Lebenshaltungskosten steigen um 15 %
Lebenshaltungskosten steigen um 15 %

Ausgaben fürs Leben 15 % höher

Das Leben wird immer teurer. © Peter Kotoff : Shutterstock Das Leben wird immer teurer. © Peter Kotoff : Shutterstock
Die Preise für Miete, Dienstleistungen und Konsumgüter steigen. Doch nicht jeder hat den Mut, Lohnerhöhungen einzufordern. Eine Alternative sind Zusatzleistungen.

Auch wenn es sich mittlerweile wie eine abgedroschene Stammtischphrase anhört: Das Leben in Deutschland wird immer teurer. Laut statistischem Bundesamt sind die Preise, die Privatleute in der Bundesrepublik für Miete, Dienstleistungen und Konsumgüter zahlen müssen, inzwischen 15 % höher als noch 2010.

Für viele Arbeitnehmer ergibt sich aus steigenden Lebenshaltungskosten ein ganz banales Problem: Sie brauchen mehr Geld. Wer schon eine Gehaltsverhandlung hinter sich hat, weiß aber: Es gibt wenig unangenehmere Dinge im Berufsleben, als den Chef um eine Lohnerhöhung zu bitten. Geld ist nach wie vor ein heikles Thema, sodass es sehr viel Überwindung kostet, diesen Schritt zu machen.

Zusatzleistungen sind eine Alternative, von denen beide Seiten profitieren

Stattdessen kann man seinen Chef aber auch nach sogenannten Zusatzleistungen fragen. Das sind zweckgebundene monatliche Freibeträge, die das Einkommenssteuergesetz erlaubt. Arbeitnehmer profitieren davon insofern, als dass sie diese komplett behalten können und sie in den Bereichen, in denen sie vorgesehen sind, erhebliche Einsparungen bedeutet.

Auf Seiten der Arbeitgeber ergibt sich der Vorteil, dass man seine Mitarbeiter zufriedenstellt und ihre gute Arbeit anerkennt, dabei aber weniger Kosten zu tragen hat als bei einer tatsächlichen Erhöhung des Bruttogehalts. Da sie als Betriebskosten abgeschrieben werden können, wird außerdem ohne zusätzliche Belastung der zu versteuernde Gewinn am Ende des Geschäftsjahres kleiner. Gängige Buchhaltungsprogramme wie dieses verfügen über die entsprechenden Eingabemasken, sodass Probleme mit dem Fiskus ausgeschlossen sind.

Welche Zusatzleistungen sind möglich?

Von solchen Zusatzleistungen profitieren also sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber. Diese Alternativen zur klassischen Gehaltserhöhung können wie folgt aussehen:

  • Gutscheine/Fahrtkosten

Für die Anfahrt mit dem PKW, aber auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln, können Chefs ihren Angestellten im Monat bis zu 44 € steuerfrei zahlen. Diese Summe kann vom Arbeitnehmer auch für Dienstleistungen wie einen Friseurbesuch verwendet werden.

Es ist auch möglich, die Fahrtkosten eines Mitarbeiters komplett zu übernehmen, zumindest bis zu einem Betrag von 375 €. In diesem Fall muss das Geld allerdings mit 15% versteuert werden, außerdem müssen Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer abgezogen werden.

  • Vergütung für Autowerbung

Wer das Firmenlogo auf sein Auto klebt und so als mobiler Werbeträger fungiert, kann im Monat 21€ zusätzlich und steuerfrei erhalten.

  • Essensbons

Sofern ein Unternehmen nicht über eine eigene Kantine verfügt, kann der Geschäftsführer Essensbons an seine Mitarbeiter ausgeben. Der Wert darf dabei pro Tag bis zu 6,03 € betragen. Geschieht das jeden zweiten Tag, so bringt das dem Arbeitnehmer einen zusätzlichen Betrag von 90 € ein. Um diese Summe als Nettogehalt zu erreichen, müsste eine Gehaltserhöhung fast doppelt so hoch sein.

  • Unterstützung bei der Kinderbetreuung

Hier können Arbeitnehmer am meisten profitieren. Die Summe, die der Kindergarten pro Monat verlangt, kann der Chef nämlich unabhängig von der Höhe steuerfrei übernehmen. Auch hier sind die Einsparungen für Arbeitgeber im Vergleich zu einer entsprechenden Anhebung des Gehalts immens.

Ein Gehalts-Zuschuss für die Kinderbetreuung ist eine sinnvolle Alternative zur Lohnerhöhung. © SpeedKingz : Shutterstock

Ein Gehalts-Zuschuss für die Kinderbetreuung ist eine sinnvolle Alternative zur Lohnerhöhung. © SpeedKingz : Shutterstock

Auch die Übernahme von Hortgebühren oder des Honorars für eine Tagesmutter ist ohne weiteres möglich.

  • Zusatzleistungen in Form von Geräten

Man kann Angestellten auch Computer und ähnliche Hardware überlassen, um ihr Konto zu entlasten. Selbst wenn diese Geräte ausschließlich für den Privatgebrauch verwendet werden, fallen hierbei keine Steuern an. Voraussetzung ist allerdings, dass die Geräte entweder weiterhin der Firma gehören oder dass diese sie least.

  • Gesundheitsförderung

Bis zu 500 € im Jahr kann der Chef seinen Angestellten für die Gesundheitsförderung zahlen. Darunter fallen Maßnahmen wie Rückentraining oder Anti-Stress-Coaching. Ausgenommen sind von dieser Regelung allerdings die Mitgliedschaft in einem Fitnessstudio oder Sportverein.

 

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