Wer kommt mit nach Panama?
Wer kommt mit nach Panama?

Wer kommt mit nach Panama?

Oh, wie schoen ist Panama! / Quelle: Google Maps: https://www.google.de/maps/@8.6172484,-78.7366432,7z Oh, wie schoen ist Panama! / Quelle: Google Maps: https:[email protected],-78.7366432,7z
Riesenwirbel um die Panama Papers. Nur: Warum tauchen Rothschild, Rockefeller, Soros, Gates oder Zuckerberg nicht auf? Ein Erklärungsversuch. Doch Vorsicht! Nicht alles ist Satire!

Von wegen Lügenpresse! „SZ_Investigativ – ein Top Team.“ – zwitschert fröhlich SZ-Redakteur Ralf Wiegand auf Twitter – begeistert von sich und seinem Arbeitsplatz. Tschaka Tschaka! Da kann ein Edward Snowden nur Zweiter sein! Holt die bunten Luftballons raus! Das muss gefeiert werden! Deutschlands wohl linkestes Mainstreamblatt nach dem Spiegel hat bewiesen, dass es im Kampf gegen den Kapitalismus noch alle Zähne im großen roten Erdbeermund hat.

Jetzt gehts den pösen Bösen endlich an den Kragen – könnte man meinen. „Die Panama-Papers“ – klingt schließlich wie ein Westerntitel aus Hollywood mit Ronald Reagan. Das Drehbuch dürfte wohl auch dort in Auftrag gegeben worden sein. Wer den Film „Wag the Dog“ gesehen hat, ahnt, welcher Schwanz da gerade mit welchem Hund wedelt. So wohl auch diesmal.

2,6 Terrabite – voll mit Steuerhinterziehern und Schwarzgeldpiraten. Wau! Wau! Wau! – Donald Duck bekommt von Mickey Mouse auf die Fresse. Wenn das keine Schlagzeile wert ist! Rothschild, Rockefeller, Soros, Gates, Zuckerberg und wie sie alle heißen sind jetzt – ja was wohl? – mal wieder davongekommen! Sie tauchen in diesen reißerischen „Papers“ jedenfalls nicht auf. Natürlich nicht! Denn einer ist schlimmer als alle anderen: PUTIN!

Putins perfider Hofcellist

Naja, so ganz direkt steht der Gottseibeiuns des investigativen Qualitätsjournalismus nicht auf der Liste des Grauens, aber immerhin sein perfider Hofcellist. Roldugin heißt er, ist russisch-orthodox und deshalb Pate. Nein, nicht Mafiapate oder Terrorpate, sondern viel schlimmer: Taufpate! Von Putins einziger Tochter, die er auch noch auf den Namen Maria taufte. Hallo? Das war zu Sowjetzeiten! Damals war Putin noch KGB-Agent, verheiratet, Atheist und hetero!

Schämen soll er sich, dieser Sergej Roldugin, der auf den Pressefotos der westlichen Welt wohl deshalb zurecht rüberkommen soll wie eine Mischung aus Frankensteins Folterpuppe und Iwan dem Schrecklichen. Diese finstere Gestalt aus der Musikantenhölle soll also das sanktionierte Russland unterstützt und soviel Geld auf dem Konto haben wie Tschaikowski an Noten für seine Rokoko-Variationen verschwendet hat. Ach wo, Tausend mal mehr sogar. Und Putin besitzt zwei Ohren, liebt sogar Mussorgskis „Großes Tor von Kiew“ und kann Klavier spielen.

Poroschenko, der in Sachen Demokratie Putin mal wieder einen Schritt voraus ist und sich daher überraschenderweise höchstselbst auf der Liste der Bösen wiederfinden darf, allerdings nicht. Dennoch kann der Ukrainische Präsident wenigstens unser politkulturelles Vorbild bleiben. Denn nach dem in der Ukraine keine Russenfilme mehr gezeigt werden dürfen, könnte die übrige westliche Welt auf Empfehlung der SZ schon bald Schwanensee und Nussknacker aus dem Verkehr ziehn sowie die kleine Mascha (zu deutsch Mariechen) und den großen russischen Bären auf Youtube verbieten. Herr Maas! Übernehmen Sie!

Pullach, übernehmen Sie!

Cellisten sollten auch keine Kinder mehr taufen dürfen, und wenigstens in Deutschland sollten sie künftig ihr Instrument offen tragen. Das wird Putin und seine Kreml-Musiker in die Knie zwingen, denn immerhin: Rund zwei Milliarden Dollar sind vermutlich im Cellokasten aus Russland geschmuggelt worden. Und Weltkorrespondentin Julia Smirnowa aus Moskau ist sich gewiss, dass die Scheinchen den Weg zu Putins Privatvermögen weisen. Nicht auszumahlen, wenn dieser Roldugin Kontrabass gespielt hätte. Da wäre jetzt wohl auch Medwedews Knete aus Russland geflohen.

Und Messi! Der argentinische Beckenbauer ist auch auf der Liste der Panama Papers. Wird der jetzt anfangen zu singen? Auch wenn er noch nicht im Kreml musiziert hat? Wenn nicht, wird er wohl genauso wie sein Präsident Macri mit dem Finanzamt einen leidenschaftlichen Tango aufs Parkett legen müssen, zusammen mit ’ner hübschen Summe Geldes. Wer da auch immer gepetzt hat: Man fragt sich irgendwie unwillkürlich, was die beiden so unterschiedlich veranlagten Helden des Kapitalismus aus Versehen richtig gemacht haben?

Unser Beckenbauer kann aber derweil wohl weiterhin vor dem juristischen Finale seiner Bilderbuchtraumkarriere durchatmen. Oder vielleicht doch nicht? Noch sind ja nicht alle Bites von den Terrabites veröffentlicht. Irgendwo versteckt lauern da bestimmt noch die E-mails, in denen der Fußballkaiser dem Zaren aller Reußen die WM zugeschoben haben könnte, auf deren Eröffnungsfeier Putins skrupelloser Hofcellist ganz alleine die russisch-sowjetische Nationalhymne hätte spielen sollen. Wenn jetzt noch herauskäme, dass Beckenbauer still und heimlich so was wie Tschaikowski oder Mussorgski hört …? Immerhin verschweigt Wikipedia seit Jahren seine gesamte Schulzeit. Womöglich hatte er ja mal vor seiner großen Fußballkarriere Cello-Stunden genommen? Das kann nur einer wirklich wissen. Pullach, übernehmen Sie!

Zwei Furcht erregende Daten…

Hier gleich mein Hinweis als ausgewiesener Diplom-Verschwörungstheoretiker an unsere verschwörungspraktischen Schlapphüte: Beckenbauer wurde an einem 11. September geboren! Und das auch noch 1945! Gruselig! Solche Geburtstage sind kein Zufall! Sie sagen viel über die Person aus, die an solchen Tagen das Licht der Welt erblicken. An einem 11. September entdeckte Henry Hudson nach langem Suchen die Insel Manhattan, massakrierten Cromwells Puritaner die Iren, feierte Prinz Eugen seinen glänzendsten Sieg über die Türken, siegte die Allianz gegen den Sonnenkönig in der Schlacht von Malplaquet, kassierte George Washinton eine fette Niederlage gegen die Briten am Brandywine, besiegten die Amerikaner die Briten bei Plattsburgh, wurde der Grundstein für das Pentagon gelegt, besiegelte die Schlacht von Lemberg die Habsburgmonarchie, wurden 11500 Darmstädter Bürger von der Royal Airforce umgebracht, traten die Rolling Stones erstmals in Deutschland auf, wurde das Bundessozialgericht in Kassel gegründet, fand in Chile Pinochets Militärputsch statt, öffnete Ungarn den Eisernen Vorhang, stimmten die Schotten für ein Regionalparlament und wurde der erste Mormonentempel in Europa geweiht. Nicht zu vergessen: Der wundersame Bilderbucheinsturz dreier brennender Hochhäuser in Manhattan und eines Baukrans in Mekka.

Putin ist nicht besser als Beckenbauer! Er wurde schließlich am 7. Oktober geboren. Das ist mindestes genauso gruselig. An diesem Tag begannen nämlich die Engländer den Hundertjährigen Krieg gegen die Franzosen, wurde Kalifornien von den Spaniern entdeckt, besiegte die Heilige Liga in der Seeschlacht von Lepanto das Osmanische Reich, schlugen die Amerikaner die Briten am Kings Mountain, wurde die Polnische Unabhängigkeit proklamiert, die DDR gegründet, kaperten palestinensische Terroristen die Achille Lauro, begann Bush junior den Afghanistankrieg, wurde die Putin-Kritikerin Anna Politkowskaja erschossen und das letzte Fußballspiel im alten Wembley-Stadion ausgetragen, bei dem Deutschland auch noch mit 1:0 gewann.

Kalte Rache an Island

Und haben wir es nicht geahnt?! – auch Islands Präsident Gunnlaugsson steckt knietief im Finanzmorast! Island! – Sie erinnern sich! – Das ist der kleine Inselstaat, mit dem auch die Wallstreet noch eine dicke Rechnung offen hat. Hat sich diese Vulkaninsel doch seiner Zeit von ihrem aufmüpfigen Volk zwingen lassen, die internationalen Bankster raus und die eigenen ins Gefängnis zu werfen.

Jetzt wird die Rache kalt serviert: von der Süddeutschen und von den ehemaligen Chefs der Financial Times und des Rüstungskonzerns BAE, die jetzt der BBC vorstehen, von der die Süddeutsche die Panama-Papers hat. Und der Guardian – so link wie die Süddeutsche und so investigativ wie Assange und Snowden zusammen – macht auch wieder mit beim großen Pfeifenblasen. Le Monde, NDR, WDR und ORF – sie alle tuten wie die Weltmeister und können nun endlich ihre ganze Schonimmerverachtung des verbrecherischen Kapitalismus hemmungslos durch das investigative Journalismus-Gebläse des Mainstream orgeln. Wer’s glaubt, wird selig!

Investigatives Zentrum

Übrigens: In US-Amerika gibt es doch tatsächlich sogar ein „International Consortium of Investigative Journalists“, beheimatet im CPI = „Center for Public Integrity“. Klingt toll, oder? Noch toller klingt, was die sonst so alles machen, wenn sie gerade keine Panama-Papers verbreiten. Wikipedia jubelt:

„Machtmissbrauch, Korruption und Pflichtversäumnis einflussreicher öffentlicher und privater Institutionen offenzulegen“, um sie zu verantwortlichem Handeln zu veranlassen. Mit über 50 Mitarbeitern ist das CPI eines der größten unparteiischen investigativen Zentren in den USA. Seine Berichte veröffentlicht das CPI im Internet oder übergibt sie an „media outlets“.

Boa! Sind die gut! Das ist aber kein Wunder. Denn hinter diesem hehren Weltbündnis des öffentlich integren Journalismus steckt ein kluger Kopf: Charles Lewis, seit 1998 Fellow der MacArthur Fellowship der MacArthur-Stiftung. Dort zum Fellow gemacht zu werden, bedeutet nicht nur, fünf Jahre um 625 000 Dollar im Jahr reicher an Stipendien zu sein, sondern ist auch noch so etwas wie der amerikanische Genie-Preis. Ja, so was gibt’s tatsächlich auch im Land der unbegrenzten Möglichkeiten.

Gegründet wurde die Stiftung von den beiden Finanzgenies, Menschenfreunden und Versicherungskonzerninhabern John und Catherin MacArthur. Gott habe sie selig. Denn auch das Publik Broadcasting System (PBS) wird von dieser ihrer Fondation selbstlos unterstützt. Das PBS widerum ist das Gegenstück zum öffentlich rechtlichen Fernsehen bei uns. Deshalb sendet es u.a. auch edelmütig die hochinvestigative Deutsche Welle und die Sesamstraße, damit der Deutsche auch auf Besuch in God’s Own Country stets auf dem Laufenden bleibt. Toll nicht?!

Berufsantisemiten und Vollblut-Bankster

Doch damit noch immer nicht genug! Beim megaintegren CPI engagiert sich – wie könnte es anders sein – finanziell auch die stets menschenfreundliche Ford-Fondation, deren legendärer Gründer sich nicht nur mit dem Bauen von Autos, sondern ebenso mit der weltweiten Publikation von so investigativen Meisterwerken wie den „Protokollen der Weisen von Zion“ und dem „Internationalen Juden“, also mit echten Pressebestsellern, eine goldene Nase verdient, und sich somit schon früh dem unerbittlichen Kampf gegen das korrupte Kapital Amerikas verschrieben hat. Und was wäre unsere liebe Soros-Stiftung ohne die Ford-Stiftung?! Vermutlich wüssten wir ohne Soros bis heute nicht, was Philanthropie bedeutet und wie sie von echten Vollblut-Bankstern betrieben wird.

Die Ford-Stiftung wurde bekanntlich schon im Olympiajahr 1936 vom Autokonzerngründer, Berufsantisemiten und Hitler-Bewunderer Henry Ford ins Leben gerufen und zwischen 1966 und 1979 von McGeorges Bundy geleitet. Das war jener stets nobelpreisverdächtige Sicherheitsberater in der Regierung Johnson, der den Vietnamkrieg entscheidend mit konzipierte, mit allem drum und dran, seien es Napalmbomben oder Agent Orange. Auch die Kubakrise und die Invasion in der Schweinebucht, welche die Welt an den Rand des Atomkrieges brachten, gehörten mit zu seinen genialen Inventionen, die in die Geschichte des Weltfriedens eingegangen sind, so wie Obama in ihr (nein, nicht in sie) eingehen wird.

Und da wäre noch Susan Berresford, die der Fordstiftung zwischen 1996 und 2007 als Präsidentin vorsaß. Eine tolle Frau! Sie arbeitete sich von der Chefin des Ford’schen Frauenprogramms bis zur Manpower Career Development Agency hoch, ist noch immer Vorstandsmitglied des Rates der Stiftung, sitzt in der Trilateralen Kommission und engagierte sich in den Ausschüssen der Chase Manhattan Bank.

Immer schön von „Birne“ lernen

Fazit: Nein! – Deutsche Medien lügen nicht! Schon gar nicht die SZ. Die ist dem schnöden Kapitalismus stets so fern geblieben wie der deutschamerikanische Teufelsgeiger Garrett der Merkel bei der „CDU Media Night 2013“. Doch jetzt haben wir es Schwarz auf Weiß, was am Ende der Panama-Geschichte wird herauskommen müssen: nämlich das Alte Lied, dass immer die anderen die Bananen-Republiken sind und die Oberbanane stets im Kreml sitzt. Die Wallstreet-Banken der westlichen Wertegemeinschaft werden nur deshalb demnächst zusammenbrechen müssen, weil sie mit dem Geld von Putins pösem Cellisten geflutet wurden.

Sollten also demnächst die Zwölf Cellisten der Berliner Philharmoniker mit ihren zwölf Cellokästen bei der nächsten Gartenparty in Bellevue auftreten und „Yesterday“ spielen, dann gibt’s vermutlich gleich was von der megaintegren SZ auf die Zwölf – für die Musiker wie für unseren vielgeliebten Bundespräsidenten. Diese unsere Pseudobanane sollte sich lieber in Acht und ggf. große Scheine nehmen (bevor die auch verboten werden). Immer schön von der alten Birne lernen – oder notfalls den Schäuble fragen.

Fürs nächste Sommerfest wäre z.B. – nachdem gewöhnliche Cellisten für den Job als Finanzkreationisten des internationalen Zahlungsverkehrs quasi verbrannt sind – das tapfere Geigerlein Garrett mit seinem etwas unauffälligeren Geigenkasten zu empfehlen. Der flinke David ist nicht nur ein prima Film-Paganini-Ersatz (er hätte für ihn oder wenigstens für Klaus Kinsky sterben sollen), sondern kann obendrein mit Rimski-Korsakows Hummelflug seine Millionen noch schneller zusammenkratzen als dieses Insekt normalerweise fliegt. Da hat der Roldugin, die alte Kreml-Drohne, noch nicht mal sein Cello ausgepackt, da ist der gegenwärtig wohl flüchtigste Musikexport der BRD schon zehn Mal um die Welt geflogen. Von dem kann man was lernen! – wenn es mal schnell gehen muss.