Wechsel-Gebühr für 500-€-Schein

Euro-Scheine © Karin Lachmann Euro-Scheine © Karin Lachmann
Der nächste Angriff aufs Bargeld: Griechische Banken kassieren Gebühren für das Wechseln eine 500-Euro-Scheins. Geht der Betrag aufs Konto, bleibt die Aktion kostenlos.

Wer wissen will, was künftig mit unserem Geld geschieht, sollte dorthin schauen, wo gerade das beste Experimentierfeld der Finanzindustrie ist, also nach Griechenland. Von dort kommt eine verstörende Nachricht. Sämtliche Banken haben nämlich eine neue Position in ihre Geschäftsbedingungen aufgenommen, die den 500-Euro-Schein betrifft. Wie die größte griechische Zeitung Ekathimerini berichtet, kassieren die Banken ab sofort eine Provision von 1,5 Prozent Provision, wenn jemand einen 500-Euro-Schein bei einer Bank wechseln will.[1] Kein Witz!

Die Provision wird nur dann berechnet, wenn ein Kunde seine 500-Euro-Scheine in 20- oder 50-Euro-Banknoten tauschen möchte. Zahlt er die 500 Euro aber auf sein Konto ein, nimmt die Bank keine Gebühr. Ein Schelm, der Böses dabei denkt.

20 Milliarden unterm Kopfkissen

Wie kommen die griechischen Banken also auf diese kriminelle Idee? Ganz einfach, sie ist Teil der dunklen geldpolitischen Machenschaften der Europäischen Zentralbank und der Politik. Deren Ziel ist es doch, das Bargeld insgesamt abzuschaffen. Vorher soll der 500-Euro-Schein verschwinden, dann werden immer niedrigere Höchstgrenzen für Barzahlungen erlassen. Am Ende ist das Bargeld Geschichte.

Aber zurück nach Griechenland. Dort löste im vergangenen Jahr die Furcht vor der Rückkehr zur Drachme einen Bankrun aus. Wer konnte, hob sein Geld vom Konto ab und versteckt es seither unterm Kopfkissen. Offenbar haben viele Griechen sich ihr Erspartes in 500-Euro-Scheinen auszahlen lassen. Insgesamt sollen die Griechen rund 20 Milliarden Euro in Schließfächern und unter ihren Matratzen bunkern.

Als dann bekannt wurde, das die Europäische Zentralbank (EZB) den 500-Euro-Schein angeblich wegen der Gefahr der Geldwäsche aus dem Verkehr ziehen will, begannen viele Griechen, die Scheine gegen kleinere zu tauschen. Das ist ihr gutes Recht, das ihnen aber nun Banken und Politik streitig machen.

Die Gründe hierfür liegen auf der Hand: EZB und Politik sahen nun die Chance, in Griechenland alle 500-Euro-Scheine wieder einzusammeln. Allerdings sollte das Ersparte nicht als Bargeld in kleineren Scheinen wieder unters Kopfkissen wandern, sondern zurück auf die Bankkonten fließen. Dazu aber brauchte es ein Steuerungsinstrument, also die Gebühr für den Umtausch in eine kleinere Stückelung.

Teure Kapitalverkehrskontrollen?

Offiziell wurde die Gebühr freilich anders begründet. Angesichts der Kapitalverkehrskontrollen sei es für die Banken enorm aufwendig sprich teuer, das ganze Land mit kleinen Euro-Scheinen zu versorgen. Derzeit dürfen Griechen wöchentlich nur 420 Euro abheben. Darum sei die Gebühr notwendig.

Niemand sollte annehmen, dass die Politik und die EZB freiwillig von ihren Plänen gegen das Bargeld lassen. Auch in den anderen europäischen Ländern dürften sie sich noch einiges einfallen lassen.

 

Anmerkung

[1] http://www.ekathimerini.com/207082/article/ekathimerini/business/exchanging-a-500-euro-note-with-smaller-bills-can-set-you-back-five-euros

Über Thomas Castorp

Thomas (Hans) Castorp blickt vom Zauberberg herab auf die Zusammenhänge zwischen gesellschaftlichen, politischen und ökonomischen Fragenstellungen. Kontakt: Webseite | Weitere Artikel

26 Kommentare zu Wechsel-Gebühr für 500-€-Schein

  1. Kostet es nicht eh eine Gebühr wenn man Geld bei einer Bank wechselt und dort kein Konto hat?

    • Einfach im Ausland umtauschen auf zum Beispiel Schweizer Franken und wieder unter das Kopfkissen legen oder zur Nationalbank gehen, die wechselt immer kostenlos in jedem Land, und solange keine Ungültigkeitserklärung verlautbart wird, behalten !!!

      Man kann sich aber auch vor der Angst fürchten !!!

  2. Dummheit wird bestraft.

    Wer so große Scheine unters „Kopfkissen“ legen muss, weil sonst das Bett zu klein ist, gehört entweder nicht zu den Armen oder gehört zu den Gierigen.

    Beiden ist also lediglich eine Lehre erteilt worden und das kostet eben ein paar Euros.

  3. Der nächste Angriff aufs Bargeld: Griechische Banken kassieren Gebühren für das Wechseln eine 500-Euro-Scheins. Geht der Betrag aufs Konto, bleibt die Aktion kostenlos.

    Interessant…in meiner Kritik zu Vollgeld, beschreibe ich genau dieses Szenario, dass nun offensichtlich in Griechenland schon vor jeder Vollgeld Einführung hemmungslos durchgezogen wird.

    zitiere:

    Wahrscheinlich würde die Bargeldabschaffung zur besseren Angewöhnung, nur stufenweise erfolgen. Wer noch Bargeld will, wird behandelt wie ein Ewiggestriger, der halt eben sein Geld noch in der Hand halten möchte. Es ist natürlich an zu nehmen, dass dies, wie wir ja in der Zwischenzeit gewöhnt sind, keinesfalls gratis wäre…im Gegenteil, ein netter Aufpreis auf Bargeldbezug dürfte durchaus zur Regel werden (Verwaltungskosten etz). Auch im Hinblick auf die Bargeldherstellung und die Ersetzung von beschädigtem Bargeld durch die Zentralbank oder 4. Gewalt im Staate, staatliche Geldausgabestelle etz, dürften kostspielige Veränderungen auf uns zukommen. denn ganz ohne Zweifel würden bei Vollgeld diese Kosten auf den Bargeldbenutzer übertragen werden.

    —————————————————————–

    Ich wurde dafür angefeindet wie ein stinkiger Fisch…nun, wie auch immer, ein Vollgeld würde die Bargeldabschaffung noch um ein vielfaches beschleunigen

    http://www.dragaonordestino.net/Drachenwut_Blog_DragaoNordestino/Freies-Konsensforum/Vollgeld.php#bargeldabschaffung

  4. Wen das jetzt noch verwundert, hat wohl nichts kapiert. Schließlich lassen sich doch schon folgende Realitäten aufführen:

    Es gab nie einen 1.000,-€-Schein, das haben schon nur wenige hinterfragt.

    Wo kann man mit einem 500,-€-Schein noch bezahlen?

    Selbst 200,–€-Scheine werden nicht mehr überall angenommen.

    Wechselgebühren nehmen schon Banken, wenn man dort Nichtkunde ist!

    Bei Bargeldeinzahlungen oder Bargeldabhebungen am Bankschalter hagelt es ebenfalls Gebühren.

    Wer aufgrund dieser Punkte noch immer 500,-€ und 200,-€-Scheine besitzt, ist entweder naiv, dumm oder völlig vernebelt.

    Außerdem sollte man darüber nachdenken, ob man den Besitz von Geldscheinen nicht besser in Edelmetalle investiert. Bankkonten sind über Nacht ganz schnell rasiert und an Bankschließfächer kommt man ebenfalls nicht ran, wenn eine Bank geschlossen bleibt.

    Eine Bargeldabschaffung halte ich trotzdem für unrealistisch.

  5. mitlesen

    • @Libelle

      Was bedeutet Ihr Kommentar „mitlesen“?

      • Libelle // 19. März 2016 um 17:23 //

        Hallo Hummel,

        Das „mitlesen“ bedeutet dass ich die Folge-Kommentare gerne mitlesen möchte.
        Ich hoffe Sie haben nichts dagegen. Allerdings würde dies auch nichts ändern.

      • Greenhoop // 19. März 2016 um 17:49 //

        @Hummel

        Danke für Ihre beiden heutigen Beiträge, einerseits sind die Spielregeln wie man sich aktuell zu verhalten klar (Sie haben das entsprechend auf den Punkt gebracht) und dann die berechtigte Frage wozu es notwendig, ist einen schriftlichen Hinweis benötigt, den weiteren Inhalt mitverfolgen zu wollen – Sachen gibt´s, die gibt es gar nicht.

        Im Übrigen ist es nicht ungewöhnlich, das ältere Menschen – insofern sie sich dafür entscheiden Bargeld zu horten – auf größere Scheine Wert legen. Das mag man als falsch, dumm oder naiv betrachten, aber das versuchen Sie einem 80+ Menschen zu vermitteln, ein wirklich schwieriges Unterfangen.

      • @Greenhoop

        Zitatauszug: „…aber das versuchen Sie einem 80+ Menschen zu vermitteln, ein wirklich schwieriges Unterfangen.“

        Wie wahr! Und man müsste doch meinen, dass gerade diese Generation noch sehr wohl nachvollziehen kann, wie schwer es ist, große Geldscheine im „Chaos“ an den Mann zu bringen. Da hilft wohl nur Geduld und Überzeugungskraft mit Engelszunge, ansonsten wird auf stur geschaltet (spreche da aus Erfahrung *g*).

      • Libelle // 19. März 2016 um 18:25 //

        Zitat:

        Ich nehme an Sie wissen dass man um die Kommentare zu einem Artikel in das private E-Mail-Postfach zugesandt zu bekommen, einen Kommentar eingibt und das Häkchen für das Feld „Benachrichtige mich über nachfolgende Kommentare via E-Mail“ anklickt.

        Aber Danke für ihren dezenten Hinweis.

        Sollte ich also keinen Kommentar abgeben wollen, aber trotzdem die Kommentare „mitlesen“ wollen, werde ich zukünftig (um die Folgekommentare per E-Mail zu erhalten!) einen Punkt in das Kommentarfeld setzen.
        Fragen zu diesem Punkt sollten dann überflüssig sein, oder?
        Um weiteren Fragen vorzubeugen: Ganz ohne Text funktioniert es nämlich nicht. Aber ein Punkt genügt.

      • Hallo @Libelle,

        vielen Dank für Ihre verständliche Erklärung.

      • Libelle // 19. März 2016 um 18:43 //

        Diese Antwort galt @ Greenhoop

  6. Hallo Libelle,

    man kann doch sowieso immer mitlesen oder erhält man nach Anmeldung zusätzliche Funktionen oder Hinweise auf weitergehende Kommentare, indem man dann vorher den Kommentar „mitlesen“ postet?

  7. @ Hummel,

    ich verstehe jetzt ehrlich gesagt nicht wie Sie das machen.
    Vielleicht gibt es ja noch andere Wege. Diese (oder den) können Sie mir ja sicher erklären.

    Wenn ich einen Kommentar eingebe, klicke ich zusätzlich immer das Häkchen an — „Benachrichtige mich über nachfolgende Kommentare via E-Mail“ — unter dem Kommentarfeld.

    Daraufhin bekomme ich alle Folgekommentare in mein privates E-Mail Postfach zugeschickt.

    Wenn ich keinen Kommentar eingeben aber trotzdem mitlesen möchte, muss ich in dem Kommentarfeld zumindest einen Punkt setzen (ich bevorzugte bisher als Eingabe „mitlesen“) damit er den Kommentar annimmt und das Häkchen auch Wirkung zeigt – will heißen ich die folgenden Kommentare in mein privates E-Mail Postfach geschickt bekomme.

  8. Wer 70+ alt ist, sollte von seinen Eltern und Grosseltern wissen, was Papiergeld wert ist, denn diese haben schliesslich schon mehrere „Währungsvorfälle“ und auch eien „Lastenausgleich“ und Enteignungen miterlebt und meistens verloren.

    Wer also noch immer „Geld“ in größerer Menge auf dem Konto hat, ist selber schuld, wenn er es nicht in Sachwerte investiert hat.

    Ähnliches betrifft Aktien, Anleihen, Versicherungspolicen etc.

    Die CG bietet Mitgliedern die Möglichkeit gegenseitiger Unterstützung, der Investition in Sachwerte, der Ablösung von Krediten bei deutschen Banken und im Rahmen der genossenschaftlichen Selbsthilfe eine faire Verzinsung.

    Wie das im Detail erfolgen kann, beschreibt Lars Freitag sehr ausführlich in seinen Büchern.

    http://www.car-genossen.ch/dasbuch.html

    • Ist Ihnen jemals der Gedanke gekommen, dass der Stellenwert des Geldes für Menschen 70+ ein anderer sein kann, als für einen frisch diplomierten (gibt es das eigentlich noch) Studienabgänger mit Familienplanung und entsprechender „Karriereplanung“ ?

      Meine kürzlich verstorbene 97jährige „Omi“ hat sich trotz kleiner Rente und relativ bescheidener Lebensführung, kein Interess am Kontostand geäussert.

      • Wunschdenker // 20. März 2016 um 17:17 //

        @Greenhoop
        Ganz wichtig in so einem Fall, dass man mit der Oma oder der älteren Person die einem nahe steht spricht. Schon mehrere ältere Mesnchen sind auf den Enkeltrick hereingefallen und haben damit einen Großteil oder teilweise das gesamte Ersparte an Trickdiebe verloren. Schwieriger wird es natürlich, wenn die ältere Person schon beginnende Demenz hat. Wichtig ist auch das Vertrauensverhältnis, zumindest für die ältere Person, leider gibt es auch Angehörige die zwar eine große Geldgier, aber einen schwachen Charakter ihr eigen nennen. Sofern mehrere Nachkömmlinge vorhanden sind sollte man das im Familienkreis, u.U. mit Notarbeistand regeln, was natürlich wenig Sinn macht wenn man das „Vermögen“ geheim halten möchte aus gutem Grund. Das Hauptanliegen ist mir, dass die sparsamen alten Leute nicht um ihr Hab und Gut gebracht werden und das zu Lebzeiten, die würden daran zerbrechen.

  9. Ohne das Geld der Menschen auf der Bank funktioniert halt das Giralgeldsystem nicht mehr, das, und nur das worauf sich der Reichtum und Wohlstand vieler Bankster aubaut. Sind die Säulen weg, wird der Wohlstand nicht mehr zu halten sein.

  10. Habe gestern mit jemand über seinen Urlaub in Dom.Rep gesprochen. Er wollte in einer Bank ein 500,- Schein in heimische Währung wechseln. Erste Reaktion: Können wir leider nicht annehmen. Nach einem Gespräch mit dem Direktor der Bank konnte er den Schein doch umtauschen, jedoch zu einem ca. 20% schlechterem Kurs. Er bekam praktisch nur 400.-.

    • Bernd Grünspan // 22. März 2016 um 19:27 // Antworten

      Das ist nach 15 Jahren Euro der klägliche Stand der früher alltäglichen Wechselkursintelligenz. Mit etwas Grips würde er privat tauschen und wüsste, welche Währungen und Stückelungen man im jeweiligen Ausland bevorzugt.

  11. Das Leben ist eben ein anhaltender Lernprozess.

    Manche lernen aus Büchern.
    Manche lernen aus den Erzählungen der Alten.
    Manche lernen aus Erfahrungen.
    Und manche lernen nie.

  12. Karl Brenner // 20. März 2016 um 17:55 // Antworten

    Eine größere Anzahl dieser griechischen 500er gehörten mal dem deutschen Steuerzahler.

    Aber so funktioniert die neue EU
    Das Geld der Deutschen ist ja nicht völlig weg, ea haben nur andere

  13. Umso eher man sich von den wertlosen Copyrights trennt ( Euroscheine sind keine Banknoten) desto besser ist es für das eigene Vermögen

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