Manager im Angesicht der Realität
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Premium Messe Sommer 2015 © Karin Lachmann Premium Messe Sommer 2015 © Karin Lachmann
Der ifo-Geschäftsklima-Index sinkt zum dritten Mal in Folge. Nur Banker versuchen, die Lage schönzureden. Dabei ist die Politik der Zentralbanken längst entzaubert.

Die Stimmung ist düster, doch die Banker versuchen sie immer noch schönzureden. Zum dritten Mal in Folge ist der ifo-Geschäftsklimaindex gesunken. von 107,3 Punkten im Januar auf 105,7 Punkte im Februar. Das ist ein Alarmzeichen, denn drei Rückgänge in Folge sind ein sicheres Zeichen für eine Abkühlung der Konjunktur.

Doch deutsche Banker wollen das nicht wahrhaben. Die Unternehmen sollten sich von den globalen Finanzmarktturbulenzen nicht nervös machen lassen, meint etwa Jörg Zeuner von der KFW-Bankengruppe. „Dennoch wäre mehr Gelassenheit angebracht“, sagt er. In den vier Quartalen des vergangenen Jahres seine deutsche Wirtschaft stabil gewachsen. Wachstumstreiber sei vor Wegen steigender Realeinkommen und anhaltender Beschäftigungszuwächse vor allem die Binnennachfrage gewesen. „Dieser Treiber hat noch lange Kraft“, sagt Zeuner.

Sein Kollege Thomas Gitzel von der VP Bank sieht es auch so. Mit Blick auf Details zum deutschen BIP kommt er u dem Schluss: „Die Stimmung ist derzeit schlechter ist als die Lage.“

Stärkster Rückgang seit 2008

Erstmals seit mehr als einem Jahr waren die Unternehmen mehrheitlich pessimistisch bezüglich ihrer Geschäftsaussichten. „Die aktuelle Lage wurde hingegen etwas besser eingeschätzt. Die Sorgen der deutschen Wirtschaft werden größer, insbesondere in der Industrie“, schreibt das ifo-Institut.

Im Verarbeitenden Gewerbe verzeichnet der Geschäftsklimaindex den stärksten Rückgang seit November 2008. Die Industrie befürchtet eine Fortsetzung des Abschwungs, nachdem ihre Produktion am Jahresende bereits rückläufig war.

Auch im Großhandel und Einzelhandel ist der Index wieder gesunken. Und im Baugewerbe trüben sich die Erwartungen für die Zukunft.

All das ist kein Wunder, denn die Niedrigzinspolitik der Zentralbanken hat sich längst selbst entzaubert. Gerade erst wurde das Scheitern der sogenannten Abenomics von Japans Premier Shinzo Abe offenbar. Im letzten Quartal des vergangenen Jahres schrumpfte die japanische Wirtschaft und 1,4 %. Nun ziehen auch Anleger Geld von der Börse ab. Auch in den USA bleibt das Wirtschaftswachstum weiter hinter den Erwartungen zurück, in weiten Teilen Europas ist die wirtschaftliche Lage gar desaströs. Rezession, Massenarbeitslosigkeit und sinkende Realeinkommen haben in den Ländern Südeuropas zu breiter Verelendung geführt.

Mit der Flüchtlingswelle aus den Krisengebieten des Nahen Ostens Kommen weitere schwere finanzielle Belastungen auf die europäischen Staatshaushalte und damit auf die Sozialsysteme zu.