 kam der liberale Blog „Zettels Raum“ dazu und Hadmut Danisch veröffentlichte seinen ersten Blogbeitrag mit wissenschaftskritischem Inhalt.

Der Osten hatte die Welt im Blick

2007 gründete sich das Europäische Institut für Klima und Energie e. V. 2008 kam die eurokritische Plattform mmnews dazu und 2011 der medienkritische Blog „Journalistenwatch“. Gleichzeitig schossen im Gefolge der Bankenkrise eurokritische Wirtschaftsblogs wie Pilze aus dem medialen Boden. Im Gründungsjahr der AfD 2013 gab es im Internet bereits ein lebhaftes medienkritisches Echo auf die vermeintlich alternativlose Lügenpresse und die in ihrer Hand befindliche Kanzlerin.

Freilich dauerte es eine ganze Weile, bis sich die oben genannten Blogs mit der AfD arrangierten. Meilensteine der Selbstfindung und Neudefinition waren die Demo der Hools in Köln, die Spaziergänge von PEGIDA und die auf die Meinungsfreiheit zielende Erschießung der Kommunisten von Charlie Hebdo.

Nun darf man natürlich auch daran zweifeln, dass die Gründung der AfD eine Reaktion auf 1990 war. Bei der ersten Parteiveranstaltung im Taunus hat sicher niemand an das Ende des Stacheldrahts gedacht. Im Westen ist die Gründung der AfD ganz sicher eine Replik auf 1968 gewesen. Im Osten ist sie beides: eine späte Antwort auf alle 1990 nicht gestellten und nicht beantworteten Fragen sowie eine Abwehrreaktion des Volks auf die grünen Überflieger, die in den 90ern wie die Heuschrecken einfielen.

Sehr zur Überraschung des Parteigründers Bernd Lucke lag die AfD bei der Bundestagswahl 2013 im Osten deutlich über 5 %, im Westen deutlich darunter. Das Tal der Ahnungslosen an der polnischen Grenze war der beste Resonanzboden der neuen Partei. Das verunsicherte ihn. Es war klar, dass die Ostverbände die nationalen Themen, die aus der Epoche von 1945 bis 1990 resultieren, in den Vordergrund stellen würden.

Lucke wollte sich mehr mit der Verteilung von Ressourcen innerhalb der EU beschäftigen, für die Ostverbände war das seit Anfang 2015 ein absoluter Nebenkriegsschauplatz. Sie hatten die Weltpolitik im Blick. Asien, Amerika, Afrika, Australien. Obama, Putin, Erdogan, Einwanderung, Kriminalität. Lucke hatte noch das Pech, daß zuerst Landtage in Sachsen, Thüringen und Brandenburg gewählt wurden und die Ostverbände deshalb zuerst über Ressourcen und Ansehen verfügten. Petry, Höcke und Gauland hatten mit weltpolitischen Themen nach den Wahlerfolgen Gewicht in der Partei.

Die wichtigste 1990 nicht gestellte Frage ist die nach der nationalen Identität. Denn die Hauptlehre aus der untergegangenen DDR ist die Erkenntnis, dass die Russen ihre eigene Kultur anderen aufgenötigt haben, eine Kultur, die ganz Osteuropa und den Osten Deutschlands substanziell zerstört hat.

Wenn es nur das Saufen gewesen wäre! Die orthodoxen Russen hatten ihr seit den Zaren tradiertes Konzept der allgemeinen Eigentumslosigkeit nach Europa verschleppt und verursachten von Tallin bis Budapest einen wirtschaftlichen und kulturellen Niedergang ohnegleichen. Dieses Desaster befürchten die Menschen mit der derzeitigen Einwanderungswelle wieder. Wer kann ihnen das verdenken oder verübeln?

Honecker und seine lila Kuh

Statt die demütigende Fremdherrschaft aufzuarbeiten, wurde 1990 von den deutschen Leitmedien nationale Nabelschau betrieben und das Innenleben der SED seziert. Allerdings mit den Nebelkerzen des Datenschutzes, so dass es niemandem wehtat. Honecker und seine lila Kuh entkamen. Statt mit den ausländischen Verursachern des Desasters, beschäftigte man sich sehr oberflächlich mit den deutschen Kollaborateuren und Türzuhaltern. Alles war nur Ablenkung. Fernsehen und Presse hatten die „Aufarbeitung“ in der Hand und gingen jeder vernünftigen Analyse aus dem Weg. Das rächt sich jetzt.

Denn eine differenzierte Aufarbeitung hätte verhindert, dass in Berlin nach etwas mehr als 20 Jahren eine geschichtsvergessene und autistische Politik gegen nationale Interessen gemacht wird.

Noch ein Gedanke zur linken Jugend. Timothy Garton Ash glaubte vor fünfzehn Jahren, dass die Jugend per se links sein müsse. Für die akademische Jugend mag das weitgehend zutreffen, für die arbeitende Jugend nicht. Es war schon vor fünfzig Jahren so: Wenige Jahre, nachdem die Jugendlichen das Bildungssystem hinter sich gelassen hatten, wurden sie vernünftig. Die heutige Revolution wird von den 30- bis 50jährigen angeführt. Wahlanalysen bestätigen das.

1989 war das übrigens auch so. Bei einer Demo vor der Kreisverwaltung in Weimar hatten die sogenannten „Werktätigen“ den Sprechchor „Macht sie warm, die Faultierfarm!“ angestimmt. Ein paar Schüler riefen sofort ängstlich: „Keine Gewalt“. Das war zwar lächerlich, aber typisch.

 

Über Wolfgang Prabel

Wolfgang Prabel über sich: "Ich sehe die Welt der Nachrichten aus dem Blickwinkel des Ingenieurs und rechne gerne nach, was uns die Medien auftischen. Manchmal mit seltsamen Methoden, sind halt Überschläge... Bin Kommunalpolitiker, Ingenieur, Blogger. Ich bin weder schön noch eitel. Darum gibt es kein Bild." Kontakt: Webseite | Weitere Artikel

11 Kommentare zu Was die AfD mit Russland verbindet

  1. die Frankfurter – Schule wurde doch von jüdischen Zionisten gegründet , welche die Aufgabe hatten in Deutschland und Europa den Marxismus zu fördern und auszubauen. Rotschild war doch auch hier der Sponsor für die Vernichtung Deutschland und Europa. Der Genderismus und Zerstörung der Familien so wie die Invasionen durch Migranten die EUDSSR und sonstige linke Machenschaften und Kriege!!!!!!!!!!

    • Und genau das hat in dem Text gefehlt, die Frankfurter Schule als Ursprung und Lehrmeister der 68’er. Ebenso fehlt der andere „Sponsor“ der FS, die USA, welche den geflohenen Frankfurter Schülern in den USA ein neues Institut, universitäre Weihen, 1945 die Rückkehr nach (West)Deutschland, dafür viel Geld und die Macht von US-Offiziersuniformen gaben. Die Entdeutschung, also die Selbstaufgabe der Deutschen, wurde hier über die „Re-Education“ betrieben / eingeimpft, im Auftrag der USA.

      Daher paßt auch der zeitliche Ablauf mit den 23 Jahren. Zuerst mußten die unmittelbaren Wirren 1945-1948/49 überwunden werden, es mußten Strukturen entstehen, dann mußte das Wirtschaftswunder Ablenkung und Erfolg bringen, damit man die Indoktrination der Jugend hinnahm und ebenso die Siegerlügen (der glücklich Sklave) und dann brauchte es eine ganz frische Generation, die das „Davor“ nie erlebt hatte. Also nur die Erzählungen (Lügen) der Sieger verpaßt bekam, wo man denen einredete konnte alles Deutsche sei ein Haufen an Verbrechen und die eigenen Eltern / Großeltern unglaubwürdig, da sie ja die „Täter“ waren. Und dann landet man bei den 68’ern, die frisch vom Gymnasium, mit Anfang 20, nun an der Uni waren.

      Das ist das ganze Geheimnis, zeitlicher Abstand des „es nicht selbst erlebt Habens“, verbunden mit massiver Gehirnwäsche.

      Der Artikel sagt es zwar so nicht, aber er unterstellt die Demonstranten 1989 hätten eine Revolution gewonnen und dies seit heute wieder möglich. Falsch. 1989 starb eine Supermacht und hatte sich entschieden (Gorbi) nicht zu den Gewehren zu greifen, sondern seine Vasallen (zwangsweise) in die Freiheit zu schicken. Honecker hatte keine Rückendeckung aus Moskau für die chinesische Lösung (andere sagen Gorbi hätte dann auf Honecker schießen lassen, wenn er dies angeordnet hätte) und die NVA-Führung lehnte diese ab, nur daher wurde er gestürzt und nicht geschossen.

      2016 ff. ist die Lage anders. Die USA sind theoretisch finanziell am Ende, denken aber gar nicht daran aufzugeben, als einzige Supermacht mit Weltleitwährung. Ihre Möglichkeiten sind daher noch längst nicht erschöpft und friedlich will Killary eh nicht bleiben.

      Der BRD scheint es wirtschaftlich gut zu gehen, es scheint Freiheit zu geben, es scheint so, also ob die „Bevölkerung“ was zu sagen hat – also ganz anders als die DDR. Daher ist die Gegenwehr so winzig. Selbst die AfD will nur eine neue Perücke und anderes Make up für die BRD und nicht Deutschland auferstehen lassen, wofür die BRD beerdigt werden müßte. Systempolitiker der BRD haben genug zur EUdSSR gesagt, was die NATO ist, hat schon deren erster Vorsitzender gesagt, von der UNO fang ich gleich gar nicht mehr an. Eine Partei, die in den Organisationen (und anderen) bleiben will, führt keine Revolution an und keine grundlegenden Änderungen herbei. Dafür stehen Figuren wie dieser Oberst aus Berlin oder N. Fest oder die Meutherei aus Ba-Wü.

      Außerdem wird jeden Tag erneut ein Sargnagel für das dt. Volk eingeschlagen, jeden Tag mehr Invasoren im Land, die Umvolkung schafft Fakten, das dt. Volk wird schlicht ersetzt durch eine Bevölkerung und am langen Ende ist es ganz weg. Diese Fremden werden eine Revolution zuverlässig unmöglich machen, zumindest eine friedliche (oder machen es heute schon, sofern es eine echte Revolution sein soll).

      Ein Vergleich (1989 – 2016) ist immer möglich (Birne – Apfel), aber die Unterschiede sind massiv.

      • Ihre Analyse ist zutreffend.
        Eine kleine Anmerkung habe ich trotzdem: Keiner weiß heute, wohin sich die AfD entwickeln wird. Es gibt trotz der von Ihnen genannten Ereignisse in der Partei auch einen nicht zu unterschätzenden Kern von Leuten, die eine echte Wende in Deutschland und nicht bloß ein Drehen an dem ein- oder anderen kleinen Rädchen wollen. Jeder, der wie Sie, die Lage realistisch einschätzt, sollte sich in der einzigen Bewegung die derzeit eine Chance hat engagieren. Über die Ausrichtung der AfD entscheiden die Personen, die mitwirken und nicht die, die von außen kommentieren.

  2. Ich denke, der Herr Prabel liegt mit seiner Ursachen-Betrachtung völlig daneben, denn er geht überhaupt nicht auf die Mentalität des Volkes ein.
    Daß er auf der falschen Schiene fährt, zeigt sich gleich am Anfang:
    „Nein, eine rechte(!) Reaktion auf den Sozialismus werde es voraussichtlich nicht geben. Sein Hauptargument: Die Jugend würde immer links ticken.“
    Genau in dieser Darstellungsdenkweise liegt der vom System GEWOLLTE Fehler:
    Warum soll sich sich welche „rechte“ Reaktion auf den Sozialismus einstellen? Unterliegt der Autor nicht gerade der Systemeinpeitschung, daß „Rechts“ eigentlich ein „Gegensatz“ zum Sozialismus sein müsse? Wie wäre es denn da mit „Kapitalismus“, dem autentischen Gegenspieler? Der und seine Vertreter sind nun mal der Gegenpart, den das System bewußt nicht nennt und somit keine echte Klarheit geschaffen wird. Auch nicht vom Herrn Prabel.
    Jeder, der „Rechts“ NICHT mit dem Kapitalismus verbindet, hat nichts verstanden und wird NIEMALS eine Lösung finden, wenn stattdessen „Rechts“ fälschlich mit „Nationalistisch“ besetzt wird, und das System mit seinem Herrscher „Kapitalismus“ immer ungeschoren und ungenannt, dadurch nie als Zielscheibe präsentiert, dirigieren kann!
    Die Länder im Osten hatten in ihrem vergleichenden „Bruderkampf“ sehr wohl ihren Nationalismus und fühlten sich DAMIT sehr wohl! Und genau dieses DAMALIGE Nationalgefühl wollen sie erhalten, deshalb der Hang zu den „Linken“, in der Meinung, es würde wie früher, aber nicht erkennen, daß die heutige Linke mit dem früheren völkisch-sauberen, nationalen Selbstwertgefühl NICHTS mehr zu tun hat. Dafür stellt sich nun die AfD als Vertreter des geliebten Nationalgefühls vor, daß sie genau dieses nationale selbstbewußte Gefühl von „Früher“ wieder als sinnvoll entstehen läßt, gegen den linksgrünen Globalismus!
    Verraten wurde der Osten durch die Machtübernahme des Westens, der ihnen zwar die ersehnte Freiheit gab, ihnen aber als stillgeschwiegene neue Unterdrückungsmacht den KAPITALISMUS bescherte! Und DIESE globalisierte und globalisierende Zerstörungsmacht haben sie eben NICHT gewollt! DAS ist fehlgelaufen, und genau DAS, diese wahren, weil logischen „Rechten“, werden vom System, weil es das ja selbst darstellt, NICHT genannt, um sich nicht bloßstellen zu müssen!
    Das ganze System mit seinen Schranzen und der Lügenpresse achtet genau darauf, daß dieses NICHT passiert, und der Herr Prabel wohl auch, denn er hat davon NICHTS durchschaut und wühlt in ganz anderen Becken, damit keine Erkenntnis zutage kommt! Warum ist er resistent?
    Das Volk im Osten wurde durch den Kapitalismus getäuscht und verraten, sie wollen ihre nationale Identität wahren, die sie empfindungsgemäß in der DDR sehr wohl hatten! Was hat das nun mit der Aufarbeitung der damaligen Besatzung zu tun, wenn die heutige Besatzungsmacht der Kapitalismus, die USA, die Nato, die EU sind?
    Was will der Herr Prabel mit seinem Ablenkungsmanöver, statt mal die real existierende globalistische rechte Kapitalismuskralle darzustellen, der sich das Volk NATIONAL zu erwehren versucht?
    Der Kapitalismus ist „Rechts“, was mit „national“ gar nichts zu tun hat. Ein nationaler Widerstand muß überhaupt nicht den Sozialismus als DEN Feind sehen, wie das System uns einengend als so leicht zu dirigierenden medialen Spielball immer einzuengen versucht!
    Nein, unser Feind ist der durch kapitalistische Gier gesteuerte volkszerstörerische Globalismus, mit der Grünen/SPD-Kanzlerin und christ-globalisierten Merkeln als Gallionsfigur und Repräsentantin, genauso wie Gauck!
    DIESE repräsentieren das faschistische volkszerstörende System, sind diesem, sozialistisch erzogen, hörig!
    DAS immer wieder aufzuzeigen, das „rechte“ kapitalistische System bloszustellen, ist die Aufgabe einer Opposition und Alternative!
    Wäre doch schön, wenn Herr Prabel sich DAFÜR mal einsetzen würde!

    • Diogenes Lampe // 18. Oktober 2016 um 22:17 // Antworten

      @nathan // 18. Oktober 2016 um 12:08

      Ich für meinen Teil stimme Ihnen weitestgehend zu. Dennoch waren seine Ausführungen zur Entwicklung der AfD für mich durchaus interessant. Doch Ihr Vorwurf, dass er in vielen Aspekten seiner Analyse völlig daneben liegt, läßt sich leider nicht von der Hand weisen.

      Sie haben das sehr klar und deutlich aus Ihrer Sicht erklärt. Ich will aber zu seiner leider völlig misslungenen Analyse der Russen und ihrer Rolle in der DDR bzw. im Ostblock noch etwas aus eigener Erfahrung hinzu fügen:

      Hier setzt er die Russen und den Stalinismus als eine „Kultur“ mal eben gleich. Keinesfalls aber hat das russische Volk seine Kultur in der DDR durchgesetzt. Jeder, der in der DDR lebte, weiß, dass sich die tausenden Russen mit ihren Familien in ihren Kasernen und Wohnblocks eher abschotteten, als ihre Kultur den Deutschen aufzudrängen.

      Russen wie Deutsche litten vielmehr unter dem gleichen Stalinismus. Die Russen sogar weitaus mehr. Ebenso, wie sie den Kapitalismus unter Jelzin dann weitaus brutaler zu spüren bekamen. Ihr Lebensstandart war auch in der DDR unter dem der Deutschen.

      Dennoch bemühten sich beide im stalinistischen System gefangenen Völker gerade mit den Gemeinsamkeiten ihrer Kultur, zu der in der Tat immer auch sozialistische Staatsvorstellungen zählten, ehrlich und aufrichtig um den Völkerfrieden; teilten, gerade auch, was die Bedeutung der Familie, der Kinder, des gemeinschaftlichen Zusammenlebens betrifft, viele ähnliche Werte und leisteten auf ebenso ähnliche Weise Widerstand gegen das diktatorische System und seine ideologische Bevormundung.

      Es stimmt: „Russen“ war in der DDR auch ein Schimpfwort. Das war aber vor allem eine typische Gegenreaktion auf die political correctnis, die es z.B. in der DDR gebot, nicht von „Russen“, sondern von „Sowjetmenschen“ zu sprechen, die uns dazu noch als sowas wie Übermenschen zur Verehrung propagandistisch angepriesen wurden. Aber Russen wie Deutsche wußten sehr wohl zwischen Propaganda und Realität zu unterscheiden; nicht selten besser jedenfalls, als damals wie heute die von der kapitalistischen Propaganda verblendeten Bürger des Westens.

      Man vergleiche hier nur die trotz aller Sowjetpropaganda gegenseitige Wertschätzung der russischen und deutschen Kultur; der klassischen Literatur, Musik, Malerei, Bildenden Kunst, Theater, Filmkunst usw.. Ich bin froh, dass ich als Kind in der DDR mit deutschen wie mit russischen Märchen aufwachsen durfte. Ich habe mich beim Heranwachsen in der DDR-Schule ebenso gewinnbringend an Goethe wie an Puschkin, an Heinrich Mann wie an Tolstoi, an Beethoven wie an Schostakowitsch bilden können; und schon damals verstanden, dass kulturelle Gemeinsamkeiten nichts mit Gleichmacherei zu tun haben müssen.

      Ich will das nicht weiter ausführen. Nur noch soviel: Kaum durften die Russen wieder Russen sein, sind sie aus Deutschland wieder abgezogen. Heute dürfte es wohl in der ganzen AfD der ganzen BRD sehr viele Leute geben, die das inzwischen als zumindest zu voreilig ansehen; wenn zu denen auch sicher weder ein Herr Lucke gehörte, geschweige ein Herr Pazderski oder gar ein Herr Fest und ihre CIA-NATO-Fraktion gehören werden.

  3. Der real existierende Kapitalismus und der real existierende Sozialismus sind beide gescheitert. Es gibt zwar die Legende, man habe sich in beiden Fällen nicht an die reine Lehre gehalten und deshalb Schiffbruch erlitten. Doch die Geschichte vergiebt nicht. Der Kapitalismus wird in einer solch destruktiven Weise zusammenbrechen, dass keiner mehr an eine „reformierte“ Neuauflage denken wird.

    Nun kann man gerne in den beiden Lagern auf den jeweils anderen deuten und diesem möglichst die Allein- Schuld am Scheitern zuweisen.

    Man kann über die Frankfurter – Schule denken, was man will. Doch geht es um die Frage, wie der dritte Weg denn aussehen solle, der die Fehler von Kapitalismus und Sozialismus vermeidet oder gar überwindet?

    Die hier versammelten Foristen bleiben eigene Lösungen schuldig. Motzen alleine hilft nichts!

    Von anderen zu erwarten, die Kastanien aus dem Feuer zu holen und nur destruktiv zu kritisieren, ist ja wohl zu wenig!

  4. Die Sowjets haben dem Ostblock ihr faschistisches System aufgezwungen, aber doch wohl nicht ihre Kultur, denn die ist Privatsache. Kulturell waren die Ostblockstaaten sehr wohl selbständig. Da war doch der Amerikanismus im Westen VIEL schlimmer und wann auch mal anklagewürdig bzw. ins Bewußtsein gerückt?
    Alleine Frankreich hat genügend Rückgrat gezeigt, dies einzudämmen! Doch bei uns? Unterwürfig bis zum Gehtnichtmehr!
    Der Sozialismus sowjetischer Prägung, der Kommunismus, ist gescheitert, weil er nicht innovativ war, was ja gar nicht in seinem Interesse lag. Durch Konkurrenzkampf schaukelte der kapitalistische Westen sich immer höher, der Kommunismus konnte diese breite Vorwärtsentwicklung nie aus eigenem Antrieb erreichen, nur punktuell sich heranschleichen, und das nur auf militärischem Gebiet, weil existentiell wichtig. Die Einheitkonsumsprodukte waren langweilig und fad, um gerade auf minimalem Niveau ausreichend zu sein.
    So war es zunächst auch in China bei den „blauen Ameisen“.
    Der Wandel in China, gerade durch die prosperierende Infrastruktur, hat Wohlstand und Individualität geschaffen, aber immer noch unter dem notwendigen straffen Regime, ohne das das Land gar nicht zusammenzuhalten wäre. Man mag sich gerne vorstellen, wie gerne die USA dort einen Funken zünden würden wie im Irak, Libyen, Syrien! Ob das noch kommt?
    Durch Kopien ist China zu Weiterentwicklungen fähig geworden, und zwar aus EHRGEIZ und nicht kapitalistischem Antrieb, wie im Westen.
    Der Sozialismus ist nicht tot, solange er dem Volk dient. Und die Linksgrünen hier müssen halt dazu fähig sein, zu beurteilen, ob die Globalisierung eben da nicht kontraproduktiv ist, z.B. auch mit der Überfremdung, daß sie einen Volkssozialismus, weil nationalistisch, ablehnen zugunsten einer „Einen Welt“. Deren Intellektuelle mögen das befürworten, das Volk möchte aber diesbezüglich in Ruhe gelassen werden. Dieser zerstörerische globalistische „Linkssozialismus“ gewinnt nicht das Herz des Volkes in dieser Situation. Gegen einen sozialistischen Altruismus in überschaubarem nahen Rahmen kann man ja nichts einwenden! Das zieht die Jugend jedenfalls einem gepriesenen Ellbogenkapitalismus vor, also (links)sozialistich besser als (rechts)kapitalistisch! Die Nationaliste haben mit dieser Auseinandersetzung GAR NICHTS zu tun.
    Das nationale Element liegt auf einer ganz anderen Ebene und kann mit beiden zurechtkommen oder auch nicht, stellt aber das Nationalfördernde IMMER in den Vordergrund. Dazu dürfte die Jugend sehr wohl interessiert sein, wenn es nicht vom System genau deswegen, wegen Systemgefahr(!), kriminalisiert wird!

  5. Kultur niedergang durch Russen im Osten?Ich glaube da sind sie am holzweg.Ob sie damals im „Osten“ gelebt haben um es so genau zu wissen?

  6. An waltomax: Sahra Wagenknecht hat immerhin einige praktikable Vorschläge gemacht. Daß sie in der Linken organisiert ist statt bei der AfD, muß man bedauern. Gute Vorschläge holt sich eine vernünftige Bewegung aber da, wo sie sie findet; Berührungsängste sollte es nicht geben. (Sahra Wagenknecht, Reichtum ohne Gier)

  7. Als ich den Titel las, hatte ich eigentlich etwas anderes erwartet.
    Was hat die AfD denn tatsächlich mit Russland gemein? Vermutlich ist es die Einsicht, dass sich Deutschland auf seine eigenen nationalen Interessen besinnen sollte anstatt sich von US-Vorgaben fremdbestimmen zu lassen. Diese Orientierung findet meine Zustimmung, wenn ich auch erklären muss, dass ich mit der AfD nichts am Hut habe und mich nationalistische und fremdenfeindliche Sprüche anekeln. Auch besteht deren Programm letztlich nur aus Worthülsen und leeren Versprechungen.
    Der einzige Satz im Beitrag, der eine Verbindung zu Russland beinhaltet, erscheint mir recht bemerkenswert. Er lautet „Denn die Hauptlehre aus der untergegangenen DDR ist die Erkenntnis, dass die Russen ihre eigene Kultur anderen aufgenötigt haben, eine Kultur, die ganz Osteuropa und den Osten Deutschlands substanziell zerstört hat.“
    Ist der Autor möglicherweise ehemaliger DDR-Bürger, der die Entwicklung in der Bundesrepublik von 1990 nur vom Hörensagen kennt? Unter Sozialwissenschaftlern besteht ein allgemeiner Konsens, dass die soziokulturelle Durchdringung des westlichen Deutschland durch US-Einflüsse weitaus nachhaltiger war (und ist) als der russische Einfluss im Ostteil. Die Amerikaner hatten einfach mehr „Marketing-Erfahrung“, und außerdem verblendete der höhere Wohlstand.

  8. Was für ein schlimmer Artikel – wurde mich gern mit Ihnen unterhalten. Ihnen fehlen sämtliche Fakten. Ihre Schlüsse daher haarstraeubend, selbst der Kontext stimmt nicht. Im Uebrigen stehen wir inzwischen alle, der Westen seit 70 Jahren unter amerikanischer Fremdherrschaft. Wenn die aufgearbeitet wurde, mussten wir keinen Atomkrieg fuerchten uvm.

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