Was ethischen Banken anders machen
Was ethischen Banken anders machen

Was ethische Banken anders machen

Logo der Ethikbank / Quelle: Ethikbank Logo der Ethikbank / Quelle: Ethikbank
Sogenannte grüne oder „ethische“ Banken tabuisieren Kredite an Atomkonzerne und an die Rüstungsindustrie. Aber sind sie allein deshalb wirklich moralischer?

Die Welt der Banken ist vielfältig und treibt mitunter unerwartete Blüten. Und so manche Aussage ist es wert, sie zweimal zu überdenken:

„Wenn du der Bank ein paar Tausend Dollar schuldest, gehörst du der Bank. Wenn du der Bank aber ein paar Millionen schuldest, gehört die Bank dir. Zusammen gehören die Banken uns.“

Klingt auf den ersten Blick widersinnig, auf den zweiten Blick logisch, wie der Artikel „Die Banken gehören uns!“ näher beleuchtet. Wenn die Banken uns gehören, sollten wir auch mehr darüber wissen und uns informieren. Fakt ist, dass es inzwischen eine ganze Reihe von Banken gibt, deren Konzept sich grundlegend vom Konzept der landauf landab bekannten Geldinstitute unterscheidet. Die Rede ist von den so genannten grünen Banken. Was sie anders machen, als andere Banken, ist Inhalt dieses Beitrags.

Grüne Banken haben spezielle Anlagestrategien und Kriterien für die Kreditvergabe an Unternehmen. Quelle: pixabay.com © geralt (CC0 Public Domain)*

Kein Geld für Atom- und Rüstungskonzere

„Grüne“ Banken, auch „ethische“ oder „ökologische“ Banken genannt, haben ein spezielles Dogma. Sie tabuisieren Kredite an Atomkonzerne und an die Rüstungsindustrie. Dafür stellen sie beispielsweise soziale Projekte oder Umweltvorhaben in den Fokus. Mit diesem Verhalten sprechen Sie einen ganz besonderen Nerv an, denn viele Verbraucher sind empört über die Praktiken von Banken, die das Geld aus ihrer Sicht „verzocken“ und rein profitorientiert arbeiten. So sachlich Geld auch ist, so hoch ist doch das Bedürfnis nach vertrauenswürdigen Geldinstituten mit Rückgrat.

Wie funktionieren Grüne Banken?

„Ethische“ Banken funktionieren prinzipiell ganz genauso, wie andere Banken auch. Sie werden durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht überwacht und müssen ebenfalls per Einlagensicherungsfonds abgesichert sein. Beide Merkmale sollen die Ersparnisse der Bankkunden schützen. Der Unterschied liegt allerdings in den Kriterien, die ethische Banken an die Kreditvergabe sowie an die Verwendung der verfügbaren Kundengelder knüpfen. Die Kredite einer ethischen Bank gehen allerdings an Einrichtungen, die die Gelder zum Beispiel für soziale oder ökologische Vorhaben nutzen. Dazu gehören unter anderem Investitionen in

  • Hospize
  • Kindertagesstätten
  • Krankenhäuser
  • Einrichtungen für Behinderte
  • Bioläden
  • alternative Wohnformen

Gelder, die nicht per Kredit vermittelt werden, legen ethische Banken an. Dabei folgen die Banken ihren eigenen ethischen und ökologischen Kriterien. Welche das sind, das definiert jede Bank für sich individuell. Ein Beispiel für eine „ethische“ Bank ist die Ethikbank: Sie veröffentlich online unter www.ethikbank.de transparent ihre Prinzipien, einen Ethik-Kompass und präsentiert sich als gläserne Bank. Sie benennt dabei ganz explizit Negativ- und Positivkriterien, was die Vergabe von Krediten und den Kauf von Unternehmensanleihen angeht. Auf der Negativseite stehen eine ganze Reihe von K. o.-Kriterien, eine Auswahl folgt hier:

  • Geschäfte mit Militärwaffen
  • Besitz oder Betrieb von Atomkraftwerken
  • Betrieb von Kohlekraftwerken/Kohleförderung
  • Unterstützen/Zulassen von Kinderarbeit
  • gentechnische Veränderung von Pflanzen und Saatgut
  • Menschenrechtsverstöße

Wenn ein Unternehmen diese oder andere Kriterien aus dem von der Ethikbank selbst definierten Kriterienkatalog aufweist, macht sie mit dem Unternehmen keine Geschäfte. Auf der Positivseite stehen die Kriterien, die für ein Investment in ein Unternehmen sprechen.

  • Engagement gegen Klimawandel
  • unterstützenswerte Umweltpolitik
  • positiver Umgang mit Menschenrechten im Rahmen der Geschäftspolitik
  • Gleichberechtigung und Förderung der Vielfalt von Mitarbeitern

Welche Banken vertreten ethische und/oder ökologische Ansätze?

Neben der zitierten Ethikbank haben noch weitere Ökobanken den Weg aufs nationale und internationale Parkett gefunden. Namentlich handelt es sich dabei zum Beispiel um diese Banken:

  • GLS Bank
  • Triodos
  • Umweltbank
  • Bank für Kirche und Diakonie

Wer sich im Einzelnen über die Anlagekriterien und Kreditprojekte der verschiedenen Banken informieren möchte, kann dies jeweils auf den Internetseiten tun. Denn zum Prinzip der grünen Banken gehört es auch, transparent am Markt aufzutreten und Kunden, Förderprojekte und Investments offenzulegen. Ein guter Ansatz, der dem Bedürfnis nach Vertrauen der Verbraucher Rechnung trägt.

*https://pixabay.com/de/users/geralt-9301/