China greift den Dollar frontal an
China greift den Dollar frontal an

China greift den Dollar frontal an

Chinesische Flagge / Quelle: By Daderot (Own work) [Public domain], via Wikimedia Commons
Die Chinesen waren schon immer einen Tick cleverer. Erst haben sie uns unseren Wissensvorsprung abgeluchst, jetzt entziehen sie dem Dollar den Boden.

China stärkt seit geraumer Zeit Schritt für Schritt die heimische Währung. Es baut den Yuan als Reservewährung aus und greift damit die Stellung des US-Dollars in der Welt an. Die Schwäche des Dollars wird vor allem für den Rest der Welt zum Problem. Die Nationen, deren Währungen aufwerten, sind weniger konkurrenzfähig – was diesen übel aufstößt.

Gefahr neuer Vermögensblasen

In scharfen Worten kritisierte deshalb der Wirtschafts- und Sozialbericht der Vereinten Nationen die Rolle der US-Notenbank Fed. Deren Politik habe zu einer massiven Ausweitung der Geldmenge geführt, weltweit. Das Geld fließe in die Finanzmärkte, neue Vermögensblasen könnten dadurch entstehen. In ihrem Bericht aus dem Jahr 2010 schrieben die US-Ökonomen:

„Ein neues Weltwährungssystem ist möglich, eines, das nicht mehr auf dem US-Dollar als alleiniger Reservewährung beruht.“

Die US-Währung tauge wegen mangelnder Stabilität nicht länger als Weltreservewährung. Allerdings, so Sarasin-Chefökonom Jan Poser,[1] könne es noch lange dauern, bis sich die chinesische Währung zur globalen Leitwährung entwickelt. Das zu Recht selbstbewusste Reich der Mitte demonstriert anschaulich, dass es sich von Amerika nicht länger am Nasenring durch die Manege führen lassen will.

Die Machtverhältnisse auf der Welt haben sich verändert. Künftig müssen die USA wirklich alles selbst erwirtschaften, was sie konsumieren wollen und nicht weiter auf Kosten ihrer Gläubiger leben.

Gegengewicht zum Hegemon

Die Chinesen waren schon immer einen Tick cleverer. Erst haben sie uns unseren Wissensvorsprung abgeluchst, weil die westlichen Kapitalgeier für den schnellen Gewinn in den eigenen Taschen know-how und Werkbänke [als Arbeitsplätze] transferiert haben und jetzt ziehen sie – mittlerweile zur zweitstärksten Wirtschaftsmacht der Welt aufgestiegen – den USA den Boden, sprich Dollar, unter den Füßen weg.

Weiter so! Vielleicht entsteht dadurch ein Gegengewicht zum Hegemon, etwa durch eine wirtschaftliche Blockbildung zwischen China und Deutschland. Bleibt nur zu hoffen, dass der „Große Bruder“ aus dem Westen nicht in Panik gerät und auf altbewährte Methoden seiner Interessenvertretung zurückgreift.

 

Anmerkungen

[1] http://www.nzz.ch/finanzen_alt/nachrichten/renminbi-wird-zwangslaeufig-zu-einer-der-wichtigsten-waehrungen-1.9757342

Über Oeconomicus

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3 Kommentare zu China greift den Dollar frontal an

  1. Ehrengard Becken-Landwehrs // 14. September 2016 um 17:31 //

    Auch wenn der „große Bruder“ krank ist und aus dem letzten Loch pfeift, so wird er die Chinesen in altbewährter Form angreifen. Was dieser sogenannte große Bruder nämlich aus dem FF beherrscht ist, andere Länder mit Krieg zu überziehen und zu destabilisieren, um Gewinn daraus zu ziehen!
    Für uns spielt es keine Rolle, welchen Abzocker wir im Land haben: China oder VSA! Der eine still und leise, der andere laut und polternd, damit er auch ja nichat überhört wird und man ihm weiterhin Anerkennung zollt!

    • Quatsch! China greift keiner an, ohne die Achse RU/CHN am Hals zu haben. Und damit der Dümmste in Ami-LAND das auch versteht, finden gerade umfassende Manöver zu Wasser in der vomn der US-Küste 10.000 km entfernt liegenden Maritimen-Seidenstrasse statt. Einfach so, ohne Vorwarnung!

  2. Wo sind ALL die Kommentare zu diesem Thema? Waren da etwa zu viele „schlechte“ Kommentare dabei? Für wen machen Sie das?

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