Deutsche Rentner sind arm dran
Deutsche Rentner sind arm dran

Deutsche Rentner sind arm dran

Euro-Scheine © Karin Lachmann Euro-Scheine © Karin Lachmann
Der Reichtum der Deutschen ist ein Märchen. Französische und US-Rentner sind im Schnitt viel wohlhabender. Wie schützen wir uns vor dem Schiffbruch im Alter? Ein Gastbeitrag von Gottfried Heller.

Als Finanzminister Wolfgang Schäuble Anfang September den Haushaltsentwurf für 2017 in Höhe von 328,7 Milliarden Euro vorstellte, war er sehr stolz darauf, dass er erneut ohne Kredite auskommen soll. Seine „schwarze Null“ verdankt er allerdings größtenteils den Nullzinsen. Besorgt zeigte sich Schäuble jedoch darüber, dass er mehr als jeden zweiten Euro für die Sozialsysteme ausgeben muss. Besonders schmerzen den sparsamen Badener die enormen Kosten für die Rente. Jeder dritte Euro, den heutige Rentner ausbezahlt bekommen, stamme aus Steuern – mit steigender Tendenz: 2017 muss er 91 Milliarden Euro in die Rentenkasse zuschießen, 2020 werden es über 100 Milliarden Euro sein.

Ja, die gesetzliche Altersrente ist das vielleicht brennendste Zukunftsproblem. Schon 2012 hatte die damalige Arbeitsministerin von der Leyen die Nation erschreckt, als sie vorrechnete, dass 2030 Arbeitnehmer, die weniger als 2500 Euro im Monat verdienten, „mit dem Tag des Rentenantritts den Gang zum Sozialamt“ antreten müssten. Aber anstatt überfällige Reformen – auch schmerzhafte – durchzuführen, die mit der überwältigenden Stimmenmehrheit von 80% der „GroKo“ umsetzbar gewesen wären, hat Kanzlerin Merkel die Chance vertan und das leidige Thema „Rente“ in der Schublade versenkt. Nur nichts Unangenehmes entscheiden!

Aktien sind die ertragreichste Anlageform

Erst in diesem Frühjahr tauchte das Thema wieder auf. Neue Studien brachten eine noch verhängnisvollere Schieflage der Rentenversicherung ans Licht. Fast zeitgleich senkte die EZB den Leitzins erstmals auf null. Für die Mehrzahl der Bundesanleihen bekommt man nicht nur keine Zinsen, sondern muss Zinsen an Schäuble zahlen. Eine indirekte Vermögensabgabe.

Auch die Lebensversicherungen, von denen es fast 90 Millionen gibt, sind in kläglichem Zustand. Sie bringen kaum noch Renditen, weil sie fast nur auf Zinsanlagen setzen. Aktien machen nur 4 % der Kapitalanlagen aus – und nun laufen die Lebensversicherungen Gefahr, ihre mickrigen Zinsgarantien auf Dauer nicht erfüllen zu können. Die Garantieverzinsung sinkt ab 2017 von 1,25 % auf 0,9%. Zieht man die Kosten ab, liegt die tatsächliche Rendite der Beiträge dann nahe Null.

Das allergrößte Desaster ist aber die Riester-Rente. 2002 eingeführt, um das Abschmelzen des Rentenniveaus mit einer privaten Rente auszugleichen, war sie von Anfang an wegen ihrer hohen Kosten und dürftigen Renditen umstritten und wird jetzt in der Nullzins-Phase für viele Anleger sogar zum Verlustgeschäft. Mit der notorischen deutschen Gründlichkeit, mit Regulierungswut, teuren Garantieversprechen, Risikoscheu und Aktienfeindlichkeit sind bürokratische Ungetüme entstanden, die eine trügerische Sicherheit vorgaukeln, aber lächerlich wenig Ertrag abwerfen.

Kurz gesagt: Das deutsche Rentensystem ist eine Zeitbombe und die Riester-Rente ein Rohrkrepierer. Schon in biblischen Zeiten gab es eine Regel, wie das Vermögen am besten aufzuteilen sei. Sie lautete: Ein Drittel im Beutel, ein Drittel in Häusern, ein Drittel in Geschäften. Übersetzt heißt das: Ein Drittel in Festgeld und Festverzinslichen, ein Drittel in Immobilien und ein Drittel in Aktien.

Die Deutschen dagegen halten (netto) 53 % in Immobilien, 39% in Geldanlagen und 8% in Aktien oder Fonds. In Geschäften – also Aktien – sind sie völlig unterinvestiert. Wollten sie bibeltreu anlegen, müssten sie den Aktienanteil fast vervierfachen. Das würde sich lohnen.

Aktien sind langfristig die mit Abstand ertragreichste Anlageform. Einschließlich wieder angelegten Dividenden betrugen die durchschnittlichen jährlichen Renditen nach Berechnungen der US-Bank Morgan Stanley in den 45 Jahren bis 2015 an den wichtigsten Börsen 10 bis 12 Prozent pro Jahr. Davon können die von Albträumen geplagten Zinssparer nur träumen.

Die Rechnung geht nicht auf

Was macht Aktien gerade für die Altersvorsorge so attraktiv?

  1. Aktionäre sind doppelt am nominalen Wachstum der Volkswirtschaft beteiligt: Unternehmensgewinne steigern die Kurse und die Dividenden. Hinzu kommt der Zinseszinseffekt der wiederangelegten Dividenden, den Albert Einstein als das achte Weltwunder bezeichnet hat.
  2. Aktien schwanken stärker als Anleihen. Deswegen müssen sie eine höhere Rendite bringen – einen „Risikoaufschlag“. Das Risiko von Aktien wird aber wegen ihrer kurzfristigen Schwankungen als höher eingestuft als es langfristig ist. Die „Überrendite“ ist der „Lohn der Angst“ für ein vermeintliches Risiko, das langfristig nicht besteht.

Seit Monaten arbeiten Expertenstäbe an einem Rentenreform-Vorschlag, den Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) im November präsentieren will. Sie drehen an drei Stellschrauben, wie man das kranke Umlageverfahren auf gesunde Beine stellen könnte:

  1. Beitragssätze erhöhen
  2. Rentenerhöhungen weiter kürzen
  3. Renteneintrittsalter erhöhen

Wie man es dreht und wendet: Mal ist die Lösung zu teuer, mal menschlich nicht zumutbar oder ideologisch nicht akzeptabel.
Dabei hat es ein Parteifreund von Nahles, der frühere Arbeitsminister Müntefering, treffend auf den Punkt gebracht: „Weniger Kinder, später in den Beruf, früher raus, länger leben, länger Rente beziehen: Wenn man das nebeneinander legt, muss man kein Mathematiker sein, da reicht Volksschule Sauerland, um zu wissen: Das kann nicht gehen!“

Recht hat er, der Sauerländer Müntefering. Er wollte den Deutschen bildhaft klarmachen, dass ein Rentenbeginn mit 67 und Abstriche bei der Rentenhöhe nicht zu vermeiden sind. Inzwischen hat die SPD den späteren Rentenbeginn ab 67 teilweise gekippt und die sündteure abschlagfreie Rente mit 63 eingeführt. Frau Nahles und die anderen Gegner von Münteferings Rentenreform hätten also Volksschule Sauerland nicht geschafft. Wenigstens für einen Ministerposten reicht es aber.

Das nüchterne Fazit heißt: Das Umlageverfahren muss durch eine massive Stärkung der privaten und betrieblichen Altersvorsorge entlastet werden. Und dabei ist ein viel höherer Aktienanteil unverzichtbar, sonst müssen sehr viele Deutschen im Alter darben. Anstatt zu versuchen, das Rad neu zu erfinden, hilft ein Blick ins Ausland, weitaus bessere Lösungen zu finden.

Frankreich und die USA machen es besser

Zwei Beispiele zeigen dies. In Frankreich gibt es den Aktiensparplan PEA (Plan d’Épargne en Actions), in dessen Rahmen jeder bis zu einer Gesamtsumme von 150.000 Euro in Aktien, Fonds und auch Zinsanlagen investieren kann. Voraussetzung: 75% der Aktien sind von Unternehmen aus der EU. Die Erträge sind steuerfrei, ebenso Kursgewinne ab einer Haltedauer von 5 Jahren! Sozialabgaben fallen allerdings an. Seit 2014 hat die Regierung zusätzlich einen PEA für Aktien kleiner und mittlerer Unternehmen eingerichtet. Hierüber können weitere 75.000 Euro angespart werden, so dass insgesamt 225.000 Euro begünstigt sind, pro Ehepaar 450.000 Euro. Im Vergleich dazu sind die Riester-Höchstbeträge von 2.100 Euro pro Jahr ein Witz.

Die USA sind ein Musterbeispiel der betrieblichen und privaten Altersvorsorge. Da dort die Beitragssätze zur staatlichen Rentenversicherung mit 12,4% um 6,3 Prozentpunkte niedriger sind als in Deutschland – und seit 30 Jahren unverändert – haben Arbeitnehmer netto mehr von ihren Löhnen übrig und die Unternehmen müssen weniger beisteuern. Dieses eingesparte Geld fließt seit 1978 vielfach in die betriebliche Vorsorge, die mit dem legendären 401(K)-Plan eine rentable und flexible Lösung bietet. Arbeitnehmer können bis zu 15% ihres Lohns – unversteuert – bis zu 18.000 Dollar pro Jahr investieren.

Viele Arbeitgeber beteiligen sich mit 50 bis 100% an den Arbeitnehmerbeiträgen. Das Geld fließt überwiegend in Aktien- und gemischte Fonds. Sie sind für die Arbeitnehmer steuerfrei, der Arbeitgeber kann seinen Anteil von der Steuer absetzen. Die Transparenz ist groß, weil jeder jederzeit Inhalt und Stand seiner Altersvorsorge kennt; während der Ansparzeit sind Erträge (Zinsen, Dividenden, Kursgewinne) steuerfrei. Bei Renteneintritt unterliegen die Zahlungen der dann niedrigen Einkommensteuer.

Zusätzlich kann mit dem Roth-IRA aus versteuertem Einkommen jährlich bis zu 5.500 Dollar Vorsorgevermögen gebildet werden, – steuerfrei nach fünf Jahren Anlagedauer. Die unkomplizierte, flexible und durch wenige Restriktionen geprägte Altersvorsorge hat bewirkt, dass US-Bürger kurz vor Rentenantritt im Durchschnitt 360.000 Dollar auf den verschiedenen Vorsorge-Konten angespart haben. Die Amerikaner besitzen deshalb das zweithöchste Pro-Kopf- Vermögen der Welt, im Durchschnitt laut Allianz Wealth Report über 161.000 Euro.

Deutsche haben mit 48.000 Euro nicht ein Drittel davon. Die Behauptung, Deutschland sei ein reiches Land, entpuppt sich als Märchen. Die Deutschen leben noch nach dem Alten Testament: „Im Schweiß Deines Angesichts sollst Du Dein Brot essen“. Aber ihre Ersparnisse lassen sie faulenzen.

Schäuble muss die Voraussetzungen schaffen

Warum ist das Ausland in der Vermögensbildung erfolgreicher? Weil der Anteil der staatlichen Rente in vielen Ländern unter 50% der Altersbezüge liegt, z.B. in den USA bei 48%, in der Schweiz bei 43% – aber in Deutschland bei 75%! Dafür sorgen aber steuerlich begünstigte, flexible private Vorsorgepläne mit großen Beträgen, die langfristig in Aktien und Aktienfonds angelegt sind, für einen beachtlichen Wohlstandseffekt. Deutschland ist in der Industrie Weltklasse, bei Vermögensbildung und Altersvorsorge aber Provinzklasse.

Finanzminister Schäuble fordert zu recht, man müsse die private Vorsorge wieder attraktiver machen. Dazu muss er aber die Voraussetzungen schaffen. Anstatt die Abgeltungsteuer abzuschaffen, und an ihrer Stelle wieder die Einkommensteuer zu setzen – was einer Steuererhöhung gleichkommt – sollte er im Gegenteil die Doppelbesteuerung von Dividenden aufheben und realisierte Kursgewinne nach einer Spekulationsfrist von mehreren Jahren wieder steuerfrei stellen. Das würde die Akzeptanz der Aktie als Vorsorgeinstrument steigern.

Der Aufbau einer privaten Deutschland-Rente, die einfach, sicher und günstig ist, wurde ausführlich im Buch „Der einfach Weg zum Wohlstand“ beschrieben. Das geht mit ETFs (börsengehandelte Fonds) sehr kostengünstig. Die Konzeption:

  1. Aktien weltweit streuen, einschließlich Schwellenländer – das erhöht die Rendite und senkt das Risiko.
  2. Substanzaktien (Value-Aktien) mit guter Dividende bevorzugen – das erhöht die Sicherheit.
  3. Nebenwerte beimischen, weil sie langfristig die besten Erträge bringen.
  4. Sicherheit einbauen, indem der Anleihenanteil je nach Alter und Risikobereitschaft 10 bis 
50 Prozent beträgt.

Dieses Konzept ermöglicht deutlich höhere Erträge und erfordert einen erheblich geringeren Kapitalaufwand als Spareinlagen, Versicherungen oder Anleihen. Nur so lässt sich ein Schiffbruch im Alter vermeiden.

Dieses private Vorsorgevermögen ist ein Gewinn für Bürger und Staat: Es bringt deutlich höhere Erträge als Spareinlagen, Versicherungen oder Anleihen, weist weit geringere Schwankungen auf, nimmt den Deutschen die Angst vor hohen Verlusten und erfordert einen geringeren Kapitalaufwand als alle anderen Sparformen. Es schützt die Bürger vor Altersarmut und beschert Finanzminister Schäuble fortlaufend „seine schwarze Null“, weil er viel weniger Steuern für die Rentenkasse opfern muss.

 

6 Kommentare zu Deutsche Rentner sind arm dran

  1. Das mag ja alles für die Renten/Alterssicherung der Zukunft gelten, aber daß der Euro mit seinem Wechselkurs 2:1 die eingezahlten Beiträge, Anwartschaften und die existierenden Renten EINGEFROREN hat (das gilt auch für den Wert von Versicherungen, Verträgen, Gehältern), während die Europreise und Lebenshaltungskosten explodierten, verschweigt der Verfasser, obwohl ja genau DIESER Umstand die ständig weiter existierende Negativbasis des aktuellen Rentensystems in schwachem Euro darstellt!
    Wir gaben harte DM und erhielten schwachen Euro!
    Ist dem Verfasser nicht bewußt, daß wir seit dem Euro in einem WEICHwährungsland leben, während wir vorher, stolz auf unsere DM, in einem ständig aufwertenden Wohlstands-Starkwährungsland lebten?
    Wenn wir heute einen Euroschein in der Hand haben, glauben wir anhand der Zahl an seinen numerischen Wert, immer noch als DM-Kaufkraftwert wahrgenommen, obwohl die Ware in Euro doppelt so teuer wie in DM ist. Darin liegt der vom Staat zugelassene Betrug mit der Euro-DM-Währungsreform.
    Wann gibt diesen heutigen Mißstand durch den Euro die Politik endlich zu?

    Die Bevölkerung glaubt, DM-verwöhnt, auch mit dem Euro wie gewohnt in einem Starkwährungsland zu leben, und genau DAS ist der Fehler, der nicht erkannt werden darf und deshalb nicht publiziert und aufgeklärt wird: Wir leben in einem Weichwährungsland! Bitte um Verinnerlichung und Gesinnungsänderung!
    Solange der Verfasser diese Negativgrundlage nicht einsieht, erfasst, berücksichtigt und anprangert kann er die heutige Lage nur verfälscht einseitig darstellen.

    Mit der kaufkraftstarken DM gab und gibt es keine Altersarmut, mit der Wiedereinführung der DM läge die Kaufkraft endlich wieder erheblich höher!

    Der Verfasser will zum Spekulantentum anregen, einem gefährlichen, nicht wiedergutzumachenden, schachernden Ablenkungsspielfeld. Wenn das doch so geschickt sein soll, warum investiert der Staat mit seinen Organisationen und Kassen nicht in diesem Spielfeld ZUGUNSTEN der Rentner??? Und ermahnt Banken und Versicherungen zu selbigem Spiel?
    Weil er das RISIKO kennt!
    Der Euro wurde uns Deutschen zur Herabstufung aufgezwungen. Dies zu revidieren ist die Aufgabe aller nationalen Politiker. Und zum Wohle des Volkes sind die doch gewählt?
    Mit einer DM und eigener Währungshoheit kann ein innernationales Gleichgewicht zum Wohle des Volkes endlich wieder erreicht werden.
    Zurück zur DM und kritisch zum EU-Regime! England zeigt den Weg, den Weg zur Freiheit!

    • Absolute Zustimmung nathan.

    • @nathan

      Die exorbitante Steigerung der Mietpreise sollte nicht vergessen werden!
      Jeder mache sich, bei den einschlägig bekannten Immo-Portalen selbst ein
      Bild. Dort findet man beispielsweise in Stuttgart 80qm Wohnungen für sage
      und schreibe 1.700 €, umgerechnet ca. 3.400 DM.

      Vermieter in München verlangen gar bis 1.900 Euro, für ähnlich kleine Wohnungen.

      Hiesige Vermieter kennen in ihrer GIER nach mehr und mehr Miete keine Grenzen!

      Sie, die Vermieter, sind u.a. ein Spiegel dieser durch und durch kranken Gesellschaft,
      die in ihrem materialistischen Wahn, Schritt für Schritt dem Untergang entgegen geht.

      Ältere Menschen haben auf dem Wohnungsmarkt keine Chance mehr! Ein Haustier ist
      ebenso ein K.O. Kriterium. Auf eine Wohnung kommen hunderte Bewerber, egal welches
      Keller-Loch angeboten wird.

  2. @nathan

    Die exorbitante Steigerung der Mietpreise sollte nicht vergessen werden!
    Jeder mache sich, bei den einschlägig bekannten Immo-Portalen selbst ein
    Bild. Dort findet man beispielsweise in Stuttgart 80qm Wohnungen für sage
    und schreibe 1.700 €, umgerechnet ca. 3.400 DM.

    Vermieter in München verlangen gar bis 1.900 Euro, für ähnlich kleine Wohnungen.

    Hiesige Vermieter kennen in ihrer GIER nach mehr und mehr Miete keine Grenzen!

    Sie, die Vermieter, sind u.a. ein Spiegel dieser durch und durch kranken Gesellschaft,
    die in ihrem materialistischen Wahn, Schritt für Schritt dem Untergang entgegen geht.

    Ältere Menschen haben auf dem Wohnungsmarkt keine Chance mehr! Ein Haustier ist
    ebenso ein K.O. Kriterium. Auf eine Wohnung kommen hunderte Bewerber, egal welches
    Keller-Loch angeboten wird.

  3. Demografie als Angstmacher … !!?
    Heute ist auffällig, wie sehr das Schüren der Ängste massiv interessegeleitet ist.
    Was bei der Diskussion um die Demografie völlig fehlte – bis heute noch fehlt –, ist die Berücksichtigung der Produktivitätsentwicklung.
    Mit 1,25 Prozent Steigerung der Produktivität per Arbeitsstunde – nicht der Wirtschaft, sondern des Arbeitnehmers, kann man spielend einen wesentlich höheren Rentenbeitrag bezahlen und hat trotzdem selber noch mehr Geld im Portemonnaie.
    Von ’unbezahlbar‘ kann also gar keine Rede sein.
    Vorausgesetzt ist allerdings, dass der Kuchen überhaupt (u. halbwegs gerecht) verteilt wird, dass die erhöhte Produktivität auch anteilig ausgezahlt wird an die Arbeitnehmer.
    Auch bei der Finanzierung der Rente ist das Hauptproblem also nicht die demografische Entwicklung, sondern die Umverteilung des wachsenden (!!) Reichtums zulasten der Arbeitnehmer zu der oberen „Mehrheit“ des 1-nen Prozentes … .
    Ohne die Angst vor dem demografischen Wandel wären die Arbeitgeber nie aus der paritätischen Finanzierung der gesetzlichen Rentenversicherung rausgekommen.
    Die ’private Vorsorge‘ ist für die Gold wert. Jedes Prozent, das weniger in die gesetzliche Rentenkasse eingezahlt wird, sind für die Arbeitgeber 5 Milliarden Euro weniger Lohnnebenkosten! Da lohnen sich natürlich die Investitionen in große Kampagnen und Forschungseinrichtungen, die öffentlichkeitswirksame Studien veröffentlichen.
    Und in interessengesteuerte Wissenschaftler, wie Raffelhüschen etc. p.p., die mit pseudowissenschaftlichen Studien den ’Renten-GAU‘ prophezeit und die sozialen Sicherungssysteme sturmreif geschossen haben.

  4. Schade, die Artikelüberschrift klang interessant, der Inhalt dann wieder nur das mittlerweile schon gewohnte Angeprangere vor allem von Aktien. Das Problem, daß mittlerweile Millionen Menschen haben, sogar Doppelverdiener, insbesondere nach der Einführung des EURO, ist doch neben der großen Steuerlast selbst auf Kapitalgewinne, daß sie gar nicht mehr über genügend Netto und damit Ersparnisse haben, um in Aktien, geschweige denn in die „klassische“ Variante ein Drittel Festgeld und Festverzinsliche, ein Drittel Immobilien und ein Drittel in Aktien sparen können. Nicht ohne Grund gehört Deutschland auch zu einem der Wirtschaftsländer mit dem geringsten Immobilieneigentum, die Preise sind in diesem Bereich absurd hoch, Kreditfinanzierungen werden ständig weiter erschwert. Man kann das anlage-und sparfeindliche Gebaren dieses Landes, von Regierung und Staat forciert und von den Banken dankbar angenommen, endlos fortsetzen. Deutschland ist nicht nur vom Anlage-und Sparverhalten der Bürger völlig anders als die USA oder GB, sondern auch von der staatlichen Regulierung und „Wetabschöpfung“ der Bürger praktisch auf allen Gebieten, von Lohn, über Lebenshaltungskosten und Preise von Konsumgütern aller Art und letztlich von den Steuern her und damit völlig unvergleichbar. Fest steht, selbst wenn sie wollten, können Millionen deutsche Bürger und Steuerzahler ein vernünftiges und und vor allem faires Rentenkonstrukt selbst gar nicht mehr errichten und ansparen. Man sollte sich daher also auch nicht über die relativ hohe Geldsumme auf Banken-oder Sparbuchkonten täuschen lassen, die Masse dieser Gelder gehört nicht vielen,sondern nur wenigen gut und sehr gut verdienenden Menschen. Wir haben hier im Lande längst eine gigantische Schere zwischen arm und reich, die bewußt immer wieder verschwiegen oder kleingeredet oder nur so am Rande erwähnt wird.

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