Simbabwes beispielloser Niedergang

Robert Mugabe / By Tech. Sgt. Jeremy Lock (USAF) (dodmedia.osd.mil) [Public domain], via Wikimedia Commons; https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/8/83/Mugabecloseup2008.jpg Robert Mugabe / By Tech. Sgt. Jeremy Lock (USAF) (dodmedia.osd.mil) [Public domain], via Wikimedia Commons; https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/8/83/Mugabecloseup2008.jpg
Simbabwe, das frühere Rhodesien, war einmal die Kornkammer Afrikas. Der einst vom Westen hoch gelobte Autokrat Robert Mugabe hinterlässt ein zerstörtes Land, schreibt Martin Schmidt*.

Der tansanische Präsident John Magufuli sorgte im Herbst 2015 für sensationelle Schlagzeilen. Das erst im Oktober gewählte neue Staatsoberhaupt des ostafrikanischen Landes ließ die Unabhängigkeitsfeierlichkeiten am 9.Dezember mit der Begründung absagen, ihm sei nicht zum Feiern zumute, während seine Landsleute an Cholera stürben. Stattdessen ordnete er eine landesweite Kehrwoche an und griff selbst öffentlichkeitswirksam zum Besen.

Bereits am ersten Arbeitstag Magufulis im November hatte es einen Paukenschlag gegeben: Der Präsident war gerade im Finanzministerium angekommen, da entließ er bereits alle Mitarbeiter, die unentschuldigt fehlten. Ende desselben Monats strich der 56-Jährige die Delegation Tansanias auf dem Commonwealth-Gipfel in Malta von 50 auf vier Personen zusammen und verordnete für sämtliche künftigen Dienstflüge seines Kabinetts, dass allenfalls er selbst, sein Stellvertreter und der Premierminister noch in der Businessclass unterwegs sein dürften; alle anderen müssten sich mit der „Holzklasse“ begnügen.[1]

Koopertion zwischen GEOLITICO und dem Deutschen Arbeitgeberverband © GEOLITICO

Koopertion zwischen GEOLITICO und dem Deutschen Arbeitgeberverband © GEOLITICO

John Magufuli wurde durch seine an das preußische Dienstethos erinnernden Vorbild- und Sparsamkeitsaktionen schlagartig zum Exoten unter den 55 Staatsoberhäuptern Afrikas. Selbst ausgesprochenen Liebhabern des naturräumlich großartigen Schwarzen Kontinents wären kaum Kandidatenländer eingefallen, hätte man sie nach denkbaren Schauplätzen solch außergewöhnlicher Begebenheiten gefragt. Außer dem vergleichsweise geordneten Tansania (dem einstigen Deutsch-Ostafrika) vielleicht noch Botswana, Sambia oder Äthiopien. Ein Staat wäre ganz sicher nicht auf dieser Liste der Hoffnung gestanden: Simbabwe.

Die Briten als „erste Rasse der Welt“

Die Geschichte dieser einstigen britischen Kolonie, die bis April 1980 den offiziellen Namen Rhodesien führte, beginnt mit ihrem Gründer Cecil Rhodes (1853-1902). Dieser ist bis heute umstritten, so wie die Kolonialgeschichte des britischen Empire vor allem in England selbst immer wieder als Aufhänger dient für mit Maßstäben unserer Zeit formulierte Rassismusvorwürfe. Erst Ende 2015 forderte eine Gruppe von Studenten der Eliteuniversität Oxford von der Hochschulleitung, eine Statue des Stifters Cecil Rhodes zu entfernen, weil dieser „für Kolonialismus und Rassismus“ stehe.[2]

Sir Cecil John Rhodes war fraglos ein Imperialist und seine Gedanken bewegten sich im Rahmen der darwinistischen Vorstellungswelt einflussreicher Kreise der englischen Oberschichten in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Rhodes sah in den Briten dieerste Rasse der Welt“ und träumte von einer den Erdkreis beherrschenden gemeinsamen anglo-amerikanischen Regierung. Geboren im englischen Bishop’s Stortford, wurde er bereits mit 17 Jahren erstmals zu seinem Bruder nach Südafrika geschickt. Dort gründete er 1880 die berühmte Diamantenfirma De Beers, wurde 1881 Mitglied des Parlaments der Kapkolonie und konnte 1885 die Londoner Regierung dazu bewegen, das Betschuanaland (heute Botswana) zu erobern.

Vier Jahre später bekam er von der Zentrale den Auftrag, die British South Africa Company zu gründen, deren sich stetig nordwärts erweiternde Einflussgebiete an englische Siedler verkauft wurden. Schließlich erhielten diese neuen Kolonien die seinen Namen tragenden Bezeichnungen Nord- und Südrhodesien (das heutige Sambia bzw. Simbabwe). 1890 wurde Rhodes dann zum Premierminister der Kapkolonie gewählt und blieb dies bis 1896. Er strebte eine Vereinigung der seinerzeitigen südafrikanischen Burenrepubliken mit der Kapkolonie zu einer Südafrikanischen Union unter britischer Fahne an. Cecil Rhodes starb am 26. März 1902; sein Grab liegt auf einem Berg im Matopo-Gebirge in Simbabwe.

Drei Männer bestimmten das Schicksal des Landes

Die zweite Schlüsselfigur in der Geschichte Rhodesiens war der schottischstämmige Farmer Ian Smith. Nachdem sich Rhodesien am 11. November 1965 einseitig von der Krone getrennt und die Unabhängigkeit erklärte hatte, wählte ihn die kleine weiße Bevölkerungsschicht zu ihrem Interessenvertreter. Smith war im Zuge des Entkolonialisierungsprozesses der einzige aus Europa stammende politische Führer, der die Lösung vom Empire selbst betrieb und danach an die Macht kam. Dem Mutterland warf er allzu große Nachgiebigkeit gegenüber der schwarzen Stammbevölkerung vor. Eines seiner Wahlkampfmottos spiegelt seinen vor dem Hintergrund der weitgehend abgeschlossenen Dekolonialisierung anachronistischen Politikansatz besonders gut wider:

„For a whiter, brighter Rhodesia“ (Für ein weißeres, strahlenderes Rhodesien).

Wie viele seiner weißen Landsleute trieb ihn die Sorge vor katastrophalen Umbrüchen an, wie sie damals in Afrika gang und gäbe waren und beispielsweise die ehemalige belgische Republik Kongo heimsuchten.

Zu Zeiten der Regierung Smith standen auf einer Fläche von 390.580 qkm (zum Vergleich: die Bundesrepublik Deutschland misst 357.092 qkm). 275.000 Weiße 5,8 Millionen schwarzen Einheimischen der verschiedensten Stämme gegenüber. Über 70 Prozent gehörten den Shona an, knapp 20 Prozent den Ndbele, Tonga u.a.

Smiths Rhodesische Front regierte, obwohl die eigene Staatlichkeit international bloß von Südafrika anerkannt wurde, bis Ende der siebziger Jahre. Ihre Regierungstruppen kämpften einen ständigen Buschkrieg mit kommunistischen schwarzen Rebellen, der ungefähr 30.000 Menschenleben kostete. Das Verhältnis von weißen und schwarzen Abgeordneten im Parlament (50 Weiße gegenüber 8 Schwarzen) verkehrte die ethnische Zusammensetzung der Bevölkerung ins Gegenteil: Das schwerwiegendste Problem der Regierung Smith und ihres ebenso sturen wie geschickten Chefs war die Kritik der früheren Kolonialmacht Großbritannien an der offiziösen Rassenpolitik in Salisbury (ab 18.4.1982: Harare). Aus London kamen hartnäckige Forderungen, die ethnischen Verhältnisse im Parlament demokratisch abzubilden.

Mugabe übernimmt die Macht

Andere westliche Industrieländer, allen voran die USA, beteiligten sich an dieser Einflussnahme, zumal man durch einen vertraglich gestützten, sozusagen evolutionären und nicht revolutionären Übergang der Macht an eine als lenkbar eingeschätzte schwarze Mehrheitsregierung die weitere Ausbreitung von sowjet-kommunistisch beeinflussten Ein-Parteien-Regimes in Afrika zu verhindern trachtete. Das war, wie rückblickend festgestellt werden muss, eine verhängnisvolle Fehlkalkulation.

Als 1976 die südafrikanische Regierung Foster ihre wirtschaftlich überaus wichtige Nachbarschaftshilfe einstellte, wurde das von vielen Weißen beiderseits der Grenze als Verrat empfunden und bedeutete den Anfang vom Ende der Ära Ian Smith. Obwohl dessen Regierung nun kooperationsbereite schwarze Politiker einzubinden suchte, musste sie sich im September 1979 auf Waffenstillstandsverhandlungen mit der militanten Opposition unter Führung Robert Mugabes einlassen. Diese fanden in London statt. Auf maßgeblichen Druck der britischen Regierung wurde die Gründung einer „Republik Simbabwe“ vereinbart samt freier Wahlen im Februar 1980. Mugabes Aufständische mussten sich im sogenannten „Lancaster-House-Abkommen“ im Gegenzug verpflichten, wenigstens zehn Jahre lang eine Mindestanzahl weißer Vertreter im Parlament zuzulassen. Grundsätzlich vereinbart wurde ferner eine ab 1989 mit finanzieller Hilfe Großbritanniens zu startende Landreform.[3]

Die Ansetzung freier Wahlen war Robert Mugabes historische Chance: Völlig überraschend, vor allem aus Sicht Londons, ging aus diesen statt des liberaleren Favoriten Joshua Nkomo die militante ZANU-Partei als Sieger hervor. Der Jesuitenschüler Robert Gabriel Mugabe (* 21. Februar 1924 in Masvingo) gehört dem größten Stamm der Shona an.

Im Jahre 1960 war er nach seinem Studium an verschiedenen ausländischen Hochschulen als überzeugter Kommunist heimgekehrt. Smith nannte ihn immer wieder einen „marxistischen Terroristen“. In Rhodesien angekommen, begann Mugabe sogleich mit dem Kampf gegen die englischen Kolonialherren. Zunächst tat er das im Rahmen der National Democratic Party (NDP); später gründete er die rivalisierende Zimbabwe African National Union (ZANU) und führte deren extremistischen Flügel African National Liberation Army (ZANLA). Dies brachte ihm 1964 eine elfjährige Haftstrafe ein. Nach seiner Entlassung setzte Mugabe die Feldzüge gegen die weiße Minderheitsregierung von Mosambik aus fort. Bezeichnenderweise befahl er seinen Gefolgsleuten während dieses Buschkrieges, keine Schuhe und Socken mehr zu tragen, um so ihren Willen zur totalen Abkehr von der westlichen Zivilisation zu demonstrieren.[4]

Doch der noch wenig bekannte neue starke Mann hielt sich nach seiner Amtsübernahme 1980 zunächst mit harten Maßnahmen gegen den weißen Bevölkerungsanteil zurück. Auf internationaler Bühne gab es dafür eine Menge Zustimmung und eine stattliche Zahl an Auszeichnungen (siehe den Wikipedia-Eintrag zu Mugabe). In Deutschland war dem „Befreier“ der Beifall seitens der etablierten Politik[5] ebenso sicher wie jener der zahlreichen linksradikalen Gruppierungen, die sich dem „antikolonialistischen Kampf“ gegen die Apartheidsregime in Rhodesien und Südafrika verschrieben hatten. Die Rolle von Organisationen und Parteien wie dem Kommunistischen Bund Westdeutschland / KBW[6], der Deutschen Kommunistischen Partei / DKP oder auch den Grünen für die öffentliche Wahrnehmung der Konflikte im Süden Afrikas war zweifellos relevant und harrt noch ihrer wissenschaftlichen Aufarbeitung.

Die Vertreibung der weißen Farmer

Auch die Ökonomie Simbabwes funktionierte in den Achtzigern im Großen und Ganzen noch gut, selbst wenn man wohl hinter manche von den Machthabern in Harare verkündeten und sich bis heute in den Wikipedia-Einträgen haltenden damaligen Erfolgsmeldungen Fragezeichen setzen muss. Erste brutale Unterdrückungsmaßnahmen gegen rivalisierende schwarze Stammesgruppen gab es allerdings schon zu dieser Zeit. So soll die berüchtigte 5. Brigade der Regimetruppen schätzungsweise 20.000 Angehörige des Volkes der Ndebele getötet haben, die Mugabes erklärten Gegner Joshua Nkomo unterstützt hatten.[7]

Nach seiner ersten Wiederwahl 1985 ließ sich Robert Mugabe von seiner Entourage zum direkten Nachfahren der Könige von „Groß-Simbabwe“ erklären. 1987 wurde er zum Präsidenten auf Lebenszeit und schaffte das Amt des Premierministers ab. Danach brauchte er keine Wahlen mehr zu fürchten und wurde unter Einsatz der hierfür bereitstehenden totalitären Instrumente (einseitige Propaganda, massive Einschüchterung Oppositioneller und Verfolgung Andersdenkender, mutmaßliche Wahlfälschungen) regelmäßig mit satten Mehrheiten „wiedergewählt“. Und das bis heute. Im Juni 2005 veranlasste Mugabe im Rahmen der Operation Murambatsvina, gezielt Siedlungen mit Planierraupen zu zerstören, in denen überwiegend für die Opposition gestimmt worden war. Die immer wieder aufflackernden innnenpolitischen Auseinandersetzungen forderten Hunderte Todesopfer. Allein 2002 gab es nach Angaben von Amnesty International 70.000 registrierte Fälle von Misshandlungen und Folter.[8]

Zu Beginn der neunziger Jahre begann dann die folgenschwere Umsetzung der Bodenreformpläne und nahm bis Ende des Jahrzehnts zusehends extremere Formen an. In der Theorie existierte zunächst das Konzept des „freiwilligen Verkaufs“, mit dem schwarze Bewohner für das den weißen Siedlern angelastete Unrecht des Landraubs entschädigt werden sollten. Mugabe selbst sagte dazu:

“If white settlers just took the land from us without paying for it, we can, in a similar way, just take it from them without paying for it.”[9]

Doch nicht die eher geeigneten schwarzen Landarbeiter der weißen Alteigentümer bekamen letztlich den Großteil der Flächen übereignet, sondern Angehörige von Mugabes Sippe, frühere Genossen aus der kommunistischen Kampfzeit oder andere Parteigänger des Diktators, die in der Regel keinerlei landwirtschaftliche Vorbildung aufwiesen. Im Jahr 2000 besaßen rund 4000 Großfarmer, davon annähernd zwei Drittel Profiteure der Landreform, ungefähr 70 Prozent des zu bewirtschaftenden Landes. Statt der vielbeschworenen Umverteilung zugunsten zahlreicher armer schwarzer Landloser kam es also zu einer Bereicherung weniger schwarzer Privilegierter. Manche Minister der Mugabe-Regierung rissen sich gleich mehrere der zu Statussymbolen degradierten, bis dato blühenden Farmen unter den Nagel.[10]

Manche Anbauflächen wurden mutwillig zerstört. Vielfach kam es bei der Übergabe an insgesamt etwa 200.000 Neueigentümer zu Gewaltakten; weiße Tabakbauern wurden in größerer Zahl umgebracht. Sehr viele weiße Farmer, die in den Augen der neuen Machthaber der personifizierte Inbegriff des verhassten Kolonialerbes waren, flüchteten außer Landes. Zunächst zog es sie schwerpunktmäßig nach Südafrika, später vor allem nach Australien.

Wirtschaftlicher Niedergang

Damals kam es zu ersten westlichen Sanktionsmaßnahmen gegen das rote Regime in Simbabwe. Doch nicht diese, sondern die katastrophale Misswirtschaft bewirkte einen Zusammenbruch des Agrarsektors, da es den Neueigentümern an Erfahrung, dem nötigen Geld oder auch nur an Motivation mangelte. Binnen weniger Jahre fehlten Millionen Tonnen an Getreide, die Produktion des Hauptexportartikels Tabak ging um 75 Prozent zurück. Große Flächen liegen seitdem brach. Hungersnöte konnten nur dank umfangreicher Entwicklungshilfelieferungen verhindert werden. Das letzte Kapitel der ethnischen Säuberung an den englischen Siedlern wurde 2007 geschrieben, als nochmals rund 400 übriggebliebene weiße Farmer von der Regierung unter massiven Drohungen vertrieben wurden.[11]

Haarsträubende planwirtschaftliche Maßnahmen waren an der Tagesordnung. So setzte der Diktator die Preise für das „Grundnahrungsmittel“ Brot zeitweilig auf die Hälfte ihres Herstellungspreises fest und ließ Verstöße streng bestrafen. Die Bäcker stellten daraufhin ihre Brotproduktion ein – bis jemand bemerkte, dass die Preisvorschriften nicht für als „Luxusware“ geltende Brote mit Sesam galten. Daraufhin wurden die alten Standardbrote wieder ins Sortiment aufgenommen, allerdings fortan mit einigen Körnchen Sesam bestreut.[12]

Die Not des Landes veranlasste auch zahlreiche schwarze Bürger zur Auswanderung. Staaten wie Sambia, Nigeria und Mosambik machten Bauern und Facharbeitern aus dem Reich Mugabes gezielte Niederlassungsangebote. Doch der Hauptstrom des Exodus ging in das Nachbarland Südafrika, wo 2007 Schätzungen zufolge allein drei Millionen Menschen aus Simbabwe lebten.

Dabei war die Ausgangslage des Landes – zumindest wirtschaftlich gesehen – alles andere als schlecht. Das vormalige Rhodesien nennt nicht nur einzigartige landschaftliche Schönheiten wie die Victoriafälle sein eigen, sondern es besitzt unter anderem Diamanten, Gold und Platin, produziert(e) reichlich Tabak und galt einst – man glaubt es heute kaum noch – mit seinen fruchtbaren Böden und hohen Erträgen als Kornkammer des südlichen Afrikas. Auch Mais und Soja wurden großflächig angebaut, darüber hinaus Baumwolle, Erdnüsse und Jute. Ebenso konnte sich die Infrastruktur im Vergleich sehen lassen, und die 275.000 weißen Siedler – insbesondere die mehreren tausend Großfarmer – verkörperten den Anschluss an moderne Wirtschaftsmethoden.

Noch im Jahre 1998 war die Volkswirtschaft Simbabwes die am schnellsten wachsende ganz Afrikas.[13] Danach begann ein rasanter Abstieg. Nicht nur die Landwirtschaft, auch der Bergbau kollabierte. Die gesamte Wirtschaftsleistung des Landes machte 2008 nur noch gut die Hälfte von 1999 aus, ermittelte die Weltbank. Doch damit war der Absturz längst nicht beendet. Es kam zu einer katastrophalen Inflation, in deren Verlauf sich die Preise mehrmals am Tag verdoppelten und man zum Einkaufen buchstäblich schubkarrenweise Geld benötigte. Selbst Scheine über 100 Milliarden Simbabwe-Dollars wurden praktisch wertlos. Lag die Inflationsrate im Durchschnitt der Jahre 1970-78 noch bei 7,6 Prozent, so waren es im Januar 2005 bereits 133,6 Prozent. Und verfügte das alte Rhodesien über satte Währungsreserven von 296 Millionen US-Dollar (1980), waren es 2002 nur noch 106 Millionen US-Dollar, Tendenz fallend. Die Arbeitslosigkeit näherte sich im Jahr 2015 der Marke von 80 Prozent.[14]

Auch andere statistischen Kerndaten offenbaren den totalen Niedergang: Während sich die Einwohnerzahl von 7,3 Millionen (1980) auf ungefähr 14 Millionen (2015) innerhalb von dreieinhalb Jahrzehnten fast verdoppelte, verdoppelte sich wegen der grassierenden Armut und der immer schlechteren medizinischen Rahmenbedingungen auch die Sterberate, nämlich von 14,4, je 1000 Einwohner (1970-1975) auf 27 je 1000 Einwohner (2000-2005). Die Lebenserwartung fiel bei Frauen auf durchschnittliche 33 Jahre bzw. bei Männern 34 Jahre (2000-2005) gegenüber 53 Jahre bei Frauen und 50 Jahren bei Männern in der späten Rhodesien-Zeit (1970-1975). Zuwachs gab es dagegen bei den HIV-positiv getesteten Personen, deren Anteil unter den 15-jährigen Einwohnern im Jahr 2003 bei 43 Prozent lag und bei den 15- bis 40-Jährigen bei 34 Prozent.[15]

Desaströses Erbe

Heute, nachdem Robert Mugabe über 35 Jahren ununterbrochen an der Macht ist, steht fest: der über 90-jährige autokratische Herrscher wird ein desaströses Erbe hinterlassen, wenn sein von zahlreichen Menschen innerhalb wie außerhalb der Landes sehnsüchtig erwarteter Tod eintritt. Denn Mugabe steht für chronische Misswirtschaft, Korruption und Gewalt. Simbabwe zählt mittlerweile zu den weltweit ärmsten Volkswirtschaften. Der persönliche Lebensstil des Diktators und seines Umfelds gilt als verschwenderisch. So soll an Mugabes 86. Geburtstag über eine halbe Million US-Dollar für Champagner und Kaviar ausgegeben worden sein.[16] Im Dezember 2010 wurde durch von Wikileaks veröffentlichte US-Diplomaten-Korrespondenzen ruchbar, dass Mugabe, seine Frau Grace und hohe Regierungsmitarbeiter sich in großem Stil am Diamantenhandel aus den Minen im ostsimbabweschen Chiadzwa bereicherten.[17]

Bezeichnenderweise sah sich der Diktator 2009 angesichts der desaströsen Inflationsraten dazu genötigt, vorübergehend den US-Dollar als Ersatzwährung zum maroden Simbabwe-Dollar einzuführen. Die Inflation erreichte damals astronomische Werte von bis zu 231.150.888,87 Prozent. Im Zuge des allgemeinen Preisniedergangs im Rohstoffbereich fielen zuletzt auch die Einnahmen aus den für Simbabwe überaus wichtigen Gold- und Platinminen ins Bodenlose. 2015 kam dann noch eine schlimme Dürre hinzu, so dass zum Beispiel eines der wichtigsten Kraftwerke, der Staudamm am Kariba-See, bloß noch einen Bruchteil der geplanten Leistung erbringen konnte. Strom ist längst ebenso zu einem knappen, oft nur stundenweise verfügbaren Gut geworden wie das überlebenswichtige Wasser.

Doch all diese Tatsachen an sich wären für afrikanische Verhältnisse ja nicht gänzlich ungewöhnlich, ebenso die von Harare ausgehende Brutalität gegenüber eigenen Staatsbürgern. Vielmehr führten andere Begleiterscheinungen der Diktatur Mugabes zu dessen nachhaltiger Diskreditierung insbesondere in den USA und bei der EU. So verglich sich der Diktator selbst mehrfach öffentlich mit Adolf Hitler und zeigte sich im September 2005 sogar mit entsprechendem Bärtchen unter der Nase. Ab 1991 bezeichnete er Homosexuelle im Zuge von Kampagnen als „unafrikanisch“ und drohte ihnen mit Gefängnisstrafen von bis zu zehn Jahren.[18] Sein umgekehrter Rassismus nahm bizarre Formen an. Nicht nur waren die weißen Großfarmer und ihre Familien den geschilderten Verfolgungen und Vertreibungen ausgesetzt, auch von Weißen geführte Unternehmen wurden pauschal diskriminiert. Noch 2012 forderte der Diktator, dass Firmen nur Schwarzen gehören sollten.[19]

Außenpolitisch setze Mugabe lange Zeit ganz auf die Volksrepublik China. Diese verfolgt in Afrika bekanntlich ihre eigene, vor allem an den reichen Rohstoffvorräten des Schwarzen Kontinents interessierte Langzeitstrategie. Dafür war Simbabwe ein höchst verlockendes Ziel und die geschwundenen Zugriffsmöglichkeiten Europas und der USA gerade auf dieses Land könnten sich, sollten sie sich auch nach der Ära Mugabe fortsetzen, als schwere strategische Hypothek erweisen.

Doch Peking vermochte Harare nicht wirklich zu helfen, so dass Robert Mugabe in jüngster Zeit Annäherungsbereitschaft in Richtung USA, Großbritannien, EU, IWF und Weltbank signalisierte. Bei all diesen Mächten besteht angesichts der schwerwiegenden Menschenrechtsverletzungen allerdings noch immer eine Art Ächtung Simbabwes: Im Dezember 2003 wurde das Land aus dem Commonwealth of Nations ausgeschlossen, und Ende 2008 forderten sämtliche EU-Mitgliedsländer den Rücktritt Mugabes. Robert Mugabe selbst bekommt seither keine Einreiseerlaubnis in die Europäische Union (mit Ausnahme von Besuchen von Veranstaltungen der Vereinten Nationen und des Vatikans). Andererseits gibt es allen Verbrechen des Diktators zum Trotz eine vom Nachbarn Südafrika angeführte Phalanx afrikanischer Regierungen, die Mugabe unterstützt bzw. ihn zumindest diplomatisch nicht fallenlässt. Im vergangenen Jahr wurde er sogar zum Präsidenten der Afrikanischen Union gewählt.

Mut zu einer ehrlichen historischen Aufarbeitung

Robert Mugabe ist derzeit wohl das weltweit älteste Staatsoberhaupt. Auch wenn er nicht, wie Gerüchte besagen, schwer erkrankt ist, dürfte sein Tod nur eine Frage weniger Jahre sein. An diesem Tag X wird es dann höchste Zeit, das Drama Rhodesiens/Simbabwes jenseits der Stereotypen des Entkolonialisierungszeitalters aufzuarbeiten. Denn für die Geschichtsbücher kann nicht allein die rassisch motvierte Ausschließung der schwarzen Bevölkerungsmehrheit in der rhodesischen Apartheidsära Smith die Darstellung bestimmen. Ebenso muss nach den Gründen für den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Niedergang Zimbabwes unter dem schwarzen Diktator Mugabe gefragt werden.

Dabei drängen sich zentrale Fragen auf: In welchem Ausmaß blieb der Diktator zeitlebens von seinen frühen kommunistischen Prägungen beeinflusst? Trägt der Despot aus dem Stamme der Shona höchstpersönlich die Hauptverantwortung für den beispiellosen Abstieg oder muss die Antwort vielschichtiger ausfallen? Muss man – aus einer spezifisch westlichen Sicht – das Fehlen demokratischer Strukturen betonen, oder gilt es eher, über den Fall Simbabwes hinausgehende allgemeine afrikanische Entwicklungsdefizite zu untersuchen, Mugabes Sippen-und Stammesloyalitäten in den Blick zu nehmen oder nach den tieferen Ursachen eines im gesamten südlichen Afrika zu beobachtenden schwarzen Rassismus gegen weiße Bevölkerungsgruppen zu fragen? Auch die Naivität und lange Zeit feststellbare Blindheit europäischer und nordamerikanischer Regierungen gegenüber den Menschenrechtsverletzungen der Post-Apartheidsära in Simbabwe, aber auch in der Republik Südafrika, sollten Thema sein.

Den schwarzen Einwohnern Rhodesiens ging es zur Zeit der weißen Minderheitsregierung zumindest materiell eindeutig besser als danach und sicherlich besser als den damaligen Bevölkerungen anderer afrikanischer Staaten. Das festzustellen, ist keine Rechtfertigung des Apartheidssystems, sondern das Ergebnis unvoreingenommener Analysen.

Auch heikle Fragestellungen dürfen nicht tabu sein, etwa jene, ob wirklich etwas dran ist am Standardvorwurf, weiße Siedler hätten der einheimischen Bevölkerung die besten Böden geraubt und deshalb in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts so reiche Erträge erwirtschaftet. Waren es nicht vielmehr die europäischen Anbaumethoden, die den weißen Farmern ihren Erfolg gegenüber den indigenen Gepflogenheiten beim Feldbau ermöglichten und die Bodenqualität optímierten? Und wären die interethnischen Konflikte zwischen den schwarzen Stämmen auch in Rhodesien/Simbabwe nicht viel früher blutig eskaliert, hätte es nicht das Zwischenspiel der weißen Regierung Smith gegeben? Schließlich wird das Bild des post-kolonialen Afrikas mit seinen künstlichen Grenzziehungen bis auf den heutigen Tag von Machtkämpfen rivalisierender Stämme geprägt, die nicht selten von einem brutalen Willen zu gegenseitiger Vernichtung zeugen.

*Martin Schmidt ist freier Journalist

 

Anmerkungen

[1] Johannes Dieterich, Minister fliegen Holzklasse, Die Rheinpfalz, 10.12.2015

[2] Kolonialgeschichte studieren, nicht ausradieren, Financial Times, 22.12.2015

[3] Wikipedia-Eintrag „Robert Mugabe“

[4] Samantha Power, How to kill a country, The Atlantic, Dezember 2003

[5] für Richard von Weizsäcker war er ein „kluger, besonnener Politiker, der um Ausgleich bemüht ist“ (Bartholomäus Grill, Oberhäuptling Comrade Bob, Die Zeit 18/2000)

[6] siehe zum Beispiel Reiner Luyken, Der ruinierte Traum, ZEIT online, 14.06.2007

[7] Andrea Jeska, Simbabwe, Welt Online, 08.03.2011

[8] Power, a. a. O.

[9] ebd.

[10] ebd.

[11] Junge Freiheit online, Sonderthema Simbabwe, 16.03.2007

[12] Power, a.a.O.

[13] Robert Mugabe. Simbabwe wartet auf den Tod des Machthabers, Handelsblatt, 07.10.2015

[14] Power, a.a.O.

[15] Encyclopedia of the Third World, CIA World Factbook, Munzinger Archiv

[16] Mugabe celebrates birthday amid distress, Mail & Guardian, 27.02.2010

[17] Illegaler Diamantenhandel in Zimbabwe, Financial Times Deutschland, 09.12.2010

[18] Junge Freiheit online, Sonderthema Simbabwe, 16.03.2007

[19] Mugabes Simbabwe: Firmen sollen zu 100 Prozent Schwarzen gehören, Die Welt, 07.12.2012

VIDEOS:

www.youtube.com/watch?v=YgXO_6pV-AI

www.youtube.com/watch?v=BN9AsJi3p5o

www.youtube.com/watch?v=Xi_1Dw3xFmY

31 Kommentare zu Simbabwes beispielloser Niedergang

  1. Goldmann // 23. Februar 2016 um 09:21 //

    Tja,…Lehrbuch. Wär sich den vermeintlich westlichen Werten anschließt und sich angeblichen Vorreiterdemokratien anbiedert, derjenige kann nur scheitern, sorry, nicht derjenige….sondern das Volk eines souveränen Landes…. zudem ist es hier nicht anders…

  2. Nur ein Gedankenexperiment: Wäre Namiba deutsche Kolonie geblieben, sähe heute vieles anders aus. Deshalb wollen die verbliebenen Restkolonien kein Unabhängigkeit mehr. Früher haben die Häuptlinge ihre Untertanen gegen Glasperlen verkauft, heute verschachern sie Bodenschätze und Wasserrechte an die Multis. Das afrikanische Volk wird noch immer durch die eigene Elite verraten.

    • Imperator // 26. Februar 2016 um 07:55 //

      In der gesamten Europäischen Union regiert eine akademische Mafia über die eigene Bevölkerung und warum in die Ferne schweifen, das Böse liegt so nah !!!

  3. Stahlfront // 23. Februar 2016 um 11:15 //

    Zitat: „Erst Ende 2015 forderte eine Gruppe von Studenten der Eliteuniversität Oxford von der Hochschulleitung, eine Statue des Stifters Cecil Rhodes zu entfernen, weil dieser „für Kolonialismus und Rassismus“ stehe.“

    Für mich ist es immer wieder interessant, daß solche Studenten offensichtlich auf einem Auge blind sind, denn der jahrzehntelange Rassismus eines Herrn Mugabe gegen die Weißen hat die selben oder andere Studenten nicht im Mindesten berührt.

    Mugabe veranlaßte Maßnahmen zur Enteignung des Landes der weißen Farmer und zu ihrer Vertreibung. Die Landwirte sind seither gezwungen, hilflos mit anzusehen, wie ihre Fahrzeuge gestohlen, das Vieh geraubt und die Ernte geplündert wurde. Hinzu kommen Folter, Mord und Verbrechen an der eigenen Bevölkerung, die unter den Folgen einer Jahrhundertdürre im südlichen Afrika leidet.

    Trotz allem erhielt Mugabe unzählige Millionen Entwicklungshilfe jährlich, insbesondere von der BRD.

    Die Nachbarländer Simbabwes haben einige der weißen Farmer aufgenommen, weil sie deren Kenntnisse schätzen und sie für sich selbst nutzen wollen. Der Westen hat es in diesem Fall abgelehnt, militärisch einzugreifen, eine Vielzahl weißer Farmer wurde von Schwarzen bestialisch ermordet.

    „Ich behaupte, daß wir die erste Rasse in der Welt sind und daß es für die Menschheit umso besser ist, je größere Teile der Welt wir bewohnen. Ich behaupte daß jedes Stück Land, das unserem Gebiet hinzugefügt wird, die Geburt von mehr Angehörigen der englischen Rasse bedeutet, die sonst nicht ins Dasein gerufen worden wären. Darüber hinaus bedeutet es einfach das Ende aller Kriege, wenn der größere Teil der Welt in unserer Herrschaft aufgeht. […] Die Förderung des Britischen Empire mit dem Ziel, die ganze Welt unter britische Herrschaft zu bringen, die Wiedergewinnung der Vereinigten Staaten, um die angelsächsische Rasse zu einem einzigen Weltreich zu machen. Was für ein Traum! Aber dennoch ist er wahrscheinlich. Er ist realisierbar. […] Da [Gott] sich die englischsprechende Rasse offensichtlich zu seinem auserwählten Werkzeug geformt hat, durch welches er einen auf Gerechtigkeit, Freiheit und Frieden gegründeten Zustand der Gesellschaft hervorbringen will, muss es auch seinem Wunsch entsprechen, daß ich alles in meiner Macht Stehende tue, um jener Rasse soviel Spielraum und Macht wie möglich zu verschaffen. Wenn es einen Gott gibt, denke ich, so will er daher eines gern von mir getan haben: nämlich soviel von der Karte Afrikas britisch rot zu malen, wie möglich und anderswo zu tun, was ich kann, um die Einheit der englischsprechenden Rasse zu fördern und ihren Einflussbereich auszudehnen.“

    Cecil Rhodes in „Draft of Ideas“, 1877 In: Brückmann, Europäische Expansion, S. 62.

    • @Stahlfront

      Im Jahre 1891 soll C. Rhodes eine Geheimgesellschaft gegründet haben. Die Befürworter
      des „Einzigen Weltreichs“ konnten auf diese Weise ungestört, ihrem Ziel zur Beherrschung
      der Völker, näher kommen.

      Weitere Infos finden Sie, wenn Sie mögen hier:

      http://www.perseus.ch/wp-content/uploads/2012/02/Das-anglophile-Netzwerk.pdf

    • hubi stendahl // 23. Februar 2016 um 12:57 //

      @Stahlfront

      Ich hoffe doch, dass Sie die von Ihnen unkommentierten Aussagen des Rassisten Cecil Rhodes nicht unterschreiben würden??? Der war nämlich wirklich Rassist und glaubte an eine genetisch bevorzugte Rasse der „Weißen“, was immer das ist. Ganz ohne Gehirnwäsche.

      Verbrecher gibt es überall. Ob Sie weiß, rot, schwarz oder gelb sind. Spielt das eine Rolle? Die Verbrecher bedienen sich stets mittels Gehirnwäsche der Dualität des Gut und Böse, um von den eigentlichen Zielen abzulenken.

      Der Trick ist, dass Studenten in England der Dualität von Gut und Böse folgend Rhodes Denkmal nicht mehr als geschichtliches Erbe sehen, sondern im Rahmen der Gehirnnwäsche zwanghaft zwischen Gut und Böse unterscheidend handeln sollen.
      Ein Denkmal einfach als geschichtliches Zeugnis zu sehen und nicht als politische Aussage, ist in der westlichen Hemisphäre nicht mehr möglich. Es ähnelt den Bücherverbrennungen im III.Reich. Eben Rassismus.

      Für Mugabe war der gleiche Ansatz vorhanden , jedoch viel leichter zu realisieren, weil die Erzeugung eines BÖSEN Feindbildes aufgrund der noch nicht lange zurückliegenden Zeit der Kolonialisierung und aufgrund der bildungsfernen Bevölkerung mit archaischen Wurzeln ein einfaches Einfallstor darstellte. Will ich die Macht brauche ich Geld, habe ich keines oder zu wenig, dann kombiniere ich mit einer Ideologie. Der Rassismus ist ideal dafür. Den Rassismus auf die Minderheit der Weißen zu lenken, um das Land auszuplündern, war hier viel einfacher.

      Die Theorie von Cecil Rhodes ist allein der Tatsache geschuldet, dass man seinerzeit das Empire als Weltmacht zementieren wollte. Es gibt insofern keine einzige glaubwürdige Rassentheorie und man sollte sie deshalb in Kulturtheorie umbenennen, weil so die zerstörerische Unterscheidung zwischen Gut und Böse aufhört. Denn kulturelle Unterschiede, die sich über Jahrzehntausende aufgrund unterschiedlicher Lebensbedingungen und Erfahrungen auch genetisch heraus kristallisierten zeigen nur, dass der Mensch geistig begrenzter Mobilität unterliegt, aber keinesfalls in besser oder schlechter klassifiziert werden kann.
      Prallen allerdings unterschiedliche Kulturen in großer Anzahl aufeinander, zerbricht das gesamte über tausende Jahre aufgebaute Gefüge, weil die Sozialisierungen und die genetischen Voraussetzungen inkompatibel sind. Die derzeitigen künstlich ausgelösten Völkerwanderungen sind daher ein gefährliches Expreriment einer kleinen Elite, um sich ihre Macht über eine „geglättete“ Menschheit zu sichern. Einer Menschheit, in der die so wertvolle Vielfalt irgendwann zugunsten eines “ Einheitsmenschen „verloren gehen soll. Das ist der springende Punkt, der erkannt werden muss. Ich möchte auch keine völlig fremd sozialisierten Menschen in einer am Ende entsolidarisierten Einheits-Gemeinschaft.
      Das kann nur in einer Katastrophe enden. Aber vor allem steht die gegenseitige Achtung.

      Deshalb, Regionalisierung wo möglich und Internationalisierung wo nötig
      ( Technologische Zusammenarbeit ).

      • Stahlfront // 23. Februar 2016 um 16:03 //

        Ach ja, Rassismus, welch großes Wort ….

        Sehen Sie, Sie als evolutionsgläubiger Mensch verstehen sicherlich sehr gut, daß der Darwinismus die Grundlage für den Sozialdarwinismus war, welchen auch Adolf Hitler in den Hirnen der Professoren seiner Zeit vorfand, und somit nun wahrlich keine Erfindung der Nationalsozialisten war, sondern allgemeines Gedankengut der sogenannten Weltgelehrtenschaft.

        Somit war auch Rhodes „nur“ ein Kind seiner Zeit, und das, wo doch den „Deutschen“ ständig Weltherrschaftsgelüste angedichtet wurden, wie man an dem Zitat des „guten“ alten Cecil gut erkennen kann, gerade von denen, welche es selbst gerade nötig hatten.

        Nimmt man die gesamte Kolonialzeit der Briten zusammen, so haben sie 90 % der gesamten Erde beherrscht.

        Ob also Cecil Rhodes, Adolf Hitler oder der Jude Moses Mordechai Levy alias Karl Marx, alle waren sie Rassisten, wo ist also das Problem ???

      • hubi stendahl // 23. Februar 2016 um 21:46 //

        @Stahlfront

        Ich halte es schon für ein Problem, dass man das inflatorische Wort
        „Rassismus“ fehlerhaft verwendet und bei wirklichen Rassisten en passant anwendet.

        Ich bin übrigens kein „evolutionsgläubiger Mensch“, wie Sie scheinbar glauben. Vielmehr gehe ich aktuell davon aus, dass es eine Mikrovevolution und eine Makroevolution gibt.

        Dabei gehe ich davon aus, dass sich die Lebewesen innerhalb eines festen Rahmens an die Umweltbdingungen anpassen. Über den Ursprung kann man nicht streiten. Hier kann man nur glauben.

        Ich glaube, da es nicht einen Beweis dafür gibt, dass es ein Fisch einmal zum Landtier gebracht hat, ein Affe zum Menschen wurde, dass in Wahrheit der angebliche Stammbaum des Menschen der Tatsache gschuldet ist, dass man immense Gelder für den Nachweis der Out of Africa Theorie einstreichen kann. Deshalb finden sie auch stets neue 1 Million Jahre alte Stammhalter, die in Wahrheit ausgestorbene oder weiterentwickelte Affen sind, die man natürlich in Afrika findet, weil man zum Nachweis nur dort sucht. Andere ältere Zufalls – Funde z.B. in Russland werden verschlossen.

        Viele gefundene Details sprechen also gegen diese Annahme, selbst unter dem Aspekt modernster genetischer Untersuchungen.

        So bleibt uns derzeit nichts anderes übrig als zu >>glauben<<.

        An der Tatsache, dass man unterschiedliche menschliche Rassen nicht an unterschiedlichen Werteskalen festmachen kann, ändert das aber nichts!

      • Stahlfront // 24. Februar 2016 um 10:51 //

        @ hubi stendahl

        Die Mikroevolution halte ich persönlich für evident, die Makroevolution ist hingegen nach wie vor reine Spekulation, weshalb auch die sogenannten Wissenschaftler immer noch von der EVOLUTIONSTHEORIE sprechen müßen.

        Mit Ihren Ausführungen zum Rassismus kann ich ehrlich gesagt nicht viel anfangen und will sie deshalb mal so stehen lassen.

        „Bei den Menschen wird die Zuchtwahl immer mehr unterlaufen. Kein Hundezüchter käme auf die Idee, in seine Windhunde einen kurzatmigen Mops einzukreuzen. Die Züchter achten darauf, daß ihre Rasse rein bleibt.

        Unter den Menschen praktizieren das nur noch die Juden, bei allen anderen wird eine solche Einstellung als ‚Rassismus‘ gegeißelt.

        Die Einkreuzung sorgt dafür, daß Rassemerkmale wegfallen, daß eine Mischrasse entsteht, vorzüglich eine eurasisch-negroide Mischrasse ohne ausgeprägte oder gar herausragende Eigenschaften.“

        Michael Winkler In: Evolution, 1. Juli 2015

      • Karl Bernhard Möllmann // 24. Februar 2016 um 18:09 //

        . . .
        ZITAT @ Stahlfront:
        „Die Züchter (Windhunde) achten darauf, daß ihre Rasse rein bleibt.

        Unter den Menschen praktizieren das nur noch die Juden…“
        .
        Naja, dann kann man ja auch verstehen – WARUM sie derart DEGENERIERT sind. (Beide)
        .
        Charles Darwin lässt grüßen . . .

      • Silverager // 29. Februar 2016 um 21:51 //

        @ Hubi Stendahl
        „Bei den Menschen wird die Zuchtwahl immer mehr unterlaufen. Kein Hundezüchter käme auf die Idee, in seine Windhunde einen kurzatmigen Mops einzukreuzen. Die Züchter achten darauf, daß ihre Rasse rein bleibt.“
        Bei Menschen von Zuchtwahl, und dann im Zusammenhang mit Hundrassen zu sprechen, erscheint mir, ganz vorsichtig gesagt, sehr fragwürdig.
        Und was Ihre Aussage zu Hunderassen betrifft, so wäre eine derartige Vielfalt der Hunderassen ohne Einkreuzungen gar nicht möglich gewesen.
        Vielleicht sollten wir dieses Thema besser ruhen lassen.

      • Silverager // 29. Februar 2016 um 21:55 //

        Sorry, das vorige Posting richtete sich an den Herrn „Stahlfront“ und nicht an den Herrn „hubi stendahl“.

      • Zeitzeuge // 25. Februar 2016 um 16:07 //

        Wer bereit ist, genau hinzusehen, wird festellen, daß Cecil Rhodes primär kein Rassist im klassischen Sinne war, sondern ein knallharter Nationalist: Er unterschied zwischen Briten und Nicht-Briten, er kämpfte primär für den Britischen Imperialismus…

        Der Artikel ist insgesamt ein Lehrstück in Geschichte, Politik und Völkerkunde und belegt auf seine Weise die verheerende Rolle einer Ideologie, einer politischen Religion, in der im Falle Rhodesiens Korruption und Intrigen zwischen den beteiligten Stämmen eine massive Rolle spiel(t)en. Raub, Brutalität, Verachtung anderer Stämme, die Umdeutung von Geschichte und Wahrheit, Rechtsbeugung und die Unfähigkeit der Masse der Menschen, die sich selbst primär in der Opfer-, nicht in der Beteiligten-Rolle sehen (wollen – weil es bequem ist), sind die Komponenten, die zu solchen Konstellationen und Ergebnissen führen.

        Doch wo stehen wir selbst? Wo fehlt es uns an Kompetenz, an politischer und sozialer, menschlicher und politischer Reife?

        Ich fürchte, daß es bereits hier im Forum an der nötigen Kommunikationsfähigkeit fehlt, die Problematik zu verstehen, um von den Phänomenen in Rohdesien/Simbabwe den Bogen zu unserer eigenen Sitation anno 2016 kompetent schlagen zu können… deutlicher zu werden erspare ich mir…

      • Karl Bernhard Möllmann // 25. Februar 2016 um 16:46 //

        . . .
        ZITAT @ Zeitzeuge:
        „Ich fürchte, daß es bereits hier im Forum an der nötigen Kommunikationsfähigkeit fehlt, die Problematik zu verstehen, um von den Phänomenen in Rohdesien/Simbabwe den Bogen zu unserer eigenen Sitation anno 2016 kompetent schlagen zu können… “
        .
        Ein besseres, offenes & freies Forum werden Sie zur Zeit auf diesem Planeten nicht finden – das ist jedenfalls das, was ich fürchte.
        .
        Wir haben Spaß, jeden Tag etwas NEUES dazu zu LERNEN.
        .
        Egal ob wir von Ihnen lernen können – oder Sie von uns . . .
        .
        Wenn Sie mit scharfem Verstand gewappnet sind, LOGIK akzeptieren können, und immer dann, wenn jemand Sie auf einen Denk-Fehler hinweist – FAIR bleiben, statt FOUL zu spielen – können Sie hier erstens Spaß haben, zweitens was dazu lernen, und drittens Ihre Furcht vor FREIER MEINUNGS-Äusserung überwinden.
        .
        Der ALTE Weg der Unterdrückung von Wissen, der Geheim-Haltung von Wissen hat jämmerlich versagt.
        .
        Lassen Sie uns gemeinsam versuchen OFFEN & FAIR die diversen LÜGEN, GEHEIMNISSE, TABU’s & VERTUSCHTEN VERBRECHEN unserer Vorgänger & Vorväter – eins nach dem anderen – aufzudecken, und endlich etwas EHRLICHER zu bewerten.
        .
        Der Weg dahin mag Ihnen manchmal beschwerlich vorkommen.
        .
        Aber er lohnt sich.
        .
        Julian Assange hat gerade in seinem Londoner politischen Gefängnis ein Interview gegeben: die ZENSUR der LÜGEN-PRESSE ist nicht annähernd so schlimm – wie die noch weitaus TOTALITÄRERE ZENSUR in AKADEMIKER Kreisen . . .
        .
        Hier werden Sie geholfen!

  4. hubi stendahl // 23. Februar 2016 um 11:47 //

    Das Böse triumphiert dadurch, dass gute Menschen nichts unternehmen.

    Nicht immer sind es die bösen Kolonialmächte, die ein Land in den Niedergang treiben. Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, dann war die Alphbetisierungsrate in Simbabwe mal über 80 % und fällt rasant.

    Ein guter Grundstock um ein an Rohstoffen reiches Land in eine blühende Zukunft zu führen wäre dieses Kapital. Jetzt ist dieses schöne Land platt und ein paar hundert Günstlinge sind steinreich.

    Der Westen kommt trotz fehlender Einflussnahme auch nicht gut weg. Schließlich parken die Günstlinge ihre dem hungernden Volk gestohlenen Reichtümer auf internationalen Konten. Hätten es die EU, die Schweiz und die USA ernst gemeint mit ihren moralisierenden Mahnungen, die sie seit 2 Jahrzehnten turnusmäßig durch die Presse jagen, wären die Geldströme längst versickert. Das gilt ebenso für Länder wie beispielsweise den Sudan, Swaziland oder Eritrea, wo ähnliche Zustände herrschen. Wenn aus den USA 0,08 % unversteuerter Gelder gemessen am BIP in der Schweiz geparkt werden, dann ist das zwar ein riesiger zweistelliger Milliardenbetrag (BIP 17 Bln.) aber letztlich unbedeutetend. Wenn Eritreas Günstlinge dort 20 % von 3,5 Mrd. BIP dort parken, dann ist das existentiell. Bei Simbabwe schätzt man immerhin 10%. Wieviel in den anderen Steueroasen liegen weiß nur „Gott“ und der sitzt bekanntlich in NY.

    Wenn sich also die vermeintlich „GUTEN“ im Westen, mit den Günstlingen und selbsternannten oder vom Westen installierten Despoten in ein Bett legen, dann kann die kleinste Pflanze, wie sie beispielsweise die Opposition in Mali darstellt, nicht gedeihen.

    Mugabe wäre bei ehrlicher Politik des Westens also längst nicht mehr da!

  5. Stahlfront // 23. Februar 2016 um 12:32 //

    „Als ich gefesselt im Staub kniete und jemand eine Axt über meinem Kopf hielt, war ich einfach nur wütend. Angst, getötet zu werden, hatte ich nicht.“

    Heinrich von Pezold, der Sohn habsburgischer Landadliger mit deutscher Staatsangehörigkeit, war einer der ersten weißen Farmer, die von den rassistischen Schergen des simbabwischen Diktators Robert Mugabe überfallen wurden.

    Übrigens, für mich eine sehr ausgewogener, wichtiger und sachlicher Artikel, deshalb meinen ganz besonderen Dank an Martin Schmidt.

    Und noch etwas zu Rhodes:

    Er erwarb im 19. Jahrhundert eines der größten Vermögen der Welt. Finanziell unterstützt von Nathan Rothschild[1] und der Bank of England, errichtete er ein Diamanten-Monopol in Südafrika — und auch eines über die meisten Goldminen.[2] Er gründete eine Geheimgesellschaft, in der viele führende Regierungsvertreter Englands Mitglied waren.[2] Ihr elitäres Ziel war nichts Geringeres als die Beherrschung der Welt und die Schaffung einer modernen feudalen Gesellschaft unter ihrer Kontrolle mit Hilfe der Zentralbanken. Der amerikanische Ausschuß für Auswärtige Beziehungen (Council on Foreign Relations; CFR) war ein Sproß dieser Gruppe.

    [1] vermutlich: Lionel Nathan de Rothschild (Baron Lionel de Rothschild; * 22. November 1808 in London; † 3. Juni 1879 ebd.) war ein Bankier und Politiker in England. Er war erstes jüdisches Mitglied (bzw. erster ungetaufter Jude) des britischen House of Commons. Der älteste Sohn von Nathan Mayer Rothschild und Hanna Barent Cohen entstammte der Familie Rothschild.

    [2] G. Edward Griffin: Die Kreatur von Jekyll Island: Die US-Notenbank Federal Reserve – Das schrecklichste Ungeheuer, das die internationale Hochfinanz je schuf – Kopp-Verlag, Rottenburg, 2006. ISBN 978-3938516287

    • Stahlfront // 23. Februar 2016 um 13:12 //

      Heute ist Heinrich von Pezold einer der letzten weißen Farmer in dem heruntergewirtschafteten Land. Als der politisch angeschlagene Mugabe 1999 begann, weiße Farmer zu enteignen, tat er dies, um seine Position zu stärken. Bei den Parlaments- und Präsidentschaftswahlen trat der 89-Jährige wieder an. Um sich die siebte Amtszeit zu sichern, verteufelte er noch immer Farmer wie Heinrich von Pezold.

      Doch der Sohn habsburgischer Landadliger mit deutschem Pass lässt sich von Mugabes Hasstiraden nicht einschüchtern.

      Wer den unerschrockenen Dickkopf verstehen will, muss ihn auf seiner Farm Forrester Estate, anderthalb Autostunden nördlich der Hauptstadt Harare, besuchen.

      Der Großgrundbesitzer empfängt seine Gäste barfuß, in kurzen Hosen und im perfekt gebügelten Hemd auf der Terrasse seiner 700-Quadratmeter-Villa.

      Vor drei Monaten war er hier mit seiner Frau und seinen beiden Kindern eingezogen. Von dem Anwesen schweift sein Blick über Felder, Wälder, Felskuppen und einen Stausee. All das gehört ihm.

      Vor 13 Jahren verwandelte sich dieses Paradies für den damals 27-jährigen Farmer jedoch in eine Hölle.

      Mit Knüppeln, Äxten und Macheten bewaffnete Männer überwältigten ihn, brachten ihn in ein Dorf in der Nähe. Dort zwangen ihn die Mitglieder der Mugabe-Partei Zanu-PF, Revolutionslieder zu singen. Von Pezold schmetterte: „Vorwärts mit der Zanu-PF, nieder mit den weißen Farmern.“ Dann brauste ein Jeep auf den Entführten und seine Peiniger zu. Zwei Farm-Manager, ein Schwarzer und ein Weißer, schnappten sich ihren gefesselten Chef und rasten mit ihm davon.

      „Ich war von Anfang an überzeugt, der Falsche zu sein. Ich hatte einfach den falschen Lebenslauf“, sagt von Pezold heute. Denn er war erst zwei Jahre zuvor nach Simbabwe gezogen, hatte mit den Verbrechen der Briten in der damaligen Kolonie Rhodesien nichts zu tun.

      Seine Eltern hatten Forrester Estate 1988 gekauft. Damals, Simbabwe war seit acht Jahren unabhängig, umwarb Mugabe zunächst noch ausländische Investoren.

      Doch um seine Macht zu erhalten und davon abzulenken, dass er das Land in den wirtschaftlichen Ruin führte, änderte Mugabe die Verfassung, schickte seine Kriegsveteranen auf die großen Farmen und ließ die weißen Besitzer enteignen.

      Viele Farmer wurden während der Pogrome von Stock- und Machetenhieben verletzt, neun wurden getötet – einige von ihnen waren Bekannte von Pezolds.

      Noch immer versuchen Mugabes Schergen, die Farmer einzuschüchtern.

      Vor einigen Monaten – von Pezold war gerade geschäftlich in Tansania – gab ein Vertrauter ihm den Tip, dass der Geheimdienst ihn beseitigen wolle. Der Mord sollte aussehen wie ein Autounfall. Der Investor nahm die Drohung ernst, ließ seine Familie außer Landes bringen und den Geheimdienst wissen, dass er von dem Mordkomplott erfahren habe. Die lapidare Antwort des Geheimdienstes: „Wenn wir gewollt hätten, hätten wir Sie schon längst aus dem Weg geräumt.“

      Offizielles Ziel von Mugabes gewaltsamer Landreform war es, sogenannten Landlosen Felder zur eigenen Bewirtschaftung zur Verfügung zu stellen.

      Tatsächlich wurden Mugabes raffgieriger Frau Grace – Spitzname „Zimbabwe’s First Shopper“ („Erste Einkäuferin“) – und Parteibonzen riesige Latifundien zugeteilt.

      Da die neuen Landbesitzer oft kein landwirtschaftliches Fachwissen hatten, waren die Folgen katastrophal: „Vor den Enteignungen trug die Landwirtschaft 40 Prozent zur Wirtschaftsleistung bei, heute sind es nicht mehr als 15 Prozent“, sagt Charles Taffs, Chef des Verbandes der kommerziellen Farmer in Simbabwe.

      Der einstige Lebensmittelexporteur Simbabwe war bald auf Lebensmittelhilfslieferungen aus dem Ausland angewiesen.

      Dass das Land auch vor der Reform ungerecht verteilt war, gab von Pezold unumwunden zu. Rund 70 Prozent der nutzbaren Fläche wurden damals von etwa 4800 weißen Farmern bewirtschaftet. „Wir hätten mehr für die Kleinbauern und die Arbeiter tun müssen“, sagt von Pezold.

      Der Unternehmer hat aus den Fehlern gelernt, die es Mugabe leichtmachten, die in bitterer Armut lebenden Landlosen gegen die Großgrundbesitzer aufzuhetzen: Er baute auf seiner Farm vier Schulen und ein Krankenhaus.

      Seine 2000 Angestellten bekommen auf dem Gelände bescheidene Häuser gestellt und können ihre Kinder kostenlos zur Schule schicken, verdienen aber nur zweieinhalb Dollar pro Tag.

      Trotzdem arbeiten die meisten Angestellten gerne für ihren Chef. „Zumindest gibt es hier Arbeit, und der Lohn kommt pünktlich und zuverlässig“, sagt ein Angestellter. „Auf den Farmen, die jetzt von Mugabe-Leuten heruntergewirtschaftet werden, gibt es kaum noch Arbeit und nur selten Lohn.“

      Ein Drittel der landwirtschaftlich nutzbaren Fläche von Forrester Estate ist seit zehn Jahren von Mugabe-Getreuen besetzt.

      Doch Aufgeben kam für von Pezold nie infrage. Er verklagte Simbabwe vor einem Schiedsgericht der Weltbank. Der Streitwert beträgt umgerechnet viele Millionen Euro. Im Oktober will das Gericht entscheiden.

      „Mugabe glaubt, dass er wegen seiner ‚Verdienste‘ um die Unabhängigkeit Simbabwes vor 33 Jahren auf Lebenszeit das Recht hat, Wahlen zu gewinnen. Wenn die Leute ihn nicht freiwillig wählen, dann zwingt er sie“, sagt von Pezold. Dennoch glaubt der Unternehmer, dass das Leben und das Investitionsklima sich im Land langfristig verbessern werden. „Mugabe ist 89 Jahre alt, da kommt die Biologie ins Spiel“, sagt der Unternehmer. Seine neuerbaute Villa ist der beste Beweis, dass er fest daran glaubt, dass es mit Simbabwe nach Mugabe bergauf geht und weiße Farmer wie er im Land eine Zukunft haben.

      Quelle: RP

      • Von Pezolds Farm umfasst 50000 ha! in einem Land , das kaum groesser als die BRD ist. Es ist kaum anzunehmen, das eine Flaeche dieser Groesse vorher unbewohnt war, was aber diejenigen die das Land verkauft und die Kohle von von Pezolds Eltern eingestrichen haben, nicht interessiert haben duerfte. Insofern sind Probleme mit den einheimischen Siedlern vorprogrammiert und mir ist es unverstaendlich, das man erst auf die Idee kommt, sich besser mit diesen zu stellen, nachdem es zu gewalttaetigen Auseinandersetzungen gekommen ist.

        Von Pezold scheint ein typisch weisser Auswanderer zu sein. Diese sind meist aeusserst tuechtig und hart arbeitend, ansonsten aber knarzig und wenig locker, was sie bei den Einheimischen eher unbeliebt macht, man sie aber respektiert, solange puenktlich gezahlt wird.

        Ich habe mich in der 80 ern selbst von der grandiosen Schoenheit dieses Landes ueberzeugen koennen und hoffe , dass sich die Bewohner, Weisse wie Schwarze, eines Tages zusammenraufen und das Land wieder
        aufbluehen lassen.

  6. Marcus Junge // 23. Februar 2016 um 14:29 //

    „Den schwarzen Einwohnern Rhodesiens ging es zur Zeit der weißen Minderheitsregierung zumindest materiell eindeutig besser als danach und sicherlich besser als den damaligen Bevölkerungen anderer afrikanischer Staaten. Das festzustellen, ist keine Rechtfertigung des Apartheidssystems, sondern das Ergebnis unvoreingenommener Analysen.“

    Womit der Autor gleich selbst wieder der Manipulation der Linken erliegt und sich den klaren Blick verbaut. Einfach weil das Apartheidsystem GERECHTFERTIGT UND NOTWENDIG WAR, weil es funktionierte und als einziges funktionieren konnte. Da wo die Weißen ein Apartheidsystem betrieben, funktionierten die Staaten und diese entwickelten sich, als die Neger die Macht übernahmen, taten sie es in der ihnen eigenen Idiotie. Also totale Korruption, Kriminalität, Misswirtschaft, egal ob Rhodesien oder Südafrika, immer hübsch im Stammesdenken und der Hexendoktor darf auch nicht fehlen, der „heilt“ dann AIDS per Jungfrauenvergewaltigung oder Köperteilen von Albinos. Vielleicht sollte man noch darauf verweisen, daß der mittlere IQ von Schwarzafrikanern bei 65 bis 80 liegt. Die würden bei uns als Schwachsinnige gelten, dort sollen sie über die Staatsführung „wachen“ und diese wählen. Außerdem ist deren Vermehrung völlig außer Kontrolle. Keine Wirtschaft kann so schnell wachsen, wie die Kinder machen, außer AIDS regelt das demnächst mal ein.

    Das ist übrigens die Zukunft der Alt-EU, durch Masseninvasion der Fachkräfte aus Südland, wird es hier bis 2100 auch so aussehen.

    PS: Ich scheixx auf die PC! Fakten und Wahrheit muß man aussprechen.

    • Karl Bernhard Möllmann // 24. Februar 2016 um 10:52 //

      . . .
      ZITAT @ Marcus Junge:
      „… als die Neger die Macht übernahmen, taten sie es in der ihnen eigenen Idiotie.“
      .
      Der IDIOT – das sind SIE – Herr Junge!
      .
      Von mir auch: DIE IDIOTEN DAS SIND WIR WEISSEN!
      .
      Die Weißen können Apartheit – und wenn die Weißen gehen müssen – dann können sie GEHEIME Unterwanderung mit CIA-Killern und CIA-Diktatoren.
      .
      KEIN einziges Land der Schwarzen haben wir Weißen Ober-Arschlöcher jemals ehrlich verlassen!
      .
      OHNE den Raub der Boden-Schätze wie URAN aus MALI für Frankreich, oder Öl für BP aus Nigeria, oder ÖL aus IRAK für Amerika könnten wir Weißen Profi-LÜGNER überhaupt nicht!
      .
      WAS wir Weißen eindeutig besser können als ALLE anderen RASSEN – daß ist MORDEN, BRANDSCHATZEN, RAUBEN, INTRIGIEREN, LÜGEN, SCHEINHEILIG AUS DER WÄSCHE SCHAUEN, UND DABEI TREUHERZIG SCHEISSE ERZÄHLEN.
      .
      Nun sterben wir WEISSEN HERRENMENSCHEN leider aus, weil unser Sperma vom vielen LÜGEN & MORDEN tot ist – und OHNE Sperma keine Babys – ALSO VERTREIBEN WIR WEISSEN MAFIOSI DIE JUNGEN MÄNNER AUS IHRER HEIMAT MIT BOMBEN & DROHNEN, damit sie hier für Nachwuchs sorgen . . .
      .
      DAS nennen wir WEISSEN scheinheilig „Flüchtlingskrise“ . . .
      .
      Nicht mal mehr LÜGEN können wir gescheit . . .
      .
      PSYCHOPATHEN-QUIRRLE-QUATSCH!

  7. MutigeAngstfrau // 23. Februar 2016 um 19:10 //

    https://m.youtube.com/watch?v=OLYpy4CU6Tc

  8. MutigeAngstfrau // 23. Februar 2016 um 19:13 //

    Leider weiß ich nicht, weshalb mein geplanter Link etwas anderes aufruft…
    Das war nicht mein Ziel

  9. MutigeAngstfrau // 23. Februar 2016 um 19:20 //

    Neuer Versuch
    https://youtu.be/OLYpy4CU6Tc

  10. Diese ewigen Spiegelfechtereien nerven nur noch!

    Simbabwes beispielloser Niedergang
    Veröffentlicht am 23. Februar 2016 von Geolitico in Im Blickpunkt
    Drei Männer bestimmten das Schicksal des Landes…

    Ja, schlimm aber auch! In Deutschland schafft das eine Frau ganz alleine.. dazu noch eine Ex-DDR-privilegierte FDJ-Sekretärin für Agitation und Propaganda aus Uckermark.

    Merkels DDR-Jugend im Visier
    15.05.2013 | 18:31 | KARL GAULHOFER (Die Presse)
    Eine Biografie enthüllt neue Details über Merkels frühe Jahre in der DDR. Die These: Die Kanzlerin stand dem Unrechtsregime näher, als sie es zugeben will.
    http://diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/1402607/Merkels-DDRJugend-im-Visier

    ————–
    Und dann auch diese „Bemerkung“:

    @altermann // 23. Februar 2016 um 10:59 // Antworten
    Früher haben die Häuptlinge ihre Untertanen gegen Glasperlen verkauft, heute verschachern sie Bodenschätze und Wasserrechte an die Multis. Das afrikanische Volk wird noch immer durch die eigene Elite verraten.

    …und das deutsche Volk durch die deutsche „Elite“
    Das europäische Volk durch die europäische „Elite“; das amerikanische Volk durch die amerikanische „Elite“..usw..usf..
    Wie aufregend – wie bahnbrechend aber auch!? Hört bitte endlich ALLE auf mit diesem infantilen Gejammer! Furchtbar!

    Beteiligt Euch stattdessen besser an den kommenden (friedlichen) Massendemos direkt vor dem Bundestag in Berlin!
    Bringt endlich Merkel & Konsorten vor unabhängige VOLKSGERICHTE, wo diese US-Politmarionetten unbedingt hingehören!
    Ebenso die deusche (Transatlantiker-Mainstream) – Medien-Lügner-Bande!
    Klärt im eigenen, sozialen Umfeld die Menschen auf über die psycho-pathologische Komponente des aktuellen Desasters in der Gesellschaft!
    Verliert keine Zeit und Energie an persönliche Aversionen gegenüber anderen Usern in kritischen Blogs, wie z.B. diesen hier.
    Konstruktive Zusammenarbeit ist JETZT gefragt, mehr denn je!
    Und quasselt ERST DANN über andere Psycho-Primaten, wie z.B. einen „Mugabe aus Simbabwe“ – und ähnlichem Psychopathen-Gesindel!

    Dringend-notwendige Aufklärung über Medien-Manipulation:

    Propagandaschau:
    https://propagandaschau.wordpress.com/

    und
    Die primären Hintergründe des makrosozialen Bösen in der Gesellschaft :

    Psychopathen in wichtigen Machtpositionen:
    http://homment.com/pathokratie-plutokratie

    Daryl

    • Botschaft angekommen …

      https://youtu.be/xWTXTdZd7lw

      • MutigeAngstfrau // 24. Februar 2016 um 11:05 //

        Was für alte, aus ihrem Innersten heraus hässlichste Menschen zerstören dieser und den folgenden Generationen unter fadenscheinigem „humanistischen“ Geschwafel, das man getrost als Lüge bezeichnen darf, das Vaterland!!!!

    • Stahlfront // 24. Februar 2016 um 12:45 //

      Geolitico sollte in Zukunft vor dem Einstellen eines Artikels erst einmal den weißen Daryl konsultieren, ob der geplante Artikel auch wichtig genug ist, um veröffentlicht zu werden.

      Gruß an die Redaktion

      • Stahlfront // 24. Februar 2016 um 12:49 //

        Oh sorry, den weisen Daryl natürlich ….

      • Karl Bernhard Möllmann // 24. Februar 2016 um 17:58 //

        . . .
        Weisse Waisen, was weiß ich?
        Weise Weisheit meinte Dich!
        .
        Mehr zu wissen, wer weiß das?
        Wisse das, wir wissen was!
        .
        Wie soll ich wissen was Du weißt?
        Weiß nich mal wie Du richtg heißt!
        .
        Weißt Du was, ich glaub‘ Du spinnst.
        Ob Du so den Preis gewinnst?

  11. Karl Bernhard Möllmann // 24. Februar 2016 um 10:31 //

    . . .
    Simbabwes beispielloser Niedergang hätte uns bereits vor 50 Jahren zeigen können – daß der arabische oder afrikanische „Frühling“ – den der Westen über die Welt bringt – ein PSYCHOPATHEN-PROGRAMM der globalen Verwüstung ist!
    .
    Bereits 1966 kaufte sich L. Ron Hubbard ein Haus in Rhodesien – und hatte große Pläne – wie immer & überall.
    .
    http://tonyortega.org/2015/09/20/l-ron-hubbard-would-be-conqueror-scientologys-fable-about-rhodesia-is-a-riot/
    .
    Schon 1966 regierte die amerikanische CIA das afrikanische Land – und L. Ron Hubbard wurde des Landes verwiesen.
    .
    Und überall – wo die GEHEIME CIA den „Frühling“ bringt – da sieht es aus wie in Afghanistan, Irak, Jemen, Sudan, Libyen, Ukraine, Syrien . . .
    .
    Und weil die GEHEIME CIA den „Frühling“ besonders früh nach Simbabwe – dem früheren Rhodesien – brachte, ist die totale VERWÜSTUNG durch den CIA-Diktator Robert Mugabe besonders gut gelungen . . .
    .
    DAS ist die Schöne Neue Welt der Globalisten-Sekte!
    .
    Von ganz oben nach ganz unten in nur 50 Jahren.
    .
    US-RAEL’s Psychopathen waren fleißig!
    .
    Im göttlichen Auftrag.
    .
    Steht im TALMUD.

  12. Karl Brenner // 24. Februar 2016 um 18:51 //

    Wenn ich das Wort „Bodenreformpläne“ höre, muss ich unweigerlich an Mao und Stalin denken.

    Ein Land sollte zunächst SELBSTSTÄNDIG für die Ernährung seiner Landsleute sorgen können. Das ist eine Grundvoraussetzung, wie Militär, Polizei, Rechtspflege, Bildung, etc

    Dann kann man Wohlstand durch Technissierung/Industrialisierung anstreben.
    Preussen unter Friedrich Wilhelm I und Friedlich II sind Beispiele dafür.

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