Ein Gewalt provozierendes System
Ein Gewalt provozierendes System

Ein Gewalt provozierendes System

Schwer bewaffnete Polizei patrouilliert in Paris: Ist ohne sie Sicherheit nicht mehr zu gewaehrleisten? © Karin Lachmann Schwer bewaffnete Polizei patrouilliert in Paris: Ist ohne sie Sicherheit nicht mehr zu gewaehrleisten? © Karin Lachmann
In der Flüchtlingskrise vertrauen die Naiven umso fester, um virtuell noch in der heilen Welt leben zu können. Die Skeptischen suchen im eigenen Zorn emotionale Zuflucht.

Gewalt an sich braucht keinen moralischen Vektor. Im Gegensatz zu Gut und Böse, rechts und links, fortschrittlich und konservativ, deutsch und nichtdeutsch, Freund und Feind bedarf es keiner Wertung, um in einer zivilisierten Gesellschaft Gewalt als negativ und unerwünscht einzuordnen.

Schon anders sieht es mit der Gegengewalt aus, also der zur individuellen wie territorialen Verteidigung ausgeübten oder der, die dem Staat zur Aufrechterhaltung der Ordnung zusteht. Wäre unsere Gesellschaft wirklich zivilisiert, würde sich wohl auch diese Gegengewalt minimieren.

Wie steht es nun aber mit einer Staatsführung, die durch ihre Flüchtlingspolitik mehr oder weniger formal legal Verhältnisse schafft, die zu zusätzlicher massiver Gewalt führen müssen? Sie übt eine negative institutionelle Gewalt aus – und diese Gewalt hat sehr wohl einen Vektor, und sie geht mit Sicherheit nicht mehr vom Volke aus. Auf dieser Meta-Ebene ist es dann auch völlig unerheblich, von wem dann die konkrete verbale, nonverbale und als „Ultima Ratio“ die physische Gewalt letztlich ausgeht. Flüchtlinge, Bürger oder radikale Wirrköpfe – sie alle sind dann Opfer einer katastrophalen politischen Weichenstellung. Die wahre Parole heißt dann: „Die schaffen uns.“

Rasant wechselnde Verhältnisse

Natürlich enthebt uns das nicht der Aufgabe, mit dem so erzeugten Scherbenhaufen irgendwie umzugehen. Erstes Gebot muss dabei sein, sich nicht in politischen Lagern zu verschanzen, sondern trotz aller Vernebelungspolitik ein Bild von den realen Zuständen zu machen. Andernfalls wäre irgendwann der Bürgerkrieg die zwangsläufige Folge. Wir tun gut daran, den Hauptwiderspruch einer politisch inszenierten Krise im Kopf zu behalten, wenn wir über die Menschen, die hier möglicherweise Gesetze brechen, urteilen wollen. Was bitte nicht dahingehend misszuverstehen ist, der einzelne Gesetzesbrecher wäre nicht auch in aller Konsequenz zu stoppen und zur Verantwortung zu ziehen.

In Anbetracht eines inzwischen weitgehend gleichgeschalteten Informationsapparats es ist nicht einfach zu überblicken, wie die sich zudem rasant wechselnden Verhältnisse darstellen. Hörten wir doch noch vor einem halben Jahr bei damals 600.000 in Deutschland registrierten Asylbewerbern in wenn auch nur randständigen Zeitungsmeldungen von den zuzuordnenden140.000 Straftaten. Das war eine beeindruckende Zahl. Zwei Drittel davon waren Vermögens- und Fälschungsdelikte sowie Diebstähle.

Heute dagegen wird entspannt vermeldet, „die Vermutung, Flüchtlinge würden besonders häufig Straftaten begehen, kann die Polizei nicht bestätigen“. Auch habe man im Umfeld von Flüchtlingsheimen keinen Anstieg der Kriminalität wahrgenommen. So sehr solche Veröffentlichungen zumindest seit den Vorfällen von Köln mit Vorsicht zu genießen sind, kann man sie doch nicht einfach im Umkehrschluss von der Hand weisen, ohne sie widerlegen zu können.

Das neue deutsche Schisma hat seinen unguten Weg gefunden, mit dieser Informationsunsicherheit umzugehen: Die Naiven vertrauen umso fester, um virtuell noch ein bisschen länger in der heilen Welt leben zu können, die Skeptischen radikalisieren sich, um im eigenen Zorn emotionale Zuflucht zu finden. Fakt ist, dass das Gewaltpotenzial auch jenseits von immer wieder beschworener Terrorgefahr und von Vergewaltigungen steigt. Auch hier ist eine Differenzierung hilfreich.

Große Gruppe friedlicher Einwanderer

Vermutlich am härtesten betroffen sind derzeit die Flüchtlinge selbst, zumindest jene, die in Lagern unter unzumutbaren Bedingungen und in der relativ großen Rechtsferne dieser neuen Parallelgesellschaften leben müssen. Täter und Opfer haben, so heißt es, in zwei Dritteln aller Fälle dieselbe Herkunft. Obwohl es die politisch-korrekte Propaganda leugnet, entstehen unter Menschen, die nicht nur aus Kulturen kommen, in denen Gewalt und Rücksichtnahme einen ganz anderen Stellenwert haben, sondern die nun auch unter Umständen leben, in denen die bisherigen die Gewalt kontrollierenden Mechanismen nicht mehr funktionieren, naturgemäß erhebliche Verwerfungen.

Nachdem es im Lager von Suhl[1] zu massiven Konflikten unter Lagerinsassen gekommen war, die sich nicht mehr verheimlichen ließen, schlug der linke Ministerpräsident Bodo Ramelow[2] sogar vor, die Flüchtlinge künftig nach Ethnien getrennt unterzubringen. Was für ein Eingeständnis der Problematik aus diesem Munde!

Doch selbst wenn sich dies organisieren ließe bei einer ansonsten völlig unorganisierten „Einwanderung“, wird so der Konflikt nur verschoben und nicht beseitigt. Wenn diese Ethnien in Deutschland sind und wenn sie, wie zu erwarten ist, weiter unter den unwürdigen Bedingungen der Arbeitslosigkeit und der Gettoisierung leben müssen, wird es diese Gewalt und Kriminalität dann eben auf viel größerer Ebene geben. Klar ist, dass unter den Migranten durch die unkontrollierte Willkommenspolitik ein vergleichsweise hoher Anteil Krimineller und gewaltbereiter sowie gesetzesfremder Überlebenskünstler ist. Und so wird dieses Gewaltpotenzial dann auch die große Gruppe der friedlichen und vielleicht auch integrationswilligen Einwanderer als erste treffen.

Bis jetzt sind wir aber noch in der Situation, dass sich Flüchtlinge in Lagern Massenschlägereien[3] liefern oder sich gegenseitig mit Feuerlöschern[4] prügeln. In Bonn schoss die Polizei auf einen 23-Jährigen aus Guinea, der einen Mitbewohner mit einem Messer attackierte. In einem Zeltlager in Dresden kam es zu einer Massenschlägerei zwischen Asylbewerbern aus Afghanistan und Syrien. Sie bewarfen sich mit Pflastersteinen und Feldbetten.

Unschuldige werden zu Opfern

Ein bezeichnendes Licht auf die Gewaltbereitschaft anderer Kulturen warf ein Vorfall vor einem Jahr[5], bei dem eine Gruppe muslimischer Flüchtlinge auf hoher See zwölf Christen über Bord warf und zusah, wie diese ertranken. Da interessierte es die Mörder nicht, dass alle an Bord Schwarzafrikaner mit dem gemeinsamen Ziel Europa waren. Solidarisches Verhalten jenseits der Stammesebene ist eine Errungenschaft entwickelter Kulturgesellschaften. Dies von anderen Kulturen zu erwarten, ist nicht nur naiv, sondern auch arrogant.

Derartiges Gewaltpotenzial hat die Lager inzwischen teilweise auch schon verlassen oder zeigt sich als Folge gescheiterter Alt-Integration. Ein Schwimmbad in Berlin musste nach Massenschlägereien unter 60 Jugendlichen geschlossen werden. In der darauffolgenden Nacht wurden die Geschäftsräume des Bades verwüstet. Massive Konflikte und Verteilungskämpfe dieser Art sind zwischen Altmigranten und Neumigranten zu erwarten. Vor einem Berliner Flüchtlingsheim wurde kürzlich eine Schreckschusspistole aus einem Auto abgefeuert, während der Beifahrer „Allahu Akbar“ rief.

All das macht es natürlich keinen Deut besser, wenn Teile der autochthonen Bevölkerung Gesetze brechen und Gewalt gegen Fremde ausüben. Egal, ob bei Protesten gegen ein geplantes Asylbesucherzentrum im niederländischen Geldermalsen Steine und Flaschen fliegen oder ob in Jahnsdorf ein Bus mit Asylbewerbern angegriffen wird[6], egal ob in Berlin ein Sprengstoffattentat auf ein Flüchtlingsheim verübt wird, das nach offiziellen Angaben 100 Menschenleben hätte in Gefahr bringen können oder zwei betrunkene Männer in der S-Bahn einen Syrer schikanieren – all dies sind keine Antworten auf die Problematik, sondern das Schaffen von neuen Problemen. Denn: Egal wie viele kriminelle Asylbewerber es auch geben mag, werden durch solche Mob-Justiz viel mehr Unschuldige zu Opfern. Wenn, muss sich die Wut gegen die Herrschenden richten oder gegen die, die sie stützen.

Niveau der Lüge und Gewalt

Ja, es gibt auch offensichtlich eine zunehmende Gewalt seitens der Asylbewerber gegen die angestammte Bevölkerung, und je mehr die Presse davon verschweigt, desto mehr muss die alternative Öffentlichkeit darüber berichten. Auch hier auf GEOLITICO wird demnächst ein Post über die Veränderung des Lebensgefühls im Lande durch den Import neuer Gewaltpotenziale erscheinen.

Doch all dies darf immer nur mit der höchstmöglichen Verantwortung, also Differenziertheit, geschehen. Es gibt in Deutschland ein systemisches Problem, das nicht zulasten unschuldiger Individuen bekämpft werden kann. Der Widerstand gegen das System des Unheils kann nicht erfolgreich geführt werden, wenn man sich auf dessen Niveau der Lüge und Gewalt herunterziehen lässt.

 

Anmerkungen

[1] http://www.n-tv.de/politik/Polizei-kann-Lage-in-Suhl-beruhigen-article15757966.html

[2] http://www.welt.de/politik/deutschland/article145429238/Ramelow-will-Fluechtlinge-nach-Ethnien-trennen.html

[3] http://www.morgenpost.de/berlin/article206734547/Massenschlaegerei-unter-Fluechtlingen-im-Flughafen-Hangar.html

[4] http://www.morgenpost.de/berlin/article206734043/Schlaegerei-mit-Feuerloeschern-in-Fluechtlingsheim.html

[5] http://www.tagesspiegel.de/politik/flucht-ueber-das-mittelmeer-religioeser-hass-auf-see/11654110.html

[6]http://www.morgenpost.de/politik/inland/article206814335/Fluechtlingsbus-in-Sachsen-mit-Steinen-und-Boellern-attackiert.html

Über Konrad Kustos

Kustos studierte Germanistik, Geografie und Publizistik an der Freien Universität und promovierte über das Spannungsfeld zwischen Unterhaltungsliteratur und Literaturliteratur. Viele Jahre arbeitete er als Journalist in leitenden Positionen bei großen Berliner Tageszeitungen. Der Schwerpunkt seiner publizistischen Arbeit lag bei der Architektur und dem Aufbau der neuen Hauptstadt nach der Wende von 1989. Als roter Faden durch seine Arbeit zieht sich die Verteidigung des Normalbürgers gegen elitäre Denkweisen sowie der Versuch, Ideologien zu enttarnen. Kontakt: Webseite | Weitere Artikel