Bald werden die Türken flüchten
Bald werden die Türken flüchten

Bald werden die Türken flüchten

Flagge der Tuerkei / Quelle: Wikipedia, Public Domain, https://commons.wikimedia.org/wiki/File%3AFlag_of_Turkey.svg Flagge der Tuerkei / Quelle: Wikipedia, Public Domain, https://commons.wikimedia.org/wiki/File%3AFlag_of_Turkey.svg
Dank Erdogans Dikatatur: Die Organisation „Pro Asyl“ erwarter einen deutlichen Anstieg türkischer Asylsuchender in Deutschland. Der Wochenrückblick im „Sonntagspanorama“.

Liebe Leserinnen und Leser, bei Rassismus handelte es sich im Kern um ein fest definiertes Weltbild, das Rasse (heute: Haustiere und Kulturpflanzen) als die wichtigste treibende Kraft der Geschichte sah, weit vor allem anderen. Diese Ideologie bot auch eine Utopie: eine großartige Nation, bevölkert ausschließlich von reinrassigen Menschen der höchsten Qualität. Literatur mit Titeln wie etwa „Die Grundlage der großartigen europäischen Rasse“ war zwischen 1888 und 1935 allgegenwärtig.

„Heute erscheinen in den Universitätsverlagen der Vereinigten Staaten Bücher mit Titeln wie „Rock and Roll und die rassische Einbildungskraft“, „Die Ökonomie der Rasse in den Vereinigten Staaten oder Einwanderung und Rasse. Neue Herausforderungen für die amerikanische Demokratie“, schreibt die „FAZ“.

Was der Mitherausgeber der FAZ, Jürgen Kaube, dann schreibt, ist schwach:

„Keine Bücher von Rassisten, sondern Bücher von Forschern, die allen Grund zu haben scheinen, die Bedeutung der merkwürdigen Kategorie Rasse für ihre Gesellschaft hoch anzusetzen.“

Es dürfte doch wohl klar sein, dass Autoren, die den Begriff der Rasse (heute: Nutztiere und Kulturpflanzen) für Menschen verwenden, Rassisten sind. Es rechtfertigt schließlich nichts, dass man sich einer Geisteskrankheit, die weit verbreitet ist, scheinbar nicht entziehen kann.

„Nach Forschungen zur Genetik menschlicher Populationen ist das Konzept der Menschenrasse wissenschaftlich überholt, Anthropologen und Humangenetiker vor allem in den USA verwenden ihn aber zum Teil weiter“, schreibt wikipedia.

Es wundert mich nicht, dass in den USA weiße Polizisten Schwarze ermorden und Schwarze weiße Polizisten.

Warum kommt Afrika nicht vom Fleck?

Der nigerianische Musiker Femi Kuti weiß es:

„Wir haben unsere geistige Gefangenschaft im kolonialen System nie wirklich aufgearbeitet. Wir bevorzugen noch immer koloniale Namen gegenüber afrikanischen. Und wir sprechen bis heute von Kolonialherren. Diejenigen, die kamen, um unsere Vorfahren zu töten und ihre Frauen zu vergewaltigen: Die nennen wir Herren statt Mörder. Kann man da behaupten, wir seien wirklich frei?“, zitiert ihn die „Süddeutsche Zeitung“.

Mit den Begriffen, die ich verwende, treffe ich immer auch eine Aussage über mich selbst. Ein amerikanischer Forscher, der im Jahr 2016 ein dickes Buch über Menschen schreibt und dabei durchgehend den Begriff der Rasse verwendet, was ist das wohl für ein Mensch?

Sehen Sie nun eine Dokumentation über Thomas Sankara, den 1987 ermordeten Staatschef Burkina Fasos und beliebtesten Revolutionär Afrikas:

Thomas Sankara – Der Che Schwarzafrikas Part 1

„Eine Nation – ein Führer – ein Vaterland!“

„Mit dieser Parole unterstützt Erdogan Milizen, die Lynchjustiz ausüben“, sagt Monika Morres, Sprecherin des kurdischen Vereins Azadi in Deutschland, in der „Junge Welt“.

Ömer Erzeren von der „taz“ hört das Gleiche:

„Von Demokratie, von Rechtsstaatlichkeit spricht kaum jemand. Ich lese und höre immer wieder Ein Volk, eine Nation, ein Führer. Und dann der Tweet eines aufrechten Kollegen, der in keinem Mainstream-Medium mehr schreiben darf, weil er Kritisches über Erdoğan gesagt hat: ‚Der Putsch war kein Reichstagsbrand. Aber er wird Folgen haben wie der Reichstagsbrand.‘“

Fast möchte man zynisch hoffen, dass Erdogan tatsächlich die Todesstrafe wieder einführt, denn unterhalb von Massenexekutionen in der Türkei wird die deutsche Politik kaum reagieren und zum Beispiel die in Aussicht gestellte Visa-Freiheit für Türken zurücknehmen. Die Menschenrechtsorganisation Pro Asyl befürchtet allerdings, dass die Zahl der Asylsuchenden aus der Türkei bald deutlich ansteigt.

„Eine Nation – eine Fahne – ein Vaterland – ein Staat!“

„Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat den Türken in Deutschland eine wichtige Rolle in der Außenpolitik seines Landes zugewiesen. Er sehe die Auslandstürken als ‚unsere Macht außerhalb des Landes‘, sagte Erdogan am Sonntag in einer Rede vor tausenden Anhängern in Karlsruhe. Die Türken in der Bundesrepublik seien ‚die Stimme der Nation‘. Auf seine Aufforderung hin skandierte die Menge die Formel Eine Nation – eine Fahne – ein Vaterland – ein Staat“, schrieb der „Tagesspiegel“ am 10.05.2015.

Wirklich niemand in der deutschen Politik kann sagen, er hätte es nicht wissen können!

Säuberungen; Rachefeldzüge; biologistische Sprachmuster; Denunziationen; Verdächtigungen von jedem, der einfach anderer Meinung ist; Sündenböcke; Überwachung; Einschüchterung; Geheimdienst; Schlägertrupps; Ausnahmezustand; Lynchmob und am Ende türkische Flüchtlinge. Deutschland ist dank Erdogan-Partnerin Merkel mittendrin.

Und das alles nur, weil die Grenzschließungen durch den ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban an der Schengen-Außengrenze von der deutschen Politik als das absolut Böse gesetzt wurde.

Doppelmoral beim Militärputsch – oder: Wann ist Putschen okay?

„Der Westen hatte seinerzeit nur wenige Probleme mit einer Anerkennung des Militärputsches des heutigen ägyptischen Präsidenten Abd al Fattah al Sisi 2013 gegen die erste demokratisch gewählte Regierung des Landes. So nannten die Vereinigten Staaten den Sturz des gewählten Präsidenten Mursi einen ‚Schritt zur Wiederherstellung der Demokratie‘. Der amerikanische Außenminister Kerry sagte damals, die ägyptischen Streitkräfte hätten ‚auf Wunsch von Millionen und Abermillionen Ägyptern gehandelt, die den Sturz des Landes ins Chaos gefürchtet‘ hätten“, schrieb die FAZ

Auf den Willen des unzufriedenen Volkes zu reagieren ist ein typischer Vorwand aller Machtgierigen.

Schwarzes-Schaf / Quelle: Claus Folger

Schwarzes-Schaf / Quelle: Claus Folger

Das schwarze Schaf der Woche

„Das türkische Volk hat dem Westen eine großartige Lehre in Sachen Demokratie erteilt: Die Souveränität geht vom Volk aus, das soll man sich in westlichen Hauptstädten hinter die Ohren schreiben, wo Regierungen und Presse gewohnt sind, Willensäußerungen der eigenen Völker mit Argwohn zu betrachten. Demokratisch handelt, wer das aktive Eingreifen der unerschöpflichen Kräfte der Volksmassen anruft, wie dies der Präsident der Türkischen Republik Recep Tayyip Erdoğan in der Nacht des Putsches in beispielhafter Weise getan hat. Die Niederlage der Putschisten ist ein Sieg der Demokratie, was immer sonst behauptet werden mag“, schreibt www.kommunisten.ch.

Die Kommunisten-Plattform verweist dann auf eine Note des Zentralkomitees der Britischen Kommunistischen Partei (CPB), in der es heißt:

„Das Resultat des Referendums für den Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union bildet einen enormen und potentiell desorientierenden Schlag für die herrschende Kapitalistenklasse Großbritanniens, für die Politiker in ihrem Dienste und für ihre verbündeten Imperialisten in der EU, in den USA, im IWF und in der NATO.”

Aber lese ich im Prinzip das Gleiche nicht ständig in alternativen Blogs und Online-Medien bzw. in den angehängten Kommentaren?

Weißes-Schaf Quelle: Claus Folger

Weißes-Schaf Quelle: Claus Folger

Das weise Schaf der Woche

„Ich habe keinen Streit mit dem Vietcong. Kein Vietcong hat mich jemals als Nigger beschimpft. Nein, ich werde nicht 10.000 Meilen weit weg gehen, um andere Menschen zu ermorden, zu töten oder zu verbrennen, nur um die Dominanz weißer Sklaventreiber über Menschen dunkler Haut auf der ganzen Welt zu sichern. Wir leben in einer Zeit, in der solche bösartige Ungerechtigkeit ihr Ende finden muss”, sagte die Boxlegende Muhammad Ali 1967 und lehnte mit diesen Worten seine Beteiligung am Krieg gegen den Vietcong ab.

Mein Lektüretipp der Woche:

Ein langjähriger Mitarbeiter von Thomas Cook bestellt in der Kantine einen Negerkuss. Das Reiseunternehmen entlässt den Mann fristlos, schreib die Frankfurter Rundschau.[1]

 

Anmerkung

[1] http://www.fr-online.de/gericht/urteil-keine-kuendigung-nach–negerkuss–bestellung,1472814,34522428.html